Weiß wie Schnee, Rot wie Blut, schwarz wie die Seele


Karanor
 

<RPG>


Ort: USS Odyssey, Hangar
Zeit: MD -90.0700 (Backpost)

Während die anderen unterwegs waren, sich das neue Schiff anzusehen, war Ensign Tam Sula an Bord geblieben, um die "Umzugsvorbereitungen" weiter mit zu überwachen, auch weil seine persönliche Habe unter den Dingen war, die verschoben wurden.
"Das ist nicht fair!", hörte er Acting Crewman Norrington sagen, die diesen Moment genutzt hatte, um ihn abzufangen. "Wie kann ich an der Akademie aufgenommen worden sein, ohne mich beworben zu haben? Wie haben meine Eltern..." "Das war ich.", meinte er kurz, bevor er einen Container mit Glasgefäßen und Dämpfungsmaterial noch mal in Augenschein nahm. "Deine Talente wären verschwendet, wenn man sie nicht in die richtigen Bahnen lenkt."

Ihr Streit ging noch eine Weile und es half überhaupt nicht, dass der Betazoide währenddessen ruhig und methodisch seiner Arbeit nachging. Als eine Gruppe von der Station kam, um die Ladung entgegen zu nehmen, hatten sich beide Seiten wieder beruhigt. "Um diese Zeit scheint die Sonne besonders hell über Andoria.", hört er eine vertraute Stimme, die er mit "Aber das Eis ist überaus glatt." beantwortete. Sein Blick traf eine Andorianerin, die er noch vom Überlebenstraining auf ihrem Heimatplaneten kannte und die es geschafft hatte, Sicherheitsoffizierin auf der Werft zu werden.

"Tana, Acting Crewman Norrington. Sarah, Lieutenant Tana.", stellte er beide kurz vor. "Ein Lieutenant überwacht meine Tiere?" Die Andorianerin lächelte kurz. "Die alle in Quarantäne müssen. Auch Dein... Neal halt." Er nickte missmutig, aber verstand. "Ich dachte, ich kümmere mich um Deine Haustiere und sorge dafür, dass Du sie wohlbehalten zurückbekommst." Er lächelte, nickte und zeigte auf Sarah. "Sorgst Du dafür, dass sie es rechtzeitig auf die Erde schafft?" "Ich sagte ja, ich kümmere mich um Deine Haustiere.", antwortete sie, was ihr einen empörten Gesichtsausdruck einbrachte. "Und es kann sein, dass sie knapp zu spät kommt. Unverschuldet. Was ihre Bewerbung nicht beeinträchtigen wird." Für einen kurzen Moment wuchs die Empörung der Menschenfrau, dann verstand sie. Alle drei lächelten, während er hinter sich ein "WAS ZUM..." hörte. Ein kurzer Blick genügte, um die Brauerei zu finden. Beziehungsweise die Kisten, in denen sie bisher verborgen war. "Verschwindet hier, ich kümmere mich drum.", raunte er der Lieutenant zu. Während hinter ihm seine persönliche Fracht, seine Assistentin und sein Hausfrettchen das Schiff verließen, würde er erklären müssen, warum es überhaupt eine Brauerei auf der Odyssey gegeben hatte. Er hoffte, dass "Experiment zur angewandten Mikrobiologie" als Erklärung ausreichte.


Ort: Holodeck 1, Gruppe 1 (Rot)
Zeit: MD 1.0931

<quote = https://groups.io/g/uss-artemis-rpg/message/3 >

"Nochmals: Gruppe 4, Orange, bleibt hier vor Ort und bereitet das Lager vor. Sie übernehmen bitte auch die Koordinierung der Gegenstände an die anderen Gruppen. Das Ziel aller Gruppen ist es, den heutigen Tag zu nutzen und die Nacht für _alle_ möglichst angenehm zu machen. Dazu gehören Unterkünfte, Feuer, Nahrung, Wasser und alles, was man dafür braucht. Wenn es keine weiteren Fragen gibt, übergebe ich nun an Gruppe 4!"
 
Der CO klatschte einmalig in die Hände als würde er "so!" sagen und damit seinen Rang ablegen wollen. Gruppe 4 schaute sich kurz gegenseitig an; alle zuckten mit den Achseln und schließlich deuteten Cal und Soraya auf Thomas, der kurz seufzte, dann nickte und durchatmete.
 
"Also..."

</quote>

Das Gras wurde immer höher, je weiter man in die Senke hinabging. Das Gelände türmte sich auf, lies rechts und links interessante Gebirgsstrukturen zu und schlängelte sich um den Berg, auf dem die Hütte lag, herum wie eine Schlange auf Futtersuche.

Nachdem Team Rot vom Ausrüstungsteam mit der Repetierbüchse nebst 20 Schuss Munition, einem Jagdmesser und dem übrigen 20m Seil versorgt worden war, hatten sie das Gelände um die Hütte rückseitig verlassen und verschwanden im angrenzenden Wald. Die Aufgeräumtheit des Gipfels war hier im Unterholz schnell verschwunden. Einfache Pfade die durch das Dickicht führten gab es hier längst nicht mehr, da Amun bewusst die typischen "Straßen" der menschlichen Jäger verlassen wollte. Ratana war anfangs vorgegangen und hatte ihnen mit dem Messer einen Weg gebahnt. Direkt hinter ihr war Acamarianer, der ständig auf dem Boden nach Anzeichen von wildem Leben suchte.

Auch Tam wirkte nicht unerfahren. Der Betazoid hatte die Büchse an sich genommen. Routiniert ließ er den Lauf hängen, aber hatte die Hand am hinteren Schaft, so dass er nur ein wenig Druck auf den Schaft ausüben musste um die Waffe notfalls sofort in Schusspostion versetzen zu können. Neben ihm ging Elin, die sich das Seil umgegehängt hatte. Etwas unwohl sah sie sich um. Natürlich kannte sie die anderen Mitglieder schon von der Odyssey. Aber letztlich war ihr Kontakt flüchtig gewesen. Nur Amun hatte mal im Rahmen des großen Musicalabends kennengelernt, aber auch mit ihm kein Gespräch, was über erweiterten Smalltalk hinaus ging. Trotzdem, sie war zufrieden. Team Rot versprach viel Abwechslung.

Amun tippte Ratana leicht auf die Schulter. Mit dem Finger zeigte er auf eine Stelle, die Elin von ihrer Position nicht sehen konnte. Er machte mit der flachen Hand eine Geste die wohl sowas wie 'bleibt mal alle hier' bedeuten sollte. Geduckt verschwand er im Gebüsch um mehrer Hemlocktannen. Einen Moment später tauchten seine Dreadlocks zwischen den kleinen Ästen auf. Er winkte. Die Anderem folgten seiner Bewegung. Tam registrierte, wie der Boden wieder an Steigung gewann. Erst langsam, dann immer steiler. Jetzt sah er die Spur auch, die Amun gefunden hatte. Zwei klauenartige Abdrücke direkt nebeneinander, die wie ein zuschnappendes Krokodilmaul geformt waren.

Das Team verließen die Senke. Die Anhöhe vor ihnen war deutlich weniger bewachsen. Das war zwar erstmal ein Nachteil, weil der Wald ihnen so keine Deckung bot, gleichzeitig hatten sie von diesem Standort einen erhöten Blick in die angrenzende Talsenke. Ratana gab ein zischendes Geräusch von sich und nickte Amun anerkennend zu, als sie vor sich drei größere Tiere grasen sah.

"Die sehen wie Rentiere aus.", flüsterte Elin leise. Technisch war das richtig, die nordamerikanischen Rentiere werden allerdings Karibu genannt, was niemand der vier wusste.

Tam schaute kurz in die Runde, aber da niemand anderes die Initative übernahm, ließ er das Gewehr in die Hand schwenken und legte an. Sein Fokus lag auf dem Männchen, dass sich durch das mächtige Geweih verriet. Dann drückte er ab.

Die Kugel war einen Hauch zu hoch und strich wenige Millimeter über den Kopf des Tieres. Es hinterließ eine kleine Scharte, die aber ungefährlich war. Für einen zweiten Schuss war es schon zu spät. Der kleine Karibu Verbund hatte sich blitzschnell in Bewegung versetzt und trabte auf den Ausgang des Tals auf der anderen Seite zu. Die Bäume versperrten die Sicht.

Als die Gruppe Karibus unversehrt flüchtete ließ Elin ein erleichtertes Seufzen hören. Ganz wohl war ihr nicht bei der Idee, Tiere mit archaischen Waffen zu erledigen. Wenn sie nicht auf dem Holodeck gewesen wären, hätte sie sich der Teilnahme an der Jagd verweigert. Außerdem kannte sie Rentiere nur aus der Literatur - im echten Leben war sie als Raumschiffgöre noch nie einem Tier in der Wildnis begegnet, hatte sie doch ihr Dasein zum allergrößten Teil auf Raumschiffen verbracht.

"Jemand eine Idee, wie weit die Rentiere flüchten werden?", fragte Tam und sah in die Gesichter der Gruppe. Elin war der einzige Mensch unter ihnen doch sie hob, genau wie die anderen, nur die Schultern an. Etwas ratlos beschloß Tam, die Verfolgung aufzunehmen. Die ungefähre Fluchtrichtung der Tiere hatte er sich eingeprägt, ließ den Gewehrlauf wieder sinken und erhob sich langsam und leise und bedeuteten den anderen, ihm zu folgen.

Das Gewehr in seinen Händen hatte mehr Rückstoß als das Pfeilgewehr, mit dem er in seinem Urlaub auf die Jagd gegangen war und deutlich mehr als ein Typ-3-Phaser. Er beschloss, den Fehler nicht ein zweites Mal zu machen.
Und erinnerte sich an Techniken, die Klingonen angewendet hatten, um zweibeinige Beute zu treiben. Wenn es bei jemandem wie ihm gelungen war, würde es vermutlich auch für diese Tiere gehen... Das oder er müsste sich immer wieder aus dem Windschatten anschleichen und hoffen.

Die Absprachen mit Amun und Ratana waren am einfachsten. Mit dem einen hatte er die letzten Wochen ähnliche Aktionen geplant, die andere war ein Marine. Elin verstand auch schnell, so dass das "eigentliche" Problem war, dass ein Ensign einer Gruppe Höherrangigen einen Plan vorlegte. Der Betazoide war erleichtert, als sie ihn gut fanden.

"Sicher, dass sie diesmal treffen?", fragte Major Tiru mit einem Lächeln und Tam überlegte, bevor er ihr die Waffe hinhielt, sie aber ablehnte. "Wir sind hier, um uns Herausforderungen zu stellen." Er nickte.
"Wir haben den Nachteil, das Gelände nicht zu kennen und wir haben keinen Tricorder, das zu ändern.", fasste Tam seine Sorgen zusammen, während sie sich vorbereiteten. "Suchen Sie sich einen guten Punkt. Wir treiben sie zu Ihnen." Er salutierte Frau Major kurz zu, betrachtete nochmal das Jagdmesser, dass sie sich um den Oberschenkel geschlungen hatte. Für einen kurzen Moment hatte er einen Flashback von einem klingonischen Dolch, der sich in seinen Oberschenkel gebohrt hatte, schüttelte ihn aber ab. Wenn die Orionerin etwas gemerkt hatte, lies sie es darauf beruhen. Amun nickte ihm nur kurz zu, nur Elin schaute kurz verwirrt. Dann machte sich der Betazoide auf den Weg.

Einen erhöhten Punkt in Nähe einer Lichtung zu finden war einfacher als er gedacht hatte, vielleicht hatte ihr kommandierender Offizier diesen Ort auch genau dafür geschaffen. Mit leerer Patronenkammer und Magazin hatte er den Ladevorgang mehrfach trainiert, bevor er sich hinlegte, den Kolben in seine Schulter drückte und wartete. Wie alle anderen Mitglieder der Sternenflotte war er an Waffen ausgebildet worden, aber Rückstoß war etwas, mit dem er selten zu tun hatte.
Er hörte die Geräusche der anderen, die lärmten und auf ihn zukamen, erst später die Geräusche der flüchtenden Tiere und bereitete sich vor. Zuerst brachen Kleintiere zwischen den Bäumen hervor, das hatte er erwartet. Kleine Tiere waren mit ihm zusammen vor Klingonen und ihren Targ weggelaufen. Dann kamen die größeren, dann die "Rentiere". Er atmete aus, suchte seinen Druckpunkt... Dann knallte ein Schuss durch den Wald und Tam lud so schnell wie möglich nach, bevor er sich das Ergebnis seines Schusses ansah. Um dann zu sehen, dass er zwar getroffen hatte, aber das Tier noch lief. Er hatte ungefähr da getroffen, wo er wollte, aber statt eines Blattschusses nur einen der Vorderläufe getroffen. Einen Schuss später rollte er sich zur Seite und lud während des Aufstehens nach, um den dritten Schuss ins Rentier zu setzen. Es war deutlich langsamer als vorher, aber lebte noch. Tam war Biologe genug, um zu wissen, dass das Tier nicht mehr lange durchhalten würde und nicht weit weg laufen können würde. Er konnte zu Fuß nah genug aufschließen, dass der vierte Schuss sicher ins Herz ging. Ein Aufschrei hinter ihm ließ ihn wissen, dass die anderen aufgeschlossen hatten, während er reglos über dem Tier stand und die Waffe immernoch auf das tote Tier richtete.

Tam war dankbar, als Major Tiru ihm das Gewehr abnahm und Amun reichte. Noch dankbarer, als sie mit einem schnellen Schnitt sicherstellte, dass die Kehle des Tieres offen war. Der Wissenschaftler in ihm wusste, dass das nicht spritzende Blut nachwies, dass es bereits tot gewesen war, der Betazoide in ihm schloss die Augen.
"Besser?" Er nickte auf die Frage von Frau Major und sah die Augen von Elin zwischen ihm und dem Tier wechseln. Seine Mutter und andere Betazoiden hätten ihre Gefühle gerade sicher lesen können, ohne sich auch nur anzustrengen, aber Tam bemühte sich, sich von Gefühlen abzuschotten. Das ein virtuelles Tier gar nicht erst welche hatte, half hier. Amun gab ihm das Jagdgewehr zurück und er hing es sich um. "Ich hätte jetzt auch keine Lust mehr auf die Jagd.", versuchte er Tam aufzumuntern, aber der Betazoide schüttelte den Kopf. "Eins reicht. Eins reicht mehr als aus für uns alle."

"Wir sollten es zur Hütte bringen und aufbrechen, bevor es verdirbt," kam es von der Major. "Oder große Canivoren anlockt." Sie erinnerte sich gut an die Anmerkung des Captain, dass es hier Bären gab.

"Einverstanden," stimmte Amun zu. Tam und der Acamarianer brachen einen stabilen Ast aus einem Strauch und Major Tiru band die Läufe des Karibu mit Hilfe einer Ranke an diesem fest. So konnten die beiden Männer die Beute gemeinsam zwischen sich tragen, während Elin und Ratana vor und hinter ihnen hergingen.

"Wir sollten in einer guten Stunde Fußmarsch wieder an der Hütte sein. Unterwegs sollten wir sehen, dass wir noch etwas trinken und uns mit dem Wild abwechseln," schätzte die Orionerin ein, für die dieser Teamfindungsprozess entgegen des Überlebenstrainings, das sie in ihrer Offiziersausbildung absolvieren musste, bisher wie ein Campingurlaub vorkam. Sie musste leicht amüsiert daran denken, dass Thomas Reynolds sicher ähnlich empfinden würde, war er doch komplett in der Wildniss Alaskas aufgewachsen.

"Jagd man auf dem Orion eigentlich auch?," kam die interessierte Frage von Amun in ihre Richtung.

"Ja," kam es knapp von Tiru. Sie hatte wenig Lust zu berichten, dass es in einigen Landstrichen bis heute üblich war entlaufene Sklaven oder Verbrecher wie Vieh zu jagen.

"Na dann los!", rief Amun und die Truppe machte sich langsam auf den Rückweg.

</RPG>


<SUM>

Ort: USS Odyssey, Hangar
Zeit: MD -90.0700 (Backpost)
 
Tam verabschiedet seine Mitarbeiterin an die Akadmie, während er seine letzten Sachen von der Odyssey runterbringen lässt.
 
 Ort: Holodeck 1, Gruppe 1 (Rot)
Zeit: MD 1.0931

Team Rot ist auf der Jagd. Amun spottet ein Karibu, ein einheimisches Rentier. Nachdem der erste Versuch scheitert, kann Tam es im zweiten Anlauf zur Strecke bringen. Dabei ist er über das Fehlen der eigenen Kaltblütigkeit überrascht. Gemeinsam können die Offiziere das tote Tier für den Rückweg fertig machen.
 
</SUM>
 
Submitted by
 
Ens. Tam Sula
stv. CWI USS Artemis
Aka
Karanor

und Team Rot