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Warum liegt denn da Kohle?

Daniel Maximini
 

<RPG>

 

# Asteroid, Shuttle Typ 2

# Zeit: MD 3.0445

 

Grwydros Mine hatte sich nach Yaels Äußerungen etwas verfinstert. „Also als ich landete, war da noch kein Krater.“ Gab er etwas mürrisch von sich.

„Tja, tut mir leid, dass ich nicht tiefer hinein gefallen bin, um meiner Aussage mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen“ gab Yael typisch cardassianisch – sprich etwas sarkastisch zurück.

„Oh, ich glaube schon, dass da jetzt ein Krater ist. Aber ich bin mir sehr sicher, dass er vorher noch nicht da war. Nicht nur, weil ich sehr sicher im Krater gelandet wäre, wenn ich einen Krater erkannt hätte, sondern auch, weil ich die Kiste hier eh schon mit Steuerdüsen fliegen musste. Ich glaube, es wäre der weiteren Mission nicht sehr dienlich gewesen, wenn ich dann noch versucht hätte zu beweisen, dass ich... wie sagt ihr Menschen... die dicksten Eier aller Piloten habe?“

„Äh... nein, das sagen nur Jugendliche...“ gab Helena irritiert wieder. „Sternenflottenoffiziere sagen so etwas ganz bestimmt nicht. Um zurück zum Kern dieser Entdeckung zu kommen, dieser neuerliche Krater bestätigt auf jeden Fall, dass dieser Komet rege aktiv ist.“

„Und warum hören wir nicht, dass um uns alles zusammen bricht?“ zeigte Grwydro mit seiner Frage weiter, dass er in der Physik bei weitem nicht so eine Leuchte war wie als Ethnologe

„Nun, der Komet hat keine Atmosphäre, entsprechend trägt nichts den Schall und damit auch nichts Geräusche. Direkt vor unserer Shuttletür könnte das Risaner Symphonieorchester Shattners dritte Symphonie spielen, wir könnten es nicht hören.“ Erklärte Vani.

„Hm... na gut, aber da wäre noch eine Sache, die für mich nicht passt. Seismische Aktivität auf einem Kometen? So etwas sollte eigentlich nicht möglich sein. Seismische Aktivität entsteht durch tektonische Plattenbewegung. Dazu braucht es aber nicht nur einen magnetischen Kern und entsprechende Magma, auf die der erkaltete Außenmantel bewegt wird, sondern auch eine Rotation, um das Magma in Bewegung zu halten. Und die kann nur entstehen durch Zentrifugalkraft, also der Umrundung eines anderen Sterns. Das hier ist aber kein Planetido, sondern ein Komet, der im All frei herum treibt. Es gibt nach meinem Verständnis nichts, was diese Böden auf natürliche Weise zerbrechen lassen könnte. Und die Landung zweier Shuttles erklärt auch nicht einen großen Krater. Dazu haben wir nicht das Gewicht. Zumal auch bei der Diedrichsen dann ein Krater sein müsste.“

 

Es folgte eine kurze Pause des Grübelns der Mannschaft. „Sind wir vielleicht einfach auf einer Art Blase gelandet, die nun unter uns zusammen bricht?“ stellte Helena in den Raum?

„Nein. Dann wären wir nicht am Rand des Kraters, die Blase hätte ja unter irgendeinem Gewicht zusammen brechen müssen. Und ein Gegenstand, der nach unserer Landung eingeschlagen wäre und mehr Gewicht als unser Shuttle gehabt hätte, hätten sogar unsere kaputten Scanner bemerkt.“ Verwarf Yael auch diese Idee.

„Was, wenn diese Erdbeben künstlicher Natur sind?“ warf Grwydro ein.

„Hm. Wäre denkbar, dass irgendjemand hier irgendwo einen veralteten Plumser eingesetzt hat. Der könnte so etwas erklären. Aber warum sollte so etwas jemand tun?“ grübelte Yael. „Wer hätte ein Interesse daran, einen Kometen zerbrechen zu lassen?“

„Minenarbeiten?“ warf Vani in die Runde.

„Nein, dazu erscheint mir das eine zu langsame Methode. Wenn ein Bergbauschiff den Kometen abernten wollte, hätte er einfach Photonentorpedos oder Phasersalven genutzt.“

„Es sei denn, es ist das Werk einer Kultur, die weder Torpedos noch Phaser besitzt.“ Kam Helena ein Gedanke. „Ich meine... der einzige Vorteil an einem zerbrechenden Kometen, der mir neben der Gesteinsernte in den Sinn käme, wäre, dass man versucht, den Kometen zu verkleinern, in der Hoffnung, dass er nichts trifft. Ensign Aru, können sie die Flugbahn des Kometen berechnen? Trifft er in nächster Zeit auf irgend ein Ziel?“

Grwydro betätigte den Navigationscomputer und fütterte ihn mit Daten. Nach kurzer Zeit hatte er ein Ergebnis. „Tatsächlich, ich habe hier etwas. In etwa 22 Jahren würde der Komet einem Klasse M-Planeten im Yusangari-System recht nahe kommen. Pre-Warp-Zivilisation, die Föderation hat hier noch keinen ersten Kontakt hergestellt. Wer weiß, vielleicht hat diese Zivilisation zwar noch keinen Warp-flug, aber zumindest den Weltraumflug entwickelt. Ist sich der Existenz dieses Kometens bewusst und hat es möglich gemacht, diesen Plumser hier anzubringen, um den Kometen zu zerstören, bevor er den Planten im Yusangari trifft.“

„Schön und gut, aber selbst wenn das der Grund für die Seismische Aktivität ist, nur weil wir vielleicht wissen, dass hier alles wegen einem Pre-Warp-Plumser zerbricht, bekommen wir das deswegen noch lange nicht aufgehalten.“ Übernahm Yael den Part der Cassandra.

„Vielleicht doch.“ Ließ Grwydro nicht locker. „Wenn die Seismische Aktivität von einer Maschine ausgeht, so sollte das Epizentrum all dieser Erdstöße immer an der gleichen Stelle liegen. Und er muss oberflächlich zu finden sein. Die können ja keine Bohrtruppe hier hin und wieder weg geflogen haben. Wenn wir Glück haben, können wir den Plumser bergen, für den Fall, dass er in der Nähe des Außenteams liegt. Schalten die den Plumser aus, haben wir hier wieder mehr Sicherheit und müssen keine mörderischen Erdbeben mehr befürchten.“

„Würde das dann nicht aber auch das Ende für den Klasse M-Planeten im Yusangari-System bedeuten?“ fragte Helena skeptisch.

„Die Yusangarier mögen keine Torpedos haben, aber die Galathea hat sie. Also ich hoffe doch einfach mal, dass die Zerstörung eines einfachen Kohleklumpens kein Eingriff in die oberste Direktive darstellt...“

„Naja... schaden kann es nicht, der Sache nachzugehen. Dann schauen Sie mal, ob sie die Lage der letzten Epizentren ermitteln können.“

„In Ordnung, Ma’am.“ Damit vergrub sich Grwydro wieder in seine Konsolen und war für eine Weile beschäftigt.

 

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# Asteroid, Shuttle Typ 2

# Zeit: MD 3.0445

 

Die Crew diskutiert über die Herkunft der Erdstöße

 

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