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Nichts tut für immer weh

Lasse Wittland
 

Hallo zusammen,

das folgende Post ist ein CoPo von Carsten und mir. Hat mal wieder viel Spaß gemacht!

Mit dem Post schließt sich ein Stück weit ein Handlungsbogen, der vor etwas mehr als 4 Jahren begonnen hat, und damit werde ich mich auch von der 'Tradition', die ich in diesen 4 Jahren (mit einer Ausnahme) durchgezogen habe, verabschieden (vielleicht fällt es ja jemandem auf).

Jetzt aber viel spaß beim Lesen!


<RPG>

Ort : Besprechungsraum, Deck 1, USS Korolev
Zeit: MD 3.0200

<quote>

Als Mara ging verließen auch andere den Raum. CJ erhob sich zunächst etwas schwankend, dann aber sicheren Schrittes. Ortrichk und Anna folgten ihm aneinander geschmiegt, und auch Meru verabschiedete sich, um zu ihrem Schiff zurück zu kehren. Yvonne konnte es ihnen nicht verdenken. Die anderen hatten jemanden, zu dem sie gehen konnten. Meru ihr Schiff, Mara ihre Verabredung -und wenn die nicht wäre, Sif-. Anna und Ortrichk hatten einander, und auf Fiona wartete irgendwo da draußen Amun.

Und sie? Sie hatte die Oddy, aber die war weg. Drei ihrer engsten Freunde waren tot oder verschollen, die anderen mit ihren eigenen Sachen beschäftigt. Der letzte Mann, der sich für sie interessiert hatte, war WO Bulber. Er war ein Neandertaler, aber er _hatte_ ihr Rosen mitgebracht. Und war jetzt auch tot. Jemanden, zu dem sie hätte gehen können, gab es nicht mehr.

Sie trank noch einen Schluck und sah zur Seite. Ihr Blick traf sich mit dem von Skyla.

Vielleicht nicht ganz.

</quote>

Sie beobachtete wie sich die CO der Odyssey wie in Zeitlupe von der Wand löste, und für einen Moment vermeinte sie, eine Frostblume in der Form von Skylas Körper an der Wand zu sehen, ehe ihre Augen sich wieder auf Sky fokussierten die langsam, wie in Zeitlupe immer näher kam.
Yvonne wußte nicht, was sie fühlen, wie sie reagieren sollte. All die Worte, die sie Sky damals an den Kopf geworfen hatte gingen ihr durch den Kopf, und der traurige Ausdruck ihrer Augen. Augen, die, wenn man sie lesen konnte, soviel Emotion ausdrücken konnten die die immer kontrollierte Sylenerin niemals an die Oberfläche kommen lassen würde.
Ehe sie sich versah hatte Sky eine Stahlflasche und zwei seltsam geformte Gläser geschnappt und sich vorsichtig neben sie gesetzt. Yvonne erkannte die Flasche sofort. Wie Sky es geschafft hatte ihre Stasisflasche von der Oddy zu retten war ihr zwar rätselhaft, aber irgendwie kam es ihr passend für die eisblonde Frau vor.

Sky reichte ihr eines der speziellen Tar-Aym-Krang Gläser, bis zum Rand gefüllt mir der in allen Farben schillernden und sprudelnden Flüssigkeit, die so typisch für Skys Heimat war. Mikrotropfen benetzen ihre Haut als sie erst das Glas und dann Sky ansah.
“Das letzte Stück Ice ist in diesem Drink,” Sky deutete auf die Flasche, “beinahe das letzte was mir neben meinem Leben von der Odyssey übrig geblieben ist.” Skys Stimme bebte ein wenig.
Sie stieß mit der sprachlosen Yvonne an.
“Ich habe noch nie mein Schiff verloren. Ich bringe meine Schiffe immer zurück, verwundet und blutend vielleicht, aber ich bringe meine Schiffe immer nach Hause, sowie ich meine Crews immer zurück bringe.” Sie nahm einen Schluck.
“Aber diesmal? Diesmal ist die Odyssey nicht mit uns heim gekommen. Und so viele ihrer Crew haben sie begleitet, wurden sinnlos geopfert. Sie sind weg.”

Die Sylenerin schwieg nachdem sie unbewußt Yvonnes eigene Gedanken wiederholt hatte.

Yvonne selber wußte nicht wie ihr geschah. Das Sky ihr ihre harschen Worte nie böse genommen hatte war ihr mit der Zeit klar geworden, trotzdem hatte sie versucht die Barriere die sie so schmerzhaft errichtet hatte aufrecht zu erhalten. Jetzt saß sie da und stellte fest das Sky die einzige richtige Freundin war, die sie noch hatte.

Sie sah ihr in die Augen und hob das Glas zum Gruß in Richtung des Alls.
“Sie sind alle weg. Duorn. Yanu. Stella. Leto. Afonso. Lexi. Nirrod. Alle, die mir etwas bedeutet haben sind fort, auf die eine oder andere Weise. Außer dir. Warum bist du noch hier? Ich habe dir Grund genug gegeben, mich nicht mehr mit dem Hintern anzusehen.”

Yvonne, die in ihrer Zeit mit Sky gelernt hatte deren minimalen Gefühlsregungen zu lesen und zu deuten, sah den Schmerz in den Augen ihrer Gegenüber. Und wunderte sich, wer von beiden von den Ereignissen tiefer verwundet worden war.

“Weil du es nicht verdienst einsam zu sein.” stellte ihre Exfreundin fest. “Du bist nicht die Einzige. Wir alle haben mehr oder weniger verloren. Konnten uns nicht mehr von Freunden verabschieden oder mußten sie in den Tod schicken.” Sie nahm einen Schluck. “Wir sind die Überlebenden. An uns ist es, das Leben zu feiern und ihre Andenken zu ehren.” Sky seufzte tief, “Auch wenn es so unendlich schwer ist manchmal.”

Yvonne nahm noch einen Schluck. “Nach Feiern ist mir gerade nicht zumute. Nicht, nachdem ich das da zu verantworten habe.” Skyla wollte etwas erwidern, aber Yvonne redete weiter.
“Als ich noch auf der Archer war haben wir die Planeten Akkalla und Chorym besucht. Kapitän Tarrychk ist mit den meisten Senioroffizieren auf die Planeten gegangen, und ich hatte das Kommando über das Schiff. Zum ersten Mal für einen längeren Zeitraum. Die alleinige Verantwortung, als ranghöchster Offizier. Kein Kapitän, der im Notfall aus dem Bereitschaftsraum stürmen kann. Zunächst lief alles gut. Dann kamen die Tribbles. Ich will dir die Einzelheiten ersparen, aber am Ende waren 14 Crewmitglieder tot und die Archer ein Schlachtfeld. Was beim zweiten Mal passiert ist weißt du ja - und von der Haliakmon oder der Phoenix will ich gar nicht reden.”

“Unfug.” kommentierte Skyla. “Die Haliakmon und die Phoenix hätte niemand retten können, und die Odyssee war auch dem Untergang geweiht. Und auf der Archer _hast_ du gewonnen. also hör bitte auf so zu tun, als würde ein Fluch auf dir liegen. Das ist seit ein paar Jahrhunderten aus der Mode.”

“Ist es? Was ist dann mit meinem Quartier? Wie oft wurde es zerstört, seit wir uns kennen? Vier Mal? Fünf? Ich habe schon aufgehört zu zählen.”
Sky lächelte. Eines ihrer seltenen, vollen, ungebremsten.
“Was soll ich da sagen? Wann habe ich jemals ein Schiff unbeschädigt von einer Mission zurück gebracht?”
Sie machte eine allumfassende Geste.
“Das wir hier sitzen ist doch Beweis genug dass ich das Pech gepachtet habe, oder?”
Sie stieß Yvonne freundschaftlich in die Schulter.
“Wenn man es so sehen will. Du kannst es aber auch andersherum sehen. Ich habe egal wie schlimm es war trotzdem meine Schiff heim gebracht. Und so solltest du das auch sehen. Du hast immer noch ein Quartier, egal wie oft du es renovieren mußtest.”

“Ja, aber es nervt. Ich muss mich jedes Mal komplett neu einrichten. Möbel. Deko. Vorräte. Kleidung. Ich muss jedesmal von vorne anfangen, mir einen Haushalt zusammenzusuchen. Einerseits ist es ja ganz schön, von Zeit zu Zeit mal umzudekorieren, aber das… von den Dingen, mit denen ich damals auf der Achilles angefangen habe, ist nur noch die Rihanna und dieser komische Strohhut übrig, alles andere ist verloren gegangen. Und auch die Rihanna habe ich vermutlich nur noch, weil ich sie die meiste Zeit in meinem Büro aufgestellt hatte.”
Yvonne nippte an dem Tar und beschloß, das Thema zu wechseln.

“Wie geht es jetzt weiter? Neues Schiff, neues Glück?”

Skylas Mine verfinsterte sich, als sie “Ich denke nicht.” antwortete.
“Ich habe darüber nachgedacht. Wenn ich darum bitte würde, würde das FKOM mir sicherlich ein neues Schiff geben. Sie sind im Krieg, sie brauchen kampferfahrene Offiziere an der Front, insbesondere solche, die auch die selbstmörderischten Missionen ohne mit der Wimper zu zucken zum Wohle der Föderation annehmen.

Aber das kann ich nicht mehr.

Nicht nach dem, was auf Carraya passiert ist.Das FKOM hat uns in Carraya im Stich gelassen. Ich habe ihnen die Berichte geschickt, ihnen gesagt, dass wir das System so nicht halten können und Verstärkung bräuchten - du weißt ja selbst, was daraus geworden ist.”

Yvonne wusste es. Nichts.

“Als Kommodore habe ich Zugriff auf die Stationierungspläne der zweiten Flotte. Natürlich nicht alles, einige Einsätze hatten eine höhere Freigabestufe, aber es hat gereicht. Es _gab_ Reserven, die man uns hätte schicken können, ohne die Front an anderer Stelle zu gefährden. Sie haben es nicht getan. Da ich nicht davon ausgehe das die Admiralität zu dumm war um das zu erkennen heißt das, das sie uns absichtlich im Stich gelassen haben. Und mit diesem Wissen soll ich für sie in das nächste Schiff steigen und wieder mein -und euer- Leben für sie riskieren?”

“Das ist, was du bist.” meinte Yvonne. “Wenn du es nicht mehr bist, wer wirst du sein?”
Sie besah skeptisch ihr Glas. vielleicht sollte sie weniger trinken, der Alkohol ließ sie philosophieren.

“Ich weiß es nicht.” gestand Skyla. “Ich werde mir überlegen müssen, was ich mache. Vielleicht gehe ich nach Sylene zurück, bis sich der Krieg gelegt hat. Oder doch zum FKOM, um herauszufinden, wer hier versucht hat, ein falsches Spiel mit uns zu spielen. Ich könnte natürlich auch einfach mit Chrysla losfliegen und die Galaxis alleine unsicher machen. Ich weiß nur, das ich unter den gegebenen Umständen so nicht weitermachen werde.”
“Alleine?” Yvonne schüttelte den Kopf. “Das habe ich probiert, es hat nicht gut funktioniert. Du brauchst da draussen jemanden, auf den du dich verlassen kannst, der an deiner Seite steht und dir den Rücken frei hält. So jemanden wie Sif für Mara ist.”
“Ja, Mara hat glaube ich keine Ahnung wie glücklich sie sich schätzen kann, Sif zu haben.”
Sie zögerte einen Moment. “Auch wenn ich denke, Sif will mich ins Bett bekommen.”
Yvonne mußte lachen.
“Und dabei hat sie sich so bemüht, es unauffällig zu machen.”
Sky schmunzelte.
“Du weißt davon?”

Jetzt mußte Yvonne überlegen wie sie reagieren sollte. Sif hatte sie gefragt, ob sie ein Problem damit hätte. Die Dämonin war ein Succubus, und ihre Antennen waren hochempfindlich wenn es um Emotionen ging. Sie hatte zwar zugestimmt und sie sogar noch ermutigt, aber tief in ihrem Inneren..... Von all ihren Lebensgefährten war Sky die einzige gewesen, die nach der Trennung nicht ziemlich schnell von der Bildfläche verschwunden war. Die XO der ehemaligen Odyssey war sich noch immer nicht sicher, wie sie zu Sky stand.
“Ja, ich weiß es. Sie war vor einiger Zeit bei mir und hat mich um meinen Segen gebeten. Ich hatte überlegt, ob ich dich vor ihren Ambitionen ‘warnen’ sollte, dachte mir dann aber, das du eine erwachsene Frau bist und deine Entscheidungen selbst treffen kannst - und das es mich auch nichts angeht, mit wem du was tust. Nicht mehr.”

“Nicht mehr.” bestätigte Skyla wehmütig. Eine kurze Stille trat ein.

“Hat sie?” erkundigte Yvonne sich. So ganz los ließ sie das Thema doch nicht - Trennung hin oder her. “Dich ins Bett bekommen, meine ich?”
Die Sylenerin schüttelte den Kopf.
“Nein. Noch nicht.”
“Noch?” setzte Yvonne nach.”Würdest du denn....?”
“Noch. Ja. Nein. Ich weiß es nicht. Sie ist faszinierend. Wenig Wesen wie sie sind bekannt. Es gab einmal eine ähnliches Wesen auf DS9, aber das war nicht ganz dasselbe. Wäre Sif nicht Sif würde sie wahrscheinlich vom ganzen Quadranten als Bedrohung unseres Universums gejagt. Aber sie hat bewiesen, das sie keine ist, immerhin hat war sie es, die das Tor in ihre Heimat permanent verschlossen hat, und hat dabei einen Großteil ihrer Kräfte aufgegeben.”
Sky lehnte sich an Yvonne, die reflexartig ihren Arm um sie legte. “Außerdem habe ich eine Schwäche für schöne.... Menschen.”
Sie grinste ihrer Ex von unten herauf ins Gesicht.
“Und menschlich schaut sie aus, sogar in ihrer Dämonenform.”

“Dämonenform?” hakte Yvonne nach. Sie selbst war nach wie vor der Meinung, das es Magie, Dämonen und ähnliches nicht gab, und sie war etwas irritiert, das Skyla dies so bereitwillig hinzunehmen schien.

“Wie sie wirklich aussieht, nicht die Gestalt, die sie die meiste Zeit anlegt, um nicht so sehr aufzufallen.” erklärte die Sylenin. Wusste Yvonne nicht, wer Sif wirklich war? ”Wobei sie in ihrer Menschengestalt immer noch die Blicke auf sich zieht. Mara hat mir Bilder gezeigt. Als sie an Bord kamen hatte ich gewisse.. nennen wir es Bedenken.”
“Und jetzt?”
“Jetzt überlege ich ernsthaft sie in mein Bett zu lassen.” lächelte Sky verträumt.
“Immerhin kann ich dich ja nicht mehr haben.” konnte sie sich nicht verkneifen nachzusetzen.

“Ich habe mit ihr geschlafen.” eröffnete Yvonne.

Skyla sah sie fragend an.

“Mit Sif. Nachdem wir uns getrennt haben, lange danach. Erinnerst du dich an die klingonischen Gefangenen, die wir auf Carraya gemacht haben, und daran, das sie kurz davor waren, sich gegenseitig ins Jenseits zu befördern? Sif hat irgendetwas mit ihnen gemacht, wodurch sie lammfromm wurden. Aber sie mich dafür um etwas gebeten.”

“Das du mit ihr schläfst?”

“Sie hat etwas von ‘erden’ und ‘Energien ableiten’ gesagt. Aber im Endeffekt war es Sex, ja. Ich weiß bis heute nicht, ob es ihr Ernst war oder ob sie sich das nur für mich ausgedacht hat - ich meine, Dämonen, das ist doch albern. Aber sie _hat_ gewisse Talente, und es gibt in der Galaxis seltsamere Dinge als das, also… wer weiß.”

“Und wie war sie?” forschte Skyla weiter.

Yvonne verzog die Lippen zu einem Lächeln. “Lass es mich so sagen: Wenn du sie einlässt dürfte das zu den besseren Entscheidungen deines Lebens gehören.”

“Und wie war Mara?”

“Du hast es gewusst!” Yvonne schubste die Sylenin teils empört, teils überrascht von sich weg.
“Du hast es die ganze Zeit gewusst?”

“Mara hat mir von eurem Stelldichein erzählt.” gab Skyla zu. “Sie hat mir auch erzählt, das du am nächsten Morgen ziemlich schnell CAT verlassen und danach einen Bogen um die Beiden gemacht hast.”

“Weil ich sie nicht auch noch verlieren wollte.” erklärte Yvonne nach einem Moment. “Ich mag die Beiden als Freundinnen, auch wenn es keine so enge Freundschaft ist wie sie es mit Afonso oder dir war. Das ist der andere Fluch, der auf mir liegt: Wem ich zu nahe komme, den verliere ich.”

“Mich hast du nicht verloren.” flüsterte Skyla. “Ich war immer da, auch als du mich ein Monster genannt und aus meinem Büro gestürmt bist.”

Jetzt lehnte Yvonne sich an Sky.
“Ich weiß. Obwohl ich nicht weiß, warum. Jeder andere hätte im besten Fall nie wieder ein freundliches Wort mit mir gewechselt.”
“Warum? Weil du mich ein Monster genannt hast? Weil ich in einer Situation in der es nur einen Ausweg gegeben hat, diesen gewählt habe, so schmerzhaft er auch war?”
Sie legte ihren Arm um Yvonne und hielt sie fest. “Denkst du wirklich, ich wusste nicht, wie nahe Afonso und du euch wart?”
Yvonne schwieg lange.
“Du wußtest es?”
“Süße, du bist bei ihm eingezogen ohne ihn zu fragen. Ich war nicht die einzige, obwohl alle anderen wahrscheinlich vermutet haben, das da was zwischen euch lief.”
“Du etwa nicht?”
“Ich geb zu, anfangs war ich mir unsicher, aber später? Ihr seid nicht wie Geliebte miteinander umgegangen, eher wie Geschwister.”
“Ich vermisse ihn. Mußtest du ihn von Bord schicken?”
Sky schwieg lange.
Das Verhalten ihres ehemaligen XOs konnte sie sich bis heute nicht erklären, aber es hatte das für ein FO Team nötige Vertrauen ineinander so nachhaltig zerstört, das Sky gar keine andere Wahl gehabt hatte als sein halbherziges Rücktrittsgesuch anzunehmen.
“Weißt du, daß du mich nie danach gefragt hast? Ich meine warum ich seinem Rücktrittsgesuch nachgekommen bin?”

“Brauchte ich nicht.” erklärte Yvonne mit einer ruhigen Stimme, die nicht so recht zu den folgenden Worten passen wollte. “Ich wusste, das du es getan hast, weil er dir widersprochen hat, und seine Enttäuschung über dein Verhalten sehr offen gezeigt hat. Und das dein Ego es dir nicht erlaubt hat, darüber hinweg zu sehen.”

“Du warst an diesem Tag auch nicht sehr freundlich zu mir.” erinnerte Skyla. “Ist das auf dich zurückgefallen?’”

Yvonne seufzte.
“Vielleicht wäre es besser gewesen wenn ja. Aber das war mir in dem Moment egal. Ich war einfach nur sauer auf dich. Weil du ihn so weit getrieben hast, das er alles hinschmeißt und abhaut, anstatt zu versuchen, einen anderen Weg zu finden. Ich will gar nicht sagen, das er nicht auch seinen Teil zu der Eskalation beigetragen hat, aber du hast nichts unternommen, um ihn zu halten. ‘Das Vertrauen war nachhaltig erschüttert’, ich weiß. Ratana hat wer weiß wie viele Leute abgeschlachtet als sie der Hauptmann war, Sif eine Invasion aus der ‘Hölle’ vorbereitet. Deine Spezailoffizierein ist eine Diebin, deine EO eine fahnenflüchtige Schmugglerin. Mit keiner von uns hast du derartige Vertrauensprobleme wie mit jemandem, der nur seinen Frust darüber, das er sich von dir hintergangen fühlte, artikuliert hat.
Und ja, das nehme ich dir übel. Afonso war ein guter Kerl, und er war mein Freund. Und du hast ihn mir weggenommen.”

Sky schwieg lange und starrte aus den Fenstern. In weiter ferne kam Carrayas Zentralgestirn in ihr Blickfeld. Einsam und unerreichbar.
“Ich habe ihn dir nicht weggenommen,” meinte sie schließlich. “Ich mochte ihn. Ich hatte ihn gerne als XO. Ich habe ihm Brücken gebaut nach dem.... Vorfall. Er hätte nur eine einzige davon beschreiten müssen, aber es war ihm denke ich etwas sehr menschliches im Weg.”

Yvonne gab nur ein undefiniertes Schnauben von sich. Sky beschloß, das als Aufforderung zu sehen, fortzufahren.

“Als Offizier der Sternenflotte hätte er akzeptieren müssen, daß ich das Wohl aller über seine werte Befindlichkeit stelle. Stellen muß. Nicht nur weil es mir in den Genen liegt, sondern auch weil es der einzige Weg war größeres Blutvergießen zu verhindern. Du kennst mich gut genug um zu wissen, das ich niemals freiwillig jemanden zurück lasse. Und auch schon das Wohl des Einzelnen über das Wohl der Mehrheit gestellt habe. Aber da ging es um viele Leben versus seinen Gefühlen. Ich habe es ihm erklärt. Beispiele gebracht. Ihn gefragt was er denn besser gemacht hätte. Da hatte er übrigens keine Lösung. Aber ihm stand sein Stolz im Weg. Eine der menschlichsten aller Eigenschaften hat ihn dir weg genommen. Ich war nur der Stolperstein über den sein Stolz ihn letztendlich hat fallen lassen.”
Sie schwieg lange.
“Nach dem was er mir an den Kopf geworfen hat ist er gut aus der Krise ausgestiegen. Mit intakter Karriere.”
Dann nahm sie einen Schluck.
Mit Wehmut in der Stimme meinte sie dann “Du hättest mir schon ein klein wenig Vertrauen können.” während sie sich an Yvonnes Schulter lehnte.

“Hätte ich das?” fragte Yvonne zurück. “Du hast uns doch auch nicht vertraut. Wie war das denn mit Mara und diesem Ausbruch? Das habt ihr beiden ganz allein ausgetüftelt. Kein Wort zu deinem EO, kein Wort zu deiner 2O. Niemanden hast du eingeweiht, der nicht absolut unerlässlich war. Aber wir sollen dir vertrauen.”

“Es stand viel auf dem Spiel.” erwiderte Skyla leise. “Es war wichtig, fundamental, das alles so echt wie möglich wirkte, und das niemand Verdacht schöpfte. Und damit meine ich nicht dich oder Fossi. Euch wollte ich nicht täuschen. Aber ich brauchte eine möglichst unschuldige Reaktion, etwas, was nicht nur echt wirkte, sondern echt war. Wenn du es so nennen willst, ja, dann habe ich euch benutzt. Euch Informationen vorbehalten, um meinen Plan durchzuziehen. Aber ich war -und bin es noch immer- überzeugt, das es so nötig und sinnvoll war. Hin und wieder muss man als CO blindes Vertrauen einfordern, und das war so eine Situation.”

“Er hat das anders gesehen.” sagte Yvonne. Hatte sie auch. Tat es immer noch. Es hatte weh getan zu erfahren, das ihr Kapitän und ihre Geliebte ihr nicht zutraute, eine überzeugende Vorstellung zu liefern. Aber sie kannte Skyla, sie wusste, dass der Sylenin ‘die Mission’ vielleicht nicht _das_ Wichtigste war, aber nahe dran. Und wenn sie glaubte, das ‘die Mission’ dadurch in Gefahr war, dann war es -aus Skylas Sicht- völlig logisch, sie und Afonso nicht einzuweihen. Vielleicht hatte es mit ihren jungen Jahren auf der Straße zu tun, Yvonne hatte keine Ahnung, aber Skyla schien in manchen Situationen selbst immer noch Probleme mit Vertrauen zu haben.

“Ich habe versucht, es ihm zu erklären. Er wollte nicht hören, war viel zu besessen von seiner fixen Idee, ich hätte ihn vor der Admiralität schlecht gemacht.”

“Hast du nicht?”

Skyla überlegte, ehe sie den nächsten Satz formulierte.
“Ich habe etwas gesagt, was man falsch verstehen konnte. Er hat es. Die Admiralität? Ich denke nicht. Yvonne, du kennst mich. Ich stelle nicht jemanden vor der Admiralität bloß, nur weil ich eine Meinungsverschiedenheit mit ihm hatte.”

Jetzt war es an Yvonne, etwas zu sagen, aber auch sie ließ sich einen Moment Zeit. Sie ahnte, dass das was sie gerade gehört hatte, mehr war als nur eine Rechtfertigung.

“Ich habe dich nicht wegen dieser Sache verlassen.” meinte sie schließlich. “Nicht nur zumindest. Es war ein Vorwand, eine Gelegenheit, es zu beenden, ehe etwas schlimmeres passiert, und mit einem Rest von Würde. Nicht so wie damals mit Yanu.”
Sie nahm einen Schluck Tar und bereute es sofort. Skyla ließ der Menschin die Zeit, bis ihre Augen nicht mehr tränten und sie wieder ordentlich Luft bekam.
“An das Zeug werde ich mich nie gewöhnen.”
“Es ist sowieso der Letzte.”
“Ich werde ihn nicht vermissen.”
“Ich schon. Aber ich denke Mara hat noch was.”
Yvonne stöhnte, was Skyla zu einem Lächeln veranlasste. Schnell wurde sie aber wieder ernst.
“Es liegt nicht an mir, über das zu urteilen was damals zwischen dir und Leutnant Isha geschehen ist. Das hast du selbst schon zu genüge getan.” meinte sie schließlich. Persönlich kannte sie Yanu Isha, einen Catellaner, der zusammen mit Yvonne auf der Archer Dienst getan hatte, nicht. Sie wusste von ihm, was Yvonne ihr in vertrauteren Zeiten erzählt hatte, und was sie über ihre Verbindung über Dingens gesehen hatte - den Rest konnte sie sich zusammenreimen. Das er ein lieber, aber etwas stiller Zeitgenosse war. Das die beiden eine ganze Weile zusammen waren, und das Yanu, nach allem was sie wusste, Yvonne wirklich geliebt hatte. Sie mochte ihn auch, doch während Yanu von einer gemeinsamen Zukunft mit ihr träumte, war die Beziehung für sie eher ein angenehmer Zeitvertreib, ein ‘sicherer Hafen’, wie sie es einmal gesagt hatte, von dem aus sie immer wieder mal wieder aufbrach, um in fremden Gewässer zu fischen- gewisse Parallelen zu Afonso waren hier unübersehbar. Yanu schluckte das lange, bis es zum Knall kam, der Yvonne die Augen öffnete. Sie versprach Yanu, aufzuhören, und er verzieh ihr. Eine Weile lang hatte es wohl gut funktioniert, bis zu diesem folgenschweren Landurlaub, bei dem einiges aus dem Ruder gelaufen war, was die EO bis heute verfolgte.

“Du hast mir erzählt, was damals passiert ist. Ich wusste, worauf ich mich einlasse.” erklärte Skyla.

“Ich wollte es nicht schon wieder verbocken. Und ich wusste, früher oder später würde es wieder passieren. Das wollte ich dir nicht antun. Nie wieder jemandem.”
Yvonnes Stimme war zu einem Flüstern geworden; sie vermied es, Skyla anzusehen und starrte stattdessen auf den Boden ihres Glases.

Die Sylenerin streichelte ihr über die Wange.
“Denkst du wirklich, nur weil du durch fremde Betten ziehst bin ich beleidigt? Oder eifersüchtig?”
Sie grinste breit. “Es ist schön, wenn du deine terranischen Moralmaßstäbe anlegst, aber bei mir? Fehler. Großer Fehler. Und das wußtest du, zumindest intellektuell. Aber ob dein Herz das auch verinnerlicht hat? Ist es so schwer für dich, dir vorzustellen das es jemanden gibt der dich bedingungslos akzeptiert? Mit all deinen Ecken und Kanten, die du an dir selbst so haßt?”

Sie zog die Menschenfrau zu sich und flüsterte ihr ins Ohr.
“Nur weil du noch nicht die Richtige gefunden hast bedeutet das nicht, das du sie nicht noch findest. Was du allerdings noch lernen mußt, ist sie festzuhalten wenn du sie siehst.”

Yvonne nickte, dann legte sie die Arme um Skyla und drückte sie an sich.
“Ja, vermutlich muss ich das.”

</RPG>


<SUM>

Ort : Besprechungsraum, Deck 1, USS Korolev
Zeit: MD 3.0200

Yvonne und Skyla sprechen sich aus. Endlich.

</SUM>


Bis dann,
Lasse


Dellen und dolle Dinger

Fynn Ansome
 

<rpg>
# Ort: Odyssey, Hangar
# Zeit: MD 08.0440
# Ball: anwesende Personen und Personal
 
<quote https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/659>
Kurz bevor Ilvaria stehen blieb, hatten sich die beiden mit kreisenden und fließenden Bewegungen vor sie gesetzt. Die beiden gingen in eine knieende Position und die Stangen bildeten ein perfektes Dach über der Botschafterin.
</quote>
 
Im Gegensatz zu den Herr- und Frauschaften Gaspar und Yvonne, ihres Zeichens CO und XO, waren nicht alle Anwesenden im Shuttlehangar so herausgeputzt. Paradeuniformen, pah. Sternenflottenprotokolle, pah! In einiger Entfernung (weit genug weg um von den Gästen nicht als Teil des Begrüßungskommitees misverstanden werden zu können) stand Pan in seiner üblichen, gold-geschulterten Alltagsuniform, lehnte an einer Traktorstrahlgeneratorsteuerungskonsole und beobachtete das Spektakel. An der Konsole neben ihm stand eine Technikerin aus seinem Stab und führte eine Diagnostik der Traktorstrahlgeneratoren 1 bis 3 durch, die für ihren Geschmack soeben deutlich versagt hatten.
 
"Was für ein Tam-tam.", murmelte der Andorianer und seine Antennen neigten sich abweisend nach Links und Rechts. "Eine willkommene Abwechslung zu den letzten Monaten, Sir.", murmelte die Technikerin zurück ohne von der Station aufzusehen. Pan sah sie einen Augenblick lang an. Die Crew der alten Odyssey hatte so einige  Kampfeinsätze auf dem Buckel und auch dem Teil des technischen Stabes, der auf die neue Odyssey übernommen worden war, merkte man dies deutlich an. Elin war Beweisstück A, fand Panalek.
 
Die Halbschwedin trug noch immer tiefe Furchen in der Stirn und dunkle Ringe unter den Augen. Bei nächster Gelegenheit hatte der CING vor, seinen Teams den nötigen Landurlaub zu ermöglichen. In der Zwischenzeit würde er für die bestmögliche und engmaschige psychologische Betreuung sorgen.
 
"Stimmt schon.", gab er zu und atmete tief durch.
 
<quote https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/659>
Beim Ende ihres Satzes knallten die beiden Stangen auf den Hangarboden und das Licht des Hangars ging für einen Moment komplett aus. 
</quote>
 
Elin keuchte gequält auf als das Licht aus ging. Doch Pan, der sich soeben aufgerichtet und angespannt hatte, hörte sie nicht. Stattdessen legte er seine Faust etwas zu schnell auf der Steuerkonsole ab als das es leise gewesen wäre und bellte ein paar andorianische Kommentare die der Schiffscomputer nicht übersetzte. Jugendschutzfilter, pah!!
 
"Ich hoffe, dass einer der neuen 'Gäste' selber die Dellen aus dem Deck schlägt!", endete er. Und dann ging das Licht wieder an.
 
 
# Ort: Odyssey/ Lagerhalle
# Zeit: MD 05.2335
# Ball: Ratana (und wer sich noch hinzugesellen möchte)
 
<quote https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/657>
Nach einigen Liedern stieg der DJ allerdings wieder auf etwas mehr Mainstream-Musik um, was Alizadeh ihm kurz übel nahm, aber auch nachvollziehen konnte. Sie XO beschloss, etwas trinken zu gehen. Mit einer Handbewegung strich sie sich die nach vorne gekippten Haare aus dem Gesicht. In der Ecke der Lagerhalle gab es eine improvisierte Bar und sie näherte sich der Theke.
</quote>
 
In Gedanken ging die EO bereits das Menü durch während sie sich in Richtung Bar bewegte und sie wollte gerade nach einem der ausliegenden PADDs greifen, als ihr von der Seite ein basslastiges "Commmmmmander!" entgegengeschwallt wurde.
Eine Schweißperle löste sich aus ihrer Stirn und endete in ihrer rechten Augenbraue während die Persin, noch immer schwerer als gewohnt atmend, den Kopf nach Rechts wandte.
 
"Mr Panalek.", antwortete sie und nickte ihm zu. Die Dauer der Bewegung nutzte sie um den Ingenieur zu mustern. Der Andorianer war noch immer in voller Uniform, hatte jedoch den vorderen Reißverschluss der Jacke geöffnet. In der rechten Hand hielt er ein großes Bierglas mit einer dunkelgrünen Flüssigkeit darin.
 
"So nennt mich nur meine Mutter.", frotzelte der Andorianer und schwenkte das Glas etwas überschwänglich durch die Gegend. "Nennen Sie mich doch Pan.", fügte er dann hinzu und führte sich das Getränkgefäß an die dunkelblauen Lippen.
 
Soraya grinste und nickte bestätigend und wandt sich ihrem Gegenüber ganz zu. Deutete dann auf das Glas.
 
"Was trinken Sie, Pan?"
 
"Andorianisches Bier."
 
"Das probier ich mal.", gab Soy zurück und schaute über die Linke Schulter, ob ihre Bestellung gehört worden war.
 
Der Kellner hinter der Bar, ein schneidiger, junger Caitianer, griff nach einem leeren Glas und reichte es ihr schließlich gefüllt zurück. Die EO nippte an dem Getränk, schmatzte mit den Lippen und nickte dann.
 
"Haben Sie sich schon eingelebt?", fragte sie um spontan das Thema zu wechseln und keine Beurteilung über das Getränk abgeben zu müssen. Vermutlich musste sie es in einem nüchteren Zustand nochmal probieren um eine ordentliche Bewertung abgeben zu können.
 
Der Andorianer zuckte mit den Schultern. "Als ob ich nie weggewesen wäre.", antwortete er in Hinsicht darauf, dass er die Odyssey (da noch Galavant) vor nicht all zu langer Zeit im Japori-System quasi eigenhändig wieder zusammengeschraubt hatte.
 
"Es gibt noch genug zu tun bei Mann und Maschine aber wenn es Ihnen nichts ausmacht, würde ich lieber nicht über die Arbeit reden. Ich werd das Kätzchen schon zum schnurren bringen."
 
Es war nicht sonderlich einfach, sich über die Lautstärke hinweg zu unterhalten doch die humoristischen und ernsten Nuancen in seiner Stimme konnte Soraya doch auseinanderhalten. Bei ihrer ersten Begegnung war der Andorianer in ihrer Erinnerung weniger.. gesprächig. Vermutlich hatte er heute mehr als nur dieses eine Bier intus. Sie nickte erneut und nahm einen Schluck von ihrem.
 
"Wenn ich Gaspar richtig verstanden habe, kennen Sie ihn schon sehr lange.", änderte sie also erneut das Thema.
 
"Seit mehr als.. uff." Der Andorianer begann an der leeren Hand die Finger einzeln auf und ab zu bewegen als würde er zählen. "Lange.", antwortete er schließlich und lachte.
 
"Ich wusste aber schon immer, dass er es mal weit bringen würde. Wir haben andere Ambitionen, verstehen Sie?"
 
//Nein.//, dachte die Perserin, sagte jedoch das Gegenteil.
 
"Sie könnten bestimmt die eine oder andere Geschichte aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit erzählen.", grinste die EO und Pan nickte ausschweifend, ebenfalls weit grinsend.
 
"Joahh.. die eine oder andere mit Sicherheit. Zum Beispiel die von dem Tag, an dem er zum ersten Mal mein Kraut geraucht hat. Ich glaube, er hat nie alle Erinnerungen an diesen Abend zurückerlangt."
 
"Zeug?"
 
"Sie müssen verstehen, dass ich nicht sonderlich gut mit Menschen kann. Oder Bajoranern oder Trill oder.. was ich sagen will ist: ich komme mit Maschinen besser aus als mit anderen vermeintlich intelligenten Lebewesen. Und wennnn ich nicht im Maschinenraum bin oder in einer Je.. Jeffreysröhre rumkrabble oder in meinem Labor hocke, beschäftige ich mich gern mit organischen Maschinen."
 
Soraya hob fragend eine Augenbraue.
 
"Pflanzen, Commander."
 
"Ah!", machte die EO und nickte. "Sie haben dem Captain Tabak für seine Pfeife geschenkt."
 
"Genau. Und neben Tabak baue ich noch die eine oder andere Pflanze an, wenn Sie verstehen."
 
//Ja!//, dachte die Perserin und sprach dieses Mal aus, was sie dachte. Dabei lachte sie und malte sich einen bekifften Gaspar aus, der im Couchlock auf einem Sitzsack herumvegetierte und kicherte.
 
Panalek grunzte amüsiert und nickte bedeutungsschwanger ehe er sich die Reste seines grünen Biers in den Rachen kippte und das Glas überschwänglich auf dem Tresen abstellte. In diesem Moment erschien hinter Pan ein humanoid wirkender, 45 cm hoher Droide, tapperte auf dem Tresen auf das Glas zu, umfasste es mit beiden Ärmchen und trug es in Richtung des Barkeepers. Das Ding musste sich die ganze Zeit auf dem Tresen hinter dem Andorianer, außerhalb der Sichtweite von Soraya aufgehalten haben. Verdutzt schaute sie der kleinen Maschine hinterher und sah dann Pan fragend an.
 
"Was ist das denn?", wollte sie wissen.
 
Der Andorianer zuckte mit den Schultern.
 
"OI. Eines meiner Projekte."
 
"Aus Ihrem Labor?"
 
Pan nickte. "Ich arbeite seit einigen Jahren an diesen kleinen Droiden. Basis-KI, begrenztes Lernvermögen.. eher für generische, simple Aufgaben."
 
"DroidEN? Plural?"
 
Zu dem Bild in ihrem Kopf von einem chillenden Captain Gaspar gesellte sich nun eine Schar kleiner Roboter, die um ihn herum tanzten.
 
"Drei, insgesamt. Drei.", antwortete Pan und streckte OI eine Hand entgegen. Der Droide tapperte auf die Hand zu und ließ sich mit dem metallenen Equivalent eines Hinterns auf der ausgestreckten Handfläche nieder. Ohne Augen, Display und Audioausgabe war es nahezu unmöglich, das Wesen zu anthropomorphisieren und doch hatte Soraya den Eindruck, dass das Ding sich vertrauensvoll und zuversichtlich bewegte.
 
Der Andorianer hob seine Kreation in die Höhe und hielt ihn dann der EO hin.
 
"Er kann zwar nicht viel aber er tut dafür auch nichts. Möchten Sie ihn mal halten?"
 
<nrpg: hepp, Ratty!>
 
</rpg>
 
<sum>
 
# Ort: Odyssey, Hangar
# Zeit: MD 08.0440
# Ball: anwesende Personen und Personal
 
Der blaue CING ist nicht sonderlich erfreut darüber wie die Gäste mit seinem Shuttlehangarbodenschotts umgehen!
 
# Ort: Odyssey/ Lagerhalle
# Zeit: MD 05.2335
# Ball: Ratana, Freiball
 
An der Bar trifft die EO auf den CING und eine seiner Kreationen.
Es werden Ich-kenne-Gaspar-schon-sehr-lange-Geschichten erzählt.
 
</sum>


Die Ankunft der Schatten

Friedemann Hruby
 

Hallo zusammen,

anbei die Ankunft der Tene’Hito. Viel Vergnügen beim Lesen. Vielen Dank an Mo für den Part auf der Odyssey.

<RPG>

Ort: Rendezvous Punkt mit der USS Odyssey
Zeit: MD 08.0430

Das Weltall, unendliche Weiten, wir schreiben das Jahr 4436 der "unsterblichen Ära". 

Die Kälte des Weltalls war in der Geborgenheit des kleinen Schiffes der Tene'Hito nicht zu spüren. Trotzdem waren sich die drei Insassen bewusst, wie lebensfeindlich das Weltall zu ihnen sein konnte. Ein Gefühl, dass sie sehr gut kannten. Ihr Heimatplant Hito VII war ebenfalls sehr feindlich zu einer Vielzahl von Leben. Auch ein Grund warum sich den Tene'Hito für ein Leben unter der Oberfläche des Planeten entwickelt hatten. Ein Leben im Schatten. Wahrscheinlich war es von daher auch kein Wunder, dass auf dem Schiff der Tene'Hito ebenfalls Dunkelheit herrschte. Einige der Schaltflächen glommen in einem dezenten Licht und sorgten so für eine gespentische Beleuchtung.
"Haben wir alles vorbereitet?" lautete die Frage von Ilvaria, der noch relativ neu ernannten Botschafterin der Tene'Hito bei der Föderation.
"Ja Ilvaria Taishi, die Protokolle sind vorbereitet."  Jhalath bediente die Navigation des Schiffes, hatte aber auch dafür gesorgt, dass man der Föderation zwei Programme übermitteln konnte, sobald das Schiff in Reichweite kommen würde.
Ilvaria nickte nur kurz. Das hatte sie hören wollen. Der Universalbüersetzer der Föderation hatte etwas Schwierigkeiten mit der harten und kehligen Sprache der Tene'Hito. Schon bei früheren Treffen hatte man festgestellt, dass es dadurch zu Mißverständnisse gekommen war. Damit der neuen diplomatischen Beziehung nichts im Weg stand, hatten die Tene'Hito ein Programm geschrieben, welches dem Universalübersetzer helfen würde. Dadurch stand einem gemeinsamen Verständnis hoffentlich nichts im Wege.

"Ein Schiff geht unter Warp!" erklang es von Kaelmourn der die Sensoren überwachte und zeitgleich auch die Bedienung der Waffen übernommen hatte.

"Schilde hoch, Waffen ausrichten und auf einen Abfangkurs gehen. Wir wollen unsere neuen Freunde begrüßen!" erscholl es von Ilvaria.

Der kleine, falkengleiche Raumer schoß auf die Odyssey zu. Die Zielerfassung hatte das Schiff erfasst.

"Wir werden gerufen!" stelle nun Jhalath fest.

"Ignorieren sie den Ruf, machen sie zwei Torpedos bereit!"

Hektisch tanzten die Hände über den Touchscreen. Das Schiff der Föderation wurde immer größer. Der große Raumer nahm wieder Fahrt auf. Er brachte sich in eine besser Ausgangssituation. Ilvaria war sich sicher, dass noch keiner an Bord der Odyssey jemals einen Sokol gesehen hatte. Sicherlich rätselte man auf dem Schiff, wer der seltsame Angreifer war. Eventuell ahnte man auch, dass es sich bei dem Schiff um ein Schiff der Tene'Hito handelte. Es war ja schließlich der vereinbarte Treffpunkt.

"Die Schilde der Odyssey sind oben, ihre Waffen erfassen uns, wir werden erneut gerufen. Es klingt dringlich!" Kaelmourn klang leicht gestreßt.

Ilvaria lächelte verächtlich. Sie hatte die leise Ahnung, das Kaelmourn noch nicht wirklich in einem Kampfeinsatz sein Können hatte unter Beweis stellen müssen.  "Beginnen sie mit den Ausweichmanövern!"

Jhalath flog ein irres Muster mit dem Sokol. Die Wendigkeit und Agilität des Schiffes war beeindruckend. Auch die Fähigkeiten der jungen Frau als Pilotin. Kaelmourn hielt sich an seinen Kontrollen fest. Trotzdem hatte er seinen Blick auf die Sensoren fokussiert. "Es gelingt der Odyssey nicht uns in der Zielerfassung zu halten!"

"Gut." Ilvarias violette Augen waren auf das immer näherkommende Schiff gerichtet. Der Abstand zum Schiff der Föderation verringerte sich beständig. Trotzdem erklang nicht einmal der Alarm einer Zielerfassung. Zwei Kilometer vor der Odyssey reduzierte Jhalath die Geschwindigkeit auf Null. Sie deaktivierte die Waffen und die Schilde.

Kaelmourn reagierte behände. "Ein Kanal zum Schiff ist geöffnet Ilvaria Taishi!"

"USS Odyssey, hier ist Sokol 7, ich bin Ilvaria Taishi Feder'eshon. Es ist mir eine Ehre sie zu treffen. Wir übermitteln ihnen zwei Protokolle, das eine enthält eine Verbesserung für ihren Universalübersetzer, das andere ist notwendig für unsere Anwesenheit bei Ihnen an Bord. Sobald beide bei Ihnen installiert sind, würden wir gerne landen. Weißen Sie uns dann bitte die Anflugkoordinaten zu!" Ilvaria hatte diesen Satz im Standard der Föderation gesprochen. Nun wartete sie auf eine Antwort.

*Auf der USS Odyssey*

"Schon da.. schon da!" , keuchte Cmdr. Gaspar Toussaint, als dieser sich in ganze Größe durch die Tür seines Bereitschaftsraums zwängte.  Yvonne, die freiwillig diese Nachtschicht übernommen hatte drehte überrascht den Kopf. Sicher, der Rendezvouszeit mit der Odyssey war geplant gewesen. Trotzdem hatte Ensign Amun, der ebenfalls zu dieser sehr frühen Zeit auf der Brücke war, ganz routiniert das Schiff in Gefechtszustand gebracht, als das Schiff der Tene'Hito  mit dem komplizierten Manöver begonnen hatte. Auch Yvonne hatte sofort reagiert und Emin mit einem Ausweichkurs betraut. Die Niederländerin war schon viel zu lang an Bord eines Raumschiffs um sich von solchen Mätzchen aus der Ruhe bringen zu lassen. 

"Na wenn sie tanzen wollen, lassen wir sie tanzen. Ein bisschen Abwechslung schadet ja nicht", hatte Yvonne gemurmelt. Zur Standardprozedur gehörte natürlich auch eine Statusmeldung an den Captain. Alle hatten allerdings vermutet das dieser seine wenige freie Zeit in seinem Quartier verbrachte. Aber Gaspar hielt an der Angewohnheit fest häufiger im Bereitschaftsraum zu schlafen als in seinem Quartier.  Er war sehr dankbar gewesen das Pan den Wunsch nach einem kleinen Liege, die ganz praktisch in der Wand verschwinden konnte, ohne großes Aufsehen erfüllt hatte. Auch wenn der Andorianer dabei gebrummelt hatte, das er wirklich besseres zu tun hatte als dem Captain ein Bett zu bauen. Yvonne war sofort vom Stuhl des Kommandierenden aufgestanden als Gaspar hereingekommen war, aber dieser schüttelte nur kurz den Kopf. Er wollte das Renard wusste das er ihr vertraute.

"Was haben wir?", wollte der Kanadier wissen, während er seitlich neben der taktischen Konsole stehen blieb. Mit wenigen Sätzen, knapp und präzise, brachte Yvonne ihn auf den neuesten Stand. 

"Sir? Sie rufen uns!", kam es in diesem Moment von Ana, die ebenfalls die Frühschicht eingeloggt hatte. Gaspar drehte den Kopf und nickte Yvonne zu.  

"Ihr Fall." , widerholte er. Die gleichen Worte hatte er auch bei der Beförderungszeremonie benutzt wo Yvonne das Thema das erste Mal aufs Parkett gebracht hatte. Yvonnes Mundwinkel verzogen sich zu einem Lächeln, während sie sich langsam erhob und zwei Schritte nach vorne machtem in den direken Kamerabereich.

"Sir, ihr Subraumruf enthält zwei Multicode Protokolle.", informierte Amun von der taktischen Station aus. 

"Öffnen und Script aktivieren!", befahl Yvonne während sie weiter auf den Bildschirm starrte. 

"Es handelt sich um Übersetzer und Bewegungsprotokolle für die Delegation.", sprach Yvonne in den Raum, ohne festen Adressat. Wenige Sekunden später erscholl die gesendete Nachricht durch die Lautsprecher der Brücke. 

Yvonne nickte kurz. "Sokol 7, hier spricht Commander Renard von der USS Odyssey. Im Namen der Föderation begrüße ich sie im System. Im folgenden übermittel ich Ihnen die gewüschten Landekoordinanten. Deck 6, Landebucht 4. Gerne bieten wir auch unsere Traktorstrahlsysteme an um ihren Anflug zu erleichtern. Drosseln sie bitte für den Landeanflug ihre Geschwindigkeit, sie sind erheblich zu schnell. Willkommen an Bord, Renard Ende."

*Zurück auf der Sokol*

Der Sokol näherte sich immer schneller der Odyssey. Das Schiff ingnorierte dabei immer wieder den Leitstrahl, welche die Odysses anbot um sicher in den Hangar zu gleiten. Jhalath bediente die Konsolen und sich lächelte vor sich hin.

"Ilvaria Taishi, die Odyssey bittet vehement darum, dass wir unsere Geschwindigkeit verringern!"

Ilvaria nickte nur. Sie nahm das zur Kenntnis. Doch es ging hier um ihren Auftritt. Damit wollte sie eines klarstellen. Die Tene'Hito hatten ihre eigenen Regeln und sie hatten gute Piloten. Jhalath wusste wie viel Ilvaria an diesem Auftritt lag. Er sollte genau das richtige Maß haben. Eine Anforderung die Jhalath meistern würde, da war sich Ilvaria sicher. Ansonsten hätte die Kralovna Jhalath nicht ausgesucht.

Die Hangartore der Odysses öffneten sich. In diesem Moment beschleunigte Jhalath den Sokol. Wie von einem Katapult angestoßen schoss er nach Vorne. Die Tore öffneten sich nicht schnell genug. Trotzdem konnte Ilvaria beobachten wie sich das Kraftfeld bereits aufbaute. Es verhinderte das die Atmosphäre aus dem Hangar entwich. Sie war gespannt darauf endlich auf Angehörige der Föderation zu treffen. Die Föderation hatte sich über viele Jahre hinweg immer wieder in Kriege begeben. Dabei hatte sie einige harte Herausforderungen überstanden. Doch seit geraumer Zeit befand sie sich im Krieg mit den Klingonen. Einer Spezies die dafür bekannt war erbarmungslos und unerbittelich Krieg zu führen. Während ihrer Vorbereitung hatte sich Ilvaria mit den Ereignissen in diesem Krieg befasst. Dabei war sie auf die Berichte aus dem Carraya Sektor gestoßen. Einige der Berichte waren als "geheim" eingestuft gewesen. Doch Kaelmourn hatte ganze Arbeit geleistet. Sie war zufrieden mit seinen Ergebnissen. An Bord dieser Odyssey befanden sich einige der Überlebenden aus dem Carraya Sektor. Sie war sich sicher, dass eine spannende Zeit auf sie wartete. Sie hatte eine Aufgabe, eine Mission. Doch dies würde sie nicht daran hindern herauszufinden, was sie herausfinden wollte. Die Kralovna hatte ihre freie Hand gegeben. Ein sardonisches Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. Dies konnte allerdings niemand sehen. Schon vor dem Erstkontakt mit dem "Kontrolleur" hatten sich alle drei Tene'Hito ihre Raumanzüge angezogen, samt Helm.

"Verdammt Jhalath, die Hangartore öffnen sich nicht schnell genug, Du wirst uns..." Kaelmourn klammerte sich immer noch an die Kontrollen seiner Station.

Ein mitleidiges Lächeln seiner Schwester traf ihn. Doch dies konnte er nicht sehen, da sie ja den Raumanzug anhatte. "Kael, Du musst lockerer werden. Sonst bist Du es doch auch!"

Der Sokol zog kurz vor dem Hangartor noch einmal hoch. Jhalath drehte einen perfekten Looping und als sie diesen beendete, führte sie den Jäger der Tene'Hito in eine Schräglage. Sie schossen durch das Kraftfeld. Es befand sich kaum Spiel zwischen den Flügeln des Jägers und dem Hangartor, welches sich immer erst noch öffnete.

Kaum war der Jäger in den Hangar eingedrungen schien es so, als würde er in der Luft stehen bleiben. Ein Knall erscholl im Hangar. Die Crew der Odyssey richtete ihren Blick zu den Traktorstrahlprojektoren, doch diese hatten noch nicht reagieren können. Das Schiff der Tene'Hito war von jetzt auf nachher in der Luft stehen geblieben.

Langsam sank es zu Boden. Rote Lichter tasteten dabei den Hangar ab und warfen ein gespentisches und unheimliches Szenario über alle Anwesenden. Das Schiff setzte auf dem Hangarboden auf. Die Flügel zogen sich in das Schiff ein. Die Landebeine hatten das Aussehen von Krallen. Diese bohrten sich in den Stahl des Hangarbodens. Sie wirkten wie kräftige Beine eines Raubvogels.

Als die Flügel sich eingezogen hatten, öffnete sich eine Luke am unteren Bauch des Sokols. Dichte Dampfschwaden füllten den Ausstieg und den Hangar. Zwei Gestalten in Raumanzügen betraten die Rampe und kamen aus dem Jäger heraus. Die Helme der Raumazüge glühten dort rot, wo die Augen von Menschen oder Humanoiden gewesen wären. Beide trugen eine Stange mit sich. Diese Stange glühte ebenfalls in Rot. Als sie den Hangar betraten veränderte sich das Lichtverhältnis. Es wurde merklich dunkler. Das zweite Protokoll der Tene'Hito erledigte seine Arbeit. Die Lichtverhältnisse wurden auf die Bedürfnisse der neuen Gäste angepasst. Wobei das so nicht stimmte. Die Tene'Hito hätten auch in absoluter Dunkelhkeit noch etwas gesehen. Hier handelte es sich lediglich um ein Dämmerungsprotokoll welches dafür sorgte, dass die grellen Lichter auf die Augen der Tene'Hito angepasst wurden. Eigentlich wäre es nicht nötig gewesen, solange diese noch in ihren Raumanzügen steckten, denn diese sorgten automatisch für die richtigen Lichtverhältnisse. Doch Ilvaria hatte das Protokoll so programmieren lassen, das es bei ihrem ersten Auftritt schon in Kraft trat.

Langsam schritt die Botschafterin nun die Rampe herab. Auch sie trug ihren Raumanzug. Dieser wirkte auf alle Terraner wie eine mittelalterliche Rüstung. Diese war komplett in Schwarz, doch war mit einem selten Silber ein Muster in die Rüstung eingearbeitet. Diese silber reagierte mit der Umgebugnsbeleuchtung und funkelte und strahlte einen übeirrdischen Glanz aus.

Der Helm der Rüstung gab den Blick auf Ilvarias violette Augen frei. Sollte sie es wünschen, würde sich die Augenpartie zur Not auch verdunklen. Doch sie genoß diesen Auftritt. Über ihrer Schulter ragte das Schwert hervor, welches ihr als Zeichen für ihr neues Amt verliehen worden war. Es war ein Schwert welches Rang und Namen hatte. Doch niemand, der einmal eine Tene'Hito im Schwertkampf erlebt hatte, würde solch eine Waffe für reine Zierde halten. Vielleicht würde die Crew der Odyssey das erleben können, vielleicht auch nicht.

Der Sokol stieß erneut Dampfschwaden aus. Ein roter Umhang hing von Ilvarias Schultern herab. Gemessenen Schrittes kam sie dem Hangarboden immer näher. Die Hörner ihres Helmes verliehen ihr ein dämonisches, unnatürliches Aussehen. Der Stahl ihrer Raumstiefel knallte auf der Rampe und dann auf dem Hangarboden. Langsam näherte sie sich der Delegation der Sternenflotte. Als sie nur noch wenige Schritte von Commander Toussaint entfernt waren, begannen Jhalath und Kaelmourn mit den Stangen einen wirbelnden Tanz aufzuführen. Kurz bevor Ilvaria stehen blieb, hatten sich die beiden mit kreisenden und fließenden Bewegungen vor sie gesetzt. Die beiden gingen in eine knieende Position und die Stangen bildeten ein perfektes Dach über der Botschafterin.

Jhalath rief laut in etwas rauem Föderationsstandard. "Dies ist Ilvaria Taishi Feder'ershon, die Erhabene, ruhmreiche und gesegnete Botschafterin. Sie ehrt die Crew der Odyssey mit Ihrer Anwesenheit. Sterbliche die ihr seid, vergesst diesen Augenblick nie, Ruhm und Ehre dem Volk der Tene'Hito, Ansehen und Macht der Föderation!"

Beim Ende ihres Satzes knallten die beiden Stangen auf den Hangarboden und das Licht des Hangars ging für einen Moment komplett aus. In diesem Augenblick erfasste der Sokol die Botschafterin in einem rotsilbernen Licht. Es wirkte als hätte sich eine Aura um Ilvaria gebildet. Diese griff an ihren Helm und nahm ihn ab. Sie schüttelte ihr weißes langes Haar und band sich dann ein schwarzes Tuch, welches mit silbernen Fäden durchzogen war vor ihre Augen. Ihre violetten Augen glühten hinter dem Tuch. Dann verneigte sich Ilvaria.

"Ich bitte hiermit offiziell um die Aufnahme meiner Delegation auf ihrem Schiff Cmdr. Toussaint," dann richtete sie ihren Blick auf Yvonne, "und natürlich auch sie Cmdr. Renard!"

</RPG>

<SUM>

Ort: Rendezvous Punkt mit der USS Odyssey
Zeit: MD 08.0430

Die Abgesandten der Tene'Hito fordern der USS Odyssey einiges ab. Die Ankunft ist alles andere als Normal. Gerade auch an Bord der Odyssey zieht die Botschafterin Ilvaria alle Register, die ihr zur Verfügung stehen.

</SUM>

submitted by
Friddi
aka
Ilvaria Taishi Feder'eshon


Ankomme, Freitag den 13.

Lasse Wittland
 

Hi ihr,

noch was für den Sonntagabend. Viel Spaß


<RPG>

Ort : Transporterraum 1, Deck 7, USS Odyssee (die jüngere)
Zeit: MD 8.1040

Aus das Flimmern des Transporters schälten sich Konturen heraus, bildeten einen Transporterraum mit drei wartenden Personen. Paul wartete, bis das letzte Leuchten des Rematerialisierungsprozesses verschwunden war und musterte die Anwesenden.

Der Erste stand hinter der Transporterkonsole und las irgendwelche Werte ab. Der war uninteressant. Nummern Zwei und Drei standen etwa mittig zwischen der Platform und der Tür und bildeten wohl sein Empfangskomittee. Zwei war ein hochgewachsener Mensch mit braunem Haar und einer Kumpelausstrahlung, die ihn Paul sofort sympathisch machte - jemand, mit dem man Abends nach dem Dienst noch ein Bier trinken ging und über die Marotten des Kapitäns lästern konnte.
Drei war auch ein Mensch, reichte zwei aber nicht einmal bis zur Schulter, weshalb er sie im ersten Moment für eine Ferengi hielt. Der ernste und leicht grimmige Ausdruck in ihrem Gesicht passte dazu, damit endeten die Gemeinsamkeiten aber auch schon - tatsächlich fand Paul sie durchaus attraktiv.

Leider sagten die beiden Paul nichts. Ein nagendes Gefühl in seiner Bauchgegend sagte ihm, das es vielleicht doch keine so gute Idee gewesen war, letzten Abend mit der hübschen Tellaritin ausgegangen zu sein anstatt endlich die seine Versetzungsorder angehefteten Informationen über die Galavant zu lesen. Andererseits war es ein schöner Abend gewesen, und mit Situationen wie dieser hatte er schon Erfahrung.
Schnell scheckte er die offensichtlichen Informationen ab. Beide in roten Uniformen - Führung oder Sicherheit. Zwei war laut den Pins am Hals Kommander. Für den 2O auf so einem kleinen Schiff war das zu viel, also würde er entweder der Kapitän oder erster Offizier sein (so viel zum gemeinsamen trinken und lästern). Aber würde der Kapitän einen einfachen Fähnrich persöhnlich abholen? Drei war einen Rang unter ihm - vielleicht 2O, oder Schefin der Sicherheit. Oder auch EO. So oder so, Zwei war der wichtigere der bedien, also würde er sich an ihn halten.

Er straffte sich und vollführte einen besonders zackigen Salut.
"Kommander, Fähnrich Paul Reinert meldet sich zum Die.. NEIN!"

Etwas braunblondes stürmte an ihm vorbei auf die beiden Offiziere zu; Ert, der auf dem Transporterpadd neben ihm materialisiert war, hatte die ausholende Bewegung offenbar als Kommando mißverstanden und rannte auf Drei zu. Die fixierte den Hund mit ihrem Blick und knurrte ihn an - was offenbar Wirkung zeigte, denn Ert versuchte irritiert seinen Kurs zu ändern, rutschte dabei auf dem glatten Schiffsboden aus und krachte in Zweis Beine. Mit einem überraschten Ausruf ging der zu Boden. Ert rappelte sich schneller wieder auf und versuchte auf seine Weise dem Menschen zu zeigen, das er es nicht böse gemeint hatte und dieser bitte nicht auf ihn sauer sein sollte.

"Ert! Lass das! Sofort!" versuchte Paul die Situation unter Kontrolle zu bringen. Erfolglos. Sein Hund schlabberte Zwei mit der Zunge durch das Gesicht, währed der versuchte, nach hinten zu robben und sich an der Wand hochzuziehen, was wiederum Ert zu verhindern versuchte, indem er sich auf Zweis Brustkorb setzte.

Die Situation wurde schließlich von Drei aufgelöst, die Ert ohne viel Federlesens am Halsband packte und zu Paul schleifte.
"Festhalten."

"Danke, Ma'am." meinte Paul, kramte nach seiner Leine und ließ den Karabiner am Halsband einrasten. Währenddessen rappelte Zwei sich wieder auf und zog seine Uniform gerade.

"Ist Ihr Hund immer so ungestüm?"

"Normalerweise nicht." antwortete Paul. "Aber ich habe heute morgen vergessen, ihm das Valium ins Futter zu geben, also..."

Paul blickte in zwei irritierte Gesichter. Drei, wenn man den Transporterchief mitrechnete.
"Das war ein Scherz." erklärte er. "Ich bin ihr neuer Komikoffizier."

"Unser was?" fragte Drei.

"Komikoffizier. Wie Kommunikationsoffizier, nur kürzer. Kompakter. Und es beschreibt meine Lebenseinstellung ziemlich gut." erklärte Paul. Mein Gott, was für ein schreckliches Publikum, hier würde noch viel Arbeit auf ihn zukommen.

"Wenn Sie diese Abkürzung erst jedem erklären müssen dauert das insgesamt einiges länger als wenn Sie nur 'Kommunikationsoffizier' sagen." warf Zwei ein.

"Ja, aber ich muss es nur einmal erklären." konterte Paul. "Danach ist es kürzer."

"Sie könnten auch einfach COMM sagen." schlug Drei vor. "Dann weiß sofort jeder, was gemeint ist."

Paul nickte eifrig und salutierte erneut - diesmal etwas zurückhaltender, damit Ert sich nicht wieder unnötig animiert fühlte loszustürmen.
"Wie Sie meinen, Ma'am. Paul Reinert, der neue COMM, herbeordert vom COMMando der Sternenflotte, bittet um Erlaubnis an Bord der Galavant COMMen zu dürfen."

Zwei und Drei wechselten Blicke.

"Odyssee." meinte Drei schließlich.
"Dieses Schiff heißt Odyssee."

Nun war es an Paul, verwirrt zu sein. Hatten die Heinis auf der Station ihn auf das falsche Schiff gebeamt? Und dann wären diese beiden Humorsenken gar nicht seine Vorgesetzten? Da hatte er wohl noch mal Glück gehabt...

"Wir haben die Galavant umgetauft. Zu Ehren der Leistungen eines großen Schiffes der Sternenflotte." sagte Zwei, der Pauls Verwunderung erkannt hatte.
"Haben Sie das Memo nicht bekommen, Fähnrich?"

...oder auch nicht.
"Doch, natürlich. Ich hab' nur.. Ert. Er hat mich aus dem Konzept gebracht, mit seiner Einlage gerade. Mir war klar, das ich auf die Odyssee geh'."

Drei nickte langsam.
"Sicher."

</RPG>

@Mo, Linda: Wenn ihr dem Neuen noch was zu sagen habt...



<SUM>

Ort : Transporterraum 1, Deck 7, USS Odyssee (die jüngere)
Zeit: MD 8.1040

Paul kommt auf der Odyssee an, wo Gaspar und Soraya sich einen ersten Eindruck von ihm machen können.

</SUM>


Bis dann,
Lasse


Wilde Feten - Harte Nächte

Ratana Tiru
 

<rpg>

Ort: USS Odyssey, Deck 13, Zuchthaus
Zeit: MD 6.0243

Im Zuchthaus hatte die feucht-fröhliche Party der Marines gerade ihren Höhepunkt erreicht. Anekdoten. Mal mehr, mal weniger übertrieben.

„Jedenfalls wussten wir, das Greenhorn musste gebührend in unserer Mitte empfangen werden. Das grüne Gift hatte ihm so richtig den Arsch aufgerissen bei der Rekrutenprüfung. Aber bestanden hatte er, “ schilderte Charles gerade eine Begebenheit von vor einigen Jahren, bei denen ein Offiziersanwärter im Spiel war. Den Teil, das er mit eben diesem eine Affäre gehabt hatte und der junge Offizier so ganz und gar nicht etwas für Frauen übergehabt hatte, verschwieg er galant. Nur wenige in seinem Umfeld wussten, dass Charles nicht der Weiberheld war, für den er sich gerne ausgab.

„Wir haben dann überlegt, wie wir den üblichen Willkommen-in-der-Mannschafts-Abend etwas spannender gestalten könnten und dann hat Bull sich auf in die Wäscherei gemacht, “ tönte Charles Killroy und setzte zur schauspielerischen Untermauerung seiner bisher nur verbalen Ausführung an, indem er mit den Händen eine ausladende Oberweite vor seiner Brust formte. „Das hat ihn dann nochmal ´ne Flasche meines Scotchs gekostet, aber die haben ihm tatsächlich die Uniform von Tiru ausgehändigt.“

Die Menge rund um Charles Tisch gröhlte. „Jedenfalls hat die Tänzerin in dieser risianischen Kaschemme die dann auch tatsächlich angezogen und ich will euch sagen…“ Mit einem mehr oder minder galanten Satz, der Abend war schließlich schon lang und alkoholreich gewesen, war Charles auf den Tisch gesprungen. Die Gläser und der Tisch wackelten kurz unter dem Gewicht des frischgebackenen Marine Captains und dieser suchte einen Moment das Gleichgewicht, indem er mit den Armen ruderte. Was aber ein echter Schotte war, ließ sich aber von ein paar Gleichgewichtsproblemen nicht aushebeln.

„Ich kann euch sagen, dass der Junge einen heißen Abend hatte…..“ Der Schotte hatte die Arme hinter dem Kopf gekreuzt, machte kreisende Bewegungen mit der Hüfte und langsame Tanzschritte mit den Füßen. Sein Publikum johlte wieder.

„Bull war am Ende des Abends so dicht, dass der seine 3. Frau geheiratet hat, obwohl er noch mit Nummer zwei verheiratet war…“ Die Marines johlten wieder. „Jedenfalls hatten wir alle immer sehr viel Spaß mit unserem Bull, insbesondere, wenn Frauen im Spiel waren. Der Gute wusste es zu Leben.“

Charles, von Alkohol und Zustimmung beflügelt,  setzte einen drauf und zog sich die Jacke aus, schleuderte sie über seinem Kopf im Kreis, im Takt der immer lauter johlenden Horde der Umstehenden, just bis zu dem Moment, wo er vor lauter Übermut die Jacke fahren ließ und diese die Gläser auf dem Tisch von MGySgt. Reynolds und dem im Armdrücken ungeschlagenen Küchen-Bolianer abräumte.

<Ball an Sascha>

# Zeit: MD 05.2330
# Ort: USS Odyssey/ Lagerhalle

Soraya Alizadeh hatte ganz vergessen wie toll es sich anfühlte zu tanzen. Die kleine Perserin hatte die Uniform um die Jacke und den Pullover erleichtert und tanzte im Tanktop zu andorianischem Techno. Ziemlich geile Mucke, fast so geil wie klingonischer Punkrock. Kam insgesamt nicht ganz an tellaritischen Dark Metal ran, aber hatte ähnlich fiel Bass wie Gorn-Grunge. Zumindest war es dem DJ nach das Härteste, was er so im Repertoire hatte. Die Wände der Lagerhalle, in der ein improvisierter Club eingerichtet war, vibrierten bis in die Decks darüber und darunter mit.

Ihr blaues Haar hatte sich aus dem Styling befreit und wackelte wild mit ihrem Kopf mit. Ihre Tattoos tauchten immer nur schemenhaft in den Lichtreflexen auf.

Tanzen, das konnte sie und das liebte sie. Die Musik musste nur schnell, laut und martialisch sein. So hatte es nicht lange gedauert und dem interstellaren Kuschelrock war ihrer Forderung nach etwas härterem gewichen.

Anfangs hatten die anderen Crewmitglieder noch ein wenig irritiert geschaut, aber seit die Uniformjacke in die Ecke geflogen war, störte es keinen mehr, dass dies die Erste Offizierin war.

Die flackernden Lichter, der Rhythmus der Musik. Fast konnte man vergessen wo man war, würden hier nicht fast ausschließlich Personen in Uniform tanzen. Das war vielleicht auch der Grund dafür, dass die anderen eher etwas verhalten versuchten der Musik zu folgen.

Headbangend tobte sie über die Mitte der Tanzfläche, Schweiß stand auf ihrer braunen Haut. Die Augen waren geschlossen und sie genoss das Wummern der Bässe, welches bis in ihre Knochen und das Zwerchfell fuhr. Kein Gefühl des Universums war besser.

Nach einigen Liedern stieg der DJ allerdings wieder auf etwas mehr Mainstream-Musik um, was Alizadeh ihm kurz übel nahm, aber auch nachvollziehen konnte. Sie XO beschloss, etwas trinken zu gehen. Mit einer Handbewegung strich sie sich die nach vorne gekippten Haare aus dem Gesicht. In der Ecke der Lagerhalle gab es eine improvisierte Bar und sie näherte sich der Theke.

  <Freiball>


Ort: USS Odyssey, Amuns Quartier
Zeit: MD 6.0700

Eigentlich hatte sie etwas ganz anderes im Sinn gehabt als sie zurück aufs Quartierdeck wollte. Doch, die Führsorgepflicht einer Marine Offizierin, die galt wahrscheinlich auch für besoffene Acamarianer.

Und so hatte sie Amun nicht nur in sein Quartier gebracht, sondern auch dafür gesorgt, dass er die in Mitleidenschaft gezogene Kleidung loswurde und sein Bett fand.

Da sie den sichtlich mitgenommenen Acamarianer nicht alleine lassen wollte, hatte sie versucht auf seiner Couch zu schlafen, die leider für Junior Offizier Quartiere üblich, sehr kurz war.

Ratana Tiru schaute mit einem Blick aufs Chronometer. Es war sieben Uhr. Toussaint hatte in weiser Voraussicht den Dienstantritt für die Alphaschicht auf zehn Uhr verschoben. Sie lauschte den Schlafgeräuschen aus dem anderen Zimmer und wog ab, ob sie vielleicht noch ein oder zwei Stunden in ihrem Quartier ein Auge zu machen sollte.

Die Orionerin war übermüdet, hatte sie doch ehrlich gesagt kein Auge zugetan. Langsam streckte sie ihre Glieder und stand von der Couch auf. Ein Blick in das Schlafgemach offenbarte ihr, dass er tatsächlich noch immer wie einen Teddybären ihre Uniformjacke in den Armen hielt.

Eigentlich hatte sie diese nur ausgezogen, damit sie nicht schmutzig wurde und als sie vom Replikator mit Wasser und Kopfschmerzmittel zurückkam, da hatte er schon friedlich geschlafen, die Jacke eng umschlungen.

Ratty seufzte und beschloss, dass sie die Jacke später holen würde. Sie brauchte eine Mütze voll Schlaf oder drei bis vier Tassen Raktajino. Gähnend strich sie sich durch das mittlerweile nicht mehr geglättete Haare, was die unbändige Lockenmähne nicht besser machte und trat ganz in übermüdeten Gedanken aus dem Quartier des TAK auf den Gang. Auch wenn sie nichts getrunken hatte, wirkte sie zumindest als wenn sie ziemlich hart gefeiert hatte.

Beinahe wäre sie dabei in Lt. Mannix gelaufen, der ebenfalls auf dem Weg in sein Quartier war.

<Ball an Phil und Mo>

</rpg>

<sum>

Ort: USS Odyssey, Deck 13, Zuchthaus
Zeit: MD 6.0241

Die Marines feiern mit Anekdoten ihre gefallenen Kameraden und Charles übertreibt es etwas.

Ball: Sascha

# Zeit: MD 05.2300
# Ort: USS Odyssey/ Lagerhalle

Soy tanzt eine Runde in der Lagerhalle und geht dann an die Bar.

Ball: Freiball

Ort: USS Odyssey, Amuns Quartier
Zeit: MD 6.0700

Ratana hat die Nacht auf Amun aufgepasst und macht sich nun auf den Weg in ihr Quartier, dabei trifft sie ausgerechnet auf Cal Mannix.

Ball: Phil/Mo 

</sum>

 Submitted by

Ratty T.

Lt.Cmdr. Alizadeh / Major Tiru


Rollkragenpullis und Party

Mac MacKenzie
 

So,

ein abendliches Post. Ich hab noch ein paar Szenen die aber eher melancholischer Natur sind im Kopf und die hier in das nicht gepasst hätten plus es wäre dann noch länger geworden. 
Also keine Sorge die Tage kommt nochmal was von mir.


<RPG>
 
# Zeit: MD 03.2210
# Ort: USS Galavant / Dirty Old Alchemist (Kneipe)
 
Fiona fluchte leise vor sich hin und trank einen Schluck von dem Gebräu das sie hier Bier nannten. Whisky wäre ihr gerade lieber gewesen aber sie brauchte für ihre Aufgabe einen halbwegs klaren Kopf.
 
"Das gibts doch nicht, verdammt das kann doch nicht so schwer sein." brummte sie weiter vor sich hin bis sie schließlich eine weitere Frachtliste diesmal der Starbase öffnete.
 
"HA! Hab ich dich!" rief sie aus und etliche Köpfe drehten sich in Richtung der Schottin die davon nichts mitbekam. Zu sehr war sie in das PADD und die darauf befindlichen Daten vertieft.
 
"Was hast du?" fragte jemand plötzlich und allein am Akzent wusste Fiona das Charles hab hinter ihr stand. 
 
"Moncour." grollte Fiona und brachte Charles mit diesem Wort allein dazu sich zu ihr zu setzen. "Ich wusste genau das ich den verdammten Sarg evakuiert hatte und die Trottel haben es irgendwie geschafft ihn zu verlieren." erklärte sie dann und Charles wurde bleich.
 
"Was?" fragte er doch die CSO der Odyssey oder hieß es nun EX-CSO? grinste breit.
"Keine Sorge ich hab sie wiedergefunden. Sie steht in einem der Frachträume der Station. Hier." gab sie ihm dann das PADD. "Den Transport zur Erde darfst du organisieren. Ich brauch jetzt ne Mütze voll Schlaf. Mein Quartier auf diesem Kahn sollte inzwischen fertig sein." kommentierte sie noch ehe sie den Rest Bier austrank und sich dran machte die Kneipe zu verlassen. 
 
Fast war es wie Urlaub. Keine Verpflichtungen hier an Bord zu haben. Kein Dienst am nächsten morgen. Gut das Abschlussbriefing stand noch an aber sonst ... hatte sie tatsächlich nichts zu tun. 
 
Außer vielleicht Amun über den Weg zu laufen. Etwas, dass sie in den zwei Stunden, die nun an Bord der Galavant war, hatte vermeiden können.
 
Eigentlich hatte sie ein Quartier auf der Korolev aber die platzte fast aus allen Nähten und als man angeboten hatte auf der Galavant Quartiere einzurichten hatte Fiona einfach angenommen ohne groß darüber nach zu denken. 
Sie war sich ziemlich sicher das man ihnen dieses Angebot nicht gemacht hätte wenn sie ohne Skyla Lyma an Bord gekommen wären. 
 
Die meisten der anderen waren noch auf der Korolev und das war Fiona im Moment gar nicht mal so unrecht. Sie brauchte eine Weile für sich allein. Ohne die anderen. So sehr sie deren Gegenwart genoss -
zu viel war in zu kurzer Zeit passiert und Fiona brauchte Abstand. Und wenn es nur für ein paar Stunden war. 
 
 
# Zeit: MD 04.0730
# Ort: Messe, USS Korolev
 
<QUOTE>
„Ihr seid alle Trauzeugen und nach der Sitte der Menschen, müsst ihr ALLES organisieren“; klärte Ana weiter auf und blickte auch zu dem neuen grünen Rudelmitglied, „Sie auch!“
 
Nun war das PADD vor Schreck auf der Tischplatte gelandet.
</QUOTE>
 
Fionas Reaktion war ... 

 
Mehrmals setzte die Schottin dazu an etwas zu sagen nur um dann ohne ein Wort wieder zu verstummen. 
 
Yvonne war es schließlich die sich als erste fasste und den beiden überschwänglich gratulierte. 
 
"Das sind wundervolle Nachrichten! Und natürlich übernehmen wir die Organisation!" erklärte sie während Fiona blass wurde.
 
"Tun wir da?" krächzte sie leise. "Offensichtlich." murmelte Emin der selbst nicht genau wusste wie er sich nun verhalten sollte. 
 
"Ähm, ja natürlich. Also .. herzlichen Glückwunsch." brachte Fiona schließlich stockend hervor. 
 
"Wird es eine betazoidische Hochzeit?" fragte nun Emin der sich daran erinnerte etwas dazu gelesen zu haben und da Ana Betazoidin war lag die Vermutung nahe das ...
 
"Auf gar keinen Fall!" erklärte diese nun jedoch energisch so das Emin glatt einen Schritt zurück ging. 
 
"Ich will Rollkragenpullis!" meinte sie dann weiter und Fiona schüttelte den Kopf. 
 
"Rollkragenpullis ... " wiederholte Fiona und fragte sie ob jemand sie mal endlich aus diesem Alptraum aufwecken könnte. Und tatsächlich meldete sich in diesem Moment ihr Kommunikator und die Stimme der EO der Galavant erklang und bat Fiona zu einem Gespräch. 
 
"Jesus H. Christ. Das hatte ich völlig vergessen. Das Abschlussbriefing. Entschuldigt mich und ähm ja also erzählt mir später was ihr in Bezug auf die Hochzeit noch so besprochen habt." ergriff die rothaarige Schottin abrupt die Flucht und prallte an der Tür auch noch mit Amun zusammen. 
 
Der wirkte tatsächlich erfreut und hielt Fiona einen Moment länger im Amr als es eigentlich schicklich gewesen wäre. 
 
"Hey ich ..." begann er doch Fiona schnitt ihm mit einer Handbewegung das Wort ab.
 
"Später, ich muss zur Galavant." erklärte sie und ließ den verdutzten Acamarianer einfach stehen. 
 
<nrpg: Ball mal weiter roll >
 
 
 
# Zeit: MD 04.1120
# Ort: Aussichtsdeck USS Galavant 
 
Die Aussicht hatte etwas. Die Station, die ganzen Schiffe in deren Mitte sie herumflogen. Es wirkte fast ruhig. Ruhig genug zum nachdenken auf jeden Fall. 
 
Um die Zeit war das Deck auch nicht unbedingt gut besucht so das sie selbst hier allein war. 
 
Das Gespräch mit Lt.Cmdr. Alizadeh ging ihr immer noch im Kopf herum. Das Gespräch und die Frage ob sie sich vorstellen könnte als CSO auf die Galavant zu wechseln. 
 
Konnte sie? 
 
Fiona war sich nicht sicher. Nach allem was sie erlebt hatte im Krieg ... sollte sie hier nun irgendwelchen Diplomaten den hochwohlgeborenen Hintern tragen? 
Es war nicht so als wäre diese Arbeit nicht wichtig. Der Schutz von Diplomaten konnte unter Umständen Kriege verhindern. Es wäre genau die _ruhige_ Art Arbeit nach der sie sich immer gesehnt hatte. Zwar auf einem Raumschiff und nicht zurück auf der Erde aber ... 
 
Sie könnte auch gehen - zurück zur Erde. Einfach mit Skyla Lyma davonfliegen. Es war ohnehin fraglich ob die 'Truppe' zusammen bleiben würde. Wahrscheinlicher war das sie in alle Winde verstreut werden würden. 
 
Es war also auch die Frage ob sie einen neuen Anfang wollte. Neue Leute, neue Vorgesetzen, neue Freunde - vielleicht?
 
"Hier steckst du also." erklang Amuns Stimme und ließ Fiona zusammen zucken. "Ich könnte fast vermuten du gehst mir aus dem Weg." erklärte er dann und Fiona seufzte ehe sie sich zu ihm drehte. 
 
Himmel wieso musste er sie jetzt genau so ansehen. Auf diese Art. Mit seinen braunen Augen. Der Blick allein genügte um ihre Knie weich werden zu lassen.
 
"Vielleicht tu ich das ja auch?" gab sie dann eine Spur schärfer zurück als beabsichtigt und sah an dem kurzen Aufblitzen in seinen Augen das sie ihn damit wirklich getroffen hatte.
 
"Oh." meinte er und trat von einem Bein auf das andere. "Dann - lass ich dich wohl besser wieder allein." entschied er sich schließlich für den Rückzug. 
 
Diesmal gab Fiona dieses ungehaltene Schnauben von sich das er nur zu gut kannte. 
 
"Ich hab deine PADD nicht gelesen, Amun aus dem Hause Thalrasil." erklärte sie dann plötzlich. "Und wen du sowas nochmal machst dann sieht zu das du es überlebst damit ich dich anschließend umbringen kann." brummte sie dann weiter und sah völlige Verwirrung in seinem Gesicht. 
 
"Wenn du nicht Mann's genug bist mir ins Gesicht zu sagen was du mir sagen willst dann will ich es nämlich auch nicht wissen wenn du tot bist, verstanden? Weil wenn du tot bist dann kann ich daran nichts mehr ändern und muss dann mit dem Wissen leben eine Chance verpasst zu haben und das ist verdammt unfair." sprudelte es aus ihr raus.
 
< nrpg: und Hepp :-) ich weiß ich bin fies ^^ gern auch Copo>
 
 
 
# Zeit: MD 06.0030
# Ort: Dirty Old Alchemist
 
Die Party war in vollem Gange und auch wenn sie anfangs zögerte war Fiona Schottin genug um sich nicht lange Bitten zu lassen.
 
Ein Texaner aus der Taktik hatte den Fehler gemacht und sie zum Wetttrinken herausgefordert mit dem Ergebnis das er am Ende einen halben Striptease hinlegte und einen Countrysong grölte während Fiona sich lässig den nächsten Drink gönnte. 
 
"Verlieb dich nie nie nie niemals nie in das Mädchen hinter der Theke ..." grölte es von der Bar und Fiona stimmte kurz mit ein ehe jemand sie zum tanzen aufforderte was sie sehr genoss.
 
Es tat tatsächlich gut endlich einmal einem Abend so völlig unbeschwert zu sein. 
 
"Woher kennst du die ganzen Lieder?" fragte Amun nachdem sie sich schließlich von ihrem Tanzpartner los gerissen und sich wieder an den Tisch gesetzt hatte. 
 
"Ich bin Schottin." grinste sie als würde das alles erklären und musterte das bunte Gemisch in seinem Glas. Wenn er bei dem Gesöff blieb würde das noch ein böses Ende mit ihm nehmen. Dennoch oder vielleicht gerade deshalb prostete sie ihm zu und zwang ihn damit einen weiteren Schluck zu nehmen. 
 
"Warst du auf der Akademie nie auf einer Party?" fragte sie dann. 
 
"4 - 3 - 2 - 1 - Earth below us, drifting, falling  - komm schon das is ein Klassiker den musst du kennen." sang sie dann das nächste Lied mit und zog nun Amun in Richtung Tanzfläche.  
 
"Kennen schon aber du willst mich glaub nicht singen hören." rief er dann während er versuchte dem Alkohol in seinem Körper Paroli zu bieten und seine Bewegungen an die Musik anzupassen.
 
"Unsinn." grinste Fiona und ließ sich von Amun wieder zurück an den Tisch geleiten. Die Musik verstummte und die Gespräche nahmen Überhand.
 
Fiona nutze die Pause und begann im Takt mit dem Händen auf den Tisch zu klopfen.
 
<nrpg: https://www.youtube.com/watch?v=wiRnVmR6fJQ >
 
"I am my mother’s savage daughter, The one who runs barefoot, cursing sharp stones. I am my mother’s savage daughter, I will not cut my hair, I will not lower my voice. My mother’s child is a savage. She looks for her omens in the colors of stones, In the faces of cats, In the fall of feathers, In the dancing of fire and the curve of old bones." begann sie zu singen und hatte nun alle Aufmerksamkeit auf sich gelenkt.
 
<nrpg: ball in die Luft werf >
 
 
</RPG>
 
<SUM>
 
# Zeit: MD 03.2210
# Ort: USS Galavant / Dirty Old Alchemist (Kneipe)
Fiona findet den vermisst gegangenen Sarg von Juliette DeMoncour und überlässt dann Killroy den Rest der Angelegenheit
 
 
# Zeit: MD 04.0730
# Ort: Messe, USS Korolev
Bevor Fiona etwas falsches zur der Hochzeitsankündigung von Ana und der Katze machen kann wird sie zum Glück vom Ruf der EO der Galavant gerettet.
 
 
# Zeit: MD 04.1120
# Ort: Aussichtsdeck USS Galavant
Amun findet Fiona endlich auf dem Aussichtsdeck der Galavant und versucht mit ihr zu reden wird dann aber von Fiona erstmal grob abgekanzelt
 
 
# Zeit: MD 06.0030
# Ort: Dirty Old Alchemist
Fiona füllt Amun ab und genießt den Abend mit Tanz und Gesang in vollen Zügen
 
</SUM>
 
--
 
submitted by
 
Mac


The Odyssey Era - Teil 12: Dies sind die Abenteuer...

Ratana Tiru
 

Teil 12: 

Hey liebe Crew!

Endlich endlich...

Mit diesem Post Nummer 12 beenden Linda und ich die Postingreihe "The Odyssey Era". Danke für die zahlreichen lieben Kommentare und das Interesse! Wir hatten unglaublich viel Spaß und die Aussicht das wir bald endlich auch wieder das Gruppen Dokument der Odyssey benutzen können und viele verrückte Ideen schreiben und ausprobieren macht uns beide sehr glücklich! :)

Zur Plotsperre: Mit diesem Beitrag geben wir auch die direkte Handlung um den Wechsel frei. Wir freuen uns sehr auf eure Ideen und Plots die direkt auf den Wechsel Bezug nehmen. (Bitte noch nicht über MD 6 hinaus!) 

Ein paar weitere Informationen über Mission, Hintergrund und Homepage wird separat über den anderen Verteiler kommen. 

So und nun viel Spaß beim Lesen! 

Lieben Gruß
Mo und Linda

<RPG>

Ort: USS Odyssey, Deck 13, Vor den Kneipen
Zeit: MD 5.0241

Es gab drei Dinge, die die Stimmung unter Marines heben konnten: Eine gute Partie Poker, der Besuch nicht ganz jugendfreier Etablissements oder aber ein zünftiges Besäufnis. 

Wenn sich die frischgebackene Major Tiru für eines davon entscheiden musste, wählte sie in der Regel die Partie Poker, obwohl dies vor allem von den anderen Marines gerne mit Besäufnis kombiniert wurde. An den Ausflügen hin zu körperlichen Freuden hatte sie kein Interesse, wurde sie doch, politisch nicht ganz korrekt, häufig für Personal dieser Art von Etablissements gehalten.


Die Mehrheit der Marines hatte die Worte von Commander Toussaint als Aufforderung zum Besäufnis gesehen und diesen Auftrag sehr ernst genommen. Die Mehrheit der Sternenflottler hatte sich dem angeschlossen, wobei dabei doch etwas mehr Maß zu herrschen schien als bei den Grünröcken. 

Ratana Tiru hatte es des Anstands halber sehr lange im "Zuchthaus" ausgehalten und festgestellt, dass Armdrücken gegen den Bolianer aus der Küche anscheinend das Gaudi des Abends war. Selbst Killroy, geschult durch Edinburgher Kneipen, hatte verloren. Wehmütig dachte sie an die zurück, die nicht dabei sein konnten, aber auch das gehörte zum Dienst.
Irgendwann war jemand auf die Idee gekommen auf alle verlorenen Kameraden zu trinken. Es zog sich immer noch, gepaart mit lustigen und schmutzigen Anekdoten zu den jeweiligen Personen. Nachdem Killroy, für einen Schotten übermäßig gut dabei, begonnen hatte zu erzählen, wie Bull es angestellt hatte ihre Uniform aus der Wäscherei zu klauen, um sie auf Risa einer orionischen Stripperin anzuziehen, die man dann auf den Nachwuchsoffizier Kevin Michels gehetzt hatte, war das ihr Stichwort gewesen zu verschwinden. 

Der reinen Neugier nach, hatte sie noch einen Blick in den 'Dirty Old Alchemist' geworfen und festgestellt, dass die Stimmung unter den Sternenflottenoffizieren auch nicht gerade nüchtern war. Auf den Gängen zwischen den verschiedenen Feierorten war auch einiges los und das ganze Schiff glich einem beswingten Ameisenhaufen. 

Mit einem letzten Blick den Gang hinunter, beschloss sie für sich ihr Quartier aufzusuchen. Morgen stand Dienst an und sie ahnte bereits, dass der ein oder andere diesen vielleicht nicht ganz so frisch antreten würde.  

Plötzlich drängte sich jemand an ihr vorbei. Er war geradewegs aus dem Dirty Old Alchemist gekommen und hatte es offenbar eilig. Eine Gestalt die ihr sehr bekannt vor kam.

"Ah! Ein hochdekorierter Krieger aus dem Hause Thalrasil!", bemerkte sie spöttisch, Amun nahm allerdings keine Notiz von ihr. Er hielt sich mit beiden Händen schwer atmend an der blank polierten Wand des Gangs fest. 

"Sie hätte ich woanders erwartet.", sagte Ratana ruhig. 

"Mir... ist so schwindelig...", kam es zögerlich von der jämmerlichen Gestalt, die nur wenige Stunden zuvor Amun aus dem Haus Thalrasil gewesen war. Ratana reckte den Kopf zur Seite um kurz einen Blick in das Lokal zu werfen. Vielleicht lies sich rekonstruieren was der Acamarianer...

"Grapefruit Snowball oder Rough Horn?", las sie die Angebote vor, die ein großes Schild direkt über der Bar anpriesen. Wie auf Kommando drehte Amun den Kopf zu Ratana um. Die Orionerin bereute fast das sie was gesagt hatte, den ihr Gegenüber würgte. Aber war zu spät. Mit viel Glück konnte Amun den Kopf grade noch Richtung Wand drehen, bevor er sich heftig übergab. 

"... eindeutig Rough Horn.", sagte Ratana mit neuralem Gesichtsausdruck, auch wenn sie innerlich ein wenig amüsiert war. Als sie aber sah, dass es um den jungen TAK gar nicht gut stand, trat sie langsam zu ihm heran und strich im sorgfältig die Haare aus der Stirn.

"Quartier oder Krankenstation?", wollte sie als nächstes wissen. 

"Q...Quatier...", stammelte Amun benommen. Die Drinks hatten ihm wirklich übel zugesetzt. Er holte tief Luft und blickte Ratana an.

"Nichts... Fiona..sagen.", flüsterte der Acamarianer leise. 

"Keine Sorge.", sagte Ratana ebenfalls mit gedämpfter Stimme. Warum sollte sie auch es auch schlimm finden? Amun schien ihre Gedanken gelesen zu haben, was bei seinem Zustand wirklich bemerkenswert war. 

"S...Schotten sind doch.. ziemlich hart im nehmen.", versuchte er zu erklären. Er wollte also nicht als Weichei dastehen. Umständlich half Ratana Tiru dem TAK auf die Beine und umschiffte dabei mit größtem Fingerspitzengefühl jeden noch so kleinen Kotzefleck. Immerhin war der Großteil des Malleurs an der Wand des Gangs gelandet und nur einzelne Spränkler hatten sich auf Amuns Uniform verteilt. 

Unter gutem Zureden half Ratana dem jungen Mann den Gang entlang. Immer wieder schaute sie sich um, aber glücklicherweise war gerade die Luft rein. Die meisten Crewmitglieder hatten sich bereits zurück gezogen. Und so schaffte es Ratana Tiru Amun unauffällig in sein Quartier zu bugsieren. Unterwegs hatte sie ihm noch an einem der Mannschaftsreplikatoren eine große Dosis Elektrolyte und einen Syncontrolabsorber verabreicht. Er würde also den nächsten Tag halbwegs überleben. 

Einzig beim Turoblift hatten die Beiden Pech mit dem Timing. Eine Person in Offiziersuniform, die ebenfalls auf dem Weg ins Bett war, sah sie an einem der Lifte warten. Unglücklicherweise musste sich Amun nochmals übergeben. Würde es also schon wieder wild Gerüchte über den Acamarianer geben?

<Freiball! :D >

Ort: Shuttlehangar der neuen USS Odyssey 
Zeit: MD 6.1200

Master Gunnery Sergeant Thomas J. Reynolds blickte ein wenig skeptisch auf die Ehrenformation, die sich im Hangar aufgestellt hatte. Auf der einen Seite standen Sternenflottenangehörige. Die Offiziere der ehemaligen USS Galavant und die Offiziere der alten USS Odyssey. Da noch nicht
alle Offiziere wieder über eine Gala-Uniform verfügten, hatte man sich für die Dutyuniform entschieden. Trotzdem sah die Reihe ganz gut aus. Thomas Reynolds sorgte auch persönlich dafür, indem er immer wieder hin und her lief. Gerade eben hatte ein tödlicher Blick seinerseits dafür gesorgt, dass Lt. Mannix den erneuten Versuch sich eine Zigarette anzuzünden abgebrochen hatte.Zumindest stand die Linie endlich gerade. Master Sergeant Nin hatte ihn dabei tatkräftig und vor allem akustisch unterstützt. 

Der frisch ernannte Drill Instructor und Protokollführer der neuen USS Odyssey ließ seinen Blick über die Sternenflottenoffiziere schweifen. Zumindest hatte sich Cmdr. Toussaint rasiert. Die Haare des taktischen Offiziers, die in Zöpfen über die Ohren hingen, ignorierte er geflissentlich, dafür nahm er zur Kenntnis, dass sich Lt. Cmdr. Alizadeh dazu entschieden hatte ihre natürliche Haarfarbe wieder herzustellen. Kein leuchtendes Blau mehr. Cmdr. Renard unterstrich die Festlichkeit des Anlasses durch eine sehr akkurate Flechtfrisur ihrer langen braunen Haare und strahlte mit Ensign Emin um die Wette, der ihn ein wenig an einen Posterboy erinnerte. Lt. Ivoin schien es erstaunlich gut zu beherrschen zu stehen als habe sie einen Stock gefressen, wohingegen die daneben stehende Lt. Jade wohl noch den richtigen Moment abwartete die Lässigkeit beiseite zu legen.  

Auf der anderen Seite standen die Marines seiner Special Force Einheit neben den Marines, die MajorTiru zusammengesucht hatte. Die Marines hatten die Dutyuniform gegen die dunkelblaue Jacke des sogenannten Blue Dress getauscht. Die roten Rangabzeichen der Unteroffiziere kamen darauf besonders zur Geltung, insbesondere Thomas Arme waren voll mit rotgelben Winkeln, die ihn unmissverständlich als Master Gunnery Sergeant kennzeichneten. 

Seit Jahrhunderten hatte sich die Uniform des Marines Corps, angelehnt an die Uniform einer Kampfeinheit eines alten irdischen Nationalstaates, nicht wesentlich verändert. Während die Unteroffiziere deutliche Rangabzeichen und rote Ziernähte auf der Uniformjacke zu blauen Hosen mit rotem Seitenstreifen trugen, fehlten bei den Offizieren die roten Abzeichen und Nähte auf der Jacke. Alle Marines trugen weiße Schirmmützen, die Offiziere mit goldener Schnur über dem Schirm. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal war der Säbel, der nur bei den Offizieren am Sam Browne Belt hing. Nur Thomas als Chef des Protokolls trug ebenfalls einen als Unteroffizier, allerdings unterschied sich die Farbe und Gestaltung des Portepees am Griff. 

Der Gunny war zufrieden mit dem, was er in nicht einmal 35 Minuten hier improvisiert hatte. Das Sternenflottenpersonal hatte er ein wenig treiben müssen, aber es hatte für Schlafanzugträger zufriedenstellend geklappt. Er würde die nächsten Wochen genug Zeit haben das in Perfektion zu bekommen. Und er war sich sicher: Man würde ihn dafür hassen lernen. 

Er schaute kurz auf das Chronometer des Hangars und vergewisserte sich, dass alles bereit war. Es dauerte exakt die 20 Sekunden, die noch übrig waren, bis sich die Schotten des Hangars öffneten, MGySgt. Nin die Bootsmannpfeife betätigte und das einheitliche Geräusch der Marines erklang, die ins Achtung gingen. Selbst Skipper, der am Anfang der Reihe saß, hob den Kopf. 

"Aaaaaachtung," erschallte der Ruf aus dem Gang. "Commodore an Deck," erklang eine weitere weibliche Stimme mit schottischem Akzent. 

Commodore Skyla Lyma betrat den Hangar mit gefassten Schritten, ihr Blick schweifte einmal über die angetretene Ehrenformation. Gefolgt wurde sie von Major Tiru und Lt. MacKenzie. Tiru trug ebenfalls den Blue Dress und die Schottin die Duty Uniform der Sternenflotte, ein wenig aufgepimpt mit dem Weißzeug der Master at Arms des SMC. Die Marine hatte den Säbel gezogen, den Griff an der Hüfte, die Schneide an den Oberkörper gelehnt. Lt. MacKenzie trug auf ähnliche Weise ein Phasergewehr. Es folgte eine Ehrenabordnung von drei Marines und drei Sicherheitsoffizieren, die die Commodore bereits bei Verlassen den Quartiers auf Starbase 24 mit allen Ehren empfangen hatten. Auch diese Ehrenwache war bewaffnet. Reynolds musste sich das Grinsen verkneifen, dass Tiru und MacKenzie sogar jeweils eine Fahne in der Ehrenformation mitführen ließen. 

Der Gunny blieb zu Beginn des Ganges, den die beiden Abordnungen im Hangar bildeten stehen und führte die rechte Hand zum Gruß an die Schläfe. Lyma nickte ihm zu. Auch wenn ihr dieses all zu straffe Protokoll weniger behagte, wusste sie diese Ehre zu schätzen. Dies hier war das große Protokoll für außergewöhnliche Staatsgäste. Mehr Ehrenbezeugung ging nicht, es sei denn man war
tot und Skyla hatte vor ewig zu leben. 

Cmdr. Toussaint löste sich aus der Ehrenformation und trat seitlich neben den Master Gunny. Auch er grüßte die Commodore, die ihm mit einem neuerlichen Nicken zu verstehen gab, dass Beide nun die Ehrenformation abschreiten würden. Der Kanadier hatte sich in aller Eile nochmal den großen Protokolldienst durchgelesen und hoffte, dass er insbesondere vor dem Protokollchef keine schlechte Figur machen würde. In nächster Zeit würde dies zu seinem täglichen Brot gehören und Patzer direkt am Anfang warfen sicherlich kein gutes Licht auf ihn. 
 
Thomas drehte sich in einer fließenden Bewegung zur Seite und trat in einer komplizierten Choreografie weg. Jeder Schritt, jede Armbewegung waren eine bewegungstechnische Herausforderung, denn auch hierfür war das Protokoll eng ausgelegt. Wann hatte er dies nur zuletzt getan? Das war lange her. Aber Drill verlernte man nicht. Seine Schritte waren, dies gestand er sich ein wenig selbstlobend ein, noch so geschmeidig wie zu Zeiten im Protokolldienst der Föderationspräsidentin. Am Ende dieses Schauspiels kam er neben Skipper zu stehen, legte ebenfalls den Säbel an den Oberkörper und gab einen weiteren Befehl, auf den hin Lyma und Touissant loslaufen konnten. 

Die Offiziere und Unteroffiziere an denen sie vorbeischritten hoben ebenfalls die Hand zum Gruß an die Schläfe, wobei der ein oder andere Sternenflottenoffizier darauf verzichtete, denn es war nicht vorgeschrieben. Die Sternenflotte war weitaus weniger militärisch geprägt. 

Skylas Blick streifte die Gesichter derer, mit denen sie länger oder kürzer gedient hatte. Wehmut, Stolz, Zuneigung, Anspannung - die Emotionen waren unterschiedlich, doch sicher war, dass jeder hier für sie hier einstand. Würde sie jemals wieder eine solche Crew ihr eigen nennen können? Was hatte die Sternenflotte mit ihr vor? Diese Fragen würden sich erst in den nächsten Wochen endgültig klären, wenn sie auf der Erde ankam. 

Nachdem Lyma den Ehrenspalier durchschritten hatte, schwenkte die Ehrengarde, die sie begleitet hatte, vorbei und stellte sich links und rechts neben Chrysla auf, die mit offener Rampe wartete. Die Stöcke der beiden Fahnen knallten gleichzeitig auf den Hangarboden und das Geräusch sorgte dafür, dass sich das Ehrenspalier leicht eindrehte, so dass alle in Richtung Chrysla sahen.

Commodore Lyma, der eine seltene Gänsehaut über den Rücken lief, drehte sich vor der Rampe so, dass ihr Commodore Toussaint gegenüber stand. 

"Rühren!"

"Eine Ära endet, eine neue beginnt," fasste Gaspar die Ereignisse der letzten Tage zusammen. "Mit Dank und Anerkennung der Crew der USS Odyssey, Ma'am. Mögen Sie sie nie vergessen." Tiru war neben Touissant getreten und reichte ihm die akkurat zusammengefaltete Schiffsflagge der alten USS Odyssey. Touissant, nahm diese an, eine Hand über und eine unter der Flagge und reichte diese an Lyma weiter. Tiru salutierte und trat in die Ehrenwache zurück. 

"Danke," kam es kurz, aber mit einem Hauch von Emotionalität in der Stimme von Commodore Lyma,deren Hand unmerklich über die Flagge strich. Sie war kein Mensch für emotionale Worte. Die Geste hier zählte mehr. Der magische Moment, der ihr hier gerade zuteil wurde. 

"Erlaubnis von Bord zu gehen, Commander Touissant?" Lymas Blick war beherrscht wie immer, nur ihre langjährigen Weggefährten sahen den Hauch von Wehmut. 

"Erlaubnis erteilt," jetzt salutierte auch Gaspar. "Viel Glück.", setzte der Kanadier so leise hinzu das es nur die Sylenerin hören konnte. Diese zwinkerte ihm zu, während sie ein strahlendes Lächeln aufsetzte. Dann drückte sie die Schultern durch, drehte sich zur Rampe und ging diese empor. Im Eingang der LAU wartete eine blaue, dämonische Gestalt auf sie, um die sie einen Arm schloss. 

Sie drehte sich nicht mehr um. Die Luke schloss sich beinahe geräuschlos. 

Ein Befehl von Reynolds reichte und die Ehrenformation räumte das Hangardeck der neuen USS Odyssey. 

Wenige Minuten später war die LAU frei in den weiten des Weltalls. 

Auf zu neuen Abenteuern. 

</RPG>


<SUM>

Ort: USS Odyssey, Deck 13, Vor den Kneipen
Zeit: MD 5.0241
Die Mannschaft der neuen USS Odyssey nimmt den Befehl ihres Kommandanten sehr ernst. Feucht fröhlich wird bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Hier und da sogar ZU feucht und fröhlich, wovon Ensign Amun ein Lied singen kann.

Ort: Shuttlehangar der neuen USS Odyssey 
Zeit: MD 6.1200

Es ist Zeit lebewohl zu sagen. Commodore Skyla Lyma erhält ein Ehrengeleit der neuen Protokolleinheit der Odyssey. Die langjährige Anführerin geht von Bord. Ziel: unbekannt.

</SUM>

Submitted by
  
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop

LtCmdr. Soraya Alizadeh
EO USS Odyssey
Aka
Ratty


The Odyssey Era - Teil 11: Laudatio & Lametta

Mortimer Bishop
 

Guten Abend!
 
Kurz und knapp: Viel Spaß bei Teil 11! :)
 
Lieben Gruß
Ratty & Mo
 
<RPG>
 
Zeit: MD 5.2023
Ort: (Neue) USS Odyssey, Modul-Ebene A, Aussichtsdeck & Lounge
 
Träge schob sich das Schiff weiter vor. 
 
Um nicht von der Station SB 24 abzutreiben musste die USS Odyssey alle vier Stunden ihren Implusantrieb kurzzeitig aktivieren. "Anschubsen" nannte Gaspar das Manöver. Ach wenn es nicht sonderlich spektakulär klang war es tatsächlich kein Operation für Anfänger. Im dichten Gedränge zwischen Sternenbasis und Schiffen konnte auch ein noch so sparsam gezündeter Impulsstoß für einen großen Crash sorgen. Mittlerweile war es durch die Ankunft der USS Aktune und der USS Tyson noch enger geworden.
 
Aber von dem Trubel draußen bekam die Mannschaft der frischumbenannten USS Odyssey nichts weiter mit. Alle Departments hatten den ganzen Tag mit Hochdruck geschuftet. Vom Technikteam, der Operationsunit bis hin zur Putzkolonne. Das Schiff sollte auf Hochglanz poliert werden! 
 
Besonderer Augenmerk des Teams lag auf dem Kommunikationsmodul, neben der Brücke eins der Herzstücke des Schiffs. Das Modul war auch für gestandene Offiziere etwas außergewöhnliches. In seiner neuen Pracht stand es im Kontrast zu den abgetretenen Teppichböden, die den ein oder anderen Korridor im Hauptschiff zierten. Nicht nur konnten hier die VIP Gäste sich einen völlig autarken Befehlsstand einrichten, das Modul verfügte auch durch seine Lage am höchsten Punkt des Schiffs über eine gigantische Aussicht. Besonders die Aussichtslounge auf Deck A stellte einen beliebtes Ausflugsziel der freien Crews dar. Die gigantischen Panoramasfenster von fast 30 Metern Länge gewährten einen 180° Grad Blick auf SB 24, mit all den angedockten Schiffen. Ein irres Spektakel! 
 
Trotz dieser Aussicht bewegte die Männer und Frauen, die gerade in 16 Reihen vor dem Fenster standen, die Aussicht relativ wenig. Obwohl die Veranstaltung offiziell um 2000 angesetzt war, wartete man noch immer. Die Zeremonie war zwar recht spontan anberaumt worden, nichts desto trotz waren erfreuliche Ereignisse dieser Tage so rar das man doch davon ausgehen konnte das die Mannschaft pünktlich war.
 
Gaspar blickte unauffällig in die Runde. Auf den ersten Blick fiel ihm nur auf, dass der Acamarianer Ens. Amun noch nicht da war. Die Abwesenheit eines Kopfes mit Dreadlocks fiel eben schnell auf. Aber auch die Sicherheitschefin MacKenzie war noch nicht vor Ort. 
 
"Ensign Emin fehlt auch noch", raunte Cmdr. Yvonne Renard dem Kanadier zu. Die Frau in der roten Uniform hatte sich rechts von Gaspar aufgestellt. Links stand wie immer Soraya und musterte die Truppe mit neutralem Blick. Es war etwas seltsam, sich die Stelle des Ersten Offiziers nun zu teilen. Sie musste sich immer wieder sagen, dass es besser so war. Und das stimmte auch. 
 
Eine Person nicht weit weg hatte ganz andere Sorgen. Lt. Panalek stand schon seit etwa sechzehn Minuten in der Reihe hinter Gaspar. Er war extra früher gekommen und dann das! Neben ihm trat eine blonde Betazoidin ungeduldig auf und ab. Sie warf ihm einen sehr schwer zu deutenden Blick zu. Auch die Frau mit den kurzen Haaren war bereits längere Zeit da und hatte sich zu Beginn ein wildes Blickduell mit Pan geliefert. Dann war eine Iskyra Dame hinzugekommen und hatte die Frau in ein Gespräch verwickelt. Pan verdrehte kurz die Augen. Er hasste es für die Unpünktlichkeit der Anderen so bestraft zu werden. Er würde sich die Namen dieser Querulanten merken. Ein technischer Übungsalarm um 0300 morgens würde ihnen schon Anstand beibringen! 
 
Soy beugte den Kopf vor. Sie musste sich etwas strecken um an Gaspar vorbei zu schauen. 
 
"Haben Sie die Depesche aus dem Hauptquartier gelesen, die ich Ihnen weitergeleitet habe?", flüsterte die Perserin. "Schon gelesen und beantwortet.", gab Yvonne Auskunft während ihr Blick vom Ausgang auf ihre Mit-EO ging. "Der VIP Bereich wird bereits hergerichtet. Die genauen Biowerte für die Lebenserhaltung fehlen noch, aber das wird in den nächsten Stunden erledigt sein. Meine Kontakte konnten sonst nichts über Ilvaria Taishi Feder’shon herausfinden. Die Tene’Hito scheinen ein sehr verschwiegenes Volk zu sein. Ich habe Lt. Jade bereits angewiesen den weiteren Kontakt mit dem Schiff der Hito Delegation zu übernehmen."
 
"Sehr gut.", raunte Gaspar, der das Gespräch notgedrungener Weise verfolgt hatte. Immerhin stand er immer noch genau zwischen den beiden Damen. "Gibt es was neues von der zweiten Kommission? Kikonen, wenn ich es richtig im Kopf habe." 
 
Yvonne hob den Blick und fixierte den Kanadier. Sie gestattete sich ein leises Kichern. "Ich denke, die sollten Sie ebenfalls mir überlassen Captain. Die Kikonen halten männliche Exemplare ihrer Spezies nicht geschaffen für politische Entscheidungen und Macht, um es mal milde auszudrücken. In dieser Hinsicht war das Briefing des politischen Zentrums erstaunlich präzise. Die Quartiere stehen schon bereit."
 
Gaspar schaute kurz zu Soy, dann zurück zu Yvonne. Er lächelte. "Das hört sich gut an. Einverstanden. Ihr Fall." 
 
In diesem Moment sprang einer der Turbolifte auf und Emin schoss heraus. Sein Kopf war ein wenig rot angelaufen, während er Entschuldigungen vor sich hin brummelnd seinen Platz einnahm. Von der anderen Seite des Raums kam Cal Mannix hinzu, der wohl in einer der unbeobachteten Ecken eine Zigarette geraucht hatte. Er blies den letzten Rauch aus dem Mund und stellte sich an den ihm zugedachten Platz, während seine Augen eine ganz bestimmte Person suchten. Ratana Tiru stand in der entgegengesetzten Ecke des Raums und unterhielt sich mit Reynolds. 
 
Als nächstes stolperte Fiona aus dem äußersten Lift - gefolgt von Ens. Amun. Daale Nin, der zusammen mit Charles Killroy in die erste Reihe gebeten worden war, konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. 
 
"Sie machen sich nicht mal die Mühe unterschiedliche Lifts zu nehmen.", murmelte Yvonne vor sich hin. "Gott sei Dank, das ist auch viel effizienter wenn Sie den gleichen nehmen. Sonst geht das hier nie los.", sagte Ana eine Spur zu laut. 
 
"Schhhh"
 
"Sind alle da?", raunte Soraya. 
 
"Ja. Nur Sky.. ah..."
 
Noch während Yvonne sprach fuhr das Schott des Seitenflügels auf und die hoch gewachsene Gestalt der Sylenerin betrat das Modul, was sich augenblicklich um eine Grad nach unten kühlte. Ihre Galauniform glänzte im Oberlicht. Fast wirkte es so als wäre die Lichtstimmung des Moduls auf ihren Auftritt abgestimmt worden. Schlagartig wurde es im restlichen Raum dunkler während die Commodore, die direkt vor dem großen Panoramafenster stand, deutlich sichtbarer war. Wie eine Galionsfigur zeichnete sich ihre Silhouette vor dem Sternenhimmel dahinter hab. 
 
"Schön, dass Sie nun alle da sind.", begann Sky, während sie einen unbestimmten Blick Richtung taktische Abteilung und Sicherheit warf. 
 
"Wie Sie sicher mitbekommen haben, bin ich nun nicht mehr ihre Vorgesetzte", eröffnete Skyla Lyma ihre Rede so sachlich wie eh und je. "Trotzdem bestand Captain Toussaint darauf, dass ich diese Zeremonie eröffne, wofür ich ihm dankbar bin."
 
Die Sylenerin streifte mit ihrem Blick über die Köpfe der Anwesenden. Es folgte eine eisige Stille, bevor sie sprach. 
 
"Die USS Odyssey ist nicht mehr," eine bedeutungsvolle Pause, "und doch befinden wir uns gerade auf einem Schiff diesen Namens. Ich habe mich die letzten Tage gefragt: Was macht ein Schiff aus? Sein Name? Seine Registry? Die Widmungsplakette? Oder sein Status als Flaggschiff? - Nein, das Alles ist nebensächlich, höchstens schönes, schmückendes Beiwerk. Es sind die Crewmitglieder, die den Namen eines Schiffes symbolisieren, die im Namen diesen Schiffes für die Werte der Föderation eintreten."
 
Skyla trat einen Schritt weiter vor, als suche sie nach dem Fortlauf ihrer Rede. "Sie alle sind Offiziere, Unteroffiziere und Crewman der Sternenflotte und haben in den letzten Monaten unglaublich viel geleistet. Viele Entscheidungen an den Kartentischen waren für Sie wie mich nicht immer nachvollziehbar, aber Sie haben Ihren Dienst trotzdem mit aller Hingabe erfüllt, die Sie der Sternenflotte geschworen haben. Dieser Krieg hat viele Opfer von uns erfordert, dienstliche wie private, und trotzdem sind Sie alle bereit weiterhin die Werte der Föderation hochzuhalten. Aber ich kann sie beruhigen. Für Sie ist der Krieg an dieser Stelle vorbei."
 
Ein Raunen ging durch die Menge. Verließ die neue USS Odyssey die Frontlinie?
 
"Ein paar der Senioroffiziere haben sich sicher schon mit den neuen Missionszielen der Akira-Odyssey auseinandergesetzt. Ihr Weg wird in den Süden des Quadranten führen, weit weg von der jeglicher klingonischen Streitmacht. Natürlich bedeutet dies nicht das es nicht weniger gefährlich werden kann. Ich kann ihn nur ans Herz legen ihren Kommandanten zu vertrauen. Cmdr. Toussaint, Lt. Cmdr. Alizadeh und Cmdr. Renard wissen was sie tun. Im Zuge der Abkommandierung habe ich DAS hier für sie alle! Die Verleihung an jeden Einzelnen erfolgt durch ihren Abteilungsleiter." Sie hob eine kleine rote Brosche hoch. Der Klingonen Kampagnen Ribbon!
 
Einige Crewmen in den hinteren Reihen verrenkten sich fast die Hälse um einen Blick darauf zu werden. Viele hatten noch nie in ihrem Leben ein solches Abzeichen erhalten. Eine tolle Möglichkeit in der Heimat damit zu prahlen. Ein leiser aber stetig lauter werdender Teppich an Gebrabbel und Geflüster erhob sich im Raum. Obwohl natürlich viele der Crewmitglieder bereits mit dem sehr speziellen Temperament der Commodore Bekanntschaft gemacht hatten war die Stimmung zusätzlich nostalgisch. Niemand, kein Crewman, kein Offizier und kein ziviler Angestellter konnte es annähend mit den Dienstjahren Skyla Lymas aufnehmen. Vor Ihnen stand eine der Dienstältesten Kommandeurinnen der Flotte überhaupt. 
 
"Mit einigen von Ihnen habe ich bereits auf der USS Achilles gedient, einige Gesichter habe ich in den letzten Tagen das erste Mal gesehen. Schreiben Sie die Geschichte der Reise zu den Sternen weiter, halten Sie die Werte der Föderation hoch, denn meine eigene Geschichte hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, diese Werte zu haben."
 
Skyla Lyma ließ eine kurze Pause, nickte kurz und Gaspar Toussaint trat zu ihr, um ihr die Hand zu schütteln, während langsam aber immer lauter Applaus aufbrandete. 
 
Thomas Reynolds trat vor. Er trat, in Dress Blue gekleidet, elegant aus dem Glied. Erst jetzt fiel auf das er vor sich ein rotes Kissen aus Seide trug. Auf der anderen Seite des Raums traten Soraya und Yvonne vor. Gaspar selbst hatte das Protokoll so angepasst, dass die beiden ersten Offizierinnen, die erste Offizierin der alten Odyssey und die erste Offizierin der neuen Odyssey, das Samtkissen bestücken sollten. Mit strammen Schritt stellten sie sich etwa drei Meter hinter Skyla auf. Thomas kam unterdessen in der Mitte an - salutierte - und marschierte auf die beiden Damen zu. Soraya öffnete die mitgebrachte Kiste und hielt sie Yvonne hin. Diese entnahm der Kiste zwei kleine Abzeichen. Thomas hielt direkt vor ihr und präsentierte das Kissen, was Yvonne umgehend mit den Abzeichen bestückte. Er drehte sich auf dem Absatz um und stellte sich erneut neben Sky. Alles war bereit. 
 
"Ich bitte 1st Lt. Charles Killroy und MSgt. Daale Nin nach vorne.", sprach Sky in die einsetzende Stille. 
 
Charles blickte auf, sein Blick traf Daales. Gleichzeitig spannten sie ihren Oberkörper an und marschierten vor Skyla Lyma auf. Die beiden Marines waren in Dutyuniform. Charles trug allerdings weißen Koppel und Gürtel als Chief Master at Arms der USS Odyssey. Damit wurde der höchste Militärpolizist an Bord betitelt, denn als stellvertretender Sicherheitschef war er auch für die Sicherheit innerhalb des Starfleet Marine Corps an Bord zuständig. Die Beiden hielten direkt vor der Commodore und salutierten gleichzeitig, eine Disziplin die nur von Gleichgesinnten nachgemacht werden konnte. Killroy lies sich nichts anmerken, während Daale etwas schwerer atmete als sonst. So im Rampenlicht zu stehen war für ihn etwas befremdlich. Er fühlte sich in der zweiten Reihe deutlich wohler. Sky drehte sich den Beiden entgegen und nahm sich einen Moment Zeit sie zu mustern. Wie es bei den Marines üblich war, konnte sie aber nicht einmal ein falsch ausgerichtetes Barthaar entdecken: Es gab nämlich keine. 
 
"Meine Herren, im Angesichts des Feindes haben Sie beim Kampf um den Bird of Prey IKS Kinzhar außergewöhnliche Tapferkeit und Mut bewiesen und auch als die Lage völlig aussichtslos war und sie als Kommandeure den Tod befehlen mussten, haben Sie nicht gezögert, auch als 1st Lt. Juliette de Moncoeur den Tod fand. Sie kennen das Medienecho was ihre Taten ausgelöst hat. Ihr Handeln ist vielen Leuten in der Föderation ein Vorbild. Hiermit verleihe ich Ihnen beiden die 'Marine Combat Medal' für ihren beispiellosen Einsatz. Herzlichen Glückwunsch!"
 
Charles Killroy traute sich nicht zu atmen. Seine Augen waren groß, sein Puls klopfte unter dem Kragen der Uniform. Er konnte im Protokoll nicht den Kopf drehen und Nin ansehen, aber diesem schien es ähnlich zu gehen. Steif und gepresst durch die Nase atmend, ließ er sich von der Commodore die Marine Combat Medal an die Uniform stecken. Es folgte der selbe Vorgang bei Daale Nin. Der Schotte wusste, dass der halsbrecherische Einsatz am Außenposten 1212 Wellen geschlagen hatte, dass sogar auf der Erde davon berichtet wurde, aber das dies solchen Eindruck hinterlassen hatte, das war ihm fremd. Auch wenn Charles gerne den lauten Tausendsassa gab, er war ein grundbescheidener Mensch. 
 
"Außerdem..", Sky griff zu zwei kleinen unscheinbaren Halspins die ebenfalls auf dem Seidenkissen lagen. "Befördere ich Sie, 1st Lt. Charles Killroy, hiermit in den Rang eines Marine Captains."
 
Der Schotte schluckte und sein Adamsapfel drückte gegen den Kragen der Uniform. Wie lange hatte er auf diesen Tag gewartet? Eigentlich hatte er nie geglaubt, dass es einmal soweit kommen würde. Stolz erfüllte ihn mit einem Schlag. Sky nickte dem Frischbeförderten freundlich zu und wandte sich an Daale Nin.
 
"Auch für sie geht es nach oben. MSgt. Daale Nin. Auch ihre Leistungen gehen weit über ihre Zuständigkeitsstufe hinaus. Hiermit befördere ich sie zum Master Gunnery Sergeant. Auch Ihnen herzlichen Glückwunsch."
 
Auch Daales Rangpins wurden kurzfristig ausgetauscht und seine Hand herzlich geschüttelt und schon waren die beiden auf zum Weg zurück zu ihren Plätzen. Gaspar hob die Hand und salutierte, das restliche Publikum tat es ihm nach und hielt den Gruß aufrecht bis die beiden Soldaten wieder an ihren Plätzen standen. Commander Toussaint sah in Richtung seiner Offiziere und dann wieder zu Commodore Lyma, die nun eine ganze Reihe von Namen nannte. 
 
"Ensign Emin, Ensign Amun, Ensign Nirrod, Lt. Ivoin, Lt. MacKenzie, Lt. Mannix, Commander Renard. Bitte treten Sie vor!" 
 
Die Offiziere bildeten in der Reihe der Genannten eine Linie gegenüber der Commodore. Skyla, sich diesen Augenblickes voll bewusst, das letzte Mal vor ihre Offiziere zu treten, nahm sich Zeit. Die Sylenerin schritt langsam auf Ensign Emin zu und blieb vor dem FLG stehen. Neben ihr stand weiterhin der Master Gunny und hinter Skyla Soraya Alizadeh, die nun von Gaspar statt Renard unterstützt wurde. 
 
"Ensign Emin, Sie haben in ernster Lage nicht nur mutig das Leben anderer Offiziere gerettet, sondern auch noch erfolgreich einen Erstkontakt zu einer bisher fremden Spezies hergestellt. In Anbetracht dieser herausragenden Leistung, verleihe ich Ihnen im Name der Sternenflotte die Kolumbus Medaille." Skyla steckte Emin die Medaille, die das Konterfei des Entdeckers zeigte an die Uniform. Der Allasomorph strahlte über das ganze Gesicht, was nicht ganz dem Protokoll entsprach, aber diese Szene irgendwie herzlich und wärmend machte. Skyla ergriff die Hand des FLGs und schüttelte sie bevor die Zeremonie weiter ging. Die Commodore blieb vor Ensign Amun stehen. 
 
"Ensign Amun, aufgrund Ihres vorbildlichen Dienstes als temporärer Kommandant des Bird of Prey IKS Kinzhar und der erfolgreichen Durchführung einer Erkundungsmission sowie der kreativen und erfolgreichen Verteidigung des Schiffes gegen einen zahlenmäßig überlegenden Gegner, verleihe ich Ihnen im Name der Sternenflotte die Zakdornische Taktikmedaille." Mit langen, hellen Fingern nahm Lyma die Medaille vom roten Samtkissen und steckte sie Amun an die Brust. "Herzlichen Glückwunsch.", schob die ehemalige Kommandantin der USS Odyssey nach und meinte es auch so. Die nächste Ehrung richtete sich an Ensign Nirrod, der sich aufgeregt das Monokel richtete.
 
"Ensign Nirrod, aufgrund Ihres herausragenden Dienstes an Bord der USS Odyssey und Ihrem Einsatz während der Carraya Krise, verleihe ich Ihnen im Namen der Sternenflotte die Phoenix-Medaille." Beim Anheften der Medaille an die Brust des Asura musste sich die hochgewachsene Sylenerin ein wenig beugen, schaffte dies aber entsprechend würdevoll. Der Asura strahlte über das ganze Gesicht, auch er hielt sich nicht an die, für Menschen so typische protokollarische Steifheit. Seine Stimmung war auch so gelöst weil seine Versetzung kurz bevor stand. Gaspar hatte allerdings nicht im Kopf auf welche Einheit es für Ensign Nirrod gehen sollte. Er beschloss Soraya nach der Zeremonie zu fragen. Die Sylenerin schritt weiter und blieb mit ihrem Tross vor Lt. Ivoin stehen. 
 
"Lt. Ivoin. Auch Sie haben in schwerster Lage erfolgreich Forschung betrieben und einen Erstkontakt zu einer Spezies hergestellt. Dafür verleihe ich Ihnen im Name den Sternenflotte ebenfalls die Kolumbus-Medaille, gut gemacht!" Mit geübter und langsam etwas vorgewärmter Handbewegung heftete sie der OPS die Medaille an die Brust. Ana starrte unverwandt auf das seltsame Stück Metall was an ihrer Brust hing. War das auch wirklich sauber? 
 
Als nächstes stand Lt. MacKenzie in der Reihe. Der Tross der Verleihungszeremonie machte vor ihr halt. "Lt. MacKenzie, für Ihren herausragenden Dienst während der Carraya Krise und die vorbildliche Durchführung der Evakuierung der USS Odyssey in Angesicht einer feindlichen Übermacht, verleihe ich Ihnen im Namen der Sternenflotte die Tapferkeitsmedaille der Sternenflotte." 
 
Fiona hob überrascht den Blick. Hatte Yvonne ihre Finger im Spiel. Die erste Offizierin hatte sich zurück ins Glied gestellt und lächelte Fiona heimlich zu. Immer wieder für eine Überraschung gut. Auch diese Medaille fand ihren Platz an der Uniformjacke der Ausgezeichneten. Der Anblick von Lt. Mannix, der einen Moment länger brauchte um ins Achtung zu fallen, verursachte ein leicht eisiges Schmunzeln in Skylas Gesicht. 
 
"Lt. Mannix, Sie waren während mehrerer Konflikte eine haltende Stütze für die Crew der USS Odyssey und haben selbst in kritischen Situationen Einfühlungsvermögen und Wagemut bewiesen und zahlreiche Leben gerettet. Deshalb verleihe ich Ihnen im Namen der Sternenflotte die Humanitätsmedaille." 
 
Cal hatte den Blick gesenkt. Hätte ihm jetzt jemand in die Augen gesehen hätte er oder sie vielleicht bemerkt das der Counselor in Gedanken bei einer ganz bestimmten Situation war. Bei einer bestimmten Person, die gegen diese Auszeichnung vermutlich protestiert hätte. Am Ende der Reihe stand nun Commander Renard. Skyla Lyma ließ sich Zeit, blieb einen Moment vor der brünetten Offizierin stehen, bevor sie sich das Kissen anreichen ließ.
 
"Commander Renard, für Ihren nimmermüden und aufopferungsvollen Dienst im Sinne der Vereinten Föderation der Planeten, erhalten Sie die Medaille für ausgezeichnete Dienste in der Sternenflotte." 
 
Bedachtsvoll heftete sie die Medaille an die Uniformjacke, bevor sie zurücktrat, damit sie alle ausgezeichneten Offiziere anblicken konnte. "Meine herzlichen Glückwünsche." Ihre Blick wandte langsam durch die Reihen. Plötzlich blieben ihre Augen an einer Person hängen. Sie hatte als einziges nicht ihren Kopf gesenkt sondern der Commodore mit ihrem Blicken offen Paroli geboten. Einer Eingebung folgend deutete Skyla Lyma mit der Hand auf die Offizierin. 
 
"Treten sie vor MCpt. Tiru", sagte sie langsam. Ratanas Halsmuskulatur spannte sich schlagartig an. Was hatte die Kommandantin vor? Ein Blick zu Toussaint und Renard verriet ihr diese Aktion nicht mit ihnen abgesprochen war. Einzig Soraya Alizadeh schaute weiter neutral nach vorne. 
 
"Marine Captain, seit über einem Jahr haben Sie an Bord weiter ausgeharrt, geduldig ertragen, dass Sie unter besonderer Beobachtung standen. Neben den seelischen Narben, die die Zeit als romulanische Kriegsgefangene bei Ihnen hinterlassen hat bis hin zu ihren jüngsten Heldentaten auf dem erbeuteten Bird of Prey haben Sie bis zum Schluss bewiesen, aus was Sie für Holz geschnitzt sind. Als Anerkennung dieser Dienste befördere ich sie hiermit in den Rang eines Majors, mit allen Rechten und Pflichten." schloss Skyla ihre kurze Belobigungsrede.
 
Die anderen Offiziere schauten sich an. Skyla hatte offenbar wirklich grade im Moment erst entschlossen diese Beförderung vorzunehmen, da sie keinerlei Rangabzeichen zur Verfügung hatte, sondern sie Tiru lediglich auf die Schulter klopfte. Es war Daale Nin, den man auf dem schnellsten Wege losschickte, das entsprechende Abzeichen zu holen.
 
"Sollen wir..etwas sagen?", wollte Soy wissen. Sie flüsterte aus dem Mundwinkel zu Gaspar, der wieder neben ihr stand. 
 
"Ich vermute die Commodore will auch den metaphorischen Mittelfinger Richtung FKOM vergrößern.", sagte Gaspar, nicht ohne heimlich zu kichern. Eine durchaus effektive Methode, solange das FKOM dagegen keine Revision einlegte. Er hatte den Nagel auf den Kopf getroffen, wie es schien. Sky hatte sich in seine Richtung gedreht und ihm kurz zugezwinkert. Mit der Hand machte sie eine Geste, die für alle sichtbar war und bedeutete 'Übernehmen sie!'.
 
"Meine Damen und Herren! Auch von meiner Seite herzliche Glückwünsche! Der offizielle Teil des Abends ist hiermit beendet. Lassen Sie den Abend gern mit diesem Ausblick ausklingen oder Sie machen sich auf den Weg zu Deck 13, dem Vergnügungsdeck. Hier finden sie das 'Dirty Old Alchemist', eine gemütliche Kneipe mit rustikalem Charme und die Marinekneipe 'Zuchthaus'. Aber ich muss Sie warnen. Zwischen 23-00 Uhr muss man hier im Armdrücken gewinnen um seine Drinks zu bestellen. In der angeschlossenen Lagerhalle soll sich außerdem ein kleiner Nachtclub befinden, aber diese Info haben Sie nicht von mir. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend.", beendete Gaspar den offiziellen Teil. 
 
Die Lautstärke im Saal nahm zu, als die Soldaten sich in eine bequemere Stellung begaben. Einige wollten unbedingt über das grade erlebte reden. War Tiru nun wirklich Major? Hatte jeder von Ihnen den Klingonen Ribbon oder erhielt man diese Spange nur bei besonderen Leistungen. Es gab viel zu besprechen.
 
</RPG>
 
<SUM>
 
Zeit: MD 5.2023
Ort: (Neue) USS Odyssey, Modul-Ebene A, Aussichtsdeck & Lounge
 
Nach einigen Startschwierigkeiten beginnt im Aussichtsdeck der neu benannten USS Odyssey die Ehrungszeremonie. Mit einigen Überraschungen! 
</SUM>
 
 
Submitted by
 
 
LtCmdr. Soraya Alizadeh
EO USS Odyssey
Aka
Ratty
 
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop


Die neuen Abenteuer des Schweißroboters

Miriam J. <Sunny82_anna@...>
 

Hallo Zusammen,

als ich damals auf der O meinen aller ersten Post geschrieben habe und damit auch den aller ersten Post in einem E- Mail Rollenspiel, hieß er die Abenteuer des Schweißroboters. Nun ja, jetzt ist die Odyssey Geschichte, eine an die ich mich immer gern zurückerinnern werde.

Es war eine tolle Zeit, mit tollen Leuten und ich habe wirklich viel gelernt, was für mich persönlich eine tolle Erfahrung ist und war, man hört ja nie auf zu lernen.

Sooooo, nun neues Schiff neue Abenteuer, aber immer noch derselbe Schweißroboter, ist also klar, dass er schon irgendwo auf dem Schiff unterwegs ist, wenn auch noch nicht entdeckt.

Ich habe auch einen NPC erwähnt… ich brauchte eigentlich nur eine Verbindung zu dem Roboter und wollte nicht einfach nur ein Namenloses etwas einbauen, das hat der NPC ja schon verdient.

BTW, Nein ich habe kein Problem mit den Personalpronomen, aber ich will ja nicht immer alles sofort aufklären, das ist ja dann auch langweilig.

Liebe Grüße
Sunny

 

 

 

< RPG>

Ort : Quartier, USS Korolev

Zeit: MD 3.0230

Zusammen waren die Katze und Ana in ihrem Quartier angekommen. Es war nicht ihr Zuhause, dieses Gefühl hatte Ana bereits beschlichen, als sie zusammen mit ihrer Freundin ihre Habseligkeiten in einer der düsteren Ecken abgestellt hatte.

Es war nicht hübsch hier! Nein!

Mit vor der Brust verschränkten Armen setzte Ana sich auf das Sofa was ihr weder farblich, noch vom Schnitt hier gefiel. „Es ist hässlich hier“, schnaufte die Betazoidin leise und bewegte so ihre Freundin dazu sich neben sie zu setzen. Tröstend legte die große Katze ihren flauschigen Arm um die zierlichen Schultern ihrer Freundin, „Wir machen es uns hier gemütlich bis wir wieder gehen.“
Anas Augen öffneten sich, „Und wohin gehen wir?“
Die Katze räusperte sich, „Ich habe doch das Angebot vom Hauptquartier auf der Erde bekommen. Ich mein unter den jetzigen Umständen… könnte ich zusagen und wir ziehen auf die Erde. Für dich finden wir im Hauptquartier sicher auch etwas. Hauptsache wir bleiben zusammen.“
Anas Augen öffneten sich noch weiter, „Ein ganzer Planet voller empfindungsfähiger Wesen? Als nächste sagst du mir noch zu willst für einen Kurzurlaub nach Betazept und meine Familie kennenlernen. Das mit dem zusammenbleiben ist der einzige Teil an der Vorstellung den ich gut finde.“
„Warum sollten wir denn nicht mal deine Familie besuchen“, versuchte Ortrichk Ana etwas abzulenken und etwas zu necken.

Ana geriet fast in Panik, bevor sie sich darauf besann, nicht zu hyperventilieren, „Meine Mutter und ich ein einem Raum, das geht keine 5 Minuten gut. Außerdem kann ich da nur wieder auftauchen wenn ich verheiratet bin, sonst verscharrt die mich direkt an eine gute Partie.“

Die Wissenschaftlerin stupste mit ihrer Nase gegen die von Ana, „Reg dich nicht auf. Wir finden schon einen Platz an dem wir uns Beide wohlfühlen und arbeiten können.“

Ana war leider nicht das optimistischste Wesen, sie sah sich schon in einem Kleid irgendwo zwischen ganz vielen schrecklichen Wesen sitzen und lächelnd vor sich hinstarren, das war ein Albtraum.

Wieder stupste die Katze leicht gegen Anas Nase, was bei den Beiden einem Kuss glich.

„Wir könnten zusammen duschen und dann kuscheln“; schlug die Wissenschaftlerin vor. Ana zuckte nur lustlos mit den Schultern, „Ich muss vorher noch mal prüfen ob man meinen Schweißroboter aus den Trümmern bergen konnte.“

Wieder tätschelte Ortrichk mit ihrer Pranke den Rücken der Freundin, bevor sie sich erhob und zwei Becher mit der süßen betozoidischen Limo replizierte, natürlich die Variante ohne Läuse.

Beide stellte sie auf den kleinen Tisch vor Ana ab, „Und?“

Die Betazoidin schüttelte mit traurigem Blick den Kopf, die Katze wusste, das Anas Roboter für sie so etwas wie Haustiere waren, niemand wunderte sich darüber wenn ein Mensch trauerte weil der geliebte Hund verschollen war, „Vielleicht finden sie ihn Morgen.“

Ana seufzte, „Oder er wurde zerstört und sein Arbeitsspeicher schwebt hilflos durchs All und wartet darauf, das ich ihn finde.“
„Ana“, ein Schnurren begleitetet die Worte der Katze als sie zwei Beutel aus einer Ecke zog und die hinter dem Sofa unbemerkt auf dem Boden auskippte, dann setzte sie sich wieder neben An und griff nach ihrem Getränk, während die kleinen Käferroboter rechts herum um das Sofa krabbelten und die kleinen Spinnenroboter ihrem Marsch links herum antraten.

Es dauerte einen Moment bis Ana erkannte wer wieder zu Hause war, „Sie sind zurück!“ Voller Freude, ein Zustand der äußerst selten bei Ana vorkam,  sprang die Ingenieurin vom Sofa auf, „Sie sind zurück!“

Ein fragender Blick lag auf dem weißen Fell, „Du warst das. Du hast sie gerettet.“

„Ja, dafür hatte ich nicht mehr genügend Zeit unsere Kleidung zu retten. Wir haben nun quasi nichts mehr zum Anziehen.“

„Egal, wir replizieren neue Rollkragenpullis“, Ana hatte eben auch ihr Liebelingskleidungsstücke.

„Was hast du denn da“, einer der Käfer schleppte etwas Glänzendes herum. Ana bückte sich und nahm ihm den Ballast ab, „Guck mal er hat einen Ring gefunden… seltsam.“
Die Katze schnurrte leise, „Den habe ich ihm gegeben.“
„OH“; Ana gab dem Käfer den Ring zurück, dieser stellte sich auf die kleinen Hinterbeine und nahm den Ring an.

„Was machst du“, fragte die Katze.

„Dem Käfer den Ring zurückgeben, du hast dir sicher was dabei gedacht!“

Die Katze seufzte kurz, „Ja!“

Ana blickte Ortrichk an, „Darum habe ich ihn zurückgegeben.“

Nun war es die Katze die dem Käfer den Ring abnahm und ihn Ana reichte, „Ja, ich habe mir was dabei gedacht.“
Anas Blick fiel auf den Ring, „Okay!“

Ortrichk fixierte ihr Gegenüber, „Wirklich?“

Anas Blick wurde fragender, wollte ihre Freundin, dass sie nach dem Grund fragte? Ne, dann hätte sie sicher von allein erklärt warum der Käfer auf den Ring aufpassen sollte.

„Wir kennen uns noch nicht so lang, das weiß ich“, fing die Katze an zu schnurren, „Aber ich will gern bei dir bleiben, für immer. Mit dir zusammenleben und die Zeit gemeinsam genießen.“
Die Kate blickte vielsagend auf Ana herunter, die wusste immer noch nicht was los war, also sagte sie das was ihr einfiel und für den Moment passend erschien, „Okay!“

Der Katze entglitten für einen Moment die Gesichtszüge, „Ich will dich heiraten.“

Ana blickte auf die sexy Reißzähne der Freundin, „Hmmmm…. Ach so…. okay!“

Geschickt steckte sich Ana den Ring an den Finger, „Aber keine Betazoiden – Hochzeit, ich will dass alle Rollkragen tragen müssen.“
Das war wohl das Maximum an Romantik zu dem Ana fähig war, dennoch schmiegte sie sich nun doch an das Fell der Freundin, „Du und ich für immer – das finde ich ganz gut.“

Ortrichk schnurrte und löschte da Licht…

 

 

 

 

Ort : Messe, USS Korolev

Zeit: MD 4.0730

Ana hatte Alle informiert! ALLE! Weil ihre Freundin das sicher so wollte, sie war immer so schrecklich gesellig. Sie hatte Yvonne, Fiona Emin, Ratana, Cal einfach alle in die Messe bestellt. Manche der Freunde waren noch abwesend, aber Fiona würde die Aufgabe bekommen, die Abwesenden des Rudels zu informieren. Fiona die Rudelinformantin!

Die Messe war kein edles Restaurant, aber im Krieg musste man nehmen was man bekommen konnte und wenn es nun mal eine Sternenflotten- Messe war, dann war das ebenso. Da sie sich hier noch immer außerhalb der Schichten bewegten, war es nicht verwunderlich, dass dieser Ort nicht gerade gut besucht war, aber das war Ana mehr als recht. Sie störte der große Typ der ein paar Tische weiter viel Spaß mit einer zierlichen Orionerin zu haben schien, wobei…. beim genaueren Hinsehen meinte Ana zu erahnen, dass dieser Orioner doch lieber seine Ruhe haben wollte und der Typ einfach nicht verschwand.

Wie sehr sie dieses Gefühl doch kannte.

Der grüne Typ schien sich hinter dem PADD zu verstecken, oder es zu versuchen aber sehr erfolgreich schien ihre Taktik nicht zu sein, denn der Mensch verschwand nicht. Was für ein Elend.

Wie gut Ana das nachvollziehen konnte, leider so gut, das sie kurz die Sorge und den Kummer spürte der ihr entgegenschwappte.

Ortrichk war noch immer damit beschäftigt Essen auf dem Tisch zu stellen, als Ana seufzte und sich zu den beiden Personen bewegte.

Instinktiv stellte sich Ana zwischen das grüne Etwas, das wie ein Häufchen – Elend  auf dem Stuhl kauerte und den Offizier der medizinischen Abteilung, „Kann ich helfen“, fragte Ana mit einem extrem genervten Unterton. Das grüne Mäuschen blickte kurz schüchtern hinter dem PADD auf, den es als Schutzschild benutzt hatte auf, schüttelte den Kopf und tauchte wieder ab, während der Typ etwas nicht ganz so kluges tat, er versuchte Ana wegzuschieben, was leider dazu führte, das sie Bilder vor sich aufblitzen sah. Wie sehr Ana es hasste, wenn das passierte und wie sehr sie es hasste, wenn große starke Jungs kleine wehrlose grüne Mäuschen aus Spaß ärgerten.

Ana riss sich los, was dazu führte das Ortrichk die Nackenhaare aufstellte und instinktiv die Fangzähne präsentierte. Ana signalisierte ihrer Freundin jedoch sich zurückzuhalten. Wenn sie hier anfingen Offiziere zu fressen, wie wollten sie das dem Kommandanten erklären. Oft war es vorgekommen, dass Ana echt gute Gründe oder Erklärungen hatte und die Anderen sie schlichtweg nicht verstanden.

Die Betazoidin blitze den Typen vor sich aus tiefschwarzen Augen an, lehnte sich ein wenig nach vorn und begann zu flüstern:“ Jetzt hör mal zu du bildungresistenter Intelligenzallergiker, wenn es dir Spaß macht Schwächerer zu ärgern und dich über sie lustig zu machen um damit deine eigenen Minderwertigkeitsproblemchen zu überwinden, dann hast du die Grundprinzipien der Sternenflotte nicht ansatzweise verstanden und nun troll dich aus meinen Augen.“

Der Typ wollte gerade zum Widerspruch ansetzen, da tauchte die Katze hinter den Ana auf und schloss sie in die Arme, was dazu führte das der Typ tatsächlich das Weite suchte.

Ana nickte zufrieden und wollte gerade zu ihrem Tisch zurückgehen als Ortrichk auch schon neue Freundschaften schloss, „Wollen Sie sich nicht zu uns setzen. Wir haben etwas zu feiern.“

Das grüne etwas blickte schüchtern auf, „Ich … also.“
Ana mochte das ganze Gerede nicht, sie hatte eh nicht verstanden, warum man den Freunden nicht einfach ber Nachricht mitteilen konnte das man vorhatte zu heiraten, „Sie können auch an unserem Tisch allein sein. Allein sein, heißt nicht einsam sein.“
Ortrichk entschuldige sich mit einem Lächeln, „Ich bin Ortrichk und das ist Ana, sie ist ab und zu etwas ruppig, sie meint das aber nicht so.“

Das grüne Wesen räusperte sich, „Mein Name ist Navaar.“

Endlich saßen die drei an ihrem Tisch und Ana zählte die Minuten, bis ihre Freunde da waren um so schneller war das nämlich durch und sie konnte gehen. Fiona wagte es doch tatsächlich 45 Sekunden zu spät zu erscheinen, darüber würde Ana später noch einmal mit ihr sprechen müssen, so ging das nicht.

Die Katze war es die alle mehr als herzlich begrüßte.

„Oh ihr habt schon Bekanntschaften gepflegt“, stellte Fiona fest als sie den Tischnachbarn begutachte, dieser blickt kurz über das PADD nur um sich dahinter wieder zu verstecken und ein schüchternes, „Hallo“, zu murmeln.

Yvonne und Emin lächelten der neuen Bekannten zu, bevor sie die Katze fixierten, „Also was ist passiert? Warum sollten wir alle hier sein?“ Etwas Neugierde schwang in der Stimme der Freundin mit.

Die Katze setzte an zu einer erfreulichen Erklärung, „Die letzten Wochen waren schwer und ich hatte das Glück eine wundervoll sanftmütige Person an meiner Seite zu wissen.“ Die Katze war für ihre Worte sogar aufgestanden. Emin beugte sich etwas zu Fiona hinüber, „Spricht sie von Ana“, flüsterte er. Fiona zuckte kurz mit den Schultern, „Ich denke“, flüsterte sie ebenfalls zurück.

Ana ging das alle nicht schnellgenug, „Wir heiraten“, kürzte sie das alles mal ab und blickte in die offenen Münder ihres Rudels.

„Ihr seid alle Trauzeugen und nach der Sitte der Menschen, müsst ihr ALLES organisieren“; klärte Ana weiter auf und blickte auch zu dem neuen grünen Rudelmitglied, „Sie auch!“

Nun war das PADD vor Schreck auf der Tischplatte gelandet.

 

</RPG>

 

<SUM >

Ort : Quartier, USS Korolev

Zeit: MD 3.0230

Die Katze macht Ana einen Antrag. Ihr ist es auch gelungen die Roboter - Insekten zu retten, allerdings bleibt der Schweißroboter weiter verschollen.

 

 

Ort : Messe, USS Korolev

Zeit: MD 4.0730

Ortrichk und Ana knüpfen neue Freundschaften, während sie auf ihre Freunde warten um ihnen die wundervollen Nachrichten mitzuteilen.

</ SUM>


The Odyssey Era - Teil 10: Der Plan der Königin

Mortimer Bishop
 

Hey ihr Lieben!
 
Ein kleiner Gruß zur späten Stunde. Hier der zehnte Teil der Odyssey Era! Suprise, Suprise! Nicht der letzte Teil! :D 
 
Da die letzten Szenen sehr lang geworden sind, haben wir uns entschieden die Era nicht auf 10, nicht 11 - sondern auf 12 Teile aufzuteilen. Keine Sorge, das Ende steht kurz bevor, 11 und 12 sind fast fertig und werden in den nächsten zwei Tagen kommen. Danke für euer ehrliches Feedback und Interesse an dem Abschluss dieser langwierigen Mission! Mit dem heutigen Teil wird eine wichtige Brücke geschlagen, bin gespannt was ihr sagt :)
 
Lieben Gruß 
Ratty und Mo 
 
 
<RPG>
 
Zeit: MD 4.2248
Ort: USS Galavant, Bereitschaftsraum des Captains
Fortsetzung von: The Odyssey Era - Teil 6: Das Ende des Weges
https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/643
 
<QUOTE>
Er lehnte sich zurück. Die Commodore, ihre Erste und Zweite Offizierin und ihre Sicherheitschefin waren also an Bord des sterbenden Schiffs gewesen und hatten die Suche nach dem Chefingenieur abgebrochen und die sylenischen Kreuzer geborgen. Er fragte sich was hinter diesen Schiffen steckte, dass die Commodore höchstpersönlich diese Aktion anführte aber je länger er drüber nachdachte, umso weniger wollte er die Wahrheit wissen. Das grenzte an interstellare Politik - ein Thema aus dem sich Gaspar so weit wie möglich raushalten wollte, auch wenn das im Kontext seines Kommandos auf der Galavant, einem auf Diplomatie spezialisierten Kreuzer, absolut töricht klang. Vielleicht war es gut, dass er den Bericht zusammenfasste und nicht Soraya, der dieses Thema keinerlei Ruhe gegeben hätte. Die Perserin machte aus ihrem Misstrauen der Politik gegenüber keinen Hehl. 
 
Er atmete einmal tief ein und griff zum nächsten Padd.
</QUOTE>
 
** 25 Minuten später **
 
Langsam lehnte sich Gaspar zurück. Sein Nacken schmerzte. Er spürte die Müdigkeit wie einen Schatten, der langsam über ihn fiel. Er legte das Padd, was er gerade in der Hand hatte, ab und erhob sich mit einem leisen Ächzen. 
 
Er ging Richtung Replikator und orderte einen großen Cappuccino mit einem kleinen Schüsselchen Ahornsirup nebst Löffelchen, während er neben dem Gerät ein paar Dehnübungen machte. Er musste dringend ein bisschen fitter werden. Vielleicht lies sich jemand von der neuen Crew zu einer Partie Eishockey überreden? Notfalls etwas anderes, dachte er. Seinen bisherigen Erfahrungen nach hatten die meisten Crewmitglieder genau ein Training lang Lust mit ihm Eishockey zu spielen.
 
Er griff nach dem kleinen Tablett mit Cappuccino und Sirup und setzte sich erneut an seinen Schreibtisch. Gedankenverloren schaufelte er ein wenig Sirup in seine Tasse. In Gedanken war er zurück beim Logbucheintrag. 
 
Ein kurzes Signal wies ihn auf seine Inbox hin, eine schriftliche Nachricht. Er hob kurz den Blick und drückte das entsprechende Symbol seines Homescreens. Die Nachricht stammte von... Commodore Skyla Lyma! Diese Information rüttelte Gaspar wacher als es der Kaffee je gekonnt hätte. Er las die Nachricht zum zweiten Mal. Er musste grinsen und warf einen Blick auf seine Wasserpfeife, die bereits seid geraumer Zeit wieder an ihrem alten Platz auf dem kleinen Seitentischchen stand. Er aktvierte seinen Kommunikator. 
 
"Toussaint an Commodore Lyma." Es rauschte kurz.
 
["Ah Captain! So spät noch wach?"] erklang die arglose Stimme Lymas. Ihr Tonfall klang ein bisschen nach Comic Bösewicht. 
 
"Was hat mich verraten?", fragte Gaspar lächelnd, während er den Kopf ein wenig gequält in der Hand abstützte. 
 
["Der weiße Rauch, der unter der Tür durchsickert."] sagte Skyla mit dem für eine Eiskönigin gebührenden Kälte in der Stimme. Trotzdem hörte der Kanadier dem Satz einen gewissen Humoransatz raus. 
 
"Ich verstehe. Haben sie mich gesucht?", wollte der Kommandant wissen. Sky lies sich mit der Antwort etwas mehr Zeit als geplant.
 
["So in der Art..ja. Sind sie gerade abkömmlich?"] wollte die sie ohne Umschweife wissen.
 
Gaspars Blick schoss zum Chronometer an der Wand. Eine ungewöhnliche Uhrzeit für berufliche Unterredungen. Andererseits gab es hier draußen in der Kälte eh kein morgens und abends, außerdem was war in diesen Zeiten schon gewöhnlich?
 
"Sicher. Wo sind Sie?", wollte der Kanadier wissen.
 
["Am Turbolift. Bin in zwei Minuten bei Ihnen. Lyma Ende"] informierte die Commodore, mit einer Tonlage, die keinen Widerspruch duldete. Gaspar fuhr hoch wie von der Tarantel gestochen und sah sich um. Zwei Minuten? Hektisch blickte er umher und wischte mit dem Handrücken ein wenig Asche vom Schreibtisch. Er musste aufräumen! In Windeseile versuchte der frischgebackene Captain den Raum etwas ansehnlicher zu machen. Nicht, dass es unordentlich war, aber bei einem hochrangigen Besucher, noch dazu der Kommandeurin einer ganzen Flotte, wollte man eigentlich ungern unvorbereitet entgegen treten. Die zwei Minuten vergingen viel zu schnell und Gaspar fuhr herum und stützte seine Arme in eine Denkerpose, als er hörte, wie sich die Türen öffneten.
 
Skyla Lyma. Höchstpersönlich. In Form und Farbe. Wie immer lies die Commodore nicht zu, dass man ihrem Gesicht eine emotionale Regung ablesen konnte. Aber natürlich konnte sich der Kanadier denken, dass der Verlust des eigenen Flagschiffs an keinem noch so abgebrühten Kommandant einfach so abprallte, selbst wenn es durch Fremdverschulden war. Aber wie immer hatte Skyla Lyma ihr Pokerface aufgesetzt. 
 
"Herein mit Ihnen.", kommentierte Gaspar den Auftritt seiner Gegenüber und deutete freundlich auf seinen Besuchersessel. "Bitte setzen Sie sich. Kann ich Ihnen etwas anbieten?"
 
"Whisky auf Ice. Danke.", sagte die Sylenerin nach einem kurzen Zögern. Es schien fast so als wusste sie selbst nicht genau ob ihr Besuch dienstlicher oder privater Natur war. 
 
"Sehr gerne", sagte Gaspar mit einer leichten Verbeugung und schritt ohne weiteren Kommentar zum Replikator. 
 
"Was trinken Sie?", fragte Sky aus reinem Interesse. Gaspar wendete den Kopf und schaute überrascht. Er hatte noch keinen Schluck von seinem Cappuccino genommen, der langsam kalt wurde, anderseits wurde ihm klar, dass es komisch wirkte der Sylenerin Alkohol zu servieren und selbst nicht zu zugreifen. 
 
"Gin...Old Fashioned", sagte er - halb zu Sky, halb zum Replikator. Beide reagierten, wobei Skys Reaktion weniger eindeutig war. Er griff nach dem vollen Glas und kam mit den beiden Getränken zurück.
 
"Was führt sie zu mir?", wollte Gaspar wissen, während er den Whisky vor der Commodore abstellte.
 
"Oh.. Vieles.", lies sich Sky nicht so schnell in die Karten schauen. Sie hob den Drink an und schaute prüfend hinein, bevor sie Gaspar mit einem Lächeln zuprostete. Gaspar erwiderte die Geste zerstreut. Der Gin hingegen war ganz fantastisch. Heimlich hatte er sich aus dem kleinen Schüsselchen zwei Löffel Ahornsirup in das Getränk gemixt. Seine Geheimwaffe für alles.
 
"Zu aller erst einmal, vielen Dank für ihre Hilfe. Ohne Sie und Ihre Crew hätten es die Besatzung des gekaperten Bird of Preys und der gestrandete Ensign Nirrod sehr schwer gehabt.", begann die Commodore. Ihre Stimme klang ernst und aufrichtig. Gaspar nickte und deutete eine weitere kleine Verbeugung an, sagte aber nichts. Abwarten was Lyma zu sagen hatte.
 
"Aber ich muss Sie auch warnen.", die Stimme war eine ganze Nuance dunkler geworden. "Aus Ihrer Perspektive sieht diese Mission hier in Carraya wie ein Erfolg aus. Täuschen Sie sich da aber nicht. Der tragischen Verlust der USS Glorana und das mysteriöse Verschwinden der Odyssey wird eine gründliche Untersuchung des FKOMs nach sich ziehen." 
 
Gaspar wusste nicht so richtig wohin mit seinen Händen, während Sky einen tiefen Schluck aus ihrem Whiskey Glas nahm. 
 
"Haben Sie sich nicht gefragt warum sie erst jetzt in das System beordert wurden?", wollte Skyla wissen, während sie träge die Beine übereinander schlug und sich eine weiße Strähne aus der Stirn blies.
 
"Das FKOM hat die Situation neu bewertet und hat Nachschub angefordert.", sagte Gaspar schulterzuckend. "Kein ungewöhnlicher Vorgang." 
 
"Für einen frisch beförderten Commander der, mit Verlaub, keine eigene Kommandoerfahrung hat?", wandte Skyla ein. Ihre kristallblauen Augen blitzten auf. Sie näherten sich dem Kern ihrer Botschaft. 
 
"Frontbeförderung. Gängiges Mittel im Krieg.", gab Gaspar zurück. Er hatte die Arme verschränkt. Wollte die Commodore ihn beleidigen?
 
"Erinnern Sie sich an ihr Briefing? Direkt im Anschluss an Ihre Kommandoübergabe?", wollte Skyla wissen. 
 
Gaspar lehnte sich ein wenig zurück und umfasste erneut das Gin Glas. "Es enthielt lediglich die Information das Sie, Commodore Skyla Lyma, laut ihrer eigenen Einschätzung die Situation im Carraya Sektor selbst im Griff haben und wir, also die Galavant, die Tyson und die Aktune, die Flotte unterstützen und notfalls evakuieren sollten."
 
Das war es. Die Augen der Sylenerin leuchteten wie zwei Scheinwerfer im Dunkeln. Sie beugte sich weit vor. 
 
"Haben Sie die Nachricht noch? Ich muss es schwarz auf weiß lesen.", sagte Sky. Ihre Stimme klang aufgeregt. 
 
"Eh.. ja einen Moment.", sagte Gaspar und lehnte sich zu seinem Homescreen. Mit wenigen Klicks schob er die gewünschte Information auf ein Padd, was neben ihm lag und reichte es der Commodore. Diese griff danach und las die Nachricht. Gaspar war sich immer noch nicht sicher was hier los war. Er war in der letzten Stunde bei der Sichtung der Sicherheitsaufzeichungen immer wieder mit einigen tollkühnen Aktionen der Commodore in Berührung gekommen, aber dieses Verhalten erschloss sich ihm überhaupt nicht. Dann blickte Sky auf. Auch wenn sie wie üblich die Contenance bewahrte, glaubte Gaspar ein triumphierendes Grinsen hinter der Fassade zu entdecken. 
 
"Das hier, werter Commander Toussaint, ist der Beweis für ein abgekartetes Spiel des Flottenkommandos! Ich habe in so ziemlich jeder Lagebesprechung um Unterstützung gebeten. Jedes einzelne Mal wurde sie mir aus völlig unterschiedlichen, immer ermüdenderen Gründen verwehrt! Glauben Sie wirklich, dass ich so tollkühn bin hier im Nadelöhr des Systems mit einer Handvoll Schiffe einer klingonische Vernichtungsflotte entgegen zu treten? Ich wurde unter fadenscheinigen Gründen dazu verdonnert hier auszuharren. Diese Nachricht von Ihnen beweist, wir, Sie und ich, sollen als Sündenböcke herhalten.", schloss Sky die Beweisführung ab. 
 
Gaspar war immer noch zu perplex, um was zu sagen, aber in seinem Hinterkopf hatte es zu rattern begonnen. Er stürzte einen riesigen Schluck Gin hinunter. 
 
"Sie und die Crew der Galavant sind nichts als die Bestätigung auf dem Papier, dass das FKOM etwas zu unserer Rettung unternommen hat. Es war nicht geplant, dass Sie erfolgreich sind oder ihren tatsächlichen Dienst antreten. Oder gibt es einen anderen Grund, warum das FKOM so darauf bestand, dass Sie ihre Crew aus den Überlebenden der Carraya Offiziere zusammenstellen? Eine ältere Akira, frisch renoviert zwar, aber doch in die Jahre gekommen - eine Skeleton Crew, die wirklich nur aus der aller nötigsten Mannschaft besteht? Kein wirklicher Kriegsverlust, aber das Oberkommando kann sich hinterher nicht vorwerfen lassen, dass sie nicht gehandelt haben. Die haben unseren Frontabschnitt intern einfach abgeschrieben. Wir sind der Verlust.", fuhr Sky fort. Ihre Stimme war immer leiser geworden, fast hypnotisch. 
 
Die gewaltige Faust des Kanadiers donnerte auf die Tischplatte. Gaspars Gesicht war blass vor Wut. Er hatte sich in den sicheren Tod quatschen lassen und nur einem riesigen Zufall war es zu verdanken, dass sie unversehrt bei SB 24 angekommen sind. Mit dem Schlag auf den Tisch hatte er sich Luft gemacht. Mit aller Kraft versuchte er wieder klar zu denken. 
 
"Aber wer steckt dahinter?", fragte er mit belegter Stimme.
 
"Das werde ich noch herausfinden. Gesichert ist nur das diese Ränkespiele von SB 495 stammen.", sagte Sky. Ihr Blick hatte sich nach innen gewandt und es kam Gaspar so vor als rede sie mit sich selbst. SB 495, das wusste Gaspar, war das Hauptquartier der zweiten Flotte. 
 
"Jemand aus der Zweiten?", vergewisserte sich der Kanadier. 
 
"Ja, zweifelsfrei. Ihre achte Flotte hat damit nichts zutun, für Cdor. Taurik verbürge ich mich. Ich denke das war jemand anderes. Höher, gefährlicher...", schloss die Commodore und setzte ihr Getränk an und leerte es mit einem großen Schluck.
 
"Ich werde mich umgehend auf den Weg zur Erde machen. Man hat mich vorgeladen einen ausführlichen Bericht abzulegen, aber ich denke ich werde einen Umweg über SB 495 machen.", sagte Skyla mit fester Stimme. 
 
"Dies ist der letzte Grund meines Besuchs.", fügte sie hinzu, während eine gewisse Körperspannung von ihr abfiel. "Das FKOM hat Ihnen ja bereits nahegelegt ihre Reihen aus Offizieren der Flüchtlingsschiffe zu übernehmen. Da von der Glorana bedauerlicherweise keine Offiziere wechseln können würde ich sie bitten sich um meine Senior Offiziere zu kümmern. Rani Than hat um Versetzung auf die USS Galathea gebeten, CJ Ronis wird sich vermutlich der USS Kensington anschließen. Anna Rosenthal hatte bereits vor längerer Zeit um Versetzung auf die Hammond gebeten und auch Ensign Nirrod bat aus naheliegenden Gründen ebenfalls um eine Versetzung. Mein Adjutant Hagen von Freyberg ebenso. Bleiben: Renard, Ivoin, Emin, Amun, Jade, MacKenzie, Mannix und Tiru."
 
Skyla hatte sich vorgebeugt. Die Augen leuchteten so hell das Gaspar sein eigenes Gesicht in der Spiegelung ihres Augapfels sehen konnte. "Ich bitte sie unter Kommandanten, bringen sie meine Truppe weg von der Front. Der Krieg war für jeden von Ihnen lang genug. Jeder einzelne ist bis zum Äußersten und darüber hinaus gegangen in der Erfüllung seiner Pflicht. Viele Menschen gaben ihr Leben für diese Blockade des Carrayasystems. Diese Crew ist mit allen Wassern gewaschen und ich kann mir keine bessere Gruppe für ihr Schiff vorstellen. Yvonne ist die perfekte Ergänzung und würde gut zu LtCmdr. Alizadeh passen. Panalek wirkt auf mich ebenfalls sehr anständig, außerdem hab ich noch nie einen so penetranten Unteroffizier wie Thomas Reynolds erlebt. Meine Leute passen hier gut rein.", schloss sie langsam. 
 
Für einen Wimpernschlag kam es Gaspar vor als würde er etwas feuchtes in den Augenwinkeln Lymas sehen, aber der Moment war sofort wieder verschwunden und auch die Stimme der Commodore verriet nichts über ihre tatsächlichen Gefühle als sie sich bückte und einen schweren Gegenstand hoch hob. Noch Jahre später fragte der Kanadier sich wie Skyla diesen unbemerkt in den Raum bekommen hatte. Das Licht von Gaspars Schreibtischlampe reflektierte sich im Messingbeschlag der alten Widmungsplakette der USS Odyssey, die Ensign Nirrod unter Einsatz seines Lebens aus dem untergehenden Schiff gerettet hatte. 
 
Skyla Lyma hob den Kopf und fixierte Gaspar ohne etwas zu sagen. Das erste Mal seid ihrem Auftritt herrschte völlige Stille. Sie hob die Plakette mit beiden Händen und reichte sie langsam zu Gaspar hinüber. 
 
"Ich habe mich sehr über diesen Gegenstand gefreut, weil er ein großer Teil meines Lebens ist und immer sein wird. Trotzdem will ich Ihnen das hier gerne schenken. USS Odyssey ist nicht nur ein Name oder eine Bezeichnung eines Raumschiffs. Odyssey bedeutet dagegen zu sein. Ich weiß nicht, ob Sie mit der Historie dieses Namens vertraut sind, aber in der Geschichte sorgte dieser Name immer wieder für Ärger.", fuhr Skyla fort, dabei verzogen sich tatsächlich ihre Mundwinkel und ein weiteres breites Lächeln trat zu Tage. "Viel Ärger..", wiederholte sie. 
 
"Vor 46 Jahren trat das erste Schiff diesen Namens eine völlig hoffnungslose Rettungsoperation im Gamma-Quadranten an, was das Schiff leider nicht überstand. Nun sind wir Zeuge geworden wie auch das nächste Schiff diesen Namens in vollendeter Pflichterfüllung seine Heimreise antrat." 
 
Skyla Lyma sah Gaspar an. "Vielleicht sollte der Name nicht nur in der Vergangenheit auftauchen, sondern das FKOM mit jedem Bericht daran erinnern, was geschehen ist. Das Schiff als solches kann ausgelöscht werden, der Name, die Tradition. Die bleibt."
 
Zum zweiten Mal an diesem Tag hielt Gaspar die schwere Messingplakette in den Händen. Unterschiedlicher konnten die Situationen nicht sein. Andächtig hielt er das kleine Stück Zeitgeschichte in den Händen. Sorgfältig untersuchte er die Plakette. Im Besuchersessel zurückgelehnt beobachtete ihn Skyla dabei. Sein Blick fiel auf die kleine Reliefzeichnung der alten USS Odyssey. Ein Schiff was durch intransparente Flottenführung und Gemauschel einfach so geopfert worden war! Ebenso die Galavant! Ein verbeulter alter Kahn der geopfert werden sollte für die Statistik. In diese Moment schwor sich Gaspar das dieser verbeulte alte Kahn es Ihnen allen zeigen würde!
 
Sein Griff um die Plakette wurde fester. Seine Fingerkuppen waren fast weiß. Dann hob er den Kopf und Commodore Skyla Lyma musste Gaspar Toussaint nicht mehr fragen wie er sich entscheiden würde.
</RPG>
 
<SUM>
Zeit: MD 4.2248
Ort: USS Galavant, Bereitschaftsraum des Captains
 
"Computerlogbuch der Galavant, Captain Toussaint, Sternzeit 24160104.9
 
Die Ereignisse der letzten Tage haben sich überschlagen. Neben dem Verlust der USS Odyssey und der USS Glorana herrscht in der zweiten Flotte Aufruhr. Der Planet Carraya ist samt und sonders nach dem Absturz der Odyssey verschwunden. Es gibt, stand jetzt, keine Erklärung für das Phänomen. Kurz vorher ist allerdings Ensign Nirrod, der bis zu diesem Moment als vermisst galt, ein besonders Kunststück gelungen als er unter dem Einsatz seines Lebens die Widmungsplakette der Odyssey aus dem untergehenden Wrack retten konnte. Eine Tat, die symptomatisch für das Schiff selbst steht. Die Odyssey harrte im Carrayasystem aus als niemand anders zur Hilfe kam. Ohne Murren erledigten Offiziere und Crewmitglieder ihren Dienst, ohne die Sinnhaftigkeit dieser Mission zu hinterfragen. Denn tatsächlich werfen die Umstände der Kommandoweisung immer mehr Fragen auf. Fragen die auch den Marschbefehl der USS Galavant betreffen. Fragen die zur gegebener Zeit an anderer Stelle gestellt und beantwortet werden müssen. Um an dieses Kommando und seine Mission zu Erinnern hab ich, Captain Gaspar Toussaint mich dazu entschlossen das Raumschiff USS Galavant -  Registriernummer NCC-52429-E - in USS Odyssey umzubenennen. Die zuständige Freigabe über die Rechte des Namens übergab mir Commodore Skyla Lyma in Form der bereits erwähnten Widmungsplakette. Die USS Odyssey ist tot, lang lebe die USS Odyssey! 
 
Toussaint Ende.
 
</SUM>
 
 
Submitted by
 
 
LtCmdr. Soraya Alizadeh
EO USS Odyssey
Aka
Ratty
 
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop
 


Junge

Lasse Wittland
 

Und nochmal...


Hinweis vorweg: In dem Post tauchen viele neue Personen auf; ich hatte überlegt, ein Organigramm zu erstellen und mitzuschicken, bin dann aber davon abgekommen, da die meisten Figuren vermutlich nie wieder auftauchen werden.

Hinweis #2: Die Meinungen in diesem Post sind subjektiv eingefärbrt...


<RPG>

Ort : Ein schlichtes Reihenmittelhaus in Mellingheim, Planet Faldosa, VFP
Zeit: früher Nachmittag

"Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um ein paar Worte an euch zu richten."
Während er sprach stand Steffan ungelenk von seinem Platz am Kopfende der gedeckten Kaffeetafel auf. Den Sektkelch, an den er zuvor mit seiner Gabel geklopft hatte, um sich die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Gäste zu sichern, hielt er dabei weiter in der Hand. Die edle Flüssigkeit schwappte bedenklich.

"Ich habe ich nicht oft das Vergnügen, vor so vielen Menschen zu sprechen. Keine Sorge, ich werde es kurz und schmerzlos machen, aber zur Sicherheit habe vorhin ich Tanja gebeten, die Haustür abzuschließen." fuhr Steffan fort und erntete einige mehr pflichtbewusste als enthusiastische Lacher, hauptsächlich von seinen jüngeren Kindern.

"Danke." meinte Steffan und deutete eine Verbeugung vor seinem Publikum an.
"Wo war ich? Ah, ja. Wir haben uns heute hier zusammengefunden, weil wir etwas zu feiern haben. Die letzten Jahre haben es oft nicht gut gemeint mit unserer Familie, ich denke nur an das unaufgeklärte Feuer in der Küche, die letzte Meisterschaftssaison der Regenmacher oder die noch immer nicht überwundene Wühlmausplage im Garten. Ich könnte noch tiefer graben, aber das tun diese Biester schon zu genüge."

Pause. Dann merkten die Zuschauer, das sie lachen sollten. Einige taten es, andere sahen verstohlen auf die Wanduhr hinter Steffan. Paul konnte es ihnen nicht verübeln.

"Jedenfalls gibt es heute zur Abwechslung mal etwas zu feiern. Denn heute haben wir hier, zwischen uns, einen Mann, der etwas geschafft hat, was in jüngerer Vergangenheit vor ihm erst ein Reinert geschafft hat."

//Zwei.// korrigierte Paul im Stillen. //Und das weißt du ganz genau.//

"Einen Mann, der zu den Sternen reisen wird. Nicht, weil er die Toiletten auf der Transferstation reparieren soll, oder um seine Familie zu besuchen -oder es zu versuchen-, sondern als seine Lebensaufgabe, ja, fast möchte ich sagen, sein Schicksal. Ein Mann, zu dem, wenn wir ihn demnächst ansehen wollen, immer hinaufblicken werden müssen."

//Oder nach rechts, oder links, nach unten oder irgendwohin. Das Weltall ist keine Scheibe, ich könnte von Mellingheim aus gesehen überall sein. Hauptsache weit weg von hier.//
Pauls Blick glitt von seinem schwadronierenden Vater fort, durch die verglaste Verandatür in den wühlmausgeplagten Garten. Er konnte genau sehen, wo die Bauten der Tiere lagen; das Erdreich hatte dich dort etwas gesenkt, und der ewige faldosiche Regen hatte die Stellen mit Pfützen markiert. Das größte Rätsel bei der Sache war wohl weniger warum Steffan es nicht schaffte der Plage Herr zu werden als warum sie in dem feuchten Untergrund nicht längst alle ersoffen waren.

"Ich rede übrigens nicht von meinem Bruder Lars." erklärte Steffan noch einmal zur Sicherheit.
"Nein, ich rede von meinem eigenen Sohn, der die stolze Tradition fortführen wird, die Lars begonnen hat: Reinerts in der Flotte. Immer Rein, sage ich nur. Junge, steh doch mal auf!"

//Kann er sich mal entscheiden, ob er mich als 'Mann' oder 'Junge' bezeichnet?// dachte Paul sich, stand aber gehorsam auf.

"Dass ist er!" erklärte Steffan unnötigerweise und deutete mit beiden Armen auf Paul. Der Sekt, der sich bis zu diesem Punkt tapfer in dem Kelch gehalten hatte verteilte sich dabei auf dem Tisch, Tanja und der neben ihr sitzenden Großtante Karen.
"Fähnrich Paul Albert Reinert. Mein Sohn, der zukünftige Komikoffizier auf dem Föderationsschiff USS Galahad!"

"Eigentlich ist es die Galavant." korrigierte Paul ihn.

"Galavant? Allerhand!" rief Steffan und besorgte das beifällige Gelächter diesmal gleich selbst. Der Lautstärke nach zu urteilen war es sein bester Witz bisher.

Paul befürchtete das auch.

"Was ist denn ein Komikoffizier?" erkundigte ein Paul unbekannter Mann sich. Er vermutete, das das Frederick sein musste. Fred war der neue Lebensgefährte von Laura, Oma Sonjas jüngster Schwester, und hatte das 'Vergnügen', zum ersten Mal bei einer reinertschen Familienfeier dabei zu sein.

Die Frage reichte aus, Steffan aus dem Konzept zu bringen. "Was? Naja, ein Komikoffizier halt."

"Ein Kommunikationsoffizier." half Paul.

"Genau. Aber das Wort ist kürzer. Dadurch kann man die wichtigen Informationen komprimieren und effizienter ..komunizieren. Das ist wichtig, Paul, wenn du dich so vorstellt machst du gleich einen guten Eindruck, dann sieht dein Kapitän das du deine Arbeit ernst nimmst. Außerdem sagt es auch das du eine reinertsche Frohnatur bist."

//Nach der Logik solltest du dich bei deinem nächsten Vorstellungsgespräch als 'A Loser' beschreiben, Vater. Das vermittelt _genau_ den richtigen Eindruck.// dachte Paul sich. Ein Stück weiter konnte er Fred ansehen, das dieser langsam zu begreifen schien wo er hier hineingeraten war. Er sah besorgt zu Laura, die ihm aufmunternd die Hand drückte.
"Danke, Vater, ich werde es mir merken."

"Was macht ein Kommunikationsoffizier eigentlich?" Das kam ausgerechnet von Pauls Schwester. Als ob Vater ihr das nicht schon dutzende Male erzählt hatte. Andererseits... woher sollte Steffan sowas wissen?

"Nun, die meiste Zeit werde ich da sitzen und Knöpfe drücken. Wenn eine Nachricht eingeht darf ich das verkünden und dann dahin legen wo auch immer der Empfänger sie annehmen möchte, während ich auf meinem Stuhl sitzen bleibe und weiter Knöpfe drücke. Ich glaube es gibt auch ein oder zwei Regler. Wenn der Kapitän nicht gestört werden will muss ich mich mit den Leuten rumärgern, die ihn trotzdem sprechen wollen. Ach ja, und ich bin natürlich schuld wenn ein neues LCARS-Update die komplette Bandbreite auffrisst und keiner mehr Onlineholoromane spielen kann. Aber in der Regel drücke ich nur irgendwelche Knöpfe."

"Er ist sooo bescheiden." lieferte Steffan seine eigene Interpretation. "Genau wie Lars. Und ihr wisst alle, wie weit er es gebracht hat."

Paul seufzte. Die Heldenverehrung, die sein Vater seinem Bruder entgegenbrachte, war seit er die Familie verlassen und zue Akademie gegangen war nur noch schlimmer geworden. So wie sein Vater ihn vergötterte wunderte es Paul, das er nicht längst eine Statue von Lars im Garten errichtet hatte. Wobei, wenn die Wühlmäuse nicht wären hätte er das vielleicht schon getan.

Steffan riss dann den Sektkelch hoch. Da nur noch wenig darin war gelang dies ohne einen weiteren Tropfenregen.
"Lasst uns anstoßen! Auf meinen Bruder Lars, der heute leider nicht hier sein kann weil er wichtige Forschungsarbeiten für die Föderation erledigt. Und auf meinen Sohn Paul, der ihm nachfolgen wird."

"Auf Paul" "Auf Lars." hallten die Toasts von allen Enden des Tisches. Paul nahm es mit Erleichterung. Nicht das ihm diese Huldigungen etwas bedeuteten, aber sie markierten auch das Ende von Steffans Rede, was bedeutete, das er sich wiedewr setzen durfte und der allgemeine Aufmerksamkeitsfokus zumindest etwas von ihm weichen könnte. Wieder einmal musste Paul feststellen, das wenn sein Vater eine Rede hielt, deren Ende einfach der beste Teil war.

"Glückwunsch, den Teil hast du überstanden." Die Frau zu seiner Rechten schien Pauls Gedanken erraten zu haben.

Er überlegte kurz, dann nickte er. Stella war eine der wenigen Anwesenden, die keine geborene Reinert war, was sie zu einem der interessanteren Gesprächspartner auf dieser Feier machte. Gut, einigen seiner weiter entfernten Verwandten tat er damit vermutlich unrecht, nicht alle Reinerts waren so steffanstrengend wie sein Vater. Aber _keiner_ von denen hatte den Vorteil, so charment und gutaussehend zu sein, die Frau des mystischen Onkel Lars.
"Ich fürchte nur, das mein Vater sich noch ein paar weitere Programmpunkte ausgedacht hat, um uns zu quälen. Entschuldige übrigens, das er dich vorhin nicht erwähnt hat. Du hast ja auch einige Jahre auf einem Sternenflottenschiff gearbeitet. Aber ich denke, das hätte ihm die Quote zu sehr gedrückt."

"Ich bin mit einem Reinert verheiratet. Mich könnt ihr so schnell nicht mehr schockieren." erwiederte Stella zuversichtlich.

"Du bist mit Lars verheiratet. _Hier_ bist du beim totalen Bodensatz des Clans angekommen."

"Du scheinst nicht sehr viel von deiner Familie zu halten." meinte Stella und drehte ihren Sektkelch in der Hand.

Paul schnaufte. "Das ist eine Untertreibung. Sieh sie dir doch an: Da sind zunächst mal meine Geschwister. Kevin? Ist von der Schule geflogen -und das muss schon was heißen hier draussen-, und verdient sich seine Kröten eher schlecht als recht mit Kellnern. Jedenfalls solange bis seine Kollegen herausfinden, das er sie mit dem Trinkgeld prellt. Lisa ist eine eingebildete Schnepfe, die glaubt alles zu wissen und eingeschnappt ist, sobald etwas nicht nach ihrer Nase läuft. Und Claudia ist ein hinterlistiges Aas. Sie kann die liebsten Dinge zu dir sagen und deine beste Freundin spielen, aber sobald du weg bist zerreist sie sich das Maul über dich. Falls es dich interessiert, sie war es, die nach eurem ersten Hochzeitsversuch das Gerücht in die Welt gesetzt hat, du hättest Lars verlassen weil er impotent sei."

Stellas Augen wurden zu Schlitzen.
"Interesant."

"Dann mein Vater. Du hast ihn ja gerade erlebt. Hält sich für den besten Komiker des Planeten und ist doch nur eine Witzfigur. Wenn mal etwas gut läuft reklamiert er es sofort für sich, wenn es Probleme gibt sind immer die anderen Schuld.
Mutter? Macht nur das, was Vater ihr sagt. Eine Eigene Meinung hat sie zusammen mit ihrem Mädchennamen abgelegt. Tante Sonja wird hysterisch, wenn man die falschen Themen anspricht, Onkel Lars..."
Er biss sich auf die Zunge. Verdammt!

"Ja? Was ist mit deinem Onkel Lars?" erkundigte Stella sich. Sie klang freundlich, aber Paul konnte den lauernden Unterton in ihrer Stimme erkennen.

"Du weist doch selbst am Besten, wie er ist." versuchte er sich herauszureden.

"Natürlich. Aber mich interessiert, was _du_ von meinem Mann hälst."

"Er..." Paul gab sich einen Ruck. Was sollte es, wie es aussah würde er aus der Nummer 'eh nicht wieder herauskommen.
"...ist langweilig. Ich meine, Archäologie! Für euch ist das sicherlich wahnsinnig spannend, mit einem Zahnstocher und einem Pinsel alte Ruinen auszugraben, aber für den Rest der Welt ist das in etwa so spannend wie Leuten beim Angeln zuzusehen. Ist nicht persöhnlich gemeint."

"Langweilig. Du findest, mein Mann sei langweilig?" erkundigte Stella mit gespielter Entrüstung. "Hast du jemals eine seiner Abhandlungen über die sich wandelnde Bedeutung der Haartracht für heranwachsende Frauen auf Tauc'Noith im Wandel der Jahrhunderte gelesen?"

"Nein, aber ich wette, mein Vater hat sie im Schrank. Ungelesen, versteht sich. Die vielen Buchstaben würden ihn vermutlich zu sehr verwirren."

"Weißt du was ich mich schon frage? Wenn du so wenig von deiner Familie hälst, wieso bist du überhaupt hier? Warum bist du nicht direkt zur Gala..vant geflogen und hast deinen Dienst angetreten?"

Paul wich ihrem Blick aus und sah wieder aus der Verandatür. Etwas braunes, schlammtriefendes kam in sein Sichtfeld. Ert. Verdammt, Paul wusste die ganze Zeit, das er etwas vergessen hatte. Ert trottete zur nächsten Pfütze, ließ sich fallen und suhlte sich darin. Danach stand er auf und schüttelte sich, das der Dreck nur so flog und ein wildes Fleckenmuster auf der Tür hinterließ. Ja, sein Hund stand seiner Familie in nichts nach.
"Weil ich bis vor Kurzem noch nicht wusste, wohin ich versetzt werde." antwortete er schließlich ehrlich. "Es hat etwas länger gedauert, bis die Flotte ein Schiff für mich gefunden hat, und mein Zimmer im Kadettenwohnheim lief aus. Also dachte ich, ehe ich in San Francisco rumhänge könnte ich auch nach Hause fahren und meiner Familie ein letztes Lebewohl sagen."

Stella schüttelte den Kopf. "Würden wir uns heute zum ersten Mal begegnen würde ich dir das vermutlich sogar glauben, Paul. Weisst du, was ich glaube? Du hast einfach nur verpennt dich um ein neues Zimmer zu kümmern. Und als du mit deinen Habseligkeiten auf der Straße standst war es bequemer, den nächsten Raumer nach Faldosa zu nehmen, als das nachzuholen. Hier würdest du immer ein Dach über dem Kopf haben und würdest deine Familie aussitzen, bis die Nachricht vom FKOM kommt."

Offenbar kannte sie ihn. Wobei das alles nie passiert wäre, wenn die Sternenflotte ihn rechtzeitig versetzt hätte, wie die meisten seiner Kommilitonen. _Die_ hatten das Problem gar nicht.
"Nein, ganz falsch. Das war alles nur ein raffinierter Plan um dich wiederzusehen. Ich wusste, das Vater der Versuchung diese Feier auszurichten nicht würde widerstehen können, und das Lars dich vorschicken würde."

"Ach so. Na dann, Glückwunsch, dein Geheimplan hat vollen Erfolg gehabt."

Stella hielt ihm den Sektkelch hin und die beiden stießen an.

Da rief ein Kind -Paul glaubte, das es einer von Laurens Enkeln war- panisch "IIIIEH! EINE WÜHLMAUS!" und deutete auf die Veranda, wo Ert energisch mit seiner Pfote gegen die Scheibe drückte und streifen brauner Erde hinterließ.
Er konnte es kaum erwarten, hier weg zu kommen.

</RPG>


<SUM>

Ort : Ein schlichtes Reihenmittelhaus auf Faldosa
Zeit: früher Nachmittag

Paul Reinert wohnt einem Familienfest bei.

</SUM>

Bis dann,
Lasse


Sie ist weg

Lasse Wittland
 

Hi ihr,

<RPG>

Ort : Besprechungsraum, Deck 1, USS Korolev
Zeit: MD 3.0200

Träge schwappte die schwere Flüssigkeit in dem Glas hin und her, in Schwung gehalten durch die leichten Bewegungen, die sich durch ihre Atmung und über ihren Arm auf sie übertrugen. Yvonne hatte schon seit einer ganzen Weile nichts mehr davon getrunken, hatte das Portwein in ihrer Hand halb vergessen, und starrte aus dem abgedunkelten Raum hinaus in die Leere des Alls. Dorthin, wo vor weniger als zwei Stunden noch ein Planet und 'ihr' Raumschiff gewesen waren. Und jetzt ist sie weg.

Sie wusste nicht, was passiert war. Niemand wusste das. Kapitän Checkov hatte jeden Sensor, über den die Korolev verfügte, auf den verschwundenen Planeten ausgerichtet und sammelte Petaquads an Daten, mit deren Sichtung die Experten daheim in der Föderation Monate, wenn nicht Jahre beschäftigt sein würden. Für Yvonne und die anderen Evakuierten von der Odyssee gab es momentan nichts zu tun, und die, die sich nicht in ihre Gastquartiere zurückgezogen hatten um den Verlust im Privaten zu verarbeiten, streiften ziellos durch das Schiff, bis sie früher oder später hier ankamen. Wenngleich es Checkov störte, das sein Besprechungsraum derart übernommen wurde, so hatte er doch den Anstand, sie gewähren zu lassen, zumindest in dieser Nacht.

Yvonne sah sich um. Sie die erste gewesen, die ihren Weg hierhin gefunden hatte, aber sie war nicht die Einzige. Fiona saß zwei Plätze neben ihr, und starrte wie sie hinaus. Die Schottin wirkte erschöpft, aber auch gelöst. Die Nachricht, das es Amun gut ging und er auf dem Weg in Sicherheit war hatte ihr einen schweren Ballast von den Schultern genommen. Neben ihr saß Rani Than, ebenfalls tief in ihre Gedanken versunken. Am Ende des Tisches saß Ana, hinter sich Ortichk, die eine ihrer Pfoten um die Betazoidin gelegt hatte und sie sachte drückte. Zu ihren Füßen, im Schneidersitz vor dem Fenster, hockte Emin, neben ihm CJ mit einer Flasche selbstgebrannten. Hin und wieder trank er einen Schluck und reichte sie herum. Manchte tranken, andere gaben sie einfach weiter. Sogar Meru war da, hatte die Port Haven nach ihrer Rückkehr in gewissenhaften Händen zurückgelassen, um jetzt bei ihren alten Kammeraden zu sein. Am weitesten von dem Panoramafenster entfernt, mit dem Rücken an die Wand gelehnt, stand Skyla, emotionslos wie immer.

Die meiste Zeit schwiegen sie und hingen ihren Erinnerungen nach. Ab und zu sprach jemand, um eine kurze Annekdote zu erzählen, die er oder sie mit der Odyssee erlebt hatte. Geschichten, die sie vereinten und die Leere erträglicher machten, der sie ins Auge sehen mussten: Sie ist weg.

Draussen im All blitzte etwas auf. Ein Trümmerstück, das sich früh von der Odyssee gelöst hatte und weit genug von Carraya entfernt war, um nicht zusammen mit dem Planeten zu verschwinden. Sie trudelten langsam, und immer wieder mal drehten sie für einen Moment eine glatte Oberfläche in genau dem passende Winkel, um das Licht der Sonne zur Korolev zu reflektieren. Es war ein langsamer und unregelmäßiger Totentanz, alles, was von dem stolzen Schiff übrig geblieben war.

Die Tür öffnete sich, ein heller Lichtschein viel vom Gang in den Raum. Yvonne kniff die Augen zusammen.

"Hier seit ihr alle." meinte der Neuankömmling. Mara.

"Wir nehmen Abschied." erklärte Yvonne und winkte die Sylenin herein. Dabei wurde ihr bewusst, das sie immer noch das Weinglas in der Hand hielt. Port. Afonso hatte sie zu diesem Getränk hingeführt. Eine komische Flüssigkeit. Süß und schwer, mit einem Hauch Melancholie; sie hatte nicht lange überlegen müssen, welche Flasche sie heute mitnehmen würde. Sie nippte daran.

Mara kam in den Raum hinein, die Tür schloß sich hinter ihr, und das störende Licht verschwand wieder. Sie ging um den Tisch herum, langsam, um in dem Halbdunkel nicht über etwas oder jemanden zu stolpern. Wen sie erkannte grüßte sie, die Antworten waren knapp oder bestanden nur aus einem Nicken. Mit einigen wechselte sie auch ein paar Worte.
Schließlich hatte sie Yvonne erreicht, blieb neben ihr stehen und blickte aus dem Fenster hinaus. Ein Trümmerteil blitzte auf, dann noch eines.

"Das war ein Teil der oberen Steuerbord-Manöverdüsengruppe." meinte Ana in die Stille hinein. Die Betazoidin klang verschnupft. Niemand fragte, woran sie das erkannt haben wollte.

"Wie lange sitzt du schon hier und starrst ins All?" wollte Mara wissen.

Yvonne sah auf ihr Glas. "Zu lange, schätze ich. Und noch nicht lange genug."

"Es war nicht deine Schuld." erklärte Mara und legte ihr die Hand auf die Schulter. "Die Deppen, die den Torpedo..."

"Ich weiß."

"Und trotzdem möchtest du hier im Dunkeln hocken und Trübsal blasen?"

Yvonne hatte keine Lust auf lange Diskussionen.
"Ja."

Mara sah sich noch einmal im Raum um, dann schüttelte sie den Kopf.
"Das ist mir zu depressiv. Versteh' mich nicht falsch, ich vermisse die Oddy auch, aber sie ist.." sie wurde aus Rücksicht auf Ana etwas leiser, "..sie ist nur ein Schiff, nicht das Ende der Welt."

"Hast du eine bessere Idee?"

Mara lächelte, und ihre Zähne leuchteten im Dunkel auf.
"Also ich für meinen Teil habe gleich eine Verabredung. Zum Schichtwechsel."

Yvonne sah die Sylenin ungläubig an. Sie wusste, das Mara kein Kind von Traurigkeit war, aber gerade jetzt?

"Es ist niemand, den du kennst." meinte Mara, die Yvones Mimik nicht richtig gedeutet hatte. Oder im Dunkel nicht gut genug erkennen konnte. "Ein Crewmitglied der Korolev. Ein richtig süßes Ding. Und clever. Was ist, möchtest du nicht mitkommen? Das würde dich vielleicht auf andere Gedanken bringen."

Yvonne starrte sie an.

"Es ist nur ein Kennenlernen." erklärte Mara und kämpfte gegen den Impuls an, loszukichern. "Wir treffen uns, reden über dies und das und haben einen schönen gemeinsamen Abend. Mehr nicht. Mit Frauen ist sie noch ein unbeschriebenes Blatt, deshalb werden wir es langsam angehen lassen. Außerdem habe ich sie entdeckt, sie gehört mir!"

"Dann wünsche ich dir viel Spaß mit ihr."

Mara überlegte weiter zu diskutieren, lies es dann aber. Stattdessen drückte sie der ehemaligen EO die Schulter. "Na gut, dann überlasse ich dich wieder deinem Weltschmerz. Aber das hier wird kein Dauerzustand, versprich mir das."

Statt einer Antwort hob Yvonne das Glas und prostete ihr zu.

Als Mara ging verließen auch andere den Raum. CJ erhob sich zunächst etwas schwankend, dann aber sicheren Schrittes. Ortrichk und Anna folgten ihm aneinander geschmiegt, und auch Meru verabschiedete sich, um zu ihrem Schiff zurück zu kehren. Yvonne konnte es ihnen nicht verdenken. Die anderen hatten jemanden, zu dem sie gehen konnten. Meru ihr Schiff, Mara ihre Verabredung -und wenn die nicht wäre, Sif-. Anna und Ortrichk hatten einander, und auf Fiona wartete irgendwo da draußen Amun.

Und sie? Sie hatte die Oddy, aber die war weg. Drei ihrer engsten Freunde waren tot oder verschollen, die anderen mit ihren eigenen Sachen beschäftigt. Der letzte Mann, der sich für sie interessiert hatte, war WO Bulber. Er war ein Neandertaler, aber er _hatte_ ihr Rosen mitgebracht. Und war jetzt auch tot. Jemanden, zu dem sie hätte gehen können, gab es nicht mehr.

Sie trank noch einen Schluck und sah zur Seite. Ihr Blick traf sich mit dem von Skyla.

Vielleicht nicht ganz.

</RPG>


<SUM>
Ort : Besprechungsraum, Deck 1, USS Korolev
Zeit: MD 3.0200

Yvonne und einige andere Crewmitglieder nehmen Abscheid von der Odyssee.
</SUM>




Bis dann,
Lasse


Glück, kann man selber schmieden

Sascha
 

<rpg>
 
Ort: Donatu-System, Donatu V 
Zeit: vor etwa 2 Monaten
 
<quote>
 
 „ Sie kommen! “ sagte er in einer Lautstärke, dass es jeder mitbekommen haben sollte. Wenn nicht, die Soldaten gaben es weiter. Er signalisierte McCollins mit Handzeichen, was bald geschehen würde. Dieser bestätigte. Die Mörser waren bereit ihren Rückzug zu decken. Das Gewehr in Vorhalte und in dem Fuchsloch, das eher einer Sasse ähnelte, liegend spähte er geradeaus. Er konnte sie noch nicht sehen, hören konnte sie jedoch jeder. Mit lautem Kampfgebrüll, näherten sich ihnen die Klingonen.
Schon zeigte sich der erste, der zwischen zwei Monolithen in ca. 18m Entfernung auftauchte. Er trug den Disruptor, doch der Klingone hinter ihm, stürmte schon mit dem Bath’leth voran. Wie so viele Soldaten, in so vielen Kriegen und Schlachten, legte auch Thomas an und drückte ab.
 
</quote>
 
Den ersten Klingonen erwischte Thomas direkt mit Dublette in die Brust. Der zweite, direkt dahinter starb, als der erste noch nicht am Boden lag. Was ihn für einen kurzen Moment verwunderte, war das Ausbleiben des Klingonischen Mörserfeuers. Normalerweise war dieses immer einem Angriff voran gegangen. War den Klingonen die Munition ausgegangen? Waren diese Klingonen durchgedreht und ohne Befehl los gezogen? Berauscht durch Gesang und Blutwein?
 
"Marines! Mir nach!" Thomas sprang, unter einigen verwunderten Blicken, auf und stürmte den Klingonen entgegen. Er erkannte, dass dies nur ein Sondierungsangriff war. Die zuletzt zwischen den Felsen erschienenden Klingonen, waren nach kurzem Sichthalt, umgedreht und rannten zurück. Sollten sie es schaffen, lebend zum Lager zu gelangen, würden diese jungen Marines und er hier sterben. Hätte ihn nicht das 100Yard starren gepackt, hätte er im Augenwinkel gesehen, wie die anderen Marines seinem Beispiel folgten.
 
Sie sprangen aus ihren Deckungen und Löchern und gingen in den kurzen, aber brutalen Nahkampf mit den Klingonen. Beflügelt, von dem mächtigen menschlichen Willen, trotz aller Widrigkeiten am Leben zu bleiben, stürzten sie sich, teilweise mit dem Kabar, auf die Klingonen. Diese, von diesem untypischen menschlichen Verhalten tatsächlich überraschten Klingonen, wurden schneller überwältigt als man es vermutet hätte. Allerdings nicht ohne Verluste unter den Marines. 
 
Thomas rannte zwischen den Felsen hindurch und erschoss sofort jeden Klingonen, der ihm vor den Lauf seines Phasergewehrs kam. An einem Felsen zog er den Kopf ein und machte eine Abrollbewegung nach vorne, als ein Bath'leth hinter dem Felsen vervorschnellte. Die Klinge verfehlte seinen Kopf nur um einige Millimeter. Am Boden drehte sich Thomas in Richtung des Klingonen und versuchte sein Gewehr noch auf diesen zu richten. Der Klingone hatte sich schon durch eine Drehung in den Laufweg zwischen den Felsen gestellt und hob das Bath'leth, um es seinem menschlichen Widersacher in die schwache Brust zu stoßen.
 
Beide würden es nicht schaffen, den jeweils anderen zu töten. Noch ehe der klingonische Krieger seinen Stoß ausführen konnte, riss er die Augen auf und sank kurz darauf leblos in sich zusammen. Hinter diesem stand ein junger Marine, der ihm das Kabar aufgepflanzt am Phasergewehr in den Rücken gestoßen hatte. Zudem hatte er auch das Phasergewehr benutzt und dem Klingonen eine tödliche Phaserentladung zusätzlich gegeben. Der Dinosaurier in diesem ganzen Chaos wartete nicht lange auf die nächsten Dinge, sondern rappelte sich, so schnell es ging auf und lief weiter, in Richtung klingonische Stellungen.
 
Er musste die jungen Marines vorher stoppen. Sie waren komplett in ihrem eigenen Rausch gefangen und würden sehr wahrscheinlich, wie die Klingonen auf ihrer Seite, fallen sobald sie zwischen den Felsen hervorkamen.
 
Er rannte erneut los, dicht gefolgt von dem Marine, der ihm sehr wahrscheinlich das Leben gerettet hatte. Klingonen mochten stärker sein, sie mochten Verletzungen besser verkraften als Menschen. Aber sie waren nicht schneller im Laufen. Besonders dann nicht, wenn es darum ging, schwere, mit vielen Verknöcherungen bewährte Körper, mit vielen Richtungswechseln, durch enge Gänge zu zwängen. Dort war der fragile menschliche Körper einfach im Vorteil mit seiner weniger versteiften Brust.
 
Schon hatte Thomas den Klingonen, den er eben noch vor sich gehabt hatte, wieder eingeholt und konnte diesem zwei Phaserentladungen in den Rücken jagen. Gekonnt sprang er über den gefallenen Krieger. "Marines... HAAAALT!" rief er so laut es seine Lungen hergaben. Neben sich hörte er sofort die anderen Unterführer rufen. Er hoffte das es reichen würde, die jungen Marines, beflügelt durch den Rausch des gerade errungenen Sieges über klingonische Krieger, zum Stoppen zu bringen. Er spürte wie der Marine hinter ihm, ihm in den Rücken lief. Er hoffte die anderen würden es schneller umsetzen können. 
 
Schon sah Thomas das Ende des steineren Labyrinths und konnte dahinter die klingonischen Stellungen ausmachen. Wie er vermutet hatte, wären sie direkt in den Tod gelaufen. Die Klingonen erwarteten ihren Gegner genauso, wie sie es selbst getan hatten. Jedoch sah Thomas auch die Mörserstellungen der Klingonen. Da weder die Mörser begannen zu feuern, noch die anderen Klingonen zum Angriff ansetzten, war klar das sie alle Klingonen zwischen den Felsen erwischt hatten. Jetzt waren die Marines im Vorteil. Sie kannten die Stellungen der Klingonen und konnten ihr eigenes Mörserfeuer präzise ins Ziel lenken.
 
Er schickte den jungen Marine hinter ihm mit dem Befehl los, den Mörserzug die Infos zukommen zu lassen. Er würde den Klingonen von der Steinformation beginnend zu den Mörserstellungen, einmal zeigen, was es hieß, Mörserfeuer zu kassieren. Die Minuten voller bangem Hoffen verstrichen. Hoffen, das die Klingonen in den Stellungen jetzt nicht angreifen würden.
 
Schrilles Pfeifen zerschnitt die Ruhe, als die Granaten durch die Luft ihren Zielen entgegen schwirrten. Jetzt war es an der Zeit sich zu den eigenen Stellungen zurück zu ziehen. "Marines, zurückfallen!" zerschnitt sein lauter Befehl die gerade noch ruhige Stille. Kaum eine Sekunde später erfolgten die ersten Detonationen, diese erfolgten kurz vor den klingonischen Stellungen. Ein schneller Blick zu den Seiten zeigte ihm, das sein Befehl angekommen war. Die Marines rückten schnellen Schrittes ab. 
 
Er riskierte noch einen Blick nach vorne und musste anerkennend feststellen, dass sowohl seine Schätzung für die Entfernung als auch die durchgeführten Einstellungen an den schweren Waffen recht präzise ausgefallen waren. Nun setzte sich auch Thomas so schnell er konnte ab. Vielleicht würden die Klingonen die Flucht nach vorne antreten. 
 
Er hatte kaum den letzten Felsen passiert, da konnte er im freien Feld voraus schon die Detonationswolken der klingonischen Mörser erkennen. Die Klingonen wussten wirklich nicht, dass man sich bereits abgesetzt und die Stellungen verlagert hatte. Er sah die anderen Marines, durch den Staub und Splitterhagel rennen. Neben einem der Marines explodierte eine der Granaten und der junge Mann stürzte, von mehreren Splittern getroffen und von der Druckwelle erfasst, zu Boden, wandt sich schreiend vor Schmerzen.
 
Thomas zögerte keinen Augenblick und querte das Feld. Er versuchte den jungen Mann zu beruhigen, untersuchte diesen kurz und band mit einem Tournequit sein schrecklich zugerichtetes Bein ab. Der Soldat schrie auf, als Thomas den Blufluss unterbrach, dann überwältigte den Verwundeten der Schmerz und er verlor das Bewusstsein. Vermutlich war es gerade besser für diesen. Thomas wuchtete sich gekonnt den jungen versehrten Körper über die Schultern und den Nacken und lief los. 
 
Er hatte vielleicht gerade zehn, vielleicht zwölf Meter geschafft als das Geräusch einer gewaltigen Detonation seine Ohren erreichte. Nur Sekunden später verstummte das Klingonische Trommelfeuer der Mörser. Er rannte weiter und übergab schlussendlich den Verwundeten an zwei entgegen kommende Corpsman. Diese übernahmen den Verwundeten und liefen mit diesem so schnell es ihnen möglich war, zum Verwundetensammelnest. 
 
Thomas atmete schwer durch, sah einmal über die sich neu eingegrabenen Marines. Keiner von ihnen lag in Deckung, alle standen sie und rissen in Siegespose die Arme empor. Thomas brauchte einen Moment, um zu verstehen, das sie nicht ihn meinten. Er registrierte nach kurzer Zeit, das die Blicke an ihm vorbei, in die Ferne gerichtet waren. Er drehte sich um und konnte sich nun vorstellen, warum es einen alles übertönenden Detonationsknall gegeben hatte und warum das Feuer der klingonischen Mörser abgebrochen war. 
 
Eine der Mörsergranaten, hatte die Bereitschaftsmunition der gegnerischen Mörser getroffen. Das hatte eine Kettenreaktion unter den scharf gelagerten Granaten ausgelöst. Das Ergebnis war nun in der Ferne zu sehen. Eine sich ca. 300m aufbäumende und an einer Temperaturschicht abrupt begradete Explosionswolke, bäumte sich am Horizont auf. 
 
</rpg>
 
<SUM>

Ort: Donatu-System, Donatu V 
Zeit: vor etwa 2 Monaten
Der Abwehrkampf der Nachhut beginnt. Thomas erkennt eine List der Klingonen und leitet einen verzweifelten Gegenangriff bis in die Nähe der klingonischen Stellungen. Dann gelingt das fast unmöglich geglaubte. 

</SUM> 
 
Submitted by MSgt. Thomas J. Reynolds
AKA Sascha
 


Ein unfreiwilliger freiwilliger Auftrag

Jetsun Pema
 

Hallo,

hier stelle ich euch einmal meinen neuen Char vor, Katilia, die dann später die CM auf der Odyssey werden wird. Sie wird zusammen mit der kikonischen Botschafterin Niobe an Bord kommen.

Dieses Post behandelt erst einmal ihre Ernennung.


<RPG>

# Zeit: vor zwei Wochen, Nachmittags
# Ort: Reichspalast, Thyene

"Guten Morgen, Mutter!"
Die junge Atrexillis Niobe, eigentlich Atrexillis Attrades Alledies Niobe Anisia atto Thyene, trat in das Arbeitszimmer ihrer Mutter, der nominellen Herrscherin Thyenes und des gesamten Thassos-Systems.

Atrexa Diomeda, also mit vollem Namen Atrexa Attrades Alledies Diomeda Ismara atto Thyene nickte ihr zu. "Hallo Kind, Du bist alleine gekommen?

Niobe seufzte kurz. Sie mochte es überhaupt nicht, von ihrer Mutter 'Kind' genannt zu werden. Sie war als zweites Kind ihrer Mutter immerhin schon 35 und verheiratet, hatte sogar selber schon zwei Kinder und einen kompletten eigenen Haushalt inklusiver Dienerschaft. Aber ihre Mutter, das wusste sie, war ein sturer Kopf und würde sich so leicht nicht mehr ändern. Und im Grunde war sie ja auch ihr Kind. Schon rein biologisch.
"Ja, Mutter. Ich bin alleine gekommen. Hattest Du noch jemand anderen eingeladen?"

"Nun, ja. Eigentlich sollte..."

Ein Rummsen und Scheppern unterbrach die Atrexa. Unter dem Türspalt des antiken Doppelportals kam ein PADD hindurchgerutscht. Kurz darauf folgte öffnete sich der eine Portalflügel und eine junge blonde Frau mit etwas blassen Zügen im Gesicht trat ein, ein Paar Sandalen in linken Hand. Sie nickte beiden Kikoninnen kurz zu, bückte sich und hob das PADD auf, dann trat sie näher.
"Ich bitte um Verzeihung, Eromeni. Mir... äh... war das PADD entglitten. Es tut mir leid. Gut, dass diese Dinger so stabil gebaut sind."

"Und Du bist..?" fragte Diomeda ein wenig amüsiert. Eigentlich fand sie es ja erfrischend, wenn die Leute vor ihr nicht immer nur kriechten.

"Verzeih, Eromeni. Ich bin Iatrix Makyneias Chalkias Katilia Dimona atto Provati. Du hattest um meine Anwesenheit gebeten. Also bin ich hier. Wie kann ich Dir dienen?"

"Danke, Iatrix Katilia, für Dein Kommen" erwiderte Diomeda.
"Ich möchte Dir gern ein Angebot machen. Es geht um einen speziellen Einsatz. Doch nehmen wir einfach erst einmal Platz." Sie deutete auf eine gemütliche Sitzgruppe um einen niedrigen Tisch auf dem bereits eine Karaffe mit Fruchtsaft und einige Kekse bereit standen. Nachdem alle drei Platz genommen und sich bedient hatten, fragte die Atrexa die Katilia nach ihrer Arbeit auf der Orbitalstation über Thassos V.
"Die Arbeit geht recht gut voran, Eromeni. Leider habe ich immer noch Probleme damit, Nachwuchspersonal zu bekommen. Und wenn ich welches habe, sind diese jungen Mädchen entweder nicht besonders gut ausgebildet oder recht unflexibel. Aber es gibt auch Lichtblicke. Meine derzeitige Stellvertreterin ist sehr gut."

"Das freut mich zu hören, Katilia. Denn ich habe vor, Dich von Deinem Posten abzuziehen."

"Was? Warum, Eromeni? Habe ich irgendetwas... falsch gemacht? Oder hat sich jemand über mich beschwert?" Katilia war blass geworden. Vielleicht war sie doch etwas zu streng mit ihren Nachwuchskräften gewesen. Aber dass dann die Atrexa kommt und sie zu sich ruft...

"Nein Katilia. Absolut nicht. Du genießt einen strengen aber einwandfreien Ruf. tatsächlich bin ich auf Dich gekommen, weil ich, wie gesagt, einen Speziellen Auftrag für Dich habe. Einen Auftrag, der auf Freiwilligkeit beruht, von dem ich aber Deine Einwilligung wünsche."

"Oh." machte Katilia, wenig einfallsreich.

"Ja." nickte die Atrexa. "Es geht um folgendes: Die Föderation hatte vor kurzem ein Raumschiff hier im System und hatte uns besucht. Du hast sicher davon gehört."

"Wer hatte das nicht. Es war ja kaum zu vermeiden. Dieser Träumer, der gern zu den Sternen fliegen wollte."

"Ja, er hätte Dichter werden sollen. Seine Wortwahl war großartig." stimmte Niobe zu.

"Ja, das wäre für alle Beteiligten besser gewesen. Jetzt ist er Mitarbeiter des Botschaftsstabs und auf dem Weg zur Erde." erklärte Diomeda. Ihre Tochter lächelte ein wenig hämisch, doch Katilia machte große Augen. "Zur Erde? Bei allen Göttern!"

"Ja. Wir sind mit der föderierten Delegation übereingekommen, eine gegenseitige ständige Vertretung einzurichten. Wir haben ein Diplomatisches Korps zusammengestellt, welches auf der Erde eine kikonische Botschaft einrichten wird. Die Botschafterin dort wird turnusmäßig ausgetauscht. Da die Botschaft jedoch erst in einem Jahr bezugsfertig sein wird, sind wir übereingekommen, bis zu diesem Zeitpunkt ein Ausweichquartier zu nutzen. Hierfür hat die Föderation ein Schiff zur Verfügung gestellt. Die..." sie sah auf ihre Aufzeichnungen "...hmm, steht da nicht. Nun, es ist ja auch einerlei. Man stellt uns dort Platz für ein komplettes Botschaftsteam. Dazu gehört neben der Botschafterin selber und ihrem Personal auch eine gewisse Anzahl Attachés.
ich aber habe vor, dieses Kontingent nicht auszureizen. Diese mobile Botschaft wird nur eine Übergangslösung bleiben. Dennoch werden wir sie selbstverständlich wahrnehmen. Immerhin ist das auch eine Möglichkeit, Informationen zu erlangen. Das wird sogar die Hautaufgabe sein. Meine Tochter Niobe hier wird die Proxenix sein. Du, Iatrix Katilia, wirst die Giatrix Proxenia sein, die Botschaftsärztin."

"Ich soll auf ein Barbarenschiff?" platze Katilia heraus.

"Wenn Du es so nennen willst, ja."

Katilia setzte mehrmals zu einer Antwort an, bremste sich aber immer wieder. Dann, letztendlich atmete sie tief durch. "Das ist Dein Wunsch, Eromeni, nicht wahr?"

"Das ist er, ja."

"Für ein Jahr, richtig?"

"In einem Jahr wird die Botschafterin auf die Erde wechseln. Ob wir dann eine Generalkonsulin auf das Schiff schicken oder eine Attaché, das wissen wir jetzt noch nicht. Wenn Du dann mit auf die Erde möchtest oder wieder zurück nach Thyene, das steht Dir dann frei."

"Nun..." druckste Katilia.

"Sprich frei heraus!" forderte die Atrexa sie auf.

Katilia lächelte leicht gequält. "Ich... möchte Dich nicht enttäuschen, Eromeni. Aber... nein. Wenn es Dein Wunsch ist, werde ich ihn natürlich erfüllen. Nicht zuletzt nehme ich, wird es auch eine einmalige Gelegenheit sein, zu erfahren, wie die Föderierten so arbeiten. In Medizin und überhaupt."

"Ein guter Gedanke." stimmte Niobe zu. "Es geht ja darum, Informationen zu erlangen. Wir benötigen keine militärischen Geheimnisse oder dergleichen. Es geht vor allem darum, mehr über die föderierten Völker zu erfahren. Und darum, zu lernen, was sie wissen und wie sie mit diesem Wissen umgehen."

"Ganz Recht!" bekräftigte Atrexa Diomeda. "Von daher danke ich Dir für Dein Engagement. Ich weiß das zu schätzen und zu würdigen. Sei sicher!"

"Ich danke, Eromeni. Ist schon bekannt, wann es losgeht und wie wir zu diesem föderierten Schiff gelangen? Es wird uns ja wohl kaum hier abholen."

"Nein, das ganz gewiss nicht. Wir haben eine Nubian J-Klasse ausgerüstet, die Atalante. Sie wird euch in kürzester Zeit zu dem Botschaftsschiff bringen. Die Abreise wird in vier Tagen sein. Reicht Dir das, Katilia?"

"Es wird reichen, Eromeni."

"Ach, schön." Diomeda seufzte und lehnte sich in ihrem Sessel zurück.
"Ich wünschte, alle meine Leute wären so flexibel."

"Ich auch!" bestätigte Katilia. "Ich auch."

"Darf ich Dich etwas fragen, Iatrix Katilia?" meldete sich Niobe zu Wort.

"Ja, Eromeni?"

"Weshalb hattest Du, als Du zur Türe herein kamst Deine Schuhe ausgezogen?"

Katilia wurde rot. "Das war ein... Planungsfehler meinerseits, Eromeni."

"Ein Planungsfehler?"

"Ja, ich... nun, ich hatte eine Einladung in den Palast. Da dachte ich, wäre es angemessen, sich auch angemessen zu kleiden. Was ich nicht bedachte war, dass der Boden hier so rutschig und die Sohlen meiner Sandalen so glatt waren."

"Oh! Deshalb war auch Dein PADD vor Dir im Raum!" lachte Diomeda.

"Ja, Eromeni." seufzte Katilia. "Tut mir leid!"

"Das Katilia, wird nie wieder Dein Problem sein müssen. Nach Deinem Dienst hast Du Dir das Recht verdient, jederzeit ohne Schuhe bei mir vorstellig zu werden."

"Und" fügte Niobe hinzu "außerdem werden wir alle ausgezeichnete Ausrüstung bekommen. Wir wollen uns ja nicht vor der Föderation blamieren."

"Auf keinen Fall!" stimmte Atrexa Diomeda zu.

</RPG>


<SUM>

# Zeit: vor zwei Wochen, Nachmittags
# Ort: Reichspalast, Thyene

Katilia wird zur Atrexa bestellt um dort das Angebot zu erhalten als Botschaftsärztin zusammen mit deren Tochter in die Föderation zu reisen. Katilia ist nicht begeistert, willigt aber ein, da dies einerseits der Wusch der Atrexa ist und andererseits die Chance, neues zu lernen doch zu reizvoll für sie ist.

</SUM>

submitted by
Isabelle
a.k.a.
Iatrix Katilia
CM (iL) USS Odyssey


The Odyssey Era - Teil 9: Signale

Ratana Tiru
 

<<<<<<<<<<<<TEIL 9>>>>>>>>>>>>>>>>

<rpg>

Zeit: MD 04.0830
Ort: USS Galavant, Holodeck

Es war bitterkalt, die Luft schlug Soraya schon im Eingang entgegen. Die Perserin verfluchte sich, nicht gefragt zu haben, was Gabe so auf dem Holodeck trieb. Andererseits: Es gab nur ein Programm, das Gabe liebte. Die krachenden Geräusche, die durch die Halle jagten, erinnerten sie daran, dass eigentlich ganz froh war eine Sportart ohne Bälle, Schläger oder sonstiges umherschießendes Equipment auszuüben. Und vor allem keine auf Eis. 

Mit schnellen Schritten ging sie in die mit Gummimatten ausgelegte Halle, nur um von der Bande mit den hohen Plexiglasscheiben und Netzen gebremst zu werden. 

Ihr CO war gerade damit beschäftigt mit einem langen Schläger kleine schwarze Scheiben übers Eis in ein Tor oder, daher das knallende Geräusch, an die Bande zu prügeln. 

Soraya legte ein wenig verwundert den Kopf schief und räusperte sich, wobei das Räuspern beinahe einem Husten wich. Es hallte in der riesigen Halle wieder. 

"Bei allem Respekte Gabe, aber ich glaube, so kannst du dich nicht vor den Personalgesprächen drücken!" 

Gaspar, ein wenig aufgeschreckt von Soys Kommentar, zog die Augen zu Schlitzen zusammen und brummelte etwas in seinen Bart, er war gerade nicht zu einem ihrer typischen Wortgefechte aufgelegt. Auch diese Seite des Kanadiers war Soraya nichts neues. Es kam häufiger vor, dass sich ihr frischgebackener Captain kurzzeitig aus der Realität verabschiedete, wenn ihn ein Problem besonders intensiv beschäftigte.

"Kommst du vom Eis oder muss ich mir diese Dinger anziehen?", setzte sie etwas sanfter nach, während sie mit großen Augen die Decken auf der Trainerbank wahrnahm und sich in eine von diesen einkuschelte, noch bevor Gaspar sich auf dem Eis auch nur einen Meter in ihre Richtung bewegt hatte. Erst als sich Soraya räusperte drehte er den Kopf zur Seite.

"Entschuldige. Der Input ist gewaltig zur Zeit, deshalb dachte ich eine halbe Stunde Eishockey würde mich wieder frisch machen." 

"Sollen wir morgen früh weitermachen?" 

"Nein alles gut. Schieß los!", sagte der Kanadier und schickte sich an mit seinen Schussübungen weiterzumachen, so dass Soraya immer wieder aussetzen musste, wenn sie begann zu reden. 

"Ich wollte nur kurz erzählen, wie meine Einzelgespräche mit den Offizieren der USS Odyssey gelaufen sind." Soraya hatte die wunderbare Aufgabe gehabt nicht nur deren Aussagen aufzunehmen, sondern auch vorsichtig anzutasten, wer eventuell gewillt war, die Abkommandierung durch das FKOM auf dieses Schiff kampflos über sich ergehen zu lassen. 

Ein Puck prallte knallend gegen das Metall eines Pfostens, schoss zurück und Gaspar stoppte ihn erst mit dem Schläger, um dann wieder draufzuschlagen und ihn im Tor zu versenken. 

"Ensign Amuns Kommentar zu seinem schriftlichen Bericht," sie legte ein Padd auf die Bande, "sehr detailreich und dafür was er aus dem Stand mit einem fremden Schiff geleistet hat, eine Untertreibung. Aber er bleibt bei der Sache und lobt sich nicht selbst über den Klee, das mag ich an ihm." Soy grinste leicht. "Würde ich gerne behalten. Ich hatte das Gefühl, dass er nicht abgeneigt ist und uns aufgrund der Anordnung des FKOMS hier bei uns zu bleiben keine Probleme machen wird."

Wieder bremsten Kufen scharf auf dem Eis und krachte ein Puck ins Tor. 

"Lt. Mannix;" Soy seufzte kurz. "Um es zusammenzufassen...Du wirst ihn lieben." In ihrer Stimme klang ein wenig Ironie mit. "Sein Tabakgeschmack ist genauso nervig wie deiner und er schreibt kurze Berichte, erzählt aber gerne." Sie warf ein weiteres Padd auf den Stapel. "Wir können einen Counselor gebrauchen und ich denke, dass er gar nicht schlecht wäre. Zumindest will in Admiral Terwidden, warum auch immer, so weit von der Erde weg haben wie möglich und hat gegenüber Commodore Taurik angedeutet, dass er es begrüßen würde, wenn wir ihn nehmen." 

Gaspar fuhr eine schnelle Runde auf dem Eis, schob den Puck vor sich her. Klackend trafen die Schlittschuhe auf das Eis und der Schläger auf die vor ihm her flitzende schwarze Scheibe.

Soraya begann zu grinsen "Lt. Mackenzie, mag ich. Ich glaube, wir haben eine gute Wellenlänge. Ihr Bericht erinnerte mich an meine ersten Berichte." Gaspar fing an zu lachen und rief herüber. "Auch Flüche und Verwünschungen sowie blumige Kraftausdrücke in jeder zweiten Zeile?"
"Nein, das weniger, aber ich mag ihre zupackende Art und diesen Pragmatismus. Ich glaube, sie wäre nicht abgeneigt."

Gaspar brummte und ballerte den Puck ins Tor. "Und die Operations Officer?"

"Ähm, ja. Der Bericht war exakt der gleiche Wortlaut wie das, was sie mir erzählt hat." Mehr sagte Soraya nicht. Ihr war die Betazoidin ein wenig 'anders' vorgekommen. Sehr unterkühlt, ein wenig humorlos und eigenbrötlerisch. "Von der Dienstakte her in Ordnung, wenn wir sie bekommen können, sie scheint ihren Job sehr akribisch und genau zu machen. Vielleicht können wir genau das gebrauchen, wenn wir diesen diplomatischen Firlefanz organisieren müssen." 

Soraya legte ein weiteres Padd ab und kramte in dem Stapel, den sie noch dabei hatte. "Um es kurz zu machen: Der Flugoffizier ist dabei. Er hat mich nach Strich und Faden ausgefragt und am Ende geradezu gebettelt an Bord zu dürfen. Andersherum hat er mir meine Fragen sehr ausführlich und äußerst charmant beantwortet, auch wenn ich nicht alles mit dieser Gestaltenwandlerei verstanden habe. Ich würde sagen, um Ensign Emin müssen wir uns keine Gedanken mehr machen." Auch dieses Padd legte sie ab. 

"Als taktisch übergeordneten Controller für das Konferenzmodul und die Flottenaktivitäten wurde uns Lt. Jade empfohlen. Ich habe die Akte gelesen und sehe viele Vorteile. Sie hat ausgezeichnete Verbindungen. Wenn man zwischen den Zeilen ließt, nimmt sie manche Dinge aber auch nicht so genau, woran wir sicherlich arbeiten müssen. Ich denke aber, dass ihre Verbindungen innerhalb und außerhalb der Föderation ein Vorteil für uns sein können. Allerdings erfüllt ihre Lebensgefährtin in keinster Weise unsere Sicherheitsfreigabe, was ein Problemdarstellen könnte." Soraya scrollte in dem Padd umher. "Ich habe dir hier einige Berichte zusammengestellt und ich bitte dich, dies ebenfalls einmal zu lesen, bevor wir da zu einem abschließenden Urteil kommen. Meine Erfahrungen mit dämonischen Lebensformen sind begrenzt." 

Sorayas Blick blieb an ein paar Schlittschuhen hängen, die im Fußraum der Trainerbankumherflogen. "Die Marines...." Sie seufzte. "Sagen wir es mal so: Lt. Killroy weiß jetzt, dass ich es nicht so wirklich schätze angegraben zu werden, aber ich würde anhand des Gesprächs und der Akte sagen, den nehmen wir. Er ist übrigens beim Gunny im Ausbildungszug gewesen und Reynolds sagt, dass man ihn gebrauchen kann. Sehr loyal, opferungsbereit und dienstbeflissen. Manchmal bringt ihn seine draufgängerische Art in Schwierigkeiten, aber laut Akte ist es damit ruhiger geworden. Außerdem schwörte mir Lt. MacKenzie, dass wir niemanden bekommen können, der es besser hinbekommt aus den Marines eine eingeschworene, fast familiäre Gemeinschaft zu machen. Er wird als Vorgesetzter ernstgenommen und man mag ihn, obwohl er viel verlangt. Außerdem kann er wohl sehr gut mit Lt. MacKenzie zusammenarbeiten. Beides Schotten, wenn du verstehst."

Die Perserin zog die Füße unter die Decke hoch, denn die dünnen Uniformstiefel schützten sie wenig vor der Kälter der Eishalle. "Marine Captain Tiru...nunja," man merkte ihr an, dass sie die richtigen Worte suchte. "Das Gespräch war so kurz, dass ich zusammenfassen kann: Ich gehe dahin, wo die Föderation meine Dienste braucht." Soraya saugte kurz an ihren einfrierenden Lippen. 
"Reynolds meint, dass wir niemand besseren bekommen können für die übergeordnete Aufgabe, aber sie uns nicht sehr dankbar sein wird, wenn wir sie auf einen Büroposten setzen. Er findet zudem, dass das ein wenig Potentialverschwendung ist." 
Soraya machte eine kurze Pause, bevor sie fortfuhr. "Ich finde allerdings, da sie früher schon mit Lt. Jade zusammengearbeitet hat, passt das gut und wir werden sie im Modul als SMC Verbindungsoffizier dringend brauchen. Ich habe den Eindruck, dass sie sich von Sternen am Kragen nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und dich sehr durchsetzungsstark beim SMC vertreten wird. Vielleicht ergibt sich für sie hin und wieder die Möglichkeit die Special Force auch aktiv zu unterstützen, damit könntest du sie ködern."

Gabe hatte anscheinend genug Pucks ins Tor geprügelt, nahm den Schläger hoch und fuhr auf Soraya zu. 

"Bleibt eine Sache offen: Diese komische Doppelrolle," warf Soy in den Raum.

Gaspar nickte langsam. Er hatte über die gleiche Frage nachgedacht. "Was hältst du von Ms. Renard?"

"Die Erste Offizierin? Warum?"

Gaspar lies sich einen Moment Zeit für eine Antwort und lehnte sich an die Bande. Ohne drüber nachzudenken strich er sich übers Kinn, seine Finger wurden aber vom Visier gestoppt, welches er erst hochschieben musste. 

"Sie ist sehr erfahren. Vermutlich auch nicht mehr weit von einem eigenen Kommando entfernt.", fing Gaspar an, während er sich die Handschuhe auszog. 

"Ja und?"

In aller Seelenruhe wurde Gaspar erst die Handschuhe los, bevor er weitersprach. 

"Sie hat Erfahrung im vermitteln und arbeitet stehts sehr lösungsorientiert, soweit übermittelt. Außerdem scheint sie keine Berührungsängste vor Politikern zu haben."

Gaspar hatte als nächstes den Helm abgelegt und musterte seine Arbeitsehefrau. 

"Es wäre zumindest eine Überlegung wert. Ich kenne natürlich ihre Pläne nicht, aber es würde sich vielleicht lohnen nachzuhaken."

"Bin ich für," kam es kurz von Soraya. "Fand sie im Gespräch ganz sympathisch." Das Grinsen auf ihrem Gesicht kannte er zu Genüge. "Aber hey, du weißt: Don't fuck the job Gabe." Sie hatte also ganz klar einen Scherz gemacht. Was ihr Liebesleben anging war Soraya ein Buch mit sieben Siegeln. Sie liebte es noch so abstruse Andeutungen zu machen, aber Gaspar hatte nie mitbekommen, dass es jemals jemanden in ihrem Leben gegeben hatte, geschweige denn welches Geschlecht diese Person inne hatte. "Ich glaube, dass Renard und ich uns gut ergänzen könnten." Soy sammelte alle Padds wieder zusammen und formte einen schönen Stapel, den sie erneut in seine Richtung schob. "Wie weit bist du eigentlich schon? Taurik hat schon nachgefragt." 

Hustend klopfte Gaspar sich auf den Brustpanzer. Es war ein Graus mit diesem Papierkram. In diesem Moment aktivierte sich sein Communicator.

[Robinson an Toussaint. Captain, das sollten Sie sich dringend ansehen!]

[Ich bin unterwegs Mister Robinson...] "Computer, Programm beenden...." 


-----------------

Der Turbolift spuckte die beiden Kommandooffiziere aus. Mit kleinen, aber schnellen Schritten war die Erste Offizierin in der Mitte des Raums angekommen und starrte auf den Schirm. Gaspar war etwas langsamer, aber auch sein Blick hing am Hauptscreen. "Bericht Ens. Robinson.", forderte er ein. Der dunkelhäutige Fähnrich in der roten Uniform, der zur Zeit an der taktischen Konsole stand, nickte bestätigend. 

"Seit etwa 40 Sekunden registrieren unsere Subraumscanner auf mehreren Kanälen ein seltsames Signal. Es handelt sich offenbar um einen Notruf."

Die Daten des Mainscreens machten der hochauflösenden Aufnahme der Langstreckensensoren platz, von denen allerdings nur ein verschwommenes Bild übertragen wurde. Soraya legte leicht den Kopf schräg. 

"Was ist daran so seltsam?", wollte die Perserin wissen.

"Nun, es ist nicht das klassische Standardsignal für Schiffsbrüchige.", gab Robinson kund und vergrößerte die stark verpixelte Aufnahme. 

"Entfernung?", wollte Gaspar wissen.

"Etwa 5 Lichtjahre. Die Masse des Objekts lassen auf ein Mannschaftsrettungskapsel schließen." 

"Ich wiederhole meine Frage Ensign, was ist daran komisch?", setzte Soraya nach während mit ein paar schnellen Schritten hinter der taktischen Konsole stand und Ensign Leroy Maurice Robinson jr. neugierig über die Schulter schaute. 

"Das empfangene Signal trägt die Signatur eines Flaggschiffs, Ma'am.", klärte Robinson auf. 

Sorayas Kopf fuhr herum und suchte Gaspars Blick, aber auch das war überflüssig. 

"Kurs auf das Objekt nehmen. Maximum Warp.", sagte Gaspar knapp und lies sich endlich in den Stuhl des Kommandierenden Offiziers sinken, während Robinson dies mit einem ebenfalls kurzen "Aye Sir" bestätigte. 

"Energie." Die USS Galavant drehte sich langsam, dann immer schneller aus ihrer Parkposition und schoss dann dem Signal entgegen. 


Zeit: MD 04.1530
Ort: USS Galavant, Shuttlebay


Als die Galavant unter Warp ging bot sich der Crew ein Bild, was Soraya und Gaspar bereits erwartet hatten. Das SOS Signal stammte von einer größeren Rettungskapsel. Diese wurden in der Regel verwendet, wenn verletzte Personen liegend und unter Aufsicht medizinischen Personals transportiert werden mussten. Sie waren dadurch deutlich größer und boten mehr als zwei Personen Platz. Außerdem konnten sie auch benutzt werden, um mehr Material mit zu nehmen, falls man gezielt auf einem Planeten notlanden musste.

Die Brückencrew bestätigte, die Signatur wies sie zweifelsfrei als Rettungskapsel der USS Odyssey aus. Gaspar ließ einen Kanal öffnen und nach ein wenig Rauschen zeigte sich ein Bild. 

Auf dem Schirm erschien das Gesicht einer Spezies, die Gaspar noch die gesehen hatte und sich ihm als CING der Odyssey vorstellte. Ensign Nirrod war von den Toten auferstanden! 

Ohne Umschweife ließ Gaspar die Neuigkeit zu SB 24 übertragen. Dann ordnete er an die Rettungskapsel an Bord bringen zu lassen, was wenige Minuten später auch geschah. Gemeinsam eilten Perserin und Kanadier zur Shuttlebucht. MGySgt. Thomas Reynolds und Skipper standen zusammen mit zwei weiteren Marines auf Abstand. Diesmal sah es nicht nach Überfallkommando aus, auch wenn die drei Marines bewaffnet waren und Skipper seine ballistische Weste trug. 

Sie betraten den Hangar als die Mannschaftskapsel, gelenkt vom Traktorstrahl, langsam den Bodenberührte. Gaspar hatte sich auf dem Weg zum Flugdeck immer wieder gefragt warum der Asura es riskiert hatte mit einer Rettungskapsel solchen Ausmaßes zu flüchten. Hatte er keine andere Wahl gehabt? Die große Kapsel wäre einem potentiellen Angreifer viel schneller aufgefallen als eine Kleine! Immerhin konnte er das den Asura gleich selbst fragen. 

Lt. Cmdr. Alizadeh blieb neben ihrem kommandierenden Offizier stehen, warf einen Blick hinauf in Gaspars Miene und verschränkte die Arme vor der Brust, während sie leicht breitbeinig dastand. Die Rettungskapsel kam quietschend auf dem Boden des Hangars zu stehen. Der Traktorstrahl war erloschen und die Hangartore begannen wieder sich zu schließen. Im Inneren der Kapsel rumorte es einmal, dann begann die Hydraulik die Rampe zu öffnen. Mit einem Zischen entlud sich die Atmosphäre innerhalb der Kapsel und stellte den Atmosphären ausgleich mit dem Hangardeck her. Weiße Nebelschwaden verdeckten den direkten Blick auf das Innere der Kapsel. Langsam verging der Dunst und ein langer Schatten fiel den Exit Steg. 

Erst einmal sah Soraya nichts, dann einen rechteckigen Umriss und dahinter eine kleine Person, die diesen Gegenstand hielt. Der Nebel des Atmosphärenausgleichs lichtete sich stätig und die Umrisse wurden deutlicher. Tatsächlich, die Person trug einen im Verhältnis zur Körpergröße ziemlich großen, rechteckigen Gegenstand. Ensign Nirrod in Person trat mit einem frechen Grinsen ins Licht der Hangarbeleuchtung. Sich mit der rechten Hand das Monokel richtend winkte er mit dem Gegenstand der in der linken Hand lag lässig in die Runde.

"Ens. Nirrod? CING,  USS Odyssey?", fragte Soraya kurz, obwohl die außergewöhnliche Körpergröße von 90cm den Asura bereits verraten hatte. Nirrod deutete eine Verbeugung in ihre Richtung an.

"In Persona Ma'am und stehts zu Diensten!"

"Sie haben der Odyssey Crew vielleicht einen Schrecken eingejagt Ensign! Man hat bereits angefangen öffentlich um sie zu trauern! Warum dieser Auftritt?", wollte Gaspar wissen. Die Perserin drehte überrascht den Kopf, so deutliche Worte aus Gaspars Mund waren eher ungewöhnlich.

"Ich kam nicht umhin noch eine Kleinigkeit mitzunehmen.", sagte der Asura immer noch mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Ohne weitere Kommentare stiefelte er auf Gaspar zu und hielt diesem den Gegenstand hin. Gaspar musste sich weit nach unten Bücken, ja fast schon in die Knie gehen. Das Ding war deutlich schwerer als es aussah. Gaspar hielt es hoch. Seine Augen weiteten sich.

<<USS Odyssey - NCC-71832-B - Discovery-Class Starship - Utopia Planetia Shipyards>> 

Der Schriftzug sprang ihm gold auf grau förmlich in die Augen. Auch Soraya war einen Moment wirklich sprachlos. Hatte dieser verrückte Kerl wirklich sein Leben für die Widmungsplakette riskiert? - Ja, hatte er. Und Gaspar hielt sie schwer in seinen Händen. 


<sum>


Zeit: MD 04.0830
Ort: USS Galavant, Holodeck


Gaspar Toussaint spielt auf dem Holodeck Eishockey und wird von Soraya Alizadeh mit Personalfragen konfrontiert. Die Brücke meldet sich. Es wurde ein Notruf einer Rettungskapsel der USS Odyssey aufgefangen. 


Zeit: MD 04.1530
Ort: USS Galavant, Shuttlebay
Die Galavant fischt die Rettungskapsel aus dem Weltall. An Bord ist Ens. Nirrod mit der Schiffsplakette der USS Odyssey. 


</sum>

Submitted by 
Cmdr. Toussaint und Lt. Cmdr. Alizadeh 
Mo und Ratty


Das Spiel beginnt

Friedemann Hruby
 

Hallo Ihr Lieben,

ein kleines politisches Schlaglicht auf Hito VII. Immerhin kommt ja mit Ilvaria eine Botschafterin an Bord. Also werdet ihr auch ab und zu mitbekommen, was sich so auf Hito VII verändert oder ereignet. Es wird auch auf Ilvaria immer wieder Einfluss haben. 

Herzliche Grüße
Friddi

<RPG>

Ort: Hito VII, Kristallebene, Frostpalast
Zeit: Jahr 4436 der „unsterblichen Ära“ 12. Tag im Eulenmonat

So schnell es ihm erlaubt war, eilte Daijin Zov durch den königlichen Palast. Es galt als ungebührlich zu rennen. Vor allem wenn die Monarchin es sehen konnte. Doch seine Nachrichte hatte höchste Dringlichkeit, also gestattete der Berater der Kralovna es sich seine Schritte so gut es ging zu beschleunigen. Dabei erregte er natürlich Aufsehen. Immer wieder hörte er getuschelte Worte. Doch seine Stellung am Hofe der Kralovna gab ihm gewisse Freiheiten. Auch die Freiheit schon fast durch den Frostpalast zu rennen. Mehrere Leibwachen der Kralovna hielten ihn allerdings dabei genau im Auge. Eine zu schnelle Annäherung an die Kralovna könnte auch Gefahr bedeuten. Nicht das es ein Tene’Hito versuchen würde die Kralovna zu töten. In den Geschichtsbüchern gab es auch nur einen Kral, der sein Leben bei einem Attentat verloren hatte. Doch dies war so lange her, das es eigentlich schon in den Bereich der Legenden gezählt wurde.

Und trotzdem hielten die Leibwachen ihn sehr genau im Auge. Er wusste zu was diese Männer und Frauen fähig waren. Er selber hatte sie ausgebildet. Doch ihre Treue und ihr Leben hatten sie der Kralovna gewidmet. Seit ihrem Schwur waren sie somit die treuesten Beschützer der Monarchin. Die ehemalige Verbindung zu ihrem Ausbilder zählte hier nichts mehr. Das konnte er auch an ihrem erbarmungslosen Blick erkennen. Ein Blick der eine ständige Mahnung und Erinnerung war sich in der Gegenwart der Anführerin der Tene’Hito zu benehmen.

Noch bevor er die Kralovna überhaut erblicken konnte, hörte er sie allerdings nach ihm Rufen

„Daijin Zov, ich sehe Ihr bringt Neuigkeiten. Eilt Euch!“

Nun beschleunigte er seine Schritte tatsächlich noch einmal. Er war kurz davor zu rennen. Vor ihm bildete sich eine Gasse. Die Günstlinge, Höflinge und so mancher Speichellecker machten ihm Platz. Sein Blick viel auf die Monarchin und sie raubte ihm fast den Atem. Sie trug ein langes, weißes Kleid. In das Kleid waren silberne Muster eingearbeitet. Sie glitzerten und funkelten bei jeder Bewegung der Tene’Hito. Ihre Hände hatte sie mit Handschuhen bedeckt, welche ebenfalls funkelten und glitzerten. Es musste an den vielen kleinen Juwelen liegen, die zu dem Silber noch hinzugefügt worden waren.
Ihr langes, weißes Haar hatte sie zu einem Zopf geflochten, welcher ihr über die Taille hinwegreichte. Auf ihrem Kopf trug sie ein silbernes Diadem welches in der Mitte ein großes violettes Juwel hatte. Sie war die schönste Frau auf ganz Hito VII und dazu noch die mächtigste.

Als ihn nur noch ein paar Meter von der Kralovna trennten, ließ er sich zu Boden sinken. So lag er in voller Länge vor seiner Herrscherin. Den Kopf hielt er gesenkt. Nur das Wort der Kralovna würde ihn nun dazu bringen aufzustehen.

„Steht auf Daijin, steht auf und berichtet!“

Zov tat wie ihm geheißen, allerdings langsam und so würdevoll wie möglich. „Kralovna Takara, ich grüße Euch. Übernatürliche und weise Herrscherin. Ewige Fackel unseres Reiches. Mein Leben gehört Dir und mein Ruhm ist Dein Ruhm.“

Sie winkte mit ihrer Hand. Ein Zeichen dafür, dass sie nicht sonderlich viel Wert am heutigen Tag auf die geltende Etikette legte. Deshalb beeilte sich Zova näher zu treten.

„Dein Bericht Zova!“ Die Stimme von Takara machte ihm deutlich, dass ihre Geduld endlich war.

„Die Kundschafter haben das Ziel erreicht. Es gab keine Schwierigkeiten oder Auffälligkeiten. Es ist ihnen gelungen eine stabile Verbindung einzurichten.“ Berichtete er so knapp und schnell wie möglich. Es war nicht nötig weitere Worte zu verlieren. Immerhin hatte er einen Auftrag erhalten und wusste was zu tun ist.

„Gut, wie sehen Deine nächsten Schritte aus?“

Zova aktivierte sein Armband. Eine holographische Fläche aktivierte sich. Darauf hatte er seinen Plan verewigt. „Wir haben die erste Phase beendet. Nun beginnen wir mit Phase zwei. Diese wird mehrere Zyklen in Anspruch nehmen. Für Phase drei brauchen wir dann allerdings die Expertise von Taishi Ilvaria. Ist schon bekannt, wann sie uns diese liefern kann?“

Die blauen Augen der Kralovna fixierten ihn. Es war im Frostpalast bekannt, das er Ilvaria nicht mochte. Sie hatte bei der Prüfung versagt. Trotzdem hatte Kralovna Ulestra sie in die königliche Familie aufgenommen und ihre eine der besten Ausbildungen zuteil werden lassen die für eine Tene’Hito möglich war. Er hatte sich sogar darum bemüht, Ilvaria zu einem Teil der königlichen Garde zu machen. Doch man hatte ihm nicht erlaubt Ilvaria auszubilden. Stattdessen hatte sich die junge Tene’Hito in mehreren Raumkämpfen einen Namen gemacht und schließlich war ihr die Ehre zuteil geworden die Heimatwelt mit ihrem Flottenverband zu beschützen.
Dann hatte man ihr vor ein paar Tagen die Aufgabe als Botschafterin in der Föderation übertragen. Für viele war das ein Schock gewesen. Nicht so für Zov, er hatte es kommen sehen. Allerdings war er immer noch unschlüssig ob sich die immer noch sehr junge Frau hierbei wirklich würde beweisen können. Viel hing von ihr ab und eigentlich hatte Zov immer darauf gehofft, dass er diese Aufgabe übertragen bekommen würde. Sollte Ilvaria versagen, dann wäre seine Chance gekommen.

„Zov, Ilvaria Taishi ist noch auf dem Weg zur Föderation. Habt Geduld und Vertrauen. Für Euch zählt jetzt Phase zwei und nichts anderes. Sobald wir mit Phase drei beginnen können, werde ich es euch mitteilen.“

Der Mann nickte und wollte sich schon umdrehen, als ein leise Worte in aufhielt.

„“Gebt acht, das Spiel der Dunkelheit scheut das Licht!“

Er drehte sich nocheinmal zu Takara um und verbeugte sich tief vor ihr. „Ich danke Euch für Euren Rat. Die Dunkelheit ist unsere Wiege, die Dunkelheit wird uns leiten und begleiten.“

Noch eine ganze Weile beobachte Takara, wie Zov den Rückweg antrat. Sie warf einen Blick auf ihr Armband. Dabei runzelte sie die Stirn. Phase Silberschwinge hatte bereits begonnen. Damit war Barrisek Daijin hatte gut vorgelegt. Nun war es wichtig, das auch Zov Daijin sich um die Fortführung des Planes bemühte. Sie hatte keine Sorge dass Ilvaria den von ihr erwarteten Teil nicht würde beitragen können. Ilvaria hatte sie noch nie enttäuscht. Doch so viel Ruhe sie über dem Auftrag der Botschafterin hatte, so sehr vermisste sie ihre beste Freundin und Ratgeberin hier im Frostpalast. Gedankenverloren spielte sie mit dem Ende ihres Zopfes, welchen sie in die linke Hand genommen hatte.

Wenig später ließ sie den Zopf los und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Bittsteller, welche vor sie gekommen waren. Es gab noch viel zu tun.

<RPG>

<SUM>

Ort: Hito VII, Kristallebene, Frostpalast
Zeit: Jahr 4436 der „unsterblichen Ära“ 12. Tag im Eulenmonat

Zov Daijin kommt vor die Kralovna. Er erörtert mit ihr einen wichtigen Plan, in welchem Phase eins abgeschlossen worden ist. Dabei wird deutlich, das Ilvaria Taishi Feder’shon einen wichtigen Anteil an diesem Plan trägt.

</SUM>

submitted by
Friddi
aka
Ilvaria Taishi Feder’shon


The Odyssey Era - Teil 8: Unerwartete Zuflucht

Mortimer Bishop
 

Hey ihr Lieben!

Weiter geht’s! Hier kommt der achte Teil der Odyssey Era. Viel Spaß beim Lesen! Übrigens dürft ihr durchaus auch posten falls ihr wollt. Einzig die von uns gespielten Plots sind (noch) tabu, aber alles andere geht! Also Bühne frei für Tene'Hito, Kikonen, Soapbälle und sonstige Entwicklungen ;)

Lieben Gruß
Ratty & Mo!


<RPG>

Zeit: MD 3.1457
Ort: IKS Kinzhar, Brücke

Langsam kehrte Ruhe ein. Seid knapp 36 Stunden flog die Kinzhar ohne Zwischenfälle durchs All. Diese Atempause war dringend nötig gewesen, auch wenn die Erschöpfung der Gruppe mittlerweile mit den Händen zu greifen war. Seid der Schlacht gegen Eindringlinge konnte der Bird of Prey maximal Warp 2 fliegen. Cal Mannix hielt sich auf der provisorischen Krankenstation in einem Nebenraum der Brücke auf. Die Station der Klingonen war für ihre Zwecke nicht nutzbar. Hier betreute der CNS höchstpersönlich den Zustand Ratana Tirus. Keine Sekunde wich der Psychologe von ihrer Seite, nur einmal in der Stunde gestattete er sich eine Raucherpause außerhalb des Intensivbereichs. Momentan schlief die Orionerin, deren Körper dem Schlafmangel und den Schmerzen nachgegeben hatte. 

Auf der Brücke war eine erschöpfte Stille eingekehrt. Nok'il trug einen blutgetränkten Verband an Kopf und Schulter, während der Vulkanier Vorik im Kampf nur einen Großteil seiner Augenbrauen eingebüßt hatte. Ensign Amun hatte die Füße auf eine der kleinen Seitenkonsolen abgelegt, während er ohne weiteren Kommentar auf den Hauptschirm starrte. Der Screen zeigte die Frontkamera. Sterne zogen vorbei. Sein Geist schweifte ab, während er auf die typischen Linien des Warpflugs blickte. Das erste Mal seid dem Gefecht musste er an Fiona denken. Wobei... ganz stimmte das nicht. Die Angst die ihn überfiel, wenn er an die untergehende Odyssey dachte, hatte hauptsächlich mit der rothaarigen Schottin zutun. Er hoffte inständig das es ihr gut ging.

Plötzlich piepte es. Der Vulkanier Vorik, der den Angriff auf die Brücke unbeschadet überstanden hatte, drehte sich zum entsprechenden Modul um und drückte eilig ein paar Knöpfe. 

"Sir, die Frontsensoren registrieren die Signatur eines Schiffs der Föderation. USS Galavant. Entfernung: 2 Millionen Kilometer."

"Ausweichkurs?", wollte der Halbklingone Nok'il wissen. Dem CONN-Offizier stand im Gesicht geschrieben, dass er ungern als feindliches Schiff identifiziert werden wollte. 

"Noch nicht.", sagte der Acamarianer während er sich nachdenklich eine Dreadsträhne aus der Stirn wischte. Galavant? Gehörte nicht zur Flotte, das wusste er. Er hatte in den letzten Monaten genug Raumkampf-Strategien und Analysetraining betrieben, um die Schiffe der Carraya Flotte nachts im Schlaf runter zu beten.

"Was tun sie?", wollte er zusätzlich wissen. 

Vorik lies erneut die Finger über die Tastatur flitzen, bevor er vermeldete: "Sie passen sich unserem Kurs an, Sir! Der Mainframe hat die bisherige Route des Schiffs untersucht. Mit 83% Wahrscheinlichkeit ist die Galavant ins Carraya System unterwegs gewesen."

"Öffnen sie einen Kanal!", sagte Amun ruhig. Wobei die Ruhe rein äußerlich war. Der Gedanke jetzt, nach der Schlacht von den eigenen Leuten aus dem All gepustet zu werden, ließ ihn nicht gerade mit positiven Gefühlen zurück. 

"USS Odyssey Expeditionscrew an USS Galavant. Bitte nicht feuern! Die IKS Kinzhar befindet sich in unseren Händen. Ich wiederhole: Es ist eine Sternenflottencrew an Bord der IKS Kinzhar. Bitte bestätigen." 

Es rauschte. Instinktiv zog der Halbklingone Nok'il den Kopf ein. Amun schaute zu ihm rüber. "Wiederholen sie den Ruf." 

***Zeitgleich auf der USS Galavant***

"Kann das ein Trick sein?", sagte Soraya, während sie sich auf den kleinen Sitzplatz neben Gaspar setzte. Dieser hatte die Botschaft des fremden Expeditionsteams angehört. Einen Acamarianer als Kommandant? Das war auch für den Kanadier neu.

"Möglich. Aber nicht unbedingt wahrscheinlich", urteilte Gaspar, das Kinn mit Dreitage Bart kraulend. 

"Gehen sie auf Scannerreichweite und überprüfen sie sie die Spuren. Wenn sie wirklich sind, was sie vorgeben werden sie die Schilde senken damit wir sie überprüfen können."

"Sollen wir sie in diesem Fall herholen?", wollte  Ensign Leroy Maurice Robinson jr. wissen, den alle in der Freizeit nur "Junior" nannten. 

"Abwarten", brummte der Kanadier.

Das Schiff gehorchte den Eingaben des Piloten und änderte den Kurs. Soraya war bereits wieder aufgestanden und tigerte zwischen den Stationen hin und her. Ihre "neue" Brückenbesatzung hatte sich noch nicht an die Omnipräsenz der ersten Offizierin gewöhnt. Gaspar musste grinsen als er merkte wie die Besatzung im direkten Umfeld Sorayas die Luft anhielt wenn die blauhaarige Perserin ihre Station ansteuerte.

Soraya war an die Wissenschaftsstation getreten. "Der Abgleich der Biozeichen läuft. Überwiegend menschlich, ein Acamarianer, sowie Lebenszeichen, die auf Trill, Vulkanier und Andorianer hindeuten, ein orionisches und ein teilweise klingonisches Lebenszeichen." Die Perserin wanderte zur Sicherheitsstation. "Abgleich mit den Daten der USS Odysseybesatzung laufen. Bestätigung, es gibt in der Besatzungsliste Crewmitglieder dieser Spezies." 

"Der Bird of Prey ist in Transporterweite!", kam es von der taktischen Konsole und einen kurzen Moment später: "Sie haben die Schilde gesenkt und drehen bei!"

"Öffnen sie einen Kanal!", sagte Gaspar ruhig und erhob sich. Wenige Sekunden später erschien das Bild des Acamarianers erneut.

"USS Galavant an USS Odyssey Expeditionsteam. Hier spricht Commander Toussaint, wir haben ihre Nachricht erhalten. Ihr Vogel macht nicht unbedingt einen soliden Eindruck. Sollen wir sie rüberholen?" 

Man sah wie Ens. Amun die Anspannung von den Schultern sackte. Er lächelte sogar leicht.

"Ja Sir, das wäre super. Wir haben aktuell mehrere Verletzte und einen Toten durch klingonische Enterkommandos zu beklagen."

Gaspar nickte kurz und warf Soy einen schnellen Blick zu. Noch während der Acamarianer in der Leitung war öffnete die Perserin einen internen Kanal zur Krankenstation und informierte das Pflegepersonal über die Ankunft der Verletzten. Allerdings schickte sie auch ein Sicherheitsteam in den Transporterraum. 

"Was soll mit dem Bird of Prey passieren?", wollte Gaspar wissen.

"Ich werde empfehlen das Schiff von der SS Yolanda reparieren zu lassen. Danach wird es die Odysseyflotte unterstützen.", sagte Amun.

Ein weiteres mal tauschten Gabe und Soy einen kurzen Blick aus. Gaspar nahm wieder im großen Stuhl in der Mitte platz.

"Sie wissen es anscheint noch nicht. Die USS Odyssey ist auf den dritten Planeten des Carraya Systems gestürzt. Es herrscht große Unklarheit was der Auslöser war, aber im Moment des Aufpralls verschwand der gesamte Planet."

Die Gesichtszüge des Acamarianers zeigten einen kurzen Moment Fassungslosigkeit und Soraya Alizadeh, die ihn ganz genau über den Bildschirm beobachtete, zog ihren Hut vor seiner Mimikbeherrschung, diesen Emotionsschub sofort wieder einzufangen. Sie selbst hätte wahrscheinlich viel mehr Zeit dafür benötigt. 

In Amuns Kopf war tatsächlich ein emotionales Feuerwerk explodiert. Die Odyssey war zerstört, ein ganzer Planet verschwunden. Keine weiteren Aussagen zum Ausgang der Lage. Doch in seinem Hinterkopf hämmerte auch die Bürde seines ersten Kommandos. Er musste sich jetzt zuerst um die kümmern, die ihm hier unterstellt waren und sah man es ehrlich: Der Bird of Prey hatte längst begonnen ihnen unter dem Hintern auseinander zufallen und die medizinische Versorgung der Verletzten hatte erste Priorität. 

"Wir evakuieren die Kinzhar," presste Amun hervor. "Wir melden uns. Kinzhar Ende..." Der Bildschirm wurde schwarz und er sackte ein wenig im Sessel zusammen. Vorik trat hinter seiner Konsole hervor. "Soll ich mich um die Evakuierung kümmern, Sir?" Dem Vulkanier war die Lage seines kommandierenden Offiziers nicht verborgen geblieben. 

Doch Amun stand entschlossen auf. "Wir erledigen das zusammen", bestimmte er. "Kümmern Sie sich ums Zusammenpacken. Wir beamen nach Priorität. Maschinenraum und Brücke gehen zuletzt, die Verletzten zuerst. Informieren Sie die Krankenstation und kümmern Sie sich um die Verlegung Vorik."

*** Auf der USS Galavant - kurz darauf ***

Commander Toussaint hatte es sich nicht nehmen lassen in den Transporterraum zu gehen als die erste Welle der Crewmitglieder des von Sternenflottenpersonal gekaperten Bird of Preys an Bord kam. Allerdings war es in diesem auch ziemlich eng. Neben dem medizinischem Personal waren auch vier Mitglieder der Sicherheitsabteilung vor Ort. Gabe hatte die Anwesenheit der Sicherheit vorausgesetzt, allerdings traute Soraya dem Frieden noch weniger als dem Krieg. Vier Mitglieder des Sicherheitsstabs - das musste den Expeditionsmitgliedern wie unverhohlenes Misstrauen vorkommen. Aber Sicherheit war nun mal die Mutter der Porzellankiste.

"Die Kinzhar meldet, dass sie bereit sind," gab die Transporterchief weiter und Gaspar nickte ihr zu. "Energie." 

Acht Gestalten formten sich auf den Plattformen, wobei sich auf einer Plattform zwei Personen materialisierten. Ein dunkelhaariger Lieutenant in der Uniform der medizinischen Abteilung stützte eine notdürftig verbundene Frau in der Uniform des Starfleet Marine Corps. Langes schwarzes Haar fiel in ein blassgrünes Gesicht. Des weiteren waren weitere verletzte Marines und Sternenflottenangehörige materialisiert, die sich aber selbst auf den Beinen halten konnten. 

Es herrschte kurz Stille und der Mann und die Frau auf der Plattform wechselten kurz einen fragenden Blick. Da der Mensch beide Hände brauchte, um die Orionerin, die den rechten Arm um seinen Nacken gelegt hatte, auf den Beinen zu halten und der linke Arm der Frau durch eine verbundene Schulterverletzung nicht zu bewegen war, herrschte anscheinend Irritation über die Meldung. 

Die Stimme des Mannes durchbrach die Stille. "Lieutenant Cal Mannix, USS Odyssey, Sir. Bitte um Erlaubnis mit sieben Verwundeten an Bord kommen zu dürfen."

"Erlaubnis erteilt Lieutenant," erwiderte Gabe, nur um vorzutreten und den Crewmitgliedern des anderen Schiffes von der Transporterstation treten zu helfen. Das medizinischen Personal eilte ebenfalls nach vorne. 

"Marine Captain Tiru," grüßte ihn die Frau in der Marineuniform, deren weiten Pupillen deutlich das Level an verabreichten Schmerzmitteln anzeigten. Gabe nickte der Frau zu und reichte einem weiteren verletzten Crewmitglied den Arm. Das Schiff hatte anscheinend nicht als einziges ganz schön eingesteckt, sondern auch dessen Crew. 

Lieutenant Mannix half der Marine von der Transporterplattform in die Arme zweier medizinischer Kräfte von der Galavant und machte zu jedem Patienten eine kurze Übergabe. "Wir haben noch einige Crewmitglieder mit leichten Verletzungen, die aber noch weiter Dienst tun."

Soraya stattdessen war an der Transporterkonsole geblieben und machte einen ersten Abgleich der Crewdateien. Bisher hatte der Computer bei allen Anwesenden bestätigt, dass sie zur USS Odyssey gehörten. 

*** Auf der IKS Kinzhar ***

Amun sah sich auf der Brücke um. Fast alle Besatzungsmitglieder waren hinüber gebeamt. Nur noch Vorik, Nok'il und er waren hier. Selbst der Maschinenraum war bereits evakuiert. Alle Systeme des Bird of Prey waren soweit es ging abgeschaltet. Die Maschinenraumcrew hatte eine Überladung des Reaktors eingeleitet. In etwas weniger als fünf Minuten würde dieses Schiff in winzige Bruchstücke zerlegt und vom Plasmafeuer verzehrt werden. Flackernde Warnlampen verdeutlichten den Ernst der Lage. 

Seine Hand lag auf der Lehne des Kommandosessels - seinem ersten Kommando. 

Wie erfolgreich dieses gewesen war? Darüber sollten andere entscheiden. Er für seinen Teil war zufrieden, auch wenn sie nun nicht selbst zur Starbase 24 fliegen würden. Aber die Aussicht auf einem Sternenflottenschiff mit höherer Reisegeschwindigkeit, sicherer medizinischer Versorgung und voller Einsatzfähigkeit durch dieses Gebiet zu fliegen und vielleicht sogar die Chance auf eine Mütze Schlaf zu haben, stimmten ihn gnädig. In den letzten Minuten verspürte er eine bleierne Müdigkeit, gemischt noch immer mit Sorge. 

Der Acamarianer ließ die Hand von der Lehne gleiten und berührte seinen Kommunikator. "Galavant, drei Personen bereit zum beamen!" 

Einen Wimpernschlag später verschwanden die drei Anwesenden in den Lichtkegeln des Transporterstrahls. Einsam lag die Brücke der Kinzhar im Halbdunkel. Viel war hier geschehen. Konstruiert, um die Föderation zu zerstören, hatte es in den letzten Tagen eine erstaunliche Wendung vollzogen. Erobert unter großen Verlusten, war das Schiff teuer erkauft worden, um dem letzten Verteidigungskampf der USS Odyssey zu unterstützen. Jetzt hatte das Schiff sich Ruhe verdient. 

Das Rauschen des Maschinenraums wurde lauter, die klingonischen Ingenieure hatten beim Entwurf weniger Wert auf die akustische Abschottung gelegt. Das Schiff wurde von heftigen Vibrationen geschüttelt. Ein letztes Aufbäumen. 

Dann ging es ganz schnell. Ohne Zuschauer und ohne Crew. Der klingonische Bird of Prey IKS Kinzhar verging in einem Feuerball...


Zeit: MD 3.2041
Ort: Sternenbasis 24, angrenzendes Sternensystem

Die kleinen Raumstation platze aus allen Nähten. Eigentlich nur als kleine Versorgungsstation für Tiefenraumerforschungsschiffe gedacht, hatte sich SB 24 in den letzten sechs Monaten zu einer Umschlagsplatz für Kriegswaffen und Schiffe entwickelt. Nachschub für die Frontlinie. Die Besatzung war es gewohnt das sich mehrere Schiffe einen Port teilen, aber die aktuellen Umstände waren wirklich unzumutbar. 

Dicht gedrängt lagen hier die Port Haven, Hammond, Arkos Shah, Kensington, Teutates, Diomhair und das Reperaturschiff SS Yolanda. Die USS Shitennō-ji hatte zuletzt nur als Schrottverwertung gedient, während Dagada und Glorana von der Nachhut der zweiten Welle erwischt worden waren. Die Besatzung der Dagada hatte sich retten können während für die Besatzung der Glorana jede Hilfe zuspät gekommen war. Neben der Odyssey selbst fehlte nur noch die Korelev, deren Ankunft man zeitnah erwartete.

Da die Galavant unversehrt war, hatte Gaspar entschieden, dass das Schiff nicht direkt an der Starbase festmachen sollte. Dringend benötigtes Material wurde per Shuttle oder Transporter ausgetaucht. Weil der Platz auf der Station so beengt war, hatte die Perserin der Crew um Ensign Amun angeboten sich an Bord einzuquartieren, eine Handlung die Soraya bereits bereute. Innerhalb eines Tages hatte sie ein Dutzend Anfragen von Offizieren der Odyssey erhalten, die ebenfalls um Asyl baten. Ihr Schiff war das Partyzimmer im Hotel geworden. Natürlich war sich Soraya der sozialen Komponente dieses Umstands bewusst, trotzdem hatte sie das ungute Gefühl eine Feier auszurichten ohne selbst eingeladen zu sein. Sie ahnte, dass dieser eingeschworene Haufen gerade ein wenig Zeit miteinander brauchte, um die Wunden zu lecken, aber auch in gewisser Weise feierte, mit heiler Haut davongekommen zu sein. 

Mit einem breiten Grinsen erinnerte sie sich an den Moment, als ein kleiner Junge schreiend, als wäre eine ganze Horde Klingonen hinter ihm her, durch einen Gang der Station gerannt und sich dem sonst so beherrschten Gunny ans Bein geworfen hatte. Erst bei nachfolgender Reflexion hatte sie den markerschütternden Schrei als ein über fast eine halbe Minute gedehntes "Daaaaaaaaaaad" identifiziert. Genetisch war das Ganze dann auch nicht mehr zu verleugnen gewesen, denn Thomas Junior war das Ebenbild seines Vaters: Als Fünfjähriger. Seitdem hatte Soraya den Gunny nicht mehr zu Gesicht bekommen. Anscheinend feierte er das Wiedersehen mit seiner Familie. 

Ohne das leiseste Geräusch zu machen erschien mit einem Lichtblitz das letzte Schiff der Flotte am Himmel über der Station. Die Korelev traf endlich ein. An Bord: Die Kommandantin der Flotte und die Führungsoffiziere ihres Flaggschiffs. 

Capt. Konstantyn Chekov hatte beste Laune als er den Transporterraum seines Schiffs betrat. Die Odyssey Offizierinnen hatten bereits die Projektionsfläche betreten. Eilig ging er auf Commodore Skyla Lyma zu und streckte ihr wortlos die Hand hin. 

"Ich danke ihnen für alles, Captain.", sagte Skyla mit einem strahlenden Lächeln, während sie nach der Hand griff und diese schüttelte. Der Chekov musste mit ganzer Kraft den Schmerzensschrei unterdrücken. Die Commodore zerdrückte seine Hand zusammen wie eine Schraubzwinge.

"Die....Freude ist.... ganz meinerseits.", presste er zwischen den Lippen hervor und schaffe es ein völlig verkrampftes Lächeln auf das Gesicht zu schieben.

"Wo soll es hingehen?", erscholl eine Stimme von der Seite. Die Risanerin Tara Kell hatte, im Gegensatz zu ihrem Chef, den Aufenthalt der anderen Crew sehr... genossen. Mara zwinkerte jungen Offizierin heimlich zu. 

"Bringen sie uns zur USS Galavant, da scheint gerade eine Feier zu steigen.", befahl Sky ohne zu überlegen. Die Anspannung der letzten 24 Stunden war nach und nach von ihren Schultern gefallen. 

"Dann wünsch ich Ihnen eine schöne Zeit!", sagte Chekov zwischen zusammengepressten Lippen hervorzischend. Es klang eher wie eine Drohung als ein Abschiedsgruß. Aber was machte das schon?

Mit einem letzten Blick in die Runde stellten sich Skyla Lyma, Yvonne Renard, Lwaxana Ivoin und Fiona MacKenzie auf die markierten Stellen. Ein kurzes Summen verriet das der Transporterpuffer seine Arbeit tat. Dann verschwanden Capt. Konstantyn Chekov, Ens. Tara Kell und lt. Limanto Tè aus ihrem Sichtfeld.
</RPG>


<SUM>
Zeit: MD 3.1457
Ort: IKS Kinzhar, Brücke

Die Kinzhar trifft unerwartet auf die USS Galavant. Nach anfänglichem Misstrauen beschließt der kommandierende Offizier der Kinzhar, Ensign Amun, den stark beschädigten Bird of Prey zu evakuieren und kontrolliert zu sprengen.


Zeit: MD 3.2041
Ort: Sternenbasis 24, angrenzendes Sternensystem

Die Galavant trifft mit ihren zusätzlichen Gästen bei SB 24 ein, wo sich nach dem Verschwinden der USS Odyssey der restliche Teil der Flotte versammelt hat. Da Platz hier eh knapp ist, wird spontan die Galavant zum Treffpunkt der Odyssey Senior Offiziere.

</SUM>


Submitted by
 
 
LtCmdr. Soraya Alizadeh
EO USS Odyssey
Aka
Ratty
 
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop


The Odyssey Era - Teil 7: Der Pfad zwischen den Sternen

Mortimer Bishop
 

<NRPG>
Hey ihr Lieben! 
 
Da wären wir also! Wie bereits in zahlreichen Kommentaren im Discord gefordert, hier endlich das siebte Kapitel! Vorhang auf für den letzten Auftritt der USS Odyssey, Discovery Klasse! 
 
Entschuldigt wenn das Vorwort heute etwas länger ist. Es gibt ein paar Leute denen ich an dieser Stelle danken will. Zu allererst, Danke an Linda. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht (und macht es auch immer noch) mit dir zusammen den neuen Kahn vom Stapel zu lassen. Als nächstes Dank an Mac, die vor längerer Zeit die Grundidee für dieses RPG hatte, was mir beim strukturieren sehr geholfen hat. Außerdem ein dickes Danke an Fynn, der mir mal wieder bei einigen technischen Feinheiten und ganz tollen "Naheinstellungen" geholfen hat das Ding abzurunden. Zu guter Letzt ein besonderen Dank an Luis, der mich ermutigt hat mich als SL zur Wahl stellen zu lassen. Danke für dein Vertrauen! 
 
Kurzer Kommentar zur Erzählweise. Ich hab mich dazu entschieden in diesem Post die Odyssey selbst als Hauptdarsteller zu beschreiben. Ich finde das hat sie sich verdient. Außerdem gibt es euch bei eventuellen Backposts die Möglichkeit das Ende des Schiffs aus der Sicht eures Chars zu beschreiben (falls da Interesse bestehen sollte).
 
Nächste Besonderheit: Musik!
Ich bin nicht drum herum gekommen euch hier ein paar kleine Schätze aus meiner persönlichen Playlist reinzustellen, die allesamt das Überthema "Abschluss" haben. Mir war wichtig Songs zu nehmen die noch nicht alle gehört haben und die nicht zwangsläufig mit "Weltraumfilmen" zutun haben. Sucht euch eins aus (hab ein bisschen was dazu geschrieben), machts euch gemütlich und hört es beim Lesen. Würde mich freuen! Alle Songs sind ab sofort auch in der offenen Odyssey Playlist :)
 
Und jetzt! Musik an! 
 
Lieben Gruß und einen schönen Abend euch! 
Mo
</NRPG>
 
 
<Mos Musikgiftschrank>
 
Rupert Gregson-Williams - Duck Shoot
https://open.spotify.com/track/5HARZiEbfWnwXdv7ckqh5z?si=32BDzWNKQPeN7aMJNCTwhA
Soundtrack "The Crown", Klassisch, traurig, emotional, wunderschön
 
 
Clint Mansell - Dead Reckoning
https://open.spotify.com/track/1JHAZGaAbSCUPsmLq4RFOe?si=DRsQH7ZtSKa6w6FkDBB5jQ
Soundtrack "Smokin Aces", Rock meets Klassik, dynamisch, berührend, 
 
 
Johnny Cash - Engine One-Forty-Three
https://open.spotify.com/track/1m9QLwq707k2stmxavLCk1?si=gCKx2X9oTi-pdCr5XvZ51A
Schrieb Johny Cash drei Wochen vor seinem Tod, Mann mit Gitarre, kraftvoll, 
 
</Mos Musikgiftschrank>
 
 
<RPG>
 
Zeit: MD 3.0001
Ort: Universum, Alpha Quadrant, Carraya System
 
Das Licht war sehr grell. Obwohl das Weltall an den meisten Stellen des Universums aus alles umfassender Dunkelheit bestand, gab es immer wieder Ausnahmen von dieser Regel. Bei Sonneneruptionen zum Bespiel, wenn das Licht zu einer Flut aus Energie und Farben wurde. Bei einem Sonnensturm, wenn die Elemente der großen Lichtbringerin über den Teppich des Kosmos gekehrt wurden.
 
Die Auswirkung einer solchen kosmischen Anomalie waren oft eine sehr lange Zeit noch sichtbar. Der Begriff "lange Zeit" war selbst in diese Zusammenhang wirklich eine lange.
 
Immer wieder schoben sich kleine Wolken aus heller Energie durch den begrenzen Raum des angrenzenden Carraya Systems. Seine Durchschlagkraft hatte der Sonnensturm, der einem Ort entsprang der weit weit entfernt von diesem System war, langsam verloren. Geblieben war eine unkontrollierbares Spiel der Naturgewalten. Schön und schaurig zugleich.
 
Langsam wie eine Schnecke kroch die USS Odyssey dahin. Es brauchte keinen Offizier der Sternenflotte, keinen Ingenieur, ja noch nicht mal einen besonderen Experten, um zu sehen, dass etwas mit dem Schiff nicht in Ordnung war. Der Korpus der riesigen Discovery-Klasse driftete, beleuchtet von den schaurigen Nachwehen des Sonnensturms, unkontrolliert durch den Raum. Kein kompliziertes Spiel aus Stabilisatoren glich die taumelnden Bewegungen des Schiffs aus, kein  computergestützter, am galaktischen Kern ausgerichteter Gimbal hielt den Fluchthorizont aufrecht. Das Raumschiff glich eher einem Karussell, das trudelnd aus der Verankerung gesprungen war.
 
Anfangs hatten die Port Haven und die Hammond noch versucht, gemeinsam mit dem Reparaturschiff SS Yolanda, das Weggleiten des Flaggschiffs mit den Traktorstrahlen zu verhindern. Aber als die Bedrohung durch die Klingonen durch den Angriff des eroberten Bird of Prey um 71% zunahm, entschied man sich die Schiffe abzuziehen. Immerhin hatten quasi alle Mitglieder des Verbandes Evakuierte aufnehmen müssen. War es ein hochspezialisiertes Schlachtschiff wert, dass zu seinem Erhalt, der mittlerweile als äußerst unwahrscheinlich eingestuft wurde, tausende Menschenleben geopfert wurden? Natürlich lautete die Antwort nein und so glitt das Schiff dahin.
 
Die Lichter der anderen Schiffe waren kleiner geworden. Die ionisierten, größtenteils nur noch schwach geladenen Gaspartikel des Sonnensturms leckten an der Duraniumlegierung der Außenhaut und blitzen unauffällig und für das menschliche Auge einzeln kaum sichtbar auf, als sie ihre Restenergie an dem Metall entluden und für immer verschwanden. In ihrer Gesamtheit wirkten sie wie ein kleines Blitzlichtgewitter. So trieb die Odyssey dahin. Die Schwerkraft Carrayas tat ihre Wirkung. Langsam, aber unablässig bewegte sich das riesige Schlachtschiff Skyla Lymas auf den kleinen Planeten zu. 
 
Plötzlich ging in der direkten Nähe des herrenlos treibenden Kreuzers ein Schiff unter Warp. Die Signatur verriet es als USS Korelev. Mit hoher Geschwindigkeit, die sich mit der Trägheit der Odyssey biss, raste das Schiff auf das Wrack zu. In einer Entfernung von etwa 500 km kam das Schiff zum stehen und passte sich dann der Geschwindigkeit des treibenden Schiffes an um die Entfernung zu halten.
 
Ein unbedarfter Zuschauer bekam nichts von diversen Crewtransporten mit, die zwischen den Schiffen stattfanden. Lediglich die schwachen Lichtkegel einiger Helmlampen, die durch den leeren Hangar der Odyssey irrten, flackerten auf. Nach kurzer Zeit verließen zwei sylenische Kreuzer das ehemalige Flaggschiff. Dann kehrte erneut Stille ein. Die Geschwindigkeit, mit der das Schiff auf den Planeten zusteuerte hatte sich mittlerweile verdoppelt. 
 
Die Korelev verharrte in sicherer Entfernung. Fast mitfühlend schwebte das Schiff um das verlorene Schlachtschiff herum. Wie ein Hund, der ein Mitglied des Rudels in den letzten Stunden nicht alleine lassen wollte. Die Bewegungen des Großkampfkreuzers erinnerten bereits an die Totenstarre. 
 
Der Zustand des Schiffs blieb den Bewohnern des Planeten Carraya nicht verborgen. Etwas mehr als Zweitausend Kilometer vom trudelnden Schiff entfernt verbarg sich unter der Atmosphäre des Himmelskörpers die abgeschiedene Welt der Wurzeln. Diese kollektive Kormophytenspezies galt jeher als stiller Wächter des Himmelskörpers. Einer der kuriosesten Wendungen des Schicksals war die Ansiedlung der H -Ia, einer amphibischen Gattung, die optisch entfernte Ähnlichkeit mit den Haien der Erde hatten. Eine Laune des Schicksal spülte sie in ihrem Mutterschiff sprichwörtlich an den Strand von Carraya. Mit ein klein wenig Hilfe der Sternenflotte gelang der Erstkontakt mit den Wurzeln, den telekinetischen Herrschern des Sterns. 
 
Der ehemalige Vorschwimmer der H -Ia Ar'gaH-3-25146, genannt Ar, war immer noch ein geachtetes Mitglied der Gesellschaft, spürte ein Aufbäumen der Wurzeln. Er schwamm gerade durch den Ozean und genoss, genau wie in den letzten Stunden, die neue Freiheit. Es war so ein schönes Gefühl nicht mehr der Enge der Enzephalonskammer ausgesetzt zu sein. Auch wenn er die Intimität seiner Freundschaft zu Dhar in der Tat vermisste war seine Freude über die neue Heimat ungebrochen. Umso mehr überrumpelte ihn die Funkstille ihres Gastgebers. Es war als wären den Wurzeln für einen kurzen Moment die Fassung abhanden gekommen, als wäre das Tablett mit den Begrüßungsdrinks runter gefallen. 
 
//"Was war das?"// fragte Ar perplex. Der Teil des Wurzelverstandes, der gerade mit ihm sprach, war nicht da. Er konnte die Abwesenheit spüren. //"Stimmt etwas nicht?"//
 
Als Antwort sah der ehemalige Vorschwimmer ein sehr seltenes Naturschauspiel. Mit einem Ruck war der Frieden vorbei. Wie aus der Pistole geschossen wuchsen riesige Ranken um ihn herum. Sie entwuchsen einem Teil, den die Wurzeln nur 'die Quelle' nannten. Ein Bereich in dem immer Dunkelheit herrschte. 
 
Diese Wurzelnranken waren anders. Keine kleinen, feingliedrigen Ranken, die Artemus zu der neuen Stadt getragen hatten. Nein. Dies waren die Wurzelstränge der unteren Ebene. Tief unter dem Planeten lagen sie. Von dort wo der Übergang zwischen Ozean und Festland geschmiedet worden war. Uralt, Mächtig und Gefährlich. Sie glichen einer Naturgewalt. Keiner der H -Ia hatte diese Seite des Gastgebers bisher kennengelernt. 
 
Auch die alte Romulanerin Lansa war überrascht. Die Wurzeln, die ihre Hütte vor dem großen Sonnensturm bewahrt hatten, waren immer in Sichtweite geblieben. Hin und wieder redete sie mit ihnen. Sie waren sehr zutraulich geworden nachdem sie die gegenseitige Skepsis überwunden hatten. Und heute waren sie verschwunden! Ein Grollen überzog die Landschaft, ein Geräusch was die alte Frau aufschrecken lies.
 
Tief im Meer herrschte die gleiche Stimmung. Vorsichtig, um seine eigene Sicherheit besorgt, schwamm Ar in gebührendem Abstand durch die aufgepeitschte See. Der ganze Ozean hatte sich unter der extremen Verdrängungsmacht des Wassers in einen rasenden Strudel verwandelt. Die Wellen schlugen von allen Seiten auf Ar ein. Nur mit Mühe konnte er sich gegen die Verwirbelungen zur Wehr setzen. 
 
Leider würde es noch eine ganze Weile dauern bis Ar den Grund für Eruption erfahren würde. Die Urwurzeln rankten weit über den Ozean hinaus und schoben sich mit großer Geschwindigkeit in die Mitte des Planeten. Die noch nassen Urwurzeln barsten durch das Unterholz. Sie nahmen keine Rücksicht. Egal ob die Felsen der grünen Tundra oder die Sumpfpalmen des angrenzenden Dschungels - die Urwurzeln zerbarsten alle Widerstände.
 
Ein dumpfer Hall war durch den kollektiven Geist der Wurzeln gegangen. Ein stiller Schrei, der sich in eine Kaskade verwandelt hatte. Das Alarmsystem der Wurzeln hatte ausgeschlagen. Etwas griff den Planeten an! Alle Fühler waren ausgestreckt! Alles passierte gleichzeitig! Neben der Aktivierung der Urwurzeln kappte das Allerheiligste das Reservoir der Zerfallsenergie um die Sensorwelle des Kollektivs so empfindsam zu machen wie noch nie. Die Energie strömte hinein und verband sich mit allen Lebenwesen, die noch im System weilten. Die Flutwelle an Informationen schwabbte zurück, gleichzeitig setzte sich das Urwurzelsystem in Bewegung. Zum Herzstück. Zum Tor. 
 
Die Energie die das Kollektiv bei diesen Handlungen einbüßte war beträchtlich. Aber dafür war es her gekommen! Innerhalb weniger Momente waren die Ranken der Ahnen zum Mittelpunkt gelangt. Und da waren sie! Innerhalb eines Wimpernschlags umschlossen die Wurzelstränge der Tiefe das Tor der Iconianer. Hoch türmte sich die Ranken über der Pforte. 
 
Die Energie in den Wurzeln nahm zu. Die telekinetische Kraft stieg und stieg und stieg... 
 
Eine Stärke verließ die Quelle, die es es vorher nicht gegeben hatte, sie entsprang ihrem Instinkt, ihrer Intuition. Jede Faser der Urwurzel veränderte im Kern seine Beschaffenheit. Die wenigen Beobachter des Moments, wie ein paar H -Ia, konnten sehen wie die großen schweren Mutterranken, die ins Zentrum des Planeten reichten, sich veränderten. Ein sanfter, tiefblauer Lichtstreif umgab sie. Die Kraft war viel träger als die Wurzeln selbst, als sie den Planeten eingehüllt hatten. Meter um Meter färbte sich der Urstrang der Ahnen und sonderte diese merkwürdige Farbe ab. 
 
Dann erreichte die Farbe das Tor, begraben von hochhaushohen Ranken. Und das Tor antwortete.
Die Symbole auf dem Tor begannen sich zu bewegen. Langsam nahm es die tiefblaue Farbe an - und stieg empor! Erst langsam, dann immer schneller wanderte das Tor der Iconianer durch das dichte Wurzelwerk. Die Farbe wurde immer intensiver.
 
Das Tor wuchs! Wie eine Maus durch eine Schlangengrube schob sich die Pforte nach oben, immer weiter, immer höher, während es unablässig an Größe gewann. Die blaue Kraft übertrug sich zusehends auf das Portal. 
 
Dann kam es oben an. Mit einem schmatzenden Geräusch wandte es sich aus den obersten Ranken. Mittlerweile waren alle Wurzeln der Ahnen vom tiefblauen Licht durchzogen. Eine Weile zitterte das Portal, dann kam es sanft auf und abwiegend zur Ruhe. Eine trügerische Stille kehrte ein, ganz so als warteten die Wurzeln auf ein Signal.
 
Unterdessen war die USS Odyssey richtig in Fahrt gekommen. Die Anziehungskraft wog immer schwerer auf dem Wrack. Die Funkeln und Lichtwolken des Sonnensturms hatte es längst passiert. Ein dunkelgraues Gebilde aus der verformten Duranium-Legierung rausche in immer höherem Tempo auf den dritten Planeten des Systems zu. Carraya. Wurzelplanet.
 
Immer mehr Teile der Außenhülle, die viele Jahre einer besonderen Crew ein Zuhause gegeben hatte, bröckelten durch die fehlende strukturelle Integrität nach und nach ab. Hier und da zeigten sich bereits offene Bauteile, einzelne Gänge und ein direkter Blick auf die Brücke. Das Skelett des Schiffs war deutlich sichtbar. Etwas aber viel auf, wenn noch jemand den Untergang des Schiffes aufmerksam beobachtet hätte. Wo war der Schriftzug? Der Name?
 
Ein kaum wahrnehmbares Klacken drang aus dem offenen Hangardeck, wurde aber sofort vom dröhnenden Rauschen aneinander reibenden Metallelemente übertönt. Ein kleiner, unscheinbarer Gegenstand hatte sich vom Schiff gelöst. Schnell konnte man ihn für einen weiteren Schrottgegenstand halten, dafür war es allerdings zu groß. Eine der wenigen Mannschafts Rettungskapseln! 
 
Die Kapsel entfernte sich rasch vom Wrack, wenn sie auch nur mit Mühe gegen die Schwerkraft Carrayas ankam. Mit letzter Kraft versuchte sie den Gesetzen der Physik zu entkommen - Verlor die Schlacht aber.
 
Währenddessen erreicht das untergehende Schiff die Atmosphäre des Planeten. Wie gebannt standen die Überlebenden der Odyssey, dieses einst prächtigen Schiffes, an den Fenstern der Korolev und starrten in die ewige Nacht. Dort draußen, zwischen den Sternen, begleitet von stummem Wehklagen, ging sie in Flammen auf und brach sich das einst stolze Genick, als sie auf die Atmosphäre des Planeten aufschlug. Mit einer Wucht die so schwer wiegte wie der Schmerz ihrer Crew. Die Reibungshitze war unerträglich. Kleine Hüllenfragmente und offengelegte Komponenten verglühten an Ort und Stelle. Die Reibung war so hoch, dass sie den Flug des Raumschiffs erheblich bremste und doch schob sich der leblose Korpus mit ungebrochener Überzeugung in die Atmosphäre des Planeten. Ein letztes Mal glühte das legendäre Flaggschiff Commodore Skyla Lymas auf und zog einen langen, grellen Schweif aus geschmolzenem Titan und Duranium und brennenden Einzelteilen hinter sich her.
 
Genau in diesem Moment durchlief die Urwurzeln ein greller Schein, der so voller Leben war, dass die Stimme des Wurzelkollektivs vor Schmerzen aufschrie. Alle Fühler, Arme, Wurzeln, Taster und Sensoren erstrahlten in dem Licht. Auch vor dem Tor machte die Energie nicht halt. Das heilige Tor der Iconianer wurde vollständig eingehüllt. Grelles, durchdringendes, Licht. Kein Schatten existierte in seiner Gegenwart.
 
Das Wrack senkte sich über dem Planeten ab. Immer noch umgeben vom glühenden Funkenspiel der Reibungshitze raste es auf die Dschungelvegetation Carrayas zu. 
 
Lansa war stehen geblieben als sie den hellen Schein am Horizont aus den Augenwinkeln bemerkt hatte. In ihren Augen spiegelte sich die brennende Odyssey. Dann entflammte um sie herum das durchdringende Weiß. Ehe sie reagieren konnte war auch Lansa von einem grell leuchtenden Wurzelknäuel umwickelt. Aber für Protest blieb keine Zeit. 
 
In genau diesem Moment erreichte die untergehende USS Odyssey die Oberfläche. Aber was war das? Die Intensität des Lichts schwoll noch einmal an - und verschwand jäh.
 
Im Moment als die Unterseite des Schiffs auf die Urwurzel traf war die Energie des Planeten freigesetzt worden. Wie der Schalter eines exorbitanten Stromkreises hatte das Feuer der Wurzeln das Tor aktiviert. Der uralte Schutzmechanismus der Ahnen hatte funktioniert! 
 
Der Planet Carraya war nicht mehr da.
 
</RPG>
 
 
<SUM>
 
Zeit: MD 3.0001
Ort: Universum, Alpha Quadrant, Carraya System
 
Die USS Odyssey, Flaggschiff von Commodore Skyla Lyma, verliert den Kampf gegen die Naturgewalten und verschwindet zwischen den Sternen. 
 
</SUM>
 
Submitted by
 
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop
 


The Odyssey Era - Teil 6: Das Ende des Weges

Mortimer Bishop
 

Guten Abend Zusammen!
 
Wie angekündigt heute der sechste Teil der "The Odyssey Era" Reihe. Hoffe es gefällt euch! 
Fynn war so lieb, ganz wie ein CING das macht, bei einigen Kleinigkeiten zu helfen. Danke dir! 
 
Edit: Da ich beim ersten mal den Titel falsch geschrieben hab, hier nochmal mit "Reihe" im Titel ;) Sorry!
 
Erneut ein kleiner Hinweis: Wir schreiben diese Reihe sehr chronologisch, dh. es gibt jetzt auch schon mehrere Szenen die auf dem hier Geschriebenen aufbauen. Bitte wartet also mit dem Backposting aller Ideen und Plots die sich mit dem Ende der Odyssey auseinandersetzen bis wir diese Reihe abgeschlossen haben. Selbstverständlich sind alle anderen Themen und Plots kein Problem! Danke :)
 
Lieben Gruß
Ratty und Mo! 
 
<RPG>
 
Zeit: MD 4.2223
Ort: USS Galavant, Bereitschaftsraum des Captains
 
"Computerlogbuch der Galavant, Captain Toussaint, Sternzeit 24160104.6
 
Die letzten Stunden waren sehr nervenaufreibend für Schiff und Crew. Die Galavant stieß im Dunstkreis von Starbase 24 auf einige Mitglieder der Flotte Lymas. Ihr Flagschiff, die USS Odyssey fehlte allerdings... sie..war.. hpf .. ähm... Computer Aufnahme Stopp, löschen!", raunzte der genervte Captain Toussaint in die Leere seines Bereitschaftsraums. Er raufte sich die Haare. 
 
Wie sollte er die Ereignisse der letzten Tage in drei Sätzen für sein Logbuch zusammenfassen? Fest stand, dass es seine Aufgabe war als ranghöchster Offizier. Er hatte kurz geliebäugelt Soy den Ball zuzuschieben, aber die war gerade wahrlich mit anderen Dingen beschäftigt. Normalerweise reichte auch ein simpler Bericht am Ende des Monats, aber in diesem Fall war klar, dass das FKOM jedes einzelne Details haben wollte. Immerhin hatten sie gerade eins ihrer modernsten Schlachtschiffe verloren.
 
Fluchend erhob sich Gaspar. Vor sich hin murmelnd drehte er einige Kreise um seinen Schreibtisch bevor er zu einem der Beistelltische ging und seine Wasserpfeife ergriff. Mit einem metallischen *Plong* stellte er den antiquierten Inhalator auf seinem Schreibtisch ab. Ohne weitere Zeit zu verlieren schritt er zum Replikator und bestellte drei durchgeglühte Kohlestücke, die er auf einer kleinen Keramikplatte zur Pfeife trug und dort auf den Tabakkorb stellte, den er vorher mit frischen Tabak bestückt hatte.
 
Er ließ sich wieder auf seinen Stuhl sinken und griff mit einem freudigen Brummen nach dem Schlauch. Einen tiefen Zug später hauchte er zufrieden eine große weiße Wolke in die Mitte des Raums. Es half nichts, er musste die Aufzeichnungen nochmal durchgehen. Detail für Detail.
 
Während er den Schlauch mit der linken fest hielt, wühlte er mit der rechten Hand in dem Stapel Padds, die vor ihm auf dem Schreibtisch lagen. Schnell wurde er fündig und öffnete den Sicherheitsspeicher. Das Padd enthielt Aufzeichnungen der USS Korelev. Er selektierte den Aufnahmezeitraum und drückte auf abspielen während er einen weiteren tiefen Zug aus der Wasserpfeife nahm.......
 
 
*^*^*^*^*^*^*Monitoring_Log_USSKorelev758C483554DVK *^*^*^*^*^*^*
 
Ort: USS Korolev, Deck 4, Transporterraum 2
Zeit: MD 2.2311 
 
Das Bild grieselte kurz. Dann stabilisierte es sich und gab den Blick auf den Transporterraum der Korelev frei. Eine unmerklich angespannte Commodore Lyma trat von einem Bein auf das andere während die Offizierin Tara Kell, eine junge Risanerin, ehrfürchtig neben ihr die Konsole bediente. 
 
"Ich hab sie!" 
 
"Das wurde auch Zeit Ensign! Schnell! Ab in den Speicher mit Ihnen!"
 
Das Bild wackelte erneut und einen Moment später standen Cmdr. Yvonne Renard, Lt.(jg) Lwaxana Ivoin und Lt.(jg) Fiona MacKenzie auf der Transporterfläche. 
 
Die Commodore schien das Protokoll gänzlich vergessen zu haben, als sie auf Renard zulief und diese in ihre Arme schloss. Yvonne erwiderte die Geste. Vergessen waren alle in der letzten Zeit vorgefallenen Dinge. Einen kurzen Moment standen die beiden Frauen regungslos da. 
 
"Wir haben es verbockt.", murmelte die erste Offizierin der USS Odyssey in die hellen Haare der Sylenerin. "Oh wir haben es so verbockt!" 
 
"Ma'am, die Selbstzerstörung ist fehlgeschlagen. Der Computer brach das Prozedere kurz vor dem Ende ab. Der Computerrestspeicher war nicht ausreichend um den Prozess zuende zu rechnen und die Energiereserven reichten nicht aus", berichtete die Betazoidin mit den kurzen blonden Haaren. Man merkte ihr deutlich an, dass sie Lymas Abweichung vom Protokoll verwirrte. "Es gibt keine Chance das Schiff durch Eigenmittel zu sprengen. Auch die Rettungskapseln sind unbrauchbar." Ivoin redete einfach weiter, sollte sie selbst doch wenigstens das Protokoll beachten und Meldung machen, wenn alle Anderen schon so abgelenkt waren. 
 
"Wir haben versagt...Die Klingonen werden es kriegen..", flüsterte die Erste Offizierin weiter. Sie war untröstlich. 
 
"Shhhhhhhhhh", machte die Commodore und legte Renard ein Finger auf die Lippen. "Wichtig ist, dass wir alle da raus sind! Ihr habt doch alle evakuiert oder?" Bei diesen Worten drehte sich Fiona MacKenzie um die eigene Achse. Ihr Blick verriet schnell, dass sie jemanden vermisste. 
"Wo ist Nirrod?! Er stand eben noch hinter mir!" 
 
"Überprüfen Sie die Speicher! Wir lassen niemanden zurück!", peitschte erneut Lymas Stimme durch den kleinen Raum. Beinahe bildeten sich Eisblumen an der Glasscheibe, die die Transportersteuerung vom eigentlichen Transporter trennte. Ganz gewiss aber sank die Raumtemperatur in Lymas Nähe. 
 
Die Risanerin an der Konsole schüttelte aber hektisch den Kopf. "Wir haben keine weitere Signatur registriert! Es gibt kein Lebenszeichen eines Individuums auf der Odyssey!" 
 
"Sind Ihre Sensoren auf die Lebenszeichen eines Asura eingestellt?" hakte Lyma nach. 
 
"Natürlich Ma'am, die Sensoren umfassen das gesamte Spektrum der vertretenen Völker, wir können ihn nicht vergessen haben. Das Archiv umfasst alle Spuren der Odysseybesatzung. Außerdem empfange ich auch keinerlei unbekannte Lebensformen. Da ist nichts mehr." 
 
"Untersuchen Sie die Primärdaten der Sensorspur. Und checken Sie Bioquelle der Quelldatei.", kam es mit fester Stimme von Yvonne Renard, die sich mittlerweile aus Skylas Umarmung gelöst hatte. 
 
Tara Kells Finger flogen über die Konsole, ihr Gesicht verriet ihre Anspannung. Sie schüttelte hektisch den Kopf.
 
"Die von der Odyssey übermittelte Quelldatei der Asura Spur ist leer! Wir müssen seine Biodaten manuell aufnehmen, wenn wir ihn beamen wollen." berichtete Tara.
 
Fiona und Yvonne tauschten einen überraschten Blick! Der verschlagene Halunke! Er hatte verhindern wollen, dass er hergebeamt wird! Aber warum? Skyla aktivierte ihren Kommunikator.
 
"Lyma an Cpt. Chekov. Captain, Sie haben Ihr Schiff gleich wieder für sich alleine. Wir brauchen fünf Raumanzüge und den schnellsten Weg zum Hangar der Odyssey." 
 
In diesem Moment öffnete sich die Tür und Mara Jade betrat in voller Montur den Raum, zwei weitere Raumanzüge unter die Arme geklemmt. Sie warf den Neuankömmlingen einen frechen Blick zu und reichte Sky ohne hinzuschauen einen der Anzüge. "Ich trag zwar lieber was figurfreundlicheres, aber da drüben soll es ja recht ungemütlich sein." Mara warf einen weiteren Blick in die Runde. "Ihr habt doch nicht im Ernst geglaubt, dass wir CAT und Chrysla auf der Odyssey verglühen lassen?"
 
"Und zuerst finden wir Nirrod! Ende der Diskussion!", erklärte die Commodore, während sie sich in den Anzug zwängte. 
 
*^*^*^*END*^*^*^*Monitoring_Log_USSKorelev758C483554DVK *^*^*^*END*^*^*^*
 
Das Bild fror ein. Gaspar genehmigte sich einen weiteren Zug aus der Wasserpfeife. Das war es also! Die Commodore war wirklich so tollkühn gewesen, das sterbende Schiff erneut aufzusuchen! Gaspar zollte ihr im stillen Respekt. Es waren immer zwei Dinge: Zu sagen, dass man für seine Crew einstand und es dann wirklich auch zu tun, waren etwas völlig anderes. 
 
Der weiße Rauch umgab ihn mittlerweile wie ein Kokon aus Watte. Gaspar war kein Kettenraucher, das nicht. Aber er genoss zuweilen die samtige Schwere die die Wasserpfeife in ihm auslöste.
 
Er legte das Padd zurück auf den Korelev Stapel. Er musste ein wenig suchen bis er das Nächste gefunden hatte; das Padd mit den Aufzeichungen des Hangars der Odyssey. Er aktivierte es. Die Datei, die er suchte, war keine Videoaufzeichung sondern eine Wiederherstellung der Raumanzughintergrunddaten. Also Audio only. Das lag an der fehlenden Energie der Odyssey. Die Überwachungsmodule waren zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr aktiv.
 
Er suchte den entsprechenden Moment und aktivierte die Audiokanäle.
 
 
*^*^*^*^*^*^*RAWDATA_Audiolog_Spacesuit_114K_45612TRV *^*^*^*^*^*^*
 
Ort: USS Odyssey, Deck 5, Hauptshuttlerampe 1
Zeit: MD 2.2333
 
Der Hangar der Odyssey lag völlig ausgestorben vor ihr, ohne Energie, nur noch Restsauerstoff, blockierte Hangartore, die Schwerkraft war ausgefallen. Lt. Fiona MacKenzie stolperte mit einem Trikorder bewaffnet zurück in den großen Hangar. Mara nickte ihr durch den Anzug zu und bearbeitete die sylenische Yacht der Commodore weiter. 
 
"Und?"
 
"Keine elektronische Spur zu finden." Die Sicherheitschefin seufzte innerlich. "Ich habe alles um unsere letzte Position hin abgesucht."
 
"Vermutlich versteckt er sich. Kompliment, er will wirklich nicht gefunden werden."
 
"Ich vermute er benutzt Störsignale um sich in irgendeinem kleinen Labor abzuschirmen. So finden wir ihn nie.", berichtete Fiona, während sie sich weiter unbehaglich umsah. Es war allen ein Rätsel warum der Asura sich mit so einer Akribie vor ihnen verbergen wollte. Was war sein Plan? Es war unmöglich die Odyssey zu retten. Zog der kleine Ingenieur den Freitod vor? Was heckte er aus? Oder gab es etwas, was sie nicht in Betracht zogen?
 
"Was neues?", fragte die Kommandantin der Odyssey, während sie die Gangway des LAUs herunterschritt. 
 
"Negativ."
 
In kurzen Sätzen erklärte Fiona Skyla die Situation. Die Sylenerin schloss kurz die Augen und ballte die Fäuste. 
 
"Wir müssen handeln. Das Schiff wird bereits von Carraya angezogen!", drängte Mara Jade. "Die Anziehungsgeschwindigkeit steigt exponentiell je weiter wir in das Schwerkraftfeld des Planeten kommen. Die Odyssey wird abstürzen und wir sollten dann von Bord sein."
 
"Denkst du, das weiß ich nicht?!", kam es frostig von Skyla. Sie funkelte Jade an, die davon allerdings völlig unbeeindruckt war. CAT war fit und jederzeit bereit das Schiff zu verlassen. Chrysla, das war die Sache von Sky. 
 
"Wir müssen gehen...uns läuft die Zeit davon!", drängte Mara weiterhin. 
 
"Wir können ihn doch nicht hier lassen!", ereiferte sich nun auch Fiona. Die Schottin war einen Schritt nach vorne getreten und blickte Skyla Lyma direkt an. Eine so offene Geste hatte sie bisher vermieden. Die Sylenerin betrachtete sie kurz und nickte langsam und bestätigend um dem Mut ihrer Offizierin Anerkennung zu zollen. 
 
In diesem Moment wehte ein metallisches Ächzen durch die Halle. Das Geräusch stieg immer weiter an - um dann ganz plötzlich abzubrechen. Maras hatte sich sofort umgedreht aber in der Dunkelheit des leeren Hangars und durch die erschwerte Sicht des Raumanzugs konnte sie die Quelle des Geräusches nicht identifizieren. Die Helmlampen tanzten suchend mit den Blicken umher. 
 
Skyla sagte nichts sondern schaute Fiona einfach an. Es gab nichts zu sagen. Die Situation sprach für sich. Wenn sie jetzt nicht flogen würden sie nie mehr fliegen. Sie hatte Verantwortung für alle Crewmitglieder. Nicht nur für Nirrod. Die Sylenerin hatte genug Taktgefühl, um die Schottin wegen ihres Wutausbruchs nicht zu demütigen. Fiona schaute ein letztes Mal wie betäubt über die Schulter. Eine Hand legte sich darauf und drückte sie sanft in die Richtung des LAUs. Jetzt zählte die Verantwortung gegenüber vielen mehr als gegenüber einem einzelnen. Die Bürde des Kommandos. 
 
Als alle anderen drin waren blieb Skyla Lyma kurz stehen und gestattete sich selbst einen kurzen Moment. Ihr Blick ging zurück und huschte wahllos durch den menschenleeren Hangars ihres ehemaligen Flaggschiffs und verlor sich zwischen den vielen kleinen Einzelheiten. 
 
Plötzlich bückte sie sich. Direkt vor ihr war offensichtlich eine der kleinsten Cargoboxen am Boden zerschellt. Das Metall war in alle Richtungen zerborsten. Einer Eingebung folgend griff sie nach einem der Seitenbleche, das unter ihrem Griff ein weiteres Mal entzweibrach. Ihre Augen wurden größer als sie auf der Rückseite das kleine Logo der Odyssey entdeckte. Ihre Faust schloss sich um das Stück Metall und die Eiskönigin der fünften Flotte hatte Schwierigkeiten nicht emotional zu werden. Sie steckte diese letzte Erinnerung ein und betrat das sylenische LAU ohne sich ein weiteres Mal umzudrehen. 
 
Ihre Zeit war abgelaufen.
 
*^*^*^*END*^*^*^* RAWDATA_Audiolog_Spacesuit_114K_45612TRV *^*^*^*END*^*^*^*
 
 
Hier endete die Audioaufzeichnung. Gaspar beendete das Programm und starrte eine Weile auf das Logo der Galavant, was auf der anderen Seite des Raums an seiner Wand hin. Die Entscheidung einen Offizier dem Tod zu überlassen musste unglaublich hart sein. Er hoffte inständig nicht in diese Situation zu geraten, auch wenn er wusste, dass es höchstwahrscheinlich irgendwann passieren würde. In jedem Kommandotraining kam dies auf einen zu. Die Realität aber, die wollte man niemals erleben müssen, wusste aber - sie kam. 
 
Er lehnte sich zurück. Die Commodore, ihre Erste und Zweite Offizierin und ihre Sicherheitschefin waren also an Bord des sterbenden Schiffs gewesen und hatten die Suche nach dem Chefingenieur abgebrochen und die sylenischen Kreuzer geborgen. Er fragte sich was hinter diesen Schiffen steckte, dass die Commodore höchstpersönlich diese Aktion anführte aber je länger er drüber nachdachte, umso weniger wollte er die Wahrheit wissen. Das grenzte an interstellare Politik - ein Thema aus dem sich Gaspar so weit wie möglich raushalten wollte, auch wenn das im Kontext seines Kommandos auf der Galavant, einem auf Diplomatie spezialisierten Kreuzer, absolut töricht klang. Vielleicht war es gut, dass er den Bericht zusammenfasste und nicht Soraya, der dieses Thema keinerlei Ruhe gegeben hätte. Die Perserin machte aus ihrem Misstrauen der Politik gegenüber keinen Hehl. 
 
Er atmete einmal tief ein und griff zum nächsten Padd.
 
</RPG>
 
 
<SUM>
 
Zeit: MD 4.2223
Ort: USS Galavant, Bereitschaftsraum des Captains
 
Als ranghöchster Offizier ist es nun Gaspars Aufgabe die Ereignisse der letzten Tage zusammen zu fassen. Eine Aufgabe die ihm nicht leicht fällt. Um nichts zu vergessen schaut er sich Aufnahmen der Überwachungskameras und der Sicherheitslogbücher an. 
 
Ort: USS Korolev, Deck 4, Transporterraum 2
Zeit: MD 2.2311 
Sicherheitsaufzeichung aus dem Transporterraum der Korelev. Die Crew um Skyla Lyma kann drei von vier Offizieren die noch an Bord der Odyssey sind an Bord beamen. Ensign Nirrod fehlt, zu ihrer Bestürzung. Ohne lange zu überlegen brechen die Senior Offiziere zu seiner Rettung auf. 
 
Ort: USS Odyssey, Deck 5, Hauptshuttlerampe 1
Zeit: MD 2.2333
Logbuch des Spacesuits von Skyla Lyma: An Bord der zermalmten Odyssey ist keine Spur von Ensign Nirrod zu finden. Das Team muss seine Suche abbrechen. Sie schaffen es immerhin die beiden sylenischen LAUs, CAT und Chrysla, aus dem angeschlagenen Hangar zu retten. 
 
 
</SUM>
 
Submitted by
 
 
LtCmdr. Soraya Alizadeh
EO USS Odyssey
Aka
Linda
 
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop


The Odyssey Era - Teil 5 Kriegerprinzessinnen?

Ratana Tiru
 

Hier kommt Teil 5 der Odyssey Era - wieder mit tatkräftiger Unterstützung durch Phil. 

Den heutigen Titel - den ist Mo schuld. :P 

Weiterhin viel Spaß beim Lesen,

Ratty 

<rpg>

Ort: IKS Kinzhar 
Zeit: MD 02.0245

Sie gab einen krächzenden Laut von sich. Die Trägheitsdämpfer des Schiffes hatten nicht richtig funktioniert und sie gegen die gegenüberliegende Wand geschleudert. Die entscheidenden Sekunden sich zu orientieren, in diesen waren diesmal die Klingonen schneller als sie gewesen. 

Nur ihre Reflexe bewahrten sie vor einem gespaltenen Schädel und nur der jahrelange Drill sofort zu reagieren vor einem weiteren, wahrscheinlich ebenso tödlichen Hieb. Zuerst drehte sie den Kopf mitsamt Schulter weg und das Bat'hlet traf die Wand, dann bog sie die Schultern in den Boden, streckte die Hüfte nach oben und rammte ihre Beine in den Unterleib des Klingonen, der die Waffe bereits zum nächsten Schlag ansetzte. Keuchend und knurrend taumelte dieser zurück, verschaffte der Orioni die entscheidenden Sekunden, um auf die Beine zu kommen und den Phaser zu ziehen. Ihr Blickfeld war verschwommen, irgendetwas lief ihr ins Auge. Trotzdem drückte sie im Automatismus ab. 

Ihr Schuss traf den Krieger in die Brust, er taumelte und es bedurfte einem weiteren Abdrücken bis er zu Boden ging. Ratana, die keine Überraschungen wollte, drückte ein drittes Mal ab. Einen kurzen Moment gab sie sich Zeit sich zu orientieren. Sie hörte Phaserfeuer, zwei Strahlen zischten an ihr vorbei. Irgendetwas fiel dumpf zu Boden. 

Erneut versuchte sie klarer zu sehen und stellte fest, dass ihr ein Rinnsal grünen Blutes in ein Auge lief. Tastend stellte sie fest, dass sie sich einen Cut über der Augenbraue zugezogen hatte. Der Hieb des Bath'lets hatte sie anscheinend sehr knapp verfehlt. Es war nicht mehr als ein etwas tieferer Kratzer. 

"Alles ihn Ordnung Ma'am?", fragte sie ein Lance Corporal von Trill, während der andere Marine des Fireteams sicherheitshalber die getroffenen Klingonen überprüfte. 

"Ja, mir geht es gut," antwortete sie. Dankend nahm sie ein Stück Mull an, dass der Marine aus seiner Kampfausrüstung zog und wischte über die Augenbraue. Mit etwas ausgeübten Druck würde die Stelle schnell aufhören zu bluten. 

"Ausschwärmen und sichern Lance Corporal..." 

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"Die Schilder werden erneut penetriert!" Cals Stimme schnitt durch die stickige Atmosphäre der Brücke. 

"Alle Energie in die Schilde!" Amun bellte den Befehl und hob sich aus dem Kommandosessel. 

[Wieeeeeeeeeehoooooooooooooooo - Wieeeeeeeeeehoooooooooooooooo - Wieeeeeeeeeehoooooooooooooooo- ......] der Alarmton erklang erneut. "Zu spät, Captain!" Cal hob den Blick. Drei grüne Lichtpunkte erschienen auf der Brücke. Innerhalb eines Augenblicks sammelten sich um die großen Punkte viele kleine und schließlich materialisierten sich drei Klingonen auf der Brücke. 

Gut trainiert zogen No'kil und Amun ihre Phaser und eröffneten das Feuer. Gebündelte Lichtstrahlen suchten sich kreischend den Weg zu ihren Zielen. Der Acamarianer traf, der erste Klingone brach unter schweren Betäubung zusammen. Der Schuss des Halbklingonen endete in einer Seitenverkleidung neben dem Hauptschirm der Brücke. Funken sprühten. Im aufsteigenden Kampffieber warf No'kil seinen Phaser von sich und zog sein D'k tahg aus dem Stiefel. Dann sprang er hinter seiner Konsole hervor und schwang die Waffe als er mit den linken Arm den Hieb seines Gegners abwehrte. Dann brach ein dritter Strahl eines Föderationsphasers sich seine Bahn, verfehlte knapp Amun und zerstörte die Kommunikationskonsole. 

=^= 

Amun hieb dem Klingonen den Griff des Bat'leths ein weiteres Mal in den Bauch und dieses Mal verdrehte der Klingonen die Augen. Mit einem Stöhnen kippte er krachend auf die Eisengitter des Bodens. Der faule Gestank von Moschus und klingonischem Schweiß blieb in den Luft stehen und ließ dem temporären Captain des Schiffes die Nase rümpfen. Amun blickte zu No'kil und sah, dass auch dieser seinen Gegner bezwungen hatte. Mit der rechte Hand strich er sich eine verklebte Haarsträhne aus dem Gesicht. Er wollte gerade ansetzen, da hörte er Cals bebende Stimme erneut. 

"Zweite Welle!" dieses Mal erschienen fünf Lichtpunkte. Amun nickte kaum sichtlich und hörte No'kils Knurren. Sie würden das schaffen. Ehe die Lichtpunkte sich komplett materialisierten, hörte Amun noch kurz aufeinanderfolgenden Klänge und bevor Cal tat, was er tat, begann Amun laut zu schreien. "Deckung!"

Die Klingonen materialisierten sich und wurden innerhalb des nächsten Moments von der räumlich begrenzten Explosion eines Phasers getötet. Weitere Konsolen und Elemente der Wandverkleidung wurden bei der Explosion zerstört. 

Amun lugte hinter dem Kommandosessel hervor, hinter den er sich schützend geworfen hatte. "Bericht!" brüllte er, sah aber gleich, dass sowohl No'kil als auch die weiteren Brückenoffiziere sich aufrichteten. Der Counselor blickte hinter der Sensorenkonsole hervor. "Keine weiteren Transporterstrahlen auf uns gerichtet." berichtete er. "Schilde sind wieder oben."

Beißender Rauch zog sich seine Bahn durch die Brücke.

"Es sind noch weitere Enterungstrupps auf dem Schiff. Zahlreiche Schäden auf dem Schiff, inklusive der Brücke." Cal blickte zu Amun, als er den Bericht endete. 

"Können die Brückenfunktionen in die verbliebenen Konsolen transferiert werden?" der Psychologe musste sich nicht bemühen, den Unterton in Amuns Satz zu hören. Vielleicht war die Art, sich durch die Explosion eines überladenden Phasers in einem geschlossenen Raum zu retten, nicht die eleganteste gewesen. 

"Ja, alle Brückenfunktionen können transferiert werden. Bei allem gebotenen Respekt, Ensign. Wenn sie wollen, dass ich die Föderation auf meine Art verteidige, dann geben sie mir ein Verhörzimmer." //.. und ein Skalpell// Cal hob seinen Blick wieder von der Konsole und blickte Amun in Erwartung weiterer Befehle an. 

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Ratana Tiru hatte sich in einem schnellen, ersten Überblick den Schauplatz des Gefechtes vorm Maschinenraum angesehen. Es waren insgesamt sechs Klingonen gewesen, die die Marines hatten ausschalten können. Es gab nur einen Verlust auf ihrer Seite, einen jungen Private, den sie erst vor zwei Tagen kennengelernt hatte und der unerfahren wie er gewesen war, den Klingonen versucht hatte im Nahkampf entgegen zu treten. Er hatte nicht mal sein Kabar ziehen können, bevor ihn das Mek'leth tödlich getroffen hatte. Die Orionerin konnte nichts mehr für ihn tun, außer zwei Marines zu bitten ihn auf die provisorische Krankenstation zu bringen und abzudecken. 

Gedankenverloren nahm sie das Mek'leth aus der Hand des ebenfalls toten Klingonen und wischte es an ihrer Hose ab. Nichts senkte die Moral so sehr wie rotes Blut auf silbernem, klingonischen Stahl. 

"Ma'am," meldete einer der beiden Lance Corporal, die vorhin zu ihr gestoßen waren. "Ich habe gerade Meldung bekommen, dass sich anscheinend weitere Klingonen an Board beamen konnten. Anscheinend gibt oder gab es einen Kampf vor der Brücke. Die internen Sensoren sind hinüber."

Sie wusste was dies bedeutete. "Wir müssen das Schiff durchkämmen und sichergehen, dass sich nicht noch mehr rübergebeamt haben. Geben Sie den Befehl weiter. Suchen, festsetzen, ausschalten." Mit einer ruckartigen Bewegung steckte sie sich das Mek'leth hinten in den Bund der Hose und griff nach dem Phasergewehr. Rasch wechselte sie die Energiezelle. 

Der Melder lief los, um die anderen Teams zu informieren. Ratana schloss sich dem Fire-Team an, welches ihr vorhin zu Hilfe gekommen war. 

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Auf der Brücke hatte das letzte Aufgebaren des gegnerischen Schiffes seine Spuren hinterlassen. Cal Mannix, noch immer geprägt von den letzten Minuten, scannte mit einem Tricorder den Oberarm einer der beiden Brückenwachen. "Nur ein Streifschuss," resümierte er. //Nur...für den Anderen konntest du nichts mehr tun....// Der zweite Marine war den anstürmenden Klingonen zum Opfer gefallen. 

Ensign Amun hatte erneut im Kommandosessel platzgenommen und wartete auf die Berichte aus den anderen Bereichen des Schiffes. Interne Sensoren und interne Kommunikation waren noch immer offline. Die zur Technik abgestellten Crewmitglieder arbeiteten fieberhaft an der Wiederherstellung. Bisher war nicht klar, ob noch Klingonen an Bord waren. Zwar war ein Melder der Marines im Schiff unterwegs und hatte gemeldet, dass es keine weiteren feindlichen Kräfte mehr gab, aber es existierte noch keine Rückmeldung von Tiru persönlich. Wahrscheinlich räumte die Marine mit auf und machte sich ein umfassendes Lagebild. 

"Die externe Kommunikation ist wieder online...." meldete der Vulkanier. "Die Korelev ruft uns." 

"Auf den Schirm," befahl der TAK und einen Moment später erschien das eisige Gesicht von Commodore Lyma. 

"Alles in Ordnung bei Ihnen Ensign?," kam es von der Sylenerin. 

"Wir lecken unsere Wunden Ma'am, aber wir konnten den dritten Gegner kampfunfähig machen. Das Schiff treibt im All, wir können keinerlei Lebenszeichen mehr an Bord erfassen. Anscheinend ist
die Lebenserhaltung ausgefallen und die Energie zusammengebrochen. Wir hatten Enterteams an Bord, konnten diese aber ausschalten. Alles in Allem ist unser Kahn ziemlich hinüber, fliegt aber noch." 

Lyma nickte. "Schaffen Sie es nach Hause?," bohrte sie nicht ohne Grund nach. Sie wollte, dass die Kinzhar sicheren Föderationsraum erreichte und die aktuelle Lage weitergab. Lyma selbst hatte vor mit der Korelev zurück zur Odyssey zu fliegen. Dort war die Schützenhilfe des funktionierenden Föderationsraumschiffes mehr wert als der bald auseinander fallende Beutevogel. 

"Ich glaube schon Ma'am. Wir führen bereits erste Reparaturen durch." 

"Gut. Nehmen Sie Kurs auf Starbase 24. Die Sternenflotte muss über die Lage umfassend informiert werden. Das ist Ihr Job Ensign. Ich fliege zurück ins Carraya System. Mein Schiff braucht mich...." 

Amun nickte. Er hoffte, dass er damit nicht der Überbringer schlechter Nachrichten war oder er sich wie der sprichwörtliche Läufer von Marathon auf dem Weg dorthin zu Tode lief."Aye, Ma'am."

"Viel Glück Ensign, Korelev Ende." Der Bildschirm wurde wieder schwarz. 

"Die Korelev ist auf Warp gegangen", meldete die Sensorenstation. 

Amun atmete kurz durch und ging das weitere Vorgehen durch. "Nok'il, setzen Sie einen Kurs auf Starbase 24. Nehmen Sie die vertretbarste Geschwindigkeit. Die Technik soll schauen, dass sie den Vogel zusammenhält." 

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Das rötlichbraune Licht, das in den Gängen des Bird of Prey jeden noch so kleinen Schottvorsprung oder jede Kante in eine dunkle Ecke verwandelte und das den in den Gängen stehenden Rauch und die Hitze noch unerträglicher erschienen ließ, sorgte dafür, dass den beiden Lance Corporals der Schweiß auf der Stirn stand und in dicken Bahnen unter dem Körperpanzer nach unten lief. 

Die Orionerin, gar nicht gerüstet und Hitze gewöhnt, lauschte angestrengt in die diffuse Dunkelheit. Gerade eben hatten sie einen Krieger ausgeschaltet, aber da musste noch mindestens ein zweiter sein. Sie hatte einen zweiten Schatten bemerkt, der sich zurück zog. Lauern war nicht klingonisch, blinde Attacke aber auch nicht. Hier fand gerade ein die Spannung siedendes Katz- und Mausspiel statt, bei dem keine Seite genau wusste, wem welche Rolle oblag. 

Langsam, Schritt für Schritt, arbeitete sich das Fire-Team vor. Sie versuchten alle Seiten abzudecken. Hier gab es keine Türen, die man mehr ohne den richtigen Code öffnen konnte, der Korridor war lang, aber verschachtelt. Ratana hoffte, dass sie den Krieger in Richtung eines weiteren Fire-Teams trieben, das auf demselben Deck unterwegs war. Statt offener Konfrontation war ihr das gerade bedeutend lieber. Ihre Muskeln begannen vor Anspannung zu schmerzen. Das Gewehr, immer feuerbereit angehoben, lag schwer in ihren Händen. Die Lampe war ausgeschaltet, da sie nicht nur ihre Position verraten würde, sondern auch in diesem nebeligen Umfeld vollkommen unwirksam war. 

Zu ihrer Verwunderung stand die Tür zur Bordküche offen. Eventuell war das vom beschädigten gegnerischen Schiff herübergebeamte Team dort gelandet und hatte von dort den Ausbruchsversuch gestartet, den sie gerade zurückgeschlagen hatten. 

Die Orionerin hob eine Hand, was dazu führte, dass alle stehen blieben. Ihre Finger formten eine Tür in der Luft und weiter die Anweisung, dass einer der beiden Marines ihr folgen, der andere absichern sollte. 

Die Schulter an der Wand glitt Ratana vorwärts. Sie atmete dreimal kurz durch und warf sich dann unter der Deckung des anderen Marines in den Raum. Sofort zischten Disruptorenstrahlen durch die Küche, trafen an Töpfe und Pfannen. Sie merkte, wie sie auf etwas ausrutschte, kurz die Koordination verlor, nutzte dann aber die Feuchtigkeit auf dem Boden, um auf den Knien in die nächste Deckung, eine Arbeitsplatte, zu rutschen und schnell den Raum zu sondieren. 

Da war jemand. Ein Feind in der hinteren Ecke. Auch der zweite Marine hatte es in den Raum geschafft. Er kauerte hinter einer Vorratskiste, den Phaser in der Hand. Sie nahm Blickkontakt auf, machte eine Bewegung, die andeuten sollte, dass dort ein Gegner war. Der junge Bajoraner nickte und erwiderte die Geste. Auch er hatte etwas gesehen. 

Sie musste den Gegner da rausbekommen, dazu provozieren die Position zu ändern. Den Jungen konnte sie nicht vorschicken, das würde er nicht überleben. Der alte Trick etwas zu werfen kam ihr in den Sinn, aber sie verwarf ihn wieder. Es musste ein lohnenswertes Ziel sein und sie musste näher ran. 

Die Marine drosselte ihre schneller gewordenen Atembewegungen. Ein Zeichen machte dem Lance Corporal klar, dass er auf ihr Kommando an beginnen sollte zu feuern. Sie legte das Gewehr an und rutschte hockend, mit dem Rücken angelehnt an dem Küchenblock entlang. Sie wollte an dessen Ende gelangen und von dort aus feuern. Eventuell würde der Feind daraufhin aus der Deckung kommen und der Bajoraner hatte eine Chance. Langsam kroch sie angepresst weiter. 
Dadurch verlor sie für einen Moment den Blick auf ihr Ziel. 

Ihr wurde klar was passierte, als der Bajoraner anfing wild zu feuern. Der Krieger hatte seine Chance gewittert und hechtete auf ihre Deckung zu. Klirrend flogen Einrichtungsgegenstände vom Küchenblock, die das Schlingern des Bird of Prey bisher überlebt hatten und rauschten über sie hinweg, ein Körper folgte als dunkler Schatten und landete unmittelbar vor ihr. 

Die Lageänderung war im Feld gefürchtet, aber mehr an der Regel als die Ausnahme. Kämpfe waren dynamisch und die Orionerin hatte die meisten Gefechte dadurch überlebt, sich schnell auf Lageänderungen einzustellen. Sie wusste instinktiv, die Zeit das Gewehr zu drehen und auf dem beengten Raum zu feuern, fehlte ihr. Sie riss den Lauf des Gewehres hoch bis es waagerecht vor
ihr war, wie eine Barriere zwischen sich und das was kam und im nächsten Moment knallte die Klinge eines Mek'leth auf das Duranium des Gewehrlaufes. Die Steuereinheit des Gewehrs barst unter lautem Knirschen und machte dieses als Schusswaffe unbrauchbar, dämpfte aber den Aufprall der Waffe soweit, dass Ratana in der Lage war das Mek'leth mitsamt dazugehöriger Klingonin von sich zu stoßen. 

Im nächsten Moment wurde der Bajoraner in ein Feuergefecht verwickelt. Da war noch ein Klingone im Raum! Phaserpulsfeuer und Disruptorschüsse huschten über die Köpfe der kämpfenden Frauen. 

Ratana, durch Aufprall und anschließende Verteidigung auf dem Rücken gelandet, verpasste der Klingonin einen schnellen Tritt gegen ein Knie und schaffte es, diese wieder von den Beinen zu räumen. Leider fiel die Kriegerin genau neben sie. Die beiden Frauen waren nun gezwungen am Boden liegend um das eigene Überleben zu kämpfen. Es hagelte einige Tritte und Schläge, der Knauf des Mek'leth traf Ratanas Nase, diese knirschte laut hörbar, eine Faust der Orionerin beförderte einen Schneidezahn der Klingonin in die Weite der Küche. Heftige Schläge wechselten sich ab, die die Kriegerin daran hinderten das Mek'leth zu drehen oder die Marine ihr Messer zu ziehen. 

Keiner von Beiden kam auf dem rutschigen Untergrund während dieses Gerangels auf die Füße und so hatte Ratana es zwar nach einigen äußerst heftigen Schlägen geschafft nach dem Kabar im Stiefel zu greifen, aber verlor dieses, weil die Klingonin dieses mit dem endlich gedrehten Mek'leth traf und es ihr aus der Hand schlug. Dafür landetete Ratanas angewinkelter Ellenbogen im Bauch der Kriegerin. Ein stechender Schmerz fuhr zeitgleich über ihren Beckenkamm, sie ignorierte diesen aber und rammte der Klingonin erneut den Ellenbogen in die Rippen und ein Knie in den Bauch. 

Dies sorgte aber nur für kurze Entspannung der Lage, denn die Orionerin wusste: Ihre einzige Waffe befand sich hinten im Bund ihrer Hose. Das Kabar war fortgeschleudert, das Gewehr zerstört und den Phaser hatte sie wohl beim Sturz hinter den Küchenblock verloren. Sie musste genügend Distanz zwischen sich und die Klingonin bekommen, um das Mek'leth ziehen zu können. Ihre körperlichen Kräfte würden nicht mehr all zu lange ausreichen, ihr Gesicht schmerzte, ihr Blick trübte sich ein, weil der Cut über dem Auge wieder angefangen hatte zu bluten und das andere Auge bedingt durch einen Treffer der Klingonin begann zuzuschwellen. Sie nahm alle Kraft und Körperspannung zusammen, ignorierte den brennenden Protest des Schmerzes an ihrem Becken.  

Mit katzenhafter Körperbeherrschung trat sie mit der Stiefelsohle gegen das erneut zum Stich geführte Mek'leth, überbrückte die Distanz zur Klingonin, indem sie sich mit den Schultern und dem Rücken vom Boden abstieß und rammte ihren Schädel unter das Kinn der Kriegerin. Dumpfer Schmerz schoss durch Kopf und Wirbelsäule. 

Überrascht über die Gelenkigkeit ihrer Gegnerin und durch den Stoß aus dem Gleichgewicht gebracht, taumtel die Klingonin soweit zurück, dass Ratana sich durch einen Tritt gegen den Küchenblock auf dem rutschigen Boden ein Stück davon schieben konnte, etwas Gripp auf dem Boden fand und sich ins Sitzen hochdrückte. 

Das nächste was die erneut angreifende Klingonin wahrnahm, war das durch die Luft sausende Mek'leth, welches Ratana gezogen und auf den über sie gebeugten Oberkörper ihrer Gegnerin gerichtet hatte. Die Klinge traf das vom Körperpanzer ausgesparte, üppige Dekoletté der Kriegerin. Keuchend sackte die Klingonin, ebenfalls das Mek'leth zum Stich ausgestreckt an der Klinge hinab und auf die Orionerin. Erneut fuhr ein unglaublicher Schmerz durch ihren Körper, als die Klinge ihre Schultermuskulatur oberhalb des Schlüsselbeins durchstach, bevor die Gegnerin die Kraft verließ, endgültig zusammensackte und die Marine unter sich begrub. 

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"Kümmern Sie sich um die Verletzten, Counselor!" Amun nickte Cal zu. Kommentarlos stand Mannix auf, schnappte sich seinen medizinischen Tricorder und verließ die Brücke. Der Counselor bahnte sich den Weg durch die Schotts des klingonischen Bird of Preys. Er wich den technischen Teams aus. Sein Ziel waren die Marines, die mit Ratana in Kampfhandlungen verwickelt waren. 

=^= 

Surrend fuhr der Sensor über den Konturen des Lance Corporal. Aus einem Reflex heraus hatte er natürlich zuerst die Marine Captain untersuchen wollen, doch die hatte sich gewehrt und ihn angewiesen, erst ihre Mannschaften zu behandeln. Er hatte sich einen kräftigen Trill ausgesucht, der ihm assistierte. 

Ratana, gestützt von einem Marine, sah aus als wenn sie nicht nur in einem besonders intensiven Kampf gesteckt hatte, sondern auch so, dass sie diesen fortsetzen würde, wenn Mannix sich nicht zuerst um ihre Untergebenen kümmern würde. 

"Zwei Einheiten Spolak und dann wird der Marine hier wieder fit!" befahl Cal dem Trill. Dieser lud das Hypospray und entlud es am Hals des Marine. Nickend sicherten sich beide Männer zu, dass sie niemals darüber sprechen würden, dass der eine dem Anderen Schmerzmittel aus Tribblegenen verabreicht hatte, dass neben Sedierung auch Wohlfühlhormone im Hirn aktivierte. Der verletzte Marine würde sich in den nächsten Minuten fühlen, als würde er 8 jährig am Tisch mit seiner Großmutter sitzen, die ihm warmen Apfelkuchen und heiße Schokolade mit einer extra Portion Sahne serviert hatte. 

Cal beobachtete die beiden aus den Augenwinkel und wandte sich dann Ratana zu. "Alle versorgt." sagte er abwehrend und aktivierte den Scanner erneut. Diesmal scannte er nicht den ganzen Körper, sondern nur die Wunde, in der noch immer die Klinge der Klingonin steckte. Cal schloss den Tricorder, schnappte sich ein Hypospray und lud es mit einem wundverschließenden Serum. Er blickte und Ratanas Schulter und erhöhte erneut die Dosis. Dann entlud er da Hypospray an drei Stellen um ihre Wunde herum. 

Er aktivierte den Trikorder erneut und erkannte, wie auch schon beim ersten Scan, dass keine wichtigen Gefäße verletzt waren. Die KLingonin hatte nur die Schultermuskulatur getroffen. Es war sprichwörtlich eine Fleischwunde. Klackend schloss sich der Trikorder. 

"Das wird jetzt vielleicht ein bisschen ziehen, aber für Marines sicher gar kein Problem." Cal ließ die Gelenke seiner Finger knacken, legte die rechte Hand um den Griff der Waffe und zog daran. 

Ein Schmerz wie Säure, die sich blitzschnell durch alle Nervenbahnen ausbreitete und immer ätzender wurde, bereitete sich im Körper der Orioni aus. Ihre Augenlider pressten sich zusammen, der Mund öffnete sich weit. Alle Muskeln spannten sich an und verhinderten so ihren Schrei, nur die Luft aus ihrer Lunge ströhmte zischen durch ihren Mund, bis auf den letzten Rest. Dann kapitulierte ihr Körper vor dem Schmerz und Ratana wurde kurz bewusstlos. Der Marine, der sie gestützt hatte, ließ sie langsam zu Boden gleiten. 

Cal blickte auf die aus den Schultern gezogene Klinge und legte die Zeige- und Mittelfinger der freien Hand an den Hals der Marine. "Hm," brummte er. Der Counselor gab die Klinge an den nächsten freien Marine. Die Wunde blutete nicht, die Schuppen der Haut fanden über den Wunde in minimalen kleinen Fäden zusammen. 

"War das Absicht?" die dunkle Stimme eines Marine erreichte Cal. 

"Naja.." der Counselor lud das Hypospray mit einem den Kreislauf stabilisierenden Serum und verabreichte es ihr. "Sie ist nicht lange weg." 

"Sollen wir sie umdrehen?" 

"Auf keinen Fall. Besorgen Sie eine Trage und überlegen Sie sich, wie Sie Ihre Captain transportieren. Bis wir wieder auf der Odyssey sind, muss sie auf dem Bauch liegen." Wie Bienen, die ihre Königin schützten, wuselten die Marines los.

Cal legte seine Hand auf ihren Kopf und er sah, wie sie mit ihren Augen blinzelte. Sie wurde langsam wieder wach. 
"Nicht umdrehen und ganz langsam wach werden. Du bist bis in den hinein Rücken verletzt, aber ich habe hier nicht alle Mittel um dich vollständig zu versorgen. Und sorry, dass es mehr wehtat, als gedacht.." 

<rpg>

<sum> 

Ort: IKS Kinzhar 
Zeit: MD 02.0245

Die IKS Kinzhar hat mehrere Probleme gleichzeitig - Klingonen haben sich an Bord gebeamt und einige Schiffssysteme fallen der Verteidigung zum Opfer. Aber die Enterung kann sowohl auf der Brücke als auch in der Küche abgewehrt werden. Die Korelev mit Commodore Lyma schickt die Kinzhar Richtung Starbase 24 und fliegt selbst zurück nach Carraya. 

</sum> 

Submitted by 

Lt. Cal Mannix und MCpt. Ratana Tiru 

Phil und Ratty

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