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Initiating Connection

Mortimer Bishop
 

Guten Tag!

Hier ein etwas längeres Copo von Fynn und mir! Adam und Specter lernen sich kennen :)

Lieben Gruß und viel Freude beim lesen!
Fynn und Mo


<RPG>
# Ort: SB 621, Deck 22, Quartier C-22.2.246-1
# Zeit: SpD 1.1430

Adam Cartier, seines Zeichens Ensign, romulanisch-menschlicher Hybrid und Mitglied des taktischen Stabs von SB 621 betrat sein Quartier. Die Türen schlossen sich zischend hinter ihm und schirmten ihn von den Geräuschen auf dem belebten Gang ab. Er war seit 10 Monaten an Bord und da er das Doppelquartier noch immer für sich alleine hatte, gab er sich gedankenlos seiner Routine hin. So stand er dort, mit geschlossenen Augen im Eingangsbereich des Wohnzimmers und wartete darauf, dass das Rauschen der vorherrschenden Stille im Raum sich abschwächte.
Dann öffnete er die Augen, ging die paar Schritte von der Tür zur Couch (dem Glastisch vor dem Sitzmöbel ausweichend) und ließ sich in die Polster fallen.

"Computer, Musik. Playlist Adam 21."

Der Computer gehorchte und sofort darauf wurde die Stille verdrängt von seichtem bis melancholischem Pop des 21. Jahrhunderts verschiedener Spezies der Föderation. Adam nahm die Tischkonsole vom Tisch, legte die Füße auf die Glasplatte und setzte sich das Gerät dann auf den Schoß ehe er es einschaltete. Er blätterte durch die aktuellen Nachrichten von der Station, aus den Alpha- und Beta-Quadranten, von der Front, las einen Brief eines Kameraden von der Akademie auf den er später antworten würde und atmete schließlich tief durch.

Damit hatte er zweiundzwanzig Minuten seiner Freizeit erfolgreich rum gebracht, fehlten nur noch die restlichen Stunden bis er sich schlafen legen würde. So viel Zeit, die es zu füllen galt um möglichst wenig mit seinen Gedanken alleine sein zu müssen.

Kurz blickte er sich in dem leeren Quartier um:

Von der Couch aus geradezu befand sich die Eingangstür. Links davon in der Wand befanden sich ein Replikator, daneben ein großer Wandschirm mit Chronometern auf Stations- Erd- und romulanischer Zeit. Die Wand führte dann um eine leicht geschwungene Ecke, in der auf einer Art länglichem Podest ein grau-grüner Farn in seinem Topf saß, zur Tür ins Badezimmer. Dahinter befanden sich die Toilette, eine Schalldusche und eine Anrichte mit Waschbecken und Spiegel. Nach der Tür folgte ein Standardschott auf dem eine Replik eines Gemäldes der Milchstrasse abgebildet war. Adam hatte das Bild einfach hängen lassen, in Ermangelung von kreativen Ergüssen dazu, was er stattdessen hätte aufhängen können.

Die Wand schlug eine erneute Kurve, wurde unterbrochen durch ein Fenster vor dem ein Tisch und zwei Stühle standen. Danach die Couch.
Rechts von Adam aus gesehen folgten ein weiteres Fenster, vor dem eine Art Kommode stand, auf der eine kleine Lampe mit silbernem Schirm leuchtete. Außerdem ein Foto seines Vaters. Gegenüber der Badezimmertür gelegen befand sich die Tür zum Schlafzimmer. Einem recht effizienten aber schmucklosen Raum mit einem in die Wand eingelassenen Doppelstockbett, zwei Stühlen und zwei Kleiderschränken.

Und das alles auf lebensbejahendem, grauen Teppich.

//Geschmacklosigkeit ist kein Grund für einen roten Alarm.//, dachte Adam und musste leise lachen. Er hätte die Einrichtung ändern, persönlicher machen können. Gelegenheiten hatte es wahrlich genug gegeben. Und doch hatte er nichts verändert.

//Wozu auch? Ich habe alles, was ich brauche.//

Und das stimmte. Ein wenig zivile Kleidung, zwei frische Uniformen und ausreichend Unterwäsche und Socken im Schrank, das Foto seines Vaters auf der Kommode im Wohnzimmer und einen Barttrimmer nebst Zahnbürste im Bad.

//Wo wir schon über's Bad sprechen...//, dachte Adam und erhob sich von der Couch. Den laptopartigen Computer stellte er auf die Glasplatte des Couchtisches.

//Wir? Ich...//

Kopfschüttelnd über seine eigenen Gedanken ging er ins Bad, wo er sich erst erleichterte, dann auszog und schließlich in die Schalldusche stieg. Im Wohnzimmer dudelte währenddessen die poppige Stimme einer Frau auf Betazoidisch aus den Lautsprechern. Adam summte die Melodie gedankenverloren mit. Als er fertig war stieg er aus der Dusche, drehte er sich um und erhielt den Schock seines Lebens.

Hinter ihm am Waschbecken stand ein ihm völlig fremder Mann und wusch sich seelenruhig Erdreste von den Händen.

"ENTSCHULDIGUNG? WAS MACHEN SIE IN MEINEM BADEZIMMER?", machte Adam seinem plötzlichem Schrecken ungewöhnlich ungehalten Luft. Schnell bedeckte er seine Blöße mit einem Handtuch. Der unbekannte Mann zuckte zusammen.

"Entschuldigung, ich hab Sie nicht gesehen. Sie waren in der Duschzelle.", versuchte sich der Mann zu rechtfertigen, allerdings hörte Adam nicht die Stimme eines Mannes. Durch die unerwartete Begegnung hatte Specter in der Eile seinen Vocoder falsch justiert. Der helle Tonfall einer Frauenstimme sorgte für sehr (sehr!) viele Fragezeichen in Adams Kopf.

<NRPG>
Specters falsch justierte Stimme:
https://www.synchronsprecher.de/synchronsprecher.html?Link1=0052006500620065006300630061005F00480075006E00640074005F00320030003100390030003500310033003100370030003700340035005F00330035003900370035002F
</NRPG>

"Was machen Sie hier?", fragte Adam eine Spur freundlicher. Dass sich der Mann mindestens so erschreckt hatte wie er beruhigte ihn ein wenig. Aber was sollte das mit der Stimme? Der Fremde legte den Kopf ein wenig schief und beobachtete Adam aufmerksam. Erst jetzt fielen Adam das vernarbte Gesicht des Mannes und die graue Haut auf. Ob es sich bei seinem Gegenüber um ein ehemaliges Mitglied des Borgkollektivs handelte? In der Isolation Hesperias über 500 Jahre hinweg waren die Borg nicht gerade ein Thema, mit dem sich der Halb-Romulaner viel auseinander hatte setzen müssen, gewesen. Natürlich hatte er auf der Akademie einiges gelernt, gerade was Taktiken gegen Borg betraf. Doch über die X-B und ihre Belange wusste er nur wenig.

"Ich... wohne hier. Seit heute.", sagte der Fremde in einem sanften Tonfall. Mit der Hand machte er eine unbestimmte Geste Richtung Doppelstockbett im Schlafzimmer am anderen Ende des Quartiers. Er hatte den Vocoder wieder im Griff und Adam mit seiner Standardstimme geantwortet. Jetzt war Adam noch verwirrter.

"Verzeihen Sie das Chaos mit meiner Stimme. Wenn ich mich erschrecke komme ich manchmal mit dem Vocoder durcheinander", erklärte Specter wahrheitsgemäß. Er kam sich ziemlich doof dabei vor.

Dass der Ex-Borg sich doof vorkam konnte man sehen. Da Adam selbst sich jedoch nicht weniger unwohl fühlte, hatten sie wenigstens das gemeinsam. Immerhin war Specter nun die erste Person, die ihn nackt gesehen hatte seit... ach lassen wir das.

"Kein .. Problem.", murmelte Adam, rieb sich verlegen den Nacken während er mit der anderen Hand das rettende und verdeckende Handtuch krampfhaft an Ort und Stelle hielt und deutete dann auf die Badezimmertür. "Würde es Ihnen etwas ausmachen, wenn...", deutete er an und Specter sah auf, dann zur Tür und schließlich nickte er. Dann verließ er das Badezimmer und begab sich ins Wohnzimmer, wo er sich einfach in den Raum stellte und sich mit seinem fahlen Gesicht gut in die lebhafte Deko integrierte. Dann jedoch ging er weiter ins Schlafzimmer.

Keine drei Minuten später folgte Adam ihm, nun wieder in seiner Uniform.
Etwas unbehaglich stellte er sich in den Türrahmen zum Schlafzimmer ehe er vorsichtig um Specter herum ging.

"Was bedeutet das Symbol auf Ihrer Uniform?", traute sich Adam zu fragen, während er damit begonnen hatte einen der beiden Stühle, die neben dem Doppelbett standen, leer zu räumen.

Specter sagte nichts sondern griff nach dem Abzeichen und löste es von der Uniform. Es glänzte matt im warmen Licht des Schlafzimmers. Während er es betrachtete bemerkte er zu seiner eigenen Überraschung, dass sein Körper mit Emotionen auf diesen Gegenstand reagierte. Es fühlte sich an wie... eine Heimat.

"Das ist das Zeichen der United Freedom Alliance, der Vereinigung der befreiten Borg - kurz UFA. Ein... Sammelbecken für alle die dem Kollektiv entkommen sind."

"Ich verstehe...", kam es langsam von Adam.

Gelinde gesagt war der Hesperianer überfordert. Nachdem er beinahe ein ganzes Jahr das Quartier für sich gehabt hatte, war da nun doch jemand. Unverzüglich fühlte er sich weniger Zuhause als zuvor (falls das je der Fall gewesen war). Dann war sein neuer Mitbewohner auch noch ein Ex-Borg. Wie verhielt man sich so jemandem gegenüber? Erst dann fiel sein Blick auf den Kragen von Specter und mit einem mulmigen Gefühl in der Magengrube spannte er sich an, richtete sich auf und hielt die Spannung.

"...Sir.", beendete er den soeben angefangenen Satz.
Der X-B war ihm rangtechnisch übergeordnet. Das Rot an Specters Uniform war dasselbe, wie das seine. Was bedeutete, dass Specter entweder Kommandoaufgaben ausübte, Taktiker oder Pilot war.
Allerdings besaß der Pilot einen schwarzen Pip mehr als er selbst.

Specter bemerkte den forschenden Blick und die plötzliche Veränderung in Adams Haltung und atmete kurz durch. Dann, nachdem er sich kurz versichert hatte, dass sein Vocoder noch immer korrekt eingestellt war, sagte er:

"Wir sind offensichtlich beide nicht im Dienst. Mir wurde dieses Quartier zugewiesen, weil die Betten in unserer Abteilung alle belegt sind. Mein Name ist übrigens Specter.", beeilte sich der Ex Borg zu sagen. Ihm war grade erst eingefallen das es üblich war sich mit Namen vorzustellen.

Adam, der sich trotz der Worte nicht entspannt hatte, nickte. Dann hob er eine Augenbraue.
Seine Erwartung, eine Borgbezeichnung zu hören, wurde nicht erfüllt.

//1of2... Primäres Relais von Kubus 12, oder was...//, dachte Adam und deutete eine Verbeugung mit dem Kopf an.

"Adam Cartier. Dann sind Sie jedenfalls nicht dem TAK unterstellt, wir haben einige leere Betten."

"Nein, ich bin Pilot und nur auf der Durchreise. Wenn alles wie geplant läuft, werde ich Sie nicht lange belästigen. Ich habe einen Posten als stvFLG auf einem Raumschiff erhalten. Es sollte in Kürze hier eintreffen."

"Herzlichen Glückwunsch, Sir... ich meine.. Specter. Verzeihung."

Zu diesem Zeitpunkt ahnte keiner von beiden, dass sie letztendlich auf demselben Schiff ihren Dienst verrichten würden; der Galathea. Specter, weil er seine Stelle bereits erhalten hatte und Adam, weil er direkt um eine Versetzung dorthin gebeten hatte. Gestern erst!

"Danke.", antwortete Specter knapp und stellte seine Tasche auf den freigewordenen Stuhl.
Nun, da der erste Smalltalk erfolgreich im Sande verlaufen war und sich ein unangenehmes Schweigen eingestellt hatte, wurde Adam bewusst, dass seine Playlist noch immer lief. In diesem Moment dudelte eine Menschenfrau aus dem 21. Jahrhundert, die auf Faröisch sang aus der Decke und beklagte, dass sie verzaubert worden war. Mit Liebe oder ähnlichem.

"Nun, Specter... bitte. Fühlen Sie sich ganz wie Zuhause."

//39,1 Grad Celsius... //, schoss es Adam durch den Kopf, der sich an dem X-B vorbei zurück ins Wohnzimmer schlängelte. Gedankenverloren kramte Specter in seiner Tasche ohne ein bestimmtes Ziel zu haben. Er musste sich ablenken. Er spürte das ihn der unstete Tagesablauf unruhig gemacht hatte. Er hatte zwar gewusst das es wahrscheinlich so kommen würde, aber die Duschsituation mit Mr. Cartier hatte der Unruhe ihr übrigstes gegeben. Specter war gestresst. Die Ordnung war gebrochen. Er musste..

"Entschuldigen sie mich, Adam. Ich denke ich werde nochmal ins botanische Zentrum gehen."

Adam hatte unterdessen weitergemacht mit dem zurecht machen. Er hielt kurz inne und warf Specter aus dem Augenwinkel einen fragenden Blick zu.

"Ganz wie Sie meinen. Wundern Sie sich nicht, ich werde heute früh zu Bett gehen. Ich bin gerade zur Alpha Schicht eingeteilt.", sagte er so neutral wie möglich. Das er so verhindern wollte mit dem Neuankömmling eine gemeinsamen Abendbeschäftigung zu tätigen, musste dieser ja nicht wissen. Specter nickte kurz, verließ das Zimmer und ließ einen verdatterten Adam zurück im Quartier stehen.


# Ort: SB 621, Deck 22, Quartier C-22.2.246-1
# Zeit: SpD 1.2348

Adam konnte nicht schlafen. Seit einer Dreiviertelstunde lag er im Bett und versuchte Ruhe zu finden. Aber die Geschehnisse des Tages kreisten immer noch durch seinen Kopf und er konnte sich einfach nicht an die neuen Geräusche gewöhnen, die es in seinem Quartier nun gab.

Der Fairness halber musste er zugeben, dass sich der Neuankömmling noch keine Fehltritte erlaubt hatte. Specter hatte vorbildlich leise das Schlafzimmer betreten und sich im Dunkeln bettfertig gemacht. Auch hatte Adam bisher kein lautes Schnarchen oder eine sonstige nervige Schlafangenwohnheit vernommen. Entweder er schlief leiser als ein Borg auf der Pirsch oder er schlief ebenfalls noch nicht. Eine Vorstellung die Adam alles andere als müde machte.

Adam hatte die Abwesenheit seines Zimmergenossen genutzt um in die wichtigsten Fakten über die Borg noch einmal reinzulesen. Ihm war aufgefallen das er erschreckend wenig über diese Spezies, die lange Jahre als der große Erzfeind der Föderation galt, wusste. Obwohl die Zeiten mittlerweile sicherer waren, da die Borg anscheinend hauptsächlich Ziele außerhalb des Einflussgebiets der Föderation verfolgten, konnte es vorkommen, dass Einheiten der Flotte auf sie stießen. Selten, aber es kam vor. Adam schüttelte es bei dem Gedanken was eine Assimilierung für gravierende Folgen für Körper und Geist haben musste.

"Stört es Sie wenn ich eine Lampe anmache?", kam die Stimme des Borg urplötzlich aus der Dunkelheit. Sie klang ein wenig hilflos. Adam fuhr zusammen und richtete sich halb auf. "Haben Sie mich aber erschreckt!", stieß er aus.

"Die Frequenz Ihres Atems deutete darauf hin, dass Sie noch nicht schlafen.", erklärte Specter.

"Ja schon gut. Machen Sie ruhig.", sagte Adam und drehte sich mit dem Kopf zur Wand. Ein mattes grünes Licht entzündete sich unter ihm und Specter atmete einmal tief aus.

"Ich... ich hab manchmal Angst im Dunkeln.", die Stimme des X-B klang bedrückt. Adam überraschte seine Ehrlichkeit. Aber wem musste man auch im Dunkeln seiner Schlafkabine noch was vormachen?

Nachdem man nackt gesehen worden war - gab es da noch Geheimnisse?

//Mit Sicherheit!//

Adam versuchte möglichst leise zu atmen, was dazu führte dass er sich verkrampfte und schließlich schnaufen musste um nicht zu ersticken. Er dachte darüber nach, was der Mann gesagt hatte. Er hatte Angst im Dunkeln. Manchmal.
Nach dem, was er über die Borg gelesen hatte, schien es ganz normal, dass man das ein oder andere Trauma mitbrachte.

//Falls man denn entkommt...//

Der Hesperianer hatte keine Angst im Dunkeln. Im Gegenteil.
Er erinnerte sich nur all zu gerne an das Licht der Sterne in einer ruhigen Nacht auf Hesperia. Davon hatte es nicht viele gegeben, es war ein stürmischer Ort gewesen. War es vermutlich noch immer.

Der menschlich-romulanische Hybrid runzelte die Stirn und der Blick seiner Augen wanderte ziellos über das graue Schott der Wand, in der die Betten eingelassen waren. Ein Glück, dass die Doppelquartiere auf dieser Raumstation um einiges größer und luxuriöser ausgestattet waren, als sie es auf einem Schiff gewesen wären! Dort gab es meist tatsächlich nur einen einzeigen Raum, der Repliaktor, Wohnraum, Schlaf- und Badezimmer beinhaltete.

Adam verscheuchte diesen Gedanken und versuchte, sich zu konzentrieren.
Wovor hatte er Angst? Nein.. viel mehr, wovor hatte er Angst, von dem es ihm am wenigsten ausmachte, dass jemand anderes es wusste? //Seit ich alles über die Borg gelesen habe, habe ich echt Schiss davor, assimiliert zu werden.//, dachte er doch behielt es für sich.

"Ich habe Angst davor, jene die mir nah stehen zu verlieren und dann.. naja.. ganz alleine zu sein.", murmelte er ins Halbdunkel des Schlafzimmers und drehte sich dann herum, von der Wand zum Rand des Etagenbettes. Dann schaute er mit einem Auge ueber den Rand.

Im fahlen Licht der grünen Lampe sah der Mann unter ihm aus wie ein ganz normaler Mann nach einem langen Tag.

"Hm.", machte Specter und es setzte Stille ein. Es war etwas in Specters Augen. Eine unbestimmte Traurigkeit. Einen Wimpernschlag später war der Moment vorbei und Specter hatte seinen Blick in die Ecke des Raums gerichtet.

"Ich schätze...", sagte er unbestimmt in den Raum hinein. "diese Angst teilen alle vernunftbegabten Spezies. Selbst der größte Einzelgänger braucht hin und wieder Gesellschaft."

Adam wollte gerade antworten als Specter weiter fortfuhr: "Aber es gehört viel Mut dazu, sich selbst diese Schwäche einzugestehen. Und noch mehr sie zu teilen. Also Danke für Ihre Ehrlichkeit", schloss er.

Adam lehnte sich kurz zurück. So offene Worte hatte er nicht erwartet. Es schien dass er und sein neuer Zimmerkamerad die gleichen Werte hatten und das gefiel ihm. Dabei fiel ihm etwas ein...

"Wissen Sie was mich wundert?", fing Adam an.

"Was denn?"

"Ich hab wegen eines Wartungsdispatch Einsicht auf das Quartiermanagement. Mir ist dort etwas aufgefallen, was ich seltsam finde. Laut des Inventurprotokolls stehen aktuell vierzehn Quartiere für Personal auf der Durchreise zur Verfügung. Ich versteh nicht ganz, warum Sie bei mir gelandet sind um ehrlich zu sein", schloss er die Erklärung etwas amüsiert. "Abgesehen davon würde Ihnen laut ihrem aktuellen Rang auch ein Einzelquartier zustehen."

"Das kann ich Ihnen sagen", sagte Specter leise. "Die mögen mich nicht."

"Wie, die mögen Sie nicht?", Adam lehnte sich ungläubig etwas weiter aus dem Bett. Specter schaute an ihm vorbei zum Bett über ihm. Seine Stimme klang angespannt. "Ensign Cartier, ich weiß nicht genau was Sie über.. Menschen wie mich gehört haben."

"Was meinen Sie? Ihre ehemalige Zugehörigkeit zum Kollektiv?", versuchte Adam so sorgsam wie möglich ein Fettnäpfchen zu umgehen.

"Positiv..Viele Soldaten der Flotte haben Kollegen oder sogar Familienmitglieder durch die Raubzüge des Kollektivs verloren. Für sie ist es schwer zu verstehen, dass es Personen wie mich gibt und ihnen sogar der Dienst in der Flotte gestattet ist."

Erneut herrschte einige Augenblicke schweigsame Stillen zwischen den beiden so unterschiedlichen Männern. Wie sie da so jeder in ihrer eigenen Pritsche lagen und sich einander anvertrauten war ein seltsames Gefühl. Adam musste an seinen Vater denken und wie dieser die Situation wohl eingeschätzt hätte.

"Alleine hat es noch keiner zu wirklich Großem gebracht...", murmelte Adam und Specter drehte den Kopf liegend ein wenig zur Seite.

"Wie bitte?"

"Ah, sorry. Nichts.. das ist nur etwas.. etwas, dass mein Vater gerne sagt. Wenn er davon redet, dass man gemeinsam mehr erreichen kann als alleine. Wenn er beteuert, dass Menschen am besten funktionieren, wenn sie mit anderen Menschen in Verbindung stehen und zusammenarbeiten."

Der Hesperianer musste schmunzeln, räusperte sich dann jedoch.
//Nicht, dass einer von uns im strengsten Sinne ein Mensche wäre...//

"Mein Vater ist Farmer in Frankreich. Wo wir herkommen, mussten wir zusammenarbeiten. Unsere Gemeinde war recht klein und so lange ich mich erinnern kann, wurde nie jemand von uns ausgegrenzt. Sei es nun wegen der Spezies oder des Geschlechts oder was auch immer. Ich verstehe nicht so recht, was Ihnen da passiert, Specter."

Eine Offenbarung die wahrer nicht hätte sein können.

"Sie sind, soweit ich weiß, gegen Ihren Willen vom Kollektiv assimiliert worden. Ihr Körper wurde modifiziert und Ihr ... "Aelhih" uh.. Verstand! wurde unterdrückt. Und nun, da Sie nicht mehr Teil des Kollektivs sind, sind Sie wieder Sie selbst. Oder nicht?"

Erneut kehrte Stille im Quartier ein. Adam drehte sich schnell wieder zurück und starrte die Decke an. War die Frage zu offen gewesen?

"Sie haben recht, wir sind gegen unseren Willen gefangen genommen worden. Aber leider funktioniert es nicht wie ein Stecker den man zieht." Specter spürte das in seinem Innern Gefühle aufkamen die er nicht sofort einordnen konnte.

"Ich bin kein Borg mehr.. aber ein Mensch bin ich ebenfalls nicht. Es ist...", er brach den Satz ab, als er merkte das die Gefühle rasant anstiegen. Was war das?! Ungläubig schaute er auf seine Hand die sich zur Faust geballt hatte.

"Kompliziert...Verzeihen sie aber es ist schwer für mich darüber zu reden. Sagen wir so: In der Vergangenheit gab es leider immer wieder Fälle in denen ehemalige Borg wieder in das Kollektiv eingelinkt wurden bez. von ihm reaktiviert. Ich denke ein Teil der Vorurteile gegen uns entstand aus diesem Grund."

Adam schluckte. Er war dankbar das der Andere ihn nicht sehen konnte. Aber Specter fuhr fort: "Diese Gefahr ist gebannt, das kann ich Ihnen versichern. Es gibt mittlerweile eine gewisse Expertise auf diesem Gebiet. Eine Reaktierung meiner Systeme ist ausgeschlossen.", versicherte der Ex Borg.

Adam dachte darüber nach. Eine lange Zeit, in der es Still blieb im kleinen Schlafzimmer.
Schließlich jedoch rieb er sich an der linken Augenbraue und sah wieder nach unten.

"Das ist gut.", sagte er und fügte hinzu: "Falls Sie mal Zweifel haben sollten, lassen Sie es mich gern wissen. Dann schau ich, ob ich helfen kann."

Specter nickte und schaute auf den Chronometer. Kurz nach Mitternacht.
Als keiner von beiden mehr etwas sagte, rollte sich der Halbromulaner auf den Rücken und während sie beide, jeder für sich, über das Gespräch und die Situation nachdachten, entglitten sie der Welt und fielen in einen tiefen Schlaf.

</RPG>


<NRPG>
Dies hier ist Specters Standardstimme:
https://www.stimmenkartei.de/synchronsprecher.html?Link1=0041006E0064007200E9005F00420065007900650072005F00320030003100380030003500320033003100310034003000320031005F00340039003300360036002F
Wenn sich seine Stimme im Post anders anhört verlinke ich dies entsprechend.
</NRPG>



<SUM>

# Ort: SB 621, Deck 22, Quartier C-22.2.246-1
# Zeit: SpD 1.1430
Völlig unbedarft steigt Adam in seinem Quartier unter die Dusche - als er plötzlich den Schock seines Lebens erhält! Ein fremder Mann steht hinter ihm! Der Fremde entpuppt sich als sein neuer Mitbewohner. Ein Ex Borg mit dem Namen Specter. Das kann ja was werden!

# Ort: SB 621, Deck 22, Quartier C-22.2.246-1
# Zeit: SpD 1.2348
Specter und Adam können nicht schlafen. Im Halbschlaf beginnt eine erstaunlich ehrliche Unterhaltung über Ängste, Sorgen und Rassismus gegen Ex Borg.
</SUM>


Submitted by

Ens. Adam Cartier
TAK USS Galathea
Aka
Somefynn

AND

Lt. (jg) Specter
sFLG USS Galathea
Aka
Mo Bishop