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Fynn Ansome
 

<NRPG>
So! Dann moechte ich Adam auch mal vorstellen.
Hoffentlich vermittelt das ein Bild von ihm, mit dem ihr etwas anfangen koennte.
Alle Szenen spielen sich vor MD1 ab und kommen daher afaik nicht ins Log auf der Website.
Hoffe, es gefaellte!
 
Kurz zu mir, vielleicht?
Ich bin Fynn, nun 32, wohne in den Niederlanden (daher die fehlenden Umlaute, sorry!) und war vor 9 Jahren zuletzt aktiv in der SFG. Dies ist mein erstes Posting nach der Unterbrechung.
Bin auch auf Discord zu finden :)
</NRPG>
 
<RPG>
 
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# Ort: SB 621, Raumdock
# Zeit: 1. April 2415 13:35
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Ein mechanisches Surren, gespickt mit metallischem Knacken fuellte die Schleuse der USS Moreno als der Landungssteg ausgefahren wurde. Der Raum vor der Schleuse war gut besucht und es draengten sich Offiziere, Crewmen und Zivilisten aneinander um moeglichst schnell von Bord gehen zu koennen. Als sich die Tueren der Schleuse nach einem sanften Ruck endlich zischend oeffneten und die Freigabe erteilt wurde, ergoss sich der Strom von Abgaengen die Gangway hinunter - raus aus dem Schiff und hinein in den Bauch der Raumstation. Sicherlich, die Station war ziemlich gross und nicht mehr die juengste. Doch waehrend der Zenkethi-Konflikte hatte man sie auf- und nachgeruestet und so hatte SB 621 sich den Ruf einer kleinen, aber feinen und vor allem wehrfaehigen Basis angeeignet.
 
Stiefel an Stiefel, mit ueberlappenden Schritten bewegte sich die bunte Masse, bestehend aus Menschen, Vulkaniern, Andorianern und noch einigen anderen Spezies den Gang hinunter, muendete im Ankunftsterminal der Station und verstreute sich dann in alle Winde.
 
Die Moreno war ein kleines Schiff der Sabre Klasse und hatte seine Personalkapazitaeten fuer den Weg von Terra Nova in den Zenkethi Sektor ueber das Maximum hinaus ausgelastet. Dennoch dauerte es keine drei Minuten ehe Schleuse, Gangway und Dock leer waren.
 
Die diensthabenden Wachoffiziere waren als einzige zurueckgeblieben und standen je links und rechts neben der Schleuse. Der Petty Officer (ein Mann Namens Cleveland), dessen Aufgabe es gewesen war eventuelle Neuzugaenge an Bord aufzunehmen, lehnte sich unverrichteter Arbeit auf seinem Stuhl zurueck und starrte auf ein PADD.
 
Es vergingen 10 Minuten, 20 Minuten, schliesslich eine dreiviertel Stunde. Einer der Wachoffiziere kratzte sich gerade an den Ganglien seiner linken Wange, als er in der Naehe Schritte vernahm. Er schnalzte mit der Zunge und sofort richtete der andere Posten den Blick auf, streckte den Ruecken durch und richtete den Blick auf das Schott an der anderen Seite des Raumes, hinter Cleveland.
 
Die Schritte, gleichmaessig und ruhig, kamen naeher und auch der PO schaute auf als schliesslich ein junger Mann um die Ecke bog und die Schleuse betrat. Seine Uniform sass perfekt und an seiner Schulter baumelte eine mittelgrosse Tasche, deren Tragegurt er mit der rechten Hand an seinem Koerper fixiert hielt.
 
"Sir?"
 
Cleveland hob erwartungsvoll die Augenbrauen an nachdem er den Pip am Kragen des Neuankoemmlings erfasst hatte. Der Ensign, der sich vor die Konsole des PO gestellt hatte, laechelte freundlich.
 
"Erlaubnis von Bord zu gehen?"
 
Seine Stimme war angenehm, nicht zu hell und nicht zu dunkel und er hatte einen leichten Akzent, den der PO nicht einordnen konnte.
 
"Name?", gab Cleveland zurueck.
 
"Cartier, Adam, Dienstnummer 2 6 8 8 ..."
 
"Hab Sie hier schon gefunden Sir. Danke, einen Moment."
 
//Immer diese Nachzuegler...//, dachte er und fragte sich, warum es immer wieder solche geben musste, die sich nicht vorab austrugen oder ihre Ausschiffung anmeldeten.
 
Der PO tippte auf seiner Konsole herum, griff nach einem PADD, glich die Eintraege ab und nickte schliesslich.
 
"Wuensche einen angenehmen Aufenthalt, Sir."
 
Adam nickte, deutete eine Verbeugung mit dem Kopf an. "Vielen Dank."
Dann drehte er sich in Richtung der Schleuse, betrat die Gangway und ging federnden Schrittes in Richtung des Raumdocks.
 
"Home sweet home", murmelte er als er die Station betrat.
 
In der anderen Schleuse auf Seiten der Station wurde er von einer anderen PO in Empfang genommen, die seine Ankunft in ihrem Logbuch eintrug, ihn herzlich willkommen hiess und ihm dann ein PADD reichte auf dem eine Art touristische Zusammenfassung der Station, eine Karte der oeffentlich zugaenglichen Bereiche und seine Quartierzuweisung enthalten waren.
 
Adam nahm das PADD, verstaute es in einer Seitentasche seines Gepaecks und machte sich auf in die Tiefen der Station. Er hatte den Deckplan bereits zum Teil auswendig gelernt und verzichtete auf die Karte, bedankte sich jedoch und verliess das Dock.
 
Er schaute nicht zurueck.
 
 
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# Ort: SB 621, Deck 22, Quartier C-22.2.246-1
# Zeit: 4. April 2415 21:20
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["... und hast du schon ein paar Bekanntschaften geschlossen? Auf so einer grossen Station sollte das selbst fuer dich ein Leichtes sein."]
 
Adam zuckte mit den Schultern, lehnte sich auf der kleinen Couch zurueck und verschraenkte die Arme vor der Brust. Der Blick seiner schwarzen Augen wanderte durch das kleine Quartier, blieb hier und dort an der standardmaessig verteilten, nichtssagenden Deko haengen. Er seufzte leise ehe er schliesslich wieder auf das Terminal auf dem Couchtisch blickte und seinen Vater ansah.
Jerome Cartier, ein 54 Jahre alter Landwirt, sass auf seiner Veranda in Frankreich und legte die sonnengegerbte Haut seiner Stirn in zahlreiche Falten.
 
"Dad...", murmelte Adam. "Ich bin nicht hier um Freunde zu finden sondern..."
 
["Ja, ja, ich weiss. Sondern um zu arbeiten. Das weiss ich doch. Ich meine nur, dass es dir gut taete ein paar Freunde zu finden. Oder zumindest Bekanntschaften zu schliessen. Deine Arbeit ist wichtig, das verstehe ich aber ich moechte, dass es dir gut geht."]
 
"Es geht mir gut, ehrlich. Ich habe viel zu tun. Die taktische Abteilung hier ist angemessen gross und die Leute sind nett. Die meisten jedenfalls."
 
["Ich sage ja nicht, dass du gleich jemanden heiraten sollst. Aber misch dich ein bisschen unter das Volk. Alleine hat es noch keiner..."]
 
"...Alleine hat es noch keiner zu wirklich Grossem gebracht. Ich weiss."
 
Adam strich sich durch das dunkelblonde, hochgestylte Haar und rollte gespielt genervt mit den Augen. Dann lehnte er sich nach vorn, stuetzte die Ellenbogen auf die Knie und laechelte den Bildschirm vor sich an.
 
"Wie laeuft die Saat dieses Jahr? Baust du wieder Weizen an?"
 
["Subtiler Themenwechsel."], schmunzelte das digitale Abbild Jeromes. Dann griff Adams alter Herr die Tischkonsole und fuer einige Momente flackerte das Bild undeutlich, ehe es statt des Gesichts seines Vaters die Felder vor der Farm zeigte. Die Sonne war bereits groesstenteils untergegangen.
 
["Ja, Weizen. Ich habe ein paar Jugendliche aus der Stadt angeheuert, die mir dieses Jahr helfen werden. Wir begutachten derzeit das Saatgut. Ich glaube ja, Madame Richard hat mir eine neue Sorte gegeben, die wir frueher aussaeen koennen."]
 
"Stadtkinder, ja? Schliess alle Fahrzeuge gut ab.", scherzte Adam und blickte an die Decke seines Quartiers als der Computer drei Pieptoene von sich gab.
 
[Es ist 21:30 Uhr], erklaerte die Stimme des Bordcomputers unaufgefordert.
 
Jerome, der den Computer auch gehoert hatte, drehte den Bildschirm wieder zu sich.
 
["Musst du los?"], fragte er und Adam kam nicht umhin eine unterschwellige Traurigkeit in der Stimme seines Vaters zu bemerken. Ihm selbst ging es auch so. Jedes Mal, wenn sich ein Gespraech mit seinem Vater dem Ende zuneigte.
 
"Ja. Lieutenant Kkrs arbeitet mich heute in die administrativen Ablaeufe der Betaschicht ein, dann kann ich ab naechster Woche die Leitung uebernehmen. Stellvertretend."
 
["Ich bin sehr stolz auf dich, Adam. Pass auf dich auf."]
 
"Danke, Dad. Bis bald!"
 
Als das Bild seines Vaters vom Schirm verschwand blinzelte ihn sein eigenes, schwammiges Spiegelbild auf dem nun schwarzen Bildschirm fuer einen Augenblick an, dann erhob er sich und ging ins Bad um sich vorzubereiten. Waehrend er duschte, sich die Koteletten rasierte und sich anzog informierte ihn der Computer im 5-Minuten-Takt ueber die aktuelle Uhrzeit.
 
So schlecht sein eigenes Zeitempfinden auch war, er wusste sich zu helfen und hatte daher noch nicht einen einzigen Schichtbeginn versaeumt.
 
 
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# Ort: SB 621, Deck 31
# Zeit: 22. November 2415, 23:00
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Mit einem leisen Klacken und anschliessendem, hermetischen Zischen fuegte sich die Wartungsluke in die Seite der Jeffreysroehre ein und verbarg das vertraute, blaeuliche Glimmen und seines Innersten, als Adam sie schloss. Er hatte sich die Finger angesengt und auf seiner glatten Stirn und den hohen Wangen Schmier- und Russflecken hinterlassen. Schweiss tropfte ihm von einer herabhaengenden Straehne des sonst so makellosen, dunkelblonden Haares auf die Nase, perlte ab und zerschellte auf dem Boden in abertausende Troepfchen. Mit einem angestrengten Seufzer setzte sich der romulanische Hybrid auf, wischte sich ueber die Stirn (wobei er neue, graeulich-schwarze Schlieren verteilte) und tippte sich dann auf die linke Brust. Auf das Abzeichen, auf das er so stolz war.
 
"Cartier an Taktik. Ich bin fertig mit den EPS-Kopplungen auf Deck 31, Sektion 69 Epsilon."
 
["Taan'a hier. Cartier? Hast du nicht schon seit zwei Stunden Feierabend?"]
 
Cartier ignorierte die Frage und sammelte Tricorder und Werkzeuge ein.
 
"Das Problem mit den fluktuierenden taktischen Kurzstreckensensoren im zweiten Quadranten sollte jetzt behoben sein."
 
Fuer einige Augenblicke herrschte Stille, im Hintergrund konnte man hoeren wie eine Konsole bei jeder Beruehrung kleine, affirmative Pieplaute von sich gab. Dann meldete sich Taan'a wieder zu Wort:
 
[ Bestaetigt. Und jetzt geh nach Hause, Cartier."]
 
//Gern geschehen.//, dachte Adam, schuettelte in der Einsamkeit der Jeffreysroehre den Kopf und entschloss sich, nach links zu krabbeln. Von ihm aus gesehen links.
 
"Ich wollte noch nach den sekundaeren Waffenrelais auf Deck sechs schauen, die..."
 
["Cartier, ernsthaft. Die Gamma-Schicht kann sich darum kuemmern."]
 
"Ich bin eh in der Naehe und..."
 
["Du bist 25 Decks entfernt und naeher an deinem Quartier als an den sekundaeren Waffenrelais, Cartier. Ernsthaft: Geh. Nach. Hause. Taan'a Ende."]
 
Die Verbindung erstarb und liess den Hesperianer mit einem bitteren Beigeschmack im Mund und einem Gefuehl der Niederlage zurueck.
 
10 Minuten und neun Decks spaeter schlossen sich die Tueren zu Adams Quartier zischend hinter ihm. Automatisch ging das Licht an, das um diese Uhrzeit so eingestellt war, dass es sanftes, warmes Licht mit Einfluessen von Rot und Orange verbreitete. Fuer einen Augenblick stand der Halbromulaner im Eingangsbereich und sah sich um. Die Stille in seinem Quartier, dass er noch immer fuer sich alleine hatte, puckerte in seinen spitzen Ohren. Er schmatzte unschluessig und ging dann vom Wohnbereich in das Schlafzimmer mit den Doppelstockpritschen. Leicht widerwillig nahm er den Kommunikator von der Brust und heftete ihn an das Bettgestell. Dann pellte er sich aus seiner Uniform, legte sie ordentlich zusammen und auf einen der zwei Stuehle in dem Zimmer, zog sich einen schmucklosen, dunkelgrauen Pyjama an und heftete sich den Kommunikator wieder an die Brust.
 
Mit einem Gewicht von 59 Gramm wog das Teil vielleicht nicht viel doch Adam bildete sich ein, es trotzdem ganz deutlich fuehlen zu koennen. Und das Gewicht, einhergehend mit dem Bewusstsein dass er auch ohne Uniform noch immer Teil eines groesseren Ganzen war, beruhigte ihn. So ohne alles; ohne Uniform, Pip und Kommunikator an der Brust fuehlte er sich unangenehm nackt.
 
Nach einem kurzen, replizierten Abendessen und einem Blick auf den Schichtplan, eingegangene Nachrichten und allgemeine News kniete der Hesperianer sich auf die Couch und fischte hinter der Lehne eine leere Leinwand hervor. Diese legte er auf den Couchtisch, holte eine Schachtel unter der Glasplatte hervor und entschied sich fuer einen Kohlestift. Dann begann er zu zeichnen. Bereits nach wenigen Minuten kristallisierten sich die Umrisse der Raumstation heraus, zu der sich die Silhouette einer heranschwebenden Intrepid gesellte. Und je mehr Zeit verrann (ohne dass sich Adam ihrer bewusst war) desto detaillierter und kunstfertiger wurden die schwarzen Formen auf dem weissen Untergrund.
 
Urploetzlich zerriss der Computer die bisher vorherrschende Stille. Ein aufdringliches, trillendes Piepen, gefolgt von einer weiteren Sequenz an Lauten.
 
[Eine verschluesselte Nachricht fuer Ensign Cartier, Adam.], meldete die weibliche Stimme aus der Wohnzimmerdecke und Adam hob auf eine eher typisch vulkanische Art und Weise eine Augenbraue in die Hoehe. Ein Blick auf den Chronometer verriet im, dass es bereits 4 Uhr am Morgen war.
 
"Von wem?", fragte Adam in die erneute Ruhe seines Quartiers hinein.
 
[Unbekannt. Das Signal wurde verschluesselt.]
 
Adam wartete.
 
Als der Computer nicht weiter reagierte legte er den inzwischen reichlich heruntergewetzten Kohlestift auf das Glas neben der Leinwand und setzte sich auf.
 
"Computer, leg die Nachricht auf den Wandmonitor."
 
Seine Stirn hatte sich in fragende Falten gelegt.
 
[Eine audiovisuelle Wiedergabe ist nicht moeglich. Ein Download auf einen Datentraeger wird empfohlen.]
 
"Repliziere ein PADD und lade es dort drauf.", forderte Adam und richtete den Blick bereits erwartungsvoll auf den Replikator in der Wand neben dem grossen Monitor. Kurz darauf flimmerte blaeulich-weisses Licht waehrend sich eines der mobilen Datengeraete materialisierte. Der Computer bestaetigte den abgeschlossenen Vorgang mit einem Zwitschern.
 
[Download fehlgeschlagen. Eine Sicherheitsfreigabe wurde eingerichtet.]
 
"Lade die Nachricht auf das PADD im Replikator. Authorisation Cartier, 1-8-3-Theta-2."
 
Der Computer schnurrte hoerbar waehrend er die Anfrage verarbeitete und in der Stille des Raumes kam es Adam vor, als wuerde der Computer ungewoehnlich lange benoetigen um seinen Input zu verarbeiten, zu verifizieren und auszufuehren. Tatsaechlich dauerte es ganze 15 Sekunden ehe es erneut Piepte:
 
[Download abgeschlossen.]
 
Adam erhob sich leichtfuessig von der Couch und war mit zwei schnellen Schritten bei dem Fach in der Wand, nahm das PADD heraus und starrte auf den Bildschirm. Das Display zeigte eine schier endlose Verkettung von Zahlen an. Adam loggte sich auf dem Geraet ein und ueberlegte, ehe er seine persoenlichen Codes auch in das PADD eingab. Das System aktzeptierte die Eingabe und die Zahlen begannen sich zu bewegen, schienen ineinander ueber zu gehen und zusammen zu schrumpfen, bis die entschluesselte Nachricht angezeigt wurde.
 
Das PADD enthielt nun einen Satz Sensordaten, einige Koordinaten und automatisierte Logbucheintragungen eines hochaufloesenden Sensorsystems. Keine personalisierte Nachricht, keinen Absender, nicht einmal eine gueltige Traegerwelle, sodass nicht nachvollziehbar war, ob es sich um eine Uebertragung mit Sternenflottenequipment handelte, oder eben nicht.
 
Adam starrte auf den Datensatz und runzelte die Stirn. Weder wusste er, ob er der richtige Empfaenger war...
 
//Allerdings hat dein Code die Nachricht geladen und entschluesselt...//
 
... noch was er mit diesen Daten anfangen sollte. Er konnte die Koordinaten erst nicht zuordnen und kratzte sich nachdenklich die linke Augenbraue. Nun, da die Daten nicht mehr verschluesselt waren, konnte er frei ueber sie verfuegen.
Und so transferiert er sie kurzerhand auf das Tischterminal, indem er das PADD an die passende induktive Transferstelle legte und den Transfer mit einem kurzen Befehl initiierte.
 
Der Transfer dauerte eine Sekunde, so gross war die Datenmenge nicht mehr.
 
"Computer, zeige mir diese Koordinaten auf einer Raumkarte."
 
Der Computer piepste bestaetigend und der Bildschirm veraenderte sich.
Nun zeigte er eine Karte des Tzenketh-Sektors und umliegenden Gebieten auf dem einige markierte und mit typischen Sternenflottenmarkierungen eingekreiste Punkte blinkten:
 
Na'kuhl, Rolor, Kelvani, Maxia Zeta, Oriellius und Tzenketh.
 
Neben der Markierung des Tzenketh-Systems blinkte ein kleines Fragezeichen und als Adam entschlossen darauf tippte, oeffnete sich ein Pop Up Fenster, dass eine relativ verschwommene Aufnahme zweier Schiffe zeigte. Die Aufloesung war sehr schlecht, die Schiffe mussten beinahe ausserhalb der Reichweite der genutzten Sensoren gelegen haben. Eines der Schiffe war kleiner als das andere und gruenlich und an das groessere Schiff angedockt.
 
//Romulanisch?//, dachte Adam, kniff die Augen zusammen und beugte sich vor bis seine Nasenspitze beinahe den Bildschirm beruehrte. Das andere, groessere Schiff, war eindeutig eines der Tzenkethi.
Nicht, dass Adam ein Profi gewesen waere doch Sternenbasis 621 lag in der Naehe des Tzenkethi-Systems und so hatte er sich mit den einen Nachbarn intensiver ausgesetzt als mit den anderen. Als Mitglied des taktischen Teams hatte er es als seine Pflicht gesehen, so viel wie moeglich in Erfahrung zu bringen um moeglichst gut vorbereitet zu sein.
 
//Fuer den Fall, dass...//, dachte er weiter und atmete tief durch.
 
"Computer, analysiere das Bild und identifiziere das kleinere Schiff."
 
Der Computer beep-boop'te: [Analyse laeuft.]
 
Waehrend der Computer rechnete beobachtete Adam wie das Bild auf seinem Monitor Stueck fuer Stueck immer schaerfer wurde. Zwar gingen einige Details verloren doch die analytischen Subroutinen des sechshunderteinundzwanziger Computers waren leistungsstark.
 
Schliesslich trillte der Computer bestaetigend:
 
[Analyse abgeschlossen. Es handelt sich mit 79,53%iger Wahrscheinlichkeit um die R.I.S. Reveth, Registrierungsnummer ZAE1424-A. Eine genauere Analyse ist Aufgrund fehlender Sensoraufloesung nicht moeglich.]
 
Adam wurde kreidebleich und sah sich in seinem Quartier um, fast so, als wuerde er erwarten,dass sich in der Zwischenzeit jemand unauffaellig hineingebeamt hatte. Doch ausser ihm war niemand dort.
Er sprang auf und stiess dabei die Leinwand auf den Boden woraufhin der Kohlestifft in die entgegengesetzte Ecke des Raumes flog. Dann beugte er sich hinunter, loeschte die uebertragenen Daten von der Tischkonsole, nahm das PADD in die Hand und verschluesselte es nachdem er es mit einem Passwort gesichert hatte. Dann legte er das PADD in seinen Schrank im Schlafzimmer, tauschte den Pyjama gegen eine Trainingsuniform und eilte dann durch die Eingeweide der Station in Richtung Holodecks.
 
Er musste jetzt nachdenken. Und das konnte er nicht waehrend er nichts tat. Bewegung, Herausforderung, Betaetigung.. das waren Dinge die ihm beim Denken halfen. Und denken musste er. Die R.I.S. Reveth war das Schiff gewesen, in dem seine Mutter angeblich gefluechtet war nachdem sie 2409 angeblich einen romulanischen Spitzenpolitiker der Republik ermordert hatte. Seit dem hatte man ihn und seine Familie zu unerwuenschten Personen in der Republik erklaert und angeblich eine Fahndung ausgerufen.
Angeblich hatte seit diesem Tag vor 7 Jahren niemand mehr etwas von Javara, seiner Mutter, gehoert.
 
//Angeblich...//
 
 
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# Ort: SB 621, Buero des 3O
# Zeit: 13. Januar 2416 14:00
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"Der Commander hat jetzt Zeit fuer Sie, Ensign."
 
Die junge Frau mit den Specialist-Abzeichnen am Kragen ihres knappen Uniformkleides laechelte etwas zu lange und lies den Blick an Adam herauf und hinab wandern, der sich auf ihre Worte von der breiten Couch erhoben hatte und sich das Uniformoberteil zurecht zupfte. Picard-Manoever. Adam hob den Blick der auf dem ihren landete und legte den Kopf dann ein wenig zur Seite, sah sie fragend an. Ihre Flirtversuche (die sie begonnen hatte sobald er zur Tuer hineingekommen war) waren Adam komplett abhanden gekommen.
Nicht, dass sie nicht attraktiv gewesen waere. Sicherlich! Er konnte sich nur nicht vorstellen dass jemand einfach so mit ihm flirten wuerde. Und da sich diese Situation also schon gar nicht ergab, brauchte er auch nicht darauf zu achten.
Und so laechelte er freundlich zurueck und ging an ihr vorbei in das Buero des dritten Offiziers ohne jemals zu realisieren, was er da verpasst hatte. Nicht, dass er momentan viele Gedanken an.. sowas . Die letzten Wochen hatte er, wann immer er nicht arbeitete, recherchiert. Und endlich, nach schier unendlich langen Tagen und Wochen, hatte sich eine Chance ergeben.
 
"Guten Tag, Ensign. Bitte, setzen Sie sich.", sagte der 3O, der fuer die Personalangelegenheiten zustaendig war. Der 3O war ein bauchiger Bolianer dessen blaue Haut inzwischen einige Falten aufwies. Auf seinem kahlen Kopf spiegelte sich die Lampen die oben hinter seiner Station an der Decke hingen. An seinem Kragen prangten zwei goldene und ein schwarzer Pip.
 
"Vielen Dank, Commander. Frohes neues Jahr wuensche ich Ihnen.", erwiderte Adam und liess sich auf dem Stuhl gegenueber dem Bolianer nieder. Er sass aufrecht und etwas steif, hatte eine frische Uniform angezogen, die Stiefel poliert und sich bei einem der Friseure an Bord die Haare schneiden lassen, die nun ohne Muehe in die Hoehe ragten.
 
"Das wuensche ich Ihnen auch, Ensign. Was kann ich fuer Sie tun?"
 
"Sir, ich bitte um meine Versetzung.", fiel der romulanische Hybride mit der sprichwoertlichen Tuer ins Haus.
 
Der Bolianer hob eine Augenbraue und lehnte sich in seinem hohen Sessel zurueck, faltete die Haende im Schoss.
 
"Gibt es dafuer einen Grund?"
 
Die aktuelle Konfliktlage der Foederation hatte die Flotte mit einem Mangel gut ausgebildeter und geeigneter taktischer (und anderer) Offiziere geschlagen und Lt. Cmdr. Govit sah sich Vis á Vis mit eigenen Herausforderungen, seine Crew und deren Anzahl betreffend.
 
"Sir, ich bin sehr dankbar fuer die Gelegenheit meine Kadettenfahrt hier auf der Station absolvieren zu duerfen. Meine Kameraden und Kameradinnen sind aussnahmslos gute Offiziere und Crewmen. Allerdings habe ich gehoert, dass die Galathea in diesen Sektor unterwegs ist und ich wuerde mich dort gern dem taktischen Stab anschliessen."
 
"Die Galathea, ja. Wie haben Sie davon erfahren? Das Schiff hat noch nicht einmal das Trockendock verlassen."
 
Adam nickte und sah dem Bolianer weiter direkt in die Augen.
 
"Einer meiner Akademiekameraden wurde im Flottenkommando auf der Erde eingesetzt, Sir. Von ihm habe ich die Information erhalten."
 
"Die Galathea ist ein grosses Schiff, Ensign. Ich moechte behaupten, dass es dort sicherlich einen Platz fuer Sie geben wuerde. Haben Sie aber bedacht, dass Sie inzwischen ein fester Bestandteil der Crew von SB 621 geworden sind? Ihre Kollegen verlassen sich auf Sie."
 
"Das verstehe ich, Sir. Es liegt mir fern, meine Kollegen und Kolleginnen im Stich lassen zu wollen. Allerdings glaube ich, dass ich auf einem Raumschiff, dass in den Zenketh-Sektor unterwegs ist, einen groesseren Beitrag leisten kann. Als Teil des taktischen Stabs habe ich mich mit dem Sektor bereits vertraut gemacht und koennte Captain... Solowyov", er hatte etwas Probleme bei der Aussprache, "und die Galathea darin gezielt unterstuetzen."
 
"Hmm.", machte der Bolianer, beugte sich vor und rief die Akte des Hesperianers auf seiner Konsole auf. "Lieutenant Kkrs ist voll des Lobes ueber Sie. Tatsaechlich hat er sie fuer eine Befoerderung empfohlen, sobald Ihre Dienstzeit es zulaesst. Sie verstehen sicherlich, dass dies auf einem Raumschiff, selbst wenn es so gross ist wie die Galathea, langsamer von statten gehen wuerde?"
 
"Das verstehe ich, Sir."
 
"Hmm, hmm.", wiederholte sich der Lt. Commander und lies seinen Blick ueber weitere Zeilen auf dem Schirm vor sich gleiten. "Das ist recht kurzfristig, Ensign. Ich muesste das mit dem Flottenkommando, Ihrem direkten Vorgesetzten besprechen. Und natuerlich mit Captain Solowyov."
 
"Natuerlich, Sir."
 
Es vergingen einige Augenblicke in denen Govit noch weiterlas, sich dann gruebelnd in seinen Sessel lehnte und schliesslich mit beiden Haenden auf seine Oberschenkel klatschte, ehe er sich erhob.
 
"Ich kann Ihnen zu diesem Zeitpunkt nichts versprechen, Ensign. Ich werde Ihr Anliegen mit den zustaendigen Stellen besprechen. Kann ich in der Zwischenzeit noch etwas fuer Sie tun?"
 
Auch Adam erhob sich, strich sich das Uniformoberteil glatt und deutete dann mit dem Kopf eine Verbeugung an. "Nein, Sir. Vielen Dank."
 
Dann verliess er das Buero des 3O, betrat den Turbolift und machte sich auf den Weg zurueck zu seinem Quartier.
 
</RPG>
 
<SUM>
 
# Ort: SB 621, Raumdock
# Zeit: 1. April 2415 13:35
Der frischgebackene Ensign Adam Cartier kommt auf SB 621 an.
 
# Ort: SB 621, Deck 22, Quartier C-22.2.246-1
# Zeit: 4. April 2415 21:20
Adam telefoniert mit seinem Vater in Frankreich und weicht unangenehmen Themen aus.
 
# Ort: SB 621, Deck 31
# Zeit: 22. November 2415, 23:00
Adam macht Ueberstunden, wird aber dazu gezwungen in sein Quartier zurueck zu kehren, wo er eine mysterioese Nachricht erhaelt. Der Inhalt der Nachricht ist ein Sensorlogbuch, dass das Schiff seiner romulanischen Mutter, die untergetaucht ist, angedockt an ein Tzenkethi-Raumschiff im Tzenketh-Sektor zeigt.
 
# Ort: SB 621, Buero des 3O
# Zeit: 13. Januar 2416 14:00
Adam bittet um seine Versetzung von SB 621 auf die U.S.S. Galathea, die noch in der Heimat ankert.
 
</SUM>