Sie müssen erst den Zipfel durch die Lasche ziehen


Mortimer Bishop
 

 
Hey ihr Lieben!
 
Fynn war so lieb eine längere Einführung in die technischen Besonderheiten der Artemis zu schreiben. Hieraus ist ein sehr schönes Copo entstanden, ich hoffe es gefällt! Wer genau liest, findet vielleicht hier und da einen Ball rumliegen, oder eine Anregung, was es für Gespräche geben könnte :) 
 
Lieben Gruß und einen schönen Samstag!
Fynn & Mo
 
<RPG>
 
# Ort: USS Artemis, Observationslounge
# Zeit: MD 0.0830
 
 
Das Wiedersehen war persönlicher ausgefallen als Gaspar gedacht hatte. Obwohl einige Offiziere erst auf den letzten Meter zur Artemis zurückkehrten war die Observationslounge, die er als Ort für das heutige Briefing ausgewählt hatte, bis wenige Minuten vor halb noch ganz leer gewesen.
 
Dann waren sie hereingestiefelt und hatten an dem langen Tisch mit der seltsamen Form platz genommen. Das ganze Interieur war einer sehr modernen Linie gefolgt. Wie üblich sehr spartanisch, nur vereinzelt mit sehr verrückten Auswüchsen. Der Tisch in der Observationslounge war einer dieser Auswüchse. Er war nicht lang und rechteckig, wie bei Besprechungsräumen üblich. Von oben musste es aussehen wie zwei U, die an der offenen Seite aufeinander gesetzt worden und dann jeweils in der Mitte aufeinander zugebogen waren. So entstand eine lange Kurve, die von sehr zackigen Ecken unterbrochen wurde. So aufgereiht saßen die Teilnehmer dieses Gesprächs immer leicht versetzt. Der Kanadier wusste noch nicht so ganz, was er von dem Möbelstück halten sollte. Immerhin unterband es relativ großflächig, dass die Offiziere in leise Privatgespräche verfallen konnten. 
 
Als einer der ersten nahm Tam Sula platz am Tisch. Der stellvertretende Senior der Wissenschaftsabteilung wirkte ausgeruht. Er hatte ein Lächeln aufgesetzt, als er Gaspars Blick bemerkte. Neben ihm saß Cal Mannix. Der neu eingesetzte CNS hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Er genoss sichtlich die ersten Stunden in seinem "alten" Job. Dem Kanadier viel ein, dass er Cal nie gefragt hatte, wie ernst ihm der Wechsel in den Botschafterjob gewesen war. Sicher, es hatte Gaspar einige Sorgen abgenommen, als Mannix sich damals nach der Rolle des Botschafters erkundigt hatte. Eine Sache, für die Gaspar ihm bis heute dankbar war.
 
Ihm direkt gegenüber saß Taras Yog'Sothotoh RaHasatan. Ein Mann, so schwer zu beschreiben wie sein Name. Dabei hatte der junge Pilot im Verlauf der Vh’oga Mission einen guten Eindruck gemacht. Sicher, die Sache mit dem Shuttle war ärgerlich aber nicht durch das Verschulden des Efrosianers entstanden. Im Gegenteil, sein Mut hatte weitere Gefahren von anderen Teammitgliedern abgelenkt. Direkt neben Taras saß Amun aus dem Hause Thalrasil. Er nickte, als Gaspar ihn ansah. Amun trug einige Blessuren im Gesicht mit sich herum. Natürlich wusste Gaspar über dessen Ausflug nach Acamar Bescheid. Seine Gefühle waren sehr gemischt gewesen, letztlich hatte er dem Acamarianer die Heimkehr nach Hause natürlich nicht verbieten können. Die eigene Gefahr war auch eher zweitrangig. Immerhin war ihm auch seine Lebensgefährtin und der sCWI gefolgt. Jetzt erst erkannte Gaspar, dass der TAK am Kinn eine neue Tätowierung trug. Er nahm sich vor, dem Acamarianer in den nächsten Tagen auf den Zahn zu fühlen.
 
Vuul Helzuc wirkte in seinem Element. Der Rhaandarit hatte das große Pech gehabt seine Stelle auf der Odyssey antreten zu müssen, als diese bereits mehr oder weniger auf dem Weg in den Urlaub gewesen war. Zu Beginn hatte man ihm die Unsicherheit deutlich angemerkt, davon war in den letzten Tagen nicht mehr viel zu spüren gewesen. Vuul hatte auf Urlaub verzichtet und sich während der vergangenen drei Monate um die Artemis gekümmert. Auch hatte er, auf Gaspars besonderen Wunsch, ein Auge auf die alte Ody gehabt. Der Kanadier machte sich in seinem Padd schnell eine Notiz, in einer ruhigen Minute mit dem OPS ein Gespräch über den Verbleib der alten Akira Klasse auszumachen. Dabei konnte er vielleicht auch ein Briefing zur extrovertierten Inneneinrichtung bekommen, ergänzte er während seine rechte Hand unverwandt über den komisch geformten Tisch strich. 
 
Pan trat ein. Er ignorierte Gaspars Blick, sie hatten sich bereits mehrfach in den letzten sieben Tagen getroffen. Der Andorianer setzt sich direkt neben den zweiten Andorianer in Gaspars Führungsstab. Den leitenden Wissenschaftsoffizier Sharom Ventra. Gaspar wusste nicht recht, wie er sich dem Neuen gegenüber verhalten sollte. Ein strengerer Captain hätte den Andorianer für seine Tracht Prügel an Bord der USS Carver sicher schon suspendieren lassen. Missverständnis hin oder her. Gaspar hatte lange über die richtige Vorgehensweise nachgedacht und sich letztlich dazu entschieden, dass Ganze auf sich beruhen zu lassen. Auch wenn er sich nicht wohl damit fühlte, denn natürlich stellte ein Ignorieren einer solchen Tat auch in gewissem Maße seine Autorität in Frage. Er würde den Andorianer besonders im Auge behalten müssen. Oder sollte er ein offenes Gespräch mit ihm führen?
 
Ratana Tiru hatte als eine der ersten den Raum betreten. Auffallend ruhig saß sie in ihrem Sessel und schaute ausdruckslos umher. Erst als sich ihre Blicke kreuzten schien sie aus einem Tagtraum zu erwachen. Sie nickte Gaspar zu. Dieser erwiderte die Geste. Der Blick der Orioni durchstreifte den Raum und blieb kurz bei Amun hängen. Ein leichtes Lächeln legte sich auf ihre Lippen. Der junge Acamarianer war auf der Odyssey ein sehr verlässlicher Trainingspartner gewesen, wenn auch zuletzt nicht mehr besonders aktiv. Das Tätowierungsdilema hatte zu gewissen Veränderungen geführt. Auch wenn Amun sich ihr gegenüber benahm wie immer, trainierte er nun oftmals auch allein. Er schien sich Mühe zu geben, Fiona keinen weiteren Grund für Eifersucht zu geben. Vielleicht würde ein Gespräch die Situation entspannen? 
 
"Sir?", erklang Vuuls Stimme von der Seite. Der Rhaandarit hatte sich zu ihm herüber gelehnt. 
 
"Hm?"
 
"Special Inspector Lianha Bur ist eingetroffen. Sie wird jeden Moment hier eintreffen."
 
"Dann hol ich sie mal vom Lift ab würd ich..."
 
"Sie kommt nicht diesen Weg, sie ..", weiter kam Vuul nicht. Er wurde von einem tiefen Summen unterbrochen. In der Mitte des riesigen Tisches war eine Auskerbung vorgenommen worden. Ein kleiner Podest ermöglichte es, dass hier jemand stand. An genau dieser Stelle erschien eine, für das Beamen typische Materialisierung und hinterließ ohne weiteren Kommentar eine zierliche Frau, die breit grinste.
 
"Kommandant Toussaint? Offiziere der USS Artemis, ich bin Lianha Bur. Als SFI-OPS werde ich sie in Zukunft über besondere Missionsziele instruieren und weiterreichende Informationen zur Verfügung stellen. So auch die nun folgende Sicherheitsunterweisung.", spulte sie aus dem Stehgreif an. Der Kanadier nickte und suchte innerlich nach seinem besten Lächeln. Die Trill wirkte wie die absolute Unschuld vom Lande, was ihn schon fast mehr in mehr Alarmbereitschaft versetzte als der pompöse Auftritt.
 
"Herzlich Willkommen an Bord. Fahren sie fort, wir sind sehr gespannt. Benötigen sie noch etwas?", konnte Gaspar sich die kanadischen Manieren nicht abgewöhnen.
 
"Vielen Dank Mr. Toussaint, aber nein. Wenn sie nichts dagegen haben, werde ich nun beginnen.", sagte Bur und streckte den Oberkörper durch. Die Anwesenden verstummten und sahen die SFI-Mitarbeiterin an. Die matte, schwarze Uniform und die ungewohnte Farbgebung ihrer Abteilung war ein besonderer Anblick. Die allermeisten von ihnen hatten noch keinen Kontakt zum Geheimdienst der Flotte gehabt. Bisher. Entsprechend hoch waren die Anspannung und Erwartungshaltung im Raum. Nach dem Auftritt sowieso.
 
Die Trillfrau sah in die gespannten Gesichter und nickte, mit einem homöopathischen Lächeln auf ihren Lippen.
 
"Dieser Teil der Unterweisung in bestimmte Systeme und Prozesse Ihres neuen Schiffes unterliegt der Geheimhaltung, möchte ich Ihnen ins Gedächtnis rufen."
 
Vereinzeltes Nicken.
 
"Was Sie in den Beiträgen der Medien und den Werksberichten von Utopia Planitia über die Artemis nicht finden werden, sind neben einigen Details in Antrieb und Sensorleistung vor allem folgende drei Punkte."
 
Auf ihre Worte hin flackerte der große Bildschirm hinter ihr und erwachte zum Leben. Erst war das Logo der Sternenflotte zu sehen, gefolgt vom Logo des Geheimdienstes, dann zeigte sich eine Tabelle. Lianha las vor:
 
"Der Operationsmodus "Schleichfahrt", unter blauem Alarm; die ablative Armierung des Schiffes nach neuesten Erkenntnissen des Ingenieurcorps der Flotte und die Punkt-Verteidigungs-Matrix."
 
Ein leises Raunen ging durch die Anwesenden. Chefingenieur Panalek sah aus, als wäre er kurz davor, zu hyperventilieren. Er röchelte hörbar und seine Antennen zuckten unkontrolliert hin und her.
 
Lianha hob eine Augenbraue und beschloss dann, den Andorianer zu ignorieren.
 
"Der Operationsmodus "Schleichfahrt" betrifft jede einzelne Abteilung dieses Schiffes. Sie alle werden Ihren Teil dazu beitragen _müssen_, um damit Erfolg zu haben.
 
Der Computer zwitscherte und das Display veränderte sich. Oben war ein blaues Alarm-Band, dass sich im Rhythmus der Leuchten von rotem und gelbem Alarm ein- und wieder ausblendete. Darunter erschien ein Querschnitt der Artemis auf dem verschiedene Bereiche hervorgehoben waren und wiederum darunter erschien eine lange, sich selbst scrollende Liste.
 
"Wenn Sie Ihre PADDs öffnen würden?", schlug die Trill vor und gab den Führungsoffizieren und Abteilungsleitern der neuen Artemis einen Moment Zeit.
 
Nicht nur der CING schien sich über die neuen Möglichkeiten zu freuen. Sowohl Vuul als auch Sharom und Amun blickte fasziniert in das Padd vor ihnen. Fiona wirkte skeptischer, genauso wie Ratana Tiru. Thomas Reynolds verzog keinen Miene. Fast so als wäre er nicht anwesend.
 
"Echt cool", flüsterte Mannix vor sich hin. Der Captain hörte ihn und nickte. Auch der Kanadier war von den Möglichkeiten dieser Technik fasziniert. Lianha räusperte sich erneut, dann fuhr sie fort:
 
"Wie Sie den Daten für Ihre jeweilige Abteilung entnehmen können, ist der Operationsmodus "Schleichfahrt" für jede Abteilung, vom taktischen Offizier bis zu Ihrem Counselor, eine Herausforderung."
 
"Unter optimalen Bedingungen und mit einer erfahrenen Crew setzt das Flottenkommando einen Zeitrahmen für die Aktivierung und die Beendigung des Modus als Ziel an. Für die vollständige Aktivierung vom Moment des gegebenen Befehls an, 22 Sekunden. Für die Rückkehr in den normalen Modus 23 Sekunden."
 
Ein kleiner Aufruhr ging durch die Menge. Panalek lachte heiser, Cal Mannix hatte ob der Erwähnung seiner Abteilung eine Augenbraue erhoben und Amun runzelte die Stirn. Sharom Ventra, der "Neuling" und CWI an Bord des Schiffes hob eine Hand. Lianha sah für den Bruchteil eines Augenblicks so aus, als hätte sie in eine saure Zitrone gebissen. Dann lächelte sie aber, streckte ihm auffordernd die Hand mit der Innenfläche nach oben hin und bedeutete ihm zu sprechen.
 
"Verzeihung, Chief Inspector, im Ablauf des Operationsmodus wird beschrieben: Unterbrechen und speichern laufender Computerprozesse, Deaktivierung aller wissenschaftlichen Sensorenphalanxen (ggf. inklusive Sensor-Modulpod), Unterbrechung und Sicherung laufender wissenschaftlicher Experimente.", las der Andorianer in der blauen Uniform vor.
 
Lianha nickte, schien auf eine Frage zu warten. Also fuhr Sharom fort:
 
"Bezieht sich das sichern und unterbrechen laufender wissenschaftlicher Experimente auf Experimente aller Art?"
 
Tam Sula nickte beipflichtend. Die Implikationen waren gravierend. Die SFI-OPS zog ganz kurz die Schultern hoch und nickte.
 
"Davon dürfen Sie ausgehen, Lieutenant.", bestätigte sie.
 
"Je nach Art, Prozess, Aufwand und Intention des jeweiligen Experimentes könnte eine Unterbrechung jeglichen bisherigen Fortschritt zunichte machen. Im schlimmsten Fall sehe ich ein über zwei Monate ohne blauen Alarm laufendes Experiment zur Gestation einer gelbartanischen Hundsmückenlarve plötzlich zunichte gemacht, wenn eben jener blauer Alarm dann plötzlich ausgerufen wird?"
 
"Ich verstehe Ihr Feedback, Lieutenant, und bedanke mich dafür.", begann Lianha und hielt ihr Lächeln tapfer auf den Lippen.
 
"Im Falle eines blauen Alarms,", fuhr sie dann fort, "sind die Prioritäten der Einheit klar geregelt. Die Minimierung der Chancen einer Entdeckung durch feindliche Sensorabtastung wiegt in diesem Fall gewichtiger als das Experiment, dass Sie angesprochen haben."
 
Nun war es Sharom, der in eine Zitrone gebissen zu haben schien und als er sich zurücklehnte waren seine Antennen fast bis auf den Hinterkopf angelegt. Tam beugte sich in seine Richtung und machte eine einhändige Geste, die ein eindeutiges "das schauen wir uns später nochmal an und erörtern dann Optionen" bedeuten sollte.
 
Da sich sonst niemand meldete, machte die Geheimdiensttrill nun weiter:
 
"Bitte sehen Sie die Zeitangaben des FKOM nicht als Ultima Ratio. Die 22 beziehungsweise 23 Sekunden für die Aktivierung und Deaktivierung des Operationsmodus wurden von speziell ausgebildeten und an der Entwicklung des Prozesses beteiligten Offizieren durchgeführt. Nach etwa einem halben Jahr wurde der derzeitige Niedrigrekord erreicht und seit dem nicht mehr unterboten. Wir erwarten zwar regelmäßige Updates zu Ihrem Fortschritt, was dieses Feature betrifft, weiteres werden wir jedoch direkt mit Ihrem Captain besprechen.", erklärte sie und nickte Gaspar zu. Der kratzte sich am Kinn und nickte dann, als er sich angeschaut fühlte und aufsah.
 
"Kommen wir nun zu den Punkten zwei und drei, die sich -nicht ausschließlich- auf Features beziehen, die Sie während des Einsatzes des Operationsmodus "Schleichfahrt" verwenden werden. Besondere Aufmerksamkeit ist hier durch Ihren taktischen Offizier und Ihren Chefingenieur erwartet."
 
Sowohl Amun als auch Panalek reckten das Kinn ein wenig in die Höhe, in Erwartung besonderer Instruktionen.
 
"Die ablative Armierung oder auch ablative Panzerung, die die Artemis erhalten hat, ist zwar auf dem neuesten Stand der Technik, erfordert jedoch dennoch klaren und dedizierten Einsatz."
 
Lianha deutete kurz auf den Bildschirm hinter sich, auf dem sich nun die schematische Darstellung eines Teils der besagten Panzerung befand. Darauf zu sehen waren mehrere Schichten mit komplizierten Bezeichnungen, die übereinander gestapelt waren wie Lasagne.

"Die Panzerungselemente können und sollen gezielt mit Restenergie aus abzuschaltenden Systemen aufgeladen werden, was ihre strukturelle Integrität erhöht. Ziel dieser Panzerung ist es, das Schiff im Falle einer Entdeckung im Schleichmodus vor feindlichem Energiewaffenbeschuss zu schützen. Ist die auf einzelne Panzerungselemente wirkende Kraft zu groß um durch das strukturelle Integritätsfeld aufgefangen zu werden, verdampft die Platte ganz einfach. Auf diese Weise wird die eingehende Hitze effektiv verteilt und richtet im besten Falle keinen Schaden auf der eigentlichen Hülle an. Die bei der Verdampfung entstehenden Gase werden sich statisch an die Tritaniumfolie zwischen Panzerungselement und Hüllensegment heften und eingehendes Energiewaffenfeuer zerstreuen, bis die Gase sich verflüchtigt haben oder verbrannt wurden."
 
Sharom, noch immer etwas geknickt von der vorherigen Offenbarung sah hinüber zu Panalek, seinem Artgenossen, der sich vor Begeisterung kaum auf seinem Stuhl halten konnte und bis über beide Ohren grinste. Elin, die neben ihm saß, schien zwar angetan - jedoch gefasster. Sie schien vorausgesehen zu haben was als nächstes kam, denn als die SFI-OPS fortfuhr, nickte sie wissend und ein wenig resigniert.
 
"Wie Sie vielleicht aus der letzten Prawda entnehmen konnten, arbeitet die Sternenflotte in Kooperation mit dem privaten Sektor im Auftrag der Flotte und des Geheimdienstes derzeit an neuartigen Schiffspanzerungen, die sich die allseits beliebte Replikatortechnologie zu eigen machen. Bis es jedoch soweit ist - und das könnten noch einige Jahre sein - ist es notwendig, verdampfte und abgenutzte Panzerungssegmente auszutauschen. Von Hand."
 
"Ich nehme an, dass wir die Replikatormatrizen für die Segmente in den Speichern des Industriereplikators auf Deck 10 finden werden?", forschte die blonde Schwedin, ohne sich gemeldet zu haben, nach. Lianha nickte anerkennend und lobte. "Ausgezeichnet, Lieutenant. Ja, an Bord der Artemis befindet sich ein dedizierter Industriereplikator mit einem eigenen Rohmassevorrat zu eben diesem Zweck."
 
"Von wievielen Panzerungselementen sprechen wir hier?", wollte Gaspar wissen, der sich gerade ausmalte wie die halbe Maschinenraumcrew nach einem Gefecht auf der Außenhülle herumkrabbelte, statt die inneren Systeme zu warten.
 
Lianha scrollte kurz über ihr eigenes PADD, dann sah sie wieder auf. "Die Außenhülle ist mit insgesamt etwas mehr als 2500 individuellen Segmenten belegt.", erklärte sie und als sich ein aufbrausendes Gemurmel anbahnte beeilte sie sich, weiter auszuführen:
 
"Bedenken Sie bitte, dass es höchst unwahrscheinlich ist, dass in einem Gefecht alle Panzerungssegmente beschädigt werden. Simulationen zufolge geht es im Schnitt um den Austausch von zwischen 12 und 50 Teilen, die über ein Duranium-Klammer Stecksystem an die Hülle angebracht werden können. Der Austausch eines einzelnen Teils der Panzerung dauerte im Mittelfeld zwischen 120 und 360 Sekunden."
 
Nun war es Panalek, der die Hand hob; jedoch sprach bevor er aufgefordert wurde.
 
"Die Hüllensegmente sind quasi alle unterschiedlicher Größe und Form. Wie ..."
 
Die Trill unterbrach ihn und nickte wissend. "Der sekundäre Computerkern der Artemis erfasst automatisch die beschädigten Teile und reiht sie zur Replikation in die Konsole auf Deck 10 ein, sodass Sie nicht händisch nach den passenden Matrizen suchen müssen."
 
"Immerhin.", murmelte der CING, doch Lianha überhörte ihn geflissentlich.
 
"Im Endeffekt müssen Sie die Panzerungselemente am Industriereplikator nur noch bestätigen, replizieren lassen und dann ein wenig... nun ja... puzzeln."
 
Elin atmete hörbar aus, nickte dann aber und machte sich eine Notiz auf ihrem PADD.
Während dessen war es wieder an der Trill, die Führungsoffiziere der Artemis weiter zu erhellen.
 
"Kommen wir zum vorerst letzten Punkt auf unserer Liste.", führte sie an und erneut veränderte sich die Darstellung auf dem großen Display hinter Lianha. Die Anwesenden scrollten parallel auf ihren persönlichen Datenträgern.
 
"Die Punkt-Verteidigungs-Matrix. Ein komplementäres, primäres Verteidigungssystem für den Operationsmodus "Schleichfahrt", der das Schiff gegen physische Projektile schützen soll. Nicht wahr? Die Panzerung gegen Energiewaffen und die PVM gegen Projektile... Bei der Aktivierung der Matrix im Falle einer Entdeckung wird eine bestimmte Menge der bis zur Rückkehr in den normalen Betriebsmodus verfügbaren Energie und Energie aus eigens dafür angelegten Speichern in den PVM-Computer, im sekundären Computerkern und in die Phaserphalanxen des Schiffes transferiert. Die PVM verfügt über eine weitestgehend autarke Struktur und ist in der Lage mithilfe der Nahbereichssensoren selbständig eingehende Projektile wie Raketen, Torpedos und Ähnliches zu erfassen, zu analysieren, anzuvisieren und abzuschießen. Dabei wird aufgrund der vorläufig reduzierten zur Verfügung stehenden Energiemenge auf sogenannte Schmalbandphaserimpulse gesetzt. Niederenergetische, kurze Phaserstöße. Sie werden damit im aktiven Gefecht keine Delle in feindliche Hüllen schlagen können aber für den genannten Zweck ist es mehr als ausreichend. Die statistische Erfolgsquote liegt bei 96% effektiver Eliminierungen selbst bei überdurchschnittlich starkem Beschuss."
 
Lianha holte tief Luft und griff dann nach einem bisher unangetasteten Wasserglas um daraus zu trinken, während das Gesagte von den Offizieren um sie herum noch verarbeitet wurde. Amun meldete sich schließlich und Lianha nickte auffordernd, sich am Wasserglas festhaltend.
 
"Ist es möglich, dieses System auch im normalen Betrieb zu nutzen, parallel zu regulärem Phasergebrauch?"
 
Die Trill schüttelte den Kopf, schluckte den letzten Rest Wassers herunter und setzte das Glas ab. "Nein. Die Energiefrequenz, die für die PVM genutzt wird, ist mit dem regulären Einsatz der Phalanxen inkompatibel. Sie würden, wie gesagt, nicht einmal Kratzer in eine 0-8-15 Tritaniumhülle brennen. Das Umstellen zwischen den beiden Energiefrequenzen dauert etwas weniger als 7 Sekunden und wird vollautomatisch durchgeführt. Sie könnten natürlich zwischen den beiden Modi hin und her wechseln aber ..."
 
Die OPS fuhr nicht fort sondern hob bedeutungsschwanger die Schultern als würde sie sagen wollen "ist mir doch egal, was Sie mit Ihrer Freizeit anfangen. Fröhliches wechseln, Mr Phaserbank.". Doch sie schwieg für den Moment.
 
"Gibt es an dieser Stelle noch weitere Fragen?"
 
<Hepp in die Runde. Falls keine Fragen würden wir mit den Instruktionen und der Kommandoübergabe fortfahren>
 
</RPG>
 
<SUM>
 
# Ort: USS Artemis, Observationslounge
# Zeit: MD 0.0830
 
Gaspar begrüßt die Rückkehrer, zum ersten offiziellen Vorbriefing an Bord der Artemis. Viel Zeit für Smalltalk ist an dieser Stelle allerdings nicht, Special Inspector Lianha Bur unterbricht die privaten Gespräche mit einem spektakulären Auftritt. Im Folgenden informiert die SFI-OPS die Senior Offiziere der Artemis über die besonderen technischen Details und Fähigkeiten des brandneuen Artemis Refits.
 
</SUM>
 
Submitted by
 
Lt. (jg.) Panalek 
CING USS Artemis
Aka
Fynn
 
AND
 
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Artemis
Aka
Mo Bishop