Date   

Dreimal Gold

Mortimer Bishop
 

Hallo zusammen!

Im Anhang ein sehr besonderes Copo von Effi, Mac und mir. Hat mich persönlich sehr gefreut!
Vielen Dank und viel Spaß beim lesen!

Lieben Gruß
Mo

<RPG>

Zeit: Eine Stunde vor Silvester (UTC)
Ort: USS Aktune, Holodeck III
Programm: Crown_House_ALPHA_RED

Die gläsernen Flügeltüren zum Anwesen öffneten sich ohne Unterlass.

Immer noch strömten weitere Gäste, in Form weitere Hologramme auf das Grundstück. Das herrschaftliche Haus der Familie Vestergaard, einer Familie von reichen Visionären und Förderern, war bereits in den Frühen 2140er Jahren abgebrannt. Seitdem exisiterte das Anwesen nur in dieser Holodeck-Simulation.

Das Atrium selbst war riesig. Wer an der Wendeltreppe aus weißen Marmor vorbei ging, betrat automatisch den Lounge-Bereich. Eins der Separees lag direkt an der gläsernen Front, wo eine kreisrundes Kanapee einen Kamin einrahmte, auf dem ein Rondell aus vulkanischen Orgelpfeifen drapiert worden war. Von dieser Glasfront aus konnte man den gesamten Außenbereich das Areals überblicken - eine athemberaubende Aussicht. Die Tradition besagte, dass an diesem Kaminfeuer nur die Stabsoffiziere der achten Flotte Platz nehmen sollten - Männer und Frauen ab dem Rang Commodore. So wurde es seid Jahren praktiziert.
So wollte es Admiral Esteban Gomez, auch wenn er selbst heute fehlen würde. Wie immer wurde er von seinem OPS vertreten. Commodore Taurik, der Vulkanier mit der gelben Hautfarbe, war gerade in ein wichtiges Gespräch vertieft.

Der Außenbereich wurde gesäumt von einem ovalen Wasserbecken, in dessen Mitte war ein kleiner Podest errichtet worden. Die Luft summte, die Nacht war über Ihnen hereingebrochen. Unter freiem Himmel lies sich hier die Aussicht über die dänische Küstenlanschaft genießen.

Direkt vor dem Podest befand sich ein kleiner Springbrunnen. Eine illustre Auswahl an Offizieren aller Dienstgrade hatte sich hier versammelt. Weiß gekleidete Pagen servierten Getränke aus allen Ecken des Universums. Sie alle hatten eins gemeinsam: Sie waren nicht echt.

Obwohl auch der Springbrunnen nichts echt war, wurde Gaspars Hand nass als er die Hand in das kleine Becken steckte. Er richtete sich langsam auf und rieb sich unauffällig die Hand an der Uniform trocken. Sein Blick fiel erneut in das Wasserbecken des Brunnens. Er betrachete sich unverwandt.

Etwas verloren strich er über seine Wange. Er fühlte sich nackt. Ganz in der Tradition der kanadischen Kriegsmarine des 19. Jahrhunderts rasierte Gaspar sich nur vor und nach einer Mission, was meistens zur Folge hatte das er mit einem braun-rötlichen Vollbart durchs Schiff eilte. Er war groß für einen Menschen. Jeder der mit ihm Eishockey gespielt hatte schob diesen Umstand auf seine kanadischen Gene.

Er hob den Kopf. Der Kanadier fühlte sich in dieser Umgebung nicht besonders wohl. Er war auf besonderen Wunsch hier, eine Tatsache die ihn mehr verwirrt als erfreut hatte. Er beherrschte zwar das kleine Einmaleins des Smalltalks, war aber kein Fan davon. Allerdings war das vorherrschende Thema eh kein angenehmes. Der Krieg war allgegenwärtig. Gerade die Besucher der fünften Flotte genossen viel Aufmerksamkeit. Wie weit war der Krieg? Kämpften sie vielleicht sogar schon auf verlorenem Posten? Besondere Sorge machte man sich um das Carraya System, wie Gaspar bei einem Drink herausfand. Trotz ausdrücklicher Einladung war Cdor. Skyla Lyma bisher nicht erschienen.

"Noch ein Getränk Sir?", wurde er von einem der Kellner angesprochen. Leider nahm dieses Exemplar seinen Beruf so ernst das er in gefühlten zwei Minuten Intervallen alle Umstehenden zu ihrer Getränkelaune befragte.

"Vielen Dank für ihre Mühe, ich hab noch", sagte Gaspar freundlich, auch wenn er sich innerlich dabei erwischte wie er die Augen verdrehte.

Gaspar trank einen Schluck des Getränks, was er noch in der Hand trug. Er musste sich ein wenig zusammenreißen um das Gesicht nicht zu verziehen. Der Drink war so süß das sich sein Hals zusammenzog. Heimlich wünschte er sich ein Bier herbei oder vielleicht ein Getränk das nach Gin oder Tonic schmeckte. Im Idealfall nach Beidem.

"Gefällt es ihnen Commander?", fragte eine leise Stimme. Gaspar fuhr herum und blickte in die Augen des gelbhäutigen Vulkaniers, der ihn zu diesem Event eingeladen hatte. Wie üblich lies es Taurik nicht zu, dass ein Fremder seinen Gesichtsausdruck deuten konnte. Trotzdem kam es Gaspar vor als hätte der Offizier schon länger keine Ruhephase mehr gehabt.

"Sehr schön, danke für die Einladung.", bedankte sich der Kanadier artig, auch wenn ihm immer noch nicht klar war was er auf dieser Veranstaltung sollte. Es war kein vertrautes Terrain.

"Die Deep South Devision hat seid jeher einen sehr speziellen Ruf müssen sie wissen. Wer hier, am anderen Ende der Quadranten, operiert bekommt immer schnell den Vorwurf ein Sonderling zu sein. Das schweißt uns zusammen.", sagte Taurik ohne ein Lächeln anzudeuten.

Bisher war der Kanadier mit dieser Flotte kaum in Kontakt gekommen, er hatte vornehmlich in der fünften und der dritten Flotte operiert. Allerdings war er mit der USS T’shukul bereits mehrfach an den Südgrenzen der Föderation gewesen, das Territorium war also kein Unbekanntes für ihn. Hinzu kam das die ersten acht Flotten häufiger als die restlichen Teile der Armada mitteinander operierten.

Jemand legte die Hand auf Tauriks Schulter. Eigentlich ein grober Fauxpas bei einem Vulkanier - da aber der Großteil der Anwesenden Hologramme waren, störte sich Taurik nicht weiter daran. Stattdessen wandte er sich der blonden Frau zu, die ihn berührt hatte. Gaspar musterte die gut 20cm kleinere Frau neugierig und sah an ihrem warmen Lächeln, dass sie Taurik ganz offensichtlich kannte.

"Commodore Ruthven, schön das sie kommen konnten." meinte dieser mit einem leichten Nicken.

"Danke für die Einladung, es war nicht gerade einfach und ich hoffe sie haben nichts dagegen das ich meinen Bruder mitgebracht habe. Wenn ich schon die Technik seines Schiffes nutze dann sollte ich ihn zumindest mitnehmen." erklärte sie und deutete auf den schwarzhaarigen Mann in ihrer Begleitung.
Gaspar konnte deutlich erkennen das der Mann viel lieber wo anders wäre als hier auch wenn er es gut zu verbergen wusste.

"Captain." nickte Taurik und Shay nickte leicht zurück. Er hatte keinen Plan warum Claudia ihn hier haben wollte, es genügte, dass sie diese Holoverbindung für sich aufbaute, seine Anwesenheit war völlig unnötig. Immerhin war es kurz vor Sylvester und alles was er wollte war so schnell wie möglich die nächste Raumbasis anfliegen. Er brauchte nach dieser Sache mit den Kikonen dringend Urlaub.

Gaspar dagegen fragte sich warum die Commodore überhaupt hier war. Soweit er die Nachrichten verfolgt hatte war sie zum einen in einer völlig anderen Flotte und zum anderen hatte sie vor kurzem erst ihr Flagschiff an die Klingonen verloren. Ob das ein gutes Vorzeichen war das sie hier war?
"Und sie müssen Gaspar Toussaint sein." stellte Shay plötzlich in den Raum und machte Gaspar deutlich das er offenbar einiges an Unterhaltung verpasst hatte. "Shay Ruthven." stellte sich der Mann vor und gab Gaspar die Hand. Ein kurzer feste Händedruck und er hielt den Blick von Gaspar währendessen stand obwohl er nur knapp größer als seine Schwester war.

"Das bin ich. Erfreut ihre Bekanntschaft zu machen." bestätigte der Kanadier während Claudia zusammen mit Taurik langsam davon schlenderte.

"Kennen wir uns? Von der Akademie vielleicht?" fragte Shay mehr um Smalltalk zu machen als aus wirklichem Interesse. Der Platz um den Podest am Springbrunnen wurde immer voller.

"Ich denke nicht. Ich meine auf der Akademie einmal ihren Namen gehört zu haben aber ich glaube sie waren einige Jahrgänge vor mir dran." erklärte Gaspar nachdenklich. "Sie haben nicht zufällig eine Ahnung, warum man uns hier her eingeladen hat, oder?" fragte er dann Shay gerade heraus, der sich ein Glas Whisky von einem vorbei eilenden Kellner geben ließ, und bedauerte dass dies alles nur eine Holosimulation war.

Der Schotte schnaubte und sein Hologramm flackerte leicht als er den ersten Schluck nahm.
"Leider nein, meine Schwester pflegt mich in der Regel vor vollendete Tatsachen zu stellen statt mich vorher in irgendwas einzuweihen. Aber wenn ich mir die Runde so ansehen wird es um den Krieg gehen - wie fast immer in letzter Zeit. Und was war es bei Ihnen? Bekommen sie einen Orden oder sowas?" kam Shay ins plaudern. Es war lange her das er mal andere Gesichter als die der Hephaistos erblickt hatte - von den Kikonen abgesehen.

Gerade als Gaspar zu einer Antwort ansetzen wollte ertönte ein Klingeln das die Gespräche verstummen ließ. Taurik hatte sich aus der Gruppe um Claudia gelöst und stand nun direkt auf dem Podest. Die Menge wurde noch dichter und Gaspar bemerkte erstaunlich viele hohe Dienstgrade unter den Umstehenden.

"Vielen Dank für ihr zahlreiches Erscheinen. Mir ist bewußt das es für einige nicht einfach war heute hier zu sein, daher möchten wir das ganze zwar förmlich aber auch kurz halten." erklärte Taurik in die Runde.

"Wie alle von ihnen wissen durchlebt die Föderation gerade schwere Zeiten. Vielen von Ihnen haben dies bereits am eignen Leib erfahren. Der Krieg gegen das Klingonische Reich zehrt an den Kräften der ganzen Sternenflotte.", begann er mit der Eröffnung.
Er blickte in sehr ernste Gesichter. Quasi alle der Anwesenden hatten bereits Mitglieder der Crew, Freunde und Familie an diesen Krieg verloren. Dabei war er noch nicht mal richtig los gegangen!

"Gerade in diesen Zeiten ist es ein absolutes Privileg von einem Haufen Gleichgesinnter umgeben zu sein. Mutige Offiziere, Erfahrenen Veteranen und furchlosen Soldaten! All das sind sie allesamt! Trotzdem gab es wie immer einige von Ihnen die in der Vergangenheit besonders herausstachen. Ich würde sie bitten einzeln vorzutreten und zu mir aufs Podium zu kommen, wenn ich sie aufrufe.", führte der FKOM OPS der achten Flotte weiter aus.

"Eine Beförderungszeremonie?", murmelte Shay ungläubig. Dafür hatte ihn Claudia hergekarrt? Er blickte unwirsch zu seiner Schwester hinüber. Diese schien seinen Blick gespürt zu haben, denn sie drehte den Kopf um Shay kurz anzugrinsen. Dann stieg sie ebenfalls auf den Postest und stellte sich neben Taurik.

"Lieutenant Burray? Wir fangen mit Ihnen an.", sagte sie laut und drehte sich zu einem blonden Lieutenant um, der rechts von ihr stand. Er wirkte genauso überrascht wie Gaspar.

"Eine Beförderungszeremonie....", sagte Gaspar leise, mehr zu sich selbst als zu Shay. Nacheinander traten weitere Offiziere heran und wurden der Reihe nach befördert.

"Vielleicht ist der ganze Pomp eine weitere großartige Idee der Führung um die Moral zu heben.", sagte Shay halblaut. Direkt danach ärgerte er sich über sich selbst. Er kannte Toussaint kaum. Flapsige Kommentare sollten man sich vielleicht für private Gespräche aufsparen. Aber der Kanadier lächelte verdrossen und warf Ruthven einen vielsagenden Blick zu.

"Scheint fast so."

"Commander Ivymao Zh'sharrat bitte!", rief Claudia gerade die nächste Person auf die Bühne. Eine auffallend kleine Andorianerin die direkt neben Shay stand, machte sich auf den Weg zum Podest.

"Ah, Guten Abend, Lieutenant Commander", erklang es gedämpft von der Seite, während die Andorianerin zur Bühne schritt. "Guten Abend, Captain."
Die beiden Angesprochenen blickten in das Gesicht eines aus Russland stammenden Menschen im Rang eines Commanders, der ebenso die rote Uniform tug.
Gaspar versuchte einige Augenblicke lang das Gesich einzuordnen - Shay war schneller. "Guten Abend Commander Solowyov" grüßte dieser. "Sie vertreten also auch das Flottenkommando, am heutigen Abend?"

"Dem ist so - quasi als letzte Amtshandlung" antwortete Aleksander. Immerhin feierte er mit seiner Familie den Jahreswechsel nach russischer Tradition in der heimatlichen Zeitzone. Sonst wäre er vermutlich mit einer Meuterei daheim konfrontiert. "Ich bin ein wenig verwundert, dass Sie hier sind, Captain." kommentierte er, ohne sich aber in Details zu verlieren.

"Ah, richtig - verlassen Sie nicht die Missionsleitstelle und übernehmen ein eigenes Kommando?"
wollte der Kanadier wissen. Tatsächlich waren sich Gaspar und Aleksander in der Vergangenheit mehrmals bei offiziellen Veranstaltungen über den Weg gelaufen, ohne wirklich viel miteinander zu tun gehabt zu haben. Aber auch in der Sternenflotte funktionierte die Gerüchteküche.

Als Claudia weiter sprach, richtete sich die Aufmerksamkeit der drei Offiziere wieder auf die Geschehnisse auf dem Podest.

"...ihre Leistungen auf der USS Milestone befördere ich sie hiermit Kraft meines Amtes in den Rang Captain. Herzlichen Glückwunsch Captain Zh'sharrat, sie haben sich den vierten Goldenen mehr als vedient.", sagte Claudia anerkennend und schüttelte der freudestrahlenden Andorianerin die Hand.

Shay sah aus dem Augenwinkel wie Claudias Blick zu ihm schnellte, aber als sie begann zu sprechen stellte er fest das sie jemand Anderen fokussiert hatte.

"Lieutenant Commander Gaspar Toussaint würden sie bitte vortreten."

"Jetzt kommts.." hörte der Kanadier den Schotten murmeln während er sich mit langen Schritten auf Taurik und die neben ihm stehende Claudia zubewegte.

"In Anbetracht ihrer Verdienste Mr. Toussaint." ergriff nun Claudia das Wort. "Ist es mir eine Freude das man mir erlaubt in Abwesenheit von Admiral Gomez sie in den Rang eines Commanders mit den dazugehörigen Rechten und Pflichten zu befördern. Herzlichen Glückwunsch." brachte Claudia das Prozedere relativ schnell zu einem Ende während sie Gaspar mit etwas Mühe, sie musste sich strecken, den schwarzen Pin gegen einen dritten goldenen austauschte.

Gaspar räusperte sich und hatte das ganz offensichtlich nicht erwartet, so das ihm im ersten Moment die Worte fehlten.

"... Ich danke ihnen Ma'am...Danke Sir.", sagte er an Claudia und Taurik adressiert. Die Beiden schüttelten ihm die Hand, Taurik legte während des Händedrucks seine zweite Hand auf Gaspars während er sich schnell vorlehnte und Gaspar etwas ins Ohr flüsterte. "Jyk währe so stolz auf Sie. Gut gemacht Commander."

Die Erwähnung seines vulkanischen Lehrmeisters aus seiner Zeit auf der USS T’shukul sorgte bei Gaspar für erhebliche Gänsehaut. Er drückte die Hand des OPS fest. "Ich danke Ihnen Sir. Das bedeutet mir viel."

Er wollte gerade von der Bühne gehen als Claudia ihn sachte festhielt. Gaspar war überrascht wie fest die Blondine zupacken konnte.

"Wir dürfen in Zukunft auch ein neues Schiff in unserer Flotte begrüßen." begann der Vulkanier und Shay hielt die Luft an. Die würden doch wohl nicht ....

"Die USS Galavant, ein Schiff der Akira Klasse im Outlander Refit, wird die 8. Flotte künftig im Süden unterstützen. Das Schiff wird in der Nähe von Thelka IV, an der Südwestgrenze stationiert werden. Die dortigen Föderationsanträge und Handelsbeziehungen erreichen eine intensivere Phase, weshalb das Oberkommando entschieden hat ein Schiff mit dem Schwerpunkt Eskorte, Repräsentation und Grenzverteidigung zu formieren. Außerdem wird das Schiff ein fester Dreh und Angelpunkt der dortigen Diplomatie werden und für den Transport diverser Würdenträger verantwortlich sein." erläuterte der Vulkanier weiter und erstes Klatschen wurde laut.

"Allerdings wird der erste Flug dieses Schiffs nicht nach Thelka IV gehen sondern seine Feuerprobe im Carraya System vollziehen und temporär die dortige Flotte unterstützen.",setzte Taurik seine Ansprache fort.

Der Applaus flachte deutlich ab. Das war jetzt nicht wirklich die tolle Nachricht auf die jeder gewartet oder manche auch gehofft hatten. Shay war froh, dass es nicht die Hephaistos war, die nach Carraya beordert wurde - allerdings hatte die Prometheus Klasse genug zu tun.
Eine Zuordnung zur 8. Flotte würde außerdem bedeuten, dass er noch länger mit Claudia vorlieb nehmen musste - so bestand die Hoffnung das sie vieleicht doch irgendwann von seinem Schiff verschwinden würde.

Taurik wartete bis der Applaus verstummt war und nickte Claudia knapp zu. Shay nahm einen weiteren Schluck von seinem Glas und dachte nach. "Carraya? Das ist doch dieses Himmelfahrtskommando von Skyla Lyma, oder?" murmelte er mehr zu sich selbst, als zu dem neben ihm stehenden Aleksander.

"Es ist der strategische Flottenstützpunkt unter dem Kommando der Commodore, richtig", bestätigte der Russe. Dann deutete er mit dem Kinn gen Gaspar.
"Meinen sie... er wird...?"

Shay sah zu seiner Schwester hinüber, aber deren Timing ersparte ihm mal wieder eine Antwort.

"Wie sie sehen Commander, es gibt also einen weiteren Grund weshalb sie hier stehen bleiben sollten.", sagte Claudia mit einem ehrlichen Lächeln auf dem Gesicht, während sie sanft ihre Hand auf Gaspars sehr weit entfernte Schulter legte.

"Ich..wie ..." begann der Kanadier doch dann wurde er von einem leisen Tumult unterbrochen.

Tatsächlich schob sich eine weitere Commodore durch die Menge auf das Podium. Eine hochgewachsene Blondine deren Anblick allein schon dafür sorgte, dass man ihr Platz machte. Gaspar kannte die Geschichte, ja Legenden, die sich um Skyla Lyma reimten und die Frau schien die Aufmerksamkeit geradezu anzuziehen.

Sie baute sich vor Gaspar auf und tat etwas das Wenige für möglich hielten. Sie lächelte.

"Keine Sorge Commander. Ich habe zwar ihre Beförderung verpasst aber ich habe auch noch ein Geschenk für sie. Kraft meines Amtes sind sie ab sofort der Kommandierende Offizier der USS Galavant. Herzlichen Glückwunsch! Ich freue mich auf ihre Ankunft im Carraya Sektor."

Die Sylenerin streckte Gaspar die Hand hin. Dieser schlug ein. Viele Personen schlossen sich an, eine Kommandoübergabe hatte es heute noch nicht gegeben. Gaspar wurde es bei den vielen Namen ein wenig schwindelig, aber er lächelte weiter und schüttelte bereitwillig Hände.

// Ich bin Kommandant // sagte er zu sich selbst und konnte es kaum glauben.

"Ich frage mich ob man ihm gratulieren oder Beileid aussprechen soll." murmelte Shay so das Aleksander es hörte. "Vielleicht beides." kommentierte der Russe trocken. Ein paar Minuten und er würde wieder verschwinden können. Zuhause wartete Familie und das neue Jahr.

Shay hatte ähnliche Gedanken und hoffte seine Schwester würde es ähnlich sehen. Die Holoverbindung ging schon lange genug und vermutlich waren sie längt auf dem Radar von irgendwelchen klingonischen Schiffen in der Nähe. Das letzte was er wollte war mit einem Raumkampf ins neue Jahr zu starten.

<NRPG>
An dieser Stelle vielen Dank an Mac und Effi, die dieses Treffen der Kommandanten möglich gemacht haben! Ein Träumchen! :)

Die Biographie von Gaspar:
http://www.sf-germany.org/einheiten/odyssey/schiff-amp-crew/personal/besatzung/gaspar-toussaint/

Der Link führt euch zur neuen Webseite, die allerdings gerade noch im Aufbau ist. Sobald sie fertig ist stelle ich diese nochmal gesondert vor.
</NRPG>


Zeit: Kurz nach Jahreswechsel
Ort: USS Aktune, Deck 2, Quartier von Gaspar Toussaint

Mit dem charakteristischen Zischen entwich die angestaute Kohlensäure aus der Flasche. Gaspar wartete bis die Schaumentwicklung vorbei war und schüttete das goldgelbe Bier in ein großes Glas. Selbstgebraut. Das Gap’s Long Oak war ein Spezialbier was er zu seinem 35. Geburtstag entwickelt hatte - sein ganzer Stolz. Ein Hobby was er auf der USS Elverston kennen und lieben gelernt hatte.

Er setze das Glas an und genehmigte sich einen tiefen Schluck. Den hatte er sich wahrlich verdient. Er ließ sich in den Sessel sinken und gab sich einen Moment den eigenen Gefühlen hin. Captain! Ein eigenes Kommando! Natürlich hatte er als junger Kadett davon geträumt ein eigenes Schiff zu haben. Aber gerade die ersten Jahre hatten ihm gezeigt das die Verantwortung auch eine große Belastung sein konnte. Und nun?

Gaspar nahm einen weiteren Schluck. Sein Blick fiel auf die zusammengerollte Shischa, die bei seinen fertig gepackten Sachen stand. Sofort musste er an Soraya denken, die ihm diese Geschenk aus ihrer Heimat gemacht hatte. Er vermisste die Perserin schrecklich. Seid vielen Jahren waren sie ein gutes Team gewesen, Er als EO sie als 2O. Aber vor knapp acht Monaten hatte sie nach ihren schrecklichen Erlebnissen an der Front einen Schlussstrich unter ihre Karriere gezogen. Seiddem funktionierte nichts mehr. Das kam Gaspar zumindest so vor. Er überlegte nicht lange.

"Computer, suche Soraya Alizadeh und stelle eine Verbindung her."

[Suche läuft.] bestätigte eine weibliche Stimme. Gaspar runzelte die Stirn. Normalerweise waren die Signaturen im System des Computers so aktuell das eine längere Suche nicht nötig war.

[Bestätige. Soraya Alizadeh hält sich auf Servin III im Servin-System auf. Eine Verbindung ist nicht möglich.]

"Warum nicht?
[Ihr Aufenthaltsort liegt außerhalb der Sensorenreichweite.]

Was trieb die Perserin? Gaspar griff sich aus Gewohnheit in den Bart nur um festzustellen das er sich ja rasiert hatte. Er überlegte einen Moment.

"Computer, Verbinde mich mit Commodore Taurik."

[Bestätige.]

Einen Moment später erschien die Gestalt einer rothaarigen Trill auf dem Padd, was vor Gaspar auf dem Tisch lag.

"Tut mir Leid Sir, Commodore Taurik ist nicht zu sprechen. Vielleicht kann ich ihnen helfen - Lt. Nima Tabis, Tariks Adjutantin."

"Danke Lt. Ich versuche gerade Soraya Alizadeh zu erreichen, sie befindet sich auf Servin III und der Computer erreicht sie nicht."

Die Trill warf Gaspar einen skeptischen Blick zu.
[Darf ich fragen was sie von dieser Person wollen?]

Jetzt war es an Gaspar kritisch zu schauen. Musste er sich rechtfertigen?

"Ich wollte ihr den Posten des ersten Offiziers auf der USS Galavant anbieten, wenns recht ist."

[Ich verstehe. Einen Moment.] sagte die Trill, ihre Stimme war etwas weicher. Kurz darauf erschien das Gesicht des vulkanischen OPS großflächtig im Bild.

[Entschuldigen Sie Commander, das sie warten mussten.] sprach der Vulkanier gerade aus.

[Leider ist die Verbindung zu Servin III seid mehreren Tagen gekappt. Ich selbst hab es vor wenigen Stunden das letzte Mal probiert.... um Miss Alizadeh als Gast zu ihrer Beförderung einzuladen. Leider kein Erfolg.] erzählte der Commodore.

In Gaspars Kopf raste es.

"Gibt es dafür eine Erklärung Sir?"

[Leider ja, das Servin System liegt sehr nah am aktuellen Grenzverlauf zum Klingonischen Reich. Kritisch nah. Laut unseren Informationen leitet Miss Alizadeh in ihrer Funktion als Ausgrabungsleiterin eine Forschungsmission auf dem dritten Planeten des Systems. Das Team erhielt die Empfehlung sich einzugraben. Seiddem kein Kontakt - wir müssen also vom Schlimmsten ausgehen.]

Gaspar war während der Commodore redete aufgestanden und hatte das kleine Wandpanel aktiviert. Nur ein paar Wimpernschläge später hatte er die groben Fakten vor sich.

"Die Entfernung ist schaffbar."

[Wie meinen sie das?] wollte der Vulkanier wissen.

"Ich werde eine Marine Abteilung zur Sicherung der Grabungsmannschaft schicken.", sagte Gaspar knapp, während er bereits die entsprechenden Information weiter gab. Noch während er sprach bestätigte der Computer die Lesebestätigung des Auftrags durch Master Gunnery Sergeant Thomas J. Reynolds.

Taurik zog die Augenbraue hoch und sah Gaspar mit zusammengepressten Lippen an.
[Halten sie das für die richtige Entscheidung Commander? Sie bringen ein zusätzliches Team in Gefahr um eine einzelne Person zu retten?] fragte er mit immer noch neutraler Stimme.

Etwas leiser fügte er hinzu. [Glauben sie Jyk hätte so gehandelt?]

Gaspars Gesichtsausdruck war eingefroren. Die Erwähnung seines vulkanischen Lehrmeisters kam unter menschlichen Gesichtspunkten einem Affront gleich.

"Nein Sir, da haben sie Recht. Jyk wäre bereits vor der Beförderung losgeflogen. Toussaint Ende."

<Ball an Linda und Sascha>

</RPG>


<SUM>
Zeit: Eine Stunde vor Silvester (UTC)
Ort: USS Aktune, Holodeck III
Der Kandadier Gaspar Toussaint lernt beim Besuch auf dem Holodeck den Captain der Hephaistos (Und den Captain der späteren Galathea) kennen und wird kurz darauf in den Rang Commander befördert. Commodore Skyla Lyma überträgt ihm außerdem das Kommando über die USS Galavant.


Zeit: Kurz nach Jahreswechsel
Ort: USS Aktune, Deck 2, Quartier von Gaspar Toussaint
Gaspar will Soraya Alizadeh den Posten der ersten Offizierin anbieten, findet aber heraus das die Frau in Gefahr schwebt. Umgehend schickt er eine Division Marines los um sie rauszuholen.

</SUM>

Submitted by

Cmdr. Aleksander Solowyov
CO USS Galathea
Aka
Effi

AND

Cpt. Shay Ruthven
CO USS Hephaistos
Aka
Mac MacKenzie

AND

Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop


Taktiker

Skyla Lyma
 

Und wieder einmal ein Copo.


Diesmal von Yvonne, Matze und mir.

Kinder, es hat wie immer spaß gemacht. Schade das es aus is!

LLAP

Sky



<RPG>



Zeit: MD 1.0844

Ort: USS Odyssey, Bereitschaftsraum


<Quote>

Mara setzte sich ungläubig auf. Mit dieser Reaktion hatte sie nicht gerechnet.


"Von mir?"


"Präzise. Wie du mitbekommen hast fehlt uns gerade im großen Stil besonders eine Sache: Zeit. In Anbetracht dieser Tatsache kann es sicher nicht schaden wenn du dem Taktikteam beitrittst. Deine Erfahrung spricht für sich. Sechs Augen sehen mehr als vier.", führte die Kommandantin zuende aus. Amun musterte erst Mara und dann Fiona. Die Schottin schaute ihn an. Sofort hatte Amun wieder das Gefühl nackt zu sein. Fionas Gabe ihn zu durchschauen war einmalig, auch wenn er sich manchmal nicht sicher war ob er sich diese Fähigkeit nur einbildete.

</quote>


Manchmal zweifelte Mara an Skys geistigen Fähigkeiten. Sie war Kunsthistorikerin, nicht einmal Militärhistorikerin, keine verdammte Taktikerin! Und nur weil sie den einen oder anderen Admiral als persönlichen Freund kannte, oder die Windeln gewechselt bekommen hatte machte sie das nicht zu jemandem, der Flotten und Schiffe durchs All bewegen konnte. Oder sollte sie versuchen Naief oder Olivier zu erreichen? Sie verwarf den Gedanken so schnell wie er gekommen war. 


Ihr Blick suchte den von Fiona: “Setzen wir uns sofort zusammen?” 

Die CSO nickte, während Mara Amun fragend ansah. “Ensign?”

“Ja, treffen wir uns gleich in der taktischen Abteilung.”


“Ich hätte die Stellarkartographie vorgeschlagen oder am liebsten gleich CAT, aber Taktik ist mir auch recht.” stimmte Mara zu


“Solange ich vorher mehr Espresso bekomme..” murmelte sie dann kaum hörbar und sah sehnsüchtig zu Skys Kaffeemaschine, die baugleich zu ihrer war. Sie war ja auch ein Geschenk von ihr gewesen.


“Ich brauche mehr Koffein. Geht ihr vor? Soll ich dir einen mitbringen?”

Fiona, die Maras schlechten Allgemeinzustand auch schon bemerkt hatte nickte und lächelte.

“Wenn du den Kampf gegen Sky überlebst.... Aber laß sie am Leben! Wir brauchen sie noch.” 

“Keine Sorge. Um Sky zu töten braucht es mehr als meinen Drang nach Espresso.”


Während die Anderen gingen stand Mara auf und steuerte Skys Espressomaschine an.

Als schließlich der letzte gegangen war meinte Sky zu der bereits vor der Maschine stehenden Mara trocken:

“Was kann ich dir noch anbieten, außer einem Kaffee?” 

Maras Reaktion war ein “Mhmm.” 


Erst als sich der Duft von frisch gebrautem Espresso im Raum ausbreitete und Mara beginnen konnte Sky und Fiona auch noch eine Tasse zuzubereiten, drehte die sich um.

“Weißt du,” meinte sie dabei nachdenklich, “als Nirrod gesagt hat, der Mainframe ist in ein paar Stunden im Arsch.... Hat irgendwer die Rechner der Shuttles überprüft? Und dann hätten wir da noch zwei Kampfschiffe im Hangar.”

Sky nahm einen Schluck ihres gerade gereichten Espressos. “Du meinst wir sollten eine Art Distributed Network aufbauen?”

“Es könnte die Rechenlast senken.” Mit einem vielsagenden Blick auf ein Bild von Chrysla an der Wand meinte sie dann.

“Und wir haben zwei LAUs an Bord. Für taktische Berechnungen ist zumindest Chryslas Bordrechner ideal, dafür ist er ausgelegt.”

“Und was ist mit CAT?” 

Mara begann herumzuhippeln und drehte ihre schwarze CAT-Tasse nervös hin und her.

Sky beobachtete das Verhalten ihrer ehemaligen besten Feindin fasziniert. 

Da wurde gerade ein sehr wunder Punkt angesprochen.


“CAT... Ja, CAT ist so eine Sache. Dir ist doch sicher klar, das Ich CAT verändert habe. Im Gegensatz zu dir und deiner Chrysla.”

Sky schwieg erwartungsvoll. Würde Mara etwa...???

“Es ist so,” druckste die Rothaarige herum, “ich habe CATs Computer sehr stark upgegradet. Eigentlich quasi einen völlig neuen eingebaut. Einen der einem viel größeren Schiff auch gut zu Gesicht stehen würde....”

“Und du denkst, das wüßte ich nicht?”

“Jaaaaaa...?”, lag eindeutiges fischen nach Aufklärung in der Antwort.

“Mara, du bekommst einmal in der Woche ein riesiges quantenverschlüßeltes Datenpaket, du hast im Hangar der Atlantis stehend den Computer der Herold of Free Enterprise gelesen wie ein Buch.... Denkst du wirklich, mir fällt da nicht auf, das CATs Computer etwas... nennen wir es Leistungsstärker ist? Das Chrsylas Rechner alleine für deine Datenmenge Minuten brauchen würde? Oder was für Technik nötig war, die Herold zu Kontrollieren? Jeder, der 1 und 1 zusammenzählen kann, sollte sich darüber im klaren seien das gerade du an den Systemen deines Schiffes herumbastelst.”

Es war keine große Menschenkenntnis nötig, um zu sehen das Mara ein Stein vom Herzen fiel. 

Wobei Sky sich im Grund der Erleichterung irrte. Mara war nicht froh darüber, das für Sky die News über den “etwas” besseren Bordcomputer von CAT nicht neu war, sondern das sie nicht zugeben mußte, wie viel besser der war. 










Zeit: MD 1.0901

Ort: USS Odyssey, Deck 12, Taktikzentrale


Als Mara die Taktikzentrale betrat spürte sie sofort die seltsame Atmosphäre in dem Raum. Sie sah fragend zu Fiona die jedoch den Blick nicht bemerkte oder - was wahrscheinlicher war - ignorierte und stattdessen die Espressotasse von Mara in Empfang nahm.


Fiona und Amun hatten kein Wort gewechselt in der Zeit in der Mara sich mit Sky unterhalten hatte aber es war deutlich zu spüren das irgendwas nicht stimmte.

Die Sylenerin tat es mit einem gedanklichen Schulterzucken ab und sah auffordernd zu Amun.


“Ich wußte nicht einmal, ob sie überhaupt Kaffee trinken, daher..... “ Sie lächelte entschuldigend.

“Mit was fangen wir an?” fragte Mara ihn auch wenn Fiona im Rang über ihm stand, er war der TAK und das hier war sein Hoheitsgebiet.


Fiona selbst nippte an dem Espresso und schloss genüsslich die Augen. Zum einen kam sie so nicht in die Verlegenheit ebenfalls zu Amun zu sehen und zum anderen war der Espresso einfach verdammt gut.


Amun frage sich nicht zum ersten Mal warum ihm noch kein Espresso angeboten worden war. Gut, Mara hatte gesagt, sie wusste nicht ob er Kaffee trank, aber trotzdem schien das Teilen von Espresso aus einer “der” Espressomaschinen so eine Art Ritual nur für Mitglieder zu sein. Er schob den Gedanken für später auf die Seite und warf einen kurzen Blick auf sein Padd mit den aktuellen Daten. Die Lage mit den Klingonen erforderte von allen absolute Aufmerksamkeit. Er spürte wie Maras Blick schnell zwischen Fiona und ihm hin und her wechselte. Seine Augen wanderten wie selbstverständlich zu Fiona und in diesem Moment wurde ihm etwas klar. 


“Ich glaub wir brauchen zuerst ein bisschen Hintergrundwissen. Kannst du damit beginnen alle unsere bisherigen Datensätze über den nun klassifizierten Double Tab Angriff mit allen bisherigen bekannten Klingonischen Manövern abzugleichen?”, sagte Amun an Mara gewand. Er hatte irgendwo in den Tiefen des Ozeans damit begonnen die Sylenerin zu Duzen. Wer gemeinsam ein Schiff aus dem Morast des Meeres befreit ist zwangsläufig schnell bei Du. Hinzu kam das dieses Schiff nicht irgendein Schiff war. Selbst wenn Mara Jade eine Fremde gewesen wäre so blieb es doch nicht verborgen wie wichtig ihr das sylenische Kampfschiff war. 


Mara hob die Augenbraue. Offensichtlich konnte sie sich etwa anderthalb Millionen schönere Dinge vorstellen als den Computer mit taktischen Abfragen zu quälen, aber da Amun sich im Anschluss an seinen Satz schnur stracks vor Fiona gestellt hatte war sie stumm geblieben und hatte die Aufgabe in Empfang genommen. Freilich nicht ohne den Kopf in die Richtung der Beiden Offiziere zu drehen. 


“Kann ich kurz mit dir reden?”, sagte Amun leise und zwang sich der Schottin in die Augen zu sehen. Fiona versuchte weder Amun noch Mara, noch irgendeinen Anderen anzusehen, aber sie nickte. Sie glaubte zu wissen um was es ging. 


Gemeinsam traten sie aus dem Zentrum des Raums hinaus an eine der hinteren Wandkonsolen, die etwas im Dunkeln lagen. Durch die Energiesparmaßnahmen waren nur die allernötigsten Monitore in Betrieb. In dieser deutlich privateren Atmosphäre rutsche Amun das Herz sofort in die Hose. Er trat von einem Bein aufs andere während er bewusst knapp an Fiona vorbei sah.


“Hör zu….egal was auf dem Rückweg passiert ist, lass uns das hier einfach ohne Ironie und Zynik über die Bühne bringen ok? Die Situation ist so schon schwer genug.”, das erste Mal blicke er ihr wieder in die Augen. 


Fiona schluckte bei seinem Blick aus den braunen Augen, das leichte kribbeln das sie in letzter Zeit in Amuns Gegenwart überkam war ihr nur allzu vertraut und doch gab es etwas in ihr das sich noch scheute den nächsten Schritt zu tun. Sie mochte diesen Acamarianer mehr als sie im Moment bereit war sich einzugestehen und das ihn die Sache mit der Echse derart mit nahm machte es nicht besser. 


Zumindest ging sie immer noch davon aus das es bei der ganzen Sache hier um die Echse ging. Sie konnte ja nicht ahnen das Amun völlig andere Gedanken zu der kleinen Szene an Bord vom CAT hatte.


“Sure.” brachte sie hervor mit deutlich gefärbtem schottischen Akzent. “Dann sollten wir wohl besser an die Arbeit gehen?” platze es dann raus was Amun innerlich zusammenzucken ließ. Das war irgendwie nicht die Reaktion die er erwartet oder gar erhofft hatte. Fast augenblicklich wurde sein Gesichtsausdruck verschlossen und er wandte sich ab während Fiona sich auf die Unterlippe biss. Ihr Mund war wieder einmal schnell als ihr Kopf gewesen.


Einem plötzlichen Impuls folgend griff sie nach Amuns Ellbogen während er ihr bereits den Rücken zuwandte.


“Lass uns das später bei einem Essen klären, okay? Nicht jetzt. Jetzt ist wichtig das wir den Kopf bei der Arbeit haben.” meinte sie dann während Amun in der Bewegung erstarrte. Er wollte nichts klären, für ihn war alles klar. Fiona empfand nicht das gleiche für ihn wie er für sie. Damit würde er irgendwie klar kommen müssen. 


“Sure.” wiederholte er das gleiche Wort das sie kurz zuvor ausgesprochen hatte und zog an seinem Arm damit sie ihn los ließ. 


Während die Beiden ihr Tete-a-tete hatten suchte Mara sich einen Platz der ihr nicht nur Zugriff auf den Computer bot, sondern sie auch sah was die Beiden trieben. 

Dabei überlegte sie wer hier der Ranghöchste war? Amun als Hausherr? Fiona? Oder gar sie? Was war sie jetzt... Senior Grade? Aber sicher mit längerer Zeit im Rang. 

Sie fluchte und hoffte, daß das keinem auffiel.

Statt dessen rief sie die bekannten Informationen auf und begann, ein Programm zu schreiben, das alle Daten integrierte und in die entsprechenden Programme fütterte damit diese basierend auf den taktischen Grundlagen eine Simulation entwickeln konnten.


So wie alle an Bord ging auch Mara davon aus, das der erbeutete Angriffsplan echt war, sie war nur am überlegen, ob man anstelle zu versuchen das System so lange wie möglich zu halten nicht versuchen sollte, die Klingonen da zu treffen, wo sie es nicht erwarteten . An ihrem Sammelpunkt zum Beispiel..

Im Zuge dessen könnte man sie vielleicht dazu verleiten, die angreifenden Schiffe zu verfolgen und hier im System einen Hinterhalt aufbauen? 

Wenn man sie in das Minenfeld locken könnte oder in die Nähe des Asteroiden auf dem die Shite - oder wie auch immer der Dampfer hieß - versteckt war? 

Sie würde das mit den Anderen besprechen müssen.


“Wo stehen wir?” fragte Amun Mara während Fiona wie ein begossener Pudel hinterher tappte. Zu gern hätte Mara gewußt was die beiden zu bereden hatten. Aber noch während Fiona sich zu den beiden gesellte schien ein Ruck durch die Schottin zu gehen und sie griff zu ihrem PADD. 


“Ich hab hier noch ein paar Infos die mein Team dem klingonischen Computer entlocken konnte. Vielleicht können wir damit den Standort der klingonischen Angriffsflotte extrapolieren.” meinte sie dann und gab das PADD an Mara weiter die sofort den Computer damit fütterte.


“Das wäre gut, ich hab da nämlich auch einen Vorschlag zu machen.” gab diese zurück und erklärte knapp ihren Plan den beiden während der Computer die Daten ab glich. 


Sowohl Amun als auch Fiona fanden die Idee grundsätzlich gut. 


“Welche Einheiten hätten wir den zur Verfügung für so ein Manöver?” fragte Fiona nachdenklich. “Alles an Jägern das zur Zeit des Sonnensturms draussen war fällt aus. Da suchen wir immer noch nach Vermissten.” fügte die Schottin hinzu während ihre Gedanken kurz zu Nova gingen. 


“Die Korolev hat aktuell die besten Daten.”, lies der Acamarianer vernehmen. Er hatte sein Padd gezückt und begonnen fleißig die technischen Daten der Flotte anzufordern. 


“Captain Chekov hat seinem technischen Bericht hinzugefügt das sein Chefingenieur glaubt das sich das Schiff zur Zeit des Sonnensturms im Windschatten der Odyssey befunden haben muss, weshalb es von der Bestrahlung und damit verbundenen Kontaminierung weitestgehend verschont wurde. Das Schiff steht also für einen Spezialauftrag zur Verfügung.”


“Müsste hinhauen.”, bestätigte Mara nachdem sie kurz die Leistung des Mainframes der Korolev überprüft hatte. 


“Ich übermittel die Infos an das Schiff.”, rief Fiona zu den Beiden hinüber. Sie stand bereits an einer der aktiven Wandkonsolen. Mara musste kurz lächeln. Egal was die Beiden besprochen hatten, sie hatten ihr Problem wohl einstweilen überwunden. In diesem Moment fiel ihr etwas ein.


“Eine Absprache vor Ort wird trotzdem nötig sein.”, dachte sie laut nach. Amun warf Fiona einen kurzen Blick zu.


“Bleibt ihr hier, ich werd mich auf die Korelev begeben. Dort kann ich auf eure Daten aktiver und schneller reagieren.”, sagte sie und setzte ein möglichst grüblerisches Gesicht auf. Alles war besser als hier öde taktische Simulationen zu erstellen.


Fiona und Amun sahen sich erneut an. Dann nickte Fiona. “Macht durchaus Sinn.”, murmelte die CSO.


Mara atmete innerlich auf und legte das Padd vor ihr zur Seite.


“Super! Ihr wisst ja wo ihr mich findet!” 


Fiona sah Mara kopfschüttelnd an. Auch wenn Mara keine ausgebildete TAK im eigentlichen Sinn war so hatte die Sylenerin ein Gespür dafür welche Taktik man wann anwenden sollte. Auch wenn sie es selbst abstreiten würde. 


"Ein Problem bleibt allerdings." murmelte die Schottin leise während ihr Blick über die Daten flog. 


"Hm?" brummte Amun nur. Er dachte mehr darüber nach wie man den Plan der Commodore präsentieren sollte. Immerhin musste sie das abschließende GO erteilen. 


"Die Klingonen sind nicht dumm. Selbst wenn wir den Standort herausfinden werden ihre Schiffe getarnt sein und wie sollen wir dann sicher sein das sie wirklich da sind wo wir sie vermuten? Einfach ins Blaue ballern?" fragte Fiona dann und traf damit genau den wunden Punkt des Planes. 


“Aber warum sollten sie getarnt sein? Es ist ein Sammelpunkt. Ein kleines Raumgitter, viele Schiffe auf engen Raum. Wäre es da nicht logisch anzunehmen, die Schiffe sind nicht getarnt, damit es nicht zu Unfällen kommt? Soweit ich weiß, ist es auch Klingonen nicht möglich getarnte Schiffe zu orten.”


Fiona schien nicht überzeugt. Vielleicht lag es daran das sie wusste das die Lymaxianer gemeinsame Sache mit den Klingonen machten oder vielleicht war es einfach nur das typische Mißtrauen von Sicherheitsoffizieren. 


“Wenn sie nicht getarnt sind erhöht das aber auch die Gefahr das sie zufällig entdeckt werden. Wir sind im Krieg und fliegen genau so Patrouillen wie die Klingonen, ich würde dieses Risiko an deren Stelle nicht eingehen. Vor allem wenn sie da schon einige Tage rumliegen und auf den geeigneten Zeitpunkt zum zuschlagen warten.” erklärte die Schottin hartnäckig. 


Mara, die schon am zusammenpacken ihrer wenigen Habseligkeiten war - viel hatte sie ja in die Taktikzentrale nicht mitgebracht, vom Espresso abgesehen - richtete sich auf und studierte das taktische Display. 

“Was eigentlich nur bedeutet, das wir vorher nachschauen müßen. Unerkannt. Oder?”

Amun nickte, während Fiona sie argwöhnisch ansah.

“Was haben wir, das nachschauen kann ohne soft entdeckt zu werden? Drohnen? Sonden?” “Der Bird of Prey, den de Moncoeurs Truppe bei Starbase 1212 erobert hat..”, warf Mara schnell ein. Die Idee war ihr spontan gekommen. Amun schnippte mit dem Finger und deutete auf Mara. Die Sylenerin war schnell. 



Zeit: MD 1.0939

Ort: USS Odyssey, Deck 1, Bereitschaftsraum der CO


“Sie schlagen also folgendes vor: Sie überprüfen die Hinweise einer zweiten Angriffsflotte auf ihre Echtheit und fliegen dafür mit dem eroberten Bird of Prey zu deren Rendezvous Punkt?”, fragte Skyla mit neutralen Stimme. Amun musste sich immer noch daran gewöhnen das er die Emotionen der Kommandantin nicht in ihrem Gesicht lesen konnte. “Exakt Ma’am.”, bestätigte Amun während er eine Verbeugung andeutete. 


“Bevor sie weiterfragen, die USS Korelev wird den BoP in sicherer Entfernung begleiten um die Crew notfalls evakuieren zu können. Lt. Jade wird als Verbindungsoffizierin auf der Korelev mitreisen. Lt. MacKenzie wird die Operation von der Odyssey aus leiten.”, schob der Acamarianer die weiteren Details des Plans nach.


Sky strich Gedankenverloren über Dingens. “Das reicht mir nicht Ensign.”

Sie tippte auf ihren Kommunikator. “Commodore Lyma an Ratana Tiru, Yvonne Renard und Cal Mannix. Finden sie sich bitte umgehend in meinen Bereitschaftsraum ein. Lyma Ende.”


Sie ließ die Hand von ihrem Haustier sinken und fixierte Amun, der sich ein bisschen gefesselt vorkam. “Trotz Absicherung ist die Gefahr für das Team an Bord des Bird of Preys zu hoch. Tiru wird mit einer kleinen Einheit auf dem BoP mitfliegen. Außerdem wird Mannix als psychologischer Berater an Bord der Korelev mitfliegen. Er hat in der Vergangenheit bewiesen das er sein Fach beherrscht und ein wenig Fronterfahrung wird ihm gut tun.”


Sky drehte sich um und fixierte Fiona, die direkt hinter Amun stand und es vermied auf Amuns Hals Tätowierungen zu sehen. Das sah schon gut aus…

“Außerdem wird Yvonne hier das Kommando für sie übernehmen Lieutnant MacKenzie.”, fügte Sky hinzu während Fionas Kinnlade nach unten klappte. Sie fühlte sich ertappt. Warum entzog ihr Sky die Sache?


“Wir müssen mit unseren Kräft etwas haushalten. Das Team um Ana und Ortrichk hat sie angefordert um am Plan für den Verbleib der H -Ia mitzuarbeiten. Ihre Erfahrung mit den Wurzeln von Carraya könnte hier nützlich sein.”, erklärte Skyla. Schnell fügte sie hinzu: “Ich ziehe sie also nicht von dieser Mission ab, aber da aktuell viel gleichzeitig passiert wäre mir wohler wenn Yvonne sie unterstützt.”


Fiona nickte bestätigend, auch wenn sie sich etwas über die Situation ärgerte. Amun warf ihr einen mitfühlenden Blick zu, was es zumindest ein klitzekleines bisschen besser machte. 


In diesem Moment öffnete sich die Tür und Yvonne, Cal und Ratana betraten den Raum. Kurz musste Sky schmunzeln, der Auftritt der drei Offiziere wirkte unfreiwillig wie die Show einer Superheldentruppe. Schnell fasste sie sich.


“Miss Tiru vortreten bitte.”


Ratana blickte ein wenig Verdattert von Amun zu Fiona. Ihr Rundumblick endete auf Cal, der sie aufmunternd anlächelte. Sie trat vor.


“Kraft meines Amtes und dem psychologischen Eignungstest von Lt. Cal Mannix ernenne ich sie hiermit zur stellvertretenden Leiterin des Marine Corps der USS Odyssey. Willkommen zurück Marine Captain.”, sagte die Sylenerin. Während ihre Stimme neutral klang, blitzen ihre Augen als sie die Orionerin fixierte. // Gut dich dabei zu haben, alte Freundin// dachte sie.


</RPG>


<SUM>


Zeit: MD 1.0844

Ort: USS Odyssey, Bereitschaftsraum


Man vereinbart sich in der Taktikzentrale zu treffen



Zeit: MD 1.0901

Ort: USS Odyssey, Deck 12, Taktikzentrale


Ein Plan wird entwickelt, denn von Fiona abgeschossen bis man sich darauf einigt, mit einem gekaperten BoP am klingonischen Sammelpunkt nachzuschauen


Zeit: MD 1.0939

Ort: USS Odyssey, Deck 1, Bereitschaftsraum der CO


Der Plan wir Sky vorgestellt und mit kleinen Änderungen von ihr genehmigt. Ratty wieder wieder in den aktiven Dienst übernommen


</SUM>





-- 
____________________________________
Some say the world will end in fire,
Some say in ice.
From what I’ve tasted of desire
I hold with those who favor fire.

But if it had to perish twice,
I think I know enough of hate
To say that for destruction ice
Is also great,
And would suffice.
____________________________________

Robert Frost: Fire and Ice


Der Krisenrat - Teil II

Mortimer Bishop
 

Hey!

... und hier der Vollständigkeit halber der zweite Teil des Krisenrats aus dem Multipost Dokument. Bitte sorgfältig lesen, es sind ein paar Bälle versteckt. Für alle die noch keine bekommen haben, keine Sorge ihr seid als nächstes dran :)

Lieben Gruß und auch hier nochmal danke für jeden Satz! Hat sehr viel Spaß gemacht!
Mo

<RPG>

Zeit: MD 1.0809
Ort: USS Odyssey, Bereitschaftsraum

*nach der Schweigeminute*

Skyla atmete laut aus und blickte in die Runde. Die meisten waren immer noch in sich gekehrt, eine nachdenkliche Stille lag über dem Raum. Dann setzt sie sich und deutete auf den FLG der Odyssey. Dieser fuhr auf und blickte sich rasch um. Auch Emin hatte die kurze Schweigeminute nicht kalt gelassen.

"Wie viele von Ihnen bereits mitbekommen haben, hat Ensign Emin das Kunststück vollbracht inmitten einer kopflosen Flucht aus einem havarierenden Shuttle den Erstkontakt zu einer völlig unbekannten Spezies herzustellen.", leitete Skyla Emins Bericht ein. "Diese Nummer muss man ihm erstmal nachmachen. Sehr gute Arbeit Ensign."

Ein paar sehr anerkennende Blicke flogen wild durch den Raum. Emin hatte etwas beschämt den Kopf gesenkt. "Bitte schildern sie uns von ihren Erlebnissen.", befahl Skyla während sie sich eine neue Tasse Espresso holte.

Emin erhob sich.
"Sie nennen sich selbst H -Ia und ähneln wohl äußerlich entfernt den Haien der Erde. Allerdings hab ich sie bisher nur an Bord ihres Schiffs erlebt, ein Wesen was Ähnlichkeiten mit einem Blauwal hat. Ich weiß - ", er blinzelte in die Runde. "...das alles klingt sehr dürftig, aber viel mehr haben wir über ihre tatsächliche Gestalt nicht herausbekommen."

"Wie sind sie ins Carrrrrraya System gelangt?", wollte die iskyrische CWI wissen.

Emin nickte, er hatte die Frage erwartet. Schräg von der Seite beobachtete Amun den FLG und musste anerkennend zugeben das Alassomorph entweder sehr gut vorbereitet war oder sehr gut improvisieren konnte. Vermutlich beides.

"Sie wurden durch einen elektromagnetischen Pulsar in das System gesendet", sagte Emin, während den Blick langsam durch den Raum gleiten lies und schließlich auf seiner Kommandantin endete. Sky hatte den freien Arm auf den Tisch vor ihr gestützt und den Kopf in der Hand abgelegt. Sie sah sehr nachdenklich aus.

"Letztlich kann ich dazu keine genaue Angaben machen, ich habe lediglich eine Theorie. Fest steht, dass ihre Welt von extremen Naturgewalten zerstört wurde. Was wir hier von Ihnen sehen, scheint eine Art Kolonie zu sein. Sie retten die Letzten ihrer Art. In ihrer Galaxie gab es noch drei von ihnen. Wenn ich den Vorschwimmer richtig verstanden habe, ist die Kaulquappe eine Art Botenfisch, der von einem der anderen Kolonieschiffe stammt. Der Fisch sollte unser Exemplar vor einer großen Katastrophe warnen, die aber bereits eingetreten ist. Mit seiner letzten Energie konnte das zurückbleibende Schiff den Pulsar erzeugen, damit wenigstens ein Schiff der H -Ia überleben konnte."

"Und die Ankunft der H -Ia fällt ganz zufällig auf den Moment wo das gesamte System von einem Sonnensturm heimgesucht wird?", sagte Skyla Lyma in die Atmenpause des Alassomorphs hinein. Ihr Blick war in die Ferne gerichtet.

Emin nickte bestätigend. "Aus einigen Gesprächen mit dem Vorschwimmer und dem Raumwal selbst hat sich der Eindruck erhärtet, dass der Sonnensturm seinen Ursprung in ihrer Galaxie hat, ja."

Ein Raunen ging durch den Raum. Skyla hatte den Blick gehoben. Ihre Augen schossen für zwei Wimpernschläge zu Yvonne bevor sie sich durchlehnte und erneut Emin fixierte.

"Ich habe das Funktionsweise dieser Pulsarübertragung noch nicht ganz verstanden, aber ich gehe davon aus, dass der Sturm über Carraya nur ein Schatten des ursprünglichen Sturms in ihrer Welt ist. Ein Teil dieser Energie wurde bei Erzeugung des Pulsars zu uns übertragen und führte, wie wie wir ja nun wissen, zu dem mittlerweile allseits bekannten elektromagnetischen Black Out in diesem System.", schloss der junge Offizier.

"Danke Ensign.", sprach Sky langsam während sie sich die Worte zurecht legte. Emin nahm wieder Platz.

"Wir haben es also mit den letzten Vertretern einer intelligenten Spezies zutun, die auf dem Rücken eines Sonnensturms in unser System gespült worden sind und nun irgendwo bleiben müssen." fasste sie zusammen. Sie drehte sich zu Ortrichk um.

"Lertary, ich denke das fällt in ihr Ressort.", schob sie der Chefwissenschaftlerin den Fall zu. "Ensign Emin wird sie bei dieser Aufgabe unterstützen da die H -Ia ihm bereits vertrauen.", befahl Skyla mit fester Stimme. Ihre Augen nahmen Ana in Beschlag. "Außerdem würde ich mich besser fühlen wenn du ebenfalls ein Auge drauf hast. Wir haben gerade ein akutes Problem was Material und Energie angeht. Trotzdem ist es unsere Pflicht die Neuankömmlinge bei der Suche nach einer neuen Heimat zu unterstützen."

Ortrichk hatte ihre riesige Tatze unauffällig auf Anas Hand gelegt um ein wenig zu kaschieren das die Betazoidin zusammengezuckt war. Ana, die Iskyra und Emin nickten im Chor.

"Aye Sir!"

<Ball an Miri und Mo.. Copo?>

"Machen wir mit Ihnen weiter Ensign Nirrod.", sagte die Sylenerin. "Wie steht es um mein Schiff?"

Der Asura hatte sich erhoben, allerdings hatte das die Sache nicht unbedingt besser gemacht. Kurzfristig entschied er sich um. Mit erstaunlicher Geschwindigkeit sprang er erst auf den Stuhl, dann auf den Tisch. Er drehte sich einmal kurz um die eigene Achse und wandte den Oberkörper dann Skyla zu. Amun musste grinsen. Der Asura war stets ein Mann der Tat gewesen. Wenn nun mal beim Bericht erstatten vorausgesetzt wurde, dass man von allen gesehen wurde, dann beinhaltete das eben, dass man auf dem Tisch stand, wenn man nur 90 Zentimeter groß war. Amuns Blick fiel auf Fiona, die ebenfalls ein sanftes Lächeln auf den Lippen hatte. Schnell schaute er wieder weg. Cal Mannix konnte nur mit großer Mühe verhindern zu grinsen, während Killroy mit den Gedanken ganz woanders war.

Nirrod räusperte sich, während er einen langen Blick in sein Padd warf.
"Egal wo der Sonnensturm her kam, er hat unseren gesamten Systemen nicht gut getan. Der Maincore ist aktuell offline und..."

Ein lauten Piepen unterbrach die Ausführungen des CING. Ein Dutzend Augenpaare glitt auf der Suche nach dem Störenfried über die Anwesenden und blieb bei der CSO hängen.
"Tschuldigung." meinte diese in die plötzliche Stille hinein und tippte auf ihrem Padd. "Aber das ist wichtig."

Nirrod fixierte sie noch einen Moment, setzte dann aber an, seinen Bericht fortzusetzen.
"Wie ich sagte, das System ist bis auf weiteres Offline, aber die Sekundäraggregate arbeiten..."

"Pòg mo thòin!"

"Leutnant MacKenzie?" mischte sich ob der zweiten Unterbrechung die CO ein. "Wenn es so wichtig ist, warum lassen Sie uns dann nicht alle daran teilhaben? Vorzugsweise in einer Form, die der Übersetzer nicht glaubt zensieren zu müssen."

Fiona nickte und hielt das Padd hoch.
"Ich habe gerade einen Bericht von der 'Rukhs Klaue' erhalten. Das ist eines der klingonischen Schiffe, die wir nach dem Sonnensturm geentert und medizinisch versorgt haben. Die Klaue wurde von dem Ereignis besonders hart erwischt, sie hatte ihre Manöverkontrolle verloren und ist mit einem anderen Schiff so unglücklich kollidiert, dass die Brücke mit allen Führungsoffizieren zerstört wurde. Weshalb, anders als auf den anderen Schiffen, niemand die Bordsysteme gesichert hat als wir an Bord gekommen sind."

Sie ließ die Information einen Moment stehen.
"Als wir das gemerkt haben, habe ich mit Leutnant Lertaryk ein compurtforensisches Team zusammengestellt und auf 'Rukhs Klaue' geschickt. Die Systeme waren beschädigt, aber wir dachten uns, dass sich sicher das eine oder andere Interessante finden ließe."

"Und was habt ihr gefunden?" stellte Yvonne die offensichtliche Frage.

Fiona drehte das Padd. Der Text war viel zu klein, als das mehr als ihre direkten Nachbarn es hätten lesen können (und für die war der Winkel zu flach), aber es war auch eher als Geste gedacht.
"Den Angriffsplan der Klingonen für Carraya. Und nach dem was hier steht, haben wir es noch nicht überstanden."

"Sondern?"

Fiona drehte das Padd wieder so, dass sie es selbst lesen konnte. Immerhin hatte sie den Bericht nur wenige Sekunden lesen können, vieles von dem was sie jetzt erzählen würde wusste sie selbst noch nicht.

"Laut dem Plan sollten die Angriffe außerhalb Carrayas unsere Reaktionszeiten testen und unsere Kräfte auseinander ziehen. Soweit hatten wir es uns auch gedacht. Die klingonischen Schiffe im System sollten uns beobachten und je nach Situation ein bis zwei unserer abfliegenden Schiffe verfolgen und ihnen am Ziel des Notrufs in den Rücken fallen, oder direkt die verbliebenen Schiffe hier in Carraya angreifen. Die Kapitäne waren noch dabei darüber abzustimmen, als sie von der Eruption erwischt wurden.

Das Problem ist, das _diese_ Schiffe nicht den Auftrag hatten, Carraya einzunehmen. Sie sollten uns nur verletzen und sich dann zurückziehen. So, dass wir merken, dass sie sich zurückziehen, hier steht was davon das einige Schiffe notfalls Defekte in der Tarnung simulieren sollen, damit wir wissen, wo sie sind."

"Und wenn wir denken, dass sie weit genug weg sind und unsere Wunden lecken, kommt eine zweite Kampfgruppe und erwischt uns mit heruntergelassenen Hosen? Ist das der Plan?"

Fiona nickte. "Ein Double-Tap-Angriff. Erst Schaden anrichten, und wenn das Ziel damit beschäftigt ist den Schaden zu beheben und die Opfer zu versorgen nochmal zuschlagen. Eine Taktik, die seit Jahrhunderten angewandt wird, vornehmlich um die Moral des Ziels zu untergraben."

"Wo befindet sich diese zweite Kampfgruppe, und wie stark ist sie?" wollte Skyla wissen.

Fiona tippe etwas auf dem Padd, und in der Mitte des Tisches erschienen mehrere Hologramme klingonischer Schiffe.
"Zu stark, zumindest in unserem aktuellen Zustand. Wo sie sind weiß ich nicht, ich habe nur ihren Sammelpunkt. Eine Koordinate im interstellaren Raum, weit genug weg von Carraya, um nicht zufällig von uns entdeckt zu werden, aber nah genug, um innerhalb eines halben Tages hier zu sein. Und sie dürften mittlerweile wissen, was hier passiert ist."

"Wenn ich der klingonische Kommandant wäre, würde ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen." überlegte Emin laut.

"Könnte das ganze vielleicht ein Bluff sein?" erkundigte Yvonne sich. Die Antwort war ihr klar, aber sie musste es trotzdem fragen. "Falsche Informationen, von denen die Klingonen wollten, das wir sie finden?"

"Dann hätten sie vorausplanen müssen, dass wir die Klaue erobern." warf Charles ein. "Und einen anderen plausiblen Grund fingieren müssen, warum gerade auf diesem Schiff die Computer nicht gesperrt wurden. Ich denke das können wir ausschließen."

"Ensign Amun, ihre Einschätzung als taktischer Experte?", kam die Frage der Kommandantin in einem ungünstigen Zeitpunkt, Amun war gerade mal wieder damit beschäftigt auffällig an Fiona vorbei zu sehen. So auffällig, dass sie verdammt nochmal endlich Notiz von ihm nahm! Jetzt, nachdem Sky das Wort an ihn gerichtet hatte, war sein Wunsch in Erfüllung gegangen, allerdings war er nicht sicher ob ihm DIESE Art der Aufmerksamkeit gefiel.

"Ehm...Für mich stellt sich die Frage wo kommt diese Armada so plötzlich her? Selbst wenn der Joint Venture Punkt der zweiten Flotte weit außerhalb Carrayas liegt, muss doch in irgendeiner Art und Weise Kommunikation abgefangen worden sein. Selbst jetzt nach dem Sonnensturm stehen der Odyssey Flotte mehr als genug Tiefensensoren und Sonden zur Verfügung um die Anwesenheit einer solchen Flotte zu verifizieren."

"Wollen Sie damit sagen, dass ich mir das ausdenke?", kam es spitz von Fiona. Wollte der Acamarianer ihr bei dieser Sache widersprechen?

"Natürlich nicht..ich würde nur empfehlen die ganze Sache genauer zu untersuchen. Wir brauchen maximale Aufklärung der Lage. Hinzu kommen natürlich Pläne für alle Sitationen. Angriff, Verteidigung, Evakuierung..."

Sky schürzte für einen Moment die Lippen. "Vergessen sie nicht, dass wir vermutlich gerade sehr Haushalten müssen. Ensign Nirrod war mitten in seinem Statusbericht zum Schiff und das einzige an das ich mich erinnern kann war das er sagte 'Wir haben keine Energie'."

Der Asura nickte. Er hatte sich nach der Unterbrechung durch Fiona wieder auf seinem erhöhten Sessel platz genommen. Wer allerdings die Augen Nirrods sah und den Ingenieur kannte, wusste sofort, dass sein Statusbericht noch ein paar unschöne Überraschungen enthielt. Sky lehnte sich erneut zurück und starrte einen Moment an die Decke.

"Wir stehen also wieder am Anfang." stellte Sie nachdenklich klar. "Am Anfang?" wollte Yvonne wissen, die ihrer CO nicht ganz folgen konnte.

Sky stand auf und zelebrierte sich einen Espresso, während die Anderen überlegten, was sie meinen könnte.

"Ist doch offensichtlich.", sie nahm einen Schluck ihres Espressos und lächelte tatsächlich offen, "Als man uns dieses Himmelfahrtskommando umgehängt hat, standen wir mit zu wenig Ressourcen, Schiffen und Intel vor der Aufgabe, eine System zu halten, das praktisch nicht zu halten ist. Und dessen Einwohner uns nicht hier haben wollen."

Sie war vor den großen Panoramafenstern angekommen und sah hinaus, mit dem Rücken zu ihrer Crew.
"Da sind wir jetzt wieder. Zusätzlich erschwerend kommt dazu, das die Klingonen von unseren Minenfeldern wissen und wir einen großen Teil davon an die Schockwelle verloren haben. Und es anzunehmen ist, das die Klingonen wissen, wo wir den Rest platziert haben." Sie pausierte wieder für einen Schluck.

"Unsere komplette strategische Überlegung ist den Klingonen bekannt. Und auf die Schnelle fällt mir außer eine Umverteilung der Minen noch kein Geniestreich ein. Rufen wir unsere Flotte also zurück, überlegen wir uns ein neues Muster für die Minen und bringen wir so viele neue wie möglich aus."

Sie war inzwischen wieder an ihrem Sessel angekommen und lehnte sich mit den Armen auf der Rückenlehne auf, nachdem sie die inzwischen leere Espressotasse weggestellte hatte. Sich vorbeugend meinte sie abschließend:

"Wir stehen hier in Anbetracht der klingonischen Angriffsflotte auf verlorenem Posten wenn sich nichts ändert. Wir werden das Unvermeidliche hinauszögern so lange wir können, aber wenn sich der Status Quo nicht zu unseren Gunsten verschiebt, werden wir dieses System aufgeben müssen. Überlegen wir uns also nicht nur, wie wir das System so lange wie möglich halten können, sondern auch wie wir mit möglichst heiler Haut davon kommen."

Während Sky sprach wechselte Lt. Charles Killroy einen Blick mit Fiona. Durch ihren Blick ermutigt, ergriff Charles das Wort.

"Wir haben da noch den bei Außenposten 1212 erbeuteten Bird of Prey. Die Tarnvorrichtung funktioniert noch. Das Schiff ist innen stark beschädigt, hat einen defekten Schildemiter sowie ein Loch auf der Backbordseite und wir haben das Torpedolager leergeschossen. Aber es könnte unsere Möglichkeit sein die Zivilisten und Verwundeten von der USS Odyssey zur nächsten Starbase zu evakuieren. Wir könnten die beiden Marine Transporter ebenfalls vollpacken und mitschicken. Deren Bewaffnung ist nicht überragend, aber die Schiffe können durch ihre Hüllenpanzerung einiges einstecken. Wir schicken alles an Personal mit, was wir nicht zwingend für Kampfhandlungen benötigen und dann greifen wir an, bevor der Gegner eine Chance hat uns zu überraschen. Und damit halten wir den flüchtenen Schiffen den Rücken frei."

Sky nickte langsam und richtete sich zu ihrer vollen Größe auf, ihre eisfarbenen Haare, die sie wie üblich zu einem langen Zopf zusammengebunden hatte und dessen Spitze sie auf ihrer linken Schulter festgeklippt hatte, schimmerten bläulich im Licht der Sonne Carrayas, das durch die großen Fenster fiel. Sogar Dingens schien Entschlossenheit auszustrahlen.

"Ensign Amun...sie und Lt. MacKenzie werden gemeinsam alle taktischen Optionen durchplanen. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass dies schnell passieren muss."

Einer plötzlichen Eingebung folgend wandte Skyla den Kopf um. Ihr Blick fiel auf Mara, deren Gesichtsausdruck große Langeweile verriet. Die Sylenerin wusste das dieser Eindruck täuschte, Mara nahm jedes Wort sehr aufmerksam auf. Es war an der Zeit Miss Jade wieder aktiv in die Planung mit einzubeziehen.

"Außerdem wird das taktische Team von Lt. Jade unterstützt."

Mara setzte sich ungläubig auf. Mit dieser Reaktion hatte sie nicht gerechnet.

"Von mir?"

"Präzise. Wie du mitbekommen hast fehlt uns gerade im großen Stil besonders eine Sache: Zeit. In Anbetracht dieser Tatsache kann es sicher nicht schaden wenn du dem Taktikteam beitrittst. Deine Erfahrung spricht für sich. Sechs Augen sehen mehr als vier.", führte die Kommandantin zuende aus. Amun musterte erst Mara und dann Fiona. Die Schottin schaute ihn an. Sofort hatte Amun wieder das Gefühl nackt zu sein. Fionas Gabe ihn zu durchschauen war einmalig, auch wenn er sich manchmal nicht sicher war ob er sich diese Fähigkeit nur einbildete.

<Ball an Mac und Carsten>

Sklya stellte Blickkontakt mit dem azuranischen CING her und nickte ihm leicht zu.

"Kommen wir nun endlich zu ihrem vollständigen Bericht Ensign Nirrod. Verzeihen sie das sie nun das Schlusslicht bilden."

Fiona, die Nirrod unterbrochen hatte, konnte nicht genau einschätzen ob der Asura gekränkt war. Er machte eine leichte Verbeugung in Skys Richtung und sprang mit einem Sprung erneut auf den Stuhl. Seine Beweglichkeit erstaunte nicht nur die Schottin. Als er mitten auf dem Tisch stand begann er erneut.

"Ich war gerade dabei auszuführen das uns die komplette Energie fehlt. Die Sekundäraggregate arbeiten, während der Rest auf Notbetrieb läuft. Und ich meine wirklich Notbetrieb. Der Sonnensturm hat etwas mit den Leitungen gemacht das wir noch nicht ermitteln konnten. Das Material der Leiter scheint sich verändert zu haben. Es scheint ein physikalischer Prozess zu sein der aus der Galaxie der H-la stammen muss, wenn ich Ensign Emins Vortrag richtig gefolgt bin."

Yvonne hatte sich vorgebeugt. "Die Leitungen?"

"Ich habs versucht so verständlich wie möglich zu beschreiben. Wir sind beim Rekalibrieren der Deuterium-Subraumdetektoren darauf gestoßen. Irgendwas hat das Material selbst verändert. Je mehr Energie dadurch fließt, desto schneller baut die Instrumente selbst ab. Wir haben den Subraum Inhibitor ausgetauscht und neu frequenziert, so ist vorerst die Kommunikation kein Problem."

Sky hatte kurz die Augen geschlossen. Nachdem Nirrod den Satz beendet hatte schlug sie die Augen auf und die eisblauen Augen fixierten den Asura.

"Wollen sie damit sagen Ensign das wir hier festsitzen?"

Nirrod trat von einem Bein auf das andere. Schnell warf er noch einen Blick in sein Padd bevor er den Blick wieder hob und Sky erneut ansah.

"Ich fürchte ja Ma'am. Wir können das Schiff notdürftig fit halten, aber der nächste Flug muss in eine Werft gehen fürchte ich. Durch diese phasenweise eintretende Zersetzung des gravimetrische Giga-Watt Kapazitors werde wir schon bald erhebliche Probleme bei der Energiegewinnung haben."

"Lassen sich die krrrrrritschen Systeme vielleicht mit einer ähnlichen Bestrrrrrahlung behandeln, wie es der Sonnensturrrrrm getan hat?", wollte Ortrichk wissen.

Nirrod nickte. "Die Idee hatten wir auch schon aber leider gibt es durch den Blackdown keine verifizierten Informationen über die Zusammensetzung der Bestrahlung. Wir sind gerade dabei die Werkstoffe zu untersuchen. Es gab mehrere Abweichungen der Quantum Schall Varianz, aber genaueres kann ich leider noch nicht sagen."

"Abseits der Energieversorgung, betrifft dieses Problem auch den Computer und die Core Relays?" wollte Ana wissen, während sie die Stirn kraus zog. Nirrod nickte ihr anerkennend zu.

"Gute Frage, leider ja. Der Computer läuft instabil. Wir haben den Maincore mit einem Level zwei Autocompositor überbrückt aber auch diese Struktur baut bei überhöhter Nutzung, wie zum Beispiel der Berechnung einer taktischen Strategie, schneller ab."

Die Aussichten waren zum Verzweifeln. Nicht nur das die Special Forces reif waren für eine Regruppierung und die Flotte der Klingonen sich plötzlich verdoppelt hatte, nein. Der Sonnensturm hatte die Odyssey kampfuntauglich gemacht. Eine Schmach, die der Sylenerin sauer aufstieß. Skys Stimme war rau als sie sprach.

"Wieviel Zeit bleibt uns noch?"

Nirrod lies das Padd sinken und richtete erneut sein Monokel, während er den Blick kurz durch die Runde schweifen lies.

"Ich denke bei normaler Benutzung bleiben uns etwa 36 Stunden bevor die Leitungen versagen. Im Modus 'Roter Alarm' wird es in etwa 18 Stunden soweit sein."

<Tick Tack, Tick Tack... die Zeit läuft!>

</RPG>


<SUM>

Zeit: MD 1.0809
Ort: USS Odyssey, Bereitschaftsraum

Nach der Schweigeminute geht der Krisenstab weiter. Ensign Emin berichtet von seinem überraschenden Erstkontakt und erhält mit Ortrichk und Ana die Aufgabe eine neue Heimat für die H -Ia zu finden. Während das Meeting noch läuft erhält Fiona weitere Informationen über die Kampfkraft der Klingonen, die doppelt so hoch ist wie die Crew erwartet hat. Zu guter letzt offenbart der CING das die Odyssey, das Flagschiff Lymas, durch den Sonnensturm so stark beschädigt wurde, das ein weiterer Kampf vermutlich nicht möglich sein wird. Es sieht nicht gut aus!
</SUM>


Submitted by
ALLE


Der Krisenrat - Teil I

Mortimer Bishop
 

Hallo ihr Lieben!

Das folgende Post stammt aus dem gemeinsam beschriebenen Multipost. Ich muss sagen das ich hellauf begeistert bin! Bis auf Effi und Phil haben alle Spieler bei der Entstehung des Dokuments geholfen (Wenn ich richtig gezählt habe). Dabei ist zusehen das die gemeinsamen Ideen sich oft in eine ähnliche Richtung entwickeln, darauf bin ich sehr stolz! Lasst uns gerne so weitermachen! Teil II des Krisenrats folgt später.

Die aktuelle Szene im Bereitschaftsraum habe ich erstmal geschlossen, aber schreibt gerne neue Szenen hier hinein! Mich würde eine zahlreiche weitere Nutzung des Padds sehr freuen!

Lieben Gruß und Danke an alle!
Mo

<RPG>

Zeit: MD 1.0757
Ort: USS Odyssey, Bereitschaftsraum

Der Raum war noch ganz leer als die Kommandantin der USS Odyssey ihren Bereitschaftsraum betrat.

In der einen Hand ein Padd mit den Statusberichten der Nachtschicht, in der anderen Hand die obligatorische Tasse Espresso. Mit einem Schmunzeln stellte sie fest, dass die Crew den gestrigen Tag Pause offensichtlich genutzt hatte. Normalerweise legten die meisten ihrer Offiziere Wert darauf, vor ihrer Chefin am Tisch zu sitzen. Jeder der nach Skyla den Raum betrat, galt sofort als "Zu spät". Aber diese Regel war heute außer Kraft gesetzt. Die diesjährige Silversterparty steckte allen noch in den Knochen und so war Skyla Lyma um drei Minuten vor acht noch alleine hier.

Aufatmend nahm die Sylenerin auf ihrem angestammten Stuhl platz. Sie hob das Padd und las den Bericht von Ensign Emin ein weiteres Mal durch. Die Geschehnisse um den FLG klangen wie ein Stück aus einem Holotheater. Sichtlich von den Geschehnissen gezeichnet hatte der Allasomorph vom Erstkontakt mit der H -Ia Spezies am gestrigen Tag um etwa 18 Uhr Bordzeit Bericht erstattet. Seitdem ruhte er sich aus. Vorerst hatten sich Raumwal und Kaulquappe in die Nähe der Sonne zurück gezogen, um sich von den Erlebnissen zu erholen, aber natürlich war dies keine Dauerlösung.

Auch Yvonnes Bericht über den Verbleib der Talon las sich mehr als abenteuerlich. Skyla ertappte sich dabei wie Yvonnes Zeilen sie stolz machten. Ihre erste Offizierin hatte nicht nur hervorragende Kommandofähigkeiten, sie hatte immer wenn es darauf ankam einen Geistesblitz, der jede noch so aussichtslose Situation umdrehte. Ein Joker. Sie hatte es in ihrem Bericht nicht erwähnt, aber Skyla vermutete, dass die Idee mit dem gasgefüllten Ballons von ihr stammte. Auch die Crew der Talon war seit einem Tag wieder da und sofort in ihrem Quartier verschwunden.

Skyla wischte zum nächsten Status. 1st Lt. Juliette Louanne de Moncoeur. Sie würde wohl nicht an der Besprechung teilnehmen. Lt. de Moncoeur war tot. Sie würde nie wieder mit an diesem Tisch sitzen, an dem sie nun schon fünf Jahre gesessen hatte.

Jäh wurde Skyla aus ihren Gedanken geholt als die Tür aufging und ihre Zweite Offizierin den Raum betrat. Interessanterweise merkte man Lwaxana Ivoin die Nacht voller Strapazen nicht an. Es war sehr bezeichnend, dass Ana die Erste war. Auf leisen Pfoten folgend kam kurz hinter ihr Lt. Ortrichk Lertaryk herein. Erst als sie die Tür durchschritten, ließ Anna die Pranke der Katze los und zupfte sich zeitgleich ein wenig Fell vom Ärmel, während beide einen verliebten Blick tauschten und sich an den Tisch setzen, natürlich neben einander - wie jedes Mal.

Skyla betrachtete Ana nachdenklich, wer hätte gedacht, dass sich die junge Frau in so kurzer Zeit derart weiterentwickeln und zu einem so wichtigen Teil der Crew mausern würde? Natürlich, Yvonne hatte Skyla lachend die vielen bürokratischen Beschwerden gezeigt, die sich auf Anas Konto gesammelt hatten, aber was machte das schon? Die Betazoidin genoss ihr voller Vertrauen, sie hatte in vielen Situationen, insbesondere während ihres Geheimauftrags mit Mara und Sif gezeigt was in ihr steckte. "Halbwegs erholt Nummer Zwei?"

Anas Blick hatte noch einen Moment auf den wunderschönen Reißzähnen ihrer Freundin gehangen als Sky es schaffte die Aufmerksamkeit der Betazoidin auf sich zu lenken. Ein langsames Nicken Folgte, „Wir waren im Quartier, haben gegessen und uns dann der Fellpflege gewidmet und dann…“ Die Wissenschaftlerin räusperte sich nur kurz, was Ana mit einem fragenden Blick kommentierte, „Sie hat doch gefragt.“ Ortrichk nickte, „Ja aber alles will sie nicht wissen.“

„Wieder so eine Sache mit zu vielen Daten?“

Kopfschütteln blickte Ana wieder zu Sky, das diese empfindungsfähigen Wesen auch immer so schwierig sein mussten. Irgendwer wollte was wissen und fragte und das nur um dann doch nicht alles wissen zu wollen. Wenn sich einfach alle Wesen in ihrem Umfeld logisch verhalten würden, dann hätte Ana es einfacher! Viel einfacher! Aber das DIE in der Überzahl waren, musste sich wohl oder übel Ana anpassen. „Wir haben uns entspannt.“, stellte sie nun doch trocken fest und zauberte der Katze ein Lächeln in Gesicht, was Sky mit einem trockenen Nicken quittierte. Sie hatte verstanden was sie Beiden angestellt hatten. Gut, dass sie diese Gespräch abgekaspert hatten bevor die Anderen den Raum betreten hatten, am Taktgefühl musste die Katze mit Ana noch arbeiten.

Lt. Charles Killroy betrat den Raum und kurz danach Fiona MacKenzie. Charles salutierte kurz. Dem Marine sah man den letzten Tag und die letzte Nacht, aber insbesondere die schweren letzten Stunden an. Tiefe Augenringe hatten sich in sein wettergegerbtes Gesicht gegraben. Die grüngrauen Augen waren tiefgründig müde, das Gesicht verschrammt. An seiner Unterlippe klebte frischer Schorf. Auch eine schnelle Dusche und eine frische Uniform täuschten nicht darüber hinweg, wo Charles herkam und welche Bürde jetzt gerade auf seinen Schultern lastete. In sein Gesicht, seine ganze Bewegung, waren die Erlebnisse der letzten Stunden eingegraben. Kurz gesagt: Der Mann gehörte ins Bett - und danach zum Counselor. Jetzt aber war er hier: Als temporärer Leitender Offizier einer mehr als dezimierten Einsatzeinheit des Starfleet Marine Corps. Sein Bericht hatte selbst Commodore Lyma eine Gänsehaut verpasst.

Fiona konnte es sich nicht nehmen Killroy kurz zu drücken und ihm auf den Rücken zu klopfen. Auch setzte sie sich neben den Marine an den Tisch. Es tat gut ihn zu sehen. Sie hatte den Bericht über die Special Forces kurz überflogen und einen Blick auf die verdammt lange Verlustliste geworfen. Es tat gut zu sehen, dass Charles es geschafft hatte und sie würde später auch noch einen kurzen Besuch auf der Krankenstation einplanen. Zuviele hatten nicht soviel Glück wie Charles und lagen mehr oder minder schwer verletzt auf der Krankenstation oder in Frachtraum 3, den man kurzfristig zu einer Art Leichenhalle umfunktioniert hatte. Auch dort würde Fiona kurz vorbei sehen, um Abschied zu nehmen.

Sie war in das Gespräch mit Charles vertieft als sie bemerkte, wie Amun den Raum betrat und nicht einmal in ihre Richtung sah. Sofort meldete sich ihr schlechtes Gewissen wieder, aber sie schob es beiseite - die Sache mit der Echse tat ihr wirklich leid - im Nachhinein. Damals war es allerdings auch sehr spaßig gewesen.

Damals, dabei waren nur einige Wochen vergangen und ihr kam es vor wie eine halbe Ewigkeit. Dass Amun deswegen sauer war verstand sie natürlich und sobald es ihre Zeit zuließ, würde sie ihm ein Versöhnungsangebot machen ... wenn er nicht mehr so sauer auf sie zu sein schien und nichts gravierendes wie eine klingonische Invasion dazwischen kam.
Wobei, nein definitiv vorher. So wie das zur Zeit bei ihnen lief, würde einer von ihnen die Invasion sicher nicht überleben und sie würde sich ewig Vorwürfe machen, dass sie diese Sache nicht vorher schon bereinigt hatte - sofern sie überlebte natürlich. Aber so wie sich Amun an diesem Morgen gab, sollte sie ihn jetzt besser nicht drängen ... das konnte alles nur noch schlimmer machen.

Währenddessen hatte sich der Raum immer weiter gefüllt, Ensign Amun hatte als einer der Letzten den Raum betreten. Der Acamarianer fühlte sich um Jahre gealtert, während er zu einem freien Stuhl schlurfte und sich setzte.
Die Ereignisse an Bord der Talon, im tiefen Schwarz des Weltraums, meilenweit unter dem Meer und zu guter letzt wieder in Carrayas Umlaufbahn hatten dem jungen Offizier ordentlich zugesetzt. Er fühlte sich wie nach einer Achterbahnfahrt die mehrere Tage angedauert hatte.

Bewusst hatte er sich nicht neben Fiona gesetzt, ja nicht mal in ihre Nähe. Er vermied es tunlichst die Sicherheitschefin anzusehen, auch wenn er ihr rotes Haar am Rande seines Blickfelds wahrnahm. Ihre Abfuhr an Bord von CAT hatte ihm weh getan. Sehr weh. Die Zuneigung zu ihr war in den dunklen Stunden im Weltraum und dann später ein emotionaler Anker für ihn gewesen. Hatte er ihre Nähe falsch gedeutet? Hatte sie für ihn ganz anders empfunden?

Das Sie für Lobsangs schlimmen ersten Tag verantwortlich war, machte das Gesamtpaket nicht besser. Aber diese Tatsache hatte ihn nicht so sehr verletzt wie ihre Flucht vor ihm. Sie hatte "Es tut mir leid" gesagt und hatte sich ohne weiteren Kommentar mit einer Flasche Wiskey verzogen. Egal wie Amun dieses "Es tut mir leid" drehte und wendete, es hatte sich in der Situation nicht ehrlich angefühlt. Dieses Statement wertete Amun als bewusst verletzend.

// Sie hätte auch einfach "Lass mich in Ruhe" sagen können// dachte er bei sich, dann wären ihm wenigstens die peinlichen Blicke von Sif und Yvonne erspart geblieben. Zum Glück hatte er noch Ana, die von dem ganzen Trubel wie immer keine Notiz genommen hatte und mit Blick auf das leere Wiskeyglas in Amuns Hand stirnrunzelnd gefragt hatte, ob er häufiger im Dienst trank.

Ana, die neben Amun saß, blickte zu diesem hinüber, gegen die Flut an Emotionen, die von ihm ausging und auf sie selbst zuschwappte, hatte sie sich für einen Augenblick nicht abschirmen können. Innerlich seufzte Ana, er tat ihr leid - allerdings ebbten ähnliche Gefühle auch von Fionas Seite des Raumes auf sie zu und sie tat Ana auch leid. Ein erneutes innerliches Seufzen bahnte sich den Weg in ihren Kopf und sorgte dafür das sie sich für den Moment wieder abschirmen konnte.

So wie Sky kam auch Mara mit einer Espressotasse in der Hand durch die Tür. Die nachtschwarze Tasse trug das Logo von CAT und enthielt mindestens einen 5-fachen Espresso. Nach einem Blick in Maras Gesicht, konnte man aber auch deutlich erkennen, dass sie den dringend nötig hatte. Tiefe Ringe unter den Augen, die normalerweise gesund wirkende, wenn auch sehr helle Haut unter den roten Haaren wirkte eher fahl und wachsig, sogar die Haare hatten ihren üblichen Glanz verloren.

Müde lächelte sie ein "Morgen" in die Runde, ehe sie sich auf dem erstbesten freien Platz fallen ließ, den Kopf zurück lehnte und leise "Der letzte Gravedigger war zuviel!" stöhnte.

Yvonne, die direkt hinter der Sylenerin den Raum betrat, konnte dem gedanklich nur zustimmen. Mara sah scheiße aus. Wie die meisten von Ihnen. Sie selbst? Vermutlich auch nicht besser. Schlamm und Blut war sie mit einer langen Dusche und frischen Uniform losgeworden, und "Minirock" Mayfair hatte sich in einer ruhigeren Minute um ihre Dekompressionssymptome gekümmert, aber die EO hatte es trotzdem vermieden, allzu genau in den Spiegel zu sehen.

Mit einem schnellen Blick in die Runde sah sie, das schon nahezu alle anwesend waren. Zumindest alle, die noch konnten. Sie ging zum Kopfende den Tisches und setzte sich zu Skylas Rechten, wobei sich die Blicke der beiden Frauen kurz trafen. Yvonne schauderte. Da war mehr in Skylas Blick als nur das übliche 'schön das sie da ist, dann können wir ja endlich anfangen'. Es war eine Zuneigung, die sie früher öfters in diesen Augen gesehen hatte, aber nie in der Öffentlichkeit. Und es dauerte nur einen Augenblick, danach war Skyla wieder die beherrschte Eiskönigin.

Sie nickte Dr. Rani Than zu, die gerade den Raum betrat, noch in OP-Kleidung. Sie sah müde aus. Ihre Flecken waren leicht blass, was den Gesamteindruck der anstrengenden letzten Stunden unterstrich. Als letztes drückte sich Counselor Cal Mannix durch die Tür, seltsam steif laufend. Auch er schien eine schwere Nacht gehabt zu haben. Nicht verwunderlich, bedachte man die vielschichtigen Aufgaben der psychologischen Abteilung. Der CNS nahm den vorletzten freien Platz ein.

Schließlich waren alle da, die kommen würden. Sky fing alle Anwesenden mit einem Blick ein. Mit einem weiteren Blick auf die leer gebliebenen Plätze meinte sie trocken: "Ich denke nicht, das noch wer kommen wird."

Wo sonst ein dezentes Lachen durch die Runde gegangen wäre, herrschte an diesem Morgen Stille. Charles Killroy's Blick war fest auf den großen Tisch vor sich gerichtet. Er nahm kaum Notiz von den Personen um sich herum.

"Fangen wir also an." meinte die CO während sie ihre Espressotasse weg stellte und aufstand, um sich einen Neuen zu machen. Ana schaute Richtung Yvonne, die das Prozedere schon kannte und sich ein Lächeln verbeißen musste. Die Kommandantin kostete jede Sekunde an der alten Maschine aus. Skyla hatte über die Jahre einen Spleen für das richtige Timing der Espressozubereitung entwickelt. Oder einfacher gesagt: Je mehr Leute dabei zusahen umso besser und so setzte Skyla still vergnügt die alte Maschine in Gang während ihre Senior Offiziere hinter ihr geduldig warteten. Umso erstaunlicher war es für sie als die Kommandantin etwas tat, was sie noch nie getan hatte. Sie balancierte die kleine Tasse, die unruhig auf der Untertasse stand, nicht etwa zu ihrem Platz. Festen Schritts steuerte sie ein ganz bestimmtes Crewmitglied im Raum an.

Klirrend setzt sie das Geschirr vor 1st Lt.Charles Killroy ab. Der Marine fuhr hoch. Skyla hatte sich zurück gebeugt. Ihre Hand ruhte auf Kilroys Schulter. Yvonne sah Ana an. Auch einige anderen Offiziere hatten Blicke gewechselt. Diese Situation war neu.

"Für sie Lieutenant.", sagte sie sanft. Fast alle Beteiligten hatten bereits den Bericht des Marineangriffs gelesen. Selbst die Sylenerin hatte geschluckt. So wie es aussah hatte der Schotte den Expresso bitter nötig. Die Brutalität und Aggressivität des ganzen Manövers sorgte ganz bestimmt nicht für eine ruhige Nacht. Mit weicher Stimme fuhr sie fort: "Berichten Sie."

Lt. Charles Killory wusste nicht ganz, wie er mit der Situation umgehen sollte. Er nahm selten an Treffen der Führungsoffiziere teil. Seine ganze Dienstzeit hatte er daraufhin gearbeitet einmal hier mit am Tisch zu sitzen und jetzt wo es soweit war, schmeckte die Sache so unglaublich bitter.

"Also," Charles unterbrach sich und suchte nach dem richtigen Anfang, während er sich zögerlich erhob. Viel Reden war noch nie seine Stärke gewesen. "Gestern kurz nach Mitternacht sind 102 Marines mit Marine-Transporter 1 zum Außenposten 1212 aufgebrochen, der einen klingonischen Angriff durch vier Bird of Preys meldete. Als wir in Sensorenreichweite des Außenpostens kamen, konnten wir dies bestätigen. Lt. de Moncoeur und ich einigten uns auf einen riskanten Plan. Da der Transporter unterbewaffnet war, konnten wir durch eine List an Bord des Führungsschiffes IKS Kinzhar gelangen, den Backbord-Schild-Emiter ausschalten und haben ein Enterkommando, bestehend aus drei Teileinheiten und Unterstützungskräften, insgesamt 52 Marines, an Bord beamen können. Innerhalb eines etwa halbstündigen Kampfes an Bord der IKS Kinzhar gelang es dem Alpha Platoon unter Lt. de Moncoeur den Gegner unschädlich zu machen und alle relevanten Schiffssysteme zu erobern. Dabei erlitten wird herbe Verluste. Dies blieb den anderen klingonischen Schiffen nicht verborgen, woraufhin diese die Kinzhar unter Beschuss nahmen. Ich entschloss mich mit dem Marine Transporter in das Gefecht einzugreifen. Lt. de Moncoeur konnte mit Hilfe des eroberten Bird of Prey zwei Schiffe unschädlich machen, die bereits an der Basis angedockt hatten, das Dritte flüchtete beschädigt."

Charles machte eine kurze Pause, griff nach der Espresso-Tasse, setzte diese aber unverrichteter Dinge wieder ab. "Der Außenposten hat ein Enterkommando der Klingonen erfolgreich zurückschlagen können, so dass wir nicht mehr vor Ort benötigt wurden. Auf dem Rückflug kam es zu einem Schusswechsel auf der Brücke des Bird of Prey. Corporal Birden schoss mit einem erbeuteten Disruptor auf Lt. de Moncoeur und traf die Energiezelle ihres Phasers. Sie wurde durch die Explosion der Energiezelle schwer verletzt und von Dr. Christopher erstversorgt. Zu Birdens Motiven kann man nur mutmaßen, die Ermittlungen laufen."

So sachlich wie Charles Killroy versucht hatte die Mission zu schildern, so brüchig wurde seine Stimme bei jedem weiteren Wort. "Insgesamt forderte diese Mission 33 tote Marines. 24 starben im direkten Kampf, Corporal Birden wurde während seines Amoklaufes erschossen, vier Marines überlebten den Flug zurück zur Odyssey nicht und erlagen ihren schweren Verletzungen."

Der Schotte musste sich unterbrechen, spielte mit der Espressotasse, wieder ohne etwas trinken zu können. "Drei Marines, darunter Lt. de Moncoeur, verstarben kurz nach der Ankunft auf diesem Schiff aufgrund ihrer schwersten Verletzungen und dem schlechten Allgemeinzustand, ein Marine hat die Nacht nach der Operation nicht überlebt. Desweiteren ringen noch zwei weitere Marines mit dem Tod, die restlichen Verletzten sind stabil bzw. konnten nach ambulanter Behandlung entlassen werden."

Der Schotte schluckte hart. "Momentan verfügen wir nur noch über 1/3 der vorherigen Einsatzstärke an Special Force Kräften. Wie es um deren Moral bestellt ist, muss ich glaube ich nicht weiter ausführen. Jeder hat bei diesem Gefecht Kameraden und Freunde verloren, auch ich."

Stille. Charles spürte erneut eine Hand auf der Schulter. Die Kommandantin hatte während des Berichts hinter ihm gestanden. Keine Spur von der einstigen Eiskönigin. Mit leiser Stimme wandte Sky sich direkt an Charles. "Danke Lieutenant, das war sehr tapfer von Ihnen. Sie können sich gerne zurückziehen, wenn Sie es vorziehen sich weiter auszuruhen."

"N.. nicht nötig Ma'am.", entgegnete der Schotte während er sich wieder auf die Tischplatte konzentrierte. Diesmal um mit aller Gewalt seine hochbrausenden Gefühle zu unterdrücken. Die Worte des Schotten hatten eine ähnlich bedrückende Wirkung auf alle anderen Offiziere. Mara war bei dem Bericht des Marine auf ihrem Platz hin und her gerutscht. Yvonne hatte den Blick abgewendet. Nirrod putzte umständlich sein Monokel während Amun den Kopf hängen ließ als wöge er plötzlich 30 Kilo mehr. Cal hatte sich eine Notiz in sein Padd geschrieben aber während des Berichts das Ding weg gelegt. Er fühlte sich plötzlich unwohl.

Fiona legte ohne weiteren Kommentar ihre Hand auf Charles. Ihr Landsmann schluckte erneut. Alle Offiziere in diesem Raum waren bereits mit dem Tod in Berührung gekommen, aber niemand hatte in so großem Ausmaß eigene Leute beerdigen müssen mit Ausnahme von Sky vielleicht.

Skyla Lyma war wieder zu ihrem Platz zurückgegangen. Vor ihrem Sessel blieb sie stehen. Ihre Miene war sehr ernst. "Meine Damen und Herren, bitte erheben sie sich."

Ohne das sie weitere Erklärungen machen musste erhob sich die gesamte Riege der Offiziere. Stillschweigend standen sie nebeneinander. "Lassen sie uns der Toten gedenken."

Erneut kehrte ein lautes Schweigen in den Raum zurück. Alle hatten die Köpfe gesenkt, einige hatten die Augen geschlossen.

</RPG>


<SUM>

Zeit: MD 1.0757
Ort: USS Odyssey, Bereitschaftsraum

Einen Tag nach dem ereignisreichen Start ins neue Jahr treffen sich die Offiziere der Odyssey endlich zu einem längst überfälligen Krisenrat. Durch die besonderen Umstände sind die meisten etwas später und tropfeln erst nach und nach hinein. Sky fordert alle Beteiligten auf Bericht zu erstatten, es beginnt Charles Killroy.
</SUM>



Submitted by
ALLE


Wassergespräche

Phil
 

 
Moin zusammen, 
 
da war noch ein Ball mit Carsten offen, den ich ungern liegen lassen wollte. 
Nichts größes und auch nur philosophisches Bullshitting - aber Ball ist Ball ;-) 
 

<rpg>

 

Ort. Casino USS Odyssey

Zeit: MD 0.1500

 

<quote>

„Leichter“ Cal nahm einen Schluck aus seinem Getränk „Welches vernünftige intelligente Lebewesen stirbt schon gerne?“

Sky schüttelte den Kopf. “Ich nicht.”

“Ich auch nicht.” stimmte der CNS seiner CO zu.

 

“Aber das beantwortet unser Problem nicht. Macht es das Wissen für etwas zu sterben leichter zu sterben?”

“Ich weiß es nicht, aber ich denke das viele nach einem Sinn des Lebens suchen, und für die ist es vielleicht tröstlich zu wissen das ihr Tod nicht völlig umsonst war.”

Ihr Lächeln war sardonisch. “Aber war es das denn auch?”

“War es was?” wollte er wissen.

“Umsonst?”

</quote>

 

Cal schmunzelte und blickte in sein Glas. Er drehte das Glas und die klare Flüssigkeit suchte den Glasränd emporzusteigen.

 

„Der Tod ist nicht umsonst. Er kostet das Leben.“

„Aha.“ Sky blickte den CNS stirnrunzelnd an. „Das ist zu einfach.“

„Aber ich glaube, mehr ist es auch nicht.“ Cal stellte das Glas ab. „Was ist das Leben? Biologisch-chemische Prozessen, die ablaufen. Das ganze hier,“ Cal deutete auf seinen Körper, strich von seinem Hals bis in die Hüftengegend,“das funktioniert in erster Linie, weil die Biologie es will.“

„Was ist mit dem Geist?“ Sky blickte den CNS herausfordernd an.

„Ja genau, jetzt geht es los. Sie kennen die Sichtweisen. Die einen sagen, dass der Geist die Einbildung des neuronalen Prozesses ist. Quasi das mentale Restbild von allem, was da so im Körper passiert. Das heißt aber auch, dass freier Wille, Kreativität.. alles, was sie denken, was sie frei und als gestaltend erleben, durch körperliche Prozesse bestimmt ist. Die Vorstellung, dass es einen freien Willen gibt, ist dann schon wieder nur Einbildung.“ Cal schob das Glas auf der Theke nach rechts.

„Und dann gibt es die andere Sicht. 'Hylemorphismus' Das war dieser Grieche, Aristoteles. Der übersetzt Leben mit 'Werden', also Entwicklung. Das geschieht, in dem auf etwas unbelebtes, also Stein, eine Form hinzutritt. So kann aus einem Stein eine Statue vom großen Admiral Kirk werden.“ Cal zog das Glas wieder an sich. „Long Story short: Es gibt Materie und es gibt Geist. Beide sind aber nicht voneinander zu trennen, sondern höchstens zu differenzieren.“ Cal drehte sich zu Sky um.

„Und um es mit ihrer Frage zu verbinden. Die Frage ist doch eigentlich nicht, ob mein Tod Sinn hat, sondern welchen Sinn ich damit verbinde. Das ist so ein bisschen, wie wenn sie sich bei einer Wahrsagerin für einen Termin anmelden müssen: Entweder es ist schon klar, was passieren soll oder eben nicht. Und bei letzterem bin ich mir nicht sicher, womit die Wahrsagerin eigentlich Geld verdient.“

„Ist der Tod nun umsonst oder nicht?“ Sky hakte nochmal nach. Was der CNS sagte, wirkte zwar ihr Interesse, aber er wirkte etwas fahrig.

„Bleiben wir bei der Wahrsagerin: Würden Sie sich aus der Hand lesen lassen um zu hören, was in ihrem Leben passieren wird?“

„Das ist rausgeschmissenes Geld!“ Sky wandte den Blick von Cal ab und zog ihr Glas zu sich.

„Das denke ich auch. Gleichzeitig kann es aber interessant sein, was die Dame über mein Leben zu sagen hat. Ich glaube, dass man sich nicht sein Leben von einer Wahrsagerin erklären lassen sollte, sondern das, was die Wahrsagerin sagt, mit seinem Leben in Verbindung bringen könnte, wenn man denn so eine Frau auf Freecloud besucht. Da soll es tolle geben. Der Neffe eines Freunds von mir war bei einer klingonischen...“

„Also ist der Tod nicht umsonst?“ Sky wollte den CNS nicht vom Haken lassen. 

Cal wandte Sky seinen ganzen Körper zu. Er trank sein Glas in einem Zug leer und stellte das Glas dann ab.

„Ich glaube nicht, dass wir über einen Tod sagen können, ob er umsonst war oder nicht. Ich denke, dass können nur die Betroffenen klären. Da wir aber rein biologisch nicht mehr davon ausgehen, dass nach dem körperlichen Ableben viele Hirnaktivitäten stattfinden, rege ich an, das jeweilig eigene Leben so zu leben, dass das eigene Leben nicht umsonst war.

Nutzte ich mein Potential oder nicht? War ich ehrlich zu mir, habe ich in meiner sozialen Größe interagiert, bin ich meinem Lebensweg auf die Schliche gekommen oder habe ich mein Leben gestaltet. Der Tod tritt ein, so oder so. Das ist unvermeidbar. Vielleicht kann es helfen, zu wissen das ich für andere sterbe, wenn ich meinen Körper auf die scharfe Granate werfe, vielleicht tut es weh, wenn ich meine Liebe noch nicht gestanden habe und kurz vor dem Bekenntnis von einem Plasmastrahl aufgelöst werde. Aber das weiß ich nicht und die Wette finde ich auch sehr gefährlich einzugehen. Vor dem Tod stehen wir dann doch alle allein und manche mögen solche Gedanken trösten, andere nicht. Erwarten kann man das von niemandem, denn es geht um die Auslöschung der eigenen Existenz. Gerüchtenzufolge gibt es sogar Klingonen, die im Angesicht des Todes zucken.“

Cal beugte sich zu Sky vor.

„Ich möchte mich nicht im Angesicht des sicheren Todes mit der Frage beschäftigen ob der Tod umsonst war, sondern ich möchte mir im Leben sicher sein, dass ich das gemacht habe, was mir möglich war, um das Leben gut mit mir und anderen zu gestalten. Wenn man sich im Leben mit diesen Fragen beschäftigt hat, dann vermute ich, dass am Ende die Frage ob der Tod umsonst war oder nicht, nicht ganz so scharf trifft, da man ja bereits einen Lebensweg hinter sich hat. So jedenfalls möchte ich den Deckel von innen zu machen. Kennen Sie Sinatra? Hören Sie sich mal an, was er mit 'I did it my way' meint.“

Sky blickte auf sein Glas „Warum trinken sie eigentlich Wasser Lieutenant?“

„Die Weihnachtsgeschenke waren dieses Jahr echt teuer. Und verzeihen sie, aber ich muss jetzt echt gehen. Ma'am.“ Cal tippte sich mit Zeige- und Mittelfinger an die Stirn um den militärischen Gruß anzudeuten, denn er nicht mochte und verschwand aus dem Casino.

</rpg>

<sum>

Ort. Casino USS Odyssey

Zeit: MD 0.1500

 

Sky und Cal fachsimpeln über Leben und Tod.

</sum>

 

submitted by

Lt. jg. Cal Mannix

CNS, USS Odyssey


Freunde

Skyla Lyma
 

Hi Leute. 

Anbei ein weiteres Copo, das irgendwo in die Coposerien der letzten zeit reinpaßt. Linda hat eine echt produktive phase :-) Ich auch, wie inzwischen mehr als 100 seiten unveröffentlichtes (Copo-)Material beweisen.

Nunja. 

Linda, it was a blast, as usual!


<rpg>


Zeit: SpD 31.2100

Ort: Krankenstation


Das Licht auf der Krankenstation war bereits leicht gedämmt worden. Ratana war vom Überwachungsraum in ein Beobachtungszimmer gebracht worden. Ihre Biowerte waren wieder normal, aber ihr Geist war es noch nicht, genausowenig wie ihr Körper. Sie war vor einer guten Stunde wach geworden und Dr. Than hatte ihr berichtet was geschehen war. Sie konnte das noch immer nicht ganz verstehen. 


Das war nicht das erste Mal in ihrem Leben, dass sie einen Kälteschock erlitten hatte. Einmal war sie in einer Höhle während ihrer Kadettenzeit unterkühlt, ein anderesmal in einen eiskalten Fluss gestürzt. Beide Male war sie relativ schnell wieder aufgewärmt worden. Dieses Mal hatte sie ihre eigene Dusche beinahe umgebracht. Sie konnte sich nur noch daran erinnern, dass sie warm geduscht hatte, weil sie das Tropfen des Wassers benötigt hatte. Um sich zu beruhigen. Dann war alles sehr schnell gegangen. Kurz hatte sie sich selbst gefragt, ob es Absicht von ihr gewesen war, aber da Dr. Than von einem Unfall sprach, verdrängte sie eine Kurzschlusshandlung. 


Sie ahnte, dass sie die letzten Stunden wild geträumt haben musste. Die Trillärztin hatte etwas von einem Beruhigungsmittel gesprochen und das Dr. Mannix darauf bestanden hatte, dass sie bei Bedarf mehr bekommen konnte und nach ihm rufen sollte, wenn es ihr schlecht ging. Sie hatte sich bedankt, es aber abgelehnt. Dieses Zeug hatte sie eine Ewigkeit nicht mehr benötigt und sie wollte nicht wieder damit anfangen. Schon jetzt machte sie die einmalige Dosis in den Gedanken träge. Dabei wollte sie nachdenken, was sie emotional so aus der Bahn geworfen hatte. Waren es die Fakten oder die Worte gewesen?  


Sie angelte mit der Hand nach dem Wasserglas auf dem Tischchen, bekam es auch zu fassen, aber ihre Nerven waren noch so taub, dass sie die Berührung nicht wahrnahm. Das würde erst nach einer guten Mütze Schlaf als Empfindung zurückkehren. Sie erinnerte sich an den Trick, wie sie es ausgehalten hatte den schweren Rucksack über Stunden zu tragen. Sie hatte ihre Schultern einfach mit Kältesalbe betäubt. So hatte sie nicht einmal gemerkt, dass sie sich beim 30 Kilometer Orientierungsmarsch die Schultern aufgescheuert hatte. Ein reptilohumanoider Körper hatte gegenüber dem humanoiden einige interessante Unterschiede. Dies war einer davon. 


Plötzlich rutschte ihr das Wasserglas aus den noch immer tauben Fingern, aber esfiel nicht zu Boden. Eine Hand hielt es fest. Eine Hand, deren helle Haut nur zu einem Menschen in ihrem Bekanntenkreis gehören konnte. 

"Du solltest vorsichtiger sein. Der Arzt sagt, es dauert noch, bis sich die Nervenenden regeneriert haben." 

Die Stimme von Sky war warm und besorgt. Während Ratana noch versuchte, herauszubekommen was sie antworten sollte, trat die CO um ihr Bett, so dass sie sie auch sehen konnte. 

Das erste was Ratana auffiel war das die CO in zivil war, ein Anblick den die wenigsten der Crew kannten, und der immer wieder für abenteurliche Geschichten gesorgt hatte. Skys wenige Zivilkleidung war durchaus... Atemberaubend. Und so garnicht zivil im gewöhnlichen Sinn. 


Ratana einigte sich schließlich mit sich selbst: "Danke." 


Sky grinste schief. "Soll ich dir einen Strohhalm besorgen? Ist zwar entwürdigend, aber hilft beim trinken?"


"Meine Lippen sind wahrscheinlich nicht besser durchblutet," wandte die Orionerinein. "Sehr gerne....und wenn du eh zum Replikator gehst, ein Glas Tee wäre wunderbar."


Ratana hatte gar nicht bemerkt, dass sich Skyla genähert hatte, so sehr hatte sie sich allein darauf konzentriert nach dem Glas zu greifen. 


"Irgendeiner?" 


"Orionischer Tee, ich glaube, ich brauche etwas zum wachwerden." 


Sky tat wie gebeten - nicht viele an Bord konnten von sich behaupten die Sylenerin herumkommandieren zu können - und brachte neben einer Tasse Tee für Ratana auch einen Strohhalm und ein Getränk für sich mit. 

"Danke," meinte die Orionerin und fuhr die Rückenlehne ihres Bettes hoch, um besser trinken zu können. Mit einem Blick auf Skys Glas meinte sie:

"Wie? Keinen Kaffee?"

"Nein. Ich habe mich inzwischen zu sehr an den meiner Espressomaschine gewöhnt. Also muß es was anderes sein."

"Und was?" Ratana musterte die trübe Flüßigkeit. 


"Gin Lemon." kam es fast verlegen von der Sylenerin. 


"Syntheol auf der Krankenstation. Das hatten wir auch schon lange nicht mehr," schwelgte die  Marine vor sich hin. Sie nahm verlegen einen Schluck vom Tee und war dankbar, dass sie das nicht mit den Lippen tun musste. Diese waren ebenfalls noch fast empfindungsfrei. Sie musste aufpassen, weil sie so nichtmal merken würde, wenn sie sich verbrannte. 


"Dr. Than meinte, dass ich nur eine Nacht zur Beobachtung hier bin. Verrückt...da kämpft man gegen Romulaner, Klingonen, Gorn, Cardassianer und Piraten und einen bringt ein defektes Relaisbeinahe um. Darauf müssen wir wirklich einen trinken." 


Komentarlos hob Sky ihr Glas. Dass sie so ihre Zweifel an dem defekten Relais hatte behielt sie lieber für sich. Der Unfall ihrer Freundin war zeitlich einfach zu praktisch gewesen. De Moncoeurs private Vendetta gegen Ratana war Sky schon lange bekannt, und auch wenn sie es niemanden sagte, sie hatte da ein sprichwörtliches Auge drauf. 

Und die Zwischenberichte des Counselors waren durchwegs positiv, ganz im Gegensatz zu denen, die Moncoeur ihr übermittelte. 

Sky hatte sogar versucht MacArthur zu erreichen, aber bisher noch keine Verbindung zusammen bekommen. Dabei wußte sie nicht einmal was sie dem Chef der Marines sagen sollte. Vielleicht wollte sie einfach nur mit jemandem reden, der einen anderen Blick auf die Französin hatte. Onkel Arthur schien ja großes auf sie zu halten. Vielleicht....?


"Auf das Leben!" prostete sie Ratana zu, deren Versuch die Teetasse auch hochzuhalten kläglich gescheitert war. 


"Auf das Leben," erwiderte die Orioni und nahm einen tiefen Schluck aus dem Strohhalm. 

Einen Moment schwieg sie. Jeder der Ratty kannte, wusste, dass sie gerade die passenden Worte suchte. Sie wirkte nachdenklich und ins sich gekehrt, ihre Augen zeigten, wie sich die Gedanken zurückzogen. 


"Ich habe heute morgen in meinen Personenstatus geschaut. Und danach auf meinen Ringfinger. Beides stimmte nicht mehr überein." Die Orionerin unterdrückte das Zucken ihrer Narbe. "Ich gehe mal davon aus, dass dir die Änderung meines Personenstatus bekannt sein dürfte. Warum hat es mir niemand gesagt? Wolltet ihr mich schonen oder hattet ihr Angst, dass ich ihn umbringe?" 


Skys Mine wurde ausdruckslos. 

"Dazu wärst du fähig gewesen, anfangs, nachdem wir dich zurück hatten." 

Ratana wollte verneinen, aber ließ es dann doch. Es gab wenig Lebewesen die sie wirklich gut kannten, und zwei von denen waren an Bord dieses Schiffes, wobei eine vor ihr stand. 

"Aber um die Wahrheit zu sagen: Es war einfach nicht wichtig."

"Nicht wichtig? Will ist, oder besser war, mein Mann. Mein nächster Verwandter."

"Aber nicht ... " Sky zögerte, suchte nach Worten ehe sie eine sehr vulgäre Geste machte.

"Ach Shit. Er war nicht da, als du dich vermeintlich in die Luft gesprengt hast. Er war nicht da, als ich versucht habe, zu verhindern dass du für tot erklärt wirst. Und er hat sich nicht ein einziges Mal bei mir gemeldet, um herauszufinden was wirklich passiert ist."

Sie deutete in Richtung des Hangars, und Ratana wußte instinktiv, das Sky Mara miteinschließen wollte. 

"Wir waren für dich da. Wir haben nicht an einen Selbstmord geglaubt. Und wir haben alles daran gesetzt den Hauptman lebend zu fangen als wir wussten, dass du das bist."


"Ja, ich verstehe was du meinst. Familie. Das stimmt schon. Da ich selber keine mehr habe, bessergesagt meine Familie und ich gegenseitig nichts miteinander anfangen können, seid ihr das. Mara, du...Lagoyne wo immer sers auch ist. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass das Corps meine Familie ist und ichsogar Charles als eine Art Ziehsohn betrachte." Sie zog einen Schluck Tee ein. "Habe ich mich so sehr in einem Menschen getäuscht oder muss ich mir Gedanken darüber machen, ob ein Kuss eines alten Freundes und ein unausgesprochener Konflikt das zerstört haben? Oder ist da irgendetwas passiert auf das ich keinen Einfluss hatte?" 


Sky, deren Erfahrung mit Männern nun jetzt wirklich eine andere gewesen war als Ratanas, wurde unruhig. Das Gespräch entwickelte sich in eine Richtung, in der sie wohl nicht die richtige Ratgeberin war. Aber manche Dinge konnte man nunmal nur unter Freunden besprechen, verstand die CO sehr wohl und unterdrückte einen Anflug von Wehmut, als sie unweigerlich an Yvonne denken mußte.

"Meiner Erfahrung mit Männern sagt mir, dass du nichts falsch gemacht hast. Den einen wahre Partner zu finden, das ist schwierig. Einen Partner zu finden, selbst einen, mit dem Frau ihr Leben lag glücklich ist, das ist möglich. Aber dann bedarf es etwas, was sich gemeinhin Beziehungsarbeit nennt. Und dazu mußt du vor Ort sein."

Sie nahm einen Schluck um ihre Wehmut zu verbergen. Yvonne war ihre letzte Liebe gewesen, aber sie hatte ihre einzig wahre Liebe verlassen um Offizier der Sternenflotte zu werden. Sie wußte, dass Iain seither niemanden mehr so an sich heran gelassen hatte wie damals sie. 

"Ich habe viele Beziehungen hinter mir, einige davon hast du miterlebt." 

Ein sardonisches Grinsen.

"Andere nicht, vor allem nicht was ich zu Hause alles erlebt habe. Syc war sicher auch eine meiner großen Lieben.... " 

Sie schwieg für ein paar Sekunden. 

"Aber in der Kurzfassung: Selbst nach Jahrhunderten der Gleichberechtigung sind Männer immer noch schwanzgesteuerte Arschlöcher."


Die Orionerin bekam Farbe ins Gesicht. Sehr deutlich Farbe. "Ich habe sie gesehen. Sie ist halb so alt wie ich. Und unglaublich hübsch. " Sie saugte geräuschvoll am Tee um den Gedanken an die junge Frau zu verdrängen, die ihr Kind auf dem Arm hielt. "Ich muss nach vorne sehen," sie sah kurz die Wand an. "Das sagt Counselor Mannix ständig. Ich hätte so viel überwunden, ich soll nach vorne sehen und stolz auf das sein, was ich überwunden habe." Sie sah Skyla an. "Und ich glaube, dass ist mir klar geworden in den letzten Monaten. Ich kann nicht ändern was geschehen ist, aber ich kann beeinflussen was passieren wird. Ich werde kein Veto gegen die Aufhebung der Ehe einlegen und ich denke, dass ich Richard es nicht antuen werde sich nach mehr als sechs Jahren an eine neue Mutter zu gewöhnen."


Sky schwieg. Erinnerungen an ihre Mutter gingen ihr durch den Kopf. Die glücklichen Momente, bevor sie alt genug war, um zu realisieren, wie ihre Mutter dafür sorgte, dass sie über die Runden kamen. Skyla verurteilte ihre Mutter nicht dafür, dass sie getan hatte was nötig war, um ihrer Tochter eine unbeschwerte Kindheit zu ermöglichen. Das war alles vorbei gewesen als sie ihre Mutter in ihrem eigenen Blut liegend vorgefunden hatte. 

Von da an hatte Skys Leben für lange Zeit eine destruktive Abwärtsspirale gehabt. 

Aber wenn sie an ihre Mutter dachte, dann dachte sie an Lachen. Sicherheit. Freude. 

"Ich kann dir nicht sagen wie du damit umgehst Mutter zu sein. Aber ich denke, dein Sohn hat ein Recht darauf zu wissen, warum er ein Hybrid ist. Und seine Mutter zu kennen." 

Sie studierte gedankenverloren ihr Glas.

"Nach allem was du hinter dir hast, ist Familie der einzige Anker der dir geblieben ist. Und ich meine dabei nicht biologisch oder gesetzlich, sondern deine wahre Familie. Mara, Laggy, ich. Das Corps, wenn du willst."


Ratana grübelte. "Wo steckt Laggy eigentlich? Immer noch auf der Atlantis? Das letzte Mal hat ser mir geschrieben als ihr mich...als ihr mich gerettet hattet." Ratana machte mit der Frage klar, dass sie nicht weiter über ihren Sohn sprechen wollte. Sie kannte das Kind nicht. Wollte sie es kennenlernen? Sie hatte einfach keinerlei Bindung aufbauen können. Da war ein Ei in ihr gewesen, selbst an die Geburt, die sie allem Anschein nach im Quartier allein hinter sich gebracht hatte, konnte sie sich nicht erinnern. 


"Ja, ser kommandiert noch die Atlantis." Skyla nahm einen Schluck von ihrem Drink. "Es hat sich vieles verändert, aber das ist gleich geblieben. Zumindest sein Gesundheitszustand ist wieder auf dem Weg der Besserung. Angeblich hat man etwas gegen sein Virus gefunden."


"Meine große Angst war, dass ich mich als Person verändert habe. Es ist schon merkwürdig, wenn man sich irgendwann nach hunderten Verhören selbst fragt, ob man nicht doch jeden Moment wieder zum Killer werden könnte oder über sich selbst die Kontrolle verliert." Ratana schwieg einen Moment. "Mir fehlt der Dienst. Ich denke, dass ich wieder bereit dazu bin."


"Dir fehlt nicht der Dienst," stellte Sky mit einem ihrer Minimallächeln fest, das nur ihre Freunde erkannten, "sondern die Struktur. Du warst immer schon jemand, dem das starre Regelwerk Halt gegeben hat." 

Sie trank ihr Gin Tonic aus.

"Was das andere betrifft. Unter den richtigen Vorraussetzungen wird jeder zum Monster." Sie schauderte kurz. "Glaub mir, ich war da. Mehr als einmal."


"Regeln sind wichtig. Ohne Regeln hat man Anarchie. Vielleicht musste ich erst durch die Abschlussprüfung der Sternenflottenakademie fallen, um zu wissen, dass Regeln einem nichts böses wollen, wenn sie denn ethisch verantwortbar sind." Ratana sah ihre Freundin an. 

"Aber du bist mit deiner Vergangenheit doch im Reinen oder?"


"Regeln sind dazu da gebrochen zu werden," zitierte Sky einen ihrer Lehrer. 

"Aber ja. Ich bin mit meiner Vergangenheit im Reinen. Würde ich etwas anders machen, wenn ich könnte? Im nachhinein? Ja, sicher. Aber selbst mit dem Luxus des Blicks zurück kann ich sagen, dass in den damaligen Situationen meine Entscheidungen richtig waren."

Wieder verfiel sie in Schweigen. 

"Auch wenn sie Tausenden das Leben gekostet haben."


"Da hast du nie drüber gesprochen..." Ratana ahnte, dass sie jetzt mal dran war mit zuhören und sie spürte, je wacher ihr Verstand war, desto mehr verschwand das Beruhigungsmittel aus ihrem Körper. "Vielleicht holst du uns Beiden einen Drink, pardon für mich einen Tee und dann bist du mal dran mit Reden." 


Nachdem der Getränkevorrat wieder aufgefüllt und Skyla platzgenommen hatte, drehte sich Ratana leicht auf die Seite, um den Kopf aufstützen zu können und ihre Freundin anzusehen. 


"Was soll ich erzählen? Ich war mehr als einmal in der Situation. Aber bevor du mich mit den Augen der Föderation siehst und als Monster abstempelst, bedenke die Umstände. Zumindest das erste mal hat mehr Menschenleben gerettet als es gekostet hat. Die anderen.. " sie nahm den ersten Schluck ihres Gin Tonics. "Die Anderen waren militärische Entscheidungen. Und wenn ich ganz ehrlich bin, die verfolgen mich eher als das erte Mal." 


"Was war das erste Mal?" 


Skys Augen schienen ihren Fokus zu verlieren. 

"Das war der Minenaufstand. Damals war ich frisch Sicherheitschefin nachdem Iain Präsident geworden ist. Ich habe die Notfall-Lüftungsschächte öffnen lassen. Und damit Tausende ersticken lassen." 


Ratana sah ihre Freundin, denn die saß ihr da gerade gegenüber, fragend an. Hatte sie das richtig gehört? Tausende? Wovon sprach Skyla da. Sie sah ihre Freundin irritiert an.  


"Du erinnerst dich an Sylene?" 

"Ja."

"Die Atmosphäre ist dünn und bringt dich um, wenn du keine Schutzausrüstung trägst. Es sei denn, du erfrierst vorher, natürlich. Daher leben wir auch alle unter der Oberfläche, eingegraben im Eis. Das hat uns auch fast umgebracht, nachdem das Kolonieschiff im System gestrandet ist. Wir verloren da auch einen Großteil unserer Tech-Basis."


Sie riß sich sichtlich zusammen. Auch wenn sie mit ihrer Vergangeneheit im Reinen war war es doch nicht leicht darüber zu sprechen. 


"Erst als Sylene wieder entdeckt worden war und wir feststellen mussten, dass das Eis in dem wir lebten wertvoll war, kam die Hochtechnologie zurück. Und dieüberlichtschnelle Raumfahrt. Aber das ist nebensächlich. Fakt ist, um zu überleben haben sich die Menschen zu sowas wie Clans zusammengeschlossen. Als wir wieder Anschluß an die galaktische Zivilisation hatten, wurden daraus die großen Companies." 

Ein kleines Lächeln entkam ihr. 

"Maras, beziehungweise Desmonds, Maras Papa, Firma, die SMC," sie grinste breit, wusste sie doch, dass Ratana SMC mit Starfleet Marine Corps asoziierte und nicht mit Sylene Mining Company, "ist aus dem größten dieser Clans hervorgegangen."

Nachdem sie einen Schluck genommen hatte, fuhr sie fort.

"Naja, praktisch alle Companies betreiben Minen in denen sie die organischen Komponenten fördern, die Sylene reich gemacht haben. Allerdings hatte sich eine Zweiklassengesellschaft entwickelt. Jeder, der auch nur irgendwie eine Assoziation mit einem der Clans nachweisen konnte, war besser gestellt als die, die es nicht konnten. Die waren praktisch Sklaven. Und irgendwann haben sie rebelliert und eine der größten Minen lahmgelegt. Ich wurde reingeschickt um die Rädelsführer zu töten. Und sollte mir das nicht gelingen, alle zu töten. Ich habe mich diesen Befehlen widersetzt und einen Deal ausgehandelt. Allerdings musste ich beweisen, dass ich es ernst meinte, und das ging nur indem ich die Lüftungsschächte öffnen ließ."


"Ich verstehe nicht ganz...", meinte Ratana als Sky schwieg. Ratty war permanent darauf gedrillt worden Leben zu schützen und nur in auswegslosen Situationen Gewalt einzusetzen. 


"Simpel. Wenn die Deckel aufgehen dauert es mehrere Minuten, bis sie sich wieder schließen können.  Aus Sicherheitsgründen müßen sie einen vollen Öffnungszyklus durchlaufen. Das dauert mehrere Minuten. In der Zeit zieht es atembare Atmosphäre aus den Minen und die Kälte dringt ein. Wer zu nahe drann ist und keine Schutzausrüstung hat... wird schlimmstenfalls rausgesaugt."


"Ich verstehe," kam es leise von der Orionerin. "Du hast eine schwere Entscheidung getroffen. "Ob ich es gutheiße, nun...." Ratana sah sie an. "Ich habe da einen Eid geleistet. Jedes Leben zu schützen und sei es im Äußersten mit meinem eigenen Leben. Ich darf dazu sogar Befehle verweigern. Auf Sylene, das habe ich ja selbst erfahren, gibt es solche Schwüre nicht. Da herrscht das Recht des Stärkeren....so habe ich es zumindest immer empfunden. Was wäre wenn Spiele...das ist nicht mein Stil. Aber andererseits...hattest du denn wirklich keine andere Wahl? Den Befehl zu verweigern?" 

"Hätte ich das nicht getan, hätten sie die Mine evakuiert. Nur die Anwesenheit von mir und meinem Team hat das verhindert. Die Company konnte es sich nicht leisten, allen zu zeigen dass sie sogar über die Leichen von Clanmitgliedern ging um ihre Profite zu sichern." 

"Aber wenn die Mine nur evakuiert worden wäre, wären da nicht weniger gestorben?"

Sky schaubte. 

"Sorry. Evakuiert bedeutet auf Sylene nicht, das die Menschen raus gebracht werden, sondern die Schächte geöffnet bis alle Luft draußen ist. Eben die Mine von Atemluft evakuiert ist."


Die Orionerin war sichtlich bewegt. "Keine Leichte Entscheidung," Ratana war einerseits geschockt über diese Geschichte, andererseits tief beeindruckt, dass Skyla ihr dies anvertraute. Sie konnte sich auch vorstellen, dass diese Geschichte, sollte sie bekannt sein, bei der Aufnahme in den Föderationsdienst heiße Debatten ausgelöst haben konnte. Moralisch konnte sie sich nicht vorstellen, so etwas auszuführen, auch wenn es dann ein anderer tun würde. Aber von der Ferne über eine Tat eines anderen zu urteilen war immer leicht. 


"Im Endeffekt habe ich mehr Menschenleben gerettet als geopfert. Und ihnen bessere Lebensbedingungen verschafft, sowie den Companies höhere Profite, weil die Produktion signifikant gestiegen ist." 

Ein weiterer Schluck.

"Trotzdem habe ich mir die finalen Opferzahlen nie angeschaut. Selbst für Sylene, wo das Wohl der Mehrheit immer über dem des Individums steht, waren sie hoch."

Sie sah Ratana an. 

"Das ich meinen Job nicht verloren habe, habe ich nur den Leuten zu verdanken, gegen deren Befehl ich mich aufgelehnt habe. Sie haben durch meinen Deal mehr Geld gemacht, als wenn sie ihre Lösung bekommen hätten."  Sie bekam ein verträumtes Lächeln. "Und natürlich Iain."


"Wie vereinbarst du soetwas mit deinem Schwur auf die Föderation?" Ratana konnte sich einen bedeutenderen Unterschied zwischen zwei Systemen nicht vorstellen. Wo Gewinne mehr zählten als Moral und Leben. 


"Garnicht. Ich habe schon auf Sylene irgendwann festgestellt, dass ich die "Alle über einem" Mentalität nicht mehr mittragen konnte. Als ich von der Sicherheit in die Navy gewechselt habe, wurde es leichter. Wie in der Föderation die Flotte oder das Corps ist auch auf Sylene der bewaffnete Dienst eine Insel mit ihren eigenen Regeln. Da wurde es leichter auch für das Überleben einzelner zu sorgen. Als ich dann zur Sternenflotte wechseln konnte, habe ich die Möglichkeit mit beiden Händen ergriffen. Habe sogar ein Kommando aufgegeben, um der Sternenflotte beizutreten. Als Fähnrich." sie grinste. 

"Das ist allerdings schon sehr lange her."


Ratana nickte und nahm einen Schluck von ihrem Tee. "Man denkt immer daran oder? Ich meine, ich habe das ja nicht freiwillig getan...aber ich zumindest denke immer daran, was ich da getan habe...Und ich denke, das wird bei dir ähnlich sein." 


"Du wirst es nie vergessen. Aber du wirst lernen die Dämonen zu bändigen. Damit zu leben." 

Sie leerte ihr Glas, und holte sich und Ratana Nachschub, "Es ist was du bist. Es zeigt dir wozu du fähig bist. Akzeptiere es. So wie ich meine Toten akzeptiere. Die Mine, die Kolonie. Meine Crews. Du hast sogar noch den Vorteil, dass du nicht du selbst warst, als es passiert ist."

Sie spielte mit ihrem vollen Glas und sah Ratana dann lange an.

"Du bist nichteinmal verantwortlich für das, was dein Körper getan hat. Was andere über die du keinen Einfluß hattest deinen Körper tun ließen. Aber das wird dir nicht helfen. Du wirst dich immer fragen, ob du nicht etwas hättest tun können."

Ratana nickte. Die Beschreibung war akkurat.

"Glaub mir, du hättest nicht. Wenn du etwas hättest ändern können, dann hättest du es zu diesem Zeitpunkt gemacht. Denn im Gegensatz zu mir, bist du ein guter Mensch." 

Sie lachte. 

"Naja. Eine gute Sophontin."


"Ich habe im Verlauf meines Lebens gelernt, dass es kein schwarz und kein weiß gibt und das weißt du sehr genau." Sie nippte am Strohhalm. "Wir leben in Grautönen, das hat mein Ausbilder mal gesagt. Und wir können beeinflussen ob es ein helleres oder ein dunkleres Grau ist," schlussfolgerte die Orionerin. 


"Mein moralischer Kompass mag nicht mit dem der Föderation übereinstimmen, aber für mich funktioniert er. Wenn mich wer als Monster sehen will, so sei ihm das freigstellt. Aber ein paar Dinge sollte er oder sie dann beachten: Ich bringe mein Schiff immer nach Hause. Koste es was es wolle. Auch Menschenleben oder Prinzipen." 


"Ich habe es gehasst jemanden nicht mit nach Hause zu bringen.... Vielleicht ist das auch der Maßstab meiner Arbeit. Jeder Tropfen Schweiß im Vorfeld erspart Blut. Ich habe nur das Gefühl, dass das die Generation nach uns manchmal....moralisch flexibel auslegt." Es war klar auf welche Veränderung an Bord sie anspielte. "Du hast uns immer nach Hause gebracht Skyla und du hast uns den Rücken freigehalten, damit wir unsere Leute ebenso nach Hause bringen konnten und dafür das ein oder andereAuge zugedrückt... etwas, was ich an dir sehr schätze."


Sky zuckte mit den Schultern. 

"Ich bin die kommandierende Offizierin hier an Bord. Mistress after God würden büse Zungen behaupten. Egal was, die Verantwortung liegt bei mir. Ich bin an allem Schuld was schief geht, dafür darf ich CO sein."

Wieder das vertraute, schiefe Grinsen, "Und du kennst mich lange genug, um zu wissen, dass ich immer hinter meiner Crew stehe. Dämonen, Geister und Monster unter dem Bett miteingeschlossen."


"Von Monstern habe ich in letzter Zeit genug gehabt," kam es amüsiert von Ratty. "Und von kalten Duschen. Ich bin echt froh, dass das irgendwie jemanden aufgefallen ist." Anscheinend hatte ihr niemand gesagt, wer sie gefunden hatte. 


"Oh, ich denke das liegt daran, das du einen neuen Fan hast. Mannix. Er hat dich gefunden."

Sky verschwieg, dass Mannix erst nachdem de Moncour bei ihm gewesen war, nach ihr geschaut hatte. Im Endefekt war sie froh darüber, das Ratana noch lebte.


"Du solltest dich vor ihm in Acht nehmen, denke ich." lächelte Sky. Ein sehr seltenes Lächeln, das kaum wer zu sehen bekam, denn es war deutlich, offen und warm. Eines, das sie um Jahre jünger aussehen ließ.  Die Orionerin sah irritiert drein. Wie meinte Skyla das schon wieder? Das war dieses Lächeln wie damals auf Sylene, als Skyla ihr die wahren Absichten des Majors offenbart hatte. Nein, auch nicht ganz. Nicht so tadelnd. Eher amüsiert. 


"Was die jüngere Generation angeht. Ich weiß nicht, waren wir nicht auch so, daß wir alles abgelehnt haben was die Geration vor uns uns zu lehren versucht hat? Haben wir es nicht auch immer besser gewußt? Und wie oft sind wir damit auf die Nase gefallen? Der Unterschied ist, dass wir irgendwann aus unseren Fehlern gelernt haben." 


"Und das werden die Jungen auch tun. Irgendwann. Hoffe ich jedenfalls immer. Wenn ich mir anschaue wie Charles sich entwickelt hat. Der Junge verdient langsam ein eigene Kommandoeinheit. Sporen hat er sich genug verdient."


"Von mir kriegst du jegliche Unterstützung, die du brauchst. Auch wenn ich ihn ungern verliere. Er ist ein stabilisierender Einfluß." 

Beide wußten, was Sky meinte.

"Aber hast du ihn gefragt ob er das überhaupt will? Ich habe den Eindruck, dass er gerne an Bord ist, und eigentlich darauf wartet, dass du das Kommando wieder übernimmst."


"Das wundert mich. Er....war damals sehr angefressen, als ich ihm das zweite Mal vor die Nase gesetzt wurde." Ratana erinnerte sich an die Reibereien. "Ich finde er hat viel gelernt. Er übernimmt Verantwortung. Ich kann nachvollziehen, dass du ihn nicht verlieren willst."


"Weißt du, wie lange es dauert, aus einem Haufen Individualisten eine funktionierende Crew zu formen? Charles ist mehr als nur eine Stütze für die Marines. Er ist es für alle unteren Ränge, egal ob Corps oder Flotte. Er selbst ist wahrscheinlich auch der Einzige, dem das noch nicht aufgefallen ist. Aber," und damit seufzte sie tief, "es ist natürlich auch genauso unfair, ihm seine Zukunft zu verbauen."


"Genau das hat Sheldran damals getan als er ihn vermeintlich aufs Abstellgleis geschoben hat. Aber er konnte nicht ahnen, dass du das Potential erkannt hast und damals Baxter und nicht ihn ins Nirwana geschickt hast. Es war halt unglücklich für ihn, dass er dann wieder mich vor die Nase bekam und wer weiß, ob und wo ich wieder eingesetzt werde. Ich fürchte den Schreibtisch, das muss ich ehrlich zugeben." 


"Ich bin nicht ganz ohne Einfluß, das weißt du." versuchte Sky Mut zu spenden. "Aber was Killroy betrifft. Er muss noch einen Offizierslehrgang machen, wenn du ihm höhere Weihe zukommen lassen willst. Ohne dem hat er das Ende seiner Aufstiegsmöglichkeiten erreicht. Und davon muss ihn erst wer überzeugen."


"Das stimmt." Ratana wusste aber genauso, dass es auch den Weg der Feldbeförderung geben würde. So wie sie Marine Captain geworden war. Sie schlürfte etwas Tee. "Ich fand es immer merkwürdig, dass Personal einzusetzen einem Schachspiel gleicht." 


"Das ist einer der Gründe, warum es Offiziere gibt. Wir haben unter anderem auch den Job, Talente zu finden und zu fördern. Charles ist sicher so ein ungeschliffener Diamant gewesen. Seine Chefin hingegen......"

"Was ist mit ihr?"

"Potential hat sie ohne Ende, das steht unzweifelhaft fest. Aber was ich an ihr vermisse - und das bleibt strikt unter uns - ist die menschliche Komponente."


Ratana strich sich in Gedanken über die Wange. Ja, so hatte man das, was im Verhörraum das ein oder andere Mal stattgefunden hatte, durchaus nennen können. "Ich zitiere meinen Ausbilder: Wenn man lange genug schleift, bekommt man jeden Diamanten in Form." Sie musste leicht lachen. "Ich glaube an mir hat er das sehr lange getan. Es gibt hier viele verdammt gute Leute... MacKenzie hat ebenfalls den richtigen Biss. Than ist eine kompetente Ärztin. Amun, der Junge hat sehr viel Potential...Die meisten Anderen kenne ich nicht gut genug. "


"Ich habe immer schon die schwierigen Fälle bekommen, und ich habe jedesmal eine funktionierende Crew daraus gemacht." stellte Sky fest, und Ratana mußte ihr Recht geben. Die Sylenerin hatte ein Händchen dafür aus sogenannten Problemfällen gute Offiziere zu machen.

"Aber manchmal... Um die Metapher deines Ausbildners zu verwenden: Irgendwann ist nichts mehr zum schleifen da."


"Ich kann mir kein Urteil bilden." Das konnte sie, aber sie verschwieg es. Sie hatte es aus dem Blickwinkel einer Terrorverdächtigen kennengelernt. Die emotionale Gewalt war enorm gewesen. Die Psychospielchen erniedrigend. Bis hin zu den Handgreiflichkeiten. "Ich weiß, dass man manchmal akzeptieren muss, bis wohin die eigene Macht geht und wo sie endet."


"Natürlich." Und beide wussten, dass die Andere log, "aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt." 


"Aye..." kam es sehr nachdenklich von Ratana. 


<rpg>


<SUM>


Zeit: SpD 31.2100

Ort: Krankenstation


Eine Marine und eine CO vergleichen Horrorgeschichten


</Sum>

























-- 
____________________________________
Some say the world will end in fire,
Some say in ice.
From what I’ve tasted of desire
I hold with those who favor fire.

But if it had to perish twice,
I think I know enough of hate
To say that for destruction ice
Is also great,
And would suffice.
____________________________________

Robert Frost: Fire and Ice


Wieder hier

Lasse Wittland
 

Hi ihr,

noch mal was kleines von mir. Da wir parallel schon bei der Abwrackung der Oddy sind muss hier keiner gross drauf eingehen; ich hatte die Szene nur schon seit einiger Zeit halbfertig auf der Platte und endlich die Gelegenheit, sie fertig zu schreiben.


Noch was zum Zeitpunkt: Die Szene an die ich anschließe sollte ursprünglich MD 1.0655 stattfinden. Das würde aber bedeuten, das CAT 26 Stunden von der Wasseroberfläche bis zur Oddy im Orbit gebraucht hätte; umgekehrt wäre es gerade mal eine Stunde vor der geplanten CoPo-Besprechung. Ich habe deshalb mal völlig egozentrisch das MD auf 0.0700 geändert, so das CAT nur 2 Stunden gebraucht hat. Ich hoffe da hat keiner ein Problem mit?


<RPG>

Ort : Hangar, Deck 7, USS Odyssee
Zeit: MD 0.0700

<QUOTE>

Das Schott öffnete sich und zu Skys Erleichterung verließen nicht nur Mara und Sif das sylenische Flugobjekt sondern auf Yvonne, Fiona und Amun. Selten hatte sich Sky so erleichtert gefühlt wie in diesem Moment. Dennoch behielt sie ihre Fassung auch wenn sie in diesem Moment nichts lieber getan hätte als Yvonne in die Arme zu schließen.
Ihr Blick streifte jeden einzelnen und wanderte dann erneut zu dem Ballon oberhalb von CAT.

"Möchte ich wissen was es damit auf sich hat?" fragte sie dann während die anderen Augenpaare dem Blick der Commodore zu dem Ballon folgten.

</QUOTE>

"Du würdest es 'eh nicht glauben." gab Mara zurück. Ihr selbst viel es schwer, und sie war immerhin dabei gewesen.

Skyla belies es vorerst bei der Antwort. Es gab wichtigere Fragen zu klären.
"Was ist mit der Phönix?"

"Sie wurde zu Asche." antwortete Yvonne. "Verglüht beim Atmosphäreneintritt, nachdem diese Energieentladung alle Schiffssysteme lahmgelegt hatte. Wir mussten aussteigen und... es ist alles verdammt kompliziert, und wenn ich mich hier so umsehe hast du Besseres zu tun als dir unsere Räuberpistolen anzuhören - und ich auch."

Skyla sah sie fragend an.

"Wir haben Emin verloren." erklärte die EO. "Wir wurden getrennt als wir die Phönix verlassen haben. Ich hatte gehofft, das er sich mithilfe seiner ..Fähigkeiten den Weg zur Odyssee zurück findet und Hilfe holt. Er.. er ist nicht angekommen, oder?"

"Nein."

Yvonne nickte. Sie hatte es schon befürchtet, als Skyla ohne den FLG in den Hangar gekommen war.
"Ich brauche ein Schiff. Ein Shuttle, oder meine Peregrine. Zur Not auch eine Workbee. Er ist noch irgendwo da draussen, ich muss ihn finden."

"Dein Engagement in Ehren, aber ich brauche dich hier." schlug Skyla die Anfrage ab. "Die Odyssee ist durch die Eruption schwer beschädigt, und der Rest der Flotte ist nicht besser dran. Die Hälfte der Führungsoffiziere ist nicht an Bord und wir haben ein klingonisches Kapfgeschader im System, das versucht, ihre Schiffe vor unseren wieder kampfbereit zu machen. Ich brauche dich -und die Anderen von Ihnen genauso- hier, um dafür zu sorgen, das wir schneller sind."

"Dann schick wenigstens jemand anderes los, um ihn zu suchen!" Yvonne ballte die Fäuste und versuchte ruhig zu bleiben. Ein Teil von ihr wusste, das die CO recht hatte -es stand deutlich mehr auf dem Spiel als nur ein Leben-, aber der der andere war einfach nur sauer, das er nicht seinen Willen bekam. "Jemanden, den du eher entbehren kannst."

Fiona und Amun verfolgten das Gespräch interessiert. Es passierte selten, das jemand der Sylenin so offen seinen Unmut über eine ihrer Entscheidungen kund tat. Üblicherweise folgte auf so etwas ein steiler Temperaturabfall und ein Einlauf für den armen Tropf.

Auch Mara beobachtete das Ganze gespannt und wünschte sich insgeheim einen Eimer mit Popcorn.

Die Einzige, die die Spannung zwischen den beiden Frauen nicht wahrnahm, war Ana. Die sah einem ihrer umgebauten Wartungsroboter dabei zu, wie er die Speicherchips einer geöfneten Wartungskonsole mit erstaunlicher Geschwindigkeit entfernte, überprüfte und korrekt wieder einsetzte. //Das habe alles ich ihm beigebracht//, dachte sie stolz.

"Ich kann momentan niemanden entbehren." stellte Skyla mit einer Stimme, die Glas hätte schneiden können, klar. Vor allem hatte sie -von den Workbees abgesehen, und die waren eine blöde -oder verzweifelte- Idee für eine Suche nach einer einzigen Lebensform- keine Schiffe, die sie entberen konnte. Die Shuttles sicherten die Odyssee, die Jäger die die Transporter, und CAT sah nicht so aus als wäre es eine gute Idee sie sofort wieder ins All zu entlassen. Damit blieb ihr nur noch ein Schiff, und es gab außer ihr nur 3 Personen an Bord, die es fliegen konnten. Und zwei davon _brauchte_ sie hier.
"Zumindest niemanden von der Stammbesatzung."

Sif brauchte einen Moment, um zu merken, das plötzlich alle Blicke auf ihr ruhten.
"Ich?"

"Du kannst doch eine LAU fliegen, oder?" konterte die CO mit einer Gegenfrage. "CAT sieht ziemlich mitgenommen aus, aber Crysla ist voll einsatzbereit."

Sif sah zu der etwas abseits stehenden LAU der CO, dann zu Mara, aber die zuckte nur mit den Schultern währeund sie mit dem Kiefer kauende Bewegungen machte und sich insgesamt wunderbar zu amüsieren schien.

Es stimmte, sie konnte CAT fliegen, auch wenn nicht ansatzweise mit der Leichtigkeit ihrer Lebensgefährtin. Für eine einfache Suchaktion sollten ihre Fähigkeiten voll ausreichen, aber sie gab sich keinen Illusionen hin das sie in argen Schwierigkeiten war, wenn ihr dabei ein einsatzbereites klingonisches Schiff über den Weg laufen sollte. Zumindest wenn es ihr nicht gelänge sich zu ergeben und auf deren Schiff transferiert zu werden.

Und noch ein anderer Gedanke kam der Succubi. Diese Mission könnte der Türöffner sein, den sie brauchte, um ihre eigene Agenda bezüglich Skyla voran zu bringen. Tatsächlich war es besser als alles, was sie sich bisher überlegt hatte; wenn sie den Türöffner initiierte, dann war immer die Gefahr das das 'Opfer' (korrekterweise) Hintergedanken vermutete, und Skyla war nicht dumm, sie konnte, wie Mara zu sagen pflegte, zwei und drei zusammenzählen. Aber wenn alles, was sich bereits vor ihrem geistigen Auge abzuspielen begann letzendlich von Skyla begonnen wurde...

Die Dämonin versuchte sich an einem militärischen Salut.
"Ich werde mich sofort auf den Weg machen, Ma'am!"

</RPG>


<SUM>

Ort : Hangar, Deck 7, USS Odyssee
Zeit: MD 0.0700

Skyla bekommt eine kurze Zusammenfassung dessen, was die Phönix- und CAT-Crew erlebt hat. Yvonne will gleich wieder los und Emin suchen, Skyla verbeitet es jedoch und schickt stattdessen Sif mit Chrysla los.

</SUM>


Bis dann,
Lasse


Von Dinosauriern und Klingonen

Sascha
 

<rpg>

Ort: Donatu-System, Donatu V 
Zeit: vor etwa 2 Monaten

 

<quote>

 

Ja, sicherlich ne Allergie oder sowas." Vermutlich da er jetzt für 132 Marines verantwortlich war.

Er atmete tief durch und sah noch einmal auf den Chronometer. Unbehagen hatte sich in seinen Eingeweiden breit gemacht, am liebsten wäre er einfach aufgestanden und gegangen. Doch ihm fiel ein, was er zu Sam gesagt hatte. Sein Blick schweifte noch einmal über die Marines zu seiner Linken und Rechten, die in ihren Fuchslöchern kauerten. Das Gewehr fest umklammert und auf diese verdammten Steine starrend, lauschend. Andere schienen sich gegenseitig Mut zuzusprechen. Thomas nickte leicht, solange sich noch gegenseitig Mut zugesprochen wurde, war die kleine Kampfgemeinschaft noch nicht verloren. Noch konnten sie gewinnen. Noch wollten sie gewinnen. 

 

Am Leben bleiben. Ihm kam der Treuespruch der Jem'Hadar in den Sinn " Siegen heißt Leben!"

 

</quote>

 

Das durch Rauch verrußte Gesicht hatte die letzten Minuten wie gebannt zwischen die Steine gestarrt. Im Grunde hatten dies alle getan. Kurz zuvor war ein Trommelfeuer der Klingonischen Mörser über ihnen nieder gegangen. Alle hatten noch einen schweren Angriff erwartet. Der war bis jetzt ausgeblieben. Viele fragten sich warum. Doch wollte jeder, dass es auch dabei blieb. Sie brauchten nicht kommen. Sie sollten nicht kommen. Sie durften es einfach nicht. Sein Blick schweifte ab von diesen grauen Monolithen, nach links und rechts. Noch immer zogen leichte Rauchschwaden über die Stellungen ‚seiner‘ Marines. Er hob den linken Arm leicht an, streckte die Unterseite des Handgelenks in seine Richtung und sah auf das Ziffernblatt des Chronometers.

Nur noch wenige Augenblicke. Dann würden zuerst die Verwundeten abtransportiert. Danach die Versorgungsgüter und die schweren Waffen inklusive des schweren Platoons. Dieser würde dann so schnell es ging seine Mörser in Stellung bringen. Sollte der Klingone etwas bemerken und nachsetzen, konnte man wenigstens eine Mörsersperre einrichten. Unterdrückungsfeuer geben. Nach dem schweren, würden die Rifleplatoons, die Kampfzüge abrücken. Diese würden sich sofort nach erreichen der Anhöhe wieder eingraben, während drei Squads an den Steinen bleiben würden.

Es klang alles so perfekt in seinem Kopf. Er hatte einen Plan gemacht. Den würden sie ausführen. Doch er selbst hatte allen Offiziersanwärtern immer wieder eines eingebläut „Nichts ist so beständig, wie die Lageänderung“. Außerdem war der beste Plan immer nur solange perfekt, bis er Feindberührung hatte. Meistens passierte eben nicht alles so, wie man es sich gedacht hatte, am Kartentisch. //Wird schon schiefgehen.//

Der große Zeiger des Chronometers stellte sich auf die 12. Wie aus dem Nichts standen Marines auf und huschten mit Verwundeten los. Einige konnten selber gehen. Andere wurden auf Tragen schnellen Schrittes über das freie Feld getragen. Dann folgten auch schon die Marines mit einigen Kisten und direkt dahinter die Mörsertrupps. Spätestens jetzt hatte Thomas mindestens mit Mörserfeuer gerechnet. Doch es blieb still. Sollten Sie wirklich einfach so abrücken? Ohne das die Klingonen davon Notiz nahmen? Warum auch nicht.

Er schaute erneut auf seinen Chronometer. Drei Minuten und die Kampfzüge sprangen auf, begannen ihre Verlegung. //Sie sind wirklich schnell.// Vom Hügel sah er McCollins den Arm heben. Die ersten begannen bereits neue Löcher auszuheben. Immer noch keine Spur von den Klingonen. Nach seinem Geschmack konnte das auch so bleiben. Schnellen Schrittes verlegte er seine Stellung in die Nähe eines Squads aus dem Bravo Platoon. Er nickte den jungen Marines kurz zu, ehe er sich wieder auf den Raum zwischen den Steinen konzentrierte. //Sie sind so jung. Wie alt sind diese… kann man sie schon Männer nennen? 20? 21 vielleicht?// Kaum einer der Marines war älter als 25. Die es waren, waren gefallen oder aber die Sergeants.

Unwillkürlich musste er an den Geschichtsunterricht denken. Das 20. Und 21Jh. Als in den Kriegen auf der Erde jedes mal die Jungen der Generationen ausbluteten. An den Irrsinn, der in einigen Ländern geherrscht hatte. Viele der Soldaten damals waren 18-21 Jahre alt, durften zu Hause kein Bier trinken, Jugendschutz. Aber für die Regierung in einem Krieg kämpfen und töten, den sie nicht verstanden. Der es aber wunderbar verstand, sie kaputt zu machen.

Er rief sich ins hier und jetzt zurück. Der Wind frischte auf und trug Geräusche zu ihnen. War das Gesang? Alle lauschten gebannt und mit sorgenvollen Blicken in Richtung der Geräusche. „ Klingonische Schlachtlieder. Sie werden gleich angreifen. “ sagte Thomas leise. Die Marines neben ihm sahen ihn an. Am liebsten hätten sie sich hinter ihm verkrochen. Diesem alten Sack, diesem Dinosaurier, der anscheinend mehr Kriege, und Schlachten sowieso, erlebt haben musste als Streifen an beiden Ärmeln zusammen hingen. Thomas sah in ihre Gesichter. Er sah die Angst, die Panik, die Verzweiflung. Er nickte ihnen zu. Er wollte ihnen nicht sagen, dass sie es schon schaffen würden. Dass sie nur an das Denken müssten, was sie in der Ausbildung gelernt hatten. Angst hatte er ebenfalls. Er kannte das Gefühl jedoch schon zu sehr und war daran gewöhnt.

Er checkte nochmal die Sarium-Krelit Zelle. Zu ¾ geladen. Er überprüfte die Einstellung des Gewehrs. Töten. Er inspizierte die Vorfeuerkammer und entfernte etwas Sand vom Lauf. Er strahlte Ruhe aus, Routine. Das würde diesen Marines mehr helfen als ihnen offensichtliche Lügen zu erzählen. Lieber zeigte er sich als ruhiges Fossil, das allen Widrigkeiten zum Trotz immer noch lebte. Mit wenigen Handzeichen machte er den Marines klar, dass sie sich auf den Kampf vorbereiten sollten. Die meisten waren damit noch nicht ganz fertig, als der Gesang abebbte und verstummte. Dann folgte ein martialisches Geschrei.

„ Sie kommen! “ sagte er in einer Lautstärke, dass es jeder mitbekommen haben sollte. Wenn nicht, die Soldaten gaben es weiter. Er signalisierte McCollins mit Handzeichen, was bald geschehen würde. Dieser bestätigte. Die Mörser waren bereit ihren Rückzug zu decken. Das Gewehr in Vorhalte und in dem Fuchsloch, das eher einer Sasse ähnelte, liegend spähte er geradeaus. Er konnte sie noch nicht sehen, hören konnte sie jedoch jeder. Mit lautem Kampfgebrüll, näherten sich ihnen die Klingonen.

Schon zeigte sich der erste, der zwischen zwei Monolithen in ca. 18m Entfernung auftauchte. Er trug den Disruptor, doch der Klingone hinter ihm, stürmte schon mit dem Bath’leth voran. Wie so viele Soldaten, in so vielen Kriegen und Schlachten, legte auch Thomas an und drückte ab.

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Ort: Donatu-System, Donatu V 
Zeit: vor etwa 2 Monaten

Die Marines ziehen sich von den Felsen zurück. Thomas bleibt bei der Nachhut und bereitet die jungen Soldaten auf den Kampf vor.

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Submitted by MSgt. Thomas J. Reynolds

AKA Sascha


Shady Behavior (XI): Jüngstes Gericht

Ratana Tiru
 

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Liebe Ody-Crew,

einige von Euch sterben gerade vor Spannung (wurde mir so berichtet ;) ) . Wir wollen euch nicht länger zappeln lassen. 

Jede noch so tolle Serie hat irgendwann eine letzte, umwerfende Episode, in der es (hoffentlich) nochmal so richtig kracht. Und das trifft hier auf jeden Fall zu. 

Wir sind noch ein paar Stufen tiefer in die Abgründe der Charaktere hinabgestiegen. Hoffen aber ihre Handlungen und Beweggründe verständlich eingebunden zu haben. Einige Szenen sind sicherlich in ihrer Beschreibung nichts für zarte Gemüter, sind aber dem Aufbau von Dramatik zuträglich.

Wir wünschen Euch auch weiterhin viel Lesefreude. 

Phil und Linda


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Ort: unbekannt
Zeit: in der Zukunft


Die Härchen auf den Fingern waren nun auch grau geworden. Die Zeichen des Alters traten nun auch auf den Fingern in Erscheinung. Nicht nur seine Sehkraft hatte nachgelassen, auch seine Haare waren, wenn auch sehr spät ergraut. Sanft strich er die Haare auf dem Finger glatt, doch sie waren widerspenstig, wollten nicht so liegen, wie er das gerne sehen würde. Er legte eine Hand auf die andere und bedeckte sie so. Es ging ihm nicht um die Härchen. Er hob den Blick. 
 
Sorgsam hintereinander aufgestellte Kerzen wiesen die Richtung, die der Blick nehmen sollte. Die Kerzen brannten hell, die Flammen waren ruhig. Das meterhohe in Gold gerahmte Altarbild wurde durch unsichtbare Scheinwerfer angestrahlt. Die Farben waren klar sichtbar, das Geschehen niemandem fremd, der sich mit der Zentrale der fast untergegangen katholischen Kirche beschäftigt hatte. Der alte Mann blickte auf eine Kopie des wohl kontroversesten als auch schönsten Werke Michelangelos. Das Jüngste Gericht.
 
Auf seinem in dunkles Leder eingeschlagenem Gebetbuch glitzerte das Kreuz im Licht. Es lag vor ihm auf der Kirchenbank wie ein Schutzwall. Das Lesezeichen aus Samt, das er vor Jahren von einer Frau geschenkt bekommen hatte, für die er fast seine Gelübde gebrochen hatte, würde ihm zielsicher den Weg zu den Psaltern, den ältesten Gebeten der Israeliten, führen, dem Volk, dem sein Heiland angehörte. Der durch die altertümliche Brille verstärkte Blick wanderte in die Mitte des Bildnisses, zum auferstandenen Jesus Christus.
 
In dem dargestellten Geschehen war nichts barmherzig, keine Spur von Nächstenliebe, Toleranz oder Gnade. Der Auferstandene Christus urteilte als Richter, welche Menschen in den Himmel auf- und welche durch das Feuer in die Hölle niederfuhren. Die Zeit der Gnade war vorbei, das Urteil war gesprochen und Christus der Weltenherrscher vollstreckte es mit starrer Miene. Michelangelos Vorstellung des Weltengerichts hatte ihm nie gefallen. Es war zu streng, es zu brutal, es war alptraumhaft, da keine Gnade mehr sichtbar war. 
 
Knarrend öffneten sich die Kirchentüre. Der Priester senkte den Blick nach links unten und sah auf dem Boden, wie Lichtschein in die Kirchen eindrang. Er widerstand der Versuchung, sich umzudrehen und atmete tief durch. Schwere Schritte erklangen über den Kirchenboden. Eine Reihe hinter ihm ächzte das Holz, als der Besucher die dunklen Kirchenbänke betrat und sich niederkniete. Der Priester schob die obere Handfläche auf die Finger der anderen Hand, die nervös anfingen zu zucken. Das hatte nie aufgehört.
 
„Vergib mir, denn ich habe gesündigt.“ die Stimme klang rau und weil der Priester schon Millionen solcher Gespräche geführt hatte, wusste er, dass die Schwere der Schritte nicht nur von den Stiefeln oder dem Körpergewicht herrührten.
 
„Was hast Du getan, mein Sohn?“ automatisch purzelten ihm die Worte über die Lippen. Sein Blick war leer auf das Jüngste Gericht gehaftet. Sein Geist konzentrierte sich auf das beginnende Gespräch. 
 
„Ich bin nicht Ihr Sohn. Mein Vater war ein angesehener Ingenieur der Sternenflotte. Er hat Schiffe gebaut, die den Badlands standhalten. Ich bin stolz auf ihn.“ 
 
„Verzeih.“ Der Priester griff fester in seine Hand. „Was liegt Dir auf dem Herzen?“ 
 
Nach einer Weile erklang die Stimme des Unbekannten 
 
„Meine Ausbildung ist humanistisch. Ich habe gelernt, alles Leben zu achten und zu schützen. Ich habe Klingonen, Vulkanier, Menschen, viele Repräsentanten vernunftbegabter Lebewesen geholfen, ihre Widerstände abzubauen und sich selbst kennenzulernen. Ich habe die Heilung von Traumata unterstützt und habe viele Sorge und Nöte ernst genommen, weil sie für die betreffenden Personen ernst waren.“ 
 
Der Priester sagte nichts, er hörte zu. 
 
„Und doch habe ich einmal Leben genommen.“ 
 
„Warst Du im Krieg?“
 
„Nicht damals.“ 
 
„Du hast getötet?“
 
„Nein“ Die Stimme verstummte.
 
„Es scheint dich zu belasten, sprich mit mir.“ 
 
„Ich habe nicht getötet. Ich habe es geplant. Ich habe jemanden nicht einschlafen lassen, als es soweit war. Ich habe sie wach gehalten, bis alles zu Ende war. Ich habe sie nicht versöhnt, ich habe gespalten, ich war nicht barmherzig, ich habe zerstört. Ich habe ihre Schmerzen verlängert, bis sie mir unter den Fingern weggestorben ist. Ich habe nicht getötet, ich habe sie ermordet.“
 
Der Geist des Alten verarbeitete, was er gehört hatte und sein Blick verlor die Leere. Seine Konzentration war zurück und fiel auf den richtenden Christus, der das letzte Urteil sprach.


Ort: Büro des CNS 
Zeit: MD 0.1730 

Juliette de Moncoeur blickte Cal von Bildschirm aus an. Ihr virtuelles Gesicht drehte sich im 90° Grad Winkel neben den Angaben aus ihrer Personalakte. Mit gelben Unterstrichen waren Angaben wie "Ines de Moncoeur", "Bogenschießen" und Straßburg unterstrichen. In hellgelben Kommentarfeldern hatte Cal Notizen eingefügt, die unbeantwortete Anfrage an das SMC Medical blinkte rot am unteren Rand des Bildschirms auf. Entweder hatten die Marines anderes zu tun oder beantworteten keine Anfragen eines Schiffscounselors. Dass die Anfrage vor Stunden gelesen wurde, zeigte ein grünes Häkchen im Header der Nachricht.

Auf dem anderen Bildschirm war das Schema von Juliettes Quartier dargestellt. Es zeigte den Schlafraum, den Aufenthaltsraum und das Bad. Es war das klassische Quartier eines Offiziers auf einem großen Sternenflottenschiff.

Cal lehnte sich in seinem Sessel zurück und knabberte mit seinen Zähnen sanft an dem Fingernagel seines rechten Daumens. Er war noch nie irgendwo eingebrochen und hatte auch noch nie eine Wohnung durchsucht. Er hatte sich überlegt, wo er so wertvolle Geheimnisse verstecken würde und hatte versucht, sich in einen Marine zu denken. Einige Stellen, wie die Toilette, die Duschwanne oder das Rückgabefach des Replikators waren ihm eingefallen. Orte an die niemand ging, die man nicht freiwillig öffnete oder der Aufwand dazu zu hoch war. Der Psychologe war sich sicher, dass die Aufnahme auf einem Padd dezentral gespeichert war. Hatte Juliette die Datei öffentlich irgendwo gespeichert, gäbe es immer die Gefahr, dass man sich von außen reinhaken konnte. Er war sich sicher, dass die Marine die Datei lokal getrennt haben wollte. Ein Padd, ein Stick, ein Kristall oder ein Speichermedium erschien ihm wahrscheinlich. Er hatte auch an eine Waffe gedacht. Womöglich hatte sie die Datei in den Zielespeicher downgeloaded. Oder den Gardesäbel. Mit einem Laser könnte sie das Datenmuster kaum merklich in die Klingegravieren. Cal lehnte sich zurück. Für Juliette könnte das passen. Eine Frau, die ihre stereotype Attraktivität wie eine Auszeichnung vor sich hertrug, könnte die ultimative Waffe eingraviert auf einem Knopf ihrer Gardeuniform, auf einem Orden oder ihren Rangabzeichen tragen.

Er würde in der Schiffswäscherei anfragen, wie oft de Moncoeur ihre Uniform reinigen ließ. Cal löste den Daumen von seinen Zähnen und ergänzte seine Notizen. Dann schnappte er sich das Padd mit dem Schlüssel zu ihrem Quartier und blickte ein letztes Mal auf ihre Personalakte. Ihr Kopf drehte sich in diesem Moment zu ihm hin und es schien, als würde sie ihn ansehen. Sie schien zu sehen, was er tat und lächelte spöttisch. Ein Einbruch würde im besten Falle die Datei bringen, aber de Moncoeur war gewiefter. Sie hätte Sicherungsdateien irgendwo.

Cal blickte in das Konterfei de Monceours. Er wusste das, er wusste, dass sein Plan nicht das Geschehene rückgängig machen könnte. Die Spirale würde sich weiter drehen. Sie war das Problem, nicht die Aufnahme. Der Daumennagel knackte, als sich Cals Zähne durchbohrten. 

*** Counselor Mannix zur Shuttlerampe 1. Die Marines kommen vom Gefecht am Außenposten 1212 zurück und Sie werden laut Protokoll mit Ihrer Abteilung bei der Triage benötigt. 

Die Stimme der Trill-Ärztin riss ihn aus den Gedanken. "Was?" sagte er laut, auch wenn er wusste, dass der Befehl nicht wiederholt wurde. "Triage?" Er beugte sich zu seinem Terminal vor und las die einkehrende Nachricht. Es hatte Verluste gegeben, viele Verletzte. Schnell gab er 'de Moncoeur' als Suchbegriff ein. Vielleicht gab es Hoffnung, vielleicht hatte sich die Sache von selbst gelöst. Seine Anfrage wurde verneint. Es gab kein 'de Moncoeur' auf der KIA Liste, also kam sie zurück. Gefühlte Eiswürfel kullerten über seinen Rücken. Er hatte seine Chance verpasst, er hatte ihr Quartier nicht durchsuchen können. Der Krieg würde weitergehen. 

*** Counselor Mannix zur Shuttlerampe 1. Die Marines kommen vom Gefecht am Außenposten 1212 zurück und Sie werden laut Protokoll mit Ihrer Abteilung bei der Triage benötigt.*** dröhnte es erneut durch seine Quartier. Er musste die Anforderung bestätigen. Seine Füße wurden weich, als er auf sein Combadge hieb "Verstanden, Mannix Ende!" Er rannte los, noch immer das Padd in der Hand. 


Ort: Hangar - Triage
Zeit: MD 0.1800 

"Moment" Cal klappte den Tricorder zu und griff mit an die Trage. Gemeinsam schob er mit der Trill das Bett an seinen neuen Platz. Cal hatte den Marine darauf gescannt, der rechte Arm fehlte, er hatte schwere Disruptorentreffer in den Unterleib erhalten. Seinem Tricorder nach hatte der Soldat eine erhöhte Atemfrequenz, er holte mehr als 30 mal pro Minute Luft. Cal hatte ihm eine Standardstimulanz gegeben und ihn dann in die Sichtungskategorie Rot eingestuft. Der Marine musste sofort behandelt werden, um sein Leben zu retten.

Die Trill und er hatten die Trage in den roten Bereich geschoben. Sie nickten sich zu und ging wieder auf ihre Positionen zurück. Rani Than hatte Cal als Offizier bei der Sichtung eingeteilt. Zusammen mit Dr. de Satos sichtete er im Vier-Augen Prinzip die einkehrenden Soldaten auf ihre Überlebenschancen. Nicht nur als Counselor, sondern auch als ausgebildeter Intensivsanitäter konnte er hierbei unterstützen. 

Cal sah, dass de Santos eine weitere verletzte Person scannte. Sie fuhr mit dem Scanner über eine Trage , schloss den Tricorder und steckte dann eine rote Karte an das Fussende. Dann wandte sich die üblicherweise redseelige Ärztin einem neuen Patienten zu. Cal hatte sie nun erreicht und sah, wie die Ärztin einen medizinischen Assistenten anwies, den Mund des Marines zu öffnen und seine Atemwege zu befreien. Der Bolianer beugte sich vor, öffnete den Mund und befreite die Atemwege von Schleim und Blut.  

De Satos wechselte ihren Blick vom Tricorder zum Torso des Marines. Sie zählte stumm auf 10. "Weiterhin Atemstillstand trotz Befreiuung der Atemwege, schwarze Karte." Der Bolianer blickte auf und zögerte. 

De Satos schloss den Tricorder und blickte den Bolianer an. "Petty Officer, wir müssen sortieren. Anhaltender Atemstillstand auch nach Befreiuung der Atemweg, um das abzufedern bräuchten wir einen intensivmedizinischen Platz, den wir im Moment nicht frei haben. Es tut mir leid." Sie hielt den Blick solange aufrecht, bis der Bolianer auf seine Kärtchen blickte und eine schwarze Karte herausfischte. Er steckte sie an das Ende der Trage und folgte der Ärztin weiter. 

Cal blickte den bewegungslosen Marine an, dessen Todesurteil gerade unterzeichnet worden war. Der Soldat rührte sich nicht, wahrscheinlich war er längst tot. Cal ging an der Trage entlang und legte seine Hand auf seine Augen. Sie waren bereits geschlossen, aber der Psychologe nutzte die Handlung als Ritual um den Mann zu verabschieden. 

"Rekapillarisierungszeit mehr als 3 Sekunden, schwerer innere Blutungen. Petty Officer, legen sie einen Druckverband um die beiden Arme und geben sie ihm Neurostimulanzia. Blaue Karte!"

Cal hörte auf. Sein rudimentäres medizinisches Wissen reichte aus, um die Schlussfolgerungen aus De Satos Diagnose zu ziehen. Die inneren Blutungen waren so stark, dass die Durchblutung der äußeren Hautschichten zu gering war. Die Neurostimulanzia sorgten dafür, dass der Patient keine starken Schmerzen mehr empfand und in eine gleichgültige Haltung fiel. Die Überschrift über diese medizinischen Behandlung würde 'Sterbebegleitung' heißen. Das war ein Fall für seine Leute im blauen Bereich.

Der CNS sah, wie Personal aus der technischen Abteilung die Tragen aus der Sichtung schoben. De Satos ging weiter und der Bolianer folgte ihr. Cal holte auf, es war sein Job, die Ärztin zu unterstützen. Als er sie erkannte, fühlte er sich, als hätte man eine Zigarette auf seinem Hals ausgedrückt. 

Lt. Juliette de Moncoeurs perfekt sitzende Uniform war zerrissen und wies an verschiedenen Bereichen schwarze Brandflecken auf. Einer ihrer Stiefel fehlte und man sah die schwarzen funktionellen Strümpfe, in denen ihre Füße steckten, wenn sie die Kampfmontur trug. Die offenen Uniformteile gaben den Blick auf ihre Haut frei. Kaum eine dieser Stellen zeigten ihre makellose Haut. Viele Löcher und Risse in der Uniform waren mit verkrustetem Blut, Brandblasen,Schrapnellen und Dreck übersäht. Ihre roten Haare auf der linken Seite angesengt, auf der rechten Seite nicht mehr vorhanden. Ihre Kopfhaut war von Schorf und verbrannten Hautfetzen bedeckt, auf ihre Stirn schälte sich die obere Hautschicht schwarz von roten Fleischfasern ab. Gelbe-braune Flüssigkeit bedeckte einige Wunden und suchten sich in dünnen Fäden den Weg über ihre Augen. Ihr rechtes Auge war rot und geschwollen. Neben Spuren von bernsteinfarben war kein weiß mehr sichtbar. Mehrere Äderchen waren geplatzt und verkrustetes Blut über den Tränensäcken deutet an, dass ihre Tränenkanäle mit Blut geflutet worden waren. Ihre Wangen waren von schwarzen Brandblasen übersät, von denen einige aufgebrochen waren und stinkende gelb-braune Flüssigkeit ausgesondert hatten. Um ihr rechtes Ohr war die Haut aufgeplatzt, verkrustete Blutspuren bedeckten Teile des grauen-weiß glänzenden Schädelknoches. Ihre Ohrmuschel war nicht mehr da, rot-braune Haut- und Muskelfetzen bedeckten den Gehörgang.

Cal kam nicht umhin, das Gesicht zu verziehen, seine Augenbrauen zogen sich zusammen. Mittlerweile hatte sie seine Anwesenheit bemerkt. Ein leises Stöhnen kam zwischen ihren Zähnen hervor, die Lippen hatten sich bis zu ihrem Philtrum hinauf aufgelöst.

"Schwere Hautschäden, die bis in die dritte Schicht reichen. Zahllose Verbrennungen des 3. Grades, ein Diruptortreffer im Unterleib. Innere Blutungen. Wenn sie nicht sofort gestillt werden, stirbt sie. Rote Karte!" De Satos gab klare Anweisungen. Mit wenigen Handgriffen teilte der Bolianer der Marine eine rote Karte zu. 

"Counselor!" Cal war neben die Trage mit Juliettes getreten und blickte sie an. Ihre Augen hatten sich an seine geheftet. Er legte seine Hand auf ihre, beide wussten, dass das keine zärtliche Geste war. //Das letzte, was Sie in Ihrem Leben sehen werden, werde ich sein!// Cals Worte, die er im Casino zu ihre gesagt hatte, hämmerten in seinen Kopf.

"Counselor!" De Satos Stimmte rief ihn wieder in die Gegenwart. "Bitte?" Cal wandte sich zu ihr um, Juliettes Hand ließ er nicht los. 
"Ich komme hier gut zurecht, schauen Sie bitte, dass die Verteilung funktioniert." Die Ärztin deutete auf die Schlange vor dem Verteilerknoten. 

Der CNS blickte sich um. Mehrere der fahrbaren Tragen hatten sich vor dem kleinen Zugang gesammelt an dem die Patienten auf die Krankenstation oder die Notfall-KS verteilt wurden, selbst die Patienten mit den roten Karten kamen nicht weiter. "Verstanden, Doc!" quittierte Cal, drückte Juliettes Hand noch einmal und wandte sich dann zum Verteilerknoten. 

=^= 

"Hey!" Die Bajoranerin runzelte die Stirn, was ihre natürliche Falten noch mehr Geltung verliehen. Der Trill sah die Bajoranerin wohl nicht und zog an dem Bett. Beide Betten krachten am Fußende aufeinander, Padds und Kärtchen verteilten sich auf dem Boden. Innerhalb eines Augenblicks war Cal bei den beiden. "Alles gut, atmen sie dreimal durch.. Richtig, 1x, 2x, 3x."

Der CNS beugte sich und sammelte die Kärtchen ein, die auf den Boden gefallen waren. Er reichte dem Trill die rote Karte und der Bajoranerin die blaue. Cal schnippte in die Luft und ein Petty Officer der Technik stand bei ihm. "Helfen Sie hier," er wieß auf den Trill und das Bett mit dem Marine. Die rote Karte steckte drohend am Fußende der Trage. "Schauen Sie, dass der Soldat so schnell wie möglich intensivemdizinische Behandlung erhält." Der PO nickte und stellte sich neben den Trill. Beide schoben ihn weiter durch den Verteiler. 

"Kommen Sie, ich helfen Ihnen." Die Bajoranerin nickte Cal zu. "Diese Trage muss in den blauen Bereich." Er begann zu schieben. Als Juliette sah, dass Cal an ihrem Bett stand und mit der Bajoranerin schob, gab sie einen Laut von sich, den niemand hören konnte. Sie war zu schwach um zu sprechen. Die Bahre setzte sich in Bewegung und steuerte den blauen Bereich an, in dem Stimulanzien und Schmerzmittel verteilt wurden, um den hoffnungslosen Patienten den Übergang in den Tod so schmerzfrei wie möglich zu gestalten. 

=^= 

Das Analysegerät piepste in stetigem Rhythmus. Der CNS blickte sich um. Blauuniformierte aus seiner Abteilung kümmerten sich um die tatsächlich wenigen Marines im blauen Bereich. Wer wirklich schwer verwundet worden war, hatte bereits den langen Flug nicht überlebt. Wer jetzt hier lag war erst mit der Zeit zum wirklich kritischen Fall geworden. De Moncoeur war eine der Ausnahmen. Was die Frau so lange am Leben gehalten hatte, gab Rätsel auf. Sein Blick wanderte zu einem Replikator, der gerade nicht bedient wurde. Mit wenigen Schritten war er dort, aktivierte das Gerät mit einem Knopfdruck. Ein elektronisches Piepton signalisierte "Einen Handspiegel, Erde, 19. Jahrhundert, viktorianischer Stil." Ein weiterer Ton gab an, dass der Computer den Befehl verstanden hatte. Blaue Funken begannen im Ausgabefach zu tanzen und nach wenigen Augenblicken kristalisierte sich die verspielte Form eines Handspiegels an. 

Cal griff in das Fach und holte den Spiegel hervor. Die Reflexionsfläche war glatt und sauber, sein Gesicht wurde makellos gezeigt. Seine Falten um die Augen waren ein bisschen tiefer geworden, seine Bräune focht einen harten Kampf gegen graue Blässe. Er wandte den Blick von sich ab und begutachtete den Handspiegel. Um das Zenrum schwangen sich verzierte Ranken, die einen floralen Eindruck erwecken sollten. Am Kopf des Spiegels fauchten sich zwei Schlangen mit weit aufgerissenen Mäulern an. //Schlangen, wie passend.// dachte der CNS und wandte sich der Patientin zu, um die er sich nun kümmern wollte. 


Ort: Hangar - Blauer Bereich
Zeit: MD 0.1820

First Lieutenant de Moncoeur lag auf einem provisorischen Krankenbett. Die Sensoren an ihrem Körper zeigten durch Blinken die ständige Datenverbindung mit dem Analysegerät rechts neben ihrem Bett an. Das unverletzte Auge glitt suchend durch den Raum, der durch bewegliche Wände abgegrenzt war. 

Die enormen Verbrennungen schickten immer wieder das Gefühl von Kälte durch ihren Körper, erkennbar an einer Welle von Zittern und Zuckungen. Die Mengen an Schmerzmitteln, die Dr. Christopher bereits auf dem Bird in Prey in sie hineingepumpt hatte, machten ihre Gedanken träge. Es glich sowieso einem Wunder, dass sie lebend hier angekommen war. Dr. Christopher hatte nicht damit gerechnet. Juliette war zäh, zäher als man es ihr zutraute. Die in ihrem Blutkreislauf vorhandenen Schmerzmittel hätten einen Elefanten niederstrecken können.  

Sie nahm wahr, wer da an ihrem Bett saß. Sie wollte etwas sagen, aber es quoll nur rosa gefärbter Schaum aus ihrem Mund. Sie gurgelte, hustete. Die Blutungen in ihrem Körper fraßen sich unaufhaltbar voran. Selbst mit einer zeitnahen Operation waren ihre Überlebenschancen aufgrund der schweren Verbrennungen fraglich. 

Sie spürte eine Kompresse um ihren Mund. Sanft wurde der rosa Schaum weggewischt.
„Das macht doch nichts. Warten Sie,“ Cal tauchte plötzlich in ihrem Blickfeld auf. „Ich will Sie nicht verletzen.“ Stumpf nahm sie seine Berührungen wahr. Und sie merkte, dass dort, wo sie ihre Lippen spüren sollte, sie nur ihre Zähne spürte. Sie folgte den Bewegungen Cals, wie seine Hände sanft die Kompressen um ihre Mundgegend führten. Sie versuchte ihre Arme und Beine zu bewegen. Den Zeigefinger der rechten und den Daumen der Linken konnte sie gefühlte Millimeter von der Matratze des Bettes heben. Ihre Zehen spürte sie nicht und weder ihre Ober- noch Unterschenkel konnte sie anheben. Ihr Körper war durch die Schmerz- und Beruhigungsmittel lahmgelegt. 

Cal hatte die Kompresse mittlerweile weggeworfen, seinen Kopf aber noch immer über sie gebeugt. „Und so trifft man wieder aufeinander. Muss schlimm gewesen sein, da drüben.“ Cal öffnete seine Lippen und seine weißen Zähne blitzten sie an, während er sie anlächelte. „Wissen Sie eigentlich, wie Sie aussehen?“ Sie antwortete nicht. Einen Augenblick später brachte Cal einen Handspiegel in ihr Blickfeld. Sie konnte ihre Augen nicht mehr rechtzeitig schließen, um ihr entstelltes Gesicht zu sehen. Sie sah das verkrustete Blut, das offene Fleisch und die Gesichtsmuskeln. Sie sah die Verbrennungen in ihrer rechten Gesichtshälfte und das verletzte Auge, um das herum soviel Haut abgetragen war, dass die runde Form sichtbar war. Es lag in der Augenhöhle, gehalten von wenigen  unverletzte gebliebenen Sehnen und dem Augenlid. Juliette schlug entsetzt die Augen zu und tatsächlich funktionierte es. Sie sah für einen Moment nichts, aber ihr aktuelles Gesicht starrte sie in der Dunkelheit an. 

Cal sah, dass ihr Atem schneller ging und ihr Puls beschleunigte. Mit ihrem aktuellen Aussehen war sie wohl nicht zufrieden. Er blickte auf die Anzeigen, um sich seines Eindrucks zu versichern. Die Angaben sprachen für einen erhöhten Erregungsgrad. Der CNS zog den Spiegel weg und legte ihn auf den Boden neben dem Bett. Als er sie wieder anblickte, sah er, wie sie ihren Mund bewegte. Er beugte sich vor, brachte seine Ohren nah an sie heran. 

"Sie.... verdammtes... Schwein...!" Ihre Stimme war ein Hauchen, die Lautstärke so gering, dass es mehr ein leises Flüstern war. Der CNS lächelte und wandte ihr dann wieder sein Gesicht zu. 

„Ich kann Sie nicht verstehen. Warten Sie, ich helfe Ihnen.“ Er strecke seine rechte Hand zum Steuerungspanel des Bettes aus. Die Steuerung war aus ihrer Reichweite. „So, in wenigen Augenblicken müsste es für Sie klarer werden.“ Auf dem grafischen Display ging der Konzentrationsbalken für die zentrale Schmerzmittelversorgung um 10 Punkte zurück. „Gleich wird es einfacher.“ Cal faltete seine Hände zusammen und beobachtete Juliette. Sie müsste recht bald auf diesen Eingriff reagieren. Er  lächelte kaum merklich. 

Es dauerte keine Minuten, als sie schlagartig ihre Augen öffnete. Cal sah sofort, dass ihr Blick klarer, konzentrierter und wacher war. Sie öffnete ihren Mund und ihre Brustkorb drückte sich durch. Bevor er etwas sagen konnte, begann sie leicht zu zittern, kleinste Schweißperlen zeigten sich auf ihren Oberarmen. Der Psychologe musste nicht auf die Analyse schauen, um zu wissen, dass er erreicht hatte, was er wollte. Sie gabe stumme Schreie von sich, sie hatte Schmerzen. 

„Es müsste jetzt für Sie klarer werden. Ich habe das Schmerzmittel reduziert. Auf der Erde sagt man ja, dass Schmerz und Leid den Charakter formen.“ Cal bewegte sich nicht und keinen Moment dachte er daran, die Schmerzmittelzufuhr zu erhöhen. "Ich bin bei Ihnen. Sie müssen nicht alleine sterben." Juliette schloss ihren Mund, ihr Zittern nahm zu, ihr Körper versuchte mit den Schmerzen umzugehen. Sie wandte den Kopf langsam zu Cal und blickte ihn aus tiefen, verletzten Augen an. "Sagen Sie, sind Sie religiös?" fragte Cal und nickte ihr zu. "Nicken Sie, wenn wir zusammen ein Gebet sprechen sollen. Ich kenne mich da nicht aus, aber wir werden sicher etwas finden." Juliettes Augen bohrten sich in ihn, wie zwei auf kurze Distanz aus einer Nagelpistole abgeschossene Nägel in den Hals eines neunjährigen menschlichen Kindes. Sie nickte nicht. Niemals würde sie das tun. Religion. Das war etwas, was ihrer verhassten Mutter viel bedeutet hatte, aber nicht ihr. 

Der CNS legte seinen Kopf quer und lächelte sie an. "Manchen fällt das Gehen schwer." Niemals würde er mit ihr ein Gebet sprechen. Eher würde er Fluchpsalmen beten und sich danach entschuldigen, dass die falsche Stelle gelesen hatte. Der Kampf zwischen ihnen beiden ging weiter. Die Marine schloss die Augen, sie musste einen Ausweg finden.  

Juliettes Körper brannte, ihr Gehirn pumpte Neurosignale durch den Körper, sie spürte, wie ihr Blut mit Stresshormonen gespült wurde. Sie versuchte mit ihren Fingern in Cals Richtung zu kommen, doch ihre Extremitäten versagten ihr den Dienst. Sie hatte mühsam den Kopf umgewandt, um ihn anzuschauen. Sie würde nicht kampflos aufgeben. Sie musste sich nur verständlich machen, irgendwann würde jemand in diesen mobilen Raum kommen und ihr gegen diesen sadistischen Psychologen helfen können. Obwohl ihr vor Schmerzen elend war, versuchte sich ihren Geist auf ihren Atem zu konzentrieren. Dazu erinnerte sie sich an ihre Dienstbezeichnung und ihre Dienstnummer. Das hatten sie ihm SERE Training gelernt. Bei Verhören ging es nicht darum, die vollständige Zeit zu überstehen, sondern sich kleine Zeiteinheiten zu schaffen und von einer in die andere zu kommen. Stufenweise zu überleben, war das Ziel. Und sie war wirklich zäh. Der innere Blutverlust, der sich mittlerweile in ihrem Bauchraum angesammelt hatte, war laut Anzeigen enorm. Wahrscheinlich war es nur noch der Hass, der sie am Leben hielt.

Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der Cal sie einfach angesehen hatte, griff er wieder zum Steuerungspanel. Er erhöhte die Schmerzmittelzufuhr um drei Balken. Das waren sieben Einheiten weniger, als sie auf dem Bird of Prey bekommen hatte, aber es würde ihr etwas helfen. Dann griff er nach einem Hypospray, lud es und setzte es an ihren Hals. Sie versuchte, den Hals wegzubewegen, doch gegen Cal hatte sie keine Chance. Der Counselor setzte die Düse an den Hals und der Inhalt verteilte sich in ihrem Körper. Über Kapillaren drang er in ihr Blutsystem und damit in ihren Kreislauf. Sie drehte den Kopf wieder zurück um an die Decke zu blicken. Sie mussste sich konzentrieren.   

Cal ließ sich wieder in seinen Stuhl fallen und legte das Hypospray weg. "Sie wüssten gerne, was ich Ihnen gegeben habe, richtig?" 

Die Marine spürte, dass er die Schmerzmittelzufuhr erhöht hatte. Ihr Körper beruhigte sich etwas und gleichzeitig wurde sie schwach. Sie versuchte ihre zerfließenden Gedanken auf die Frage zu konzentrieren, was er ihr gegeben hatte. Dann plötzlich wurde sie wach und sie spürte, wie ein Schub durch ihren Körper fuhr. Sie riss ihre Augen wieder weit auf und fühlte sich, als wäre sie mitten in einem 100 Meter Lauf. Langsam und unter Schmerzen wandte sich den Kopf zu ihm.  

"Adrenalin! In sehr hoher Dosis." Als Juliettes Augen sich weiteten und ihr gleichzeitig Tränen in die Augen schossen, lächelte der Psychologe kurz und blickte dann ernst. "Ja, genau. Sie wissen, was jetzt passieren wird. Sie werden kurze Zeit sehr fit sein, denn ich will Ihre volle Aufmerksamkeit. Das Adrenalin wird allerdings alle Ihre Lebensgeister und Ihre Energie auffressen. Sie sind Psychologin, sie wissen was das mit ihrem Körper anstellt. Wenn die Wirkung nachlässt, werden Sie immer schwächer - schwächer als Sie es bisher waren. Ihr Immunsystem hat dann nichts mehr, womit es arbeiten kann." Ihre Tränen kullerten über ihre noch vorhandene Wange. Cal reagierte nicht darauf. Langsam drehte sie ihren Blick wieder zur Decke.  

Der Psychologe beugte sich zu ihr vor, so dass er sicher sein konnte, dass sie ihn sah. Sie schloss zwar die Augen, da sie ihren Kopf nicht weiter drehen konnte, aber das störte Cal nicht.  „Ich bin mir sicher, dass Sie wissen, dass Sie im blauen Bereich sind. Ich werde bei Ihnen bleiben, bis es zu Ende ist. Und ich glaube, dass Ihnen zwei Dinge klar sind. Der Weg dorthin wird schmerzhaft und,“ Cal machte eine Pause „Ich weiß immer noch nicht, wie religiös Sie sind. Aber das ist auch egal." Er holte kurz Luft, ließ aber den Blick nicht von ihr. "Ich habe keine Ahnung, ob sich etwas oder was oder wer sich hinter der Grenze des Lebens befindet, aber ich bin mir sicher," Cal holt nochmal tief Luft und legte seine freie Hand auf ihre, dass er ganz sicher war, dass sie wusste, dass er sie ansprach. "Ich bin mir wirklich sicher, dass jemand wie Sie," er atmete durch geschlossene Zähne aus, er war ihrem Gesicht so nahe, dass sie seinen Atem spüren musste, "...jemand wie Sie, dass Sie sich fürchten sollten.“ Cal blieb eine ganze Weile in ihrem Sichtfeld. Sie reagierte nicht, aber Cal wusste, dass sie ihn gehört hatte. Ihre Arme waren mit Schweißperlen bedeckt und sie zitterte merklich. Dann zog er sich langsam zurück und setzte sich langsam auf seinen Stuhl.
 
Nach einer Zeit versuchte sie wieder Worte zu formen. Aber es gelang ihr nicht. Sie hatte längst die Kontrolle darüber verloren. Sie riss nochmal die Augen auf. Sie konnte nicht mehr sprechen, nur röcheln. Rotweißer Schaum quoll ihr aus Mund und Nase. Keine Chance sich mitzuteilen. Es blieben nur ihre Gedanken und diese spiegelten sich in ihrem Auge wieder. Schmerz. Rebellion gegen das Unvermeidliche. Nach einer für sie gefühlten Ewigkeit ließ das Adrenalin nach und sie wusste, was das bedeutete. Das Adrenalin hatte in ihrem Körper wie ein Strohfeuer gewütet. Ihre Reserven waren aufgebraucht, ihre Erschöpfung würde immer mehr zunehmen, bis sie schließlich einschlafen und sterben würden. Im blauen Bereich würde sie keine medizinische Betreuung erhalten, die über palliative Hilfe hinausging. Wenn sie hier einschlief bedeutete dies, dass es vorbei war. Und für Personen, die starben, war der blaue Bereich errichtet worden. Wer es schaffte eine gewisse Zeit zu überleben, bis wieder OP Kapazitäten frei waren, hatte manchmal unvorstellbares Glück. Aber sie wusste, sie hatte so verdammt viele Männer verheizt, dass dies nicht geschehen würde. Zuerst behandelt wurden die Fälle mit den besten Überlebenschancen. Sie war mit ihren Handlungen verantwortlich dafür, jetzt hier zu liegen. Sie atmete mit unglaublicher Gewalt gegen die Flüssigkeit in ihrem Bauchraum an, was sie zusätzlich anstrengte. 

Der Psychologe beobachtete die Versuche der First Lieutenant, sich gegen ihren Zustand zu wehren. Er verspürte nicht den Drang, ihr zu helfen. Vielmehr war es ihm, der Frau zuzusehen, die seinem Leben und seinen Lieben derart zugesetzt hatte. Er spürte eine Geduld und Ruhe in sich, die er nicht kannte, die ihn tief atmen ließ. Würde man dieses Spiel mit einer Schlacht vergleichen, so hatte er unweigerlich gewonnen. Er musste nichts mehr tun, konnte sich abwenden und vergessen. Doch das würde er nicht tun. De Moncoeur hatte nicht verdient wie ein gewöhnlicher Gegner behandelt zu werden. Sie sollte mit den Tentakeln in Berührung kommen, die Cal tief in sich begraben hatte. Juliette de Moncoeur war es gewohnt, mit physischer und psychischer Gewalt umzugehen. Sie konnte beides anwenden und war in der Anwendung profiliert. Cal kannte nur eine Seite dieser Gewaltmedaille, aber Juliette war der Endgegner, der Cals volle Konzentration verdient hatte. Cal hatte wenig Ahnung von Militärstrategie, aber wenn er die Marine anblickte, wie sie auf dem Bett lag und ihrem Leben die letzten Atemzüge abrang, war er sich sicher, dass es Gegner gab, die bis ins letzte besiegt werden mussten. Eine Kapitulation reichte nicht aus, Juliette einzusperren hätte nicht ausgereicht. Die Frau war mit ihren Fähigkeiten und ihrem Krankheitsbild eine Gefahr für ihr Umfeld. Sein Blick fixierte die Marine, blendete die blinkenden Lichter der Sensoren aus und sah nur noch den Körper, der noch immer am Leben war. Er sah den Geist der Frau, der kämpfte. 

Wieder griff er nach ihrem Arm. Der Arm war nass vor Schweiß, ein Zeichen, dass Sie noch immer Schmerzen hatte. Er erhöhte die Dosis des Schmerzmittels wieder um eine Einheit. 

"So weit ich das aus Ihrer Akte sehen konnte, waren Sie auf einem Internat in Frankreich. Das ist weit weg von hier, und ich bin mir sicher, dass Sie die Erde nicht mehr lebendig erreichen werden." Er machte eine kurze Pause. Den Griff um ihren Arm zog er etwas an. 

"Ich glaube, dass Ihre dissoziative Störung auf dem Internat zu wachsen begann. Außenseitertum, keine Chance ihrem Hobby, dem Bogenschießen nachzugehen. Sie waren unbeliebt bei Ihren Klassenkameraden und gleichzeitig sind Sie als junge Frau herangewachsen. Haben Sie schnell gemerkt, was für eine Wirkung Sie auf Ihr Umfeld haben?"

Cal sah, wie sich ihre Finger leicht bewegten. Das reichte ihm als Reaktion. Er blickte auf das Analysegerät auf dem Schränkchen neben dem Bett. Ihre Werte sanken. Allerdings hatte sie ihn verstanden, die Reaktion deutete das an. 

"Was mir auch auffiel, Sie sind einem Gefangen gegenüber ausfällig geworden. Sie? Was hat er gemacht, bis er Sie soweit hatte, dass Sie ihn geschlagen haben? Soweit ich aus den Akten sehen konnte, trug er Handschellen." Cal lachte kurz. "Ein gefesselter Gefangener hatte Sie soweit provoziert, dass Sie ihn schlugen? Entweder hatte er Staatsgeheimnisse, an die Sie wollten oder er wusste etwas über Sie. Und ehrlich gesagt, ich vermute letzteres. An Staatsgeheimnisse würden Sie in einem Verhörzimmer kommen, da habe ich keine Zweifel. Ich glaube, dass der gute Mann etwas über Sie wusste. Vielleicht haben Sie sich wieder eine Leistung erkauft und er wurde wegen etwas anderes festgesetzt. Lassen Sie mich das ausmalen: Er kannte Ihre Achillesverse, vielleicht haben Sie es mit ihm getrieben, weil Sie etwas wissen wollten. Und Sie hatten Sorgen, dass er es weitererzählt. Sie haben ihm gedroht, haben seine Familie bedroht und er zeigte sich uneinsichtig. Sie haben ihn geschlagen und vielleicht auch mehr. Der gute Mann hat sich zwei Tage später in seiner Zelle erhängt. Ich würde gerne wissen, was es war, aber ehrlich gesagt," Cal blickte wieder auf die Anzeige. Sie war wieder leicht erregt. Er spürte am Arm, wie sie wieder zitterte. "ist es jetzt auch egal." 

Diese Erregung würde sie wieder Energie kosten. Er würde sie nicht einfach einschlafen lassen. Ihre Blutwerte zeigten einen rapiden Absturz an. 

"So nicht, Madame." Der Psychologe hielt den Blick auf dem Anzeigegerät haften und folgte der Linie. "Sie sind krank, de Moncoeur. Und wenn ich ehrlich bin, glaube ich, dass Sie nie gesund waren. Das hat wahrscheinlich alles vor der Schule begonnen. Es war Ihre Mutter!" Cal sah, wie die Leistungslinie wieder anstieg. Er hatte wahrscheinlich das letzte Aktionspotenzial in ihrem Körper aktiviert. Er stand von seinem Stuhl auf, den Griff an ihrem schweißnassen Arm. Sein Blick war fest an die Linie geheftet. "Es war Ihre Mutter Juliette, Sie waren nie gut genug Ihre sportlichen Erfolge zu erreichen. Bogenschießen, Literatur und Philosophie hat in Ihrer Familie niemanden interessiert und Sie konnten sich nie emanzipieren. Sie wurden auf eine Schule geschickt, die sportliche Aktivitäten förderte und dann haben Sie versagt, konsequent versagt. Und Freunde hatten Sie auch keine, was müssen Sie für eine Enttäuschung gewesen sein." 

Cal sah, dass die Linie nicht mehr stieg, sie hielt sich auf dem Plateau wie ein Bergsteiger, der nicht mehr weiter konnte. Ein letztes Mal drückte er ihren Arm fester und beugte sich über sie. Er wandte ihr sein Gesicht zu. Die andere freie Hand legte er an ihre Wange. "Öffnen Sie Ihre verdammten Augen!" Er holte tief Luft. "Sie sind eine Enttäuschung für Ines de Moncoeur. Und Sie konnten Ihre Enttäuschung nicht an Ihrer Mutter ablassen, Sie haben nie revoltiert oder rebelliert. Ihre Mutter war für Sie unantastbar. All den Schmerz, den Sie in sich angesammelt haben, haben Sie an Ihrem Umfeld ausgelassen, anstatt Ihrer Mutter zu sagen, dass Sie Ines de Moncoeur nicht entsprechen können und auch nicht müssen. Sie kämpften Ihr Leben lang nur gegen Ihre Mutter und ließen alle anderen leiden. Öffnen Sie Ihre verdammten Augen!" Cal sprach in einem schneidenden Befehlston, den er sonst nie auspackte. Er schnippte neben ihrem Auge, sie öffnete nicht. Er holte auf einer Distanz von 10 Zentimeter aus und schlug auf ihre gesunde Wange. Sein Puls dröhnte in den Ohren, sein Atem ging schwer. Juliette de Moncoeur öffnete langsam ihre Augen. Sie waren klar.

Sein Gesicht war versteinert und ihrem entstellten nahe. "Sehen Sie mich an. Denn wenn Sie jetzt die Augen schließen, werden Sie sie nie mehr öffnen!" Sie blickte ihn einen Moment in aller Klarheit an. Die bernsteinfarbenen Augen eröffneten Tiefe und Cal spürte eine Eiseskälte in der Brust. Die Augen entwickelten einen Sog, dass er die Farbe der Iris nicht mehr wahrnahm. Das schwarz der Pupille schien sich über den Bernstein zu legen und wollte ihm entgegenkommen. Es blitzte in ihrem Auge. Dann begannen ihre Halsmuskeln zu erschlaffen. Der Counselor spürte an seiner Hand, wie ihr Kopf immer mehr in sie hereinrutsche. Juliettes Blick wurde trüb. 

Ihre Augenlider begannen zu flatterten und langsam schloss Juliette de Moncoeur ihre Augen. Ihr Atem begann zu rasseln, wurde ungleichmäßig. Ihr blau angelaufener Zeigefinger zuckte ein letztes Mal. Ihre Wangenknochen erschienen noch spitzer als sonst. Aus dem Mundwinkel ran ein dünner, fadenförmiger Blutstrom das verbrannte Kinn hinab. Das Überwachungsgerät begann zu piepsen, die Linie nullte sich ein. Das Gerät zeigte mit roten Lettern Herzstillstand und die nicht vorhandene Sauerstoffsättigung an. Das Piepsen mehrere Geräte erschall plötzlich im blauen Bereich. 

=^=

Nach wenigen Minuten stellte sich der Ton des Geräts selbst ab. Der Herzstillstand und die mangelnde Sauerstoffsättigung hatten in ihrem schon zerschundenen Körper so viele Schäden angerichtet, dass sie nicht mehr wiederbelebt werden konnte.  

Cal stand noch immer über sie gebeugt. Er hatte sein Versprechen eingelöst, dass sie als das letzte in ihrem Leben ihn sehen würde. Sanft legte er seine Hand auf ihre geschlossenen Augen. Dann ließ er sich wieder in seinen Stuhl fallen. Er würde mitteilen, dass 1st Lieutenant Juliette de Moncoeur verstorben war, aber dieser Moment gehörte ihm. Er fühlte sich schuldig und spürte etwas kaltes, dunkles in sich, das nun nicht mehr gehen würden. Er hatte de Moncoeur in den Tod begleitet und es war an ihm gelegen, dass die schwerverletzte Frau keine Hilfe erhalten hatte.
 
Juristisch würde das, was er getan hatte, nicht als unterlassene Hilfeleistung, sondern eher als Totschlag mit Vorsatz oder gar Mord eingestuft werden. Das würde final von der Leistung der Anwältinnen und Anwälte abhängen, aber das war auch egal, denn es würde keine Untersuchung geben. De Moncoeur war zusammen mit den Marines aus einem Kriegseinsatz so schwer verletzt zurückgekommen, dass sie nur durch schnelles und gezieltes Handeln oder ausreichenden Ressourcen im Einsatz hätte gerettet werden können. Das war nicht passiert bzw. hatte nicht zur Verfügung gestanden und so war sie jetzt tot. Cal ließ seinen Blick auf dem zusammengesunkenen Körper ruhen.   

Der Vorhang raschelte. Cal wurde aus seinen Gedanken gerissen. Hinter ihm räusperte sich jemand respektvoll. "Sir," war es die Stimme von Ensign Amun, die ihn endgültig aus seinen Gedanken riss. "Commander Renard  möchte, dass Sie Lt. Killroy bei der Einsatznachbesprechung der Marines unterstützen, wenn Sie...." Der Acamarianer war seltsam blass um die Lippen als er das Ausmaß der Szene wahrnahm. "Ist sie....tot?"  

"Ja," Cals Stimme klang tief und ruhig. "Ja, sie ist tot. Ich sollte Bescheid geben." 
"Bei Dr Than?" Amun blickte von de Moncoeur zum CNS. Der junge Ensign sah, wie der CNS aus seiner Uniformjacke eine Schachtel herauskramte. Er schnippte zweimal dagegen und als Cal eine Zigarette herauszog, erinnerte sich der TAK, dass der CNS ihm auch mal eine gegeben hatte. 

Aus einer andere Tasche zog Cal ein Streichholzheftchen, zündete eines an und hielt die Flamme dann an seine Zigarette. Er sog den Red Apple Tabak tief ein, nahm sich die Zigarette von den Lippen und wedelte das Streichholz aus. Das erloschene Streichholz schnippte Cal in den Mülleimer zu den Kompressen mit dem Blut der Marine. Amun wusste nicht, was er interessanter finden sollte. Die Tote und das der CNS bei ihr gewesen war oder das Ritual, wie der Psychologe seine Zigarette angezündet hatte. 

"Ja, Dr. Than." Cal atmete hörbar aus, dann wandte er sich zum TAK um. "Tun Sie mir einen Gefallen, Ensign, sagen Sie ihr Bescheid, dass First Lieutenant Juliette de Moncoeur soeben gestorben ist. Sie oder ein anderer Arzt muss kommen, um die Todesmerkmale festzustellen. Ich warte hier noch einen Moment und sobald ein Doc da ist, gehe ich auch zur Nachbesprechung." Cal blickte den jungen TAK an und Amun wusste ohne weiter Ausführungen, dass er dem CNS den Gefallen erfüllen sollte. 

"Aye, Sir!" replizierte Amun und verließ den Raum. 

Der CNS wandte sich wieder der toten Juliette zu. Er nahm einen weiteren tiefen Zug und merkte, wie ihm das Nikotin zusetzte. Ein leichter Schwindel erschlich ihn. Der CNS ignorierte das Gefühl und nahm die Zigarette zwischen Daumen und Zeigefinger geklemmt von den Lippen. 

"Und wo hast du jetzt dieses gottverdammte Video versteckt?" 

</rpg>


<sum>


Ort: unbekannt
Zeit: in der Zukunft
Jemand legt eine Beichte ab. 

Ort: Büro des CNS 
Zeit: MD 0.1730 
Cal Mannix entwirft verzweifelt seinen weiteren Schlachtplan. Er wird aber davon unterbrochen, dass die Marines von Außenposten 1212 zurückkehren und er zur Triage in den Hangar gerufen wird. 


Ort: Hangar - Triage
Zeit: MD 0.1800 
Die mit dem Marine Transporter eintreffenen Marines werden nach dem Triage-System auf die Behandlungsplätze verteilt. Ein kleiner Zufall hilft ihm Schicksal zu spielen und Juliette de Moncoeur wird in den blauen Bereich verlegt - zum sterben. 


Ort: Hangar - Blauer Bereich
Zeit: MD 0.1820
Cal bleibt bei der schwer verletzten Juliette de Moncoeur. Er redet mit ihr über ihren nahenden Tod, ihre Person und konfrontiert sie mit seinen Erkenntnissen über ihre psychologische Störung. Er wiederholt, dass das eingetreten ist, was er schwört, dass er die letzte Person wäre, die sie sieht. Juliette stirbt schließlich an ihren schweren Verletzungen. 


</sum>


Submitted by 

Lt. j.G. Cal Mannix und 1st Lt. Juliette de Moncoeur
Aka Phil und Linda


Zum nachlesen: 


Shady Behavior-Reihe: 


Teil 1: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/589
Teil 2: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/590
Teil 3: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/591
Teil 4: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/592
Teil 5: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/593
Teil 6: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/594
Teil 7 : https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/595
Teil 8: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/596
Teil 9: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/597
Teil 10: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/605 




Missions RPG:          
1. Teil         https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/548        
2. Teil         https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/549


Shady Behavior (X) : Knives out

Ratana Tiru
 

<NRPG>

Liebe Ody-Crew,

in den vergangenen Tagen bin ich fast täglich gefragt worden, wann es denn endlich mit dieser Story weiter geht. Es geht weiter. Wir haben es selbst kaum erwarten können. Wir haben wieder den ein oder anderen Char eingebaut. Bevor ich zu viel schreibe/rede.... 

Also ganz norddeutsch kurz, wie man Mann sagen würde (wobei er würde es noch kürzer sagen):

Vielen lieben Dank für die vielen tollen Rückmeldungen von euch und vor allem – lieber Phil – vielen Dank fürs miteinander plotten und aufschreiben, die gegenseitigen Rückmeldungen und die witzigen aber auch ernsten Gespräche nebenbei, den Einblick in Musikvorlieben und Literatur. Es hat mir nicht nur Spaß bereitet, es hat mich auch unglaublich motiviert auf viele weitere RPGs. 
 
Wir wünschen Euch viel Freude beim Lesen. Hier der vorletzte Teil!


Phil und Linda

</nrpg>

<rpg>

Teil 10 – Shady Behavior - Knives out

#Ort: Quartier Cal Mannix
#Zeit: Md -01.1000

Das Emblem der Sternenflotte auf dem Bildschirm drehte sich um die X-Achse, wie ein alter Windows-95-Bildschirmschoner. Der CNS beachtete den Bildschirm seines Terminals gar nicht, in seinem Schreibtischsessel hatte er sich umgewandt und bot der Sternenflotte seinen Rücken dar. Seine Konzentration richtete sich auf den Gegenstand in seiner Hand. Das Gewicht war niedrig, dass er nicht viel Kraft aufbringen musste. um es zu bewegen, gleichzeitig war das Gewicht so hoch, dass es gut in seiner Hand lag. Er fuhr mit einem Finger über den symmetrischen Kupfergriff, über die verzierte Paradescheibe und dann vorsichtig auf die Doppelklinge. Er hob den Dolch an, die Schneide reflektierte blitzend im Licht.

Es war radikal, was geschehen war, ging an seine Grenzen. Es war ein Spiel. Cal hatte sich in seinem bisheringen Leben einige Male gefragt, ob irgendetwas von dem, was er angestellt hatte, zurückommen würden. Er war sich nie sicher, ob sein Schicksal ihn wie ein Wal erschlagen würde, der plötzlich vom Himmel fiel, oder ob es eine Spinne sein würde, die langsam ihr Netz um ihn gezogen hätte, um langsam mit gezielten Bissen anzugreifen. Cal war sich stets sicher gewesen, dass etwas passieren würde - ein beleidigter Vater, ein freigelassener Straftäter oder eine zurückgelassene Affäre. Dass es aber scheinbar aus dem Nichts kommen würde, wegen einer nicht erteilten Tauglichkeit, daran hatte er bisher nicht gedacht.

Cal legte den Dolch auf seinen Schreibtisch und seine Hände zusammen. Er stützte sein Kinn auf Zeige- und Mittelfinger ab. Durch die Bewegung aktivierte sich der Bildschirm wieder und zeigte das Konterfei von de Moncoeur. Jedesmal, wenn er ihr Bild in der im zugänglichen Personalakte sah, war er über die Ähnlichkeit der Französin mit einer berühmten Ärztin des Starfleet Medical Corps erstaunt. Seit er die Marine in echt gesehen hatte, wusste er, dass das nur eine grafische Ähnlichkeit war, keine echte. Crusher war größer als de Moncoeur.

Cal fixierte ihr Bild. Beide hatten keine Verbindung zueinander. Und doch war zweifellos in Juliette de Moncoeur seine persönliche Nemesis in Erscheinung getreten. Das Böse war aus der Höhle getreten und hatte ihn mit seinen eigenen Abgründen angegriffen. Die Marine hatte ihn zum nächtlichen Holodeckbesuch provoziert und hielt nun die ultimative Waffe gegen ihn in der Hand. Cal drehte seinen Schreibtischstuhl um und berührte den Knauf des Dolches auf seinem Tisch. Es war ein Spiel auf Leben oder Vergehen und er würde sicher nicht einfach aufgeben. Er hatte keine Phaser und Säbel, war aber nicht unbewaffnet. Und eine Sache galt es zu klären, ehe der Spielplan ein letztes Mal aufgerollt wurde. Eine Person wollte er aus der Schussbahn wissen, auch wenn er sich sicher war, dass sie eine ihm noch nicht klare Rolle in der ganzen Sache spielte. Und er würde sie brauchen um dieses Spiel zu gewinnen.

Cal löste seine Hände voneinander und aktivierte mit wenigen Berührungen seine Krankenakten.

--

FROM: Mannix, Dr. Cal (CNS USS Odyssey)
TO: Skyla Lyma (CO USS Odyssey)
About: Diensttauglichkeit MCpt Ratana Tiru

Sehr geehrte Commodore Lyma,

in o.g. Sache sende ich Ihnen im Anhang den öffentlichen Abschlussbericht zu. Die Kurzfassung lautet folgendermaßen:

MCpt Ratana Tiru ist ab sofort als vollumfänglich diensttauglich einzustufen. Ihre Eignung für Truppen- und Sternenflottendienst liegt nach der Tempest-III-Matrix von Dr. Calard und dem Brüssler Test vor. Ihr mentales Leistungslevel bewegt sich auf 6 von 7 Punkten. Wie Sie mehrfach unter Beweis gestellt hat, ist sie in der Lage Situationen zu erfassen und Handlungen orientiert an den allgemeinen und besonderen Dienstpflichten auszuüben. Sie kann ihr Handeln reflektieren, ist sich Ursache und Wirkung bewusst. Sie ist in der Lage, ihr Handeln betreffende ethische Ableitungen zu treffen.

Vergangens scheint so verarbeitet, dass es keine überdurchschnittliche Auswirkung auf gegenwärtiges zu haben scheint.

Ich empfehle die unmittelbare Wiederaufnahme der Diensttätigkeit in folgender Abstufung.

Stufe 1: 
Wiederaufnahme des Dienstes in gewähltem Fachgebiet. 2 Wochen engmaschige Begleitung durch CSO oder TAK oder einem Senioroffizier des entsprechenden Fachgebiets, in dem Ratana Tiru eingesetzt werden soll.

Stufe 2:
Bei uneingeschränkter Weiterführung des Dienstes 2 Wochen begleitende Gespräche über Hindernisse, Widerstände und Verhaltensweisen im Dienst mit CNS

Stufe 3
2 Wochen eigenverantwortliches Arbeiten in entweder ausgewähltem oder vorherigem Arbeitsfeld. Gespräche mit begleitenden Offizieren hier nur bei Bedarf.

Nach 6 Wochen abschließende Evaluation mit CO/EO, begleitendem Offizier und CNS. Bei bewährtem Verlauf vollständige Indienststellung und Tilgung etwaiger Vorbehalte in der Personalakte.

Weitere Gespräche mit dem CNS sind, wenn gewünscht, möglich, aber nicht verpflichtend und ohne auftretende Insuffizienzen ohne Auswirkung auf die geplante Wiederaufnahme.

Mit besten Grüßen

Cal Mannix, CNS
--

Der Psychologe überlegte nicht lange, sondern sandte die Nachricht ab. In diesem Moment wusste er, dass sich das Spielfeld verändert hatte.

Dann deaktivierte er sein Terminal, schnappte sich den Dolch und bewegte sich zu seiner Couch. Er würde einen Mord begehen, das war so sicher, wie das sprichwörtliche Amen in der Kirche. Auch wenn er viele Fantasien hatte, wie er die Marine umbringen konnte und auch einige davon realistische waren, so wusste er dennoch nicht, wie man so etwas anstellte oder sich darauf vorbereitete. Ihm fiel auch nur eine Person ein, die sich mit so etwas auskannte und die er fragen konnte.


#Ort: Quartier Ratana Tiru
#Zeit: Md -01.1200

Sie stand an der Tür, da sie das Quartier gerade verlassen wollte. Der Türsummer wechselte die Farbe und der Zweiklangton erschallte den Raum. Die Orioni runzelte die Stirn und berührte den Türöffner. Zischend wichen die Türhälften auseinander und gaben den Blick auf den CNS frei. Dieser hatte die Arme hinter dem Rücken verschränkt und stand leicht vorgebeugt. Seine grünen Augen blickten sie direkt an. Sie spürte, dass sich ihre Augenlider kurz weiteten und ihre Mundwinkel sich minimal und unsichtbar freundlich anhoben. Bruchteile von Sekunden war sie über ihre Reaktion verwirrt.  

„Lieutenant, was verschafft mir diesen Besuch?“

„Ich habe eine Frage an Sie.“ Seine Stimme war leiser und rauher, als sie es von ihren Gesprächen bisher gewohnt war.

„Kommen Sie rein.“ Ratana trat einen Schritt auf die Seite. Mit einer beiläufigen Bewegung aktivierte sie wieder die Quartiersbeleuchtung. Sie konnte sich gar nicht mehr erinnern, warum sie das Quartier verlassen wollte. Sie hatte auch nur die halbe Uniform an. Die Jacke fehlte. So trug sie nur Stiefel, Hose und das langärmige Uniformshirt, darüber die Weste. Das fiel ihr auf, als sie ihre Jacke noch an der Garderobe hängen sah.

Seit sie am Morgen von der Krankenstation entlassen worden war, nahm sie den Tag wie durch eine Wolke wahr. Sie hatte Will einen langen Brief geschrieben und ihn wieder gelöscht. Mehrmals.

Auch wenn Lt. de Moncoeur sie hatte provozieren wollen, sie hatte Recht: Wenn Will etwas an ihr liegen würde, dann wäre er an ihre Seite geeilt. Er hatte sie nicht kontaktiert, das hatte sie machen müssen. Zweimal. Es war also sehr wahrscheinlich, dass er sie aus seinem Leben gelöscht hatte. Gründe unbekannt. Gründen nachjagen - nicht ihr Stil.

Es schmerzte. Unglaublich. Das letzte Restchen Stolz und Ehre in ihr, hielt die disziplinierte Fassade aufrecht. Aber diese Fassade hing aktuell an einigen dünnen Riemchen. In ihr grummelte es. Sie fühlte sich verraten, hintergangen und schlagartig allein.  

Die Orioni führte beide an ihren Tisch und bot ihm einen Platz an. „Wie kann ich Ihnen helfen?“

Cal setzte sich auf den angebotenen Stuhl. Er legte die Hände auf den Tisch und beobachtete, wie seine Finger Halt auf dem Glastisch fanden. Ratana sah, wie er förmlich nach Worten rang. Sein Blick war gebeugt und er öffnete immer mal wieder seinen Mund, um ihn wieder zu schließen. Schließlich gab er sich einen Ruck, Cal richtete seine Rücken gerade und zog seine Hände an sich.
 
"Wie ist das eigentlich, jemanden zu töten?“ Cals Stimme klang wie eine Feile, die langsam, sehr langsam ein Stück Eisen bearbeitete.  

„Wie bitte?“ Ratana war nicht sicher, ob sie richtig verstanden hatte, was der CNS von ihr wollte.

„Einem vernunftbegabtem Lebewesen das Leben zu nehmen. Mit voller Absicht. Ich meine keine Kriegshandlung oder Notwehr, sondern volle bewusste Handlung.“ Cal sah die Marine an.

Die Orionerin sah ihn an. Ihr Mundwinkel zuckte kurz. Sie verstand noch immer nicht.

"Counselor," begann sie. "Ich verstehe nicht. Ich habe noch nie jemanden des Tötens willen getötet...." //Außer als Hauptmann.// schoss es ihr durch den Kopf. //Aber da warst du nicht du selbst und dieses Kapitel deines Lebens war nicht dein Kapitel. Das haben andere mit deinem Körper, aber nicht deiner Persönlichkeit geschrieben.//

Was wollte er von ihr? Der Zweck dieser Frage war ihr unklar. War das eine Therapiesitzung oder der Auftakt zu etwas anderem?

"Ich meine, ich habe noch nie einem intelligenten Wesen das Leben genommen, wo es sich nicht um eine militärische Handlung oder eine Handlung in Notwehr gehandelt hat. Das ist immer das letzte Mittel. Selbst in meinen früheren Aufträgen als Scharfschützin, habe ich aus einem militärischen Befehl heraus gehandelt, wenn Sie das meinen. Natürlich ist es keine Handlung im Affekt eines Gefechts oder einer anderen bedrohlichen Lage, sondern man plant sehr lange. Ziel, Umgebung, Entfernung, Windgeschwindigkeit, Bewegung, Flugbahn...Aber es bleibt eine Handlung aus einem militärischen Grund: Gefahrenabwehr, Beendigung einer Geiselnahme oder anderen schwerwiegenden Gründen."

Sie war sich unsicher, wieso seine Körperhaltung so anders war als sonst. Und er roch nach Stress. Ihre Pheromonrezeptoren waren entgegen ihrer Pheromondrüsen nicht chemisch kastriert. Das menschliche Stresshormon war beinahe erschlagend wahrzunehmen. 

Warum war er hier? Hatte er ihr etwas mitzuteilen? War ihr Wiedereingliederungsgesuch abgelehnt worden? Würde sie als überführte Massen-Mörderin doch ins Gefängnis gehen? Aber wo waren dann die Sicherheitsleute oder die Militärpolizei? Irgendetwas an dieser Situation sorgte dafür, dass sich ihre rasierten Nackenhaare aufstellten.

"Dürfte ich Ihre Intention hinter dieser Frage erfahren?" Der blausilberne Blick ähnelte kurzzeitig ihrem Blick in einem Verhör. Scharfsinnig, lauernd. 

Cal blickte die Orioni an. Ihre Augen waren geweitet, der Mund nicht ganz geschlossen.

//Frigides Reptil// ihm fiel ein, was de Moncoeur über sie gesagt hatte. Die Orioni saß aufrecht und wartete auf die Antwort. Sein Blick wanderte an ihrem Körper entlang, wie er stets an attraktiven Personen gewandert war. Seine Augen bewegten sich, als ob er etwas suchte und nicht wusste, was er finden wollte. 

"Mr. Mannix, ist alles in Ordnung?" In ihrer Stimme lag jetzt wieder etwas mehr Sanftheit, auch wenn der militärische Unterton nicht herauszunehmen war.

Cal senkte seinen Blick zum Tisch, irgendewtas in seinem Gesicht hatte sich geändert. "Verzeihen Sie, vielleicht habe ich mich nicht korrekt ausgedrückt. Ich habe viel darüber gelesen und viel mit Mörderinnern und Totschlägern gearbeitet. Aber niemand davon konnte differenziert berichten, wie sich das anfühlt, zu töten." Cal blickte zur Orioni auf.

"Sie waren in vielen Kampfeinsätzen, ihre Ausbildung ist auf den militärischen Dienst ausgerichtet. Ich denke, dass Sie mir sicher meine Frage beantworten können."

Das konnte sie. Genug Erfahrung dazu hatte Sie. Wenn Sie den CNS aber anblickte, dann war sie sich sicher, dass er ihr etwas verheimlichte. Seine grünen Augen wiesen eine Eintrübung auf, wie man manchmal zu Menschen sagte, dass sie kleine Augen hätten, wenn sie müde seien.

Ratana stand auf. Sie brauchte einen Moment. Ihr Kopf hämmerte. Sie strich sich über die Schläfe, die zuckende Narbe entlang. Warum wollte er unbedingt über Töten sprechen? Er hielt sie nicht für eine Mörderin. Das würde allem widersprechen, worüber sie in den unzähligen Sitzungen gesprochen hatten. Vorwürfe kannte sie von ihm nicht. Eher: Schauen Sie nach vorne. Wieso also wollte er jetzt wissen, wie es war zu töten?

Die Marine ging herüber zum Replikator. "Zwei Gläser Orionischer Jakura-Tee, heiß." Sie wartete das Summen, den Tanz der blauen Lichter ab. Sammelte die Gedanken. Natürlich. Es erinnerte sie an ein Gespräch. Mit jemand Anderen. 12 Jahre zuvor. Auf der Atlantis. Damals ging es um Rache. Ihr Blick streifte ihre vernarbten Brandwunden an den Händen. Sie hatte noch keine Handschuhe an. Sie trug sonst immer welche. Warum hatte sie das vergessen? Die Handschuhe waren ihre Art Distanz zu zeigen, sich abzugrenzen.

Ihre Gedanken wanderten zum Problem zurück. Wollte der CNS Rache? Aber wegen wem? Und warum? War das wichtig? Nein. Sie wollte es auch nicht wissen. Sie war Militärpolizistin. Sie durfte es nicht wissen. Nicht ohne Konsequenzen für ihn.

Langsam nahm sie die beiden Gläser, stellte dem CNS eines hin, streifte dabei ausversehen sein umso wärmeres Handgelenk, bevor sie sich selbst hinsetzte. Der Terraner schien zu glühen oder war ihre Haut so kalt? Der Duft des exotischen Tees strömte in ihre Nase. Erinnerte sie an ihre Heimat.

"Vielleicht ist das alles eine große Lüge Counselor," suchte sie die richtigen Worte. "Ich töte nicht. Ich bekämpfe Gefahren für die Föderation, ich wirke auf einen Feind ein, ich neutralisiere oder eliminiere ihn, ich halte ihn nieder, mache ihn unschädlich, setze ihn fest, .....Das ist der Jargon in dem ich seit fast 20 Jahre rede und denke, wenn ich beschreibe was meine Marines oder ich zu tun haben."

Ihr Blick war auf einmal glasklar. "Wissen Sie warum? Es schafft Abstand. Wir lernen das vom ersten Moment der Grundausbildung an. Haltet Abstand von dem, was ihr da tut. Wir belügen uns permanent selbst. Das wird einem so strengen und harten Drill unterliegen, das sorgt dafür, dass wir im richtigen Moment funktionieren ohne viel nachzudenken. Einstudierte Handlungen. Festgelegte Handlungsmuster. Das sind Sicherheiten. Sobald ich diese Uniform anziehe, werde ich selbst zu einer Waffe und trage einen emotionalen Schild, nehme eine klar definierte Rolle ein. So zumindest wird uns das vermittelt."

Sie nahm einen Schluck vom dampfenden Tee. Ihre dunkelgrünen Lippen umschlossen das filigrane Teeglas."Und das unterscheidet uns von Zivilisten und dem restlichen Sternenflottenpersonal. Deswegen ist das Starfleet Marine Corps auch häufig der kleine, dreckige Schmutzfleck auf der weißen Weste der Sternenflotte."

Ihre silberblauen Augen bohrten sich in seine. "Das heißt nicht, dass ich emotionslos bin oder nicht weiß, was ich da tue. Ich erinnere mich sicherlich nicht an jedes Gesicht. Ich erinnere mich aber an Geräusche, Gerüche, Worte, Situationen. Ich weiß wie es ist, aus sicheren 1500m Entfernung einen Schuss abzugeben und ich weiß wie es ist mit den eigenen Händen ein Genick zu brechen. Stolz bin ich auf nichts davon. Das ist immer Mittel der letzten Wahl und jedem, der von der Entscheidung steht töten zu müssen oder das Töten zu befehlen, kann ich nur raten: Gehe alle Alternativen durch, denn du beendest nicht nur ein Leben, du hinterlässt auch in ganz vielen Anderen damit Spuren und sei es in deinem Eigenen. Wenn man sich dann sicher ist, dass es nicht anders geht, dass man mehr Schaden verhindert als anrichtet, aber nur dann, habe ich ein vollkommen reines Gewissen."

Sie fuhr mit den Fingerspitzen über das beschlagene Teeglas. Ihre Krallen verursachten ein unangenehmes Geräusch, ein leises Schleifen. "Zu guter Letzt sind es aber meine Götter, die irgendwann über das richten werden, was ich getan habe. Auch ein Teil dieser Lüge. Und man fragt sich immer - Wie lange und wie viel kann ich mich selbst belügen?"

Ihr Blick scannte seine Mimik. Da passierte etwas in ihm. Die langgediente Marine wusste, dass sie mit ihrer Vermutung richtig lag. Dem Schatten, der da gerade warum auch immer auf seiner Seele lag. Und das erschütterte sie. Sie meinte plötzlich zu erkennen, was in ihrem Gegenüber passierte: Er blickte in einen tiefen Abgrund und sie zweifelte, dass es um die Abgründe ging, die sich auf der Couch in seinem Büro zeigten. Was den Counselor zu beschäftigen schien, war etwas dunkles. Irgendwie war er mit etwas in ihm in Berührung gekommen, das Tentakel auswarf, die sich fest an seiner dem Leben zugewandten Haltung festsog.

Ganz anders ihrer Gewohnheiten, legte sie eine Hand auf seine.

Cal blickte auf die grüne Hand, die auf seiner lag. Anders als bei Menschen wurde mit der Berührung keine Wärme transportiert. Rau spürte er die vielen kleinen Schuppen, die ihre Hand formten, die Unregelmäßigkeiten des Narbengewebes. Obwohl Cal kaum eine Reaktion zeigte, zog Ratana dieses mal die Hand nicht zurück. Sie war sich ihrer sicher und sie spürte seine Körpertemperatur.

"Ich glaube," Cals Stimme klang wie getrockenetes Papier. Die Orioni sah, dass er keinen Schluck von seinem Tee genommen hatte, "dass wir alle mit Lügen herumlaufen. Ich glaube auch nicht, dass es darauf ankommt, jede Lüge aufzudecken. Ich denke vielmehr, dass unser Leben der Versuch sein sollte, mit so wenigen Lügen wie möglich durchzukommen. Aber ganz ohne wird es nicht gehen."

Mit der freien Hand langte er umständlich nach seinem Tee, zog ihn an sich und trank einen Schluck aus dem stilvoll aus Glas geformten Gefäß. Dann drehte er seine Hand um. Ihre Händfläche lag sanft auf seiner, ihre Finger stießen gegen seine Uniformjacke und legten sich sanft an die Handwurzel. Mit Zeige- und Mittelfinger spürte sie seinen Puls.

Die Wärme und seine feine lederartige Haut fühlte sich angenehm an. Jeder seiner Pulsschläge löste in ihren Fingern ein leichtes Kribbeln aus. Sie genoß es, das Leben in seinem Körper zu spüren. Motiviert von seinem Manöver um die Teetasse, schob sie provozierend ihre Finger unter die Uniformjacke. Sie spürte, wie sich kleine Härchen auf seinem Arm aufstellten. Sie hob den Blick und sah, dass er sie ansah.

//Mit so wenig Lügen wie möglich zu leben....// schoss es ihr durch den Kopf. Sie sah ihm in die Augen und ließ ihren Blick wandern. Irrte sie sich, oder sah sie an seinem Hals eine Ader pochen? Die glatte, menschliche Haut, der Bartansatz an seinem Kiefer, sie spürte wie ein Kribbeln sich einen Weg durch ihren Arm suchte. In ihr öffnete sich eine wohl bewachte Tür zu einem selten verwendeten Raum. //Belüge oder verleugne ich mich nicht gar auch an so vielen anderen Stellen?// ging das Gedankenkarussell eine Runde weiter.

"Wenn Sie...," Ratana unterbrach, schloss aber ihren Mund nicht. Diese Seite kannte sie kaum an sich, doch irgendwie schien ihr das in Ordnung, was sie gerade tat. Sie beugte sich weiter vor. Ihre Augen umkreisten seinen Mund und begegnete dann wieder seinen grünen Augen. ".. wenn Sie jemandem das Leben nehmen, dann schießt Ihr Puls hoch. Ihr Körper wird unglaubliche Mengen an Adrenalin freisetzen. Sie werden wach sein, wie Sie es noch nie waren." Sie setzte ihre Krallen ganz sanft an seine Haut und streckte langsam ihre andere Hand in Richtung seines Gesichts aus. Sie wollte ihn berühren. Er legte den Kopf langsam auf die Seite, als ob er sie taxieren wollte. Dann beugte er sich vor. Sie war sich sicher, dass sie ein Lächeln auf seinen Lippen sah. Dann berührte sie mit Zeige- und Mittelfinger seinen Hals, legte die Finger unmittelbar auf seine Hauptschlagader.

"Sie müssen einen Ausgleich schaffen, um Ihren Körper im Griff zu halten. Atmen Sie zum Beispiel durch zusammengepresste Lippen aus und schließen Sie auf keinen Fall Ihre Augen. Die Bilder brennen sich sonst viel stärker ein." Sie erhöhte den Druck ihrer Finger auf die Ader, die seinen ganzen Körper mit Blut versorgte. Sie spürte die Kraft, mit der sein Blut durch den Körper schoss und sie spürte, wie sich die Frequenz erhöhte. Die Stresshormone, die von ihm ausgingen, machten etwas Anderem platz, etwas noch viel ursprünglicherem.

"Auf keinen Fall," wiederholte Cal und schloss seine Hand um ihren Arm, dessen Finger sich unter seiner Uniformjacke befand. Er zog sie näher an sich und beugte sich über den Tisch ihr entgegen. "Sind Sie sicher, dass Sie das wollen?" fragte er mit sanfter Stimme und zog mit seinen Blicken ihren Mund näher an sich. Seine Augen begegneten ihren und er war ihr noch nie so nah wie in diesem Moment. Die Orioni erwiderte stumm seinen Blick. Dann senkten sich ihre Augenlider und sie fixierte seine Lippen, die von einem leichten grau zu einem kräftigen rot gewechselt hatten. Sie konnte sehen, wie sich der Flüssigkeitsfilm auf der dünnen Hautschicht durch seinen Atem veränderte. "Ja" //wahrscheinlich schon//, hauchte sie rauchig und einen Sekundenbruchteil später trafen sich beide Lippen mit Wucht auf der Hälfte des zurückzulegenden Weges.

Ihre Hand an seinem Hals zog sich zusammen, als wolle sie ihn würgen, oder seinen Lebensquell nie mehr loslassen. Schnell legte er seine freie Hand auf ihre Schultern und zog sie mit einer Kraft an sich, die sie ihm nicht zugetraut hätte. Sie gab ihm nach, folgte seinen Zug und stieß sich mit den Beinen von Boden des Quartiers ab. Er drehte sich um und zog sie über sich, wischte dabei mit dem Ellenbogen die Teegläser vom Tisch. Scheppernd fielen diese auf den Boden und breiteten ihren goldfarbenen Inhalt über dem Teppich aus. Niemand kümmerte sich um die Scherben, sie blieben so alleine auf dem Boden des Quartiers, wie sich die beiden Lebewesen fühlten, die ihre Lippen nicht mehr voneinander trennen wollten. Cals und Ratanas Griffe ließen nicht los, ihre Kraft ließ die jeweiligen Finger tiefer in die gegenseitige Haut fahren. Ihre Arme legten sich schnell und besitzergreifend umeinander, spannten sich an und zogen sich an sich. Engumschlungen rangen beide miteinander auf dem Tisch, hielten sich fest, als ob sie die Einzigen waren, die sich gegenseitig Halt geben konnten.

#Ort: Quartier Ratana Tiru
#Zeit: Md -01.1400

Die Orionerin lag wach neben ihm. Sie wandte den Kopf zu seiner Seite und langsam drehte sich ihr grüner Körper. Sie richtete sich auf und stütze sich seitlich auf einem Ellenbogen ab. Langes, schwarzes Haar fiel locker über ihre Schultern, bedeckte den ausrasierten Nacken, die Schultern und den oberen Rücken. Ihr eigenes Haar fühlte sich wie ein erotischer Lufthauch auf ihrer Haut an. Langsam und mit äußerster Vorsicht ihrer Fingerspitzen fuhr sie von seinem Hals über seine Schultern. Die Haut war noch immer schweißnass und warm. Sie spürte die Bewegungen seiner regelmäßigen, entspannten Atemzüge. So ganz verstehen, was da geschehen war, konnte sie nicht. Aber es fühlte sich an als seien tonnenschwere Lasten von ihrem Körper abgefallen. Durch ihren Körper strömte eine Wärme und Zufriedenheit, die sie schon lange nicht mehr gespürt hatte. Ihre Finger suchten sich den Weg weiter über seinen Rücken.

Ein durch zusammengepresste Zähne gestöhntes „Auuuu“ rutschte über seine rauhgeküssten Lippen und holte sie aus ihren Gedanken. Schnell und ängstlich zog sie ihre Finger zurück. War das eine Ablehnung? Ihr Blick wanderte über die an vielen Stellen aufgerissene Haut, der langen, parallelen Spuren ihrer Krallen auf seinem hellen Rücken.

Sie wusste noch, wie sie auf seinem Schoß sitzend ihre Krallen in seinen Rücken getrieben hatte. Im Bewegungsrausch hatte sie sich an ihm festgehalten, eng hatte sich ihr Becken rhythmisch mit seinem Körper bewegt. Ihre Augen hatte sie geschlossen, den Kopf in den Nacken gelegt und so tief und laut geatmet, wie es sich richtig angefühlt hatte. Es hatte sich alles richtig angefühlt. Sie erinnerte sich, dass sie ihren Kopf auf seine Schultern gelegt hatte und sich in den orchestralen Bewegungen mit ihm gehen lassen hatte. Sie hatte viel Kraft dafür aufgebracht, ihn eng an sich zu halten. Ihre Krallen hatten sich dabei tief in seinen Rücken geschnitten, sie wollte ihn um keinen Preis der Welt loslassen. Nicht in diesem Moment.

Jetzt sah sie Wunden auf seiner Haut und rote Blutspuren auf dem Laken des zerwühlten Bettes und ihr wurde ihr klar, warum er auf dem Bauch lag. Das war keine Ablehnung, das waren Schmerzenslaute gewesen. „Oh," kam es über ihre Lippen. Ein dunkelgrüner Ton legte sich auf ihre Wangen.

Sie schwang ihre nackten Beine und ihren Körper aus dem Bett und ging schnell zum Replikator. Sie berührte das Aktivierungsfeld mit ihren Händen, die noch immer seine Temperatur angenommen hatten „Hautregenerator der Stufe 5 und eine antiseptische Salbe!“ ihre Stimme schnitt militärisch klar durch den Raum.

Cal wurde langsam wach. Ihn hatte das Schicksal unzähliger Männer ereilt, nach dem Höhepunkt kurz einzuschlafen. Er wusste nicht, ob er geschnarcht hatte, aber er wusste, was ihn geweckt hatte. Sein Rücken fühlte sich an, als wäre er mit einem aufgebrachten Igel bearbeitet worden.  Seine Haut brannte bis weit hinab auf die Oberschenkel. Gleichzeitig wurde sein Bewusstsein immer klarer und er realisierte, dass er nicht in seinem Bett lag. Sehr schnell wusste er aber in welchem Bett er lag. Während er das Brennen auf seinem Rücken spürte, erinnerte er sich schlagartig an das Glühen ihrer Haut, an die Millionen kleinen Schuppen, die sich in ihrer Erregung aufgestellt hatten, während beide ihre wortloses Gespräch mit viel Kraft und Ausdauer fortgeführt hatten. Ratanas Haut war dabei wunderschön anzusehen gewesen.

Sie tauchte in seinem Blickfeld auf, nackt, die Finger beider Hände hatten sich um Geräte geschlossen. "Was hast Du vor?" Cal richtete sich auf, das Brennen in seinem Rücken ließ ihn aber wieder in das Kissen zurückfallen ließ. Es fühlte sich an, als hätte er tausend Papercuts. "Ich kann mich gar nicht erinnern, dass Du mich so.."

Ratana kletterte neben ihn und aktivierte den Hautregenerator. Das Gerät summte, während sie damit langsam über seinen Rücken fuhr. "Das tut mir leid, es tut mir leid, dass ich.." ihre Stimme war brüchig, sie hatte ihn unter keinen Umständen verletzen wollen.

"Keine Entschuldigung bitte." Cal drehte seinen Kopf zu ihr. "Andererseits, Sex kann einen umbringen."

Die Orioni blickte Cal an und hob die Augenbrauen. "Wie bitte?" Sie führte das Gerät weiter über seinen Rücken. Die roten Striemen reduzierten sich langsam, die Hautregenartion wurde durch die Strahlung des Geräts angeregt.

"Naja, ich kann nur für Menschen sprechen. Aber der Blutdruck steigt ins unermessliche, die Atemfrequenz erhöht sich eklatant, die Pupillen weiten sich, der Herzschlagfrequenz steigt in den Himmel, es werden zahlreiche Hormone ausgeschüttet, die dem Körper sagen, dass er jetzt viel und lange Leistung bringen muss, das Gehirn schießt wie bescheuert immer mehr Neuroimpulse durch den Körper und die Muskeln müssen das dreifache des Körpergewichts stemmen ..."

Ratana deaktivierte den Regenerator und runzelte die Stirn. Sie blickte Cal an, der sich auf die Seite zu ihr drehte. Wie gewöhnlich in seltsamen Situationen, drückte sich ihr Rücken durch. "Wollen Sie... Willst Du mir sagen, dass Sex für dich zu gefährlich ist?"

Cal lachte auf. "Nein, überhaupt nicht." Er legte eine Hand auf ihren Oberschenkel. "Wenn Gott es nicht so unglaublich lustvoll gestaltet hätte, dann wäre wir längst ausgestorben." Zu ihren Stirnrunzeln kam ein schüchternes Lächlen hinzu. "Wollen Sie.. willst Du.." ihr Blick wanderte zwischen seine Beine. "Kannst Du denn..?"

"Wusstest Du, dass das eigentlich ausschließlich ein psychologisches Problem ist?" Er zog sie an sich und küsste sie. "Aber auf dem Rücken liegen kann ich dann nicht."

Ort: Cals Quartier
Zeit: -01.2000

Die Zigarettenspitze glühte bei jedem Atemzug auf. Cal inhalierte tief und glühend rot frass sich die Hitze durch den Tabak des Glimmstängels. Es klang, als würde dünnes Papier rascheln. Cal nahm sich die Kippe von seinen Lippen und hielt ihn vor sich. Er atmete den Rauch langsam in die Glut. Leicht glühte sie auf. Der Psychologe legte seine Hand locker ab, die Zigarette berührte die Kante des Marmoraschenbechers. Sein Handballen legte sich daneben auf der Armlehne ab als ob er es ausgemessen hatte, wurde die Kippe nicht überdehnt und der Handballen lag bequem auf dem Stoff des Sessels. Kaum sichtbar zog sich die Glut an der Zigarette weiter und feinste Spuren der Asche bröckelten in die Innenfläche der Schale.

Cal bekam von der perfekten Platzierung der Hand nichts mit, da nichts passierte. Es passte einfach. Sein Blick war an auf die Risszeichnung an der Wand geheftet. Juliette de Moncoeur hatte darin den abstrakten Riss des Abzeichen des Orionsyndikats gesehen. Jetzt sah er darin Schemen zweier Personen, die ein Feuer beobachteten. Das Zentrum war außer Kontrolle geraten, symmetrisch züngelten immer größer werdende Flammen nach Nahrung, nach Material das sie verzehren konnten. Zwei Flammen, parallel zueinander, waren größer als die beiden Personen und leckten in auslaufenden Spitzen nach ihnen. Die Figuren standen von den Flammen unbeeindruckt, hatten ihre Köpfe symmetrisch geneigt und blickten in das Zentrum der Flammen.

Cal neigte seinen Kopf leicht nach links, hob seine Hand an und nahm einen Zug von der Red Apple. Der Atemzug brannte mehr als sonst, seine Schleimhaut rebellierte. Der Rauch legte sich in seine Mundhöhle wie bitteres, trockenes Salz. Er spürte die Hitze an seiner Nasenspitze und sah dann, dass die Glut sich fast bis zur Schrift des Papers gefressen hatte. Langsam hob er die Zigarette vor seine Augen. Die Glut frass langsam aber bestimmt das "Red" des Aufzugs an und hinterließ auf dem weißen Papier braune Spuren. Es dauete nicht mehr lange, dann würde die Verbrennung den Filter erreichen und Cal wurde die Rauchgase verbrannten Styropors einatmen. Cal steckte die Kippe einmal erneut an seine Lippen, schloss seine Augen und nahm einen tiefen Atemzug. Seine Lippen schmerzten wegen der Hitze, in seine Nase kroch das durch Styropor vergiftete Nikotin und er musste sich mühen, einen aufkommenden Hustenreiz zu unterdrücke. Mit Daumen und Zeigefinger nahm er sich die Überreste von den Lippen und warf die Kippe in den Aschenbecher. Er drückte sie nicht aus, er überließ sie sich selbst. Sollte das Feuer brennen, irgendwann würde es ausgehen. Es würde glimmen, aber weil immer weniger Nahrung übrig blieb, würde es irgendwann ausgehen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann das passieren würde.

Cal atmete aus und blickte das Bild wieder an. Die Figuren waren von den Flammen noch immer nicht aufgefressen worden, ihre Körperhaltung war unbeeindruckt. Im Angesicht des Feuers war ihre Körperhaltung gefasst oder unbeeindruckt. Der Psychologe konnte sich nicht entscheiden, was die Figuren darstellen sollten. Er stand von seinem Sessel auf. Seine Stiefel drückten sich tief in den Teppichboden des Quartiers. Er ging einen Schritt auf das Bild zu und schaute sich die Zeichnungen der Figuren genauer an. Er konnte keine überkreuzten Arme für eine Trotzhaltung feststellen, aber in sich gesunken war die Haltung auch nicht. Sie hatten sich damit abgefunden, dass sie bedroht wurden und ließen sich davon aber nicht beeindrucken.

Cal blieb stehen. Er griff in seine Hosentasche und beförderte eine neue Zigarette hervor. Den Blick auf das Bild geheftet, zündete er sie sich an. Er atmete tief ein. Kaum merklich zuckten seine Mundwinkel. Sein plötzliches Summen durchbrach die Stille des Raumes.  

"You can run on for a long time.
Go tell that long tongue liar
Go and tell that midnight rider
Tell the rambler, the gambler, the back biter
Tell 'em that God's gonna cut 'em down"

Cal lächelte und pustete den Rauch des letzten Atemzugs auf das Bild. Der grau-blaue Rauch stieß auf die Oberfläche und verteilte sich gleichmäßig. Erst, als der Rauch über die Kanten des Bildes brach, war er so sehr mit der Luft des Quartiers vermischt, dass er kaum mehr sichtbar war. Er würde einen Weg finden, de Moncoeur die Aufnahme zu entreißen und wenn er selbst in ihr Quartier einbrechen musste. Er drehte die brennenden Zigarette in seiner Hand und ballte eine Faust. Die Glut brannte sich in seine Handfläche, der Schmerz wanderte wie flüssiges Stahl durch seinen rechten Arm. Er zerrieb den Glimmstengel und ließ die Überreste auf den Boden fallen. Mit seinem Stiefeln trat der den letzten Rest aus. Das gab Brandflecken, aber zur Hölle, er hatte besseres zu tun. Vom Boden blickte er erneut auf die beiden Figuren. Zum Teufel, er würde wetten, wenn das in Bild in Farbe wäre, dann hätte die linke Figur grüne Hautfarbe.  

Ort: Holodeck
Zeit: -01.2000

Sie war verwirrt und gleichzeitig durchflutet von einer Energie, die sie nur selten bei sich erfahren hatte, weil sie ihr sonst keinen Raum gab, sie sorgsam wegsperrte. Ihre Haut war hypersensibel, ihre Sinne so geschärft, dass man es ohne Frage als überspannt betrachten konnte. Seit er ihr Quartier verlassen hatte, kam sie sich wie ein Raubtier im Käfig vor. Sie tigerte hin und her. Ruhelos.

Ratty brauchte etwas, das sie fokussierte, ihre Emotionen kanalisierte, sonst fürchtete sie die Kontrolle zu verlieren. Dies war ihr schon in der Jugend, erst Recht nicht später auf der Akademie, gut bekommen. Ihre tiefesten Emotionen kratzten an der beherrschten Oberfläche. Das musste sie bändigen und sie wusste nur einen Weg.

Da das ganze Schiff gerade einem ausgelassen feiernden Ameisenhaufen glich, waren die Holodecks leer. Die Crewmitglieder und ihre Familien, wenn sie nicht Dienst hatten, feierten in den Casinos und Bars des Schiffes ins neue Jahr hinein.

Mit Hilfe des Replikators war die passende Kleidung schnell repliziert und so wanderte sie durch fast menschenleere Gänge zu ihrem Ziel. Die beiden Sicherheitswachen, die ihr aufSchrittund Tritt folgten, blieben in respektvollem Abstand. Zischend öffneten sich die Türen. Die Wachen blieben draussen. Was die Beiden wohl für Öl in das Gerüchtefeuer an Bord kippen würden? Zumindest hatte Mannix das Quartier in einem anderen Zustand betreten als verlassen.

"Computer, lade Programm Killroy 3, Szene 6."

Weites grünes Land erschien. Noch feucht von kräftigen Regenschauern. Eingerahmt von zwei Hügelketten. Leichter Wind wehte und griff in ihre zum Zopf gebundenen Haare. Reflexartig rückte sie das schwarze Tschako zurecht, drückte dieses fest auf ihren Kopf und schloss den goldenen Kinnriemen. Sie drückte die Beine in den grauen Hosen durch, das Leder der hohen Reitstiefel knirschte dabei, die langen Sporen klimperten. Der rote, englische Uniformrock wehte im aufkommenden Wind. Einen Moment hielt sie inne, schloss die Augen, konzentrierte sich. Das fühlte sich gut an. Einen Moment allein zu sein. Den Wind und nichts als den Wind im Gesicht zu spüren.  

Sie stand auf einer kleinen Erhebung und sah anschließend über die weite, belgische Landschaft. Ihre linke Hand schloss sich um den Griff des Säbels, der am Gehänge baumelte. Ein letzter kleiner Moment von äußerem Frieden vor dem inneren Krieg. Ihrem Krieg. In ihr tobte eine Schlacht aus Emotionen, aus Aggression, aus Angst, aus Scham und aus Furcht. Und Verlangen. Vor allem Verlangen.

 //Kanalisieren Sie ihre Emotionen auf die Spitze der Klinge.// schallte ihr die Ansage ihres Fechtmeisters durch den Kopf. //Schlagen Sie nicht mit Fäusten Nasen und Köpfe blutig, beweisen Sie, dass Sie sich unter Kontrolle haben. Teilen Sie erst aus, wenn Sie sich dessen sicher sind. Diese Waffe ist ihr Blitzableiter und nichts anderes mehr.//

In der Ferne erklangen Trompetensignale. Kanonendonnern. Befehle. Ihr Herzschlag setzte an kräftiger zu schlagen. In ihr suchte sich die Energie einen Weg. Sie spürte, wie sich ihr Blick auf das richtete, was in der Ebene unter ihr geschah. Aufmaschierende Truppen - Fußtruppen, Artillerie, Kavallerie: Franzosen auf der einen - Engländer, Niederländer, Hannoveraner, Braunschweiger und Nassauer auf der anderen Seite. Die Preußen, am Vortag hart geschlagen, würden fast zu spät kommen - aber gerade rechtzeitig. Fast wie die Klingonen in der Schlacht um Deep Space 9.

Doch das war heute Abend nicht die finale Schlacht um die Zukunft des Alphaquadranten, sondern

um die Europas. Eines irdischen Kontinents, seit Jahren unter der Blutherrschaft eines französischen Emporkömmlings - Napoleon Bonaparte.

Charles Killroy liebte dieses Szenario ganz speziell und sie liebte historische Schlachten generell. Das war die kleine, gemeinsame Leidenschaft von ihr und ihrem schottischen Stellvertreter. Ob Germanen gegen Römer, Pikten gegen die Ritter der Tafelrunde, Engländer gegen Jakobiten, Preußen gegen Österreicher, Deutsche gegen Amerikaner, MACO gegen Xindi oder etwas abgedrehter zu klassischer terranischer Science-Fiction - Arachnoiden gegen Mobile Infanterie. Die Szenarien waren ähnlich gestrickt, unterschieden sich in der Epoche und den Waffen, aber sie halfen ihr sich auszutoben.

Das war ihr persönlicher Kampf. Sie spürte wie ihr Herzschlag in den Hals kletterte, wie sich ihre Finger schmerzhaft um den Griff des Säbels schlossen. Sie wusste, dass sich ihr Lebensweg heute verändert hatte. Und sie hatte es genossen. In ihr war ein lange verleugnetes und wildes Tier wach geworden. Es hatte Blut geleckt oder eher Lust. Jetzt musste sie es bei Zeiten wieder einsperren. Aber vorher wollte sie es laufen lassen. 

Eine Ordonnanz führte ein Pferd heran, beide Hände hingen kämpfend in den Kandarenzügeln. Die Satteldecke flatterte im Wind, das Zaumzeug ächzte, das eiserne Gebiss im Maul knirschte. Der Schimmelhengst tänzelte nervös im Kreis, schnaubte, wieherte markerschütternd, rollte mit den Augen. Seine Nüstern waren leuchtend rot von Blut durchströmt. Schweiß stand auf dem Fell und Schaum in den Mundwinkeln. Irgendwo vom Schlachtfeld aus antwortete ein anderes Pferd.

Ratty lies sich nicht auf einen Kampf ein. Sie übernahm die Zügel, verminderte den Druck, wartete bis das Pferd ihre Körpersprache las und nur noch auf der Stelle tänzelte. Sie legte ihre Stirn an das samtene Pferdemaul. Der warme Atem des Pferdes strich durch ihr Gesicht, in ihren Nacken wie es vor einigen Stunden noch der Atem von jemand Anderem getan hatte. Der Hengst spürte die nahe Schlacht, das Verderben. Und sie liebte es. Das Spiel mit ihrem Leben. Auf einem 600 Kilo schweren Muskelberg in die Schlacht getragen zu werden und nicht zu wissen, ob sie die Gewalt über diesen jederzeit behielt. Die Scots Grey, deren Uniform sie gerade trug, nahmen sonst vor der Schlacht die Gebissstangen aus dem Pferdemaul, ritten in Linie, wie eine Urgewalt. Das wollte sie heute nicht.  

Ratana Tiru trat nach diesem Moment der Kontaktaufnahme an die linke Seite des Pferdes, griff nach dem Steigbügel und zog ihn im Riemen herunter, griff mit der linken Hand in Zügel und Vorderzwiesel, legte den Ballen des linken Fußes langsam in den Bügel auf Brusthöhe, griff mit der rechten Hand zum Hinterzwiesel, stieß sich genauso kräftig vom Boden ab wie.... wie vorhin, als sie ihm entgegengekommen war.

Mit wohlgebremsten Schwung landete sie im Sattel, legte den rechten Fuß in den anderen Bügel, schob den Schieber des Kandarenzügels dicht an den Hals und griff mit dem Ringfinger der linken Hand in die so entstandene Schlaufe und eine Strähne Mähnenhaar hinein. So wie sie vorhin in sein Haar gegriffen hatte.

Ihr Puls klopfte gegen den hohen Kragen der Uniform. Der Hengst tänzelte erneut. Sie spürte die unbändige Kraft zwischen ihren Schenkel, die spielenden Muskeln. Kurz schloss sie erneut die Augen. Andere Bilder jagten durch ihren Kopf. Ihr Körper prickelte, ihr Geist tauchte in die Bilder dieser Erfahrung ein. Nur einen Moment. Der Lärm, der ausbrechenden Schlacht, die anderen an ihr vorbeipreschenden, schreienden Reiter, das Donner der Hufe um sie herum, holten sie ins Jetzt zurück.  

Laut schreiend, so wie vor einigen Stunden noch vor Lust, zog sie den Säbel, nahm im selben Moment die Zügel an, so dass sich die Bäume der Kandare spannten, drückte die Schenkel ans Pferd und entlastete den Sitz. Der Grauschimmel bäumte sich wiehernd, rebellierend unter ihr auf, hob die Vorderhufe vom Boden als wolle er steigen und schoss dann doch vorwärts mit ihr in die Schlacht.

Nur wenige Sekunden später knallte Metall auf Metall und die Orionerin wusste, dass das heute nicht ihr persönliches Waterloo werden würde.


Ort: Turbolift
Zeit: MD -01.2347

Ratana Tiru war kein Führungsoffizier - nicht mehr. Aber Commodore Skyla Lyma hatte sie zur Brücke beordert, damit sie die Taktische Abteilung bei der Auswertung mehrerer Notrufe unterstützen konnte. Die Orionerin hatte die schreiend rote Uniform hastig gegen die schwarz-grüne des Starfleet Marine Corps getauscht. Ihr rechter Oberarm schmerzte von der Überanstrengung der letzten Stunden. Aber sie fühlte sich gut. Geerdet.

Der Turbolift hielt auf seinem Weg zur Brücke an um einen weiteren Passagier aufzunehmen.

Alle leitenden Offiziere zum Missionsbriefing. So hatte die kurze Nachricht gelautet, wegen der Cal Mannix sich aus seinem Büro auf den Weg gemacht hatte. An der nahesten Station hatte er den Turbolift geordert und wartete. Gähnend hielt er sich den rechten Handrücken vor den Mund, drückten Augen zusammen und öffnete sie wieder. Tränenflüssigkeit hatte sich in den Augenrändern gesammelt, er war müde. Als die Hand wieder frei war, klopfte er das Padd, das er in der anderen hielt ungeduldig in die Handfläche. Er war müde und hatte bei weitem besseres zu tun, als irgendeine unsinnige Missionsbesprechung nur Minuten vor Jahresende durchzuführen. Nicht, dass das noch eine blöde Idee zu einer Neujahrsparty war.

Genervt drückte er auf die Bedienfläche um den Transporterlift anzufordern. Zuerst tippte er zweimal mit dem Zeigefinger, dann hieb er mit der Handfläche drauf. Die Farbe hatte schon bei der ersten Berührung von rot auf grün gewechselt, seine Anforderungen für einen Turbolift war angenommen worden. Die nächste Kapsel würde bei ihm halten, das wusste er. Irgendeinem Trieb folgende hieb er ein weiteres Mal auf die Fläche in der Hoffnung, dass jede weitere Anforderung die Fahrt der Turboliftkapsel beschleunigen würde. Das grün wurde weder dunkler, noch begann es zu blinken, was das Zeichen gewesen wäre, dass die Kapsel in wenigen Augenblicken bei ihm ankam. Er wandte sich ab, unterdrückte ein weiteres Gähnen, was von außen aussah, als würde sich sein Gesicht in die Länge ziehen, nur seine Lippen blieben aufeinander gepresst. Er war müde und er hatte besseres zu tun.

Jezec Erk, eine neue Crewwoman aus der Technik hatte allerdings nur in den letzten Stunden Zeit gehabt. Nachdem er ihr eine Halbjahres-Ration Offiziersguthaben für die Replikatoren versprochen hatte, hatte die Sicherheitsspezialistin ihm gegeben, was er wollte. Dafür würde bei der nächsten Evaluation ihr Alkoholkonsum nicht auftauchen, auch das hatte er ihr versprochen. Für besonderes Essen oder Syntheol würde er im nächsten halben Jahr schnorren müsssen. Allerdings war nun der digitale Schlüssel zum Quartier von Juliette de Moncoeur auf dem Padd gespeichert, dass er wieder nervös mit der einen Hand in die andere klopfte. Dann begann das Kontrollfeld grün zu blinken.

Die Türen wichen zischend auseinander. Seine frisch verheilten Wunden begannen schlagartig zu jucken, sein Hirn bildete seinem Geschmackssinn ein, dass er ihren Schweiß roch. Er sah ihre geschlossenen Lippen und sah gleichzeitig, wie sie sich auf seiner Brust abstützte, die schwarzen Haare auf ihren Rücken schwang und sich mit ihrer gespaltenen Zunge über ihre spitzen Zähne fuhr. Ratana blickte ihn an, ihre Augenbrauen winkelten sich kurz an. Sie war irritiert, dass er nicht sofort in die Kapsel einstieg.

Wortlos stellte sich Cal neben sie, nahm das Padd in die rechte Hand, so dass er die Hand neben ihr frei hatte. Er wusste, dass die Fahrt zum Konferenzraum nicht mehr lange ging. Die Türen schlossen sich, die Kapsel nahm Fahrt auf, die Lichter blinkten. In wenigen Sekunden würden Sie ihr Ziel erreichen. Aus den Augenwinkeln sah er, wie sich ihr Rücken durchstreckte. Es war ihr Zeichen für Unsicherheit. Mit seiner freien Hand tastete er nach ihrer, berührte ihren rechten Zeigefinger. Sein Mittelfinger legte sich unter ihren, sie winkelte den Finger an, schloss ihn um seinen. Ihr Ringfinger legte sich in seine Handfläche, er beugte seine. Ihre Finger legten sich zwischen seine, er griff zu und spürte erneut, dass ihre Haut nicht wärmer war als Umgebungstemperatur. Sie drückte fest zu, versuchte mit jedem Teil der Hand seine zu spüren und begann die Wärme anzunehmen. Kräftig drückten sie zu, Ratana beugte sich leicht zu ihm und legte ihre freie Hand auf seine. Er wandte den Kopf und schaute sie an. Das blinken der Lichter endete, der Turbolfit reduzierte seine Geschwindigkeit. Ein letztes Mal drückten beide zu und öffneten schlagartig ihre Hände. Die Orioni faltete ihre Hände vor sich, Cal ließ seine Hand einfach neben sich hängen. Die Türen der Kapsel öffneten sich zischend. Mit geradem Rücken verließ Ratana als erste den Turbolift und streifte sich im Gehen die bisher im Gürtel steckenden Lederhandschuhe über. 

</rpg>

<sum>

#Ort: Quartier Cal Mannix
#Zeit: Md -01.1000

Cal Mannix denkt darüber nach, dass es nur noch den Ausweg gibt Juliette de Moncoeur zu töten. Er hat auf diesem Gebiet aber wenig praktische Fachexpertise und überlegt, wer ihm die nötigen Denkanstöße dazu geben könnte. Bevor er aufbricht, schickt er Commodore Lyma noch seine positive Dienstbeurteilung für Ratana Tiru ab.

#Ort: Quartier Ratana Tiru
#Zeit: Md -01.1200
Ratana Tiru ist überrascht als Counselor Mannix an ihrer Tür steht. Sie bittet ihn hinein und ist noch überraschter als er von ihr wissen möchte wie es ist zu töten. Während des Gesprächs gleitet das Thema ab und die Beiden stellen etwas ganz anderes fest.

#Ort: Quartier Ratana Tiru
#Zeit: Md -01.1400
Cal Mannix wird wach und erinnert sich Dank einiger körperlicher Spuren daran, was die letzte Stunde geschehen ist.

Ort: Cals Quartier
Zeit: -01.2000
Cal Mannix denkt in seinem Quartier über eine Tuschezeichnung nach und stellt Parallelen zu seiner Situation und einer gewissen Person her. Er beschließt, dass er gegenüber de Moncoeur die Initiative zurückgewinnen muss und dazu braucht er das Video.

Ort: Holodeck
Zeit: -01.2000
Zeitgleich betritt Ratana Tiru das Holdeck und startet eine Simulation der Schlacht von Waterloo. Sie muss die in ihr wütenden Emotionen wieder einfangen, da sie ihr Temperament als Bedrohung für Andere ansieht. In der Rolle eines Scots Grey Kavalleristen reitet sie in die Schlacht.

Ort: Turbolift
Zeit: MD -01.2347
Ratana Tiru wird auf die Brücke gerufen und trifft im Turbolift auf Cal Mannix, der zur Dienstbesprechung eilt. Beide reden kein Wort miteinander, tauschen aber eine stumme Geste aus.

</sum>

 Submittey by Lt. j.G. Cal Mannix und 1st. Lt. Juliette de Moncoeur
aka Phil und Linda

 

Nochmal zum nachlesen:

 

Teil 1: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/589

Teil 2: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/590

Teil 3: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/591

Teil 4: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/592

Teil 5: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/593

Teil 6: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/594

Teil 7 : https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/595

Teil 8: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/596

Teil 9: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/597


Battlefield V. - Dark shades of red

Ratana Tiru
 

Battlefield V. - Dark shades of red

<nrpg>

Ein kleines Vorwort

Mit diesem fünften Teil beenden wir die Reihe um den Marineangriff auf den Bird of Prey IKS Kinzhar, der mit seiner kleinen Flotte die geheime Basis 1212 der Föderation bedroht. Es war mir (Mo) eine wahnsinnige Freude an dieser Geschichte mitwirken zu dürfen. Ich bin auf das Ergebnis sehr stolz :) Und es war mir (Ratty) eine unglaubliche Freude mit Mo schreiben zu können. Es macht immer wieder Spaß so intensiv an einer Story zu arbeiten. Immer wieder kleine Details zu verändern und den großen Handlungsbogen auszubauen. 

Die Erlebnisse dieses RPG haben direkten Einfluss auf den Shady Behavior Zyklus von Linda und Phil, der nun ebenfalls zeitnah beendet wird. Sobald dies passiert ist geht es im Multidokument weiter und wir treiben endlich die ingame Entwicklungen, die uns auf das neue Schiff bringen, an. Danke das ihr mit so viel Geduld so lange mitgelesen habt. 

Mo und Ratty

</NRPG>

<RPG>

Zeit: MD 0.0607
Ort: IKS Kinzhar 

*-* Team Daale Nin/ Röhrensystem *-*

<QUOTE>

Langsam machte sich Kido auf den Rückweg. Er wollte das der Vorsprung der Beiden so groß wie möglich war. Langsam, die letzten Reserven mobilisierend, schob er sich den Gang, aus dem sie gekommen waren, entlang. Minute um Minute versuchte er nur immer an die nächste Bewegung zu denken. In Gedanken war er bei seinen Freunden. Immer wieder musste er grinsen. 

Dann - er war etwa 5 Meter vor ihrem Einstiegsloch - stoben einige Schüsse an ihm vorbei. Der Gegner war nah. 

Kido Shunsuke hob den Kopf. Die entsicherte Granate lag in seiner Hand als ihn die ersten Schüsse trafen. Er streckte sich lang aus und legte die Hand mit der Granate so weit es ging nach vorne. Er bereute nichts. Sekunden wurden zu Wimpernschlägen. 

Dann schloss er die Augen und empfing den ewigen Frieden.

</QUOTE>

Daale spürte die Detonation bevor er sie hörte. Die Druckwelle übertrug sich auf das gesamte Schiff. Dann kehrte Stille ein. Cody, neben ihm, liefen die Tränen in Strömen übers Gesicht. Daale drehte sich zu der Bajoranerin um und nahm sie in den Arm. Beide schämten sich ihrer Trauer nicht. Der Japaner war viel mehr als ein Kamerad gewesen. Ihn hier zu verlieren war unvorstellbar. 

Eine gefühlte Ewigkeit standen sie einfach nur so da. Am Knotenpunkt in einem Wartungsschacht, tief im Herzen des klingonischen Kreuzers. Der Trill spürte das Cody die Nähe tröstete. Ihm selbst gönnte er diese Zeit nicht. Der Überlebenstrieb hatte sich gemeldet und er wusste das sie höchsten ein paar Minuten Vorsprung hatten. Es war sehr abwegig das die Klingonen sie weiter durch das Röhrensystem verfolgen würden. Aber was nun? 

Ganz vorsichtig löste er sich aus der Umarmung und bugsierte Cody auf eine der Röhren auf der sie halbswegs sitzen konnte. Schluchzend rollte sich die Soldatin zusammen. 

"Wir müssen weiter.", sagte er leise. 

"Was soll das bringen?"

Codys Stimme klang wie der Scherbenhaufen eines kaputten Spiegels. Die Bajoranerin hatte sich völlig der Trauer hingegeben. Es war kein Platz für Hoffnung. Nur Tod. Daale kämpfe gegen das Gefühl der umfassenden Ohnmacht an. 

"Dann verraten wir wofür er gegangen ist." Vor seinem inneren Auge sah er den Japaner an Bord der Odyssey sitzen. Er kicherte, weil ihm Bull von seiner neuesten Liebesgeschichte erzählt hatte. Kido hatte oft gekichert. 

Daale hatte sich entschieden. Sie musste weiterkämpfen. Für Kido. 

Er griff zu seinem Helm, den er wegen der Enge der Röhre abgezogen und an den Gürtel geklinkt hatte. Ohne war sein Blickfeld einfach besser gewesen. Mit einer schnellen Bewegung stülpte er den Deckel über den Kopf. Die Systeme fuhren automatisch hoch. Schnell checkte er alle Positionen und startete die automatisierte Routen Navigation. 

Die Helmdarstellung machte ihm schnell klar, dass er seinen Instinkten gerade mehr trauen sollte als diesen Grafiken. Ungefähr nichts von dem was er sah, stimmte mit ihrem Missionsauftrag überein. Hinzu kam, dass die Routennavigation das Röhrensystem nicht berücksichtigte. Er versuchte sich auf der Karte mit Himmelsrichtungen zu orientieren und markierte eine ungefähre Route. Wenigstens probieren mussten sie es. 

Er zog den Helm ab. Cody war mitterweile wieder aufgestanden. Sie wischte sich gerade über das Gesicht. Sie warf Daale einen langen, traurigen Blick zu, der diesem fast das Herz brach. Unbeholfen trat er auf sie zu und legte ihr die Hand auf den Rücken.

"Wir schaffen es. Hörst du? Er beschützt uns!" Er wünschte sich so sehr das es stimmte! Eine einsame Träne kroch seine Wange entlang. Cody lächelte traurig und legte auch ihre Hand auf seinen Rücken. 

"Wo lang?"


*-* Team Thomas Nicols /Rescue Zone 3 *-*

<QUOTE>
 Ruffy lies Bull auf den Boden gleiten. So behutsam es eben ging. Dr. Christopher brauchte den Tricorder nicht aufklappen. Der starre Blick, die weit geöffneten Pupillen. Er legte seine Finger an den Hals des Marine. Kein Puls mehr. Zur Sicherheit klappte er den Tricorder dennoch auf. Bei dem nicht zur Verfügung stehenden Volumen, keine Chance. Er verzichtete auf eine Reanimation. Er hatte hier keinerlei Mittel, den Kreislauf danach aufrecht zu erhalten. "Verdammt...." Er drückte seine flache Hand auf die Augen seines ersten Patienten in dieser Schlacht. 
"Ich muss zu anderen Verletzten...." kam es gebrochen durch seine Lippen. 
</QUOTE>

Das Schlimmste war, dass es keine Atempause gab. Er drehte sich von schwerer Wunde zu schwerer Wunde, manchmal war selbst für ein Blick ins Gesicht, des Patienten den er behandelte, keine Zeit. 

Rescue Point 3 war ein einziges Lazarett und Dr. Christopher war als Arzt alleine. Sein Sanitäter war gefallen und die Sanitäterin aus Platoon Beta konnte nicht herübergebeamt werden. Immerhin war Thomas Nicols hin und wieder eine Hilfe. Der Marine packte an wo es nötig war, auch wenn er die meiste Zeit mit funken beschäftigt war. Ein anderer Marine, an der Schulter verwundet, sammelte für ihn das Verbandsmaterial und die Hyposprays von den anderen Marines ein. Irgendjemand hatte Teile seiner  medizinischen Ausrüstung gefunden. Aber ihm fehlten ein paar Hände. 
Keine Ausbildung der Welt hatte ihn auf diese Hieb- und Stichwunden vorbereitet. Sie waren genauso exotisch geworden wie Schusswunden mit Projektilwaffen. Er behandelte was ging, legte Marines unter Schmerzmittel oder, wenn es nicht mehr anders ging, unter starke Beruhigungsmittel. 

"Doc, kommen Sie rüber," riss ihn jemand am Ärmel. Ein Marine hatte einen der Verwundeten von der Brücke zu ihm getragen. Der Mann sah gar nicht gut aus. Ihm fehlte ein Arm. Polternd und mit letzter Kraft wurde der Verwundete auf den dreckigen Boden gelegt. "Er verblutet, wenn Sie sich nicht sofort kümmern." 

Dr. Christopher atmete tief durch. Er hatte nicht mehr viele Medikamente und der Wundgenerator würde nicht reichen. "Ich brauche Licht..."

"W...wie h..heißen Sie?", fragte jemand. Erst als Christopher den Blick hob, registrierte er, dass es der Mann war den er gerade behandelte. Seine Augen waren weit aufgerissen und schauten ihn verzweifelt an. 

In diesem Moment kam Ruffy heran. Der Marine hatte in aller Eile sein Zielfernrohr an ein Bat'leth geklebt. Der obere Ring des Rohrs fehlte und so fiel ein heller Schein aus dem unteren Ende der Röhre. Besser als nichts, immerhin erhellte es den direkten Bereich unter dieser improvisierten Operationslampe. Der Lichtkegel fiel auch auf das Gesicht des Verletzten und Dr. Christopher war klar das er seinen Patienten nicht ignorieren konnte. // Sag was! Irgendwas! Damit er nicht alleine ist.// fuhr es Dr. Chistopher durch den Kopf.

"Ich bin Dr. Christopher und ich werde sie jetzt am Arm behandeln." Während er sprach spürte er wie sein neuer Assistent ihm ein Hypospray in die Hand legte. Beruhigungsmittel - hochdosiert. Der ewige Schlaf. 

"I.. ic... ich ..bin Private Ny....Nydegger. Oder ei..einfach Isss....Isak." brachte der Verletzte unter großen Schmerzen über die Lippen. Seine Augen waren auf Christopher gerichtet. Sie flehten ihn an. 

Der Arzt schob die Hand mit dem Hypospray weg. Isak Nydegger würde es schaffen, schwor er sich.
"Isak, ich möchte das sie jetzt ganz stark sind. Ich muss die Wunde abklemmen und dann veröden. Ich kann ihnen kein Schmerzmittel geben, weil ihr Kreislauf dann absacken würde. Verstehen Sie das?"

Isaks Lippen waren noch eine Spur blasser aber der Soldat war entschlossen. Er nickte leicht mit dem Kopf. "L..legen sie l..los Doc." 

Dr. Christopher atmete tief durch. einmal - zweimal - dreimal. 

Dann öffnete er die Augen. Isak Nydegger würde leben. 



*-* Brücke des Bird of Preys *-*

<QUOTE>
Killroy bestätigte und hatte zeitgleich nichts Gutes zu vermelden. [Verstanden Alpha.... Sie werden von der IKS Ikzhar beschossen. Die anderen beiden BoPs docken am Außenposten an....Das wird eng Ma'am.]

***Verstanden Mission Control. Standby. Juliette unterbrach die Verbindung. 

"Räumen Sie die Brücke frei..." keifte sie, während sie auf den Kommandosessel zusteuerte und in diesem Platz nahm.  "Wir greifen die dockenden Bird of Preys an...."
</QUOTE>

Das Metallgitter zerbrach in tausend Stücke. Während der Rauch sich langsam verzog lugte Daale mit der Waffe im Anschlag vorsichtig aus dem gerade gesprengten Zugang des Röhrensystems. 

Niemand mehr zu sehen. Er nickte wortlos mit dem Kopf und setzt sich langsam in Bewegung. Das Adrenalin in seinem Blut zirkulierte und schärfte seine Sinne. Er warf einen schnellen Blick auf seinen Lageplan und nickte dann erneut, mehr zu sich selbst.

"Da vorn liegt die Brücke!", flüsterte er Cody über den Voice Channel leise zu. Diese nickte stumm und schloss hinter ihm auf. Sie hatte nicht viel gesprochen. Es gab auch einfach nicht viel zu besprechen. Zögerlich ging Daale los. Wenn seine Berechnungen korrekt waren, hielten sie sich in einem der hinteren Brückenräume auf. Der Bereich um die Hauptbrücke des Bird of Preys war ringförmig aufgebaut, was die Stürmung erheblich erschwerte.

Zur ihrer Erleichterung stießen sie nur auf tote Klingonen. War die Stürmung schon vorbei? Die taktischen Anzeigen von Daales Helm HUD hatten vollständig versagt. 

"Wo kommt ihrrrr den herrr?!", erscholl eine laute Stimme direkt rechts von Daale. Er fuhr herum und hob instinktiv die Waffe, im letzten Moment aber erkannte er das Gesicht von Corp. M'aia, einer Caitianerin mit schwarzem Fell aus LC Birdens Team. Langsam lies er die Waffe sinken, M'aia tat es ihm nach. 

"Wir mussten über die Wartungsröhren flüchten.", erklärte Daale knapp. Wortlos nickte M'aia und deutete den Beiden ihr zu folgen. Gemeinsam betraten sie einen Nebenraum der Brücke. Hier schien nach der Eroberung ein kleines Feldlager eingerichtet worden zu sein. Wobei das Wort übertrieben war. Hier war ein Ort wo sich die Verletzten versorgen lassen konnten und der restliche Vorrat an Waffenakkus, Wasser und Granaten lagerte. Auf einen der kleinen, dreieckigen Stühlen drückte M'aia Daale runter. "Hierrr, rrrruht euch aus. Ihrrrr brrrraucht eine Pause. Ihrrr habts geschafft." , sagte sie und reichte Daale eine Wasserflasche. Ihre dunkeln Augen glänzten.

Währenddessen hatten im Hauptraum der Brücke zwei Marines aus de Moncoeur Team die unangenehme Aufgabe übernommen den Raum, wie von der Platoonleaderin befohlen, aufzuräumen. Ein sehr unangenehmer Teil des Jobs. 

Juliette de Moncoeur strich mit den Fingern über die Lehne des Kommandosessels und schloss einen kurzen Moment die Augen. Ja, das fühlte sich gut an. Damit wäre die Beförderungssperre sicherlich gegessen. 

"MSgt. Thog, gehen Sie ans Steuer. Corporal Birden, Kommunikation. Private Romanes, Übernehmen Sie die Maschinenstation und halten Sie Kontakt zu MacAlister im Maschinenraum. Jukart, schwingen Sie ihren Arsch hier hoch. Ich brauche Sie an der Waffenkontrolle.", befahl sie ohne den Blick vom Hauptschirm zu nehmen. Die angesprochenen Marines beeilten sich ihren Wünschen zu entsprechen. Allen war anzusehen das sie garantiert nicht scharf darauf waren vor Lt. de Moncoeur beim Versuch einen Bird of Prey zu fliegen zu scheitern.

Die Französin drehte sich in Richtung Romanes. "Wie weit ist die Tarnung?" 

"Einsatzbereit Ma'am," antwortete der Mexikaner, während er verzweifelt versuchte die klingonischen Lettern zu entziffern. Blos keine Schwäche zeigen, nicht vor IHR.

"Gut. Thog, Kurs 56,79. Voller Impuls. Jukart - Waffensysteme laden."

"Aye Ma'am," kam es zögerlich von Jurkat. Er hatte keine Ahnung, was auf den Konsolen wofür stand. Thog dagegen, auf einem tellaritischen Frachter großgeworden, konnte alles fliegen. Von der antiken Raumkapsel über eine Sovereign-Klasse bis zum romulanischen Warbird. Das zumindest behauptete er gerne und viel. 

"Kurs liegt an Lieutenant," meldete Thog selbstsicher. Der Tellarit war begeistert davon endlich einmal einen Bird of Prey fliegen zu können. 

"Beschleunigen, Tarnung an....." 

Die Umrisse des Raubvogels verschwammen gerade rechtzeitig, bevor die IKS Ikzhar zum erneuten Angriff anflog. 

"Thog. Fliegen Sie eine weite Kurve.... bringen Sie uns in Richtung Außenposten 1212."

"Aye Ma'am." Die Trägheitsdämpfer des Bird of Prey reagierten als der Raubvogel in einem weiten Bogen um den Asteroiden flog, in dem sich der Außenposten mit der geheimen Basis der Föderation befand. Still und ruhig lag er dort. Von weitem sah der Ort völlig verlassen aus, nicht wie ein Ort dem eine Klingonische Invasion blühte. Aber die Kavallerie war gekommen. Und wie sie gekommen war! 

"Wie ist unser Waffenstatus?," fragte die Marine Leaderin mit steifem Gesicht. In ihren Augen war ihr Jagdfieber dafür umso deutlicher abzulesen.

Private Jukart, vollkommen überfordert mit der Situation, der fremden Schrift und der vollkommen anders gestalteten Konsole, konnte die richtigen Daten nicht finden. "Ich habe....ich habe keine Ahnung Ma'am."

"Reißen Sie sich zusammen Private...." keifte de Moncoeur ihn an. 

Jurkart wollte in seiner Verzweifelung etwas erwidern, als er eine Hand auf der Schulter spürte und herum fuhr. "Ma'am ich bitte darum Private Jukart abzulösen zu dürfen.", sagte Daale mit ruhiger Stimme an de Moncoeur gewandt. 

"MSgt. Nin? Seid wann sind sie hier?", wollte Juliette unwirsch wissen. 

"Gerade eingetroffen Ma'am, waren etwas versprengt.", erwiderte Daale warheitsgemäß und gab Jukart einen kleinen Klaps, den Juliette nicht sehen konnte. Dieser war unglaublich froh als Daale ihn sanft weg schob und die Station ansteuerte. 

"Von mir aus." knurrte Juliette. Der Anblick, den seine Leaderin im Kommandosessel zwischen all dem Blut an Konsolen und Uniformen bot, gruselte Daale kurz. Ihr alabasterweißes Gesicht wurde von der Beleuchtung der Brücke in ein fahles Licht getaucht. Die Blutspritzer auf ihren Wangen und der Stirn kamen umso besser zur Geltung.

"Übernehmen Sie Nin. Wir greifen zwei an die Starbase gedockte Bird of Prey an. Thog, Ankunftszeit für ersten Angriff?"

"Eine Minute Ma'am, ich bring uns tief rein. Wir müssen uns aber zum feuern enttarnen." 

Juliette de Moncoeur drehte den Kommandosessel in die Richtung des Hauptbildschirms zurück. Ihr Blick war fokussiert, ihr Körper angespannt. Ihre Wangenknochen erschienen im Licht wie scharfe Klingen unter brennenden bernsteinfarbenen Augen. 

Der Bird of Prey näherte sich weiter in einem großen Bogen der Basis. 

"Wo ist die Ikzhar?," fragte de Moncoeur konzentriert nach, während ihr Blick den Flug des Schiffes auf dem Hauptschirm verfolgte. 

"Hat sich nach dem abgebrochenen Angriff auf uns ebenfalls getarnt," meldete Romanes. "Flugvektor unbekannt." 

"Wir müssen davon ausgehen, dass die Klingonen wissen, dass wir jetzt die gedockten Schiffe angreifen werden," warf Nin ein. 

"Richtig," kam es von der Marine Leaderin. "Thog, planen Sie das in ihrem Flugmanöver ein."
Sie drehte sich zu Nin "Feuern Sie auf die andockenden Bird of Preys. Wehe das Dock der Station hat einen einzigen Kratzer, ich mache sie persönlich dafür verantwortlich!"

"Aye Ma'am," antwortete der Trill, der sich immer besser an der Konsole zurechtfand. 

"Beginne Anflug," meldete Thog und im nächsten Moment Romanes "Tarnung deaktiviert, Schilde sind oben." 

"FEUER!," kam es eiskalt von der Französin in der Bitte der Brücke. Der nicht versteckte,triefende Akzent ihrer Muttersprache gab dem Kommando zusätzliche Schwere. Daale betätigte den Auslöser. Er schluckte. 

Für einen Wimpernschlag erhellte sich die Brücke im Schein des Disruptorfeuers rot. Der Strahl erwischte das linke der beiden Schiffe mit gewaltiger Wucht. Der Schaden, den das Schiff dabei einsteckte, zeigte, dass die Schilde des gegnerischen Bird of Preys nicht online gewesen waren.

"EINE ZWEITE SALVE! LOS!", die Stimme der Französin überschlug sich so sehr, dass ihr Aufschrei nichts menschliches mehr an sich hatte. Selbst Thog, der von de Moncoeur einiges gewohnt war, drehte fragend den Kopf. Die Platoonkommandatin war völlig im Wahn! DAS ZIEL! ES WAR ZUM GREIFEN NAH! 

Aber Daale hatte bereits vor Juliettes Schrei reagiert und erneut erwachten die mächtigen Disruptoren des Schiffs zum Leben. Der Strahl zischte durchs All und grub sich tief in die Eingeweide des bereits verletzten BoPs. Angstvoll sah Daale dabei zu wie sich die Energie des Aufpralls auf dem ganzen Schiff verbreitete. Dann ohne Vorwarnung brach der klingonische Kreuzer auseinander. Auf der Brücke erschollen Jubelgeschreie, während Thog abdrehte und den Bird of Prey wieder tarnte. Aber Juliette de Moncoeurs bernsteinfarbenen Augen lagen auf einem anderen Detail. 

Das ganz langsam driftete das sterbende Schiff gegen die Verankerung an der Dockingstation und riss den Verbindungsarm zum Shuttlebay ab. 

"NEIN!", de Moncoeur war aufgesprungen und mit drei schnellen Schritten bei der taktischen Konsole angekommen. Sie fasste Daale an den Schultern und schubste ihn einen Schritt zurück. Ihr Gesicht war zur zornigen Fratze entstellt. 

"Ich sagte Sie sollen aufpassen!", zischte sie ihn so giftig an, dass der Trill instinktiv von ihr zurück wich. Die mühsam aufrecht erhaltene Zurückhaltung war dahin. In ihren Augen stand ein kühler Wahnsinn, der jeden auf der Brücke einnahm, der ihr nur ins Gesicht blickte. 

"Wenn mir die Zerstörung der Dockingstation auf die Füße fällt und ich immer noch nicht versetzt werde, mache ich Sie fertig!", fuhr sie keifend fort. Und jeder der Marines hier wusste, dass das keine leere Drohung war. Der ein oder andere kannte genügend Gerüchte, einige kannten ihre Wut persönlich.  

Thog hatte sich nach vorn gelehnt. "Ma'am? Der Bird of Prey hinter uns hat abgedreht. Er wird von unserem Transporter unter Feuer genommen!" Anscheinend hatte Lt. Killroy das Warten satt gehabt. Der Truppentransporter hatte nicht die stärksten Phaser, aber er war robust genug gebaut für ein Ablenkungsmanöver. 

Aber Juliette de Moncoeur hatte nur Augen für Daale Nin. Trill und Französin standen sich Auge in Auge gegenüber. Fast sah es so aus als wolle sie ihn ohrfeigen. Nin wich allerdings nicht zurück.  

"Der zweite Bird of Prey dockt ab," durchbrach Romanes die merkwürdige Szene auf der Brücke. "Er scheint durch die Explosion des anderen Schiffes beschädigt worden zu sein."

Juliette de Moncoeur fasste sich wieder. "Verfolgungskurs. Sofort!" 

Nin, noch immer erstarrt von dem gespenstischen Moment kurz zuvor, verschaffte sich einen schnellen Überblick über seine Anzeigen. "Disruptoren sind ausgerichtet." 

"Tarnung runter und feuern, sobald in Waffenreichweite. Zerstören Sie dieses Schiff!" Das war ein absoluter Verstoß gegen die Kampfdoktrin der Sternenflotte. Unschädlich machen bedeutete nicht vernichten. Beim Marine Corps wurde das oft sehr großzügig ausgelegt, aber hier gab es sicherlich einen genügenden Handlungsspieltaum. 

"Ma'am?," rüchversicherte sich Nin. 

"Feuer!," wiederholte de Moncoeur mit einem Tonfall, der keinen Zweifel offen lies. Auf der Stirn der Französin pochte eine Ader, ihre Augen waren weit aufgerissen. 

Daale schluckte und betätigte die Disruptorensteuerung. Eine Salve erfasste ausströmende Gase des kleineren, defekten Raubvogels. Wie eine Lunte frass sich die Disruptorenenergie durch das ausfließende Kühlmittel und entzündete eine Tragfläche. Eine Explosionskaskade jagte durch den BoP und zerstörte ihn innerhalb von Sekunden. 

Im Gesicht der Französin wich die Anspannung einer befriedigenden Genugtuung. "Geht doch Nin," kam es, als lobte sie einen sonst vollkommen untalentierten Schüler. Sie klopfte ihm auf die Außenseite des Oberarms und wandte sich dann dem Kommandosessel zu. 

"Was macht der letzte Raubvogel?" Sie nahm im Kommandosessel platz. 

"Er verfolgt den Transporter," meldete Ramones eilig. "Wir sollten Lt. Killroy zu Hilfe eilen." 

"Thog, bringen Sie uns dazwischen." Man hörte ihrer Stimme an, dass sie eigentlich keinerlei Interesse daran hatte, dem Schotten für sein Abweichen vom Plan den Arsch zu retten. 

"Die Schilde des verbliebenen Bird of Prey sind auf 15%. Anscheinend haben sie Probleme sich zu tarnen. Ihre Tarnvorrichtung fluktuiert. Und sie scheinen Probleme mit ihrem Zielerfassungssystem zu haben. Sie treffen seit einer geraumen Zeit nicht mehr den Transporter. Sie drehen ab." Ramones konnte ihr Glück nicht fassen.

"Thog, drehen Sie zwischen den Klingonen und dem Außenposten bei. Ramones, Schadensbericht mit MacAlister abstimmen. Nin, überwachen Sie weiterhin das Raumgebiet. Ich will keine bösen Überraschungen. Birden, Informieren Sie Lt. Killroy, dass er Ausrüstung und medizinisches Personal transferieren soll. Anschließend Corporal Birden, erstellen Sie mir eine komplette Verlustliste. Ausführen!" Die Französin trug nun ein breites, befriedigtes Lächeln im Gesicht und lehnte sich im Sessel zurück. Ein Lächeln das Angst machte.  

*-* 30 Minuten später *-* 

[Wir haben mehrere Teams auf den Außenposten gebeamt,] berichtete Lt. Killroy von Bord des Marine Transporters. [Alle dort eingefallenen Klingonen konnten neutralisiert oder festgesetzt werden. Keine weiteren Verluste. Der Außenposten verzeichnet 8 tote Mitglieder der Sicherheit.  Uns wurde vom Kommandanten bestätigt, dass die USS Tereschkowa in etwa 22 Stunden hier eintreffen wird. Unsere Hilfe wird nicht weiter benötigt. Ich ziehe daher unsere Teams wieder ab. Sind in etwa 15 Minuten abflugbereit.]

***Verstanden Lt. Killroy. Gute Arbeit. De Moncoeur Ende. 

Lt. de Moncouer lehnte sich im Sessel zurück. Sie hatte lässig die Beine überschlagen und betrachtete das Treiben auf der Brücke. Mal sehen, was Lyma zu ihrer Beute sagen würde. MacAlister hatte bereits damit begonnen den Computerspeicher auszulesen. Anscheinend waren ihnen auch noch wertvolle Daten in die Hände gefallen. Das schrie förmlich nach einer Beförderung und eine Rückversetzung in den PSY-OPS Stab. Und wenn sie schön trocken dort angekommen war, würde sie den CNS noch ein wenig weiter für sie tanzen lassen. Einen Flottenpsychologen in der Tasche zu haben, fehlte ihr auf ihrer Gefälligkeitsliste jetzt nicht mehr. 

MSgt. Thog drehte sich zu ihr um. "Marine Transporter meldet, dass sie abflugbereit sind."

"Verstanden. Kurs aufs Carraya System setzen. Warp 6." Juliette sah auf ihre Fingernägel. Diese waren dreckig geworden. Sie würde sich gleich zurückziehen , ein wenig frisch machen und eine Runde schlafen. Einen Schiffsrundgang konnte sie machen, wenn ihre Leute endlich fertig mit aufräumen waren. 

"Kurs gesetzt. Geschätzte Ankunftszeit bei Warp 6 ist 17.45 Uhr." Das war die maximale Reisefluggeschwindigkeit des Transporters. Juliette hatte alle Verwundeten darauf transferieren lassen. Dort gab es mehr Platz und der Transporter passte in den Hangar der Odyssey. 

"Energie." 

Die Französin machte sich daran die Brücke zu verlassen und stand aus dem Kommandosessel auf. "Master Sergeant Thog, Sie haben die Brücke." 

Im Zugang zur Brücke stand Corporal Birden. Er war einer ihrer engeren Handlanger auf der Odyssey. Birden machte die Drecksarbeit, das war sein Job, dafür durfte er ab und zu in ihr Quartier kommen und sich für etwas Besonderes halten. Der Australier hatte die Figur einer griechischen Olympia-Ringers, aber das Hirn eines Football-Quarterbacks. 

Sein Auftrag in den vergangenen 45 Minuten war gewesen eine vorläufige Verlustliste zu erstellen und den Transfer der Verwundeten zu überwacht. Jetzt stand er im dunklen Zugang der Brücke als gehöre er dort nicht hin. In einer Hand hielt er einen Haufen dünner Ketten, an denen mehr als ein Dutzend Hundemarken hingen. Die andere hing fast kraftlos an seiner Seite hinab. 

"Ma'am, die Verluste....," sprach Birden sie an. Die Dog Tags klimperten in seiner zitternden Hand. Irgendetwas an seinem Gesichtsausdruck war seltsam.Er wirkte fahrig, abgehetzt, ihm stand Schweiß auf der Stirn. 

Juliette wischte mit einer Hand durch die Luft. "Teilen Sie mir die Zahlen später mit Corporal." Sie sah ihn nichtmal richtig an. 

"Ma'am, es sind so viele Ma'am, überall das Blut, die Toten und Verwundeten.....," setzte Birden an. Seine Stimme zitterte und sein Blick kreiste umher. Er konnte niemanden fixieren außer Juliette. Wie sie dastand, fast gelangweilt. 

"Marines sterben nunmal Corporal...." kam es genervt von ihr. "Und jetzt lassen Sie mich...."

Weiter kam Juliette de Moncoeur nicht. Birden brüllte sie an. "Sie haben Sie umgebracht. . Sie haben uns wie Schachfiguren geopfert! Für Sie sind wir doch keine Menschen, sondern nur Material. Austauschbar...Wegwerfbar..." Der Marine war geschockt von dem, was er bei seiner dreckigen Aufgabe auf dem Schiff gesehen hatte. Viele der Marines, deren Hundemarken er in den vergangenen Minuten eingesammelt hatte, waren seine Freunde gewesen. Verheizt für ihr Ego. Und sie, sie wollte davon nichts wissen. Ihr waren die Toten, die diesen Sieg erst möglich gemacht hatten nichtmal eine Randnotiz wert. In einem Anflug von Aufgebahren warf er ihr die Tags klirrend vor die Füße: 
"22 Tote, Unmengen Verwundete.... und Sie interessiert das einen Scheiß...Sie wollen nur einen weiteren Stern auf dem Kragen und zurück an ihren Kartentisch wo Sie noch mehr von uns verheizen können!"

"Corporal! Mäßigen Sie sich!," keifte de Moncouer. Auf der Brücke war es schlagartig ganz still geworden. Alle Augen waren auf die beiden Marines gerichtet. 
 
Nur Juliettes Blick zielte urplötzlich auf etwas Anderes, dem sie erst jetzt gewahr wurde. Denn ihr Blick wanderte an Birdens verdeckten Arm hinab. Langsam hatte er die im Schatten verborgene Hand gehoben. Die Französin schaute in den Lauf eines klingonischen Disruptors. 

Was dann geschah, passierte im Bruchteil von Milisekunden. Juliette de Moncoeur bewegte sich seitwärts und zog ihren Phaser aus dem Halfter, war aber zu langsam um noch zu feuern, während Birden abdrückte und gleichzeitig Private Ramones ebenfalls seine Waffe zog und auf Birden feuerte. 

Birden traf de Moncouer mit dem Disruptor, anders als geplant, zuallererst in den Unterleib, verriss dann aber von Ramones getroffen, den Disruptor aufwärts, so dass der Disruptorstrahl ihren Körper hinauf pflügte, die Energiezelle des Phasers traf, den die getroffene Juliette Bruchteile vorher aus der Hand verlor. 

Es kam zu einer heftigen Explosion der Energiezelle, bei der die Marine Leaderin wie eine Puppe durch die Brücke flog und gegen die taktische Konsole krachte. Splitter des geplatzten Phasers schossen durch den Raum und trafen weitere Marines. Zu Füßen von MSgt. Nin, der ebenfalls seine Waffe gezogen und auf Birden gefeuert hatte, kam de Moncouer zum liegen. 

Birden, getroffen von zwei durch das Einsatzszenario nicht auf Betäubung gestellten Phasern, sackte augenblicklich in sich zusammen. 

Dies alles geschah im Bruchteil weniger Sekunden. Dann brauch Chaos auf der Brücke aus. 

"Sanitäter!!!"

Wie gelähmt beugte sich Daale runter, während im Hintergrund Thog über Funk Dr. Christopher auf die Brücke beamen ließ. Instinktiv wollte Daale zu ihrem Hals greifen um den Puls zu fühlen, zog aber rasch seine Hand zurück. Sie war so schwer verletzt, dass er es nicht riskieren wollte sie zu verletzten. Oder wollte er das doch? Er hatte während seines freiwilligen Diensts auf der Brücke mehrmals die Zähne zusammenbeißen müssen. 

Er überwandt seine Bedenken und hielt vorsichtig seine Hand vor das, was von ihrem Gesicht übrig war. Erst fühlte er nichts. Aber dann nahm er einen schwachen Hauch auf der Hand wahr. 

Juliette de Moncoeur lebte. Gerade so.

</RPG> 

<SUM> 

Zeit: MD 0.0607
Ort: IKS Kinzhar 
Die Marines greifen mit dem eroberten BoP die anderen Schiffe der Klingonen an und können eine Enterung des Außenpostens 1212 erfolgreich verhindern. Nach der Schlacht läuft ein Marine Amok und feuert auf Juliette de Moncoeur. 

</SUM> 

Submittey by 

Ens. Amun (Mo) und Lt. Juliette de Moncoeur (Ratty) 







































<hepp :) >
Kleiner Doppeldeutige Titelvorschlag: Angels Don't Kill ;)




<-><-><-><-><-><-><-><-><-><-><-><-><->


Battlefield:
    


- Mission Control = Kilroy und Daale ernten den "Ruhm" der Erfolgreichen Mission.




Notizen: 


Mission Controll bis Phase 2: Lt. Killroy an Bord des Transporters 




Platoon Alpha (Squad 1-3): IKS Kinzhar (Phase 1)  - Kommando: 1stLt. Juliette de Moncoeur 


Squad 1:   Teamleader Juliette de Moncouer - Ziel: Schiff einnehmen und Gegner sichern 


Squad 1, Team 1  : Lt. de Moncoeur +  3 Marines (Brücke einnehmen) --> Privat Jukart wechselt zu Team 2  ( 3/1 Toter) 


Squad 1, Team 2 : Gänge + Brücke sichern MSgt. Zorand Thog, ein Verletzter, Privat Jukart ( 3/1 Toter) 


Squad 1, Team 3:  Schiffsssicherung / Gefangenenbewachung LC Birden + Corp. M'aia (Caitianerin) + 2 Marines (4/1 Toter)  




Squad 2:   Teamleader Mgst. Daale Nin (Trill, m) - Ziel: Waffensysteme übernehmen 


Squad 2, Team 1:  Mgst. Daale Nin + PFC. Chormo "Cody" Owah + PFC. Kido Shunsuke  (Brücke einnehmen und Waffenstation sichern)    (Kido tot) 


Squad 2, Team 2:  WO Richard Bulber + Private Thoral und LC Felicitas (Torpedolager übernehmen und sichern) (alle tot  3/3) 


Squad 2, Team 3:  Sgt. Thomas Nicols + Ruffy + 1 Marine (Disruptorsteuerung übernehmen und sichern) (3/0)


Squad 3, Team 1: GSgt. MacAlister +  (große Verluste) Staff Sergeant Isos Th'qilron (tot) + Private "Whopper" (tot)  3/2)


Squad 3, Team 2: 4 Marines (Verluste)  4/3)


Squad 3, Team 3: 4 Marines (große Verluste)   (4/2)




plus Arzt (im Torpedolager) und Sani Smith (tot)  (2/2)


Battlefield IV - In the eye of the storm

Ratana Tiru
 

<nrpg>

Hallo ihr Lieben!

Hier der nächste Teil unserer Battlefield-Reihe. Wie immer die vorrangige Warnung, dass es an der ein oder anderen Stelle etwas drastischer werden könnte.

Mo – Es war wie immer eine große Freude mit dir zu schreiben.

Viel Spaß wünschen Euch Mo und Ratty


</nrpg>


<rpg>


Zum Nachlesen:


Einführung 

Was halten sie vom Kriege: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/572 


Part 1: 

Battlefield I. - Attack of the SMC: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/573


Part 2: 

Battlefield II. - Black Zone has fallen: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/583

Part 3:

Battlefield III. - Last Samurai: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/598

 

Zeit: MD 0.0615
Ort: IKS Kinzhar


*-* Maschinenraum *-*

<QUOTE>

[Squad 3 an Mission Control. Die Horta ist über dem Maschinenraum, ich wiederhole die Horta ist über dem Maschinenraum. Wenn wir den Vorraum so lange halten können bis sie durch ist.. sind wir drin!]

Triumphierend schlug Killroy Raider auf die Schulter und atmete tief durch während er für einen kurzen Moment die Augen schloss. Es gab also doch noch gute Nachrichten! Er sendete ein Stoßgebet zur Truppe von MacAlister. //Durchhalten Jungs! Es ist fast geschafft! // 

Das Blatt schien sich doch zu wenden. 

</QUOTE>

MacAlister zog sein Kampfmesser aus dem Hals des erschlafften Klingonen. 

Im Moment als die schwarze Zone gefallen war, hatte er entschieden, dass Phasergewehre hier unten gerade nicht die richtigen Waffen waren. Das Standardkampfmesser der Marines, das Kabar, war etwas größer als ein klingonisches D'k tahg, aber schmaler und ohne Subklingen. Es fand sehr schnell den Weg zwischen die behäbigen Panzerplatten der klingonischen Angreifer. 

 Er nahm sich kurz die Zeit um die Klinge sauber zu wischen. Dieses kurze Innehalten schärfte den Sinn und gab ihm einen Moment Zeit über den nächsten Schritt zu grübeln. Mit dieser Taktik hatte er es bis hierhin geschafft. In den Vorraum des Maschinenraums. Hier waren sie eingekesselt zwischen den Klingonen, die ihnen durch das zerborstene Schott gefolgt waren und der Streitmacht, die den Hauptraum belagerte.

 Nach dem Fall von Point Xeta hatte MacAlister zusammengesammelt was noch stehen konnte und hatte den Gegenangriff gestartet. Etwas anders war ihm einfach nicht eingefallen. Diese Flucht nach Vorne war die letzte, verzweifelste Aktion seiner militärischen Laufbahn gewesen. So hatten sie es bis hierher geschafft. Greg MacAlister hatte nicht geglaubt, dass sie den Hauptraum überhaupt erreichen würden. 

Aber dann hatte sich das Blatt gewendet. Die Horta hatte sich von ihrem Einsatz auf der Hülle erholt und ihnen den Vorstoß ermöglicht. Ein tödliches Geschenk aus etwa 1400°Celsius heißer  Silicium-Lava war auf die wartende Truppe Klingonen heruntergetropft.

Wie durch ein Wunder waren die Marines in den Maschinenraum gelangt und hatten den Widerstand dort gebrochen. Der Ausfall hatte für solche Unordnung gesorgt, dass MacAlisters Leute nur durch den offenen Durchgang schießen mussten. Reinstes Tontaubenschießen.

 Gregor selbst reichte das nicht. Gewalt war zur völligen Selbstverständlichkeit geworden. Ohne auch nur darüber nachzudenken war er zwei Klingonen in den Rücken gefallen und hatte mit einer fließenden Bewegung ihre Hälse geöffnet. Ihr keuchender Versuch zu atmen war immer leiser geworden, bis er ganz verstummte. 

 Selbst ebenfalls nach Luft ringend blieb er stehen und sah sich um. Die Horta hatte schrecklich gewütet. Mit einem kurzen Blick vergewisserte er sich, dass die Energieversorgung noch vorhanden war. Er schüttelte ungläubig den Kopf. Sie hatten mehr Glück als Verstand gehabt. 

 Der benzitische Sergeant kicherte. "Immerhin ist die Horta heute nur bei diesem Deck geblieben und hat uns nicht den ganzen Kahn demoliert." 

 "Ruhe, Sgt. Vunduz! Sichern Sie die Zugänge mit Ihren Männern. Der Maschinenraum muss gehalten werden!"

 Gregor wandte sich der Hauptmaschinenraum-Konsole zu, während der Benzit seinen Männern winkte und sich in Stellung begab. Klingonisch war keine leichte Sprache, aber abgesichert durch sein Helm-Display konnte Greg mit relativer Sicherheit sagen, welche Knöpfe er drücken musste, um Licht, Sicherheitseinrichtungen und andere wichtige Systeme der Brücke abzuschalten. Und zu seiner Überraschung, fand er auch umgehend den Zugang zu Antrieb und Tarnvorrichtung. 

 "MacAlister an de Moncoeur. Wir sind soweit. Ich warte auf Ihr Zeichen."

 

*-* Torpedolager *-*

 "Wir müssen hier evakuieren, " Nicols fasste Dr. Eric Christopher an der Schulter. "Machen Sie ihn transportfähig." Der Marine, der erst vor wenigen Augenblicken ins Torpedolager geplatzt war, wirkte getrieben. Immer wieder sah er zum Schott, die Waffe im Anschlag.  

 Dr. Christopher sah den Marine über sich verzweifelt an. "Sergeant, wenn ich hier loslasse, dann verblutet er." Der junge Sternenflottenmediziner wusste nicht mit der Situation umzugehen. Wie sollte er das Leben des Marines retten, wenn er ihn nicht bewegen durfte. Seine Finger hielten ein Blutgefäß zusammen. 

 "Doc, entweder gehen wir hier das Risiko ein alle zu sterben oder wir schnappen Sie und Ihren Patienten und gehen zur Evakuierungszone." Nicols hatte keinen Spaß daran zu verhandeln. 

 Dr. Christopher nickte. "Geben Sie mir endlich Ihr Medikit." Mit flinken Händen und dem, was er so gerade improvisieren konnte, legte er eine Fadenschlinge um das Gefäß. Ein eilig angelegter Druckverband sollte das Schlimmste zumindest einige Minuten hinauszögern. Aber ohne eine Krankenstation.... 

Dr. Eric Christopher wurde schlagartig klar, dass er den Kampf um das Leben seines Patienten längst verloren hatte. In einem Anflug von _Ich muss wenigstens etwas tun_, entlud er gleich zwei Kartuschen Benzodiazepine in seinen geschwächten Patienten. Wenn sollte der Marine wenigstens keine Angst mehr verspüren. 

 "Ruffy, helfen Sie dem Doc." Noch bevor Dr. Christopher protestieren konnte, hatte sich der andere Marine, welcher Ruffy genannt wurde, den Chief über den Rücken geworfen und umklammerte ein Bein und einen Arm vor der eigenen Brust, damit dieser auch auf seinem Rücken blieb. So allerdings konnte Ruffy keinesfalls schießen. 

 "Doc, Sie nehmen die Waffe, Ruffi bekommt Ihren Phaser." Auch diesmal konnte der Doktor nicht protestieren. Keine Sekunde später baumelte das Medikit um seinen Oberkörper und er hielt ein Typ III Phasergewehr in den Händen. Marine-Ausführung. Kurzer Lauf, für den Kampf in Raumschiffen und Gebäuden konzipiert. Er hatte das letzte Mal auf der Akademie während des Überlebenstrainings eines in der Hand gehabt. Seitdem nur die üblichen Phaserübungen. Die Energiezelle war fast leer, das Gewehr seltsam warm. 

 Die ersten Schritte in den vollkommen verwüsteten Gang kosteten Überwindung. Überall sah man Kampfspuren und, nein, da wollte er nicht hinsehen. Ihm war klar, was mit Felicitas und Thoral passiert war, er musste es sich nicht auch noch genauer ansehen. Nach Lebenszeichen zu suchen, war vergeblich. Ein kurzer Blick reichte ihm. 

 Was dann folgte, würde er später nur noch bruchstückehaft in Erinnerung haben. Vielleicht war das auch gut so. Verwaschene Albträume würden ihn lange genug begleiten. Das diffuse Licht des Bird of Prey. Die engen, verschachtelten Gänge. Die Geräusche, die schnellen Bewegungen der Marines. Nicols sicherte nach hinten ab, lief dabei mit nach hinten gedrehtem Oberkörper, mal vorwärts, mal rückwärts, immer den Blick nach hinten gerichtet. Das Bewungsmuster war so einstudiert, dass es wie choreografiert wirkte. Immer konzentriert auf den Lichtschein der Waffe. Der Doc und Ruffy, mit dem verletzten Bull auf den Schultern, in der Mitte und ein weiterer, namenloser Marine, sicherte nach vorne.

Dr. Eric Christopher wurde klar, dass das Klopfen, was ihn den ganzen Weg entlang begleitete, sein Herzschlag war. Sie stießen auf keinerlei Widerstand. Der Gang war von weiteren Kampfspuren gezeichnet. Aber es lagen keine weiteren Leichen herum. 

 Erst hinter einer leichten Kurve änderte sich das Bild. Eine Kampfzone. Sie kamen an mehreren toten Klingonen vorbei. Ihnen kamen zwei Marines entgegen, Kampfspuren an den Uniformen, die Waffen im Anschlag. Die Beiden nickten ihnen zu. "Hinter uns ist geklärt. Die Evakuierungszone ist da vorne. Warten Sie dort...."

 Ruffy lies Bull auf den Boden gleiten. So behutsam es eben ging. Dr. Christopher brauchte den Tricorder nicht aufklappen. Der starre Blick, die weit geöffneten Pupillen. Er legte seine Finger an den Hals des Marine. Kein Puls mehr. Zur Sicherheit klappte er den Tricorder dennoch auf. Bei dem nicht zur Verfügung stehenden Volumen, keine Chance. Er verzichtete auf eine Reanimation. Er hatte hier keinerlei Mittel, den Kreislauf danach aufrecht zu erhalten. "Verdammt...." Er drückte seine flache Hand auf die Augen seines ersten Patienten in dieser Schlacht. 

"Ich muss zu anderen Verletzten...." kam es gebrochen durch seine Lippen. 


*-* Zugang Brücke / Brücke *-*

 Das Gefecht nahm in dem Moment eine Wendung als Lt. de Moncouer die Meldung bekam, dass die Einheit um MacAlister den Maschinenraum erobert hatte und kurz davor stand die Stromzufuhr abzustellen. Anscheinend hatte ihnen die Horta sehr gute Dienste geleistet. Das auch dies bisher einen hohen Preis gehabt hatte, schob sie beiseite. Sie wollte dieses Schiff erobern, koste es was es wolle. Sie hatte Marines - Sie würde die Marines einsetzen.

 Ein Private drückte die beiden Sprengladungen an das Schott der Brückentür. Sie würden einen lauten Auftritt haben. Einschüchterung funktionierte immer - auch bei Klingonen. Außerdem würde die Wucht der Explosion eventuell auf der anderen Seite des Schotts den ein oder anderen Krieger ins Stovokor befördern. 

 Die Platoon-Leaderin nickte ihren aufgerückten Marines zu. Mittlerweile war auch Team 3 ihres Squads eingetroffen. "Wärmebildkameras runter, gleich wirds dunkel! LC Birden, Sie und Ihre Leute gehen vor!" 

 Sie wich die vorgeschriebenen Meter zurück und ging auf die Knie. Mehrere Lasersucher richteten sich auf das Schott vor ihnen. 

 Sie zählte im Kopf mit....//Quatre.....trois.....deux.....un....//

 Auf dem gesamten Schiff fiel die Beleuchtung aus. Auf die Sekunde genau. Auf einigen Decks gab es Spitzen in der Schwerkraft. Das Schiff bebte kurz. Irgendeine Leitung hatte das schlagartige Herunterfahren der Hauptenergie nicht überstanden. 

 Der Trupp um ihre rothaarige Anführerin zündete die Sprengladung am Brückenschott. Zwei Blendgranaten flogen unmittelbar auf die Brücke des klingonischen Schiffes, die Marines folgten. Es war unglaublich laut. Geschrei. Das Klirren von Waffen. Das Geräusch von Phaser-und Disruptorenfeuer. Und die Marines waren durch ihre Nachtsichtgeräte im Vorteil. Noch. 

 Juliette wartete ab, bis alle Marines an ihr vorbei durch das Schott gestürmt waren. Nur zwei blieben zurück um die Brücke nach hinten abzusichern. Dann lief sie selbst durch das gesprengte, verbogene Schott in den Rauch der Brücke hinein. Die Sekunde, die ihr Helmdisplay brauchte, um sich anzupassen, war sie blind. 

 Instinktiv duckte sie sich weg und das Surren einer mit Schwung geführten Bathlet-Klinge rauschte über sie hinweg. Es war derselbe Instinkt, der sie dazu brachte in die andere Richtung zu feuern und einen Klingonen im Angriff zu treffen. 

 Auf der Brücke tobte eine wilde Mischung aus Nahkampf und Feuer aus Energiewaffen. Ein Marine lag bereits schreiend am Boden, hielt sich die Schulter, an der etwas fehlte. In einer schnellen Drehung erschoss die Französin den Klingonen, der über ihm zum nächsten Schlag ausholen wollte. Im nächsten Moment ging sie selbst scheppernd zu Boden, schaffte es noch gerade mit dem Lauf des Phasergewehrs ein Mekleth abzubremsen, bevor die wütende und schreiende Klingonin damit auf sie einschlagen konnte. Ringend landeten sie beide auf dem Boden. 

 Das Gewicht auf ihr war gewaltig, genauso die Wut, mit der die Klingonin mit dem Griff des Mekleth auf ihren Helm eindrosch. Kunststoff und transparentes Aluminium splitterten. Das Display gab den Geist auf. Mehr aus purem Überlebenskampf, statt durch jahrelangen Drill geformt, riss Juliette ein Knie empor und rammte es ihrer Gegnerin in den Unterleib. Gleichzeitig versuchte sie mit beiden Händen die Waffenhand der Klingonin zu blocken. Sie hörte sich selbst schreien, vor Wut. Ihre Hände umklammerten das Handgelenk, während sie versuchte unter der massiven Frau herauszukommen. Nochmal rammte sie ihr Knie in deren Leiste und sah beinahe Sterne als sie einen Hüftknochen mit der Kniescheibe traf.

 Die Klingonin schaffte es bedrohlich das Mekleth zu drehen. Würde sie es niederstoßen, dann direkt durch Juliettes zerborstenen Helm. Die Marine hatte nur eine Chance. Sie drückte ihre Schultern in den Boden, spannte mit aller Kraft die Bauch- und Rückenmuskulatur an, stemmte die die Beine vom Boden und schaffte es die Klingonin durch diesen Hebel ein Stück von sich hoch zu drücken. Im nächsten Moment rammte sie ihren kaputten Helm nach oben gegen das Kinn der Angreiferin. Dieser kurze Moment der Desorientierung reichte, um sich der Gegnerin durch einen Schulterwurf zu entledigen. 

 Noch bevor sie sich Gedanken darüber machen konnte, wie sie die Kontrahentin ins Stovokor beförderte, bevor sie selbst in der Hölle anzutanzen hatte, erledigte ein Phaserschuss die wieder auf sie zurasende Kriegerin. LC Birden reichte ihr eine Hand und zog sie hoch. Sie brauchte einen Moment, nahm aber wahr, dass der Widerstand auf der Brücke so gut wie geschlagen war. 

Die Umweltkontrollen des Bird of Prey hatten große Teile des Rauchs abgezogen. Nur vereinzelte Schwaden hüllten in der roten und grünen Beleuchtung das gespenstische Szenario ein. Neben zwei toten Marines, waren alle Klingonen auf der Brücke erfolgreich ins Stovokor eingegangen. So ihr erster Blick.

 Juliette zog sich den zertrümmerten Helm vom Kopf. "Birden, MacAlister soll die Energie wieder hochfahren. Ich will Meldung aus dem gesamten Schiff...." 

Birden nickte und sprach in sein Headset, während Juliette über die erstürmte Brücke ging und auch noch einen dritten toten Marine fand. 

"Verstanden Ma'am, laut den Squadleadern ist das Schiff gesichert. Lediglich zwei festgesetzte Klingonen, Rest tot. Unsere Verlust- und Verletztenmeldungen fehlen noch." 

Im nächsten Moment erbebte der Bird of Prey unter einer Treffersalve. Die Schilde, die MacAlister wieder hochgefahren hatte, schienen zu halten. 

"Wir werden beschossen Ma'am," meldete ein Private, der einen toten Klingonen von der Steuer-Konsole zog. Der Private zögerte. "Das ist eine scheiß Schrift....Das ist alles ganz anders, selbst mit Übersetzer...." Die Hände des Private schwebten über den Anzeigen. 

"Schaffen Sie mir Jemanden hier hoch, der dieses Ding fliegen kann!," bellte sie, bevor sie auf den Kommunikator drückte. 

***MacAlister. Ich brauch die Tarnung, sofort!," brüllte sie in ihr Headset. Sie öffnete einen weiteren Kanal. 


***Mission Control. Der Raubvogel ist im Netz...."

Killroy bestätigte und hatte zeitgleich nichts Gutes zu vermelden. [Verstanden Alpha.... Sie werden von der IKS Ikzhar beschossen. Die anderen beiden BoPs docken am Außenposten an....Das wird eng Ma'am.]

***Verstanden Mission Control. Standby. Juliette unterbrach die Verbindung. 

"Räumen Sie die Brücke frei..." keifte sie, während sie auf den Kommandosessel zusteuerte und in diesem Platz nahm.  "Wir greifen die dockenden Bird of Preys an...."


</rpg>

<nrpg>


Mission Control: Lt. Killroy auf dem Marine Transporter

Platoon Alpha (Squad 1-3): IKS Kinzhar (Phase 1)  - Kommando: 1stLt. Juliette de Moncoeur 

Squad 1:   Teamleader Juliette de Moncouer - Ziel: Schiff einnehmen und Gegner sichern 
Squad 1, Team 1  : Lt. de Moncoeur +  3 Marines ( 1 Toter)
Squad 1, Team 2 : Gänge + Brücke sichern MSgt. Zorand Thog, ein Verletzter, Privat Jukart ( 1 Toter)
Squad 1, Team 3:  Schiffsssicherung / Gefangenenbewachung LC Birden + 3 Marines (1 Toter)  

Squad 2:   Teamleader Mgst. Daale Nin (Trill, m) - Ziel: Waffensysteme übernehmen 
Squad 2, Team 1:  Mgst. Daale Nin + PFC. Chormo "Cody" Owah + PFC. Kido Shunsuke   (Kido tot) 
Squad 2, Team 2:  WO Richard Bulber + Private Thoral und LC Felicitas  (alle tot) 
Squad 2, Team 3:  Sgt. Thomas Nicols + Ruffy + 1 Marine

Squad 3: Teamleader GSt. MacAlister (Mensch, m) - Ziel: Maschienraum 
Squad 3, Team 1: GSgt. MacAlister +  Staff Sergeant Isos Th'qilron (tot) + Private "Whopper" (tot) + 1 Marine
Squad 3, Team 2: 3 Marines (Große Verluste) 
Squad 3, Team 3: 3 Marines (große Verluste)  

plus Arzt (Dr. Christopher) und Sani Smith (tot) 

</nrpg>

<sum>

Zeit: MD 0.0615
Ort: IKS Kinzhar
Die Horta hilft bei der Eroberung des Maschinenraums. MacAlister gelingt es Maschinenkontrolle zu bekommen. Derweil verliert Chief Bull sein Leben. Der Doktor kann ihm nicht helfen. Lt. de Moncoeur nimmt an der Eroberung der Brücke teil. Dies gelingt, aber die IKS Kinzhar wird daraufhin von einem weiteren Bird of Prey beschossen. De Moncoeur entscheidet sich zum Angriff mit dem klingonischen Schiff.

</sum>

Submitted by

1st Lt. Juliette Louanne de Moncoeur
Leiterin Marine Corps
Aka
Linda W.

UND

Ens. Amun
TAK USS Odyssey
Aka
Mo Bishop


Von Abschieden und Krisen

Sascha
 

<nrpg>
 
Ein erstes Post zu Thomas J. Reynolds und seinem Weg auf die neue USS Odyssey........
 
</nrpg>
 
<rpg>
 
Ort:  Camp Shran, Andor
Zeit: vor 8 Monaten
 
Samantha Fox hatte die  Arme vor der Brust verschränkt und sich im Sitzen gegen die Rückenlehne des Stuhls gedrückt. Ihrem trotzigem Blick nach zu urteilen, wusste sie Bescheid. Oder sie ahnte es zumindest. 
"Frühstück ans Bett, Blumen, Babysitter, Abendessen - mein Lieblingsgericht - von dir gekocht, ein mehr als romantischer Abend, jetzt wieder ein zauberhaftes Frühstück.....raus mit der Sprache Thomas! Wohin verschwindest du wieder? Und wie lange?" 
 
Die rothaarige Sanitäterin war es gewohnt, dass Master Sergeant Thomas Reynolds mindestens einmal im Jahr, im andorianischen Winter, loszog und mit irgendeiner Spezialeinheit auf Piratenjagd ging oder einen Botschafter als Leibwächter auf irgendeine Konferenz begleitete. In der Regel war er mindestens drei Monate, manchmal auch fünf weg, bis der nächste Ausbildungsjahrgang begann. Samantha hatte dies zähneknirschend akzeptiert, es fiel ihr aber immer wieder schwer. Sie wusste, dass das Zusammenleben mit Thomas Reynolds bedeutete, dass er diese Freiheit brauchte. Genauso wie er - und das würde er niemals zugeben - seine kleine Familie schätzen gelernt hatte.
 
Ihr Blick bohrte sich in die grünen Augen ihres Gegenübers.
 
Thomas stellte das Frühstück bei seiner Liebsten ab und sah Ihr direkt in die blauen Augen. Er wusste das es ihr jedes Mal missfiel, wenn er ging. Doch was sollte er schon groß tun? Er war Soldat und Soldaten mussten von Zeit zu Zeit auch kämpfen. Das war etwas, was er aus irgendeinem Grund recht gut konnte. Und das wusste sie auch. 
Genauso wie sie wusste, das er im Stande war, Leben zu retten. Dadurch, dass er dabei war und Situationen zu drehen vermochte die sonst daneben gingen. 'FUBAR', war da eines der Worte, die solche Situationen beschrieben.
 
" Jeder gute Mann, sollte einmal im Jahr seiner Liebsten Frühstück ans Bett bringen. Findest Du nicht auch? " Versuchte er abzulenken und eine Woge schonmal zu glätten. " Andererseits weißt Du auch, dass ich immer noch Soldat bin. Ich kann mir Befehl und Gehorsam nicht aussuchen, wie es mir oder meiner Familie gerade am besten passt. Auch das weißt Du, das ist Teil der Sergeant-Prüfung." 
Natürlich ging er davon aus, dass sie wusste, dass seine Einsätze weitestgehend auf freiwilliger Basis fungierten. Er hasste den Andorianischen Winter. Nicht, weil es angenehm frostig war, um es untertrieben zu sagen. Er hatte schlichtweg nicht viel zu tun. Keine Lehrgänge mit Anwärtern, keine Übungen im ewigen Eis und Schnee der andorianischen weißen Hölle. Und Barackendienst war noch nie seins gewesen. 
Er fand einfach, dass sein Geschick und sein Können nicht durch Nichtstun verschwendet werden sollten. Natürlich war das ein etwas überheblicher Gedanke. Der kam einem halt auf, wenn einem immer wieder Leute sagten, wie gut man doch war.
 
"Du weißt, dass ich hier gerade nicht so gebraucht werde, wie es am sinnvollsten wäre?!" Wie falsch seine Worte doch waren, bemerkte er erst, als er sie schon ausgesprochen hatte. Wie immer war die Zunge schneller als das Gehirn. Eine seiner schlechtesten Eigenschaften, die ihm öfter Ärger mit Offizieren einbrachte.
"Gebraucht werden Thomas? Du empfindest die Tatsache, dass du mal mehr als zwei Stunden Zeit für deine Familie hast als nicht sinnvoll?" Samanthas Körpersprache versteifte sich noch mehr. Er kannte seine Lebensgefährtin zu gut. Das würde gleich laut werden.
 
Eventuell flog sogar Geschirr. Betrachtete er die Tatsache, dass sie ihm zu Beginn ihrer Partnerschaft einmal einen Stuhl übergezogen hatte, waren ihm fliegende Frühstücksteller lieber. Sams Temperament war etwas, was ihn von Anfang an fasziniert hatte. Und etwas, was diese doch sehr merkwürdig begonnene Beziehung, immer wieder interessant gestaltete. 
Als vor sechs Jahren Thomas Junior - genannt Tommy - geboren worden war, war er aus Pflichtgefühl bei ihr geblieben. Und aus der anfänglichen Zweck-Beziehung war mehr geworden. Victoria war gerade drei Jahre alt geworden. Nach dem frühen und unerwarteten Tod seiner ersten Frau hatte sich Thomas geschworen nie wieder zu heiraten und Sam, nach mehreren gescheiterten Ehen und Beziehungen, hatte auch nie mehr heiraten wollen.
 
Eine Ehe war im Marine Corps oft eine Ehe auf Zeit und hielt selten die langen Trennungsphasen und den enormen emotionalen Druck aus. Viele Marines hatten in jedem Hafen eine Braut und sich "auszutoben" gehörte zum Stressabbau dazu. Eine wirkliche Familie, Kinder, das war eine Seltenheit. Insbesondere bei den Unteroffiziers- und Mannschaftsdienstgraden.
Zusammengeblieben waren sie trotzdem. Sie ergänzten sich gut. Sam arbeitete im Lazarett des Stützpunkts und hatte ihn Ende letztens Jahres damit überrascht die Sergeant-Prüfung erfolgreich abzulegen. Sie hatte unglaublich hart gebüffelt und noch härter trainiert. Seitdem bildete sie Feldsanitäter aus. Thomas war mittlerweile in der Ausbildungsleitung der Offiziersanwärter und der Spezial-Kräfte angekommen. 
"Es war nicht so gemeint." Seine, für seine Verhältnisse, sanfte Stimme, sollte sie ebenfalls davon überzeugen, dass er es ernst meinte. Und das war auch so. Worauf er überhaupt keinen Anreiz hatte, war ein Streit mit seiner Frau, kurz bevor er in den Einsatz gehen würde. " Ich weiß, dass ich hier auch gebraucht werde. Und, dass ich gerne hier bin, bei Dir und den Kindern. Aber ich... " er seufzte leicht " bin halt auch Marine, Semper Fi. Ich kann nicht einfach nicht gehen."
 
"Da ist doch noch mehr Thomas...." Sie war aufgestanden und an das große Panoramafenster getreten. Ihr Blick ging hinein in die Eishöhle, deren blaues Licht den Raum ähnlich einem Aquarium ausleuchtete. Ihre Stimme war beherrscht, mit heruntergeschluckter Wut. "Ich hab gestern deine Akte auf dem Tisch gehabt. Die Tauglichkeit X1 macht man nicht für einen kleinen Ausflug mit der Piraten-Task Force um am Kartentisch Truppen zu verschieben. Du gehst an die Front, nicht wahr?" 
 
Nicken. Mehr fiel ihm dazu nicht ein. Was sollte er auch dazu sagen? Er wusste in diesem Moment, dass er mit ihr vorher darüber hätte sprechen sollen und müssen. Einsame Entscheidungen lagen ihm einfach. Beziehungen hatte er niemals so ganz verstanden. Das war sehr wahrscheinlich auch der Grund, warum es recht schnell kühl wurde in seiner ersten Ehe. Wäre Rosalie nicht gestorben, vielleicht hätte er gelernt, wie eine richtige Beziehung funktioniert, in der man gegenseitig Verantwortung übernimmt.
 
"Wann?" Sie wusste es eigentlich schon. Aber sie wollte es von ihm hören. Anders als die anderen Male, könnte dies ein Abschied auf immer werden. Sam konnte sich noch an den Streit erinnern, als sie darüber nachgedacht hatte, wieder zu ihrer alten Special Force zu gehen. Thomas war nicht begeistert davon gewesen, dass die Kinder mit auf ein Schiff gingen, deren Commodore dafür bekannt war, das Schiff nie heile aus den Missionen heraus zu bekommen und immer dort zu sein, wo es den meisten Ärger gab. Deswegen war sie hier geblieben und seine winterlichen Ausflüge waren jedes Jahr aufs Neue einen mehr oder minder wilden Streit wert.
 
"Übermorgen." Er stellte sich neben Sie ans Fenster und sah ins Eis hinaus. Er wollte ihr nicht sagen, das sie sich keine Sorgen zu machen brauchte. Dass er wieder kommen würde. Denn das war garnicht so gewiss. Die anderen Male auch schon nicht, aber dieses Mal war es etwas anderes. Es war kein einfaches Geplänkel für ein Wochenende. Es war Krieg. Krieg mit den Klingonen. Und das waren nicht gerade irgendwelche Personen, deren Leben ihnen mehr Wert wahr als ehrenvoll im Kampf zu sterben. Und dabei noch jemanden mitzunehmen. 
" Sie brauchen erfahrene NCOs an der Front. Viele der Einheitsführer sind blutjunge Lieutenats, teilweise frisch von der Akademie. Und viele habe ich ausgebildet, ich weiß dass sie kämpfen können und an Mut mangelt es gewiss nicht. Auch nicht am Willen zu siegen, sie wissen nur nicht wie und verbrennen ihre Leute in sinnlosen Attacken. Das muss ich einfach verhindern. Ich hoffe du kannst das irgendwann verstehen. "  
 
Samantha atmete tief durch. Einmal, zweimal. Sie drehte den Kopf, sah ihn an. "Ich kenne dich gut genug, um zu wissen, dass ich dich nicht aufhalten kann." In ihrem Blick lag Sorge. "Komm zurück...nicht wegen mir. Thommy und Victoria...denen soll es nicht so gehen wie mir." 
Thomas wusste, Samantah war ohne Vater großgeworden. Nicht, weil dieser als Marine im Kampf geblieben war, sondern weil er sich verpisst hatte. Ihre Mutter sitzengelassen hatte. 
Thomas sah sie an und nickte " Nichts anderes habe ich vor, Sam. Und wenn mir das Schicksal doch noch etwas hold sein sollte, werde ich zurück kommen. Aber ich kann nicht einfach den Kopf in den Sand stecken, während auf den Schlachtfeldern wieder eine Generation ihr Blut lässt und die andere sich die Orden an die Brust heftet. Ich habe zu viele junge Leute sinnlos sterben sehen. Ich ertrage das einfach nicht mehr. Außerdem geht es um die Zukunft von Thommy und Victoria. Um unsere Zukunft. Ich kann mich da nicht einfach fortstehlen. " Er kramte in seiner Beintasche und holte ein Padd hervor. Er hielt es Samantha hin.
"Ich kenne dich inzwischen auch ein wenig. Deswegen bitte ich dich, tue nichts unüberlegtes. Ich habe Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt und mehr Gefallen eingefordert als ich Streifen am Ärmel habe, um dich und die Kinder hier weg zu bekommen. So weit weg vom Klingonischen Imperium und Einfluss wie es geht. Es ist mir bewusst, dass es kein Paradies sein wird, aber ihr solltet dort sicher sein."
Sam hatte es geahnt. Sie las das Padd. Ihr Gesicht versteinerte. "Das ist am anderen Ende des Föderationsraums. Ein Veteranenheim." Er schickte sie wirklich so weit weg, wie er nur konnte.  Wenn sie eins in den letzten sechs Jahren über Thomas Jericho Reynolds gelernt hatte, dann dass der Ausdruck von Gefühlen nicht seine Stärke war. Sie waren da die puren Gegensätze. Am liebsten wäre sie an seiner Seite in den Krieg gezogen.
 
Sie wusste, er erwartete dafür ein Danke. Und sie gab es ihm. "Danke Thomas, dass du dich so um unsere Sicherheit sorgst."
"Ja. Ich weiß das du am liebsten mit mir zusammen in den Kampf ziehen würdest. Das kann ich nicht zulassen. Ich liebe dich Sam!," er sah ihr in die Augen. Sie konnte das Funkeln darin sehen, sehen das er es ernst meinte. Er hatte dieses Funkeln nicht oft wenn er sprach, es bedeutete also viel. " Dich und die Kinder - Und ich könnte nicht weite leben, wenn ich wüsste euch passiert etwas. Oder es könnte euch etwas passieren. Das würde mich um den Verstand bringen!" Thomas sah sie an. 
"Ich hätte dich am liebsten an meiner Seite im Kampf. Weil ich weiß, was du für eine verdammt gute Sanitäterin bist. Und das du kämpfen kannst, wenn es darauf ankommt. Aber wir müssen beide, jetzt, für unsere Kinder kämpfen. Ich an der Front..." er sah sie eindringlich an " und du, du hinter der Front. "
"Klassische Rollenverteilung, wie...?" Sam versuchte zu schmunzeln auch wenn ihr elendlich zu Mute war. "Okay, mein Job. Ich mach das schon. Pass du nur auf dich auf." Sie umarmte ihn. Am liebsten würde sie ihn nie mehr loslassen. 
 
 

Ort: Donatu-System, Donatu V 
Zeit: vor etwa 2 Monaten
 
" Wie sieht es aus, Leeroy? " Thomas forderte einen schnellen Bericht ein, wie es um die Company bestellt war. SSgt McCollins schüttelte leicht den Kopf. " Der Captain ist gefallen, ebenso die Lts... die hats bei der Lagebesprechung zerissen als eine Photonische Mörsergranate das Loch getroffen hat. First Sergeant Spears hat soeben die Augen geschlossen und der Sani ist sicher, dass er sie nicht wieder aufmachen wird. Du bist der Dienstälteste, Tommy. Die Platoons haben jetzt die anderen Master übernommen und es scheint... du musst uns hier raus holen. 
 
Thomas sah den Iren an, sein Blick versteinert. Sowieso schon 37 Marines gefallen und jetzt waren auch noch auf einen Schlag alle Offiziere tot. Das machte 43 gefallene Marines in 2 Tagen. Konnte die Moral der Truppe noch tiefer sinken? Er drehte sich in der Senke auf die Seite und blickte über seine Beine nach hinten. In den Gesichtern die er sehen konnte, war überwiegend die nackte Angst zu sehen. Bei einigen noch Resignation. Andere hatten sich bereits damit abgefunden, vermutlich nicht mehr lebend von diesem Klumpen im All nach Hause zu kommen. 
Die Klingonen, gegen die sie angetreten waren, hatten schon einige Wochen im Kampf gestanden und traten direkt mit Bath'leths an. Sehr zum Schock der zum größten Teil frisch aus der Grundausbildung stammenden Marines, die darauf absolut nicht vorbereitet waren.
 
Sein Blick schweifte ab von den Marines, ins Gelände. Sie hockten hier aber nun auch wirklich nicht in der besten Position, die man sich vorstellen konnte. Große Felsen versperrten eine gerade Sicht auf über mehr als 30m Linie. Teilweise war die Sicht nur sechs bis acht Meter weit. Perfekt für Nahkämpfe mit Hieb- und Stichwaffen, schlecht für ein Phasergewehr. Er sah noch einmal hinter die eigenen Positionen. Sie lagen in einem ca. 120m langen, flachen und gut einsehbaren Teil, der ohne diese verdammten Felsen auskam.
 
Der Captain hatte ursprünglich geplant am Ende der Felsen, zwischen diesen in Stellung zu gehen. Das war schon Irrsinn genug, da diese bei Beschuss auseinanderplatzten und die Stücke wie Schrapnelle durch die Gegend flogen. Doch noch ehe sie zwischen die Felsen gekommen waren, hatte schweres Mörserfeuer sie in Deckung gezwungen und die sofortigen Angriffe der klingonichen Krieger sie in die Defensive gedrängt. Völlig überwältigt von dieser beispiellosen Gewaltszenerie, hatte der Captain befohlen, sich vor den Felsen einzugraben.
 
"Meiner Meinung nach sollten wir uns dort hinten, etwas oberhalb wieder eingraben. " Er deutete auf die leichte Anhöhe über die sie vor zwei Tagen gekommen waren. " Wir hätten ca. 120-130m freies Sicht- und Schussfeld und keine verdammten Felsen direkt vor uns. Die Klingonen wären dann gezwungen auf ihre Disruptor zurück zu greifen. Nur um die Mörser müssten wir uns kümmern aber das sollte der schwere Zug hinbekommen mit etwas Hilfe." 
 
McCollins sah ebenfalls zurück und besah sich das Gelände. "Hier werden wir auf jeden Fall nicht mehr lange durchhalten," schloss er seine Beobachtung des Geländes. Thomas nickte und zeigte auf acht junge Marines. Er deutete Ihnen an zu ihm zu kommen. 
"Sie teilen sich auf, jeweils zwo für einen der Züge. Geben Sie den Zugführern Bescheid, dass wir auf die Anhöhe ausweichen..." Er sah auf seine Uhr. " Uhrenvergleich, es ist jetzt 1843, abrücken in einer Stunde. " Er wartete kurz, bis jeder der Marines von seiner Uhr wieder zu ihm sah. " Jeder der Kampfzüge soll ein Squad als Nachhut hier lassen, welche Nachrücken sobald die Anderen die Anhöhe erreicht haben. Wir graben uns etwas oberhalb wieder ein. Der schwere Zug soll sofort seine Mörser in Stellung bringen und sich um die klingonischen Mörser kümmern. " Er rieb sich am unrasierten Kinn. "Die Verwundeten und das Versorgungsmaterial gehen zuerst. Ausführung Marines."
 
Die jungen Soldaten nickten und glitten davon, während der Ire wieder zu Thomas sah. "Wie zufrieden ein Marine schaut, wenn er eine Aufgabe hat, was?" Thomas sah zu Leeroy und nickte." Hält vom Grübeln ab... " In dem Moment, wo er es aussprach, kam ihm in den Sinn, dass er jetzt eine Company führte. Spontanes Übergeben war die Reaktion auf diesen Gedanken, worauf er erst einmal einen Schluck aus der Kampfration nehmen musste, um den sauren Geschmack die Kehle hinunter zu zwingen.
"Alles in Ordnung?" fragte McCollins eher mitleidlos. "

Ja, sicherlich ne Allergie oder sowas." Vermutlich da er jetzt für 132 Marines verantwortlich war.
Er atmete tief durch und sah noch einmal auf den Chronometer. Unbehagen hatte sich in seinen Eingeweiden breit gemacht, am liebsten wäre er einfach aufgestanden und gegangen. Doch ihm fiel ein, was er zu Sam gesagt hatte. Sein Blick schweifte noch einmal über die Marines zu seiner Linken und Rechten in ihren Fuchslöchern kauerten. Das Gewehr fest umklammert und auf diese verdammten Steine starrend, lauschend. Andere schienen sich gegenseitig Mut zuzusprechen. Thomas nickte leicht, solange sich noch gegenseitig Mut zugesprochen wurde, war die kleine Kampfgemeinschaft noch nicht verloren. Noch konnten sie gewinnen. Noch wollten sie gewinnen. 
 
Am Leben bleiben. Ihm kam der Treuespruch der Jem'Hadar in den Sinn " Siegen heißt Leben! "
 
 
 
</rpg>
 
<sum>
 
Ort:  Camp Shran, Andor
Zeit: vor 8 Monaten
MSgt. Thomas Reynolds gesteht seiner Lebensgefährtin Samantha Fox, dass er in die Krieg ziehen wird. Er hat alle Beziehungen spielen lassen um Sam und die Kinder aus dem Krieg rauszuhalten.
 
Ort: Donatu-System, Donatu V 
Zeit: vor etwa 2 Monaten
MSgt. Thomas Reynolds befindet sich mit seiner Company Marines auf Donatu V. Die Lage ist kritisch und er bekommt die Verantwortung übertragen. Kann er sein Versprechen gegenüber Samanatha Fox halten?
 
</sum>
 
Submittey by MSgt. Thomas J. Reynolds - Sascha W. 

 


Die Kaulquappe

Mortimer Bishop
 

Hallo zusammen!

Wie bereits angekündigt hier der Erstkontakt zwischen H -Ia und der Föderation in Gestalt von Ensign Emin!
Viel Vergnügen beim lesen :)

Die bisherigen H -Ia Posts:

Unbekannte Gezeiten: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/554

Ruf aus der Tiefe: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/570

Wo ist Emin?: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/581



<RPG>

Zeit: MD 0.0055
Ort: Über Carraya

Die allumfassende Stille war bedrückender als alles was vorher passiert war. Ruhig lag der Planet Carraya dort. Der Blick von oben täuschte normalerweise über den tatsächlichen Zustand des Planeten hinweg. Zu weit war das Land vom Orbit entfernt. Heute aber waren die Spuren des Sonnensturms immer noch deutlich sichtbar.

Der Ionosphären-Adler war zurück gekehrt. Beim Verlassen der Talon war der FLG der Odyssey abermals in die Gestalt des eisenbeschlagenen Vogels geschlüpft. Seine kurze Bewegungslosigkeit beim Verwandeln hatte gereicht um Fiona, Amun und Yvonne einen enormen Vorsprung zu geben.

Hilflos hatte er zusehen müssen wie die Anderen erst in der Schwärze des Alls verschwunden waren, bis sie dann unweigerlich von Carrayas Schwerkraft angezogen wurden. Aber da hatte er sie schon aus den Augen verloren.

Obwohl der Allasomorph über einen sehr gefestigten Charakter verfügte waren die folgende Stunde eine echt Herausforderung für ihn gewesen. Fest an die Gestalt des Adlers gekettet hatte er begonnen weite Bögen in den atmosphärischen Schichten des Planeten zu fliegen. Dabei versuchte er darauf zu achten die Position nicht zu verlassen. Immer wieder war er kurz davor gewesen sich einfach auf Carraya niedersinken zu lassen. Rein logisch betrachtet waren aber seine Chancen hier gefunden zu werden größer, das wusste er.

Auch wusste er das die Gestalt des Ionosphären-Adlers für die aktuellen Bedingungen gemacht waren. Das Eintreten in die Atomsphäre war nicht vorgesehen für diese Spezies.

Das Warten machte es nicht besser. Er musste sich immer wieder mit aller Macht die Beklemmung zu nehmen. Angst war jetzt das letzte Gefühl dem er sich hingeben sollte...

Die Zeit verging unglaublich zäh. Der FLG versuchte sich auf andere Dinge zu konzentrieren. Er verwarf die Idee es zur Odyssey zu probieren. Er spürte das seine Flügel dafür nicht gemacht waren. Er konzentrierte sich auf seine Atmung.

Einatmen - Flügelschlag - Flügelschlag - Flügelschlag - Ausatmen - Wiederholen

Minuten vergingen, Stunden vielleicht. Irgendwann verschwand die Angst.

Ein kleiner Gegenstand am Rand seines Blickfelds erregte Emins Aufmerksamkeit. Was schwebte dort? Er musste seinen Kurs anpassen um das Objekt genauer zu betrachten. Als er erkannte was dort schwebte war die Angst schlagartig zurück. Konnte das dort wirklich ein Fisch sein?

Das Tier hatte nicht direkt Ähnlichkeit mit einem irdischen Fisch, das Äußere kam am ehesten einer gräulichen, faustgroßen Kaulquappe gleich. Was in aller Welt? Letztlich siegte aber Emins Forscherdrang und der FLG flog näher an das Objekt heran. Als er noch etwa 20 Flügelschläge von dem Objekt entfernt war passierte es: Der Fisch drehte sich in seine Richtung!

// Artemus ist vorsichtig. Artemus ist vorsichtig. Artemus ist vorsichtig // schwabbte der Gedanke einer Stimme in Emins Richtung. Die Stimme erinnerte an einen irdischen Jungen im Vorschulalter. Sofort schränkte der Pilot der Odyssey seine Bewegung ein und verharrte regungslos. Der Fisch schien ihn zu beobachten. Schlagartig wurde Emin bewusst das dieser Moment womöglich der erste Kontakt mit einer fremden Spezies war. Die Art und Weise des Sprechens deutete definitiv intelligentes Leben an. Ihm gingen tausend Fragen gleichzeitig durch den Kopf.

//Artemus ist nicht blind. //klang die neue Gedankenstimme schon fast vorwurfsvoll. Der Fisch hatte sein Erstarren anscheint bemerkt. Emin fühlte sich etwas ertappt. Während er versuchte diese besondere Begegnung zu verarbeiten hatte sich die Kaulquappe ganz umgedreht. Die großen blauen Augen musterten Emin.

// Artemus ist nicht sicher. Artemus wundert sich.// ließ ihn das Ding an seinen Gedanken teilhaben.

// Ehm.. ich bin Emin// versuchte es der FLG. Sich das ganze Gespräch nur vorzustellen war schon schwierig genug. Er wollte lieber nicht darüber nachzudenken wie es möglich war das sie sich verständigen konnten. Es fühlte sich natürlich an, das konnte er sagen. Die gedanklichen Sätze schienen universal zu sein.

//Artemus weiß nicht was Emin ist. Artemus glaubt ein Emin ist komisch// antwortete das fremde Wesen in einem Schwall an Gefühlen.

Die nächste Stunde verbrachte der FLG der Odyssey die Situation erklären. Er hatte sich dazu entschieden dem Wesen so gut es ging die Wahrheit zu sagen. Wenigstens über seine Auftauchen. Im Gegenzug stellten sich ebenfalls eine ganze Wagenladung an Fragen. Wie kam das Wesen hier hin? Genau in einer solchen Situation? Wo kam es her? Wie stand es zu Föderation? War es... gefährlich?

Bei der letzten Frage war sich Emin recht schneller sicher. Von der Kaulquappe ging keinerlei Gefahr aus, zumindest keine offensichtliche. Vorsichtig fragte er weiter.

//Und woher kommst du Artemus?//

//Artemus findet Emin lustig. Artemus überlegt was Emin meint. //

//Ich meine, wo warst du vorher?//

//Artemus war im großen Ozean, kurz vor dem Feuer. Artemus wurde hergeschickt//

Emin horchte auf. Das machte zwar überhaupt keinen Sinn aber...

//Du wurdest hergeschickt?//

//Artemus wurde hergeschickt// bestätigte die Kaulquappe und machte dabei ein wichtiges Gesicht.

//Warum wurdest du geschickt?//

//Artemus weiß nicht wohin.// sagte die Kaulquappe mit den blauen Augen. Er wirkte ein wenig betrübt dabei.


Zeit: MD 0.0340
Ort: Über Carraya

<QUOTE>
//Hallo! Hörst du uns?//

Der Luftjäger wurde vor ihren Augen immer größer, jetzt hatte er sie auch gesehen. Ar spürte Unbehagen und Angst. Sie hatten den Jäger fast erreicht als plötzlich etwas seltsames passierte.

Vor ihren Augen begann sich die Gestalt des Jägers zu verändern! Ar traute seinen Augen kaum als plötzlich ein zweiter Wal neben ihnen lag! Der Jäger hatte sich verwandelt. In Dhars Gedanken stand ein einziges riesiges Fragezeichen als er Ensign Emin, in Gestalt eines Raumwals, entgegen schwomm.

//EIN ZAUBERWAL!//
</QUOTE>

Zum zweiten Mal an diesem Tag war sich Emin nicht sicher ob die Stratosphäre Carrayas ihm wirklich gut tat. Erst die interstellare Kaulquappe mit dem Selbstverständnis eines Kinderlied-Helds und nun das.

Der Raumwal kam in einer wahnsinnigen Geschwindigkeit auf den Piloten zu. Dieses Wesen sah um ein vielfaches gefährlicher aus als seine erste Bekanntschaft. Es ähnelte äußerlich entfernt einem Blauwal der Erde. Nur war diese Spezies um ein vielfaches größer, schwerer und vor allem schneller. Je näher der vermeidliche Großfisch kam, desto deutlicher fielen aber auch Unterschiede zu den Meeressäugern auf. Die Haut des Tieres vor ihm war nicht grau sondern schimmerte leicht grün im Licht von Carrayas Sonne. Auch war die Haut sehr viel glatter und ohne kleine Risse oder Unebenheiten.

Ohne lange weiter nachzudenken fällte der junge Offizier eine Entscheidung. Einem Bauchgefühl folgend ließ er die Gestalt des Iconianischen Adlers los und nahm die Gestalt des Neuankömmlings an.

//EIN ZAUBERWAL!// schwabbte ihm eine so intensive Welle von emphatischen Impulsen entgegen das Emin sich konzentrieren musste die Fassung zu behalten. Es schien als bezog sich der Kommentar des Wesens auf seine Verwandlung.

//Ich bin kein Zauberwal. Ich bin Ensign Emin, Offizier auf der USS Odyssey. Einem Schiff was in diesem Gebiet der Föderation operiert.// Während er sprach fühlte Emin wie ein weiterer Geist nach seinem Verstand griff. Er konnte spüren wie der fremde Geist seine Worte prüfte.

//Ich bin Ar'gaH-3-25146. Ich bin der Vorschwimmer. Dies ist Dhar, unser Heimat und Zuflucht auf dieser Reise und unser Freund.//

Emin spürte das es sich bei dem Sprecher nicht um den Raumwal selbst handelte. Vorsichtig begann er, wie zuvor bei Artemus, sich mit dem unsichtbaren Sprecher zu unterhalten. Schnell verstand er die besondere Situation die im Körper des Raumwals herrschte. Ein Raumwal als Heim einer Kolonie für eine Salzwasser Spezies, die in den großen weiten des Raums eine neue Heimat für ihr Volk suchte.

Ar war durch und durch Skeptiker. Aber die Art des wunderlichen Wesens, was sich in einen Raumwal verwandelt hatte, war für sich genommen so gegen alle Gangarten seines heimischen Ozeans das er beschloss ihr zu Vertrauen. Vielleicht war der Vorschwimmer der H -Ia auch einfach froh ein vertrautes Gesicht zu sehen.

//EMIN IST NETT// erschall die Stimme des Raumwals aus heiterem Himmel. Die begleitenden Emotionen waren so liebevoll das Emin ein kurzer Schauer über den Rücken kroch. Jede Sorge oder Angst vor einer potentiellen Gefahr war vergessen.

Ar fuhr währenddessen mit seiner Erzählung fort.

//Jedenfalls suchen wir aktuell einen Weg in unseren Ozean zurück. Unser Ziel war nicht mehr weit entfernt, als der Himmel zu brennen begann. //

//Der Himmel brannte? Das habe ich heute nicht zum ersten Mal gehört! // fragte Emin mühsam beherrscht nach. Ihm war ein Satz von Artemus eingefallen.

//Was hast du nicht zum ersten Mal gehört?// fragte Ar sofort nach. Er konnte die Erregung des fremden Wesens spüren und die Erkenntnis das es eventuell eine Erklärung für ihre Lage gab, stimmte ihn aufgeregt.

//WAS EMIN?// mischte sich auch der Raumwal ein. Die Energie und der Eifer erinnerte Emin an einen jungen Hund.

//Ich seid nicht die Einzigen, die ich heute getroffen hab.// versuchte Emin so ruhig wie möglich zu vermitteln. Er hatte sich bereits umgedreht und in Bewegung gesetzt. Der Raumwal folgte ihm sofort.

Artemus hatte sich von ihm getrennt weil er beteuert hatte seine Mission fortsetzen zu wollen. Aber weit konnte die kleine Kaulquappe mit den blauen Augen noch nicht gekommen sein. Emin flog so schnell es seine neue Gestalt erlaubte. Immer wieder wurde er von Dhar angestupst, dem der Neuwal nicht schnell genug war.

So verließen sie gemeinsam die Stratosphäre von Carraya und schwammen in den tiefen dunklen Weltraum hinein. Es dauerte nicht lange da erkannte Ar als erster ein winzig kleinen grauen Punkt, der sich vor der Sonne des Systems abhob. Über Emin brach eine Welle der Euphorie herein. Dann hörten sie eine Stimme.

//Artemus fliegt zur Sonne. Artemus mag die Sonne. Artemus mag Wärme// brabbelte der kleine Fisch gedankenversunken vor sich hin. Dann plötzlich richtete sich seine Schwanzflosse auf und deutete wie ein Wegweiser auf den Winkel aus dem Emin und Dhar kamen.

//Ein Blauauge! Ein Blauauge!// rief Ar aus.

Die Kaulquappe hatte sich umgedreht. Es sah fast so aus als würde der Fisch lächeln. Mit einem zufriedenen Brummen rief er //Artemus hat sie gefunden!//

Dann passierte etwas noch seltsameres. Der Kleine Fisch und der riesige Wal kamen mit großer Geschwindigkeit aufeinander zugeflogen. Erst wenige Meter voneinander entfernt bremsten Beide ab und umkreisten sich. Emin spürte das das Kollektiv in einer Art miteinander kommunizierte die ihm nicht zugänglich war.

Langsam und bedächtig flog Artemus auf den Kopf des Raumwals zu. Dabei wurde das blaue Licht seiner Augen so hell und intensiv, das Emin kurz die Augen abwenden musste. Überall wo das blaue Licht der Augen auf Dhars Haut traf verwandelte sich diese und änderte die Farbe. Ein magisches Schauspiel.

Dann berührten Artemus Augen den Kopf des Raumwals Dhar und eine wichtige Nachricht an Kolonie 13 erreichte endlich den richtigen Empfänger.
</RPG>


<NRPG>

Das war also der Erstkontakt! Wie es mit den H -Ia weitergeht werd ich ihm Offiziersmeeting einleiten. Aber natürlich ist noch alles offen, falls jemand Lust bekommen hat den weiteren Weg dieser Spezies mit zu formen - bitte melden!

Anbei wie immer eine kleine Legende für das bessere Verständnis der H -Ia, falls ihr die Sachen nicht mehr auf dem Schirm habt:

Ar'gaH-3-25146 / Spitzname: Ar
Der aktuelle Vorschwimmer des H -Ia Walschiffs und somit der "Pilot". Er entspringt der dritten Generation der H -Ia an Bord des Schiffes, die fünstellige Zahl steht für das Ei aus dem er schlüpfte. Er ist in seinem Job schon relativ erfahren, trotzdem stellt ihn die neue Situation vor einige Herausforderungen.

Sar'atH-1-38672
Einer der Signalgeber an Bord des Wals. Seine Aufgabe umfasst die Kommunikation zwischen der ersten Generation und dem Vorschwimmer. Eine Aufgabe die Sar sehr ernst nimmt.

Dhar
Der Name des Wals, der den H -Ia als "schwimmender" Untersatz dient. Außerdem Ar'gaHs bester Freund. Er hat meistens ein sehr freundliches Gemüt und liebt ausgedehnte Sonnenbäder.

Artemus
Die blauäugige Kaulquappe stammt aus dem gleichen Ozean wie Dhar. Er ist der Überbringer einer wichtigen Nachricht.

Die erste Generation
Der Begriff steht für die ersten H -Ias, die an Bord von Dhar geschlüpft sind. Sie sind die erfahrensten des Volkes und fungieren im Hintergrund als stille Ratgeber. Manchmal allerdings mischen sie sich auch in das direkte Tagesgeschehen ein, wenn die Umstände es verlangen.

Enzephalonskammer
Die Kammer der Macht! Die Enzephalonskammer ist das Refugium des Vorschwimmers. Hier verbindet er seinen Geist mit dem Raumwal und kann so direkten Einfluss auf das Geschehen nehmen. Ein paar rudimentäre technische Hilfsmittel erlauben dem Vorschwimmer mehr zu sehen und zu hören, als Dhar selbst.

</NRPG>


<SUM>

Zeit: MD 0.0055
Ort: Über Carraya

Ensign Emin nimmt nach der Flucht aus der Talon erneut die Gestalt eines Ionosphären-Adlers an. Leider verliert er die anderen und treibt alleine in der Stratosphäre von Carraya, als er plötzlich eine ungewöhnliche Bekanntschaft macht.

Zeit: MD 0.0340
Ort: Über Carraya

Ensign Emin stellt durch einen Zufall den Erstkontakt zur Spezies der H -Ia her. Er ist außerdem dabei behilflich das eine Überlebens wichtige Nachricht endlich die H -Ia Kolonie, die im Inneren des Raumwals Dhar lebt, erreicht.
</SUM>

Submitted by

Ens. Amun
TAK USS Odyssey
Aka
Mo Bishop


Umkämpft

Skyla Lyma
 

Anbei weis kleines von mir. Eine momentaufnahme vor dem großen Bumm, sozusagen


<RPG>


MD 0.1400

Brücke der Odyssey


Die letzten Stunden waren hektisch gewesen, und das obwohl die Odyssey keinen einzigen Schuß abgefeuert hatte. Aber zwischen Reparaturen, Rettungsmissionen und Kampfeinsätzen auf den klingonischen Schiffen und den Angriffen auf die umliegenden Systeme war keinem auf der Brücke auch nur eine Sekunde Verschnaufpause geblieben. Zumindest nicht, nachdem die Systeme des Schiffes wieder soweit online gewesen waren, das Sky ihren Job als Systemkommandantin wieder machen konnte. 


Aber jetzt war plötzlich Luft. Alle Anfragen waren beantwortet, alle Befehle gegeben. Sky lehnte sich zurück und ließ ihren Blick über ihre zwar ausgelaugte aber hochmotivierte Brückencrew schweifen. Keiner wußte, was die Zukunft bringen würde, selbst Sky hielt es für unwahrscheinlich das ihre ungewöhnliche Aktion die Klingonen zur Aufgabe bringen würde, aber jede Sekunde Luft die sie vor dem nächsten Angriff hatten war eine Gewonnene. Ein Atemzug mehr, ein Herzschlag weiter in Richtung des Endes.


Dingens kurz kraulend stand sie auf und streckte sich. Sie war jetzt auch Stunden gesessen, seit sie von ihren Ausflug zum Maschinenraum und durch die Decks zurück gekommen war. 

Die Moral der Crew war gut, trotz des Schlages den die Schockwelle allen Einheiten im System versetzt hatte.

Das damit auch ein klingonischer Angriff abgewendet werden konnte war quasi ein Bonus. 

Und Skys Idee, als Friedensengel aufzutreten hatte dem ansich mit überwältigender Übermacht durchgeführtem Angriff die Zähne gezogen. Eine erstaunlich große Anzahl von Schiffen hatte das friedliche Hilfsangebot der Föderation angenommen. 

Nachdem Sky die Schadensmeldungen gesehen hatte, die von den klingonischen Schiffen übermittelt worden waren konnte sie es auch verstehen. Sogar die klingonische Ehre sah offenbar nicht vor, das man hilflos auf einem toten Schiff im All erfror oder erstickte.

Bei anderen Schiffen war es nicht so einfach, wie zum Beispiel Moncouers Marines feststellen hatten müßen. Zum großen Pech der Klingonen hatten die sich aber genau die Elitetruppe der Odyssey eingefangen, und so war der Kampf zwar verlustreich, aber im Endeffekt einseitig gewesen. 


Jetzt hatte die Föderation vorläufig wieder die volle Kontrolle über über das System und eine beträchtliche Anzahl von klingonischen Kriegsschiffen in ihrer Gewalt. Sky war sich noch nicht sicher, was sie mit den Dingern anfangen sollte. Der Bauch sagte sprengen, der Kopf hielt die Kriegsschiffe für Faustpfände. 

Sobald alle FOs wieder an Bord waren würde Sky wohl wieder einmal das Meeting-Game spielen müßen. Nicht davon ausgehend, das der Krieg damit vorbei war, zumindest nicht für die Oddy und ihre Schiffe, rechnete Sky und ihr TAK mit einer Zweiten Welle. Die Frage war nur, wiesehr die Schockwelle des Sterns die klingonischen Pläne durcheinander geworfen hatte. 


Aber bis dahin aber war tatsächlich soetwas wie freie Zeit. 

Sie war gerade am überlegen, was sie anstellen sollte als ihr Magen lauthals grummelte.

Sie lächelte und nahm das als Zeichen von “oben”.

“Gehen sie auf gelben Alarm. Die Crew soll was essen, trinken und Schlafen. Oder sich entspannen. Das ist die Ruhe vor dem Sturm.” Sie sah in die Runde als sie sich auf den Turbolift zubewegte. “Ich bin in der Bar.”


******

Als sie kurz darauf die Bar betrat  war diese gut gefüllt. Nur technisches Personal, Sicherheit, Marines und medizinisches Personal war deutlich weniger da als erwartet. Was genau betrachtet kein wirkliches Wunder war. Die meisten dieser Gruppen waren am Reparieren oder nichteinmal an Bord, auch wenn immer mehr der away Teams bereits wieder da waren. 


Mit einem trockenen Grinser ging sie zur Bar, wo sie noch einen letzten freien Hocker ganz im Eck an der Wand sehen konnte. 


Sie setzte sich und fischte sich eine Karte als der Barkeep, Westermann, auch schon vor ihr Stand. 

“Captain, das ist ein seltener Besuch!” 

Sky lächelte traurig.

“Ich weiß, aber glauben sie mir, ich wäre gerne viel öfters hier.”

“Das wäre wahrscheinlich nicht nur für sie von Vorteil.” erwiderte der Barkeeper mit einem entwaffnenden Lächeln. 

“Nicht nur für mich?” Sky sah ihn an. “Wie meinen sie das?” 

Westermann nahm ein Glas und begann es zu polieren.

“Ist ihnen nicht aufgefallen, das sie die letzten Monate praktisch nur noch auf der Brücke verbracht haben?” 

Kopfschüttelnd verneinte Sky.

“Glauben sie mir, Skipper. Ich bin hier der Barkeeer. Mir erzählen die Leute, was sie bedrückt und was sie dem CNS nie erzählen würden. Und eines der Dinge, die ich immer öfters höre, ist das die Führungsriege immer abgehobener wird.” 

Er machte einen verschwörerischen Wink. 

“Es liegt nicht daran, das die Crew kein Vertrauen in sie hat, das ist es nicht. Im Gegenteil, alle hier würden mit ihnen durch die Hölle und zurück gehen, aber sie fühlen sich alleine gelassen.”

Sky sah ihn intensiv an. 

“Ist das so?”

“Was wollen sie trinken, M’am?” lenkte er das Gespräch in eine völlig andere Richtung.

“Eine Kleinigkeit zu essen und in Anbetracht dessen, was sie mir da gerade erzählen..... Saurianischen Brandy. Einen doppelten. Nein, machen sie einen dreifachen draus.”

Ob Westermann ein ähnliches Alkohollager hatte wie Mara?


Westermann nickte und verschwand für kurze Zeit, in der Sky die gut gefüllte Bar betrachtete. Egal wie schlimm es war, die Menschheit fand immer Zeit zu feiern, stellte sie fest. Eine Tatsache, die sie froh stimmte. Keiner von den Anwesenden wußte, ob er morgen noch am Leben sein würde, aber keiner von ihnen verkroch sich und wartete auf den Tod. Ganz im Gegenteil. sie urmarmten das Leben mit einer Vehemenz und Intensität die ihresgleichen suchte.

Die Skipperin hing noch ihren Gedanken über das Leben und Sterben nach, als ein Glas vor ihr erschien. 

“Hier. Dreifach, wie gewünscht.”

“Danke.”

Sie studierte das Glas, die Schlieren,  die der Alkohol in der grünen Flüßigkeit hinterließ. 

“Und, fühlen sie sich auch alleine gelassen?”

Westerman sah sie einen Moment an, ehe er die Schultern zuckend meinte: “Ich bin noch nicht lange genug an Bord, um mich der Grundstimmung der Crew anzuschließen. Aber auch wenn ich denke das sie ihr bestes geben und auch sicherlich zu den Besten gehören die den Job machen können, wären mehr Informationen schon sehr hilfreich. Es beruhigt ungemein, wenn man zumindest weiß, warum man gleich sterben wird.”

Traurig schüttelte die eisblonde Frau ihren Kopf. 

“Ich weiß nicht. Aus eigener Erfahrung macht es den Gedanken daran, aufzuhören zu existieren nicht leichter, wenn man einen guten Grund dafür hat.” 

Sie nahm einen ziemlich großen Schluck.

“Es macht seinen eigenen Tod vielleicht leichter zu verstehen, wenn man weiß warum man stirbt, aber es macht den Gedanken daran nicht leichter. Man geht friedlicher, wenn man den Grund gut heißt, denke ich.”

Sie stürzten den Rest des Brandys hinunter und knallte das Glas auf den Tisch.

Der Mann hinter der Bar hob nur fragend die Augenbrauen und bekam ein fast unmerkliches Nicken als Antwort.


Während Westermann beschäftigt war und Sky wieder ihren morbiden Gedanken nach hing wurde sie plötzlich gestört.


“Entschuldigen sie, Skipper. Ich konnte nicht umhin ihr Gespräch mitanzuhören.”

Naben der CO stand der CNS und lächelte sie an. 

Sky verzog einen Mundwinkel zum Gruß und um zu zeigen, das sie ihn verstanden hatte.

Sie hätte sich denken können, das er in der Nähe war, der Geruch nach kaltem Rauch hing in der Luft wenn sie sich zurück lehnte. Sky vermutete plötzlich, das das der Grund für den freien Platz gewesen war. 

“Und jetzt wollen sie mir erklären ich habe unrecht?”

“Ganz im Gegenteil. Ich habe ja das Privileg, zu wissen was auf der Brücke vor sich geht.”


Ein weiteres Glas war vor Sky erschienen, welches sie nahm und sich ihrem neuen Gesprächspartner zudrehte. 

“Sie wollen mir also sagen, ich habe Recht?”

Er zuckte die Schultern. 

“Auch das nicht. Ich denke jeder geht individuell mit seinem nahen Tod um. Wir alle sind hier, weil wir einer Überzeugung folgen. Hier Hier,” er lächelte dabei auf den Boden, “sind wir vielleicht nicht alle freiwillig, aber in gewisser Weise doch.”

Sie sah ihn fragend an.

“Jeder von uns wußte, das er auf einem Schiff Dienst tun könnte. Die Meisten wollen es sogar so. Andere gehen zur Flotte wegen der Forschungsmöglichkeiten. Oder eine Milliarde anderer Gründe. Aber wir alle kennen das Risiko. Wir wissen, das die Sternenflotte im Falle eines bewaffneten Konfliktes immer an vorderster Front steht. Nein, die Vorderste Front ist!”

Er machte eine allumfassende Geste.

“Trotzdem sind wir alle heir.”

“Und das macht es ihnen leichter zu sterben?”

“Leichter.” Cal nahm einen Schluck seines eigenen Getränks. “Welches vernünftiges intelligente Lebewesen stirbt schon gerne?” 


Sky schüttelte den Kopf. “Ich nicht.”

“Ich auch nicht.” stimmte der CNS seiner CO zu.

“Aber das beantwortet unser Problem nicht. Macht es das wissen für etwas zu sterben leichter zu sterben?”

“Ich weiß es nicht, aber ich denke das viele nach einem Sinn des Lebens suchen, und für die ist es vielleicht tröstlich zu wissen das ihr Tod nicht völlig umsonst war.”

Ihr Lächeln war sardonisch. “Aber war es das denn auch?”

“War es was?” wollte er wissen.

“Umsonst?”




</RPG>


<SUM>


MD 0.1400

Brücke der Odyssey und Bar

Die Ruhe vor dem Sturm veranlaßt Sky in der Bar einen imbiß zu nehmen. Inklusive Gespräch mit dem CNS...

</SUM>




















-- 
____________________________________
Some say the world will end in fire,
Some say in ice.
From what I’ve tasted of desire
I hold with those who favor fire.

But if it had to perish twice,
I think I know enough of hate
To say that for destruction ice
Is also great,
And would suffice.
____________________________________

Robert Frost: Fire and Ice


Die Bürokratie

Lasse Wittland
 

Hi ihr,

nach all dem Gemetzel und den Psychospielen (nicht falsch verstehen: hat mir sehr gut gefallen, ich freue mich auf den Rest. Daumen hoch!) mal was Leichtes für zwischendurch.

CoPo von Sunny und mir.


<RPG>

Zeit: MD 0.0407 (während des Aufstiegs)
Ort : CAT, Aufenthaltsraum

<Q>
"Ich hatte gehofft, Sie würden Selbstgespräche führen." erklärte die Betazoidin. "Viele Leute tun das."

"Ich nicht." versicherte Yvonne. "Jedenfalls nicht jetzt. Ich bin hier, weil ich mit dir über etwas sprechen wollte. Und zwar hatte ich neulich ein Gespräch, in dem es auch um dich ging..."
</Q>

Yvonne machte eine Pause und wartete auf das obligatorische 'Und?', 'Ach?', 'Aha', oder irgendein anderes nichtssagendes Füllwort, das das Gegenüber in dieser Situation normalerweise bringen sollte. Nur war ihr Gegenüber nicht 'normal' - zumindest nicht was zwischenmenschliche Kommunikation betraf.

"...genauer gesagt um deine Arbeit." fuhr die EO schließlich zu Anas großer Erleichterung fort. Sie hatte schon angefangen sich Sorgen zu machen. Das jemand einen Satz mittendrin unterbricht verhieß meistens das etwas nicht stimmte. Alzheimer möglicherweise. Oder ein Schlaganfall. Oder womöglich sogar etwas Ansteckendes!

"Es gab einige Beschwerden." meinte Yvonne.

"Bei mir hat sich niemand beschwert." antwortete Ana. "Ich habe nicht ein einziges 117b erhalten."

Yvonne runzelte die Stirn.
"117b?"

"Formular 117, Untergruppe 'B'. Standardformular für Beschwerden über Vorgesetzte durch Sternenflottenpersonal. Untergruppe 'B' ist für zweite Offiziere. 'E' für den OPS, das ginge auch. Für dich müsste man 117a ausfüllen. Wobei es natürlich auch ein 92d sein könnte, das wäre eine Beschwerde von einem Vorgesetzten. 121 wären Beschwerden von Zivilpersonen, da hängt die Untergruppe davon ab welche Art von Beschwerde es ist, genauso wie bei 125, das wäre für die Marines. 118 ist das diplomatische Corps, -7 die temporale Ermittlung, ..."

Yvonne hob abwehrend die Hände.
"Ich habe es verstanden, du kannst aufhören. Aber hast du schon einmal daran gedacht, das sich jemand _über_ dich, aber nicht _bei_ dir beschwert?"

Ana schüttelte den Kopf. Wieso sollte sich überhaupt jemand über sie beschweren? Sie machte diesen Job dermaßen streng nach Vorschrift, das es gar keinen Grund geben konnte, sich zu beschweren. Keinen sinnvollen zumindest. Aber sie musste einräumen das Menschen oft unsinnige Dinge taten. Paarpullis tragen zum Beispiel.

Yvonne seufzte. Sich dem Thema behutsam zu nähern war offenbar keine Option. Also direkt zum Kern des Pudels.
"Ana. Es _gab_ Beschwerden. Darüber, das du viel zu sehr an dem Papierkram klebst."

"Wie meinst du das?"

"Was würdest du tun, wenn einer der Marines dir ein ausgefülltes -was war es?- 170b abgeben würde?"

Ana überlegte kurz. "Ich würde überprüfen, ob seine Spezies in einer Stickstoff-Argon-Atmosphäre überhaupt lebensfähig wäre."

"Hundertsiebzehn!"

"Untergruppe?"

"B!"

"Ich würde es zurückgehen lassen und ihn darauf hinweisen, das er ein Formular der Gruppe 125 verwenden soll."

"Und warum würdest du das tun?" bohrte Yvonne weiter. Gaaaanz langsam näherten sie sich dem Problem. Mit etwas Glück soga noch ehe sie dei Meeresoberfläche erreichten.

"Weil er ein Formular der Gruppe 125 hätte verwenden müssen."

"Das mag rein formal ja stimmen, aber das was er schreibt ist deshalb doch nicht weniger richtig. Nein, ich weiß, was du jetzt sagen willst. Ich will es nicht hören. Beantworte mir nur diese eine Frage: Würdest du die Beschwerde bearbeiten, wenn der gleiche Text im richtigen Formular gestanden hätte?"

Ana legte die Stirn in Falten. Warum konnten Menschen denn bitte nicht einfach zum Punkt kommen und sagen, was sie sagen wollte. Diese auf den Eierschalen herumtanzen um irgendwelche Gefühle nicht zu verletzten war unglaublich anstrengend und nervenaufreibend, außerdem bekam Ana nun langsam aber sicher Kopfschmerzen.
Immer noch wusste Ana gar nicht was Yvonne genau von ihr wollte.
„Ich weiß es nicht…. Wahrscheinlich nicht.“
Ehrlich war sie, warum sollte sie etwas bearbeiten was nicht richtig war? Und ja, sie hatte die Formulare gelesen, es ging bis jetzt bei keinem um Leben und Tod.
„Der Computer gibt die richtigen Formulare vor. Es ist ein einfacher Sprachbefehl, oder wenn man ausirgendwelchen verklemmten Gründen heraus nicht mit dem Computer sprechen möchte, dann gibt es eine Liste.“

Ana schüttelte den Kopf, „Das mit den Formularen, lernen die Kadetten in der ersten Woche an der Akademie und man kann doch wohl von Offizieren der Sternenflotte erwarten, dass sie sagen können… Computer bitte das richtige Formular für Vorgang XY.“
Immer noch war Anas Stimme nüchtern, denn ihr war noch immer nicht klar was sie falsches getan hatte. „Meine Leute haben viel zu tun und die Arbeit der OPS Abteilung ist einfacher wenn meine Leute nicht den halben Tag damit beschäftigt sind Formulare umzuschreiben.“
Die Betazoidin hoffte noch immer dass sie überhaupt über das richtige Thema sprach, denn sie war sich nicht sicher, ob sie oder Yvonne nur Bahnhof verstand.
„Ich versuche es mal ganz langsam um super einfach zu erklären“, in Anas Augen eine wirklich liebe Geste, „Wenn du von der Technischen Abteilung möchtest das sie den Warpkern neu justieren, dann erwartest du auch das sie am Ende die Verriegelungen sichern. Du erwartest nicht das die Flugsicherheit das tut, oder?“

"Natürlich nicht." bestätigte Yvonne, die sich eingestehen musste, das Ana durchaus einen Punkt mit dem hatte, was sie sagte. Doch den hatte sie selbst auch. "Aber das ist nicht das Gleiche. Wenn ich mit so einer Aufgabe zu den FluSis gehen würde, dann würden die mir den Vogel zeigen und mich zur Technik schicken. 10 Minuten Zeitverlust, und es kann weiter gehen. Wieviel Zeit kostet es so ein Formular komplett neu auszufüllen?"

"Länger." gab Ana zu. "Aber der erzieherische Effekt ist stärker."

Da viel es nun Yvonne schwer, zu widersprechen, weshalb sie einfach schwieg.

Die beiden Frauen hatten einfach andere Standpunkte und sprachen an einander vorbei.
Allerdings waren sie bei der Sternenflotte, sie befanden sich im Krieg und der Computer hatte eine verdammte Spracheingabe zur Auffindung der richtigen Formulare.
Sie konnten mit Warp von A nach B fliegen, aber kein Protokoll richtig ausfüllen.
„Ich habe den Antrag von Ensign Summer bewillig“, gab Ana fast peinlich berührt zu, „Sie hat ihren Mann mit einer andere Frau im Bett erwischt und brauchte mitten in der Nacht ein neues Quartier. Es war das falsche Formular, aber sie war aufgewühlt.“
Yvonne lächelte, „Das ist doch ein guter Anfang… du hast den Antrag bearbeitet weil du es nachfühlen konntest.“

Ana nickte mechanisch, „Ja… genau!“ Erklärte sie so als wäre sie unheimlich stolz auf ihr Vorgehen, dass sie eigentlich nur einen Einsatz der Sicherheitsleute und einen Folgeeinsatz der Rettungskräfte verhindern wollte schien als Argument Yvonne wohl nicht so gut gefallen, das meinte Ana zu spüren.

Irgendwas an der Reaktion der Betazoidin kam Yvonne nicht ganz koscher vor, aber sie sah davon ab, nachzuhaken. Nicht das es dadurch wieder zu neue Missverständnisse zwischen ihnen kam. Oder das am Ende ein ganz anderer Grund für Anas Entgegenkommen herauskam - dieser war Yvonne im Zweifel lieber als alles andere, was im Kopf der 2O vorgehen könnte.

"Glaubst du, du könntest darauf aufbauen?" erkundigte sie sich stattdessen und erntete einen verständnislosen Blick.
"Fähnrich Sommer." hielf Yvonne nach. "Du hast bei ihr über das falsche Formular hinweg gesehen, und ich weiß, das dir das nicht leicht gefallen sein wird. Könntest du dir vorstellen, das auch in anderen Fällen zu machen?"

"Warum sollte ich? Dann lernen die es doch nie!" entgegnete Ana. Hatte Yvonne den vorhin überhaupt nicht zugehört?

"Weil es noch einen anderen Aspekt dabei gibt." meinte Yvonne. "Du machst dich unbeliebt damit. Das mag dir erstmal egal sein, vielleicht findest du es sogar gut, weil Leute die dich nicht mögen dich nicht zum Kaffeetrinken einladen werden. Und ich habe verstanden, das du auf sowas nicht stehst.
Aber es gibt einen Punkt, wo das 'nicht mögen' in etwas Schlimmeres kippt. Wo du im stehen essen musst, weil jeder freie Platz in der Messe für einen Freund, der gleich kommt reserviert ist.
Einen Freund, den es nicht gibt." fügte sie sicherheitshalber hinzu, da sie nicht sicher war, ob die Betazoidin dieses Interaktionsverhalten richtig verstehen würde.

"Ich kann dann in meinem Quartier essen?", fragte Ana vorsichtig nach und macht sich insgeheim schon Hoffnungen, das sie sich wegen dieser sozialen Kontakte nicht mehr in die Messe wagen musste. Wenn sie nur mit spitzen Ohren gebohren worden wäre, dann wäre alles viel einfacher, da war Ana sich sicher. Vielleicht hatte sie vulkanische Gene die das alles irgendwie erklärten.

"Wo verärgerte Crewmitglieder dir brennende Tüten mit Hundescheiße vor die Quartiertür stellen." Das sollte sie hoffentlich ohne weitere Hilfen verstehen.

Ana schüttelte innerlich mit dem Kopf, wenn hoch qualifiziertes Fachpersonal das von der Föderation in unendliche Weiten geschickt wurde um Neues zu erkunden, mit Hundescheiße spielte, dann waren sie alle verloren... befanden sie sich aktuell nicht auch in einem Krieg? Zu solchen doch recht blutig ausufernden Gewaltakten, sollte man eigentlich noch viel weniger mit Stoffwechselendprodukten von Tieren aller Art spielen.

"Wo die Leute beginnen, dich aktiv zu umgehen und die Dinge auf dem 'kleinen Dienstweg' zu regeln. Also indem sie sich direkt an die Personen wenden, die ihnen helfen können ohne den Weg über dich und die Formulare zu gehen."

Nun zuckte Ana zusammen, wie ohne Fromulare! Dann brach hier ja wirklich das Chaos aus. So ging das alles irgendwie nicht.
"So wie du, als du mich um Hilfe bei deinem Pool gefragt hast?" vergewisserte Ana sich.

"Das war wieder etwas anderes." Damit hatte Yvonne nicht gerechnet und kam für eine Sekunde ins schleudern. "Da ging es um mich. Aber davon abgesehen: Ja, sowas in der Art."
Ana überlegte, "Ja da ging es um dich... wie bei den anderen Anträgen auch, oder bei der Sache mit dem verschollenen Gepäck, samt Haustier von Ensign Amun." Innerlich seufzte Ana.

Was war denn so falsch daran sich an die Regeln der Sternenflotte zu halten. Irgendwer würde sich bestimmt schon etwas dabei gedacht haben sie ins Leben zu rufen. Es gab vielleicht den Trend diese Regeln zu brechen, weil es aktuell in Mode war Regeln so lange zu biegen bis sie brachen. Innerlich seufzte Ana weiter, stärker, tiefer und resignierte.
Yvonne schien das alles sehr wichtig zu sein, vielleicht war sie als XO auch über andere Regeln informiert, die ihr noch niemand mitgeteilt hatte. So musste es sein! Yvonne würde ja niemals von ihr verlangen die heiligen Regeln der Sternenflotte zu biegen, oder zu brechen…NEIN! Es musste etwas Größeres dahinter strecken. Die Frage war aktuell nur, was!?!
Etwas ratlos stand die Betazoidin nun vor Yvonne und atmete tief durch.
Die Ratlosigkeit schwebte über den Beiden.
Ana hatte eigentlich gedachte sie hatte schon viele Leuten geholfen, aber es gab vielleicht immer noch Leute die einfach etwas mehr Hilfe brauchten. Vielleicht waren sie schlichtweg mit der Spracheingabe überfordert und konnten das nicht zugeben. War ja auch echt peinlich wenn man mit der Spracheingabe für den Antrag nach ner neuen Phasenspule überfordert war.
So musste es sein, es gab Regeln bei der Sternenflotte Anderen zu helfen, die setzten die Regeln für die Formulare vielleicht außer Kraft. War zwar irgendwie nicht besonders logisch, aber Es gab viele Wesen die nicht gerade vor Logik strotzten.

„Ich habe es verstanden“; erklärte Ana so sicher, das Yvonne da so ihre Zweifel hatte.

„Wirklich?“, versuchte die XO sich zu vergewissern.

„Ja, ich helfe den Leuten die nicht mit den Formularen zurechtkommen, damit es reibungsloser läuft“, das war nun die nettere Version, die Ana ausgab, Man konnte nicht immer sagen was man dachte, das hatte die Katze ihr erklärt, was bei einer telepathischen Rasse auch irgendwie erst mal unlogisch klang, aber offensichtlich hatte es dazu geführt das Ana ab und zu mal Poole bauen musste, Tiere einfangen musste und auf dem Holodeck herumkletterte, aber dafür gab es auch Leute die sie langer als 10 Minuten ertragen konnte, ohne fürchterliche Migräne zu bekommen, man nannte sie auch Freunde.

„Dann fass doch bitte noch mal zusammen“, versicherte Yvonne sich ein zweites Mal, wissend das Ana so etwas wiederum besser verpackte als Andere, denn an ihrem Ego kratzte nicht besonders viel.

„Ich bin eine unterstützende Kraft, bei den Eingabe-Problemen der Leute und melde mich sofort wenn sie etwas falsch gemacht haben…. Höfflich und freundlich und sitze die Sache nicht aus, weil sonst keiner ein Formular mehr ausfüllt und die Anarchie ausbricht.“
Ana war stolz auf sich.

„Und?“ Yvonne hatte nun wirklich Hoffnung.

„Oh und ich bin nett weil die es einfach nicht besser wissen?“

Yvonne nickte, mehr war aktuell nicht rauszuholen.
Und ja, Yvonne war stolz auf sich, sie hatte Ana –isch gesprochen ohne die Katze als Dolmetscher.
Da man sich zumindest bei so etwas auf Ana verlassen konnte, was das Problem wohl wirklich vom Tisch. Zumindest wenn der Rest der Besatzung die Bemühungen der Betazoidin als solche erkennen würde - aber da konnte sie notfalle ein wenig nachhelfen. Nein, Ana hatte ihre Sache bis hierhin gut gemacht und verdiente jetzt eine Belohnung.
„Ich könnte noch mal was für dich und die Katze kochen“, bot Yvonne an.

Das hatte die Betazoidin nicht kommen sehen, das war ein fieser Angriff aus dem Hinterhalt.
„AHMMMMMMMM…… ne ich glaub, wenn du schon gekocht hast, dann muss ich jetzt kochen. Hab ich gelesen… in so einem Benimmbuch.“

Nun war es Yvonne, die das nicht hatte kommen sehen, auf der einen Seite war das sicher nicht einfach für Ana, auf der anderen Seite... hatten sie nicht letztens diesen Großeinsatz der Technik, als die Katze versucht hatte Ana das Kochen beizubringen?

„Das schöne ist ja, das du gar nicht absagen kannst, weil das schrecklich unhöflich ist“, setzte Ana nach, auch wenn ihr nicht klar war warum man dann überhaupt fragte und nicht einfach sagte sechs bei mir!“

Yvonne war einmal mehr überrascht. Bislang hatte sie immer geglaubt, Ana sei die letzte Person an Bord, die es als unhöflich empfand, wenn man sie _nicht_ besuchte.
"Also gut. Dann komme ich gerne. Du musst nur sagen wann und wo. Und ob ich etwas mitbringen soll."

</RPG>


<SUM>
Zeit: MD 0.0407 (während des Aufstiegs)
Ort : CAT, Aufenthaltsraum

Yvonne versucht mit Ana über Sinn und Unsinn der Bürokratie zu sprechen. Es läuft erwartungsgemäß holprig, kommt aber zu einem für beide befriedigenden Ergebnis.

</SUM>


Bis dann,
Lasse und Sunny


Battlefield III. - Last Samurai

Mortimer Bishop
 

Hey ihr Lieben!

Noch ein bisschen mehr Post von Linda, diesmal in Kombination mit mir :)
Wir treiben unsere Battlefield Reihe weiter. In dieser Folge mit einem sehr traurigen Höhepunkt.

Viel Vergnügen und einen schönen Sonntag euch!
Linda & Mo

Inhaltsverzeichnis zum Nachlesen:

Einführung
Was halten sie vom Kriege: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/572

Part 1:
Battlefield I. - Attack of the SMC: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/573

Part 2:
Battlefield II. - Black Zone has fallen: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/583


<RPG>

Zeit: MD 0.0555
Ort: IKS Kinzhar

<QUOTE>
[Hier Mission Control. Verstanden Standby]

Juliette de Moncoeur hasste es. Die Inkompetenz von MacAlisters Truppe würde auf sie zurück fallen. Und Sie würde es sein, die ihr gesamtes restliches Leben auf diesem ätzenden Schiff am Rande der zivilisierten Welt vergeudete. Sie umklammerte ihr Phasergewehr so fest, dass ihre Hände weiß wurden. Sie hatte sich entschieden.

Entschlossen schaute sie in die Runde. Sie würden die Brücke einnehmen, selbst wenn all diese Maden drauf gingen. "Wir stürmen!", schrie sie. Ihre Stimme überschlug sich.

</QUOTE>

*-* Marine-Transporter vor IKS Kinzhar *-*

"Hier Mission Control. Verstanden Standby"

Killroys Kopf schmerzte. Er sprang auf und riss den Audioverstärker, mit dem er Kontakt zu den einzelnen Teams aufbauen konnte, ab und pfefferte ihn gegen den Monitor vor ihm. Alles, wirklich alles ging schief! Er konnte froh sein, wenn die Horta nicht auch noch von einem Trupp ambitionierter Klingonen weggeknallt wurde!

Hilflos starrte er auf den Monitor, wo sich nach und nach immer mehr Punkte rot färbten. Ein paar waren bereits schwarz. Charles versuchte sie nicht anzusehen. Es war offensichtlich wofür sie standen. Seine Hand krallte sich in den Sitz in dem er gerade noch gesessen hatte.

"Sir? Die Platoonleaderin rückt vor.", Raider hatte sich fragend zu Charles umgedreht.

"Was zum...?", Charles drehte sich um und stierte den taktischen Schirm neben ihm an. Tatsache, die Gruppe um Lt. de Moncoeur bewegte sich. Das konnte doch alles nicht sein. Er griff nach dem Audioverstärker und steckte ihn in einer fließenden Bewegung wieder hinter sein Ohr.

"Mission Control an Lt. de Moncoeur, warum stürmen Sie? Ihre Backupteams sind noch nicht bereit - ich wiederhole Ihre Backupteams sind noch nicht an Ihrer Position!" Der Schotte hatte seine Wut nur mit Mühe zügeln können. Was dachte sich die Französin dabei?

"Keine Antwort", gab Raider weiter. Die Augen des Soldaten waren ausdruckslos, aber Charles wusste das er sich sehr wohl seinen Teil dachte.

// VERDAMMT VERDAMMT VERDAMMT! //

Sie würden auf der Brücke untergehen. Er wusste es einfach. Und er würde die Verantwortung tragen müssen.

*-* Langer Gang vor der Brücke *-*

Entweder Lt. de Moncoeur hatte sieben Leben wie eine Katze oder das Glück der Frauen, Alten und Kinder gepachtet. Vielleicht war auch eine Portion wohl dosierter Wahnsinn dabei.

Sie hatte sich entschlossen das Ganze zu beschleunigen. Sieg oder Niederlage. Kampf mit dem Schicksal. Direkt vor dem Brückenschott hatten sich mehrere Klingonen positioniert, die sofort das Feuer eröffneten. Disruptorenfeuer stob durch den Gang. Juliette feuerte mit ihrem Phasergewehr Pulsfeuer ab. Die brutalste Art diese Waffe einzusetzen. Der Hall des Pulswerfers dröhnte an den Wänden wider. Das Kreischen von Disruptorfeuer mischte sich dazu.

Hinter ihr wurde ein Marine getroffen und löste sich kreischend im Disruptorenfeuer auf. Ein Klingone verlies die Formation mit erhobenem Bathlet. Die anderen Krieger feuerten weiter.

Der Klingone stürmte ihnen brüllend in dem schmalen Korridor entgegen, wich dem Feuer aus. Ein weiterer Klingone folgte ihm ebenso schreiend. Den Ersten erledigte sie mit einem Pulsschuss in die Brust, den Zweiten traf sie noch im Sturmangriff am Kopf. Der Dritte Klingone, welcher nun losrannte, enthauptete den Private neben ihr und stürmte an ihr vorbei. Sie hörte, wie die restlichen Marines hinter ihr das Feuer eröffneten und Körper zu Boden fielen. Ein wildes Gerangel schien hinter ihr zugange zu sein.

Als ein Klingone mit erhobenen Bathlet auf sie zustürmte, lies sie das Gewehr fallen, so dass es am Riemen baumelte und zog den Offizierssäbel aus ihrem Gürtel. Gerade noch rechtzeitig. Das Bathlet krachte auf die krumme, gehärtete Klinge und hinterlies eine tiefe Kerbe. Juliette war sich bewusst, dass ihr vorgestriges Fechtduell eine gute Idee gewesen war. Diese brachiale Gewalt. Das konnte sie nicht mehr schrecken. Sie genoss es. Während das Bathlet des Klingonen ihm überraschenderweise am viel filigraneren Säbel abglitt, feuerte sie ihm auf der anderen Seite mit dem Phasergewehr in die Rippen. Krachend ging der Klingone zu Boden, Juliette strich mit dem Säbel nach, purpurne Spritzer flogen in ihr bisher makellos weißes Gesicht. Ein weiterer Klingone fiel im Phasertrahl eines Marines hinter ihr.

Der Weg zur Brücke schien frei. Juliette nahm sich eine Sekunde Zeit das Blut aus ihrem Gesicht zu streichen. Dabei fiel ihr auf das ihre überlebenden Männer sie angsterfüllt ansahen. Selbst die Hartgesottenen wichen vor ihr zurück.

"Worauf warten Sie?", zischte Juliette.

"Ma'am... die Brücke ist maximal gesichert..D..das ist ein H..Höllenfahrtskommando", traute sich Morris zu sagen.

"Sie zuerst!", bellte Juliette de Moncoeur ohne mit der Wimper zu zucken.

*-* Team von Daale Nin/ langer Gang *-*

<QUOTE>

Codys erste Reaktion war ihnen zu folgen, aber sie wusste das dies ihr sicherer Tod war. Sie musste die Ecke halten, sonst schossen die Klingonen ihnen in den Rücken, ohne das sie etwas tun konnten. Sie biss sich auf die Lippe und versuchte nicht daran zu denken wie sie gleich diesen Weg alleine schaffen musste. Ohne Feuerschutz.

Kido stieß unverständliches Gebrabbel aus, als Daale sich mit ihm auf den Weg machte. Er musste dem Japaner nicht ins Gesicht sehen um zu wissen, dass es es sehr schlecht um ihn stand. Während er den erschlafften Körper so schnell wie möglich den Gang entlang zog, aktivierte er im HUD ein Icon, was im Hauptquatier um Mission Control einen roten Alarm auslöste.
</QUOTE>

Ein letzter Schuss verließ den Phaser, dann erloschen die Anzeigen der Waffe. Dabei spielte es schon fast keine Rolle mehr, dass Codys letzter Schuss einen vorschnellenden Klingonen direkt zwischen den Augen erwischte, es war vorbei. Sie fuhr hoch und schleuderte die leere Waffe dem nächstbesten Klingonen entgegen. Dabei schrie sie aus Leibeskräften. Auf dem Absatz umdrehend rannte sie den Gang entlang, den Daale und der schwer verletzte Japaner gerade durchquert hatten. Immerhin schienen sie es geschafft zu haben, es war nichts mehr von ihnen zu sehen.

Im Vorbeirennen griff Cody nach einem klingonischen Disruptor, der neben seinem toten Besitzer lag. Kurz flammte die Idee auf das Kurzschwert zu nehmen, das der Tote in der anderen Hand trug, aber es war einfach zu unhandlich. Mit aller Macht, die die Bajoranierin noch aufbringen konnte, zwang sie sich dazu nicht zurück zu sehen. Das die Feinde direkt hinter ihr war, konnte sie hören. Sie rechnete jeden Moment damit von einer Nahkampfwaffe niedergestreckt zu werden. Nichts konnte sie davor noch retten. //NICHT STEHEN BLEIBEN//

Erst als sie den Gang zu Dreiviertel durchquert hatte schlugen erste Disruptorschüsse um sie herum ein. Aber Cody erreichte den anderen Raum ohne verletzt zu werden. An der Ecke, wo sie vor einer gefühlten Ewigkeit zu Dritt gesessen hatten, drehte sie sich atemlos um. Ihr letzter Phasertreffer hatte ihr wohl eine kleine Atempause verschafft, bemerkte sie nun. Trotzdem - Vier Klingonen mit Nahkampfwaffen und dahinter drei weitere mit Disruptoren waren unter höllischen Kriegsgeschrei auf dem Weg zu ihr. Nur ihre Erfahrung und ihrem Überlebensdrang war es zu verdanken nicht an Ort und Stelle vor Angst zu erstarren.

Sie riss die eroberte Waffe hoch und betete das sie der Disruptor einsatzbereit war. Sie feuerte. Grelle rote Schüsse gingen auf die nahenden Feinde nieder. Codys Freundenschreie waren das Letzte, was die zwei vordersten Klingonen hören würden. Sofort wurde das gegnerische Feuer intensiver. Einer der Schüsse streifte Codys Waffe, sie war gezwungen sich zurück zu ziehen.

Dabei fiel ihr Blick auf einen unscheinbaren Gegenstand, der auf dem Boden lag. //AH! Die Blendgranate!//. Ihre letzte Granate die Kido nicht geworfen hatte! Anscheint war sie ihm bei seiner Flucht aus dem Gürtel gefallen. Sie griff danach und entsicherte sie. Schon fast lässig, lies sie die Granate in den Raum mit den nahenden Feinden rollen. Schnell wendete sie das Gesicht ab.

Keine Sekunde zu früh - ein heller Blitz erfüllte den Raum und beendete die klingonische Jagd. Ein schneller Blick um die Ecke bestätigte Cody das sie gerade die einzige war, die etwas sehen konnte. Der Disruptor erwachte greischend zum Leben und fiel über die blinden Klingonen her. Zwei der Phaserträger konnten sich mit einem beherzten Sprung um das andere Ende des Ganges retten, die anderen wurden gnadenlos niedergemäht.

Cody setzte den Phaser kurz ab und blickte hinter sich in den angrenzenden Gang. An eine der Cargokisten lehnte Daale mit Kido. Der Japaner hatte die Augen geschlossen während Daale ihr einen angsterfüllten Blick zuwarf. Was nun?


*-* Im Torpedolager *-*


Lance Corporal Felicitas und Private Thoral nickten sich noch einmal zu, bevor die Spanierin auf das Türpanel schlug und Thoral sich in den Gang davor rollte. Sofort wurde der Andorianer von beiden Seiten mit Disruptorenfeuer bestrichen und ging hinter den am Boden liegenden Körpern in Deckung. Felicitas folgte ihm gleitend und feuerte ebenfalls auf die Klingonen, die den Einganz zum Torpedolager belagerten.

"Da vorne liegt sie..." Felicitas hatte die medizinische Ausrüstung entdeckt. Gute drei Meter vor ihnen im Gang war der silberne Koffer des Doktors zu erkennen.

"Ich hol ihn, gib mir Feuerschutz." Mit unglaublicher Kraftanstrengung schob Thoral den Körper eines toten Klingonen im Kriechgang vor sich her. So näherte er sich langsam dem verlorenen, lebensrettenden Medikit.

Felicitas musste zwei Seiten des Ganges im Auge behalten und wünschte, dass es mehr Marines ins Torpedolager geschafft hatten. Die blutjunge LC hoffte inständig, dass...

Die war der letzte Gedankenzug, den Patricia Felicitas hatte. In ihrem Helmdisplay flog ein gelbes Dreieck auf sie zu. Die Explosion der Granate bekamen weder sie noch Thoral noch bewusst mit. Sie waren beide auf der Stelle tod.

Dr. Christopher hörte den Kampflärm durch die noch offene Tür und hörte den Knall in seinen Ohren, spürte die Druckwelle auf seiner Haut. Er ahnte, dass die Klingonen im nächsten Moment diesen Raum stürmen würden.

Der junge Arzt bekam Todesangst. Er sah sich verzweifelt nach Deckung um. Unter ihm stöhnte Bull laut auf. Christophers Gedanken rasten, als er plötzlich eine weitere Detonation wahr nahm. Waren Schüsse aus der anderen Richtung? Er stand vor der schweren Entscheidung die von ihm zugedrückte Schlagader loszulassen und nach dem Phasergewehr zu greifen oder seiner ärztlichen Pflicht nachzukommen.

Plötzlich brach ein völlig verschwitzter Soldat in den Raum hinein. Er erblickte sich hektisch um und entdeckte die beiden am Boden.

"Oh Scheiße! Sie leben ja noch!"

"Gerade so. Ich brauch ein Medic Kit", hauchte Dr. Christopher. Eigentlich hätte er aufspringen und einen Freundentanz aufführen müssen, jeden der nun reinkommenden Soldaten umarmen und küssen. Aber er fühlte einfach nichts. Nichts. In seiner Hand pulsierte die zugedrückte Ader immer schwächer.

"Team Drei an Squadleader Zwei..Daale hören sie mich?", versuchte erste Soldat zu funken. Sein Blick zeigte das er nicht durchkam. Squadleader zwei hörte nicht.

"Team Drei an Mission Control.. hier ist Nicols."

[Mission Control hört sie Team Drei. Status Nicols!]

Thomas Nicols atmete erleichtert aus. Er drehte sich zu Christopher um, und lächelte zögerlich. Dieser war gerade damit beschäftigt seinen Mageninhalt bei sich zu halten.

"Mission Control wir sind WO. Bulbers Team nach deren Code "Black" zur Hilfe geeilt nachdem die Schwarze Zone gefallen ist. Bulber ist schwer verletzt, zwei Leute tot."

[Verstanden Nicols. Ihre Mission ist beendet. Begeben sie sich mit allen Verletzten zur Rescue Zone 3. Sie können dort nichts mehr ausrichten.]

"Verstanden Mission Control."


*-* Team von Daale Nin/ langer Gang *-*


"Wir müssen hier weg!"

Cody war mit ein paar schnellen Schritten zur Cargo Kiste gerannt, an der immer noch Kido und Daale lehnten.

"Wie.. wie hast du sie abgeschüttelt?", fragte Daale ungläubig. die Bajoranerin hielt kurz ihre neue Waffe hoch. "Ich hab die hier unterwegs eingesammelt, meine war leer.", berichtete sie knapp. Unter großen Schmerzen blickte Kido auf sah sie an. Er lächelte. Dann hustete er auf und ein weiterer Schwall Blut verließ seinen Mund. Cody musste sich zusammen reißen damit ihr nicht die Tränen kamen. Sie trat einen Schritt nach vorne und legte ihre Hand sanft an die Wange des Japaners. Währenddessen hatte Daale sich aufgerichtet. Abgewandt von den anderen öffnete er einen Kanal. Es war allerhöchste Zeit die aktuelle Lage durchzugeben.

"Squadleader 2 an Mission Control. Mussten das Missionsziel abbrechen, sind einer großen Patrouille Klingonen begegnet. Einer meiner Leute ist.... schwer verletzt."

[Negativ Squadleader 2. wir können sie von ihrer Position nicht abziehen. Die Erstürmung der Brücke hat bereits begonnen, wir brauchen sie auf ihrer Position.]

Daale trat mit voller Kraft gegen die Cargo Box. "Sag mir das das nicht euer scheiß Erst ist! Die sitzen direkt hinter uns! Wir kommen hier nicht weg und schon gar nicht nach vorne! Holt uns jetzt hier raus!"

[Negativ. Das können wir immer noch nicht riskieren. Wir haben eure Routen berechnet, aktuell sind eure Chancen nach vorne am größten.]

Daale schloss kurz die Augen und zwang sich langsamer zu Atmen.

"Am... Größten?"

[Die andere Verbindung führt über das Wartungsröhrensystem, aber das ist zu gefährlich. Wenn euch da jemand bemerkt seid ihr in der langen Röhre völlig ohne Schutz und werdet abgeschossen wie Tontauben!]

Ein Geräusch ließ Daale herumfahren. Die Disruptorklingonen waren bis zur Ecke vorgekommen. Als sie die drei Soldaten erblickte eröffneten sie umgehend das Feuer. Daale entschied sich in Sekunden.

"Wir werden diesen Weg nehmen, Nin Ende", beendete er den Funkspruch und griff Kido an seiner Uniform. Mit einem kurzen Rucken zog er ihn hoch und verlagerte dessen Gewicht auf seinen eigenen Körper. Cody hatte unterdessen das Feuer erwidert. Daale schrie: "Ich lenk sie ab! Öffne du den Schacht zu den Röhren! Wenn es nur die Beiden sind haben wir eine Chance!"

Cody nickte knapp und machte sich nach zwei weiteren Schüssen auf den Weg zur Wandverkleidung auf der anderen Seite des Raums. Daale feuerte mehrere Schüsse ab, verfehlte die Gegner aber. Glücklicherweise zogen sich die beiden Schützen immer wieder zurück so das das Gegenfeuer spärlicher wurde. Cody hatte unterdessen den Zugang zu den Röhren entdeckt und mit einem weiteren routinierten Schuss heruntergefeuert. Sie drehte sich um und winkte Daale zu. "Hier! Beeilt euch!"

Der Japaner stöhnte auf als Daale ihn so schnell wie möglich zum Zugangskanal beförderte, aber das Glück war ihnen hold. Sie erreichten die Röhren ohne Zwischenfälle. Direkt hinter dem Eingangsstück verkleinerte sich der Bereich. Dieser Bereich war nur kriechend passierbar. Cody machte die Vorhut. Langsam - Stück für Stück - kroch die Soldatin die enge Röhre entlang. Dahinter zwängte sich Daale in die Röhre, Kido so gut es ging hinter sich herziehend. Der Japaner zog dabei Blutspur hinter sich her die jedem Arzt sofort in Alarmbereitschaft versetzt hätte. Daale versuchte sie zu ignorieren auch wenn er sich der Tatsache bewusst war, dass Kido nicht mehr lange konnte. Aber für eine Umkehr war es schon zu spät.

Etwa fünf Minuten krabbelten sie durch den Schacht. Cody hatte gerade einen Knotenpunkt erreicht. Hier war etwas mehr Platz und sie drehte sich um. Daale und Kido waren weit weit entfernt. Daale musste Kido sprichwörtlich ziehen. Plötzlich tönte Geräusche von Disruptorfeuer an ihr Ohr. Eine große Truppe Klingonen hatte die Blutspur bemerkt und legte den Raum in Schutt und Asche um den Feind zu finden.

Daale hielt inne und legte warnend den Finger an den Mund. Er suchte Kidos Blick. Zu seiner Überraschung war Kidos Blick geschärft. Er sah Daale lange an. Ein leises Lächeln lag auf seinen Lippen, ein Lächeln was ganz ohne Schmerz war. Dann streckte er langsam die Hand aus. Darin lag eine Plasmagranate. Erschrocken versuchte Daale danach zu greifen aber die Hand des Japaners hatte sich bereits wieder darum geschlossen. Sein Griff war ganz fest.

"Was...Wo hast du die her?"

"Danke das du mich begleitet hast. Aber ihr müsst jetzt gehen."

"Wovon redest du?", Daale Stimme wurde gegen seinen Willen laut. Der Japaner antwortete mit leiser aber fester Stimme. "Du musst mich hier lassen."

"Das kommt nicht in Frage!", Daale gab den Kampf gegen die Tränen auf. Die Hand des Japaners strich langsam über seine Wange. "Daale... mein Körper ist müde. Du musst mich gehen lassen. Lass mich diesen letzten Kampf für euch schlagen."

Die Phasergeräusche wurden lauter. Die Zeit war gekommen lebewohl zu sagen. Daale drückte den Japaner schluchzend an sich. Dieser erwiderte die Geste. Sein Lächeln war gelöst. Es gab kein Wanken, nur Gewissheit. Dann drehte er sich um.

"Sag Cody das ich noch ein paar Hornis mitnehme.... und das ich sie liebe."

Daale konnte nicht antworten. Schluchzend nickte er. Dann drehte er sich um und kroch den Gang weiter.

Kido schaffte es einen letzten Blick auf die Bajoranerin zu werfen. Immer noch war sein Blick hellwach. Er hob langsam die Hand und winkt ihr zu. Sie winkte zurück. Dann versperrte Daales Rückseite sein Blickfeld und die Zeit zu handeln war gekommen.

Langsam machte sich Kido auf den Rückweg. Er wollte das der Vorsprung der Beiden so groß wie möglich war. Langsam, die letzten Reserven mobilisierend schob er sich den Gang, aus dem sie gekommen waren, entlang. Minute um Minute versuchte er nur immer an die nächste Bewegung zu denken. In Gedanken war er bei seinen Freunden. Immer wieder musste er grinsen.

Dann - er war etwa 5 Meter vor ihrem Einstiegsloch - stoben einige Schüsse an ihm vorbei. Der Gegner war nah.

Kido Shunsuke hob den Kopf. Die entsicherte Granate lag in seiner Hand als ihn die ersten Schüsse trafen. Er streckte sich lang aus und legte die Hand mit der Granate so weit es ging nach vorne. Er bereute nichts. Sekunden wurden zu Wimpernschlägen.

Dann schloss er die Augen und empfing den ewigen Frieden.


*-* Mission Control *-*

Ein weiterer roter Punkt des taktischen Schirms färbte sich schwarz. Raider schluckte als er den Namen las. Lt. Charles Killroy traf eine einsame Entscheidung. Er würde noch mehr Truppen rüber schicken müssen, wenn es sich nicht sofort wenden würde. Er würde diesem Massaker nicht weiter zuschauen! De Moncoeur war im Feld eine einzige Katastrophe. Sie verheizte ihre Leute als wären diese ewig nachwachsendes Brennholz. Er musste mehr Marines rüberschicken. Und mitgehen. Dazu musste der Marine Transporter aus seiner tarnenden Deckung fliegen und jemand an Bord des Bird of Prey musste für Sekunden die Transportblockierungen ausschalten. Etwas, was ihm gar nicht gefiel.

Auf einmal hörte er ein Jubeln aus seinem Headset.

[Squad 3 an Mission Control. Die Horta ist über dem Naschinenraum, ich wiederhole die Horta ist über dem Maschinenraum. Wenn wir den Vorraum so lange halten können bis sie durch ist.. sind wir drin!]

Triumphierend schlug Killroy Raider auf die Schulter und atmete tief durch während er für einen kurzen Moment die Augen schloss. Es gab also doch noch gute Nachrichten! Er sendete ein Stoßgebet zur Truppe von MacAlister. //Durchhalten Jungs! Es ist fast geschafft! //

Das Blatt schien sich doch zu wenden.

</RPG>


<SUM>

Zeit: MD 0.0555
Ort: IKS Kinzhar

Charles Killroy ist entsetzt über die Entwicklungen an Bord des Bird of Preys. Er erwägt den Einsatz des Beta Platoons. Währenddessen erhält die Gruppe von Bull unerwartete Hilfe und Juliette de Moncoeur eröffnet den Kampf um die Brücke. Daale und sein Team sind gezwungen ihre Mission fortzusetzen, während der Japaner Kido eine wichtige Entscheidung trifft.

</SUM>

<NRPG>
Personenverzeichnis:

Mission Controll bis Phase 2: Lt. Killroy an Bord des Transporters


Platoon Alpha (Squad 1-3): IKS Kinzhar (Phase 1) - Kommando: 1stLt. Juliette de Moncoeur

Squad 1: Teamleader Juliette de Moncouer - Ziel: Schiff einnehmen und Gegner sichern

Squad 1, Team 1 : Lt. de Moncoeur + 3 Marines (Brücke einnehmen)

Squad 1, Team 2 : Gänge + Brücke sichern MSgt. Zorand Thog, ein Verletzter, Privat Jukart

Squad 1, Team 3: Schiffsssicherung / Gefangenenbewachung

Squad 2: Teamleader Mgst. Daale Nin (Trill, m) - Ziel: Waffensysteme übernehmen

Squad 2, Team 1: Mgst. Daale Nin + PFC. Chormo "Cody" Owah + PFC. Kido Shunsuke (tot) (Brücke einnehmen und Waffenstation sichern)

Squad 2, Team 2 & 3: WO Richard Bulber + Private Thoral (tot) und LC Felicitas (tot) / Sgt. Thomas Nicols + Ruffy + 1 Marine (Beenden Einsatz und kehren zu Rescue Point 3 um.)

Squad 3, Team 1: GSgt. MacAlister + (große Verluste) Staff Sergeant Isos Th'qilron (tot) + Private "Whopper" (tot)

Squad 3, Team 2: 3 Marines (große Verluste)

Squad 3, Team 3: 3 Marines (große Verluste)


plus Arzt (im Torpedolager) und Sani Smith (tot)

</NRPG>



Submitted by

1st Lt. Juliette Louanne de Moncoeur
Leiterin Marine Corps
Aka
Linda W.

UND

Ens. Amun
TAK USS Odyssey
Aka
Mo Bishop


Shady Behavior (IX) - Watch me make em bow!

Phil
 

So, Finale des 2. Kapitels erreicht. Ich hoffe, ihr seid nicht auf der Strecke geblieben ;-) 

Watch me make em bow

<rpg>

Ort: Casino USS Odyssey

Zeit: SpD 32.0800 / MD -01.0800 (Silvester)

"Waffenstillstand" hatte in der Nachricht an ihn gestanden. Er hatte es nicht geglaubt. "Wir treffen uns im Casino, ich lade Sie ein." Cal erinnerte sich an die letzte Begegnung im Casino, er hätte sicht fast mit einem überentwickelten Marine schlagen müssen.

Cal hatte sich einen weiteren Espresso genehmigt und sein Schachbrett, auf dem er die Züge der 1st Lieutenant nachgezogen hatte, auf die Seite gestellt. Vielleicht war es an der Zeit, sich wieder zu treffen, er wusste es nicht. Er hatte nur wenige Stunden geschlafen, fühlte sich wegen des Geschehen der Nacht schmutzig und seine Lunge husteten das Nikotin und den Teer heraus, den er in der Nacht inhaliert hatte. Cal war wenige Stunden nach seiner Rückkehr vom Holodeck aufgewacht und hatte gewusst, dass er die Initiative zurückgewinnen musste. Die Erinnerungen an den nächtlichen Holodeck vergrub er geschickt tief in den Kammern seiner Seele, die er selten öffnete. Und er hatte einen Entschluss gefasst: Wenn er ihr Verhalten zur Anzeige brachte, was er tun musste, würde er vielleicht seine Karriere aufs Spiel setzen oder gar beenden, aber er würde ihm wichtige Personen schützen. Bisher waren alle glimpflich davon gekommen, abgesehen von Kälteschocks und Verbrennungen. Aber gegen seinen Vater wurde wieder ermittelt und die Nachricht, ob er wirklich Vater geworden war, stand noch aus. Jill ließ sich, verständlicherweise, Zeit, sich bei ihm zu melden.

Wenn er die Schuld auf sich nahm, konnte er es mit einem guten Anwalt schaffen, Andrew von allen Anklagen freizuhalten. Vielleicht würde seine Weste einen kleinen grauen Fleck bekommen, aber Cal würde alles dafür tun, dass dieser Fleck so gering wie möglich blieb.

Der CNS betrat das Casino erneut. Er trug seine Uniform und diese war hochgeschlossen. Sein Kommunikator hing an seiner linken Brust und er trug die schweren Lederstiefel. Wenn sie ihm wieder auf die Füße treten wollte, dann wäre es diesmal weniger schmerzhaft.

Wie gewohnt war sie bereits anwesend und saß vor ihrem Kaffee. Sie hatte ihr hochgeschlossene Uniform des Corps an und ihre Haare streng nach Dienstvorschrift nach hinten gebunden. Man konnte den Eindruck erhalten, dass hier ein dienstliches Gespräch zwischen zwei Senioroffizieren stattfinden sollte. Wieder ohne weiteren Kommentar setzte sich Cal an ihren Tisch. Dieser war bereits mit der Deokration für die abendliche Silvesterfeier versehen. Blauen Kristalle. Cal kannte diese Steine. Sie waren von Deneb II. Sie luden sich durch Lichtbestrahlung auf und gaben dann ihre natürliches blau lange Stunden ab. Romantische Dekoration für ein Rendez-vous. Die deutlich scharfen Kanten der Steine passten aber besser zu dem Treffen, als das romantische Ambiente. 

"Guten Morgen Lieutenant." Cal sah, dass sie lächelte. Sie lächelte selbstbewusster als zuvor und Cal hatte schlagartig eine Ahnung, dass er in eine große Falle getreten war.

"Sie schrieben von Waffenstillstand." Der CNS faltete seine Hände im Schoß.

"Und Sie kommen schnell zur Sache." Sie schob die Kaffeetasse von sich weg. Der Inhalt war vor wenigen Momenten in die Tasse gegossen worden, der Dampf stieg noch immer an die Raumdecke.

"Wie soll der Waffenstillstand aussehen?"

"Ich will, dass Sie mit mir frühstücken Doktor. Vorher passiert hier gar nichts." Ihre Lautstärke war geringer als die Umgebungslautstärke, ihr Ton autoritär. So hielt sie wohl eine Kompanie testosteronsprühender Männer im Griff, die auf die nichts anderes warten konnten, als ihre Waffen abzufeuern.

Cal gehorchte, nicht weil ihr Ton ihn überzeugte, sondern weil seine Neugierde geweckt war. Er hatte für sich den Entschluss gefasst, das Geschehene zur Anzeige zu bringen, da konnte er noch einen Moment warten, ob sie ihm neues über sich verriet, dass er dann gegen sie verwenden konnte.

Der CNS atmete hörbar aus, als ihm eine andorianishen Ordonnanz einen Teller mit Spiegeleiern, gebratenem Virginaschinken und Brötchen mit Marmelade hinstellte. Juliette erhielt ein Croissant mit verschiedenen Marmeladen und einen Obstsalat. Sie nickte der Ordonanz zu und diese goss Cal Kaffee ein.

"Ich war so frei, für Sie zu bestellen. Sie sollten kräftig frühstücken." Juliette riss ein Stück von ihrem Croissant ab und strich mit dem Messer Erdeermarmelade auf das Gebäck.

"Ihnen hätte ich zugetraut, dass Sie mir GagH bestellen." Cal nahm ein Stück vom Ei auf seine Galbe und biss hinein.

"Wissen Sie, warum das Croissant erfunden wurde?" Die Marine blickte den CNS an.

Dieser schluckte und tupfte sich dann den Mund mit der Serviette ab. "Ein Wiener Bäcker, kurz bevor die Türken Wien einnehmen sollten, stellte er ein Gebäck her, dass den Halbmond abbildete. Es ist unklar, ob das eine Legende ist."

"Ich hätte den Bäcker exekutieren lassen. Tapferkeit vor dem Feind ist etwas anderes."

"Das Sie das getan hätten, steht außer Frage." Cal lächelte trocken. Er wischte sich erneut den Mund ab. Vom Schinken tropfte noch das Fett.

"Haben Sie über mein Angebot nachgedacht?" Juliette fragte und aß einen Löffel Obstsalat.

"Welches Angebot?"

"Sie stellen mir meine uneingeschränkte Tauglichkeit aus und ich sehe, was ich für Sie tun kann. Etwas, dass vielleicht für uns beide in Frage kommen könnte."

Cal lachte laut auf. Es war das einzige Mal, dass die Lautstärke an ihrem Tisch höher war, als an den Tischem um sie herum. "Und ich dachte, es geht um Sex."

Juliette runzelte die Stirn. Sie hatte ihre Finger um den Henkel der Kaffeetasse gelegt, widerstand aber der Versuchung, einen Schluck aus der Tasse zu nehmen.

"Nein, habe ich nicht. Und glauben Sie allen ernstes, dass eine Bettgeschichte mit uns beiden den Konflikt beenden würde? Dafür sind wir doch viel zu fortgeschritten. Wenn wir uns einander hingeben würden, wer würde dann gewinnen? Niemand. Wir wären beide Verlierer in dieser Competition. Und ich bin verwundert, dass eine Frau wie Sie, Sex derart als Machtinstrument in Erwägung zieht. Wir würden am Morgen danach mit Messern aufeinander losgehen, weil uns der Akt nicht mehr befriedigen würde. Kennen Sie das, wenn sie am morgen danach aufwachen und merken, dass es doch nicht so gut war? Nein, sie kennen das natürlich nicht. Sie und ich ein Liebespaar, auch nur für eine Nacht? Nie mehr im Leben." Cal tupfte sich den Mund erneut ab und legte dann zuerst das Besteck und dann die Serviette auf den Tisch. Das Frühstück war für ihn beendet.

An Juliettes eingefrorenem Gesicht erkannte er, dass er einen Volltreffer gelandet hatte. Es war Zeit, das Spiel zu beenden. Er beugte sich vor und sah ihr tief in ihre bernsteinfarbenen Augen:

"Ich bin mir sicher, dass Sie einen ganzen Harem an Männern um sich herum haben, die Ihnen alle einen Gefallen schulden. Wer könnte da auch widerstehen? Makellos fein und detailliert getrimmter Körper, ich glaube, dass das harte Arbeit ist. Niemand wird so geboren. Sie tragen enge lederartige Uniform, die vielleicht funktional ist, aber noch mehr ihre Kurven unterstreichen. Die Uniform ist sicher immer maßgeschneidert. Abgrundtiefe bernsteinfarbene Augen, die geradezu danach schreien, in ihnen baden zu gehen. Ein Gesicht, das so feingeschliffen ist, dass man Angst haben muss, sich an den Wangenknochen zu schneiden und natürliche rote Haare. Ihr Make up ist perfekt darauf abgestimmt, diese Haare, eine genetische Besonderheit unter Menschen, zur maximalen Geltung zu bringen. Sie haben wahrscheinlich ganz selten in ihrem Leben gelesen, aber sie wissen, dass man in der Erdengeschichte Redheads eine gewissen Sinnlichkeit und Leidenschaft nachsagt. Verzeihen Sie, wenn ich das sage, aber Sie sind die real gewordene Playboydoppelseite für den Truppendienst. Dazu beherrschen Sie wahrscheinlich alle gängigen Rollenspielchen, die von testosteronstrotzenden Männchen ohne viel Verstand aber wohl mit viel Einfluss geliebt werden: Von der Damsel-in-distress über Girlfriendattitüden bis zur in Leder gekleideten Domina."

Cal lächelte abschätzend. "Glauben Sie, ich habe Mühe gebraucht, Andrew zur Mitarbeit zu überzeugen? Der junge Mann steht voll im Saft und ich war mir so sicher, dass ich ein Jahresgehalt auf ihre Reaktion verwettet hätte. Und nachdem, was mir Andrew nach ihrem kleinen Besuch erzählte, bin ich felsenfest überzeugt: Als sie ihn ins Bett schleppten und jede pubertäre Fantasie verwirklichten, wollten Sie nicht nur die Codes, sie wollten in meine Einflusssphäre." 

Der CNS lehnte sich zurück. "Wenn ich mich in nächster Zeit mit ihrer Biographie beschäftigen werde, dann bin ich mir sicher, dass es genau so etwas war, dass sie aus der Bahn geschossen hat. Sie haben irgendwann gemerkt, vielleicht in der Schule oder gar in der Familie, dass sie eine Wirkung auf Männer haben und diese damit manipulieren können. Dann haben sie Nebenkriegsschauplätze wie ihr Studium und ihre Tätigkeit bei den Marines aufgebaut, aber im Grunde geht es immer nur im Manipulation und Sex. Weiter sind sie in ihrer Entiwkclung nie gekommen. Zu aufrechten, erwachsenen Beziehungen sind sie nicht in der Lage." 

Juliette hatte sich zurückgelehnt und mit vor dem Oberkörper verschlossenen Armen zugehört. "Sie geben also zu, dass Sie mich attraktiv finden?" fragte sie mit bittersüß gesäuselter Stimmer.

"Oh mein Gott, meinen sie das ernst?" Cal blickte sie mit weit geöffneten Augen und offenem Mund an. "Meine Fresse, sie sind kaputter als ich dachte." Cal schnippte nach der Ordonnanz. "Ich werde unser Spiel jetzt beenden. Ich werde Sie anzeigen wegen Nötigung, Körperverletzung, schwerer Körperverletzung und Medikamentenmissbrauch. Und ich werde ihre Dienstuntauglichkeit an den Skipper übermitteln. Jetzt ist Schluss!" Er griff nach der Serviette um sie zusammenzufalten.

Juliette hatte ihre Frage nicht so ernst gemeint, wie Cal das dachte. Sie wollte genau das Verhalten provozieren, das er jetzt an den Tag legte. "Machen Sie das. Machen Sie das nur." Sie beugte sich ruhig vor. "Darf ich Ihnen meine "Du-kommst-aus-dem-Gefängnis-frei" Karte präsentieren?" Sie griff nach etwas, das bereit auf ihrem Schoß gelegen hatte. Es war ein Padd, sie  aktivierte es und hielt es ihm mit dem hell erleuchteten Bildschirm hin.

"Was denn? Noch ein sexsüchtiger Admiral?" fragte Cal lächelnd. Neugierig nahm er das Padd und was er sah, nahm ihm den Atem. Er sah, was er in der Nacht davor auf dem Holodeck getan hatte.

"Vielleicht sind Sie ja der nächste sexsüchtige Admiral, der für mich arbeitet." Ihre Worte zerrissen die Stille des Tisches, wie ein Plasmabrenner menschliche Haut.

Cals Haut sah plötzlich aus wie eine fahle Mondlandschaft. Seine Luft presste sich aus seinen Lungen und seine Finger, die das Padd berührten, waren mit einem Schlag taub. Den ersten Augenblicken des Videos war er aufmerksam gefolgt. Als er im selben Moment verstand, was er da sah, ergriff eine Leere von ihm Besitz, die er nicht mehr beschreiben konnte. Es stimmte. Die Bilder des Holodecks waren korrekt. Cal blickte auf und sah in dem makellosen Gesicht Juliettes plötzlich die verkrusteten Blutspuren der Nacht. Der Alptraum war wahrgeworden, vor ihm saß das Böse. Alle schlechten Träume waren wirklich, alle Warnungen seines Verstandes war falsch - Sie war böse. Abgrundtief böse, manipulativ und irre.

Mit dem Inhalt des Padds konnte Juliette ihn nicht nur von dem Schiff verjagen, er würde er sein Offizierspatent verlieren und die Sternenflotte und alle therapteutischen Arbeitgeber würden sich von ihm abwenden. Auch wenn das eine Holodeckaufnahme war, der CNS traute de Moncoeur zu, dass sie sowohl ihren Körper als auch Indizien so präparieren würde, dass es Monate oder Jahre dauern würde, zu beweisen, dass Cal sie nie berührt hatte. Ganz zu schweigen, was dieses sichtbar gemachte dunkelste Kapitel seiner Seele mit seiner Reputation anstellen würde. Hier ging es nicht mehr um Bettgeschichten mit volljährigen Töchtern irgendwelcher Admiräle. 

Dieses Video war in den Händen de Moncoeurs eine Waffe, mit der sie ihn nicht umbringen konnte, aber viel schlimmer noch - Sie konnte damit sein Leben ruinieren.

Cal hörte keinen Laut mehr im Casino, die anderen Besucher waren von ihm entfernt, wie ein Schluck Wasser von der Atmosphäre der Sonne im Sol Sektor. In ihren bernsteinfarbenen Augen sah er ein Blitzen, das ihm sagen sollte, dass Sie gewonnen hatte. Sie hatte nicht die Schlacht gewonnen, das war völlig irrelevant geworden. Sie hatte den Krieg zwischen ihnen beiden für immer gewonnen. Sie hatte ein Instrument in der Hand, mit der sie ihn jederzeit in seinem Leben ihr gefügig machen konnte. Mit allem was sie von ihm wollte. Und wenn sie das Interesse verlor, dann würde sie ihn kaltstellen, sich von ihm abwenden und er konnte noch immer nichts tun, da sie dieses Video hatte. Das durfte nicht sein.

Mit dünnen Fingern legte er das Padd auf seinen Teller.

"Doc," Juliette beugte sich fast schon liebevoll vor. "Ihre Fantasie kennt wohl kaum Grenzen mit mir." Die Marine war sichtbar angetan. Sie bereitete ihre Hände vor ihrem Oberkörper aus, das Leder der Ärmel knischte hörbar. "Ich schlage vor, Sie schreiben einen mir mehr als tauglichen Bericht. Den schicken Sie mir zum Korrekturlesen und dann sehen wir, was wir noch miteinander tun können."

Juliette lehnte sich vor und legte  beinahe zärtlich ihre Hände auf den Tisch. Cals Puls pochte wie ein Schlaghammer mit Diamantkopf hinter seinen Schläfen. Sein Blut füllte seinen Schädel, dass sein Sichtfeld eingeschränlt wurde. Er sah nur noch den in Frauengestalt verkörperten Teufel vor sich. Der CNS holte tief Luft.  

<quote>

„Hören Sie zu,“ ruhig legte Cal beide Hände auf ihre eine Hand, die sie auf den blauen Stein gelegt hatte. Juliette senkte den Blick auf seine Hände und widerstand der Versuchung, sie wegzuziehen. Während alle anderen um sie herum die Berührung als romantische Handlung abtaten, spürte Juliette, wie der CNS versuchte, sein Körpergewicht und seine Kraft auf ihrer Hand abzuwälzen. Unter ihrer Hand lag der blau schimmernden Quarz des Aethon Gebirges von Deneb II. Die Spitzen kannten drückten Stumpf in ihre Handfläche. Als ob der CNS ihren Schmerz spüren konnte, erhöhte er den Druck weiter.

Die Marine konzentrierte sich auf ihren Atem, denn einer Sache war sie sich sicher: Sie würde sich eher auf einem orionischen Basar nackt an 10 betrunkene Nausikaner für deren Junggesellenabschied verkaufen lassen, als Cal erneut sehen zu lassen, dass sie Schmerzen hatte.

„Ich werde Sie töten. Ich habe das noch nie gemacht, aber für Sie werde ich das lernen. Ich verspreche ihnen, dass das letzte was sie in ihrem Leben sehen werden, ich sein werde.“ Er zog die Hand zurück die oben lag, holte aus, ballte sie zur Faust und schlug kräftig auf seine Hand unter der Juliettes lag.

Die Energie übertrug sich, die Spitze des Steins bohrte sich tief in ihre Handfläche und von einem Schmerz, als ob man Salz in die Augen streute, begleitet, riss die Haut auf. Es würde nur wenige Augenblicke dauern, bis sich ihr Blut mit der Tischdecke verband. Sie schloss die Augen und atmete tief durch. "Autsch." sagte sie langsam und durch gespitzte Lippen.

„Gehen Sie auf die Krankenstation und überlegen Sie dreimal, was ihnen der Doc für Medis gibt.“ Cal erhob sich lächelnd. Er warf die Stoffserviette, die in seinem Schoß gelegen hatte auf den Tisch und verließ das Casino.

De Moncoeur blickte ihm nach und dann zur Serviette, die er zurückgelassen hatte. Sie erinnerte sich, dass er sich während des Essens mehrmals den Mund abgewischt hatte. Sie langte nach dem Tuch und hob dann ihre verletzte Hand. Ihr Blut hatte bereits Spuren auf der Tischdecke hinterlassen. Der Riss war sicher nicht tief, aber es war keine feine Klinge, die die Haut durchtrennt hat. Die Hand würde eine Weile schmerzen.

Sachte legte sie Cals Serviette mit der Seite auf ihre Wunde, die mehrmals seinen Mund berührt hatte. „Allez garçon, tête.“ sagte sie und blickte auf das Padd in Cals halbvollem Teller.

</rpg>

 

<sum>

 

Ort: Casino USS Odyssey

Zeit: SpD 32.0800 / MD -01.0800 (Silvestermorgen)

Cal und Juliette treffen sich im Casino. Juliette präsentiert ihm ihr Druckmittel und Cal schwört ihr, sie zu töten.

 

 

</sum>

 

Submitted by Lt. Cal Mannix and 1stLt. Juliette de Moncoeur


Shady Behavior (IIX) - Your silence is my favorite sound

Phil
 

 

Diesmal wird es vermeintlich düster, wir steigen in die Abgründe des CNS.

Trotz wenig Blut kann es schon ... deutlich werden. Daher setze ich die FSK mal auf 18. Selbst wenn man den Abschnitt nicht liest, wird im Rahmen der Story geklärt, was da passiert. 

Für die musikalische Untermalung empfehle ich für die letzten beiden Teile des Finales Billie Eilish "You should see me in a crown" (https://www.youtube.com/watch?v=piGhGEO1mRI) 

<rpg>

Ort: Moncoeurs Quartier

Zeit: SpD 31.2010

 

Juliette de Moncoeur lächelte verzückt. Die Französin trug noch immer die enge, graue Hose und einen schwarzen BH auf alabasterweißer Haut. Ihr rotes Haar steckte noch immer im dienstlichen Haarknoten. Anders als bei ihrem morgendlichen Besuch beim CNS war sie wieder perfekt geschminkt. Diese Frisur und das helle Make up mit den betonten Lippen, verliehen ihr eine Strenge, die manche Männer wahnsinnig machte. Und sie wusste damit zu spielen.

 

Die Flammen zweier großer, mannshoher Blockkerzenständer gab dem sonst dunklen Quartier eine unheimliche Atmosphäre. Sie selbst brauchte diese Theatralik nicht unbedingt, aber es gab Situationen, da ergänzte es die Atmosphäre doch erheblich.

 

Das Glas Rotwein führte sie erst an ihre Lippen, dann an seine - allerdings ohne, dass sie ihm einen Schluck des wertvollen 2416er Chateâu Moncoeur überlies.

 

Sie drückte seinen Kopf wieder weg von ihrem Bauch, drehte sich weg, stellte das dünnstilige Glas in Ruhe auf der Kommode ab. Das leichte Klirren erfüllte die Stille des Raumes, neben dem angespannten Atem des Mannes.

 

Ihr Schritte hallten trotz Teppichboden durch den Raum. Sie lies sich Zeit, betrachtete ihn. Und erwischte sich dabei, dass sie dort auf der Bettkante sitzend und zu ihr aufschauend lieber ein anderes Gesicht sehen würde.

 

"Das haben Sie großartig gemacht Corporal...." Ihre linke Hand grub sich in Birdens Haar, während sie breitbeinig auf seinen Schoss rutschte und seinen Kopf an ihre Brust drückte. Es war Zeit ein wenig zu feiern. Den Rest würde eine schon lange programmierte und verdiente Subroutine übernehmen.

 

Ort: Holodeck 3

Zeit: SpD 32.0102

 

Die Türen öffneten sich zischend und Cal betrat den Vorhof eines antiken Gebäudes. Der Himmel war strahlend blau und die Temperaturregler des Holodecks taten ihr bestes. Der Eingangsbereich des Gebäudes war von 6 Säulen eingrahmt, die wie ausgestreckte Mittelfinger in die Höhe ragten um das Vordach zu halten. Auf dem Vordach war großen Lettern "Deine Wahrheit wird dich frei machen!" Es war eine etwas abgewandelte Form einer Aussage aus dem Buch der Bücher. Cal hatte sich das Zitat ausgewählt, weil es passte. Vor keiner Wahrheit, als der eigenen konnte man sich am schlechtesten verstecken und wenig, außer Verständnis und Anerkennung seiner selbst konnte bewusstseinbegabte Lebewesen frei machen.

 

Aber Cal war nicht in der Stimmung philosophische Debatten zu führen, er musste sich ablenken. Er hatte Stunden im Bett wach gelegen. Er hatte versucht mit Hilfe von Sittups und Klimmzügen müde zu werden. Er hatte selbst vor dem dunklen Fenster seiner Kabine aus das Universum mit dem Sonnengruß von seiner Yogamatte aus gegrüßt. Nichts hatte geholfen und er war sich sicher, nichts würde helfen, solange sein Hirn derart auf Hochtouren arbeitete, er sich im Gedankenstrom befand. Vor Jahren hatte er sich einen Happy Place als Programm für das Holodeck zusammengebastelt und das Programm wuchs immer weiter. Mit Hilfe eines inhaftierten Hackers hatte er das Programm so sicher gemacht, dass man es nicht knacken konnte.  In der Zeit im Rehabilitationszentrum war es für ihn wichtig gewesen, einen Ausgleich in seinen Bedürfnissen und manchmal auch in Fantasien zu finden, auf der Odyssey öffnete er das Programm nun zum ersten Mal.

 

Vor den Toren des Tempels griff er in seine Hosentasche und förderte eine zerknüllte Packung Red Apple Zigaretten hervor. Die Plastikfolie knisterte und die Alufolie um die Öffnung hatte Risse. Er klopfte zweimal mit der Packung auf seine offene Handfläche und schließlich lugte eine Zigarettenspitze hervor. Mit spitzen Fingern zog er sie heraus, steckte sie sich zwischen die Lippen und griff nach einer Packung qoli'k Streichhölzer. Er hatte diese klingonischen Feuerträger entdeckt und anders als gewöhnliche übertrugen diese, wenn man sie 20 Sekunden brennen ließ, einen rauchigen Geschmack auf die Red Apples. Cal beobachtete die Flamme ohne zu Zählen und steckte dann seine Glimmstengel an. Er wedelte das Feuer aus, warf das Streichholz auf den Boden und inhalierte einen tiefen Zug. Es schmeckte wie der Dreck der Rocky Mountains kurz bevor es regnete und dem Rauch einer klingonischen Öllampe auf Quonos bei einem heftigen Gewitter. Genau das, was er jetzt brauchte.

 

Stufe für Stufe ging er die Treppen zum Tempeleingang hoch. Rhythmisch bewegende Klingonische Tänzerinnerinnen in Lederkleidechen begrüßten ihn. Als er ihnen näher kam, präsentierten sie ihm ihre angespitzten Zähne und ihre glänzende, knapp bedeckten Oberkörper. Sein Stimmungswetter würde sich in einem Gewitter entladen, das spürte er, als er sie passierte. 

 

Ort: Quartier Juliette de Monceour

Zeit: SpD 32.0102

 

Das Terminal auf ihrem Schreibtisch gab einen leisen Ton von sich und ein minimiertes Fenster öffnete sich. Da Juliette darauf gewartet hatte, war ihr Schlaf nur sehr leicht gewesen. Sie vergewisserte sich, dass der Marine zu ihren Füßen schlief. Dann langte sie nach ihrem Corps T-Shirt und warf es sich über. Mehr brauchte sie nicht, sie würde ja im Quartier bleiben. Dann ging sie an das Terminal, schnappte es sich und ging in ihren Schlafbereich.

 

Sie setzte sich mit angewinkelten Beinen auf ihr Bett und vergrößerte das Bild.

 

"Guten Morgen Mister Mannix" lächelnd berührte sie mit ihrem Zeigefinger den Bildschirm und beobachtete, wie Cal die Stufen seines Tempels empor ging. Die Marine griff nach ihrem Nachttisch und öffnete die obere Schublade. Sie nahm ein silbernes Kästchen hervor, öffnete und es nahm sich eine silberne Pille heraus. Sie schluckte diese herunter.

 

Birden, ein gute Feldhacker, hatte Stunden gebraucht um diese Verbindung herstellen zu können. Sie schätzte, das Mannix selbst Hilfe von Hackern genutzt hatte um das Programm sicher zu machen, das hatte sie aber nur noch mehr angespornt herauszufinden, was er da tat.

 

Würde aus der Sicherheit jemand mitbekommen, was Birden und sie getan hatten, würden sie allein für den Zugriff auf private Daten vor ein Gericht gestellt werden. Und gleichzeitig galt noch immer, dass im Krieg und in der Liebe alles erlaubt war. "Inter arma enim silent leges" flüsterte sie und beobachtete wie Cal seinen Tempel betrat.

 

Anfangs war sie enttäuscht. Klingonische Tänzerinnen, Rigelianische Bedienungen und ein Ring mit einem Boxer waren zu sehen. Da war nichts wildes dabei, nichts verwerfliches. Nichts, das man geheim halten musste. Cal hatte offensichtlich das Bedürfnis, sich körperlich zu verausgaben und war in den Ring gestiegen. Seine Nahkampftechnik war nicht nennenswert, seine Angriff entstanden aus Wut und nicht aus Drill oder taktischen Überlegungen. Für einen mittelmäßig trainierten Marine war Cal kein ernstzunehmender Gegner. Allerdings zeigte er eine überdurchschnittliche Zähigkeit.

Juliette war schon fast zu der Ansicht gelangt, dass nichts spannendes mehr passieren würde, als Cal plötzlich den Raum abdunklen ließ. Gleichzeitig ließ er seinen Gegner verschwinden. Er bewegte sich in eine Ecke des Ringes und zog sich sein Shirt aus. Dann drehte er sich wieder um. Seine Rücken durchgestreckt, schlug er sich in die Hände. Cal schritt langsam den Ring entlang und der Lichtkegel bewegte sich mit ihm.

 

Ort: Holodeck 3

Zeit: SpD 32.0105

 

Die Hitze trieb Schweißperlen auf seinen Brust, seine Hände hatte er mit Lederriemen umwickelt. Er spürte nicht, wie sein Atem schneller ging. Er spürte wie sein Puls bis in den Hals pumpte und wie sein Blut in Feuer war. Langsam ging er auf die Gruppe zu, die vor ihm stand. In der Mitte hielten sie einen Körper, der Kopf hing nach unten durch.

 

Cal ging einen schnellen Schritt vor, griff fest in die langen roten Haare und zog sie nach hinten. Ihr Gesicht zeigte sich, ihr Mund schmerzverzerrt verzogen. Er zog fester, sie schloss ihre Augen und atmete gepresst aus. „Von den eigenen Leuten verraten.“ sagte er in tiefer Stimme. Die Wesen um sie herum hatten weibliche Kurven und trugen die Uniformen des SMC.

 

„Das gefällt ihnen, richtig? Eine starke Frau gefesselt, von Frauen gehalten. Dem Mann zur Verfügung gebracht. So ein starker Mann!“ Ihre Stimme klang angestrengt und war laut. Ihre trotzig vorgebrachte Ironie zerschnitt die Luft wie ein Plasmabrenner eine EPS Leitung.  Cal zog mit der Hand nach fester an den Haaren. Sein sich warnend meldender Verstand, dass das falsch war, was er tat, wurde durch Hitze, Schweiß und Hormone ausgeblendet. Er zog an den roten Haaren, biss die Zähne zusammen. Sie schrie auf. Der Counselor lächelte, holte mit dem freien Handrücken aus und schlug ihr ins Gesicht. Ihr Kopf gab der Bewegung nach, als die Hautflächen sich berührten, klatschte es stumpf auf. Sie sammelte sich, wandte dann den Kopf zu ihm und spuckte feine Bluttropfen auf seinen Oberkörper. "Wie männlich, eine wehrlose Frau zu schlagen!" Die Worte bissen in seinen Geist wie ein Haifisch in einen menschlichen Körper. In seine Fingern kribbelte es. "Sie haben meine Familie bedroht. Sie haben meine Freunde bedroht. Sie sind eine Gefahr für alle an Bord." Selten klang seine Stimme so tief, das Testosteron hämmerte sich seinen Weg durch Adern und Kapillaren in Cals Körper.

 

„Das gefällt ihnen, richtig?“ ihre Stimme klang noch immer fest. Als letzten Rest hatte er ihrem Hologramm noch Widerspenstigkeit hinzugefügt, allein weil er nicht nur von Trieben gesteuert sein wollte. Es war nicht in Ordnung, was er vorhatte und auch wenn es ein Hologramm war, er wollte die Situation nicht komplett genießen. Er betrachtete das Blut auf seinem Oberkörper und entschied, es nicht wegzuwischen. Sie sollte Blut sehen. Ihr Blut. 

 

Cal spannte seinen Griff in ihren Haaren fester an, holte aus und schlug erneut zu. Leichte Blutfäden suchten sich ihren Weg über ihre Augenränder. Die linke Augenbraue war aufgerissen. Sie gab keinen Laut von sich, die Figuren, die sie festhielten, rührten sich nicht. Er schlug wieder zu und wieder, das Blut verteilte sich über ihre Wange, und wieder, bis sie schließlich aufstöhnte.

 

Er ging in die Knie vor ihr, legte langsam seinen Hand um ihr Kinn, Zeigefinger und Daumen in die beiden Wangen.  Er drückte zu und spürte ihre Zahnreihen durch die Haut. Ihr Gesicht war direkt vor ihm. Er spürte in den Fingern, wie sie sich wehrte. Er spürte wie sein Geist sich mit roten "Stop" Schildern meldete. Doch das Bild seiner weinenden Mutter, der geschockten Orioni auf der Krankenstation und den aufgeplatzen Brandblasen in Knoxs Gesicht vertrieb diese Warnung. Er brauchte nur ganz wenig, dass seine Finger noch fester zudrückten. „Das wird jetzt anstrengend für sie, sehr anstrengend und es wird sehr lange gehen. Jeden Laut, den sie von sich geben, werde ich bestrafen." Er brachte sein Gesicht näher an ihres. Auf seinen Lippen spürte er die Wärme ihres gepressten Atems. "Und ich sagen ihnen, ich will sie schreien hören. Ich will in ihren Augen sehen, was Verhörte sehen, die erkennen, dass die Werkzeuge wirklich nicht zum Abschrecken da liegen. Ich will das sie so vor Schmerz so laut werden, dass es ihnen gleich ist, ob ich fester zuschlage.“

 

Cal lockerte den Griff etwas, ließ neue Kraft in seine Hand strömen und drückte dann noch fester zu. Seine Fingerkuppen drangen tief in ihre warmen sanften Wangen, sein Puls pochte stumpf hinter seinen Augen. Ihre Nasen berührten sich fast und sie blickte ihn noch immer mit festem Blick an. Seine Zähne ließen sich nicht mehr vollständig voneinander trennen, er drückte noch fester zu: “Ich ...will... wirklich,.. dass.. Sie.. leiden!“

 

Der CNS drückte Daumen und Zeigefinger so fest zu, dass sie den Mund öffnen musste. Dann trieb er die Finger noch tiefer in die Wange. „Haben sie das verstanden?“ Cal keuchte die Frage, seine Kreislauf pumpte Hormone in alle Ecken und Enden des Körpers. Die Marine schloss die Augen um gefühlt Distanz zu gewinnen. Ihren Mund hatte sie zwanghaft weit aufgerissen. Cal spürte, wie sie versuchte dem Druck zu entgehen. Seine Finger schafften es fast, dass sich ihre Wangen im Mund berührten. Sie verengte ihre Augen, ihr Atem setzte aus. Kleine Tränen sammelten sich an den Augenliedern. Cal ließ ruckartig los, gab ihrem Kinn noch einen Schwung, dass ihr Kopf wackelte. Sie atmete hörbar ein.

 

Mit dem rechten Zeigefinger fuhr er an ihr linkes Augenlied. Mit der Fingerkuppe sammelte er die Träne auf. Sie versuchte den Kopf wegzudrehen. Sie öffnete ihre bernsteinfarbenen Augen wieder. Trotzig schaute sie ihn an, noch immer nach vorne gebeugt, noch immer hielt er mit der anderen Hand ihre Haare fest im Griff. Als er sicher war, dass er ihre Aufmerksamkeit hatte, dass sie wusste, was er da auf der Fingerkuppe hatte, nahm er seinen Finger mit der Träne in den Mund.

 

Dann ließ er los und stand auf. Er und wandte sich ab, ohne sie anzusehen. Er ging einige Schritte von ihr weg. Das Hologramm fühlte sich echt an. Etwas in ihm, tief versteckt, brachte Bilder ih ihm zum Vorschein, von denen er wusste, dass sie gefährlich waren. Sie waren ein geheimes Drehbuch, was in den nächsten Stunden passieren würde. Und noch immer waren Warnzeichen in ihm. Von dem was er vorhatte, würde sich seine Seele erholen müssen. Er wusste, dass die Wärme, der Geruch, ihre Haare und ihre Haut nicht echt war und trotzdem spürte er eine Hitze in sich, wie er sie von besonderem Sex kannte. Selten, aber hin und wieder, mit der richtigen Partnerin war der Ringkampf mit den anderen Geschlchecht für ihn wie ein Rausch, wie ein Sprint bei dem er genau im Flow seiner Leistung war und ewig rennen konnte. Bei dem er jede Faser seines Körpers spürte und so angetrieben wurde, dass er nur mit zusammengebissenen Zähnen weitermachen konnte. Es war der Teufelstanz, der ihn auf dem Höhepunkt zum Schreien brachte und danach jede Kraft aus seinen Muskeln zog. Er wusste, dass das heute nicht passieren würde.

Sie war nicht echt, sie war nicht real, auch wenn die Träne nach Salz geschmeckt hatte. Tief in ihm vergraben regte sich etwas. In den dunkelsten Momenten hatte er sich vorstellen können, dass ein nackter Tanz mit ihr ihn zum Schreiben gebracht hätte. Das würde aber nicht passieren, nie mehr.

Cal drehte sich zu ihr um. Die kleine Menge an Blut hatte mittlerweile den Weg zu ihrem Mund gefunden. Feine rotglitzernde Linien zogen sich über ihr Gesicht. "Was für ein starker Mann! Sie sind ein Weichei, Mannix." zischte sie schwer atmend. Cal blickte sie an. Er würde ihr Schmerzen zufügen. Danach würde mit einem unbefriedigten, fahlen Geschmack aus der Holodeck gehen. Und trotzdem ballten sich seine Fäuste, bei der Vorstellung, dass sie in wenigen Augenblicken aufschreien würde. Sie würde lange schreien, dafür würde er sorgen.

 

Ort: Quartier Juliette de Monceour

Zeit: SpD 32.0302

 

"Das war aber ganz schön grob, Doc. Das hätte ich ihnen gar nicht zugetraut." Juliette hatte die Arme vor ihrem Körper verschränkt und die letzten Stunden interessiert zugesehen.

 

</rpg>

 

<sum>

Ort: Moncoeurs Quartier

Zeit: SpD 31.2010

Juliette trifft sich in ihrem Quartier mit Corporal Birden und feiert ihren ersten Sieg über Mannix.

 

Ort: Holodeck 3

Zeit: SpD 32.0102

Cal sucht Ablenkung auf dem Holodeck.

 

Ort: Quartier Juliette de Monceour

Zeit: SpD 32.0102

Juliette hat Zugriff auf Cals Holodeckprogramm und beobachtet ihn.

</sum>


Shady Behavior (VII) - She is a spider!!

Phil
 

wir nähern uns dem Finale des 2 Kapitels ;-) 

Wieder ganzheitlich in Anleihe an eine Erfolgsgeschichte der BBC (https://www.youtube.com/watch?v=3mr0EsWjMho)

<rpg>

Ort: Krankenstation USS Odyssey

Zeit: SpD 31.1848

 

"Wie geht es ihr?" Dr. Than blickte von dem Padd auf, auf dem sie ihre heutigen Notizen zu ihrer Doktorarbeit gesammelt hatte. "Sie hat sich stabilisiert. Ich lasse sie noch etwas schlafen. Neben dem körperlichen Schock, habe ich einen gesteigerten Stoffwechsel in ihrem Hypothalamus entdeckt. Es beschäftigt sie wohl irgendetwas."

 

"Wie meinen Sie das?" Cal blickte auf die schlafende Ratana und dann auf das Terminal. Mit einem Klick wechselte die Ansicht vom Körperschema zu ihren neurologischen Werten. Als Psychologe konnte er die Daten, auch die der bekanntestes Spezies des Alpha- und Betaqudranten recht sicher analysieren. "Sie träumt ziemlich heftig."

 

Plötzlich öffneten sich Ratanas Lippen und ein kaum merkliches Schluchzen war zu hören.

"Das kann alles bedeuten. Das müssen keine stummen Schreie sein."

"Es ist glaube ich sicher gut, das weiter zu beobachten." Cal blickte in das Gesicht der Orioni. Dass sie in die Sache hineingezogen worden war, tat ihm unsagbar leid. 

 

Was hatte de Moncoeur zu ihr gesagt, als sie sich vormittags zum Sport verabredet hatten? Was es auch gewesen war, es hatte eine heftige Reaktion ausgelöst. Das gleichzeitig ein Warm-Kaltwasserregulator durchgebrannt war, war sicher nicht so zufällig, wie das Mackenzie geschienen hatte. Man würde garantiert nichts finden, aber Cal würde sich einen Finger ausreißen lassen, nur für den Beweis, dass Juliette bei dem Ausfall des Kalt-Warmwasserregulators ihre Finger im Spiel hatte.

 

//Passen Sie auf ihre Familie auf, Mannix. Sie können sie nicht alle schützen!//

 

Ort: Casino

Zeit: SpD 31.1915

 

Das Casinio war gut gefüllt. Fast jeder Platz war besetzt. Leise Klaviermusik erfüllte den Raum. Weiße, klassische Tischdecken und erste zögerliche Versuche einer stimmungsvollen Dekoration wiesen auf den morgen bevorstehenden Jahreswechsel hin. Diesen Ort hatte sie mit Bedacht gewählt. Sie saß mitten im Raum an einem 2er Tisch. Sie hatte die Uniform gegen eine enge graue Hose, Pumps und eine weiße, beinahe durchsichtige Bluse getauscht. Um ihren Hals baumelte eine silberne Kette mit einem dünnen, kleinen Kreuz. Ein Geschenk ihrer Mutter. Sie war nur auf dem Papier katholisch. Aber es wirkte so widersprüchlich und deshalb trug sie es so gerne. Und da ihre Mutter nie mit ihrem Lebenswandel einverstanden gewesen war, sie immerzu getadelt hatte, war es ihre stille Provikation ihr gegenüber geworden, das Kreuz zu tragen.

 

Juliette de Moncouer hatte gerade den Hauptgang ihres Essens erhalten und nippte an einem vorzüglichen Rotwein, als sie den CNS suchenden Blickes den Raum betreten sah. Mannix war sichtlich wütend, auch wenn er versuchte es zu verbergen. Eigentlich hatte sie schon bei der Vorspeise mit ihm gerechnet. Hatte sich ausgemalt, wie sie die Garnelen vor ihm durchbrach, eine nach dem anderen und diese aussaugte. Nun musste der Hauptgang herhalten.

 

Sie schnitt gelassen mit dem Messer, fast zärtlich und mit chirurgischer Präzision, in das Stück Fleisch auf ihrem Teller und führte es sich an die Lippen. Cal erreichte in dem Moment ihren Tisch, an dem sie sich möglichst langsam die Gabel an die Lippen führte.

 

Ohne eine einzige Höflichkeitsgeste nahm er ihr gegenüber platz. Kein Wort, nur ein Blick.

 

Gespielt entrüstet sah sie Cal an. "Sie hätten mich fragen sollen, bevor Sie sich setzen Doktor Mannix. Eventuell erwarte ich ja noch Jemanden!" Es lag auf der Hand, dass sie auf ihn gewartet hatte.

 

Cal hatte lange überlegt, wie er das Gespräch beginnen sollte, aber es würde so oder so auf diesen einen Satz hinauslaufen.

 

"Sie gehen zu weit! Sie verletzen Menschen und bringen Sie in Lebensgefahr!"

 

"Vortreffliche Beschreibung meiner Aufgabe hier an Bord Doktor," bezog sie die Aussage auf ihren Posten als Leiterin der Special Force Unit. "Und dafür haben Sie fünf Jahre Psychologie studiert?"

 

Die Französin umfasste das Weinglas und führte es kurz an ihre Lippen. "Ich habe übrigens Ihre Doktorarbeit gelesen. Sie haben sehr, sehr gründlich gearbeitet. Ich stimme Ihnen zwar nicht in allen Punkten zu. Aber Sie argumentieren so leidenschaftlich. Das wird Prof. Meyer glatt überzeugt haben. Oder war es vielleicht doch etwas anderes? Sie soll ja für ihr Alter durchaus eine sehr attraktive Frau sein...."

 

Cal ignorierte die offensichtliche Provokation. Anne Meyer war seine Doktormutter gewesen. Jahre zuvor hatte sie ihren Mann, Captain Lienhard Meyer beim furchtbaren Mercure-Projekt-Unfall verloren. Über 50 Angehörige des Ingenieurscoprs wurden ohne Schutz ins All katapultiert und waren innerhalb von Sekunden im Vakuum explodiert. Aufgrund des fehlendes Außendrucks hatte sich die Physiologie der Körper schmerzhaft den Weg nach außen gesucht. Sie waren geplatzt wie Eier in der Mikrowelle. Sein Vater war leitender Ingenieur des Projektes gewesen und nach 4 Jahren Ermittlung wurde der Unfall auf einen technischen Fehler zurückgeführt, für den niemand etwas konnte.

 

"Lieutenant. Noch ist es nicht zu spät. Ihr Vorgehen entspricht ja weitgehend diesem 'shock and awe' Stil der Marines. Wir haben gecheckt, was Sie können. Das ändert aber am Ergebnis nichts. Sie können das beenden und bekommen umgehend die Hilfe, die Ihnen zusteht." Cal versuchte ruhig zu bleiben. Er legte seine Handflächen nach oben auf dem Tisch.

 

Juliette hob eine Augenbraue und blickte dann auf die Handflächen. Offensichtlich glaubte Mannix noch immer, dass er mit seiner Analyse zu ihrer Diensttauglichkeit Recht hatte und das sein Vorgehen richtig war. Sie war eine Sekunde davon irritiert, dass er sich einen Moment so offen zeigte. Sie blickte ihm wieder in die Augen. In die grünsten Augen, die sie in der Galaxie kannte. Und sie hatte schon einige gesehen, aber noch nie so klare, so an Farben satte. Es war ihr, als würde sie in eine große saftige Wiese blicken.

 

"Sie haben die Augen Ihrer Mutter, wissen Sie das eigentlich?."

 

"Lieutenant...." kam es so beherrscht wie möglich von Cal. "Sie haben eine ernste psychologische Störung. Sie brauchen Hilfe."

 

"Hilfe ist eine gute Idee...Tatsächlich."

 

Sie machte eine wohlbedachte Pause.

 

"Kennen Sie einen guten Anwalt? Nicht, dass ich einen brauchen würde, aber haben Sie schon mitbekommen? Die Ermittlungen zu dem Mercure-Projekt-Unfall auf Utopia Planetia, sind wieder aufgenommen worden. Hat ihr Vater nicht damals das Projekt mit diesem neuen Antrieb geleitet? Es ist ja leider noch immer ungeklärt, warum er beim Start des Versuchs nicht im Kontrollzentrum war. Vielleicht sollten Sie sich mal zu Hause melden. Ihre Mutter ist sicher ganz in Sorge. Jetzt, wo ihr einziger Sohn auch noch an der Front ist, wo ihm jederzeit bei einer unbedachten Handlung etwas passieren könnte."

 

Cal spürte, wie sich sein mageres Frühstück mit viel Magensäure den Weg die Speiseröhre wieder hoch suchte. Könnte er Feuerspucken, er würde diese Frau genau jetzt über den Tisch mit einem gewaltigen Feuerball in Brand setzen und solange nachhalten, bis von diesem trainierten, kampferfahrenen Biest, dieser Schlange, nur noch ein Häufchen Asche übrig wäre. Wenn das stimmte, würde auf seine Familie wieder eine harte Zeit zukommen. Ellenlange Verhöre und immer die gleichen Frage, ob seine Vater seine Dienstpflichten verletzt hatte. Diese Frau. Woher nahm sie den Antrieb, die Zeit und diese unglaublich getriebene Energie? War da mehr als eine Störung zu gange? Cal war sich nicht mehr sicher, ob Silas der komplexeste Fall seiner bisherigen Laufbahn bleiben würde.

 

"Ich werde jetzt aufstehen und zu den beiden Sicherheitsleuten an den Nachbartisch gehen. Ich werde Sie bitten Sie zu Ihrem eigenen Schutz in Gewahrsam zu nehmen."

 

"Aber Doktor...." Juliette zog mit einem leichten Stich der Gabel etwas aus dem Grünzeug auf ihrem Teller. Eine winziger, gefächerter Fuß, hing an einem kräftigen grünen Beinchen. Sie betrachtete den Froschschenkel und wog ihn hin und her. Langsam legte sie die Gabel wieder ab. Der Fuß des Frosches wippte auf den Zinken nach.

 

"Das werden Sie nicht tun. Sie und ich wissen ganz genau, dass unser tete a tete dann ganz hässlich werden kann. Gehen Sie in sich und fragen Sie sich, ob Sie in dieser Sache jederzeit aufrichtig und dem Offizierspatent korrekt entsprochen haben. Ich bin zu einer Antwort geneigt: Sie würden eine Menge Personen mit in den Abgrund ziehen." Die Französin blickte den CNS über den Tisch hinweg an. Cals Blick hielt stand, seine Gesichtszüge veränderten sich nicht.

 

"Nunja," Juliettes Finger spielten mit dem langen Stil des Rotweinglases, während Cal unter der Tischdecke auf einmal einen Fuß an seinem Bein fühlte, der sich anschmiegend empor bewegte. Er drückte reflexartig seine Knie zusammen, spürte , wie sie dadurch inne hielt, weil er ihren in Pumps steckenden Fuß einklemmte.

 

"Doktor...Sie wissen genau, was ich von Ihnen möchte. Geben Sie mir eine tadellose Tauglichkeitsbewertung und ich werde sehen, was ich im Anschluss für Sie tun kann. Darum gehts Ihnen doch, nicht wahr? Das haben Sie sich doch bereits vorgestellt...." Ihre bernsteinfarbenen Augen bissen sich in seinen fest.

 

"Sie sind wirklich sehr krank, wenn Sie glauben...." Das Aufflackern in Cals Augen, der zunehmende Druck seiner Knie, verriet ihn, noch bevor er sich dem selbst bewusst wurde.

 

"Pris docteur?" Ihre Hand schob sich vorwärts, legte sich auf eine seiner Hände. Ein Fingernagel bohrte sich mittig in seinen Handrücken. Für unbeteiligte Zuschauer sah dies wie eine Geste der Zuneigung aus.

"Satyriasis....Promiskuität....was haben wir da noch? Ich habe das noch nicht ganz raus...." Der Druck des Fingernagels wurde stärker. "Eine Prise geleugnete Submission ganz tief in Ihnen drin?"

 

Juliette lehnte sich lächelnd zurück und widmete sich wieder dem Inhalt ihres Tellers. Genüsslich biss sie in den Froschschenkel und zog das Fleisch vom Knochen, während sie ihren Blick nicht von seinen Augen lies. Sie kaute langsam, schluckte. Der Knochen sank mit der Gabel auf den Teller zurück.

 

"Andererseits, habe ich gleich eine sehr dankbare Verabredung, also...." Ihr Blick wurde steinhart. Sie löste ihre Hand von seiner Hand.

 

".....HÖREN SIE AUF MICH ZU BELÄSTIGEN!" Juliette wurde auf einmal sehr laut. Die plötzliche Lautstärke ihrer Stimme und der Knall einer Ohrfeige brachte alle Gespräche im Casino zum sofortigen Erliegen.

 

Alle, aber auch alle Augen im Raum waren auf den CNS gerichtet, der erschrocken eine Hand auf seine Wange hielt.

 

Ein Marine, wahrscheinlich hobbymäßig als Freistilringer unterwegs, schob langsam seinen Stuhl zurück und deutete an aufzustehen. "Brauchen Sie Hilfe Ma'am?" Die zwei Schrankwände am selben Tisch blickten zu allem bereit in die Richtung ihrer Chefin.

 

"Schon gut Corporal Birden, der Doktor geht jetzt...."

 

Ohne weitere Worte schob Cal seinen Stuhl zurück, stand auf und ging. Beim Verlassen des Casinos rempelte er fast den TAK, Ens. Amun an, der verwundert zurücksprang. Der TAK blickte dem CNS verwundert nach. Seine bisherigen Begegnungen mit ihm waren freundlich gewesen, aber dieses mal war keine Höflichkeit vom CNS ausgegangen. Und der TAK konnte sich auch nicht erinnern, Cal mit derart verbissenem Gesichtsausdruk gesehen zu haben. Amun wandte seinen Kopf dem Casino zu und blickte zu dem Tisch, von dem er aufgesprungen war. Juliette legte langsam ihr Serviette auf den Tisch. //Hüten Sie sich vor de Monceour, die ist nicht ganz dicht// drangen Cals Worte bei seiner ersten Begegnung mit ihm in Amuns Bewusstsein. 

 

<rpg>

 

<sum>

Ort: Krankenstation USS Odyssey

Zeit: SpD 31.1848

Cal erkundigt sich nochmal nach Ratana.

 

Ort: Casino

Zeit: SpD 31.1915

Es kommt zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen Cal und Juliette im Casino. Cal ist wütend und merkt, dass er längst in einem gut gesponnenen Spinnennetz hängt.

</sum>

 

submitted by Linda und Phil