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Lasse das, was du bereits kennst, zurück... (RPG zum Spielbeginn 1/3)

Christian
 

<NRPG>
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe RPG-Begeisterte,
hallo Leute,

puh! Was sagt man denn zum Start einer neuen Einheit?

Zuerst einmal: Danke. Danke allen, die an diesem Projekt mitgewirkt haben und es so möglich machen. Wie es sich herausgestellt hat, ist es keine Kleinigkeit, eine neue Einheit aus der Taufe zu heben. 
Danke auch an euch, die ihr Interesse an dieser Einheit habt und beim Start dabei seid! Ich freue mich auf viele schöne RPGs und spannende Geschichten mit und von euch.

Aber genug der Vorrede - hier nun das erste von drei Rollenspielposts, mit denen die USS Galathea ihren Weg durch das All beginnen wird.
Wie schon angekündigt, verhänge ich mit diesem RPG auch erst einmal einen RPG-STOP. Bitte postet nichts, bis alle drei RPGs über die Liste gegangen sind.

Und nun: Viel Spaß,
Effi
</NRPG>
 
<RPG>
# Ort: Hühnerhof Solowyov, Baschkortostan, Russland, Erde
# Zeit: Später Herbst 2415, nach dem Abendessen
 
Während Ji-Yeong ihrer Großmutter mit dem Geschirr half, bot Aleksander Solowyov - Commander der Sternenflotte - seinem alten Freund Marcus Stierer - seines Zeichens auch Rear Admiral - noch etwas zu trinken an. Auch wenn Aleksander selbst nur wenig Alkohol trank und kategorisch Vodka ablehnte, wusste er doch, dass Marcus einen guten Cognac durchaus schätzte. Er und Marcus kannten sich schon lange: Der Nordamerikaner war der Grund, warum Aleksander überhaupt in die Flotte eingetreten war. Er war Trauzeuge bei Aleksanders Hochzeit gewesen und auch der Patenonkel seiner Tochter Ji-Yeong. Als solcher gehörte er zur Familie und es war nichts Ungewöhnliches, dass Marcus des Öfteren zu Besuch kam und, so wie heute, zum Essen blieb. Tatsächlich wäre Levka, Aleksanders Mutter, schwer beleidigt gewesen, wenn Marcus nicht mitgegessen hätte. Doch heute war etwas anders. Aleksander hatte schon den Abend über gespürt, dass sein Freund etwas los werden wollte - und tatsächlich nutzte er nun auch die Gelegenheit, um zum eigentlichen Grund seines Besuchs zu kommen.
Während die beiden Männer hinaus auf die Veranda gingen, um in der frischen, klaren Nachtluft zu den Sternen zu Blicken - Marcus mit einem Glas Cognac, Aleksander mit Wasser - suchte der mit zunehmendem Alter doch leicht beleibte Admiral nach den richtigen Worten:
 
"Hast du schon gehört, dass sie das Sovereign-Programm einstellen wollen?" fragte er, ganz so, als würde er Smalltalk betreiben.
 
"Natürlich" antwortete Aleksander. Immerhin arbeitete er bei Mission Control, da wusste er um die Flottenprogramme. "Allerdings waren doch noch zwei im Bau, oder?"
 
"Ja" nickte Marcus. "Die Heinrich Barth läuft morgen vom Stapel. Die Galathea dann in wenigen Wochen."
 
"Schade. Trotz aller Schwächen sind das schöne Schiffe" sagte Aleksander. "Aber vermutlich braucht man in diesen Zeiten spezialisierte Einheiten. Ich hoffe, es gibt keine Hiobsbotschaften von der Front?" riet er dann ins Blaue hinein, weswegen Marcus gekommen sein könnte.
 
"Naja, die meisten Berichte wirst du selbst kennen" seufzte Marcus. "Das Klingonische Reich hat eine Großoffensive gestartet. Wir haben einen Brückenkopf im Carraya-System, aber drum herum rücken die Klingonen beständig vor. Dazu kontrollieren sie nun fast den kompletten Boreth-Sektor und einen Großteil des Donatu-Sektors. Die Sternenflotte fürchtet, dass die ersten Klingonischen Kreuzer bald vor Risa stehen könnten - und dann kurz darauf vor Betazed. Um unsere Verbündeten zu schützen, verlegt das Flottenkommando immer mehr Schiffe an die Grenze zum Beta-Quadranten."
 
"Nun, dann können wir nur hoffen, dass sie nicht bald noch woanders gebraucht werden..." sinnierte Aleksander und nahm einen Schluck Wasser.
 
"Da soll unter anderem die Galathea eine Lücke füllen"  warf Marcus ein. Die dunklen Augen des älteren richteten sich auf Aleksander. "Das Flottenkommando will sie in den Tzenkethi-Sektor entsenden. Präsenz zeigen, diplomatische Beziehungen pflegen, Oktens Wiege erkunden..."
 
"... die Bajoraner beruhigen, ein Auge auf die Ferengi und die Breen haben und dafür Sorge tragen, dass der Typhon-Pakt die Föderation nicht für zu sehr anderweitig beschäftigt hält?" ergänzte Aleksander. Er kannte die Memos nur zu gut.
 
"Exakt" nickte Marcus.
 
"Keine leichte Aufgabe" sinnierte der Russe. "Wer soll sie kommandieren?" fragte er und nahm wieder einen Schluck aus seinem Glas. Eine Tatsache, die er gleich darauf bereutet.
 
"Ich möchte, dass Du sie kommandierst" fiel Marcus nun mit der Tür ins Haus. Eine Offenbarung, die bei Aleksander erst einmal einen Hustenanfall auslöste, als er sich an seinem Wasser verschluckte. Fürsorglich klopfte Marcus ihm auf dem Rücken. "Geht es?"
 
"Das ist.. nicht dein Ernst, oder?" Aleksander suchte den Blick seines Freundes. "Es ist dir Ernst..."
 
"Hör zu. Man war sehr davon beeindruckt, wie du die Situation auf der Kirk gemeistert hast..."
 
"Das ist fast zwei Jahre her!"
 
"... und du hast durchgehend ausgezeichnete Arbeit als SSO gemacht. Man schätzt deinen Weitblick und deine Problemlösungsstrategien."
 
"Ich habe keine wirkliche Kommando-Erfahrung" warf Aleksander ein. "Wir reden von einer Sovereign!"
 
"Ach komm' - du leitest das Operations Office für drei Sektoren. Du hast deinen Kommandolehrgang mit Bravour bestanden und  der diplomatische Dienst liegt mir alle paar Monate in den Ohren, ob sie dich nicht ausleihen könnten."
 
"Du hast dich für mich eingesetzt" wurde Aleksander da bewusst.
 
"Nein.. Ja. Ein bisschen" gestand Marcus. "Aber es brauchte wirklich nur einen kleinen Schubs. Als dein Name einmal im Ring war, war es ein ziemlicher Selbstläufer. Wolltest du nicht immer ein eigenes Kommando? Zu den Sternen fliegen, stellare Phänomene erforschen, Kontakt mit anderen Spezies herstellen... das ist deine Chance!" Er wurde ernster. "Und vermutlich auch deine Letzte, wenn ich das anmerken darf. Du hast '11 schon einmal ein Kommando abgelehnt. Eine dritte Chance bekommt man in der Regel nicht."
 
"Und man will wirklich mich?"
 
"Es gab schon ein paar Bedenken, dass du zu wenig praktische Erfahrung haben könntest..." gestand Marcus. "Aber ja, man wollte dich. Es ist Krieg und so ziemlich alle, die mehr Erfahrung haben, sind an der Front. Die Situation ist aber zu heikel, als dass man da einfach einen Grünschnabel oder einen unserer 'Rebellen' beauftragen möchte. Wir brauchen da jemand mit Fingerspitzengefühl. Mit diplomatischer Erfahrung und strategischem Weitblick. Jemand, der nicht nur mit Quantentorpedos denkt - denn was wir nicht brauchen, ist noch eine Front." Er seufzte. "Wir brauchen aber auch niemanden, der eine Kreuzfahrt macht. Das ist etwas für einen Entdecker. Kurzum - das Kommando, auf dass du dein ganzes Leben gewartet hast."
 
Aleksander drehte nachdenklich sein Glas zwischen den Fingern und sah zu den Sternen hinauf.
"Was ist mit der Crew?"
 
"Du hättest Mitspracherecht bei der Besetzung der Offiziers- und Unteroffiziersposten. Die Auswahl ist begrenzt, deswegen ist man bereit auch ein paar... unorthodoxe Wege zu gehen. Vor Allem, da man will, dass das ein Erfolg wird. Für den Fall, dass es nicht deutlich geworden sein sollte - wir brauchen die Galathea dort draußen wirklich."
 
"Was ist mit meiner Tochter?" wollte er wissen. "Und, herrje, meine Mutter ist Mitte 60 und Witwe..."
 
"Du könntest sie mitnehmen. Du weißt ja, dass eine Sovereign Familienquartiere hat und Zivilisten an Bord erlaubt sind. Als CO hättest du volle Entscheidungsgewalt."
 
"Ich..." Aleksander stockte. "Ich muss das mit Ji-Yeong besprechen, Marcus."
 
"Ich weiß" antwortete der Angesprochene. "Und ich weiß, dass das nicht einfach werden wird. Aber du solltest das auch nicht auf die lange Bank schieben, mein Freund."
 
"Wie lange habe ich Zeit?"
 
Marcus trank seinen Cognac aus und stellte das Glas auf dem Veranda-Tisch ab. "In spätestens 7 Tagen brauche ich deine Antwort, Aleksander. Das ist das Maximum, was ich rausholen konnte. Wenn ich bis dahin keine Zusage habe, müssen wir uns anderweitig umsehen."
 
"Ich verstehe" Aleksander hatte den flachen Rest Wassers in seinem Glas zum Schwingen gebracht und sah den Bewegungen zu.
 
"Ich lasse euch jetzt mal alleine..." verabschiedete sich Markus und klopfte seinem Freund im Vorbeigehen auf die Schulter.
"Ich verabschiede mich noch von Levka und Ji-Yeong."
 
Aleksander nickte, sagte aber nichts. Erst als der andere fast schon durch die Tür ins Haus getreten war, erhob er noch einmal seine Stimme: "Marcus... Danke!"
 
Der Angesprochene war stehen geblieben, nickte nun und lächelte, ehe er weiter ging.
 
***
 
# Ort: Hühnerhof Solowyov, Baschkortostan, Russland, Erde
# Zeit: Später Herbst 2415, noch später am Abend
 
"Nein! Ich will nicht ins All!" Das war laut. "Und ich will auch nicht, dass du gehst und wir hier zurück bleiben!"
Ji-Yeongs Lippen bebten und sie hatte die zierlichen Hände zu Fäusten geballt. Aleksander hatte seine Tochter selten so erregt gesehen - auch wenn es vorgekommen war. Normalerweise gab sie sich eher zurück haltend, obgleich sie Temperament geerbt hatte. Vielleicht waren es auch die Hormone?
 
"Ji-Yeong, es ist eine große Chance. Ein eigenes Kommando. Und die Galathea ist ein Schiff der Sovereign-Klasse. Das ist wie eine kleine Stadt. Du wirst dort zur Schule gehen können und..."
 
Das Mädchen schüttelte den Kopf.
"Ich gehe hier zur Schule, will meinen Abschluss machen. Ich habe hier Freunde! Vielleicht bin ich ja auch mit einem Jungen zusammen..."
 
Ihr Vater blinzelte, sah sie an. "...bist du?"
"Nein!"
"Und mit einem Mädchen?" wollte er neugierig wissen. Nicht dass es ihn gestört hätte. Liebe fällt dorthin wo sie hin fällt. Und Ji-Yeong kam nun einmal langsam in das Alter, wo... - auch wenn er es als Vater wohl lieber gesehen hätte, wenn es bis zum ersten gebrochenen Herzen noch eine Weile hin wäre.
"Nein. Aber ich könnte. Also.. das tut nichts zur Sache. Aber ich lebe hier. Im All ist es kalt und einsam und dunkel und..."
 
"Hibiskusblüte, es könnte ein großes Abenteuer..."
 
"Nenne mich nicht mehr 'Hibiskusblüte'. Ich bin keine 9 mehr. Das ist peinlich." brummte Ji-Yeong.
"Außerdem ist Großmutter hier. Was wird aus ihr?"
 
"Sie kann mitkommen."
 
"Nein!" rief Ji-Yeong, wandte sich um und rannte weg. Aleksander sah ihr verwirrt und auch etwas traurig hinterher. Dass es nicht leicht werden würde, hatte er gewusst. Aber dass seine Tochter so reagieren würde...
 
***
 
# Ort: Hühnerhof Solowyov, Baschkortostan, Russland, Erde
# Zeit: Die Nacht vor der Deadline
 
Obgleich der Winter noch nicht angekommen war, war es nachts bereits kalt. Aleksander spürte die Nachtluft auf seinem Gesicht, merkte das Prickeln im Bart, als die Haut reagierte. Sein Atem erzeugte kleine, kaum sichtbare, Wölkchen, während der Boden unter seinen Schritten knackte. Der Russe hatte sich in einen dicken Parka gehüllt und war einige Meter von der Veranda des Hauses weggegangen, welche nun ein einsamer Lichtfleck von warmem Orange hinter ihm, in der dunklen Stille der Nacht, war.
 
Er sah zum Sternenhimmel hinaus. Dieses blau-schwarze Tuch voller Juwelen, die über ihm ausgebreitet lagen wie die Auslage eines Juweliers. Unglaubliche Schätze, die in dieser Nacht wirkten, als seien sie zum Greifen nahe. Unwillkürlich streckte er die Rechte empor, tat so, als würde er den Orion ergreifen und zwischen Zeigefinger und Daumen halten. Eine schöne Illusion. Ein Traum - aber mehr auch nicht.
Der Offizier seufzte. Eigentlich war er heute Nacht hier, um sich zu verabschieden. Von seinem Traum.
Die Gespräche der letzten Tage waren fruchtlos geblieben. Wenn man sie denn überhaupt Gespräche nennen konnte. Denn meistens hatte Ji-Yeong geschwiegen oder den Raum verlassen. Levka hatte sich da
heraus gehalten. Er konnte es ihr nicht verübeln. Als Mutter wollte sie, dass ihr Sohn glücklich war - und als Großmutter erkannte sie die Nöte ihrer Enkelin. Sie selbst stand den Plänen nicht entgegen.
>>Aljoscha..<< seine Mutter nannte ihn meist bei seinem Kosenamen, wenn es um etwas Ernstes ging >>... wenn du zu den Sternen fliegen musst, dann tue das. Ich habe dich damals nicht halten können und ich könnte es heute nicht. Aber kläre das mit deiner Tochter. Sie kann dich nicht verlieren.<<
 
So stand er hier nun. Und die Antwort war klar. Sein Traum war es, das All zu besuchen, fremde Welten zu entdecken, mit neuen Zivilisationen in Kontakt zu treten. Er hatte sich das gewünscht, seit er ein Junge gewesen war - und für eine gewisse Zeit in seinem Leben hatte er dieses Ziel auch verfolgt. Und dann war Ji-Yeong in sein Leben getreten und hatte alles verändert. Sie waren gemeinsam durch gute wie nicht so gute Tage gegangen - und auch wenn Min-Ji, Ji-Yeongs Mutter, eher eine blasse Erinnerung geworden war, so war seine Tochter doch das Wichtigste für den Russen. Ihre Zukunft war für ihn wichtiger als ein alter Traum. Er wollte dieses Kommando - aber nicht um den Preis des Glücks seiner Tochter.
 
Aleksander ließ den Stern los, warf ihn mit einer Bewegung seines Handgelenks zurück auf die schwarz-blaue Auslage des Schicksals.
"Do svidaniya" sagte er, winkte gen Himmel.
 
Dann drehte er den Kopf, blickte zum Haus. Hatte er nicht gerade etwas klacken gehört? Für einen Moment war es ihm so vorgekommen, als sei am Haus etwas... jemand gewesen. Nein, es lag immer noch ruhig und friedlich in der Nacht. Das warme Heim, zu dem er nun zurückkehren würde. Vermutlich war es nur der Wind gewesen. Hier draußen gab es viel Wind.
 
***
 
# Ort: Hühnerhof Solowyov, Baschkortostan, Russland, Erde
# Zeit: Zur gleichen Zeit
 
'Der Wind' lehnte im Inneren des Hauses, an der kühlen Wand des Flures. Es war genau die Stelle des Mauerwerks, die nicht von der Wärme des heruntergebrannten Kamins durchdrungen wurde. Ji-Yeong kannte sie gut. Es war ihre Stelle, wenn sie nachdenken musste.
Wovor hatte sie eigentlich solche Angst? Ja, sie hatte ihr Freunde - aber sie würde neue Freunde finden. Und mit den alten in Kontakt bleiben können. Eigentlich war das Leben hier ziemlich langweilig. Bisher hatte sie gedacht, dass langweilig gut war. Denn langweilig brachte niemanden in Gefahr. Wenn sie daran dachte, dass ihrem Vater vor zwei Jahren auf der Kirk etwas hätte passieren können...
Das war es. Sie wollte ihren Vater nicht verlieren. Sie wollte nicht auf ihn warten, während er im schwarzen All in Gefahr geriet und vielleicht nie wieder zurück kam. Auch wenn sie in letzter Zeit immer häufiger stritten, wenn seine dummen Regeln ihr den letzten Nerv raubten - er war ihr Vater. Und er war immer da gewesen.
Ihn so zu sehen, wie er sich von seinem Traum verabschiedete, hatte sie erschrocken. Sie hatte gespürt, dass es für ihn ein Abschied war. Er war bereit alles aufzugeben, weil sie es wollte. Aber konnte sie das wirklich verlangen? Würde sie ihren Vater nicht eher so verlieren? Sie wusste, wie wichtig ihm das All war. In dieser Hinsicht war sie mit zwei Elternteilen gestraft, die sich nach dem Abenteuer des Weltraums sehnten. Nur dass ihre Mutter sich anders entschieden hatte... Vielleicht war es also diesmal an der Zeit, dass sie - Ji-Yeong - sich für ihren Vater entschied?
 
Und hey - immerhin wäre sie die Tochter des Captains!
 
***
 
# Ort: Hühnerhof Solowyov, Baschkortostan, Russland, Erde
# Zeit: Am nächsten Morgen - die Deadline
 
Aleksander hatte sich für diesen Tag in Schale geworfen und die gute Gala-Uniform gewählt. Die drei Pins am Kragen glänzten ebenso wie die blank polierten Stiefel. Zum wiederholten Male zog er an dem Stoff der Uniform, um sich zu versichern, dass sie auch richtig saß und keine Falten warf.
 
"Sie sitzt gut, папа" sagte Ji-Yeong und zog seine Hände vom Stoff weg. Für einige Momente standen sie sich gegenüber, Vater und Tochter und hielten sich einander an der Hand. Ji-Yeong trug heute Stiefel und weiße Kniestrümpfe zu dem kurzen Faltenrock, darüber einen asymmetrischen Wollpullover über einem Tank Top. Sie hatte sich geschminkt - das geschah in letzter Zeit häufiger.
"Ich habe dir einen Mantel rausgelegt, er liegt über dem Sessel"
 
"Danke" sagte Aleksander, atmete durch und lächelte.
"Ich bin in ein paar Stunden zurück. Großmutter sagte, dass es heute Abend Blini gibt."
 
"Ich weiß. Ich helfe ihr dabei. Und nun mach' dich auf den Weg, Commander" scheuchte sie ihren Vater, gab ihm einen Abschiedskuss auf die Wange.
 
"Mmh..." brummte Aleksander, nahm sich seinen Mantel und ging hinaus, zum Shuttle. Auf dem Weg zum Schuppen dachte er sich noch, dass es merkwürdig war, dass Ji-Yeong ihm keine Grüße für 'Onkel Marcus' mitgegeben hatte. Ob sie sauer auf ihn war?
 
***
 
# Ort: Büro Rear Admiral Marcus Stierer
# Zeit: Einen Shuttleflug später
 
"Herein" sagte Marcus, als es klopfte.
"Guten Morgen, Admiral" grüßte Aleksander, nachdem er der Aufforderung Folge geleistet und die altmodische, hölzerne Tür geöffnet hatte.
 
"Herrje, Aleksander - so förmlich" grüßte ihn sein alter Freund und stammt auf.
"Und du hättest dich nicht unbedingt her bemühen müssen. Eine Nachricht hätte auch gereicht."
Marcus strahlte förmlich und schien wohl etwas anderes zu erwarten, als Aleksander jetzt sagen würde. Das machte es dem Russen noch schwerer.
 
"Ich... wollte es dir persönlich sagen" sagte Aleksander, mit kurzem Stocken.
 
"Ganz die alte Schule. Und dabei noch so ernst." Er lachte. "Beinahe hättest du mich getäuscht - als du rein kamst, dachte ich für einen Augenblick schon, du sagst mir doch noch ab. Aber Ji-Yeong hat mich angerufen und dich verraten?"
 
"Hat ...sie?" Nun war Aleksander verblüfft und setzte sich auf den durch eine Geste angebotenen Stuhl.
"Was hat sie denn gesagt?"
 
"Hat mich vorhin angerufen und mir gesagt, dass du auf dem Weg bist. Sie wollte ein wenig mehr über dein neues Schiff wissen. Ob es da auch andere ihres Alters gibt, ob sie da zur Schule gehen kann, ob etwas dagegen spricht, dass ihre Großmutter mitkommt... Das Einzige, was ihr nicht so gefallen hat, war wohl, dass sie nicht so einfach auf die Brücke darf. Ich fürchte, sie wird dich löchern, bis du ihr eine Führung gibst" lachte der leicht beleibte, dunkelhaarige Mann mit den grauen Schläfen.
"Auf jeden Fall hat sie mir dann verraten, dass du dich entschieden hast und dass sie sich darauf freut, mit ihrem Vater zusammen das All zu erkunden."
 
"Oh? Ähm.. ja, dann... weißt du es ja schon."
 
"Genau. Also, lass uns anstoßen. Und dann sprechen wir über deine Crew..."
 
</RPG>

<SUM>
Im Spätjahr 2415 sucht Rear Admiral Marcus Stierer seinen alten Freund und Weggefährten Cmdr. Aleksander Solowyov auf, um ihm das Kommando über die in Kürze fertiggestellte USS Galathea, einem Schiff der Sovereign Klasse, anzubieten. So sehr Aleksander das Kommando auch möchte - zuerst gilt es das mit seiner Familie, insbesondere seiner Tochter, auszudiskutieren. 
Am Ende gibt es eine sehr überraschte Person.
</SUM>

<NRPG> Und das war der erste Streich... </NRPG>

übermittelt von

Christian "Effi" Hellinger

aka

Cmdr. Aleksander Solowyov
FKOM Operations / Mission Control
Fürsorglicher Vater der besten Tochter der Welt