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Übung der Schlafmützen

Miriam J.
 

 

 

<RPG>

# Ort: USS Galathea – Korridore, Deck 09

# Zeit: MD 1.1910

# Ball: Aleksander (Effi)

 

Die Augen des Kleinkindes weiteten sich, als sie das kuschelige Fell erblickte, das war ein Pony nach Emmas Geschmack, sie grapschte mit den immer noch klebrigen Fingerchen danach. Vielleicht war das alles nur lang ausgetüftelte Taktik von Kleinkindern, wenn die Finger immer zu klebten, dann hielten Ponys, Zauberstäbe und Modellflugzeuge viel besser an ihnen. Dieser Gedanke zauberte Olivia ein Lächeln auf die Lippen. Emma wollte das Stofftier hochheben, es schien jedoch doch etwas zu schwer für das Mädchen zu sein. Schnell eilte die kompetente Weltraumelfe der Nichte zur Hilfe, löste jedoch mit eben benannter Hilfe einen Heulkrampf aus der die Psychologin dazu brachte das Tier sofort wieder los zu lassen. Aleksander war wohl selbst für einen Moment von der Tonlage und der Lautstärke überrascht. Man vergaß solche unlieben Dinge mitunter doch sehr schnell wenn die lieben Kleinen erst einmal groß waren, wahrscheinlich ein natürlicher Instinkt, denn sonst wären so einige Rassen schon lang aus der Geschichte des Universums verschwunden – unwiderruflich getilgt.

 

Wieder huschte der Blick der Blondine zu ihrem CO, „Wir müssen das neue Familienmitglied wohl erst mal nach Hause bringen. Wie es aussieht ist es zu groß als das Emma es mitschleifen kann.“ So konnten sich die Pläne auch wieder ändern, Grundvoraussetzung bei der Kindererziehung - Flexibilität.

Sie blickte Emma an, die ihren neuen Freund hinter sich her zog, so dass der Stoff des Tieres über den Boden schlürfte.

„Komm mein Schatz, das Pony ist müde vom hertraben. Wir bringen es ins Bett und gehen uns dann das schöne Schiffchen angucken.“
Aleksander war immer noch verwundert, wie die Anwesenheit von Kleinkindern selbst eine Olivia dazu veranlasste ihren Sprachgebrauch anzupassen. Der Kommandant stand für einen Augenblick etwas verwundert da und blickte den beiden Damen hinterher.

„Du kannst auf einen Kaffee oder ein Stück Kuchen mittkommen“; erklärte Olivia während sie sich schon zu ihrem Quartier umgedreht hatte und von dannen schritt, die kleine Emma an ihrer Hand, der neue Freund hintern ihnen schleifend.

Aleksander war sich nicht sicher ob das eine gute Idee war und suchte für einen kurzen Moment nach einer Ausrede, das war vielleicht ein wenig viel für ein erstes privates Aufeinandertreffen.

„Komm schon. Ich habe Zitronenkuchen und außerdem habe ich auch nicht lang Zeit für dich. In einer Stunde haben wir einen Termin auf dem Holodeck zum Ponyreiten.“

Ein leises Stimmchen raunte ihm etwas von einem dejavue ins Ohr, an solche Situationen erinnerte er sich, aber irgendwie würden sie in den kommenden Monaten miteinander auskommen und irgendwann würden sie diese unglaublich unangenehme Gespräch führen müssen, also setzte der Russe sich von leichtem Unwohlsein begleitet in Bewegung, „Ich habe nicht vor mit dir unsere Beziehung nachträglich zu bewerten und ich erwarte auch keine Auswertung deinerseits“, stellte die Blondine fest als das Schott sich hinter Aleksander schloss.

„Bist du in meinem Kopf?“
Olivia zuckte mit den Schulter, „Wenn mich dein Unbehagen geradezu anschreit, dann kann ich nicht weghören. Setz dich und nimm dir vorher ein Stück Kuchen. Ich muss mit Emma das Stoffpony ins Bett bringen und es mit den 45 Anderen bekannt machen und ja es sind jetzt exakt 46.“

Die Damen verschwanden kurz ins Kinderzimmer, was zwar ein Traum aus rosa war, aber ähnlich elegant dekoriert wie der Rest des Quartieres.

 

 

 

# Ort: USS Galathea – Therapieräume Ms. Winterbottom  

# Zeit: MD 2.1630

# Ball: Von mir an mich? Schon wirr ^^ (Falls irgendwer eine Gespräch über kleine und große Problemchen führen will einfach melden.^^

 

Ewa saß mit verschränkten Armen auf dem Sofa der CSN und das bereits seit fast einer Stunde. Sie hatte hier sein müssen, das war zwar nur eine Formalität ihrer Wiedereinstellung, aber diese zehn Pflichtstunden waren fast so unangenehm wie die Gespräche mit den Zivilisten. Es gab echt Leute die beschwerten sich darüber das sie nur kaltes Wasser in der Dusche hatten, sie sollten sich doch über kaltes Wasser freuen. Warmes Wasser war ein Luxus und wenn diese Luxusartikel mal vorübergehend nicht verfügbar war, dann konnte man sich auf diesem Luxusdampfer beim besten Willen anderes behelfen, also ihr auf die Nerven zu gehen. Im Grunde sollten diese Leute sich doch darüber freuen das sie überhaupt Wasser zu freien Verfügung hatten.

 

Das waren Themen mit denen diese Ms. Winterbottom sich beschäftigen sollte und nicht damit sie in zehn Pflichtstunden zu therapieren.

Wobei?! Bis jetzt hatte sie auch nicht viel  getan, für das sicher stattliche Gehalt was die Sternenflottte dem Püppchen in weißem Sommerkleid zahlte.

Ein leises Knurren konnte Ewa gerade noch so unterdrücken. Sie hatte sicher bald ihre Zeit abgesessen, „Wie lange noch?“

Olivia blickte von ihrem Pad auf, „Noch zehn Minuten, dann haben sie es für heute geschafft.“

Ewa nickte und schwieg weiter, sie musste hier sitzen, aber sie musste nicht sprechen, das war der beste Vorschlag den Ms. Weltraumelfe ihr unterbreitet hatte, auch wenn Ewas Skepsis sich die gesamte Zeit über gemeldet hatte, das alles war sicher irgendwie ein Trick. Das Problem mit dieser Erkenntnis war nur leider, dass sie keinen blassen Schimmer davon hatte wie der Trick funktionierte.

„Ich habe Ihnen schon bestätigt, dass sie die erste Stunde abgeleistet haben“; Ewa nickte trocken als sie das PADD entgegen nahm, „Ich dachte wir sitzen hier noch ein paar Minuten?“

Olivia zuckte mit den Schultern, „Wenn Sie wollen, dann sind wir für heute fertig.“

Das Kommando zur Flucht! Eigentlich!

„Es war nicht fair!“, erwiderte die Polin stattdessen, „Ich musste gehen nur weil er…“

Ein Schnaufen untermalte ihre Worte, von denen Ewa selbst überrascht war.

Olivia legte den Kopf leicht schief, „Ich verstehe was Sie meinen. Aber dennoch sind sie wieder hier.“

Ewa prustet laut in den Raum hinein.

Kopfschüttelnd erhob die XO sich und bewegte sich zur Tür, nur die Worte von Olivia hielten sie für einen kurzen Moment lang auf, „Ich habe morgen um elf noch einen Termin frei.“

Ewa belegte die Therapeutin mit bösen Blicken, „Ich habe eine Woche bis zu meinem nächsten Pflichttermin.“
Olivia nickte bekräftigend, „Natürlich, ich wollte nur anmerken, dass ich morgen um elf einen Termin frei habe.“

Ewa schüttelte den Kopf und verließ den Raum.

Nun nachdem die böse Hexe die Bühne verlassen hatte eilte Ella in den Therapieraum, „Und hatte ich recht? Sie kommt doch bestimmt morgen nicht und wir brauchen ihr nicht die Vorschläge für den Adjutanten unterbreiten.“ Die junge CNS Anwärterin war mit PADDS beladen, übermotiviert und ungeschickt auf dem Sofa gelandet.

„Sie wird morgen um elf hier sein“, bestätigte Olivia und begann die Vorschläge ihrer Schülerin durchsehen.
„Sie hat also echt gesagt, dass sie Hilfe braucht“, fragte Ella unsicher nach.
„Nein, das erklären WIR ihr beim nächsten Termin.“

Die junge Finnin dachte nach, „Mischen wir uns da nicht zu sehr ein?“

Oliv befasste sich mit den Daten und blickte nur kurz auf um Ella mit einem Lächeln zu belegten, „Im Normalfall schon, aber bei ihr liegt der Fall etwas anders, wir müssen sie nur davon überzeugen das ein Adjutant hilfreich ist und sie unterstützt und das vielleicht noch so, dass sie meint es wäre ganz allein ihre Idee.“
Ella dachte angestrengt nach, „Wir könnten auch abwarten bis sie es von allein merkt.“

Mot setzte sich ebenfalls mit einem Teller leicht verwestem Essen auf das Sofa, „Sie ist psychologisch nicht mal in der Lage zu erkennen wann es anstrengend ist. Sie dürfen nicht vergessen, dass sie sich in den letzten Jahren bei der Sternenflotte mit  den schwierigen Aufgaben befasst hat. Ich bin mir nicht mal sicher, ob sie in dieser Zeit mit Zivilisten Kontakt hatte.“
„Das ist ein Scherz“, quietschte Ella erschrocken und erntetet nur ein leichtes Kopfschütteln ihrer Kollegen.

„Also wen haben sie als Favoriten für unsere Hexe ausgesucht“, fragte Olivia freundlich, was aber trotzdem nichts daran änderte das Ella zusammenzuckte.

„Das war nur… ein…also… das sollte keiner hören“, versuchte Ella sich schüchtern zu verteildigen.

„Ich weiß, die Frau jagt dir eine Heiden Angst ein und ein Spitzname mildert das Grauen etwas, außerdem kannst du so gedanklich den Frust abbauen, dass du meinst diese Gefühle könnten deinen Job beeinflussen.“
Oh, wie sie es manchmal hasste, von Psychologen umgeben zu sein, „Vielleicht etwas…. Aber ich arbeite dran.“

Mot stocherte noch immer in seinem Essen, „Ich bin auch froh, dass sie dein Patient ist.“

 

 

 

# Ort: USS Galathea – Maschinenraum

# Zeit: MD 3.0230

# Ball: Freiball

 

Ewa hätte ja liebend gern eine Übung einberufen ohne den Leuten etwas davon zu sagen, aber die gutmütige Ms. Winterbottom war da irgendwie anderer Ansicht. Sie war der Meinung das man erst mal langsam anfangen sollte, eine Aussage die Ewa überhaupt nicht verstehen konnte, ein Krieg, ein Feind, oder eine übermächtige angreifende Macht – fing ja auch nicht mal langsam an das Schiff zu zerstören und seine Besatzung zu töten, ihnen das Leben mit dein eisigen Händen aus den Leibern zu quetschen.

Sie musste dringend den Kontakt mit den Zivilisten meiden, das steigerte ihr Wohlbefinden nicht gerade, besonders dieser Lehrer, der immer mit irgendeiner Kleinigkeit an sie herantrat war Testobjekt Nummer eins auf ihrer Liste falls jemals, irgendwer ganz dringend am lebenden Objekt einmal testen musste, ob man eine Person ins All beamen konnte.

Okay, das war nur ein kleiner sarkastischer Anflug ihres Gehirns um die Wartezeit zu verkürzen. Sie konnte keine zivilen Lehrer ins All beamen lassen, der Papieraufwand war einfach viel zu groß.

„Sie liegen nicht gut in der Zeit“, stellte Ewa trocken fest, während sie nüchtern ihre Arme hinter dem Rücken verschränkt hatte.

Olivia hingegen, die in ihrem Lieblingskleid ein wenig die Blicke der Techniker auf sich zog, wippte von den Zehn auf die Ballen der Füße, „Laut Sternenflotten- Vorschrift liegen sie noch gut in der Zeit.“

„Die Sternenflotte ist viel zu großzügig bei der zeitlichen Freiheit für solch eine Übung.“

Olivia blickte noch immer auf die große digitale Zeitangabe die an die Wand projektiert wurde. Sie hatte vor drei Minuten die Führungsoffiziere und ihre Vertreter über ein Notfallprotokoll mitteilen lassen, dass sie einen Einsatz hatten und das Shuttle abflugbereit war, sie aber vorher sich im Maschinenraum sammelten und auf besonderen und sehr ausdrücklichen Wunsch von Ms. Winterelf auch das es eine Übung war.

Gut, alle samt schliefen nach den ersten aufregenden Tagen an Board, sicher den Schlaf der Gerechten, ABER das war doch irgendwie der aller beste Zeitpunkt für solch eine Übung.

„Sollten sie nicht langsam ihr PADD zücken um sich Notizen zu machen, wann die Schlafmützen hier auftauchen“, fragte Ewa ohne die Miene zu verziehen.

Olivia blickte auf die Uhr, „Ich wette das sie pünktlich sind.“

Ewa wendete sich nun zu dem blonden Weltraumelfe, „Was wenn nicht?“
„Wenn wirklich mehr als eine Person zu spät kommt, dann erlasse ich Ihnen eine Sitzung und wenn alle Pünktlich sind, dann kommen Sie drei Mal mehr.“
Ewa war sich siegessicher, „Gut, wenn Sie gern verlieren wollen.“

 

</ RPG>

 

< SUM>

# Ort: USS Galathea – Korridore, Deck 09

# Zeit: MD 1.1910

# Ball: Aleksander (Effi)

Das Pony wird erst einmal im Quartier untergebracht und mit den anderen Stofftieren bekannt gemacht. Außerdem erklärt Olivia das sie kein großes Bedürfnis hat über die alte Beziehung zu sprechen und diese nachträglich zum Thema zu machen.

 

# Ort: USS Galathea – Therapieräume Ms. Winterbottom  

# Zeit: MD 2.1630

Ewa bringt ihre erste Pflichtsitzung hinter sich und weiß gar nicht genau was die CNS des Schiffes mit ihr vorhaben.

 

# Ort: USS Galathea – Maschinenraum

# Zeit: MD 3.0230

# Ball: Freiball

Olivia und Ewa führen mitten in der Nacht ihre erste Übung durch und schließen eine Wette darüber ab ob wer zu spät kommt.

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übermittelt von Sunny (Miri)

 

aka

 

Lt. Olivia Winterbottom

CNS USS Galathea

 

 

Lt. Cmdr. Ewa Zima

XO USS Galathea