Liebe inmitten der Sterne / Licht aus 1

Fynn Ansome
 

<NRPG>
Hi all!
 
Ja, den ersten Titel hab ich geklaut aber er passt so schoen.
Da auf der Station noch nicht so viel los ist, stelle ich hier Mikaála Neen vor.
Barkeeperin der Offiziersbar "Am Ende der Welt" und Ehefrau von Bilih Neen, der Leiterin des botan. Zentrums.
Ausserdem hat anscheinend jemand auf SB621 die Stromrechnung nicht bezahlt.
 
Viel Spass!
 
PS: Happy Pride month!
</NRPG>
 
<RPG>
 
# Ort: Suedlich des Dubhe-Sektors, Planet Mathen, Observatorium
# Zeit: 26.09.2383
 
Dunkelheit legte sich ueber das Observatorium als sich der Tag zur Nacht wandelte.
Unter der erhoeht gelegenen Plattform in den Wipfeln der fremdartig anmutenden aber starken, hohen Baeume zwitscherten vogelartige Wesen ein Schlaflied. Einige von ihnen stiegen ploetzlich wie auf Kommando gemeinsam fluegelschlagend in die Hoehe und wandten sich gen Horizont. Die letzten Lichtstrahlen liessen ihre gefiederten Koerper in schillernden Farben glaenzen. In der Ferne erhob sich langsam der Mond.
 
Die Luft in dieser Nacht war angenehm warm und roch nach etwas, das mit Pinien und Petrichor vergleichbar war. Der Regen von vor einigen Stunden hatte ausreichend Geosmin aus der Erde aufgewirbelt, um fuer einen angenehmen Geruch zu sorgen.
 
Sie alle, die sie sich im Observatorium versammelt hatten sassen auf grossen Kissen, Sitzsaecken oder Stuehlen oder lehnten allein oder zu mehreren an einer der Bars oder Saeulen waehrend sie wie gebannt auf die riesige Scheibe vor sich blickten und die Koepfe in die Nacken legten.
 
Die Nacht versprach ein seltenes Spektakel zu werden.
 
Die Gaeste redeten leise miteinander und hatten die Koepfe zusammengesteckt oder schwiegen zusammen und die Stimmung war ausschliesslich friedlich. Niemand eilte von A nach B oder zankte sich; niemand redete lauter als im Fluesterton; niemand hatte sich betrunken.
Sie alle waren geeint in heiterer Gemuetsruhe und Beherrschtheit.
 
["Meine Damen und Herren und nicht-binaeren Gaeste, noch etwa drei Minuten bis zum Spektakel."]
 
Eine sanfte, leicht singende Stimme aus den indirekt platzierten Lautsprechern der Observatoriumsdecke hatte gesprochen und hier und dort hoerte man Glaeser klingen, die prostend aneinander getippt worden waren.
 
Auch Bilih und Mikaála stiessen gemeinsam an. Dabei sahen sie sich in die Augen und laechelten und die Verbindung zwischen ihnen beiden wurde fuer einen Moment so intensiv und emotional geladen, dass Bilih spuerte wie ihr das Blut in die Wangen stieg. Daher schlug sie die Augen nieder und nippte an ihrem Champagner. Mikaála legte einen Arm um sie, tat es ihr gleich und verlagerte ihr Gewicht ein wenig um in dem Sitzsack, auf dem sie beide tief eingesunken sassen, ein weniger naeher an sie heran zu rutschen. Niemand nahm Notiz von ihnen beiden und Mikaála konnte nicht anders, als Bilih aus den Augenwinkeln zu beobachten. Dabei laechelte sie unentwegt vor sich hin, was die tiefen Lachfaeltchen in ihrer dunklen Haut hervorbrachte.
 
"Mika...", nuschelte Bilih leise. Sie hatte gespuert dass Mika sie beobachtete und musste kichern. Sie kam sich vor wie ein Schulmaedchen, undanks ihres Alters.
 
Weit ueber ihnen und der glaesernen Kuppel unter der sie sassen fegten kleine Schiffe ueber den nun schwarzen Himmel und vertrieben aufkommende Woelkchen und innerhalb kuerzester Zeit war das Firmament glasklar.
 
["Wenn Sie den Blick nun nach oben richten wollen? AE-912 erreicht in wenigen Augenblicken unsere Sensorreichweite."], erklang die Stimme und alles Fluestern erstarb. Wie gebannt reckten die Gaeste ihre Haelse nach oben und suchten die Glaskuppel ab.
 
Bilih und Mika taten es ihnen gleich und beobachtete, wie sich die Ansicht veraenderte. Auf der Glaskuppel wurde nun gezoomt, es schien als wuerden die Sterne auf sie zu kommen. Nach einigen Augenblicken des Suchens, blieb der Bildschirm stehen und von rechts schob sich relativ gesehen langsam eine gleissende, violett-blaue Feuerkugel ins Bild. Nach einigen Sekunden war die Kugel ganz im Bild und die Gaeste sahen den kurzen Schweif aus ionisierten Gasen hinter dem Koerper.
 
Mika und Bilih hielten den Atem an.
 
AE-912 war ein sogenannter Runaway Star. Eine ausser Kontrolle geratene Sonne ohne System, die mit enormer Geschwindigkeit durchs All reiste und ein aeusserst seltenes Phaenomen darstellten.
 
Ohne Vergroesserung des Sensorinputs waere AE-912 nicht viel mehr als ein kleiner Lichtpunkt gewesen doch die Sensoren des Observatoriums hatten den Stern bereits erfassen koennen, als dieser das Sonnensystem erreicht hatte und nun erfuellte sein warmes, durch den Schirm gefiltertes Licht die Kuppel und versetzte sie alle in Ehrfurcht.
 
Bilih und Mikaála, die beiden Trill-Frauen, bekamen nicht mehr mit wie der Runaway wieder aus dem Sichtfeld verschwand. Sie beide hatten die Glaeser abgestellt, waren auf dem Sitzsack nach hinten geglitten und kuessten sich leidenschaftlich.
 
 
# Ort: Am Ende der Welt, SB 621, Deck 66
# Zeit: SpD 02.2245
 
"Henry. Henry! Zum sitzen haben wir Stuehle! Runter vom Tisch."
 
Mika wedelte drohend mit dem Tuch, dass sie verwendete um den Tresen abzuwischen. Sie stand mit geschuerzten Lippen hinter den antiken Zapfsaeulen und funkelte den Lieutenant an, der sich lachend auf einem der Tische niedergelassen hatte. Nun sah er auf, als er Mikaálas Stimme ueber das allgemeine Stimmengewirr und die Musik hinweg hoerte und das Lachen wich aus seinem Gesicht. Etwas kleinlaut rutschte er vom Tisch und zupfte sich das zivile Oberteil zurecht.
 
"'tschuldige, Mika!", rief er dann zurueck und griff nach seinem Bierkrug. Die Damen denen er mit seiner lockerflockigen Art hatte imponieren wollen, waren maessig begeistert. Und als Henry dies nach einigen weiteren Minuten auch gerafft hatte, drehte er sich vom Tisch weg und gesellte sich zu einem Grueppchen Non Commissioneds aus seiner Abteilung.
 
Mika, die ihn noch eine Weile beobachtet hatte schuettelte den Kopf zu sich selbst und liess dann ein weieres Bierglas mit goldener Fluessigkeit volllaufen, bis sich eine dicke, weisse Schaumkrone gebildet hatte, die ueber den Rand hinaus stand. Waehrend die Trill mit der dunklen Haut darauf wartete, dass die Schaumkrone sich setzte, liess sie den Blick ihrer wachen und freundlichen Augen ueber ihre Gaeste gleiten.
 
Das Ende der Welt war ihr Baby. Mehr oder weniger jedenfalls, seit sie es vom Vorbesitzer uebernommen hatte.
 
//Das ist auch schon wieder zehn Jahre her...//, dachte sie so bei sich.
 
Das Ende der Welt lag auf einem der untersten, als Decks ausgewiesenen Decks der Station in der Maschinensektion und diente als Offizierskneipe. Es gab keinen Schnickschnack, nur ein paar Snacks, primaer alkoholische Getraenke, ein wenig unauffaellige Deko und die Raenge wurden an der Tuer abgegeben, wenn man die Kaschemme betrat. Ein Schild ueber der Tuer machte das deutlich.
 
Der annaehernd eliptische Raum hatte eine grosse, abgerundete Bar die sich gegenueber der Tuer zum Turbolift befand. Im Raum dazwischen gab es etwa 4 groessere und 6 kleinere Tische und an der Bar einige Hocker. Das Licht war gedaempft und die Luft ein wenig neblig.
 
Viele der Gesichter heute Abend waren Mika vertraut und die Offiziere und Non-Comissioneds der Station genossen es, sich abseits von Zivilisten zu entspannen. Hoehere Raenge sah man nur aeusserst selten. 
 
Mikaálas Blick blieb an einer Uniform haengen, die an einem der 2er-Tische an einem der Fenster alleine sass und auf ein PADD starrte. Sie war es aufgrund ihres intensiven, Raum einnehmenden Charakters gewoehnt dass man spuerte, wenn man von ihr angestarrt wurde. Nicht so in diesem Fall. Mit einem kleinen Schmatzen warf sie den Lappen in die Spuelvorrichtung, nickte ihrem Aushilfskellner zu und schob sich dann (den Bauch einziehend) hinter dem Tresen hervor.
 
"Ist dir bewusst, dass du der einzige Anwesende bist, der seine Uniform traegt mein Lieber?", fragte sie mit ihrer warmen, herzlichen Stimme. Der Blick hob sich, wanderte kurz ueber die Menge und sah dann direkt hinauf zu der Trill.
 
"Hmm.. jetzt ist es mir bewusst, ja.", antwortete der junge Mann hoeflich.
 
"Ist das schlimm?", fragte er weiter.
 
"Nein, schlimm ist es nicht. Die Uniform steht dir ja. Aber die meisten die hier her kommen, tun das eben, weil sie den Dienst fuer eine Weile hinter sich lassen wollen. Du koenntest naechstes Mal ja vielleicht etwas gemuetlicheres anziehen. Wenn du moechtest."
 
"Oh, klar! Ich werd es in Erwaegung ziehen, uh..."
 
Er hatte sich auf dem Stuhl ihr zugewandt und streckte ihr nun eine Hand entgegen.
 
"Mikaála. Aber alle hier nennen mich Mika. Ich leite dieses.. edle Etablissement.", stellte die Trill sich vor und ihre Augen funkelten amusiert. Dann ergriff sie die Hand und schuettelte sie.
 
"Adam Cartier. Alle nennen mich Adam.", erwiderte der Mann mit den spitzen Ohren und Augenbrauen und war ueberrascht von der Waerme und Vertrautheit, die Mikas weiche Hand ausstrahlte. Er konnte nicht anders als zu laecheln.
 
Gerade wollte er noch etwas sagen, als das Licht und die dudelnde Musik unerwartet ausgingen.
Ein tiefes Raunen ging durch den Raum, in dem die einzige Lichtquelle nun ein paar duenn gesaehte Kerzen aus echtem Wachs auf dem ein oder anderen Tisch und die Sterne ausserhalb der Fenster waren.
 
Von einem dieser Fenster erklang eine weibliche, angespannte Stimme.
 
"Energieausfall! Die ganze Station scheint betroffen zu sein!"
 
Das an die Fensterscheibe gepresste Gesicht einer jungen Bajoranerin hatte nach oben gelugt und erkannt, dass auch die sonst so hell glimmende Unterseite der Habitatssektion weit weit ueber ihnen dunkel da lag.
 
Innerhalb von nur etwas mehr als 24 Stunden war es nun das zweite Mal, dass die Bajoranerin Taia sich furchtbar fuerchtete.
 
"Grosses Unheil...", murmelte sie und betete zu den Propheten.
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# Ort: Suedlich des Dubhe-Sektors, Planet Mathen, Observatorium
# Zeit: 26.09.2383
 
Bilih und Mikaála bewundern einen wandernden Runaway Stern.
 
# Ort: Am Ende der Welt, SB 621, Deck 66
# Zeit: SpD 02.2245
 
Mikaála, die Barkeeperin des Ende der Welts, nimmt sich eines neuen Gastes an.
Die Station erleidet einen kompletten Energieverlust.
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