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The Odyssey Era - Teil 11: Laudatio & Lametta

Mortimer Bishop
 

Guten Abend!
 
Kurz und knapp: Viel Spaß bei Teil 11! :)
 
Lieben Gruß
Ratty & Mo
 
<RPG>
 
Zeit: MD 5.2023
Ort: (Neue) USS Odyssey, Modul-Ebene A, Aussichtsdeck & Lounge
 
Träge schob sich das Schiff weiter vor. 
 
Um nicht von der Station SB 24 abzutreiben musste die USS Odyssey alle vier Stunden ihren Implusantrieb kurzzeitig aktivieren. "Anschubsen" nannte Gaspar das Manöver. Ach wenn es nicht sonderlich spektakulär klang war es tatsächlich kein Operation für Anfänger. Im dichten Gedränge zwischen Sternenbasis und Schiffen konnte auch ein noch so sparsam gezündeter Impulsstoß für einen großen Crash sorgen. Mittlerweile war es durch die Ankunft der USS Aktune und der USS Tyson noch enger geworden.
 
Aber von dem Trubel draußen bekam die Mannschaft der frischumbenannten USS Odyssey nichts weiter mit. Alle Departments hatten den ganzen Tag mit Hochdruck geschuftet. Vom Technikteam, der Operationsunit bis hin zur Putzkolonne. Das Schiff sollte auf Hochglanz poliert werden! 
 
Besonderer Augenmerk des Teams lag auf dem Kommunikationsmodul, neben der Brücke eins der Herzstücke des Schiffs. Das Modul war auch für gestandene Offiziere etwas außergewöhnliches. In seiner neuen Pracht stand es im Kontrast zu den abgetretenen Teppichböden, die den ein oder anderen Korridor im Hauptschiff zierten. Nicht nur konnten hier die VIP Gäste sich einen völlig autarken Befehlsstand einrichten, das Modul verfügte auch durch seine Lage am höchsten Punkt des Schiffs über eine gigantische Aussicht. Besonders die Aussichtslounge auf Deck A stellte einen beliebtes Ausflugsziel der freien Crews dar. Die gigantischen Panoramasfenster von fast 30 Metern Länge gewährten einen 180° Grad Blick auf SB 24, mit all den angedockten Schiffen. Ein irres Spektakel! 
 
Trotz dieser Aussicht bewegte die Männer und Frauen, die gerade in 16 Reihen vor dem Fenster standen, die Aussicht relativ wenig. Obwohl die Veranstaltung offiziell um 2000 angesetzt war, wartete man noch immer. Die Zeremonie war zwar recht spontan anberaumt worden, nichts desto trotz waren erfreuliche Ereignisse dieser Tage so rar das man doch davon ausgehen konnte das die Mannschaft pünktlich war.
 
Gaspar blickte unauffällig in die Runde. Auf den ersten Blick fiel ihm nur auf, dass der Acamarianer Ens. Amun noch nicht da war. Die Abwesenheit eines Kopfes mit Dreadlocks fiel eben schnell auf. Aber auch die Sicherheitschefin MacKenzie war noch nicht vor Ort. 
 
"Ensign Emin fehlt auch noch", raunte Cmdr. Yvonne Renard dem Kanadier zu. Die Frau in der roten Uniform hatte sich rechts von Gaspar aufgestellt. Links stand wie immer Soraya und musterte die Truppe mit neutralem Blick. Es war etwas seltsam, sich die Stelle des Ersten Offiziers nun zu teilen. Sie musste sich immer wieder sagen, dass es besser so war. Und das stimmte auch. 
 
Eine Person nicht weit weg hatte ganz andere Sorgen. Lt. Panalek stand schon seit etwa sechzehn Minuten in der Reihe hinter Gaspar. Er war extra früher gekommen und dann das! Neben ihm trat eine blonde Betazoidin ungeduldig auf und ab. Sie warf ihm einen sehr schwer zu deutenden Blick zu. Auch die Frau mit den kurzen Haaren war bereits längere Zeit da und hatte sich zu Beginn ein wildes Blickduell mit Pan geliefert. Dann war eine Iskyra Dame hinzugekommen und hatte die Frau in ein Gespräch verwickelt. Pan verdrehte kurz die Augen. Er hasste es für die Unpünktlichkeit der Anderen so bestraft zu werden. Er würde sich die Namen dieser Querulanten merken. Ein technischer Übungsalarm um 0300 morgens würde ihnen schon Anstand beibringen! 
 
Soy beugte den Kopf vor. Sie musste sich etwas strecken um an Gaspar vorbei zu schauen. 
 
"Haben Sie die Depesche aus dem Hauptquartier gelesen, die ich Ihnen weitergeleitet habe?", flüsterte die Perserin. "Schon gelesen und beantwortet.", gab Yvonne Auskunft während ihr Blick vom Ausgang auf ihre Mit-EO ging. "Der VIP Bereich wird bereits hergerichtet. Die genauen Biowerte für die Lebenserhaltung fehlen noch, aber das wird in den nächsten Stunden erledigt sein. Meine Kontakte konnten sonst nichts über Ilvaria Taishi Feder’shon herausfinden. Die Tene’Hito scheinen ein sehr verschwiegenes Volk zu sein. Ich habe Lt. Jade bereits angewiesen den weiteren Kontakt mit dem Schiff der Hito Delegation zu übernehmen."
 
"Sehr gut.", raunte Gaspar, der das Gespräch notgedrungener Weise verfolgt hatte. Immerhin stand er immer noch genau zwischen den beiden Damen. "Gibt es was neues von der zweiten Kommission? Kikonen, wenn ich es richtig im Kopf habe." 
 
Yvonne hob den Blick und fixierte den Kanadier. Sie gestattete sich ein leises Kichern. "Ich denke, die sollten Sie ebenfalls mir überlassen Captain. Die Kikonen halten männliche Exemplare ihrer Spezies nicht geschaffen für politische Entscheidungen und Macht, um es mal milde auszudrücken. In dieser Hinsicht war das Briefing des politischen Zentrums erstaunlich präzise. Die Quartiere stehen schon bereit."
 
Gaspar schaute kurz zu Soy, dann zurück zu Yvonne. Er lächelte. "Das hört sich gut an. Einverstanden. Ihr Fall." 
 
In diesem Moment sprang einer der Turbolifte auf und Emin schoss heraus. Sein Kopf war ein wenig rot angelaufen, während er Entschuldigungen vor sich hin brummelnd seinen Platz einnahm. Von der anderen Seite des Raums kam Cal Mannix hinzu, der wohl in einer der unbeobachteten Ecken eine Zigarette geraucht hatte. Er blies den letzten Rauch aus dem Mund und stellte sich an den ihm zugedachten Platz, während seine Augen eine ganz bestimmte Person suchten. Ratana Tiru stand in der entgegengesetzten Ecke des Raums und unterhielt sich mit Reynolds. 
 
Als nächstes stolperte Fiona aus dem äußersten Lift - gefolgt von Ens. Amun. Daale Nin, der zusammen mit Charles Killroy in die erste Reihe gebeten worden war, konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. 
 
"Sie machen sich nicht mal die Mühe unterschiedliche Lifts zu nehmen.", murmelte Yvonne vor sich hin. "Gott sei Dank, das ist auch viel effizienter wenn Sie den gleichen nehmen. Sonst geht das hier nie los.", sagte Ana eine Spur zu laut. 
 
"Schhhh"
 
"Sind alle da?", raunte Soraya. 
 
"Ja. Nur Sky.. ah..."
 
Noch während Yvonne sprach fuhr das Schott des Seitenflügels auf und die hoch gewachsene Gestalt der Sylenerin betrat das Modul, was sich augenblicklich um eine Grad nach unten kühlte. Ihre Galauniform glänzte im Oberlicht. Fast wirkte es so als wäre die Lichtstimmung des Moduls auf ihren Auftritt abgestimmt worden. Schlagartig wurde es im restlichen Raum dunkler während die Commodore, die direkt vor dem großen Panoramafenster stand, deutlich sichtbarer war. Wie eine Galionsfigur zeichnete sich ihre Silhouette vor dem Sternenhimmel dahinter hab. 
 
"Schön, dass Sie nun alle da sind.", begann Sky, während sie einen unbestimmten Blick Richtung taktische Abteilung und Sicherheit warf. 
 
"Wie Sie sicher mitbekommen haben, bin ich nun nicht mehr ihre Vorgesetzte", eröffnete Skyla Lyma ihre Rede so sachlich wie eh und je. "Trotzdem bestand Captain Toussaint darauf, dass ich diese Zeremonie eröffne, wofür ich ihm dankbar bin."
 
Die Sylenerin streifte mit ihrem Blick über die Köpfe der Anwesenden. Es folgte eine eisige Stille, bevor sie sprach. 
 
"Die USS Odyssey ist nicht mehr," eine bedeutungsvolle Pause, "und doch befinden wir uns gerade auf einem Schiff diesen Namens. Ich habe mich die letzten Tage gefragt: Was macht ein Schiff aus? Sein Name? Seine Registry? Die Widmungsplakette? Oder sein Status als Flaggschiff? - Nein, das Alles ist nebensächlich, höchstens schönes, schmückendes Beiwerk. Es sind die Crewmitglieder, die den Namen eines Schiffes symbolisieren, die im Namen diesen Schiffes für die Werte der Föderation eintreten."
 
Skyla trat einen Schritt weiter vor, als suche sie nach dem Fortlauf ihrer Rede. "Sie alle sind Offiziere, Unteroffiziere und Crewman der Sternenflotte und haben in den letzten Monaten unglaublich viel geleistet. Viele Entscheidungen an den Kartentischen waren für Sie wie mich nicht immer nachvollziehbar, aber Sie haben Ihren Dienst trotzdem mit aller Hingabe erfüllt, die Sie der Sternenflotte geschworen haben. Dieser Krieg hat viele Opfer von uns erfordert, dienstliche wie private, und trotzdem sind Sie alle bereit weiterhin die Werte der Föderation hochzuhalten. Aber ich kann sie beruhigen. Für Sie ist der Krieg an dieser Stelle vorbei."
 
Ein Raunen ging durch die Menge. Verließ die neue USS Odyssey die Frontlinie?
 
"Ein paar der Senioroffiziere haben sich sicher schon mit den neuen Missionszielen der Akira-Odyssey auseinandergesetzt. Ihr Weg wird in den Süden des Quadranten führen, weit weg von der jeglicher klingonischen Streitmacht. Natürlich bedeutet dies nicht das es nicht weniger gefährlich werden kann. Ich kann ihn nur ans Herz legen ihren Kommandanten zu vertrauen. Cmdr. Toussaint, Lt. Cmdr. Alizadeh und Cmdr. Renard wissen was sie tun. Im Zuge der Abkommandierung habe ich DAS hier für sie alle! Die Verleihung an jeden Einzelnen erfolgt durch ihren Abteilungsleiter." Sie hob eine kleine rote Brosche hoch. Der Klingonen Kampagnen Ribbon!
 
Einige Crewmen in den hinteren Reihen verrenkten sich fast die Hälse um einen Blick darauf zu werden. Viele hatten noch nie in ihrem Leben ein solches Abzeichen erhalten. Eine tolle Möglichkeit in der Heimat damit zu prahlen. Ein leiser aber stetig lauter werdender Teppich an Gebrabbel und Geflüster erhob sich im Raum. Obwohl natürlich viele der Crewmitglieder bereits mit dem sehr speziellen Temperament der Commodore Bekanntschaft gemacht hatten war die Stimmung zusätzlich nostalgisch. Niemand, kein Crewman, kein Offizier und kein ziviler Angestellter konnte es annähend mit den Dienstjahren Skyla Lymas aufnehmen. Vor Ihnen stand eine der Dienstältesten Kommandeurinnen der Flotte überhaupt. 
 
"Mit einigen von Ihnen habe ich bereits auf der USS Achilles gedient, einige Gesichter habe ich in den letzten Tagen das erste Mal gesehen. Schreiben Sie die Geschichte der Reise zu den Sternen weiter, halten Sie die Werte der Föderation hoch, denn meine eigene Geschichte hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, diese Werte zu haben."
 
Skyla Lyma ließ eine kurze Pause, nickte kurz und Gaspar Toussaint trat zu ihr, um ihr die Hand zu schütteln, während langsam aber immer lauter Applaus aufbrandete. 
 
Thomas Reynolds trat vor. Er trat, in Dress Blue gekleidet, elegant aus dem Glied. Erst jetzt fiel auf das er vor sich ein rotes Kissen aus Seide trug. Auf der anderen Seite des Raums traten Soraya und Yvonne vor. Gaspar selbst hatte das Protokoll so angepasst, dass die beiden ersten Offizierinnen, die erste Offizierin der alten Odyssey und die erste Offizierin der neuen Odyssey, das Samtkissen bestücken sollten. Mit strammen Schritt stellten sie sich etwa drei Meter hinter Skyla auf. Thomas kam unterdessen in der Mitte an - salutierte - und marschierte auf die beiden Damen zu. Soraya öffnete die mitgebrachte Kiste und hielt sie Yvonne hin. Diese entnahm der Kiste zwei kleine Abzeichen. Thomas hielt direkt vor ihr und präsentierte das Kissen, was Yvonne umgehend mit den Abzeichen bestückte. Er drehte sich auf dem Absatz um und stellte sich erneut neben Sky. Alles war bereit. 
 
"Ich bitte 1st Lt. Charles Killroy und MSgt. Daale Nin nach vorne.", sprach Sky in die einsetzende Stille. 
 
Charles blickte auf, sein Blick traf Daales. Gleichzeitig spannten sie ihren Oberkörper an und marschierten vor Skyla Lyma auf. Die beiden Marines waren in Dutyuniform. Charles trug allerdings weißen Koppel und Gürtel als Chief Master at Arms der USS Odyssey. Damit wurde der höchste Militärpolizist an Bord betitelt, denn als stellvertretender Sicherheitschef war er auch für die Sicherheit innerhalb des Starfleet Marine Corps an Bord zuständig. Die Beiden hielten direkt vor der Commodore und salutierten gleichzeitig, eine Disziplin die nur von Gleichgesinnten nachgemacht werden konnte. Killroy lies sich nichts anmerken, während Daale etwas schwerer atmete als sonst. So im Rampenlicht zu stehen war für ihn etwas befremdlich. Er fühlte sich in der zweiten Reihe deutlich wohler. Sky drehte sich den Beiden entgegen und nahm sich einen Moment Zeit sie zu mustern. Wie es bei den Marines üblich war, konnte sie aber nicht einmal ein falsch ausgerichtetes Barthaar entdecken: Es gab nämlich keine. 
 
"Meine Herren, im Angesichts des Feindes haben Sie beim Kampf um den Bird of Prey IKS Kinzhar außergewöhnliche Tapferkeit und Mut bewiesen und auch als die Lage völlig aussichtslos war und sie als Kommandeure den Tod befehlen mussten, haben Sie nicht gezögert, auch als 1st Lt. Juliette de Moncoeur den Tod fand. Sie kennen das Medienecho was ihre Taten ausgelöst hat. Ihr Handeln ist vielen Leuten in der Föderation ein Vorbild. Hiermit verleihe ich Ihnen beiden die 'Marine Combat Medal' für ihren beispiellosen Einsatz. Herzlichen Glückwunsch!"
 
Charles Killroy traute sich nicht zu atmen. Seine Augen waren groß, sein Puls klopfte unter dem Kragen der Uniform. Er konnte im Protokoll nicht den Kopf drehen und Nin ansehen, aber diesem schien es ähnlich zu gehen. Steif und gepresst durch die Nase atmend, ließ er sich von der Commodore die Marine Combat Medal an die Uniform stecken. Es folgte der selbe Vorgang bei Daale Nin. Der Schotte wusste, dass der halsbrecherische Einsatz am Außenposten 1212 Wellen geschlagen hatte, dass sogar auf der Erde davon berichtet wurde, aber das dies solchen Eindruck hinterlassen hatte, das war ihm fremd. Auch wenn Charles gerne den lauten Tausendsassa gab, er war ein grundbescheidener Mensch. 
 
"Außerdem..", Sky griff zu zwei kleinen unscheinbaren Halspins die ebenfalls auf dem Seidenkissen lagen. "Befördere ich Sie, 1st Lt. Charles Killroy, hiermit in den Rang eines Marine Captains."
 
Der Schotte schluckte und sein Adamsapfel drückte gegen den Kragen der Uniform. Wie lange hatte er auf diesen Tag gewartet? Eigentlich hatte er nie geglaubt, dass es einmal soweit kommen würde. Stolz erfüllte ihn mit einem Schlag. Sky nickte dem Frischbeförderten freundlich zu und wandte sich an Daale Nin.
 
"Auch für sie geht es nach oben. MSgt. Daale Nin. Auch ihre Leistungen gehen weit über ihre Zuständigkeitsstufe hinaus. Hiermit befördere ich sie zum Master Gunnery Sergeant. Auch Ihnen herzlichen Glückwunsch."
 
Auch Daales Rangpins wurden kurzfristig ausgetauscht und seine Hand herzlich geschüttelt und schon waren die beiden auf zum Weg zurück zu ihren Plätzen. Gaspar hob die Hand und salutierte, das restliche Publikum tat es ihm nach und hielt den Gruß aufrecht bis die beiden Soldaten wieder an ihren Plätzen standen. Commander Toussaint sah in Richtung seiner Offiziere und dann wieder zu Commodore Lyma, die nun eine ganze Reihe von Namen nannte. 
 
"Ensign Emin, Ensign Amun, Ensign Nirrod, Lt. Ivoin, Lt. MacKenzie, Lt. Mannix, Commander Renard. Bitte treten Sie vor!" 
 
Die Offiziere bildeten in der Reihe der Genannten eine Linie gegenüber der Commodore. Skyla, sich diesen Augenblickes voll bewusst, das letzte Mal vor ihre Offiziere zu treten, nahm sich Zeit. Die Sylenerin schritt langsam auf Ensign Emin zu und blieb vor dem FLG stehen. Neben ihr stand weiterhin der Master Gunny und hinter Skyla Soraya Alizadeh, die nun von Gaspar statt Renard unterstützt wurde. 
 
"Ensign Emin, Sie haben in ernster Lage nicht nur mutig das Leben anderer Offiziere gerettet, sondern auch noch erfolgreich einen Erstkontakt zu einer bisher fremden Spezies hergestellt. In Anbetracht dieser herausragenden Leistung, verleihe ich Ihnen im Name der Sternenflotte die Kolumbus Medaille." Skyla steckte Emin die Medaille, die das Konterfei des Entdeckers zeigte an die Uniform. Der Allasomorph strahlte über das ganze Gesicht, was nicht ganz dem Protokoll entsprach, aber diese Szene irgendwie herzlich und wärmend machte. Skyla ergriff die Hand des FLGs und schüttelte sie bevor die Zeremonie weiter ging. Die Commodore blieb vor Ensign Amun stehen. 
 
"Ensign Amun, aufgrund Ihres vorbildlichen Dienstes als temporärer Kommandant des Bird of Prey IKS Kinzhar und der erfolgreichen Durchführung einer Erkundungsmission sowie der kreativen und erfolgreichen Verteidigung des Schiffes gegen einen zahlenmäßig überlegenden Gegner, verleihe ich Ihnen im Name der Sternenflotte die Zakdornische Taktikmedaille." Mit langen, hellen Fingern nahm Lyma die Medaille vom roten Samtkissen und steckte sie Amun an die Brust. "Herzlichen Glückwunsch.", schob die ehemalige Kommandantin der USS Odyssey nach und meinte es auch so. Die nächste Ehrung richtete sich an Ensign Nirrod, der sich aufgeregt das Monokel richtete.
 
"Ensign Nirrod, aufgrund Ihres herausragenden Dienstes an Bord der USS Odyssey und Ihrem Einsatz während der Carraya Krise, verleihe ich Ihnen im Namen der Sternenflotte die Phoenix-Medaille." Beim Anheften der Medaille an die Brust des Asura musste sich die hochgewachsene Sylenerin ein wenig beugen, schaffte dies aber entsprechend würdevoll. Der Asura strahlte über das ganze Gesicht, auch er hielt sich nicht an die, für Menschen so typische protokollarische Steifheit. Seine Stimmung war auch so gelöst weil seine Versetzung kurz bevor stand. Gaspar hatte allerdings nicht im Kopf auf welche Einheit es für Ensign Nirrod gehen sollte. Er beschloss Soraya nach der Zeremonie zu fragen. Die Sylenerin schritt weiter und blieb mit ihrem Tross vor Lt. Ivoin stehen. 
 
"Lt. Ivoin. Auch Sie haben in schwerster Lage erfolgreich Forschung betrieben und einen Erstkontakt zu einer Spezies hergestellt. Dafür verleihe ich Ihnen im Name den Sternenflotte ebenfalls die Kolumbus-Medaille, gut gemacht!" Mit geübter und langsam etwas vorgewärmter Handbewegung heftete sie der OPS die Medaille an die Brust. Ana starrte unverwandt auf das seltsame Stück Metall was an ihrer Brust hing. War das auch wirklich sauber? 
 
Als nächstes stand Lt. MacKenzie in der Reihe. Der Tross der Verleihungszeremonie machte vor ihr halt. "Lt. MacKenzie, für Ihren herausragenden Dienst während der Carraya Krise und die vorbildliche Durchführung der Evakuierung der USS Odyssey in Angesicht einer feindlichen Übermacht, verleihe ich Ihnen im Namen der Sternenflotte die Tapferkeitsmedaille der Sternenflotte." 
 
Fiona hob überrascht den Blick. Hatte Yvonne ihre Finger im Spiel. Die erste Offizierin hatte sich zurück ins Glied gestellt und lächelte Fiona heimlich zu. Immer wieder für eine Überraschung gut. Auch diese Medaille fand ihren Platz an der Uniformjacke der Ausgezeichneten. Der Anblick von Lt. Mannix, der einen Moment länger brauchte um ins Achtung zu fallen, verursachte ein leicht eisiges Schmunzeln in Skylas Gesicht. 
 
"Lt. Mannix, Sie waren während mehrerer Konflikte eine haltende Stütze für die Crew der USS Odyssey und haben selbst in kritischen Situationen Einfühlungsvermögen und Wagemut bewiesen und zahlreiche Leben gerettet. Deshalb verleihe ich Ihnen im Namen der Sternenflotte die Humanitätsmedaille." 
 
Cal hatte den Blick gesenkt. Hätte ihm jetzt jemand in die Augen gesehen hätte er oder sie vielleicht bemerkt das der Counselor in Gedanken bei einer ganz bestimmten Situation war. Bei einer bestimmten Person, die gegen diese Auszeichnung vermutlich protestiert hätte. Am Ende der Reihe stand nun Commander Renard. Skyla Lyma ließ sich Zeit, blieb einen Moment vor der brünetten Offizierin stehen, bevor sie sich das Kissen anreichen ließ.
 
"Commander Renard, für Ihren nimmermüden und aufopferungsvollen Dienst im Sinne der Vereinten Föderation der Planeten, erhalten Sie die Medaille für ausgezeichnete Dienste in der Sternenflotte." 
 
Bedachtsvoll heftete sie die Medaille an die Uniformjacke, bevor sie zurücktrat, damit sie alle ausgezeichneten Offiziere anblicken konnte. "Meine herzlichen Glückwünsche." Ihre Blick wandte langsam durch die Reihen. Plötzlich blieben ihre Augen an einer Person hängen. Sie hatte als einziges nicht ihren Kopf gesenkt sondern der Commodore mit ihrem Blicken offen Paroli geboten. Einer Eingebung folgend deutete Skyla Lyma mit der Hand auf die Offizierin. 
 
"Treten sie vor MCpt. Tiru", sagte sie langsam. Ratanas Halsmuskulatur spannte sich schlagartig an. Was hatte die Kommandantin vor? Ein Blick zu Toussaint und Renard verriet ihr diese Aktion nicht mit ihnen abgesprochen war. Einzig Soraya Alizadeh schaute weiter neutral nach vorne. 
 
"Marine Captain, seit über einem Jahr haben Sie an Bord weiter ausgeharrt, geduldig ertragen, dass Sie unter besonderer Beobachtung standen. Neben den seelischen Narben, die die Zeit als romulanische Kriegsgefangene bei Ihnen hinterlassen hat bis hin zu ihren jüngsten Heldentaten auf dem erbeuteten Bird of Prey haben Sie bis zum Schluss bewiesen, aus was Sie für Holz geschnitzt sind. Als Anerkennung dieser Dienste befördere ich sie hiermit in den Rang eines Majors, mit allen Rechten und Pflichten." schloss Skyla ihre kurze Belobigungsrede.
 
Die anderen Offiziere schauten sich an. Skyla hatte offenbar wirklich grade im Moment erst entschlossen diese Beförderung vorzunehmen, da sie keinerlei Rangabzeichen zur Verfügung hatte, sondern sie Tiru lediglich auf die Schulter klopfte. Es war Daale Nin, den man auf dem schnellsten Wege losschickte, das entsprechende Abzeichen zu holen.
 
"Sollen wir..etwas sagen?", wollte Soy wissen. Sie flüsterte aus dem Mundwinkel zu Gaspar, der wieder neben ihr stand. 
 
"Ich vermute die Commodore will auch den metaphorischen Mittelfinger Richtung FKOM vergrößern.", sagte Gaspar, nicht ohne heimlich zu kichern. Eine durchaus effektive Methode, solange das FKOM dagegen keine Revision einlegte. Er hatte den Nagel auf den Kopf getroffen, wie es schien. Sky hatte sich in seine Richtung gedreht und ihm kurz zugezwinkert. Mit der Hand machte sie eine Geste, die für alle sichtbar war und bedeutete 'Übernehmen sie!'.
 
"Meine Damen und Herren! Auch von meiner Seite herzliche Glückwünsche! Der offizielle Teil des Abends ist hiermit beendet. Lassen Sie den Abend gern mit diesem Ausblick ausklingen oder Sie machen sich auf den Weg zu Deck 13, dem Vergnügungsdeck. Hier finden sie das 'Dirty Old Alchemist', eine gemütliche Kneipe mit rustikalem Charme und die Marinekneipe 'Zuchthaus'. Aber ich muss Sie warnen. Zwischen 23-00 Uhr muss man hier im Armdrücken gewinnen um seine Drinks zu bestellen. In der angeschlossenen Lagerhalle soll sich außerdem ein kleiner Nachtclub befinden, aber diese Info haben Sie nicht von mir. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend.", beendete Gaspar den offiziellen Teil. 
 
Die Lautstärke im Saal nahm zu, als die Soldaten sich in eine bequemere Stellung begaben. Einige wollten unbedingt über das grade erlebte reden. War Tiru nun wirklich Major? Hatte jeder von Ihnen den Klingonen Ribbon oder erhielt man diese Spange nur bei besonderen Leistungen. Es gab viel zu besprechen.
 
</RPG>
 
<SUM>
 
Zeit: MD 5.2023
Ort: (Neue) USS Odyssey, Modul-Ebene A, Aussichtsdeck & Lounge
 
Nach einigen Startschwierigkeiten beginnt im Aussichtsdeck der neu benannten USS Odyssey die Ehrungszeremonie. Mit einigen Überraschungen! 
</SUM>
 
 
Submitted by
 
 
LtCmdr. Soraya Alizadeh
EO USS Odyssey
Aka
Ratty
 
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop


Die neuen Abenteuer des Schweißroboters

Miriam J.
 

Hallo Zusammen,

als ich damals auf der O meinen aller ersten Post geschrieben habe und damit auch den aller ersten Post in einem E- Mail Rollenspiel, hieß er die Abenteuer des Schweißroboters. Nun ja, jetzt ist die Odyssey Geschichte, eine an die ich mich immer gern zurückerinnern werde.

Es war eine tolle Zeit, mit tollen Leuten und ich habe wirklich viel gelernt, was für mich persönlich eine tolle Erfahrung ist und war, man hört ja nie auf zu lernen.

Sooooo, nun neues Schiff neue Abenteuer, aber immer noch derselbe Schweißroboter, ist also klar, dass er schon irgendwo auf dem Schiff unterwegs ist, wenn auch noch nicht entdeckt.

Ich habe auch einen NPC erwähnt… ich brauchte eigentlich nur eine Verbindung zu dem Roboter und wollte nicht einfach nur ein Namenloses etwas einbauen, das hat der NPC ja schon verdient.

BTW, Nein ich habe kein Problem mit den Personalpronomen, aber ich will ja nicht immer alles sofort aufklären, das ist ja dann auch langweilig.

Liebe Grüße
Sunny

 

 

 

< RPG>

Ort : Quartier, USS Korolev

Zeit: MD 3.0230

Zusammen waren die Katze und Ana in ihrem Quartier angekommen. Es war nicht ihr Zuhause, dieses Gefühl hatte Ana bereits beschlichen, als sie zusammen mit ihrer Freundin ihre Habseligkeiten in einer der düsteren Ecken abgestellt hatte.

Es war nicht hübsch hier! Nein!

Mit vor der Brust verschränkten Armen setzte Ana sich auf das Sofa was ihr weder farblich, noch vom Schnitt hier gefiel. „Es ist hässlich hier“, schnaufte die Betazoidin leise und bewegte so ihre Freundin dazu sich neben sie zu setzen. Tröstend legte die große Katze ihren flauschigen Arm um die zierlichen Schultern ihrer Freundin, „Wir machen es uns hier gemütlich bis wir wieder gehen.“
Anas Augen öffneten sich, „Und wohin gehen wir?“
Die Katze räusperte sich, „Ich habe doch das Angebot vom Hauptquartier auf der Erde bekommen. Ich mein unter den jetzigen Umständen… könnte ich zusagen und wir ziehen auf die Erde. Für dich finden wir im Hauptquartier sicher auch etwas. Hauptsache wir bleiben zusammen.“
Anas Augen öffneten sich noch weiter, „Ein ganzer Planet voller empfindungsfähiger Wesen? Als nächste sagst du mir noch zu willst für einen Kurzurlaub nach Betazept und meine Familie kennenlernen. Das mit dem zusammenbleiben ist der einzige Teil an der Vorstellung den ich gut finde.“
„Warum sollten wir denn nicht mal deine Familie besuchen“, versuchte Ortrichk Ana etwas abzulenken und etwas zu necken.

Ana geriet fast in Panik, bevor sie sich darauf besann, nicht zu hyperventilieren, „Meine Mutter und ich ein einem Raum, das geht keine 5 Minuten gut. Außerdem kann ich da nur wieder auftauchen wenn ich verheiratet bin, sonst verscharrt die mich direkt an eine gute Partie.“

Die Wissenschaftlerin stupste mit ihrer Nase gegen die von Ana, „Reg dich nicht auf. Wir finden schon einen Platz an dem wir uns Beide wohlfühlen und arbeiten können.“

Ana war leider nicht das optimistischste Wesen, sie sah sich schon in einem Kleid irgendwo zwischen ganz vielen schrecklichen Wesen sitzen und lächelnd vor sich hinstarren, das war ein Albtraum.

Wieder stupste die Katze leicht gegen Anas Nase, was bei den Beiden einem Kuss glich.

„Wir könnten zusammen duschen und dann kuscheln“; schlug die Wissenschaftlerin vor. Ana zuckte nur lustlos mit den Schultern, „Ich muss vorher noch mal prüfen ob man meinen Schweißroboter aus den Trümmern bergen konnte.“

Wieder tätschelte Ortrichk mit ihrer Pranke den Rücken der Freundin, bevor sie sich erhob und zwei Becher mit der süßen betozoidischen Limo replizierte, natürlich die Variante ohne Läuse.

Beide stellte sie auf den kleinen Tisch vor Ana ab, „Und?“

Die Betazoidin schüttelte mit traurigem Blick den Kopf, die Katze wusste, das Anas Roboter für sie so etwas wie Haustiere waren, niemand wunderte sich darüber wenn ein Mensch trauerte weil der geliebte Hund verschollen war, „Vielleicht finden sie ihn Morgen.“

Ana seufzte, „Oder er wurde zerstört und sein Arbeitsspeicher schwebt hilflos durchs All und wartet darauf, das ich ihn finde.“
„Ana“, ein Schnurren begleitetet die Worte der Katze als sie zwei Beutel aus einer Ecke zog und die hinter dem Sofa unbemerkt auf dem Boden auskippte, dann setzte sie sich wieder neben An und griff nach ihrem Getränk, während die kleinen Käferroboter rechts herum um das Sofa krabbelten und die kleinen Spinnenroboter ihrem Marsch links herum antraten.

Es dauerte einen Moment bis Ana erkannte wer wieder zu Hause war, „Sie sind zurück!“ Voller Freude, ein Zustand der äußerst selten bei Ana vorkam,  sprang die Ingenieurin vom Sofa auf, „Sie sind zurück!“

Ein fragender Blick lag auf dem weißen Fell, „Du warst das. Du hast sie gerettet.“

„Ja, dafür hatte ich nicht mehr genügend Zeit unsere Kleidung zu retten. Wir haben nun quasi nichts mehr zum Anziehen.“

„Egal, wir replizieren neue Rollkragenpullis“, Ana hatte eben auch ihr Liebelingskleidungsstücke.

„Was hast du denn da“, einer der Käfer schleppte etwas Glänzendes herum. Ana bückte sich und nahm ihm den Ballast ab, „Guck mal er hat einen Ring gefunden… seltsam.“
Die Katze schnurrte leise, „Den habe ich ihm gegeben.“
„OH“; Ana gab dem Käfer den Ring zurück, dieser stellte sich auf die kleinen Hinterbeine und nahm den Ring an.

„Was machst du“, fragte die Katze.

„Dem Käfer den Ring zurückgeben, du hast dir sicher was dabei gedacht!“

Die Katze seufzte kurz, „Ja!“

Ana blickte Ortrichk an, „Darum habe ich ihn zurückgegeben.“

Nun war es die Katze die dem Käfer den Ring abnahm und ihn Ana reichte, „Ja, ich habe mir was dabei gedacht.“
Anas Blick fiel auf den Ring, „Okay!“

Ortrichk fixierte ihr Gegenüber, „Wirklich?“

Anas Blick wurde fragender, wollte ihre Freundin, dass sie nach dem Grund fragte? Ne, dann hätte sie sicher von allein erklärt warum der Käfer auf den Ring aufpassen sollte.

„Wir kennen uns noch nicht so lang, das weiß ich“, fing die Katze an zu schnurren, „Aber ich will gern bei dir bleiben, für immer. Mit dir zusammenleben und die Zeit gemeinsam genießen.“
Die Kate blickte vielsagend auf Ana herunter, die wusste immer noch nicht was los war, also sagte sie das was ihr einfiel und für den Moment passend erschien, „Okay!“

Der Katze entglitten für einen Moment die Gesichtszüge, „Ich will dich heiraten.“

Ana blickte auf die sexy Reißzähne der Freundin, „Hmmmm…. Ach so…. okay!“

Geschickt steckte sich Ana den Ring an den Finger, „Aber keine Betazoiden – Hochzeit, ich will dass alle Rollkragen tragen müssen.“
Das war wohl das Maximum an Romantik zu dem Ana fähig war, dennoch schmiegte sie sich nun doch an das Fell der Freundin, „Du und ich für immer – das finde ich ganz gut.“

Ortrichk schnurrte und löschte da Licht…

 

 

 

 

Ort : Messe, USS Korolev

Zeit: MD 4.0730

Ana hatte Alle informiert! ALLE! Weil ihre Freundin das sicher so wollte, sie war immer so schrecklich gesellig. Sie hatte Yvonne, Fiona Emin, Ratana, Cal einfach alle in die Messe bestellt. Manche der Freunde waren noch abwesend, aber Fiona würde die Aufgabe bekommen, die Abwesenden des Rudels zu informieren. Fiona die Rudelinformantin!

Die Messe war kein edles Restaurant, aber im Krieg musste man nehmen was man bekommen konnte und wenn es nun mal eine Sternenflotten- Messe war, dann war das ebenso. Da sie sich hier noch immer außerhalb der Schichten bewegten, war es nicht verwunderlich, dass dieser Ort nicht gerade gut besucht war, aber das war Ana mehr als recht. Sie störte der große Typ der ein paar Tische weiter viel Spaß mit einer zierlichen Orionerin zu haben schien, wobei…. beim genaueren Hinsehen meinte Ana zu erahnen, dass dieser Orioner doch lieber seine Ruhe haben wollte und der Typ einfach nicht verschwand.

Wie sehr sie dieses Gefühl doch kannte.

Der grüne Typ schien sich hinter dem PADD zu verstecken, oder es zu versuchen aber sehr erfolgreich schien ihre Taktik nicht zu sein, denn der Mensch verschwand nicht. Was für ein Elend.

Wie gut Ana das nachvollziehen konnte, leider so gut, das sie kurz die Sorge und den Kummer spürte der ihr entgegenschwappte.

Ortrichk war noch immer damit beschäftigt Essen auf dem Tisch zu stellen, als Ana seufzte und sich zu den beiden Personen bewegte.

Instinktiv stellte sich Ana zwischen das grüne Etwas, das wie ein Häufchen – Elend  auf dem Stuhl kauerte und den Offizier der medizinischen Abteilung, „Kann ich helfen“, fragte Ana mit einem extrem genervten Unterton. Das grüne Mäuschen blickte kurz schüchtern hinter dem PADD auf, den es als Schutzschild benutzt hatte auf, schüttelte den Kopf und tauchte wieder ab, während der Typ etwas nicht ganz so kluges tat, er versuchte Ana wegzuschieben, was leider dazu führte, das sie Bilder vor sich aufblitzen sah. Wie sehr Ana es hasste, wenn das passierte und wie sehr sie es hasste, wenn große starke Jungs kleine wehrlose grüne Mäuschen aus Spaß ärgerten.

Ana riss sich los, was dazu führte das Ortrichk die Nackenhaare aufstellte und instinktiv die Fangzähne präsentierte. Ana signalisierte ihrer Freundin jedoch sich zurückzuhalten. Wenn sie hier anfingen Offiziere zu fressen, wie wollten sie das dem Kommandanten erklären. Oft war es vorgekommen, dass Ana echt gute Gründe oder Erklärungen hatte und die Anderen sie schlichtweg nicht verstanden.

Die Betazoidin blitze den Typen vor sich aus tiefschwarzen Augen an, lehnte sich ein wenig nach vorn und begann zu flüstern:“ Jetzt hör mal zu du bildungresistenter Intelligenzallergiker, wenn es dir Spaß macht Schwächerer zu ärgern und dich über sie lustig zu machen um damit deine eigenen Minderwertigkeitsproblemchen zu überwinden, dann hast du die Grundprinzipien der Sternenflotte nicht ansatzweise verstanden und nun troll dich aus meinen Augen.“

Der Typ wollte gerade zum Widerspruch ansetzen, da tauchte die Katze hinter den Ana auf und schloss sie in die Arme, was dazu führte das der Typ tatsächlich das Weite suchte.

Ana nickte zufrieden und wollte gerade zu ihrem Tisch zurückgehen als Ortrichk auch schon neue Freundschaften schloss, „Wollen Sie sich nicht zu uns setzen. Wir haben etwas zu feiern.“

Das grüne etwas blickte schüchtern auf, „Ich … also.“
Ana mochte das ganze Gerede nicht, sie hatte eh nicht verstanden, warum man den Freunden nicht einfach ber Nachricht mitteilen konnte das man vorhatte zu heiraten, „Sie können auch an unserem Tisch allein sein. Allein sein, heißt nicht einsam sein.“
Ortrichk entschuldige sich mit einem Lächeln, „Ich bin Ortrichk und das ist Ana, sie ist ab und zu etwas ruppig, sie meint das aber nicht so.“

Das grüne Wesen räusperte sich, „Mein Name ist Navaar.“

Endlich saßen die drei an ihrem Tisch und Ana zählte die Minuten, bis ihre Freunde da waren um so schneller war das nämlich durch und sie konnte gehen. Fiona wagte es doch tatsächlich 45 Sekunden zu spät zu erscheinen, darüber würde Ana später noch einmal mit ihr sprechen müssen, so ging das nicht.

Die Katze war es die alle mehr als herzlich begrüßte.

„Oh ihr habt schon Bekanntschaften gepflegt“, stellte Fiona fest als sie den Tischnachbarn begutachte, dieser blickt kurz über das PADD nur um sich dahinter wieder zu verstecken und ein schüchternes, „Hallo“, zu murmeln.

Yvonne und Emin lächelten der neuen Bekannten zu, bevor sie die Katze fixierten, „Also was ist passiert? Warum sollten wir alle hier sein?“ Etwas Neugierde schwang in der Stimme der Freundin mit.

Die Katze setzte an zu einer erfreulichen Erklärung, „Die letzten Wochen waren schwer und ich hatte das Glück eine wundervoll sanftmütige Person an meiner Seite zu wissen.“ Die Katze war für ihre Worte sogar aufgestanden. Emin beugte sich etwas zu Fiona hinüber, „Spricht sie von Ana“, flüsterte er. Fiona zuckte kurz mit den Schultern, „Ich denke“, flüsterte sie ebenfalls zurück.

Ana ging das alle nicht schnellgenug, „Wir heiraten“, kürzte sie das alles mal ab und blickte in die offenen Münder ihres Rudels.

„Ihr seid alle Trauzeugen und nach der Sitte der Menschen, müsst ihr ALLES organisieren“; klärte Ana weiter auf und blickte auch zu dem neuen grünen Rudelmitglied, „Sie auch!“

Nun war das PADD vor Schreck auf der Tischplatte gelandet.

 

</RPG>

 

<SUM >

Ort : Quartier, USS Korolev

Zeit: MD 3.0230

Die Katze macht Ana einen Antrag. Ihr ist es auch gelungen die Roboter - Insekten zu retten, allerdings bleibt der Schweißroboter weiter verschollen.

 

 

Ort : Messe, USS Korolev

Zeit: MD 4.0730

Ortrichk und Ana knüpfen neue Freundschaften, während sie auf ihre Freunde warten um ihnen die wundervollen Nachrichten mitzuteilen.

</ SUM>


The Odyssey Era - Teil 10: Der Plan der Königin

Mortimer Bishop
 

Hey ihr Lieben!
 
Ein kleiner Gruß zur späten Stunde. Hier der zehnte Teil der Odyssey Era! Suprise, Suprise! Nicht der letzte Teil! :D 
 
Da die letzten Szenen sehr lang geworden sind, haben wir uns entschieden die Era nicht auf 10, nicht 11 - sondern auf 12 Teile aufzuteilen. Keine Sorge, das Ende steht kurz bevor, 11 und 12 sind fast fertig und werden in den nächsten zwei Tagen kommen. Danke für euer ehrliches Feedback und Interesse an dem Abschluss dieser langwierigen Mission! Mit dem heutigen Teil wird eine wichtige Brücke geschlagen, bin gespannt was ihr sagt :)
 
Lieben Gruß 
Ratty und Mo 
 
 
<RPG>
 
Zeit: MD 4.2248
Ort: USS Galavant, Bereitschaftsraum des Captains
Fortsetzung von: The Odyssey Era - Teil 6: Das Ende des Weges
https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/643
 
<QUOTE>
Er lehnte sich zurück. Die Commodore, ihre Erste und Zweite Offizierin und ihre Sicherheitschefin waren also an Bord des sterbenden Schiffs gewesen und hatten die Suche nach dem Chefingenieur abgebrochen und die sylenischen Kreuzer geborgen. Er fragte sich was hinter diesen Schiffen steckte, dass die Commodore höchstpersönlich diese Aktion anführte aber je länger er drüber nachdachte, umso weniger wollte er die Wahrheit wissen. Das grenzte an interstellare Politik - ein Thema aus dem sich Gaspar so weit wie möglich raushalten wollte, auch wenn das im Kontext seines Kommandos auf der Galavant, einem auf Diplomatie spezialisierten Kreuzer, absolut töricht klang. Vielleicht war es gut, dass er den Bericht zusammenfasste und nicht Soraya, der dieses Thema keinerlei Ruhe gegeben hätte. Die Perserin machte aus ihrem Misstrauen der Politik gegenüber keinen Hehl. 
 
Er atmete einmal tief ein und griff zum nächsten Padd.
</QUOTE>
 
** 25 Minuten später **
 
Langsam lehnte sich Gaspar zurück. Sein Nacken schmerzte. Er spürte die Müdigkeit wie einen Schatten, der langsam über ihn fiel. Er legte das Padd, was er gerade in der Hand hatte, ab und erhob sich mit einem leisen Ächzen. 
 
Er ging Richtung Replikator und orderte einen großen Cappuccino mit einem kleinen Schüsselchen Ahornsirup nebst Löffelchen, während er neben dem Gerät ein paar Dehnübungen machte. Er musste dringend ein bisschen fitter werden. Vielleicht lies sich jemand von der neuen Crew zu einer Partie Eishockey überreden? Notfalls etwas anderes, dachte er. Seinen bisherigen Erfahrungen nach hatten die meisten Crewmitglieder genau ein Training lang Lust mit ihm Eishockey zu spielen.
 
Er griff nach dem kleinen Tablett mit Cappuccino und Sirup und setzte sich erneut an seinen Schreibtisch. Gedankenverloren schaufelte er ein wenig Sirup in seine Tasse. In Gedanken war er zurück beim Logbucheintrag. 
 
Ein kurzes Signal wies ihn auf seine Inbox hin, eine schriftliche Nachricht. Er hob kurz den Blick und drückte das entsprechende Symbol seines Homescreens. Die Nachricht stammte von... Commodore Skyla Lyma! Diese Information rüttelte Gaspar wacher als es der Kaffee je gekonnt hätte. Er las die Nachricht zum zweiten Mal. Er musste grinsen und warf einen Blick auf seine Wasserpfeife, die bereits seid geraumer Zeit wieder an ihrem alten Platz auf dem kleinen Seitentischchen stand. Er aktvierte seinen Kommunikator. 
 
"Toussaint an Commodore Lyma." Es rauschte kurz.
 
["Ah Captain! So spät noch wach?"] erklang die arglose Stimme Lymas. Ihr Tonfall klang ein bisschen nach Comic Bösewicht. 
 
"Was hat mich verraten?", fragte Gaspar lächelnd, während er den Kopf ein wenig gequält in der Hand abstützte. 
 
["Der weiße Rauch, der unter der Tür durchsickert."] sagte Skyla mit dem für eine Eiskönigin gebührenden Kälte in der Stimme. Trotzdem hörte der Kanadier dem Satz einen gewissen Humoransatz raus. 
 
"Ich verstehe. Haben sie mich gesucht?", wollte der Kommandant wissen. Sky lies sich mit der Antwort etwas mehr Zeit als geplant.
 
["So in der Art..ja. Sind sie gerade abkömmlich?"] wollte die sie ohne Umschweife wissen.
 
Gaspars Blick schoss zum Chronometer an der Wand. Eine ungewöhnliche Uhrzeit für berufliche Unterredungen. Andererseits gab es hier draußen in der Kälte eh kein morgens und abends, außerdem was war in diesen Zeiten schon gewöhnlich?
 
"Sicher. Wo sind Sie?", wollte der Kanadier wissen.
 
["Am Turbolift. Bin in zwei Minuten bei Ihnen. Lyma Ende"] informierte die Commodore, mit einer Tonlage, die keinen Widerspruch duldete. Gaspar fuhr hoch wie von der Tarantel gestochen und sah sich um. Zwei Minuten? Hektisch blickte er umher und wischte mit dem Handrücken ein wenig Asche vom Schreibtisch. Er musste aufräumen! In Windeseile versuchte der frischgebackene Captain den Raum etwas ansehnlicher zu machen. Nicht, dass es unordentlich war, aber bei einem hochrangigen Besucher, noch dazu der Kommandeurin einer ganzen Flotte, wollte man eigentlich ungern unvorbereitet entgegen treten. Die zwei Minuten vergingen viel zu schnell und Gaspar fuhr herum und stützte seine Arme in eine Denkerpose, als er hörte, wie sich die Türen öffneten.
 
Skyla Lyma. Höchstpersönlich. In Form und Farbe. Wie immer lies die Commodore nicht zu, dass man ihrem Gesicht eine emotionale Regung ablesen konnte. Aber natürlich konnte sich der Kanadier denken, dass der Verlust des eigenen Flagschiffs an keinem noch so abgebrühten Kommandant einfach so abprallte, selbst wenn es durch Fremdverschulden war. Aber wie immer hatte Skyla Lyma ihr Pokerface aufgesetzt. 
 
"Herein mit Ihnen.", kommentierte Gaspar den Auftritt seiner Gegenüber und deutete freundlich auf seinen Besuchersessel. "Bitte setzen Sie sich. Kann ich Ihnen etwas anbieten?"
 
"Whisky auf Ice. Danke.", sagte die Sylenerin nach einem kurzen Zögern. Es schien fast so als wusste sie selbst nicht genau ob ihr Besuch dienstlicher oder privater Natur war. 
 
"Sehr gerne", sagte Gaspar mit einer leichten Verbeugung und schritt ohne weiteren Kommentar zum Replikator. 
 
"Was trinken Sie?", fragte Sky aus reinem Interesse. Gaspar wendete den Kopf und schaute überrascht. Er hatte noch keinen Schluck von seinem Cappuccino genommen, der langsam kalt wurde, anderseits wurde ihm klar, dass es komisch wirkte der Sylenerin Alkohol zu servieren und selbst nicht zu zugreifen. 
 
"Gin...Old Fashioned", sagte er - halb zu Sky, halb zum Replikator. Beide reagierten, wobei Skys Reaktion weniger eindeutig war. Er griff nach dem vollen Glas und kam mit den beiden Getränken zurück.
 
"Was führt sie zu mir?", wollte Gaspar wissen, während er den Whisky vor der Commodore abstellte.
 
"Oh.. Vieles.", lies sich Sky nicht so schnell in die Karten schauen. Sie hob den Drink an und schaute prüfend hinein, bevor sie Gaspar mit einem Lächeln zuprostete. Gaspar erwiderte die Geste zerstreut. Der Gin hingegen war ganz fantastisch. Heimlich hatte er sich aus dem kleinen Schüsselchen zwei Löffel Ahornsirup in das Getränk gemixt. Seine Geheimwaffe für alles.
 
"Zu aller erst einmal, vielen Dank für ihre Hilfe. Ohne Sie und Ihre Crew hätten es die Besatzung des gekaperten Bird of Preys und der gestrandete Ensign Nirrod sehr schwer gehabt.", begann die Commodore. Ihre Stimme klang ernst und aufrichtig. Gaspar nickte und deutete eine weitere kleine Verbeugung an, sagte aber nichts. Abwarten was Lyma zu sagen hatte.
 
"Aber ich muss Sie auch warnen.", die Stimme war eine ganze Nuance dunkler geworden. "Aus Ihrer Perspektive sieht diese Mission hier in Carraya wie ein Erfolg aus. Täuschen Sie sich da aber nicht. Der tragischen Verlust der USS Glorana und das mysteriöse Verschwinden der Odyssey wird eine gründliche Untersuchung des FKOMs nach sich ziehen." 
 
Gaspar wusste nicht so richtig wohin mit seinen Händen, während Sky einen tiefen Schluck aus ihrem Whiskey Glas nahm. 
 
"Haben Sie sich nicht gefragt warum sie erst jetzt in das System beordert wurden?", wollte Skyla wissen, während sie träge die Beine übereinander schlug und sich eine weiße Strähne aus der Stirn blies.
 
"Das FKOM hat die Situation neu bewertet und hat Nachschub angefordert.", sagte Gaspar schulterzuckend. "Kein ungewöhnlicher Vorgang." 
 
"Für einen frisch beförderten Commander der, mit Verlaub, keine eigene Kommandoerfahrung hat?", wandte Skyla ein. Ihre kristallblauen Augen blitzten auf. Sie näherten sich dem Kern ihrer Botschaft. 
 
"Frontbeförderung. Gängiges Mittel im Krieg.", gab Gaspar zurück. Er hatte die Arme verschränkt. Wollte die Commodore ihn beleidigen?
 
"Erinnern Sie sich an ihr Briefing? Direkt im Anschluss an Ihre Kommandoübergabe?", wollte Skyla wissen. 
 
Gaspar lehnte sich ein wenig zurück und umfasste erneut das Gin Glas. "Es enthielt lediglich die Information das Sie, Commodore Skyla Lyma, laut ihrer eigenen Einschätzung die Situation im Carraya Sektor selbst im Griff haben und wir, also die Galavant, die Tyson und die Aktune, die Flotte unterstützen und notfalls evakuieren sollten."
 
Das war es. Die Augen der Sylenerin leuchteten wie zwei Scheinwerfer im Dunkeln. Sie beugte sich weit vor. 
 
"Haben Sie die Nachricht noch? Ich muss es schwarz auf weiß lesen.", sagte Sky. Ihre Stimme klang aufgeregt. 
 
"Eh.. ja einen Moment.", sagte Gaspar und lehnte sich zu seinem Homescreen. Mit wenigen Klicks schob er die gewünschte Information auf ein Padd, was neben ihm lag und reichte es der Commodore. Diese griff danach und las die Nachricht. Gaspar war sich immer noch nicht sicher was hier los war. Er war in der letzten Stunde bei der Sichtung der Sicherheitsaufzeichungen immer wieder mit einigen tollkühnen Aktionen der Commodore in Berührung gekommen, aber dieses Verhalten erschloss sich ihm überhaupt nicht. Dann blickte Sky auf. Auch wenn sie wie üblich die Contenance bewahrte, glaubte Gaspar ein triumphierendes Grinsen hinter der Fassade zu entdecken. 
 
"Das hier, werter Commander Toussaint, ist der Beweis für ein abgekartetes Spiel des Flottenkommandos! Ich habe in so ziemlich jeder Lagebesprechung um Unterstützung gebeten. Jedes einzelne Mal wurde sie mir aus völlig unterschiedlichen, immer ermüdenderen Gründen verwehrt! Glauben Sie wirklich, dass ich so tollkühn bin hier im Nadelöhr des Systems mit einer Handvoll Schiffe einer klingonische Vernichtungsflotte entgegen zu treten? Ich wurde unter fadenscheinigen Gründen dazu verdonnert hier auszuharren. Diese Nachricht von Ihnen beweist, wir, Sie und ich, sollen als Sündenböcke herhalten.", schloss Sky die Beweisführung ab. 
 
Gaspar war immer noch zu perplex, um was zu sagen, aber in seinem Hinterkopf hatte es zu rattern begonnen. Er stürzte einen riesigen Schluck Gin hinunter. 
 
"Sie und die Crew der Galavant sind nichts als die Bestätigung auf dem Papier, dass das FKOM etwas zu unserer Rettung unternommen hat. Es war nicht geplant, dass Sie erfolgreich sind oder ihren tatsächlichen Dienst antreten. Oder gibt es einen anderen Grund, warum das FKOM so darauf bestand, dass Sie ihre Crew aus den Überlebenden der Carraya Offiziere zusammenstellen? Eine ältere Akira, frisch renoviert zwar, aber doch in die Jahre gekommen - eine Skeleton Crew, die wirklich nur aus der aller nötigsten Mannschaft besteht? Kein wirklicher Kriegsverlust, aber das Oberkommando kann sich hinterher nicht vorwerfen lassen, dass sie nicht gehandelt haben. Die haben unseren Frontabschnitt intern einfach abgeschrieben. Wir sind der Verlust.", fuhr Sky fort. Ihre Stimme war immer leiser geworden, fast hypnotisch. 
 
Die gewaltige Faust des Kanadiers donnerte auf die Tischplatte. Gaspars Gesicht war blass vor Wut. Er hatte sich in den sicheren Tod quatschen lassen und nur einem riesigen Zufall war es zu verdanken, dass sie unversehrt bei SB 24 angekommen sind. Mit dem Schlag auf den Tisch hatte er sich Luft gemacht. Mit aller Kraft versuchte er wieder klar zu denken. 
 
"Aber wer steckt dahinter?", fragte er mit belegter Stimme.
 
"Das werde ich noch herausfinden. Gesichert ist nur das diese Ränkespiele von SB 495 stammen.", sagte Sky. Ihr Blick hatte sich nach innen gewandt und es kam Gaspar so vor als rede sie mit sich selbst. SB 495, das wusste Gaspar, war das Hauptquartier der zweiten Flotte. 
 
"Jemand aus der Zweiten?", vergewisserte sich der Kanadier. 
 
"Ja, zweifelsfrei. Ihre achte Flotte hat damit nichts zutun, für Cdor. Taurik verbürge ich mich. Ich denke das war jemand anderes. Höher, gefährlicher...", schloss die Commodore und setzte ihr Getränk an und leerte es mit einem großen Schluck.
 
"Ich werde mich umgehend auf den Weg zur Erde machen. Man hat mich vorgeladen einen ausführlichen Bericht abzulegen, aber ich denke ich werde einen Umweg über SB 495 machen.", sagte Skyla mit fester Stimme. 
 
"Dies ist der letzte Grund meines Besuchs.", fügte sie hinzu, während eine gewisse Körperspannung von ihr abfiel. "Das FKOM hat Ihnen ja bereits nahegelegt ihre Reihen aus Offizieren der Flüchtlingsschiffe zu übernehmen. Da von der Glorana bedauerlicherweise keine Offiziere wechseln können würde ich sie bitten sich um meine Senior Offiziere zu kümmern. Rani Than hat um Versetzung auf die USS Galathea gebeten, CJ Ronis wird sich vermutlich der USS Kensington anschließen. Anna Rosenthal hatte bereits vor längerer Zeit um Versetzung auf die Hammond gebeten und auch Ensign Nirrod bat aus naheliegenden Gründen ebenfalls um eine Versetzung. Mein Adjutant Hagen von Freyberg ebenso. Bleiben: Renard, Ivoin, Emin, Amun, Jade, MacKenzie, Mannix und Tiru."
 
Skyla hatte sich vorgebeugt. Die Augen leuchteten so hell das Gaspar sein eigenes Gesicht in der Spiegelung ihres Augapfels sehen konnte. "Ich bitte sie unter Kommandanten, bringen sie meine Truppe weg von der Front. Der Krieg war für jeden von Ihnen lang genug. Jeder einzelne ist bis zum Äußersten und darüber hinaus gegangen in der Erfüllung seiner Pflicht. Viele Menschen gaben ihr Leben für diese Blockade des Carrayasystems. Diese Crew ist mit allen Wassern gewaschen und ich kann mir keine bessere Gruppe für ihr Schiff vorstellen. Yvonne ist die perfekte Ergänzung und würde gut zu LtCmdr. Alizadeh passen. Panalek wirkt auf mich ebenfalls sehr anständig, außerdem hab ich noch nie einen so penetranten Unteroffizier wie Thomas Reynolds erlebt. Meine Leute passen hier gut rein.", schloss sie langsam. 
 
Für einen Wimpernschlag kam es Gaspar vor als würde er etwas feuchtes in den Augenwinkeln Lymas sehen, aber der Moment war sofort wieder verschwunden und auch die Stimme der Commodore verriet nichts über ihre tatsächlichen Gefühle als sie sich bückte und einen schweren Gegenstand hoch hob. Noch Jahre später fragte der Kanadier sich wie Skyla diesen unbemerkt in den Raum bekommen hatte. Das Licht von Gaspars Schreibtischlampe reflektierte sich im Messingbeschlag der alten Widmungsplakette der USS Odyssey, die Ensign Nirrod unter Einsatz seines Lebens aus dem untergehenden Schiff gerettet hatte. 
 
Skyla Lyma hob den Kopf und fixierte Gaspar ohne etwas zu sagen. Das erste Mal seid ihrem Auftritt herrschte völlige Stille. Sie hob die Plakette mit beiden Händen und reichte sie langsam zu Gaspar hinüber. 
 
"Ich habe mich sehr über diesen Gegenstand gefreut, weil er ein großer Teil meines Lebens ist und immer sein wird. Trotzdem will ich Ihnen das hier gerne schenken. USS Odyssey ist nicht nur ein Name oder eine Bezeichnung eines Raumschiffs. Odyssey bedeutet dagegen zu sein. Ich weiß nicht, ob Sie mit der Historie dieses Namens vertraut sind, aber in der Geschichte sorgte dieser Name immer wieder für Ärger.", fuhr Skyla fort, dabei verzogen sich tatsächlich ihre Mundwinkel und ein weiteres breites Lächeln trat zu Tage. "Viel Ärger..", wiederholte sie. 
 
"Vor 46 Jahren trat das erste Schiff diesen Namens eine völlig hoffnungslose Rettungsoperation im Gamma-Quadranten an, was das Schiff leider nicht überstand. Nun sind wir Zeuge geworden wie auch das nächste Schiff diesen Namens in vollendeter Pflichterfüllung seine Heimreise antrat." 
 
Skyla Lyma sah Gaspar an. "Vielleicht sollte der Name nicht nur in der Vergangenheit auftauchen, sondern das FKOM mit jedem Bericht daran erinnern, was geschehen ist. Das Schiff als solches kann ausgelöscht werden, der Name, die Tradition. Die bleibt."
 
Zum zweiten Mal an diesem Tag hielt Gaspar die schwere Messingplakette in den Händen. Unterschiedlicher konnten die Situationen nicht sein. Andächtig hielt er das kleine Stück Zeitgeschichte in den Händen. Sorgfältig untersuchte er die Plakette. Im Besuchersessel zurückgelehnt beobachtete ihn Skyla dabei. Sein Blick fiel auf die kleine Reliefzeichnung der alten USS Odyssey. Ein Schiff was durch intransparente Flottenführung und Gemauschel einfach so geopfert worden war! Ebenso die Galavant! Ein verbeulter alter Kahn der geopfert werden sollte für die Statistik. In diese Moment schwor sich Gaspar das dieser verbeulte alte Kahn es Ihnen allen zeigen würde!
 
Sein Griff um die Plakette wurde fester. Seine Fingerkuppen waren fast weiß. Dann hob er den Kopf und Commodore Skyla Lyma musste Gaspar Toussaint nicht mehr fragen wie er sich entscheiden würde.
</RPG>
 
<SUM>
Zeit: MD 4.2248
Ort: USS Galavant, Bereitschaftsraum des Captains
 
"Computerlogbuch der Galavant, Captain Toussaint, Sternzeit 24160104.9
 
Die Ereignisse der letzten Tage haben sich überschlagen. Neben dem Verlust der USS Odyssey und der USS Glorana herrscht in der zweiten Flotte Aufruhr. Der Planet Carraya ist samt und sonders nach dem Absturz der Odyssey verschwunden. Es gibt, stand jetzt, keine Erklärung für das Phänomen. Kurz vorher ist allerdings Ensign Nirrod, der bis zu diesem Moment als vermisst galt, ein besonders Kunststück gelungen als er unter dem Einsatz seines Lebens die Widmungsplakette der Odyssey aus dem untergehenden Wrack retten konnte. Eine Tat, die symptomatisch für das Schiff selbst steht. Die Odyssey harrte im Carrayasystem aus als niemand anders zur Hilfe kam. Ohne Murren erledigten Offiziere und Crewmitglieder ihren Dienst, ohne die Sinnhaftigkeit dieser Mission zu hinterfragen. Denn tatsächlich werfen die Umstände der Kommandoweisung immer mehr Fragen auf. Fragen die auch den Marschbefehl der USS Galavant betreffen. Fragen die zur gegebener Zeit an anderer Stelle gestellt und beantwortet werden müssen. Um an dieses Kommando und seine Mission zu Erinnern hab ich, Captain Gaspar Toussaint mich dazu entschlossen das Raumschiff USS Galavant -  Registriernummer NCC-52429-E - in USS Odyssey umzubenennen. Die zuständige Freigabe über die Rechte des Namens übergab mir Commodore Skyla Lyma in Form der bereits erwähnten Widmungsplakette. Die USS Odyssey ist tot, lang lebe die USS Odyssey! 
 
Toussaint Ende.
 
</SUM>
 
 
Submitted by
 
 
LtCmdr. Soraya Alizadeh
EO USS Odyssey
Aka
Ratty
 
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop
 


Junge

Lasse Wittland
 

Und nochmal...


Hinweis vorweg: In dem Post tauchen viele neue Personen auf; ich hatte überlegt, ein Organigramm zu erstellen und mitzuschicken, bin dann aber davon abgekommen, da die meisten Figuren vermutlich nie wieder auftauchen werden.

Hinweis #2: Die Meinungen in diesem Post sind subjektiv eingefärbrt...


<RPG>

Ort : Ein schlichtes Reihenmittelhaus in Mellingheim, Planet Faldosa, VFP
Zeit: früher Nachmittag

"Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um ein paar Worte an euch zu richten."
Während er sprach stand Steffan ungelenk von seinem Platz am Kopfende der gedeckten Kaffeetafel auf. Den Sektkelch, an den er zuvor mit seiner Gabel geklopft hatte, um sich die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Gäste zu sichern, hielt er dabei weiter in der Hand. Die edle Flüssigkeit schwappte bedenklich.

"Ich habe ich nicht oft das Vergnügen, vor so vielen Menschen zu sprechen. Keine Sorge, ich werde es kurz und schmerzlos machen, aber zur Sicherheit habe vorhin ich Tanja gebeten, die Haustür abzuschließen." fuhr Steffan fort und erntete einige mehr pflichtbewusste als enthusiastische Lacher, hauptsächlich von seinen jüngeren Kindern.

"Danke." meinte Steffan und deutete eine Verbeugung vor seinem Publikum an.
"Wo war ich? Ah, ja. Wir haben uns heute hier zusammengefunden, weil wir etwas zu feiern haben. Die letzten Jahre haben es oft nicht gut gemeint mit unserer Familie, ich denke nur an das unaufgeklärte Feuer in der Küche, die letzte Meisterschaftssaison der Regenmacher oder die noch immer nicht überwundene Wühlmausplage im Garten. Ich könnte noch tiefer graben, aber das tun diese Biester schon zu genüge."

Pause. Dann merkten die Zuschauer, das sie lachen sollten. Einige taten es, andere sahen verstohlen auf die Wanduhr hinter Steffan. Paul konnte es ihnen nicht verübeln.

"Jedenfalls gibt es heute zur Abwechslung mal etwas zu feiern. Denn heute haben wir hier, zwischen uns, einen Mann, der etwas geschafft hat, was in jüngerer Vergangenheit vor ihm erst ein Reinert geschafft hat."

//Zwei.// korrigierte Paul im Stillen. //Und das weißt du ganz genau.//

"Einen Mann, der zu den Sternen reisen wird. Nicht, weil er die Toiletten auf der Transferstation reparieren soll, oder um seine Familie zu besuchen -oder es zu versuchen-, sondern als seine Lebensaufgabe, ja, fast möchte ich sagen, sein Schicksal. Ein Mann, zu dem, wenn wir ihn demnächst ansehen wollen, immer hinaufblicken werden müssen."

//Oder nach rechts, oder links, nach unten oder irgendwohin. Das Weltall ist keine Scheibe, ich könnte von Mellingheim aus gesehen überall sein. Hauptsache weit weg von hier.//
Pauls Blick glitt von seinem schwadronierenden Vater fort, durch die verglaste Verandatür in den wühlmausgeplagten Garten. Er konnte genau sehen, wo die Bauten der Tiere lagen; das Erdreich hatte dich dort etwas gesenkt, und der ewige faldosiche Regen hatte die Stellen mit Pfützen markiert. Das größte Rätsel bei der Sache war wohl weniger warum Steffan es nicht schaffte der Plage Herr zu werden als warum sie in dem feuchten Untergrund nicht längst alle ersoffen waren.

"Ich rede übrigens nicht von meinem Bruder Lars." erklärte Steffan noch einmal zur Sicherheit.
"Nein, ich rede von meinem eigenen Sohn, der die stolze Tradition fortführen wird, die Lars begonnen hat: Reinerts in der Flotte. Immer Rein, sage ich nur. Junge, steh doch mal auf!"

//Kann er sich mal entscheiden, ob er mich als 'Mann' oder 'Junge' bezeichnet?// dachte Paul sich, stand aber gehorsam auf.

"Dass ist er!" erklärte Steffan unnötigerweise und deutete mit beiden Armen auf Paul. Der Sekt, der sich bis zu diesem Punkt tapfer in dem Kelch gehalten hatte verteilte sich dabei auf dem Tisch, Tanja und der neben ihr sitzenden Großtante Karen.
"Fähnrich Paul Albert Reinert. Mein Sohn, der zukünftige Komikoffizier auf dem Föderationsschiff USS Galahad!"

"Eigentlich ist es die Galavant." korrigierte Paul ihn.

"Galavant? Allerhand!" rief Steffan und besorgte das beifällige Gelächter diesmal gleich selbst. Der Lautstärke nach zu urteilen war es sein bester Witz bisher.

Paul befürchtete das auch.

"Was ist denn ein Komikoffizier?" erkundigte ein Paul unbekannter Mann sich. Er vermutete, das das Frederick sein musste. Fred war der neue Lebensgefährte von Laura, Oma Sonjas jüngster Schwester, und hatte das 'Vergnügen', zum ersten Mal bei einer reinertschen Familienfeier dabei zu sein.

Die Frage reichte aus, Steffan aus dem Konzept zu bringen. "Was? Naja, ein Komikoffizier halt."

"Ein Kommunikationsoffizier." half Paul.

"Genau. Aber das Wort ist kürzer. Dadurch kann man die wichtigen Informationen komprimieren und effizienter ..komunizieren. Das ist wichtig, Paul, wenn du dich so vorstellt machst du gleich einen guten Eindruck, dann sieht dein Kapitän das du deine Arbeit ernst nimmst. Außerdem sagt es auch das du eine reinertsche Frohnatur bist."

//Nach der Logik solltest du dich bei deinem nächsten Vorstellungsgespräch als 'A Loser' beschreiben, Vater. Das vermittelt _genau_ den richtigen Eindruck.// dachte Paul sich. Ein Stück weiter konnte er Fred ansehen, das dieser langsam zu begreifen schien wo er hier hineingeraten war. Er sah besorgt zu Laura, die ihm aufmunternd die Hand drückte.
"Danke, Vater, ich werde es mir merken."

"Was macht ein Kommunikationsoffizier eigentlich?" Das kam ausgerechnet von Pauls Schwester. Als ob Vater ihr das nicht schon dutzende Male erzählt hatte. Andererseits... woher sollte Steffan sowas wissen?

"Nun, die meiste Zeit werde ich da sitzen und Knöpfe drücken. Wenn eine Nachricht eingeht darf ich das verkünden und dann dahin legen wo auch immer der Empfänger sie annehmen möchte, während ich auf meinem Stuhl sitzen bleibe und weiter Knöpfe drücke. Ich glaube es gibt auch ein oder zwei Regler. Wenn der Kapitän nicht gestört werden will muss ich mich mit den Leuten rumärgern, die ihn trotzdem sprechen wollen. Ach ja, und ich bin natürlich schuld wenn ein neues LCARS-Update die komplette Bandbreite auffrisst und keiner mehr Onlineholoromane spielen kann. Aber in der Regel drücke ich nur irgendwelche Knöpfe."

"Er ist sooo bescheiden." lieferte Steffan seine eigene Interpretation. "Genau wie Lars. Und ihr wisst alle, wie weit er es gebracht hat."

Paul seufzte. Die Heldenverehrung, die sein Vater seinem Bruder entgegenbrachte, war seit er die Familie verlassen und zue Akademie gegangen war nur noch schlimmer geworden. So wie sein Vater ihn vergötterte wunderte es Paul, das er nicht längst eine Statue von Lars im Garten errichtet hatte. Wobei, wenn die Wühlmäuse nicht wären hätte er das vielleicht schon getan.

Steffan riss dann den Sektkelch hoch. Da nur noch wenig darin war gelang dies ohne einen weiteren Tropfenregen.
"Lasst uns anstoßen! Auf meinen Bruder Lars, der heute leider nicht hier sein kann weil er wichtige Forschungsarbeiten für die Föderation erledigt. Und auf meinen Sohn Paul, der ihm nachfolgen wird."

"Auf Paul" "Auf Lars." hallten die Toasts von allen Enden des Tisches. Paul nahm es mit Erleichterung. Nicht das ihm diese Huldigungen etwas bedeuteten, aber sie markierten auch das Ende von Steffans Rede, was bedeutete, das er sich wiedewr setzen durfte und der allgemeine Aufmerksamkeitsfokus zumindest etwas von ihm weichen könnte. Wieder einmal musste Paul feststellen, das wenn sein Vater eine Rede hielt, deren Ende einfach der beste Teil war.

"Glückwunsch, den Teil hast du überstanden." Die Frau zu seiner Rechten schien Pauls Gedanken erraten zu haben.

Er überlegte kurz, dann nickte er. Stella war eine der wenigen Anwesenden, die keine geborene Reinert war, was sie zu einem der interessanteren Gesprächspartner auf dieser Feier machte. Gut, einigen seiner weiter entfernten Verwandten tat er damit vermutlich unrecht, nicht alle Reinerts waren so steffanstrengend wie sein Vater. Aber _keiner_ von denen hatte den Vorteil, so charment und gutaussehend zu sein, die Frau des mystischen Onkel Lars.
"Ich fürchte nur, das mein Vater sich noch ein paar weitere Programmpunkte ausgedacht hat, um uns zu quälen. Entschuldige übrigens, das er dich vorhin nicht erwähnt hat. Du hast ja auch einige Jahre auf einem Sternenflottenschiff gearbeitet. Aber ich denke, das hätte ihm die Quote zu sehr gedrückt."

"Ich bin mit einem Reinert verheiratet. Mich könnt ihr so schnell nicht mehr schockieren." erwiederte Stella zuversichtlich.

"Du bist mit Lars verheiratet. _Hier_ bist du beim totalen Bodensatz des Clans angekommen."

"Du scheinst nicht sehr viel von deiner Familie zu halten." meinte Stella und drehte ihren Sektkelch in der Hand.

Paul schnaufte. "Das ist eine Untertreibung. Sieh sie dir doch an: Da sind zunächst mal meine Geschwister. Kevin? Ist von der Schule geflogen -und das muss schon was heißen hier draussen-, und verdient sich seine Kröten eher schlecht als recht mit Kellnern. Jedenfalls solange bis seine Kollegen herausfinden, das er sie mit dem Trinkgeld prellt. Lisa ist eine eingebildete Schnepfe, die glaubt alles zu wissen und eingeschnappt ist, sobald etwas nicht nach ihrer Nase läuft. Und Claudia ist ein hinterlistiges Aas. Sie kann die liebsten Dinge zu dir sagen und deine beste Freundin spielen, aber sobald du weg bist zerreist sie sich das Maul über dich. Falls es dich interessiert, sie war es, die nach eurem ersten Hochzeitsversuch das Gerücht in die Welt gesetzt hat, du hättest Lars verlassen weil er impotent sei."

Stellas Augen wurden zu Schlitzen.
"Interesant."

"Dann mein Vater. Du hast ihn ja gerade erlebt. Hält sich für den besten Komiker des Planeten und ist doch nur eine Witzfigur. Wenn mal etwas gut läuft reklamiert er es sofort für sich, wenn es Probleme gibt sind immer die anderen Schuld.
Mutter? Macht nur das, was Vater ihr sagt. Eine Eigene Meinung hat sie zusammen mit ihrem Mädchennamen abgelegt. Tante Sonja wird hysterisch, wenn man die falschen Themen anspricht, Onkel Lars..."
Er biss sich auf die Zunge. Verdammt!

"Ja? Was ist mit deinem Onkel Lars?" erkundigte Stella sich. Sie klang freundlich, aber Paul konnte den lauernden Unterton in ihrer Stimme erkennen.

"Du weist doch selbst am Besten, wie er ist." versuchte er sich herauszureden.

"Natürlich. Aber mich interessiert, was _du_ von meinem Mann hälst."

"Er..." Paul gab sich einen Ruck. Was sollte es, wie es aussah würde er aus der Nummer 'eh nicht wieder herauskommen.
"...ist langweilig. Ich meine, Archäologie! Für euch ist das sicherlich wahnsinnig spannend, mit einem Zahnstocher und einem Pinsel alte Ruinen auszugraben, aber für den Rest der Welt ist das in etwa so spannend wie Leuten beim Angeln zuzusehen. Ist nicht persöhnlich gemeint."

"Langweilig. Du findest, mein Mann sei langweilig?" erkundigte Stella mit gespielter Entrüstung. "Hast du jemals eine seiner Abhandlungen über die sich wandelnde Bedeutung der Haartracht für heranwachsende Frauen auf Tauc'Noith im Wandel der Jahrhunderte gelesen?"

"Nein, aber ich wette, mein Vater hat sie im Schrank. Ungelesen, versteht sich. Die vielen Buchstaben würden ihn vermutlich zu sehr verwirren."

"Weißt du was ich mich schon frage? Wenn du so wenig von deiner Familie hälst, wieso bist du überhaupt hier? Warum bist du nicht direkt zur Gala..vant geflogen und hast deinen Dienst angetreten?"

Paul wich ihrem Blick aus und sah wieder aus der Verandatür. Etwas braunes, schlammtriefendes kam in sein Sichtfeld. Ert. Verdammt, Paul wusste die ganze Zeit, das er etwas vergessen hatte. Ert trottete zur nächsten Pfütze, ließ sich fallen und suhlte sich darin. Danach stand er auf und schüttelte sich, das der Dreck nur so flog und ein wildes Fleckenmuster auf der Tür hinterließ. Ja, sein Hund stand seiner Familie in nichts nach.
"Weil ich bis vor Kurzem noch nicht wusste, wohin ich versetzt werde." antwortete er schließlich ehrlich. "Es hat etwas länger gedauert, bis die Flotte ein Schiff für mich gefunden hat, und mein Zimmer im Kadettenwohnheim lief aus. Also dachte ich, ehe ich in San Francisco rumhänge könnte ich auch nach Hause fahren und meiner Familie ein letztes Lebewohl sagen."

Stella schüttelte den Kopf. "Würden wir uns heute zum ersten Mal begegnen würde ich dir das vermutlich sogar glauben, Paul. Weisst du, was ich glaube? Du hast einfach nur verpennt dich um ein neues Zimmer zu kümmern. Und als du mit deinen Habseligkeiten auf der Straße standst war es bequemer, den nächsten Raumer nach Faldosa zu nehmen, als das nachzuholen. Hier würdest du immer ein Dach über dem Kopf haben und würdest deine Familie aussitzen, bis die Nachricht vom FKOM kommt."

Offenbar kannte sie ihn. Wobei das alles nie passiert wäre, wenn die Sternenflotte ihn rechtzeitig versetzt hätte, wie die meisten seiner Kommilitonen. _Die_ hatten das Problem gar nicht.
"Nein, ganz falsch. Das war alles nur ein raffinierter Plan um dich wiederzusehen. Ich wusste, das Vater der Versuchung diese Feier auszurichten nicht würde widerstehen können, und das Lars dich vorschicken würde."

"Ach so. Na dann, Glückwunsch, dein Geheimplan hat vollen Erfolg gehabt."

Stella hielt ihm den Sektkelch hin und die beiden stießen an.

Da rief ein Kind -Paul glaubte, das es einer von Laurens Enkeln war- panisch "IIIIEH! EINE WÜHLMAUS!" und deutete auf die Veranda, wo Ert energisch mit seiner Pfote gegen die Scheibe drückte und streifen brauner Erde hinterließ.
Er konnte es kaum erwarten, hier weg zu kommen.

</RPG>


<SUM>

Ort : Ein schlichtes Reihenmittelhaus auf Faldosa
Zeit: früher Nachmittag

Paul Reinert wohnt einem Familienfest bei.

</SUM>

Bis dann,
Lasse


Sie ist weg

Lasse Wittland
 

Hi ihr,

<RPG>

Ort : Besprechungsraum, Deck 1, USS Korolev
Zeit: MD 3.0200

Träge schwappte die schwere Flüssigkeit in dem Glas hin und her, in Schwung gehalten durch die leichten Bewegungen, die sich durch ihre Atmung und über ihren Arm auf sie übertrugen. Yvonne hatte schon seit einer ganzen Weile nichts mehr davon getrunken, hatte das Portwein in ihrer Hand halb vergessen, und starrte aus dem abgedunkelten Raum hinaus in die Leere des Alls. Dorthin, wo vor weniger als zwei Stunden noch ein Planet und 'ihr' Raumschiff gewesen waren. Und jetzt ist sie weg.

Sie wusste nicht, was passiert war. Niemand wusste das. Kapitän Checkov hatte jeden Sensor, über den die Korolev verfügte, auf den verschwundenen Planeten ausgerichtet und sammelte Petaquads an Daten, mit deren Sichtung die Experten daheim in der Föderation Monate, wenn nicht Jahre beschäftigt sein würden. Für Yvonne und die anderen Evakuierten von der Odyssee gab es momentan nichts zu tun, und die, die sich nicht in ihre Gastquartiere zurückgezogen hatten um den Verlust im Privaten zu verarbeiten, streiften ziellos durch das Schiff, bis sie früher oder später hier ankamen. Wenngleich es Checkov störte, das sein Besprechungsraum derart übernommen wurde, so hatte er doch den Anstand, sie gewähren zu lassen, zumindest in dieser Nacht.

Yvonne sah sich um. Sie die erste gewesen, die ihren Weg hierhin gefunden hatte, aber sie war nicht die Einzige. Fiona saß zwei Plätze neben ihr, und starrte wie sie hinaus. Die Schottin wirkte erschöpft, aber auch gelöst. Die Nachricht, das es Amun gut ging und er auf dem Weg in Sicherheit war hatte ihr einen schweren Ballast von den Schultern genommen. Neben ihr saß Rani Than, ebenfalls tief in ihre Gedanken versunken. Am Ende des Tisches saß Ana, hinter sich Ortichk, die eine ihrer Pfoten um die Betazoidin gelegt hatte und sie sachte drückte. Zu ihren Füßen, im Schneidersitz vor dem Fenster, hockte Emin, neben ihm CJ mit einer Flasche selbstgebrannten. Hin und wieder trank er einen Schluck und reichte sie herum. Manchte tranken, andere gaben sie einfach weiter. Sogar Meru war da, hatte die Port Haven nach ihrer Rückkehr in gewissenhaften Händen zurückgelassen, um jetzt bei ihren alten Kammeraden zu sein. Am weitesten von dem Panoramafenster entfernt, mit dem Rücken an die Wand gelehnt, stand Skyla, emotionslos wie immer.

Die meiste Zeit schwiegen sie und hingen ihren Erinnerungen nach. Ab und zu sprach jemand, um eine kurze Annekdote zu erzählen, die er oder sie mit der Odyssee erlebt hatte. Geschichten, die sie vereinten und die Leere erträglicher machten, der sie ins Auge sehen mussten: Sie ist weg.

Draussen im All blitzte etwas auf. Ein Trümmerstück, das sich früh von der Odyssee gelöst hatte und weit genug von Carraya entfernt war, um nicht zusammen mit dem Planeten zu verschwinden. Sie trudelten langsam, und immer wieder mal drehten sie für einen Moment eine glatte Oberfläche in genau dem passende Winkel, um das Licht der Sonne zur Korolev zu reflektieren. Es war ein langsamer und unregelmäßiger Totentanz, alles, was von dem stolzen Schiff übrig geblieben war.

Die Tür öffnete sich, ein heller Lichtschein viel vom Gang in den Raum. Yvonne kniff die Augen zusammen.

"Hier seit ihr alle." meinte der Neuankömmling. Mara.

"Wir nehmen Abschied." erklärte Yvonne und winkte die Sylenin herein. Dabei wurde ihr bewusst, das sie immer noch das Weinglas in der Hand hielt. Port. Afonso hatte sie zu diesem Getränk hingeführt. Eine komische Flüssigkeit. Süß und schwer, mit einem Hauch Melancholie; sie hatte nicht lange überlegen müssen, welche Flasche sie heute mitnehmen würde. Sie nippte daran.

Mara kam in den Raum hinein, die Tür schloß sich hinter ihr, und das störende Licht verschwand wieder. Sie ging um den Tisch herum, langsam, um in dem Halbdunkel nicht über etwas oder jemanden zu stolpern. Wen sie erkannte grüßte sie, die Antworten waren knapp oder bestanden nur aus einem Nicken. Mit einigen wechselte sie auch ein paar Worte.
Schließlich hatte sie Yvonne erreicht, blieb neben ihr stehen und blickte aus dem Fenster hinaus. Ein Trümmerteil blitzte auf, dann noch eines.

"Das war ein Teil der oberen Steuerbord-Manöverdüsengruppe." meinte Ana in die Stille hinein. Die Betazoidin klang verschnupft. Niemand fragte, woran sie das erkannt haben wollte.

"Wie lange sitzt du schon hier und starrst ins All?" wollte Mara wissen.

Yvonne sah auf ihr Glas. "Zu lange, schätze ich. Und noch nicht lange genug."

"Es war nicht deine Schuld." erklärte Mara und legte ihr die Hand auf die Schulter. "Die Deppen, die den Torpedo..."

"Ich weiß."

"Und trotzdem möchtest du hier im Dunkeln hocken und Trübsal blasen?"

Yvonne hatte keine Lust auf lange Diskussionen.
"Ja."

Mara sah sich noch einmal im Raum um, dann schüttelte sie den Kopf.
"Das ist mir zu depressiv. Versteh' mich nicht falsch, ich vermisse die Oddy auch, aber sie ist.." sie wurde aus Rücksicht auf Ana etwas leiser, "..sie ist nur ein Schiff, nicht das Ende der Welt."

"Hast du eine bessere Idee?"

Mara lächelte, und ihre Zähne leuchteten im Dunkel auf.
"Also ich für meinen Teil habe gleich eine Verabredung. Zum Schichtwechsel."

Yvonne sah die Sylenin ungläubig an. Sie wusste, das Mara kein Kind von Traurigkeit war, aber gerade jetzt?

"Es ist niemand, den du kennst." meinte Mara, die Yvones Mimik nicht richtig gedeutet hatte. Oder im Dunkel nicht gut genug erkennen konnte. "Ein Crewmitglied der Korolev. Ein richtig süßes Ding. Und clever. Was ist, möchtest du nicht mitkommen? Das würde dich vielleicht auf andere Gedanken bringen."

Yvonne starrte sie an.

"Es ist nur ein Kennenlernen." erklärte Mara und kämpfte gegen den Impuls an, loszukichern. "Wir treffen uns, reden über dies und das und haben einen schönen gemeinsamen Abend. Mehr nicht. Mit Frauen ist sie noch ein unbeschriebenes Blatt, deshalb werden wir es langsam angehen lassen. Außerdem habe ich sie entdeckt, sie gehört mir!"

"Dann wünsche ich dir viel Spaß mit ihr."

Mara überlegte weiter zu diskutieren, lies es dann aber. Stattdessen drückte sie der ehemaligen EO die Schulter. "Na gut, dann überlasse ich dich wieder deinem Weltschmerz. Aber das hier wird kein Dauerzustand, versprich mir das."

Statt einer Antwort hob Yvonne das Glas und prostete ihr zu.

Als Mara ging verließen auch andere den Raum. CJ erhob sich zunächst etwas schwankend, dann aber sicheren Schrittes. Ortrichk und Anna folgten ihm aneinander geschmiegt, und auch Meru verabschiedete sich, um zu ihrem Schiff zurück zu kehren. Yvonne konnte es ihnen nicht verdenken. Die anderen hatten jemanden, zu dem sie gehen konnten. Meru ihr Schiff, Mara ihre Verabredung -und wenn die nicht wäre, Sif-. Anna und Ortrichk hatten einander, und auf Fiona wartete irgendwo da draußen Amun.

Und sie? Sie hatte die Oddy, aber die war weg. Drei ihrer engsten Freunde waren tot oder verschollen, die anderen mit ihren eigenen Sachen beschäftigt. Der letzte Mann, der sich für sie interessiert hatte, war WO Bulber. Er war ein Neandertaler, aber er _hatte_ ihr Rosen mitgebracht. Und war jetzt auch tot. Jemanden, zu dem sie hätte gehen können, gab es nicht mehr.

Sie trank noch einen Schluck und sah zur Seite. Ihr Blick traf sich mit dem von Skyla.

Vielleicht nicht ganz.

</RPG>


<SUM>
Ort : Besprechungsraum, Deck 1, USS Korolev
Zeit: MD 3.0200

Yvonne und einige andere Crewmitglieder nehmen Abscheid von der Odyssee.
</SUM>




Bis dann,
Lasse


Glück, kann man selber schmieden

Sascha
 

<rpg>
 
Ort: Donatu-System, Donatu V 
Zeit: vor etwa 2 Monaten
 
<quote>
 
 „ Sie kommen! “ sagte er in einer Lautstärke, dass es jeder mitbekommen haben sollte. Wenn nicht, die Soldaten gaben es weiter. Er signalisierte McCollins mit Handzeichen, was bald geschehen würde. Dieser bestätigte. Die Mörser waren bereit ihren Rückzug zu decken. Das Gewehr in Vorhalte und in dem Fuchsloch, das eher einer Sasse ähnelte, liegend spähte er geradeaus. Er konnte sie noch nicht sehen, hören konnte sie jedoch jeder. Mit lautem Kampfgebrüll, näherten sich ihnen die Klingonen.
Schon zeigte sich der erste, der zwischen zwei Monolithen in ca. 18m Entfernung auftauchte. Er trug den Disruptor, doch der Klingone hinter ihm, stürmte schon mit dem Bath’leth voran. Wie so viele Soldaten, in so vielen Kriegen und Schlachten, legte auch Thomas an und drückte ab.
 
</quote>
 
Den ersten Klingonen erwischte Thomas direkt mit Dublette in die Brust. Der zweite, direkt dahinter starb, als der erste noch nicht am Boden lag. Was ihn für einen kurzen Moment verwunderte, war das Ausbleiben des Klingonischen Mörserfeuers. Normalerweise war dieses immer einem Angriff voran gegangen. War den Klingonen die Munition ausgegangen? Waren diese Klingonen durchgedreht und ohne Befehl los gezogen? Berauscht durch Gesang und Blutwein?
 
"Marines! Mir nach!" Thomas sprang, unter einigen verwunderten Blicken, auf und stürmte den Klingonen entgegen. Er erkannte, dass dies nur ein Sondierungsangriff war. Die zuletzt zwischen den Felsen erschienenden Klingonen, waren nach kurzem Sichthalt, umgedreht und rannten zurück. Sollten sie es schaffen, lebend zum Lager zu gelangen, würden diese jungen Marines und er hier sterben. Hätte ihn nicht das 100Yard starren gepackt, hätte er im Augenwinkel gesehen, wie die anderen Marines seinem Beispiel folgten.
 
Sie sprangen aus ihren Deckungen und Löchern und gingen in den kurzen, aber brutalen Nahkampf mit den Klingonen. Beflügelt, von dem mächtigen menschlichen Willen, trotz aller Widrigkeiten am Leben zu bleiben, stürzten sie sich, teilweise mit dem Kabar, auf die Klingonen. Diese, von diesem untypischen menschlichen Verhalten tatsächlich überraschten Klingonen, wurden schneller überwältigt als man es vermutet hätte. Allerdings nicht ohne Verluste unter den Marines. 
 
Thomas rannte zwischen den Felsen hindurch und erschoss sofort jeden Klingonen, der ihm vor den Lauf seines Phasergewehrs kam. An einem Felsen zog er den Kopf ein und machte eine Abrollbewegung nach vorne, als ein Bath'leth hinter dem Felsen vervorschnellte. Die Klinge verfehlte seinen Kopf nur um einige Millimeter. Am Boden drehte sich Thomas in Richtung des Klingonen und versuchte sein Gewehr noch auf diesen zu richten. Der Klingone hatte sich schon durch eine Drehung in den Laufweg zwischen den Felsen gestellt und hob das Bath'leth, um es seinem menschlichen Widersacher in die schwache Brust zu stoßen.
 
Beide würden es nicht schaffen, den jeweils anderen zu töten. Noch ehe der klingonische Krieger seinen Stoß ausführen konnte, riss er die Augen auf und sank kurz darauf leblos in sich zusammen. Hinter diesem stand ein junger Marine, der ihm das Kabar aufgepflanzt am Phasergewehr in den Rücken gestoßen hatte. Zudem hatte er auch das Phasergewehr benutzt und dem Klingonen eine tödliche Phaserentladung zusätzlich gegeben. Der Dinosaurier in diesem ganzen Chaos wartete nicht lange auf die nächsten Dinge, sondern rappelte sich, so schnell es ging auf und lief weiter, in Richtung klingonische Stellungen.
 
Er musste die jungen Marines vorher stoppen. Sie waren komplett in ihrem eigenen Rausch gefangen und würden sehr wahrscheinlich, wie die Klingonen auf ihrer Seite, fallen sobald sie zwischen den Felsen hervorkamen.
 
Er rannte erneut los, dicht gefolgt von dem Marine, der ihm sehr wahrscheinlich das Leben gerettet hatte. Klingonen mochten stärker sein, sie mochten Verletzungen besser verkraften als Menschen. Aber sie waren nicht schneller im Laufen. Besonders dann nicht, wenn es darum ging, schwere, mit vielen Verknöcherungen bewährte Körper, mit vielen Richtungswechseln, durch enge Gänge zu zwängen. Dort war der fragile menschliche Körper einfach im Vorteil mit seiner weniger versteiften Brust.
 
Schon hatte Thomas den Klingonen, den er eben noch vor sich gehabt hatte, wieder eingeholt und konnte diesem zwei Phaserentladungen in den Rücken jagen. Gekonnt sprang er über den gefallenen Krieger. "Marines... HAAAALT!" rief er so laut es seine Lungen hergaben. Neben sich hörte er sofort die anderen Unterführer rufen. Er hoffte das es reichen würde, die jungen Marines, beflügelt durch den Rausch des gerade errungenen Sieges über klingonische Krieger, zum Stoppen zu bringen. Er spürte wie der Marine hinter ihm, ihm in den Rücken lief. Er hoffte die anderen würden es schneller umsetzen können. 
 
Schon sah Thomas das Ende des steineren Labyrinths und konnte dahinter die klingonischen Stellungen ausmachen. Wie er vermutet hatte, wären sie direkt in den Tod gelaufen. Die Klingonen erwarteten ihren Gegner genauso, wie sie es selbst getan hatten. Jedoch sah Thomas auch die Mörserstellungen der Klingonen. Da weder die Mörser begannen zu feuern, noch die anderen Klingonen zum Angriff ansetzten, war klar das sie alle Klingonen zwischen den Felsen erwischt hatten. Jetzt waren die Marines im Vorteil. Sie kannten die Stellungen der Klingonen und konnten ihr eigenes Mörserfeuer präzise ins Ziel lenken.
 
Er schickte den jungen Marine hinter ihm mit dem Befehl los, den Mörserzug die Infos zukommen zu lassen. Er würde den Klingonen von der Steinformation beginnend zu den Mörserstellungen, einmal zeigen, was es hieß, Mörserfeuer zu kassieren. Die Minuten voller bangem Hoffen verstrichen. Hoffen, das die Klingonen in den Stellungen jetzt nicht angreifen würden.
 
Schrilles Pfeifen zerschnitt die Ruhe, als die Granaten durch die Luft ihren Zielen entgegen schwirrten. Jetzt war es an der Zeit sich zu den eigenen Stellungen zurück zu ziehen. "Marines, zurückfallen!" zerschnitt sein lauter Befehl die gerade noch ruhige Stille. Kaum eine Sekunde später erfolgten die ersten Detonationen, diese erfolgten kurz vor den klingonischen Stellungen. Ein schneller Blick zu den Seiten zeigte ihm, das sein Befehl angekommen war. Die Marines rückten schnellen Schrittes ab. 
 
Er riskierte noch einen Blick nach vorne und musste anerkennend feststellen, dass sowohl seine Schätzung für die Entfernung als auch die durchgeführten Einstellungen an den schweren Waffen recht präzise ausgefallen waren. Nun setzte sich auch Thomas so schnell er konnte ab. Vielleicht würden die Klingonen die Flucht nach vorne antreten. 
 
Er hatte kaum den letzten Felsen passiert, da konnte er im freien Feld voraus schon die Detonationswolken der klingonischen Mörser erkennen. Die Klingonen wussten wirklich nicht, dass man sich bereits abgesetzt und die Stellungen verlagert hatte. Er sah die anderen Marines, durch den Staub und Splitterhagel rennen. Neben einem der Marines explodierte eine der Granaten und der junge Mann stürzte, von mehreren Splittern getroffen und von der Druckwelle erfasst, zu Boden, wandt sich schreiend vor Schmerzen.
 
Thomas zögerte keinen Augenblick und querte das Feld. Er versuchte den jungen Mann zu beruhigen, untersuchte diesen kurz und band mit einem Tournequit sein schrecklich zugerichtetes Bein ab. Der Soldat schrie auf, als Thomas den Blufluss unterbrach, dann überwältigte den Verwundeten der Schmerz und er verlor das Bewusstsein. Vermutlich war es gerade besser für diesen. Thomas wuchtete sich gekonnt den jungen versehrten Körper über die Schultern und den Nacken und lief los. 
 
Er hatte vielleicht gerade zehn, vielleicht zwölf Meter geschafft als das Geräusch einer gewaltigen Detonation seine Ohren erreichte. Nur Sekunden später verstummte das Klingonische Trommelfeuer der Mörser. Er rannte weiter und übergab schlussendlich den Verwundeten an zwei entgegen kommende Corpsman. Diese übernahmen den Verwundeten und liefen mit diesem so schnell es ihnen möglich war, zum Verwundetensammelnest. 
 
Thomas atmete schwer durch, sah einmal über die sich neu eingegrabenen Marines. Keiner von ihnen lag in Deckung, alle standen sie und rissen in Siegespose die Arme empor. Thomas brauchte einen Moment, um zu verstehen, das sie nicht ihn meinten. Er registrierte nach kurzer Zeit, das die Blicke an ihm vorbei, in die Ferne gerichtet waren. Er drehte sich um und konnte sich nun vorstellen, warum es einen alles übertönenden Detonationsknall gegeben hatte und warum das Feuer der klingonischen Mörser abgebrochen war. 
 
Eine der Mörsergranaten, hatte die Bereitschaftsmunition der gegnerischen Mörser getroffen. Das hatte eine Kettenreaktion unter den scharf gelagerten Granaten ausgelöst. Das Ergebnis war nun in der Ferne zu sehen. Eine sich ca. 300m aufbäumende und an einer Temperaturschicht abrupt begradete Explosionswolke, bäumte sich am Horizont auf. 
 
</rpg>
 
<SUM>

Ort: Donatu-System, Donatu V 
Zeit: vor etwa 2 Monaten
Der Abwehrkampf der Nachhut beginnt. Thomas erkennt eine List der Klingonen und leitet einen verzweifelten Gegenangriff bis in die Nähe der klingonischen Stellungen. Dann gelingt das fast unmöglich geglaubte. 

</SUM> 
 
Submitted by MSgt. Thomas J. Reynolds
AKA Sascha
 


Ein unfreiwilliger freiwilliger Auftrag

Jetsun Pema
 

Hallo,

hier stelle ich euch einmal meinen neuen Char vor, Katilia, die dann später die CM auf der Odyssey werden wird. Sie wird zusammen mit der kikonischen Botschafterin Niobe an Bord kommen.

Dieses Post behandelt erst einmal ihre Ernennung.


<RPG>

# Zeit: vor zwei Wochen, Nachmittags
# Ort: Reichspalast, Thyene

"Guten Morgen, Mutter!"
Die junge Atrexillis Niobe, eigentlich Atrexillis Attrades Alledies Niobe Anisia atto Thyene, trat in das Arbeitszimmer ihrer Mutter, der nominellen Herrscherin Thyenes und des gesamten Thassos-Systems.

Atrexa Diomeda, also mit vollem Namen Atrexa Attrades Alledies Diomeda Ismara atto Thyene nickte ihr zu. "Hallo Kind, Du bist alleine gekommen?

Niobe seufzte kurz. Sie mochte es überhaupt nicht, von ihrer Mutter 'Kind' genannt zu werden. Sie war als zweites Kind ihrer Mutter immerhin schon 35 und verheiratet, hatte sogar selber schon zwei Kinder und einen kompletten eigenen Haushalt inklusiver Dienerschaft. Aber ihre Mutter, das wusste sie, war ein sturer Kopf und würde sich so leicht nicht mehr ändern. Und im Grunde war sie ja auch ihr Kind. Schon rein biologisch.
"Ja, Mutter. Ich bin alleine gekommen. Hattest Du noch jemand anderen eingeladen?"

"Nun, ja. Eigentlich sollte..."

Ein Rummsen und Scheppern unterbrach die Atrexa. Unter dem Türspalt des antiken Doppelportals kam ein PADD hindurchgerutscht. Kurz darauf folgte öffnete sich der eine Portalflügel und eine junge blonde Frau mit etwas blassen Zügen im Gesicht trat ein, ein Paar Sandalen in linken Hand. Sie nickte beiden Kikoninnen kurz zu, bückte sich und hob das PADD auf, dann trat sie näher.
"Ich bitte um Verzeihung, Eromeni. Mir... äh... war das PADD entglitten. Es tut mir leid. Gut, dass diese Dinger so stabil gebaut sind."

"Und Du bist..?" fragte Diomeda ein wenig amüsiert. Eigentlich fand sie es ja erfrischend, wenn die Leute vor ihr nicht immer nur kriechten.

"Verzeih, Eromeni. Ich bin Iatrix Makyneias Chalkias Katilia Dimona atto Provati. Du hattest um meine Anwesenheit gebeten. Also bin ich hier. Wie kann ich Dir dienen?"

"Danke, Iatrix Katilia, für Dein Kommen" erwiderte Diomeda.
"Ich möchte Dir gern ein Angebot machen. Es geht um einen speziellen Einsatz. Doch nehmen wir einfach erst einmal Platz." Sie deutete auf eine gemütliche Sitzgruppe um einen niedrigen Tisch auf dem bereits eine Karaffe mit Fruchtsaft und einige Kekse bereit standen. Nachdem alle drei Platz genommen und sich bedient hatten, fragte die Atrexa die Katilia nach ihrer Arbeit auf der Orbitalstation über Thassos V.
"Die Arbeit geht recht gut voran, Eromeni. Leider habe ich immer noch Probleme damit, Nachwuchspersonal zu bekommen. Und wenn ich welches habe, sind diese jungen Mädchen entweder nicht besonders gut ausgebildet oder recht unflexibel. Aber es gibt auch Lichtblicke. Meine derzeitige Stellvertreterin ist sehr gut."

"Das freut mich zu hören, Katilia. Denn ich habe vor, Dich von Deinem Posten abzuziehen."

"Was? Warum, Eromeni? Habe ich irgendetwas... falsch gemacht? Oder hat sich jemand über mich beschwert?" Katilia war blass geworden. Vielleicht war sie doch etwas zu streng mit ihren Nachwuchskräften gewesen. Aber dass dann die Atrexa kommt und sie zu sich ruft...

"Nein Katilia. Absolut nicht. Du genießt einen strengen aber einwandfreien Ruf. tatsächlich bin ich auf Dich gekommen, weil ich, wie gesagt, einen Speziellen Auftrag für Dich habe. Einen Auftrag, der auf Freiwilligkeit beruht, von dem ich aber Deine Einwilligung wünsche."

"Oh." machte Katilia, wenig einfallsreich.

"Ja." nickte die Atrexa. "Es geht um folgendes: Die Föderation hatte vor kurzem ein Raumschiff hier im System und hatte uns besucht. Du hast sicher davon gehört."

"Wer hatte das nicht. Es war ja kaum zu vermeiden. Dieser Träumer, der gern zu den Sternen fliegen wollte."

"Ja, er hätte Dichter werden sollen. Seine Wortwahl war großartig." stimmte Niobe zu.

"Ja, das wäre für alle Beteiligten besser gewesen. Jetzt ist er Mitarbeiter des Botschaftsstabs und auf dem Weg zur Erde." erklärte Diomeda. Ihre Tochter lächelte ein wenig hämisch, doch Katilia machte große Augen. "Zur Erde? Bei allen Göttern!"

"Ja. Wir sind mit der föderierten Delegation übereingekommen, eine gegenseitige ständige Vertretung einzurichten. Wir haben ein Diplomatisches Korps zusammengestellt, welches auf der Erde eine kikonische Botschaft einrichten wird. Die Botschafterin dort wird turnusmäßig ausgetauscht. Da die Botschaft jedoch erst in einem Jahr bezugsfertig sein wird, sind wir übereingekommen, bis zu diesem Zeitpunkt ein Ausweichquartier zu nutzen. Hierfür hat die Föderation ein Schiff zur Verfügung gestellt. Die..." sie sah auf ihre Aufzeichnungen "...hmm, steht da nicht. Nun, es ist ja auch einerlei. Man stellt uns dort Platz für ein komplettes Botschaftsteam. Dazu gehört neben der Botschafterin selber und ihrem Personal auch eine gewisse Anzahl Attachés.
ich aber habe vor, dieses Kontingent nicht auszureizen. Diese mobile Botschaft wird nur eine Übergangslösung bleiben. Dennoch werden wir sie selbstverständlich wahrnehmen. Immerhin ist das auch eine Möglichkeit, Informationen zu erlangen. Das wird sogar die Hautaufgabe sein. Meine Tochter Niobe hier wird die Proxenix sein. Du, Iatrix Katilia, wirst die Giatrix Proxenia sein, die Botschaftsärztin."

"Ich soll auf ein Barbarenschiff?" platze Katilia heraus.

"Wenn Du es so nennen willst, ja."

Katilia setzte mehrmals zu einer Antwort an, bremste sich aber immer wieder. Dann, letztendlich atmete sie tief durch. "Das ist Dein Wunsch, Eromeni, nicht wahr?"

"Das ist er, ja."

"Für ein Jahr, richtig?"

"In einem Jahr wird die Botschafterin auf die Erde wechseln. Ob wir dann eine Generalkonsulin auf das Schiff schicken oder eine Attaché, das wissen wir jetzt noch nicht. Wenn Du dann mit auf die Erde möchtest oder wieder zurück nach Thyene, das steht Dir dann frei."

"Nun..." druckste Katilia.

"Sprich frei heraus!" forderte die Atrexa sie auf.

Katilia lächelte leicht gequält. "Ich... möchte Dich nicht enttäuschen, Eromeni. Aber... nein. Wenn es Dein Wunsch ist, werde ich ihn natürlich erfüllen. Nicht zuletzt nehme ich, wird es auch eine einmalige Gelegenheit sein, zu erfahren, wie die Föderierten so arbeiten. In Medizin und überhaupt."

"Ein guter Gedanke." stimmte Niobe zu. "Es geht ja darum, Informationen zu erlangen. Wir benötigen keine militärischen Geheimnisse oder dergleichen. Es geht vor allem darum, mehr über die föderierten Völker zu erfahren. Und darum, zu lernen, was sie wissen und wie sie mit diesem Wissen umgehen."

"Ganz Recht!" bekräftigte Atrexa Diomeda. "Von daher danke ich Dir für Dein Engagement. Ich weiß das zu schätzen und zu würdigen. Sei sicher!"

"Ich danke, Eromeni. Ist schon bekannt, wann es losgeht und wie wir zu diesem föderierten Schiff gelangen? Es wird uns ja wohl kaum hier abholen."

"Nein, das ganz gewiss nicht. Wir haben eine Nubian J-Klasse ausgerüstet, die Atalante. Sie wird euch in kürzester Zeit zu dem Botschaftsschiff bringen. Die Abreise wird in vier Tagen sein. Reicht Dir das, Katilia?"

"Es wird reichen, Eromeni."

"Ach, schön." Diomeda seufzte und lehnte sich in ihrem Sessel zurück.
"Ich wünschte, alle meine Leute wären so flexibel."

"Ich auch!" bestätigte Katilia. "Ich auch."

"Darf ich Dich etwas fragen, Iatrix Katilia?" meldete sich Niobe zu Wort.

"Ja, Eromeni?"

"Weshalb hattest Du, als Du zur Türe herein kamst Deine Schuhe ausgezogen?"

Katilia wurde rot. "Das war ein... Planungsfehler meinerseits, Eromeni."

"Ein Planungsfehler?"

"Ja, ich... nun, ich hatte eine Einladung in den Palast. Da dachte ich, wäre es angemessen, sich auch angemessen zu kleiden. Was ich nicht bedachte war, dass der Boden hier so rutschig und die Sohlen meiner Sandalen so glatt waren."

"Oh! Deshalb war auch Dein PADD vor Dir im Raum!" lachte Diomeda.

"Ja, Eromeni." seufzte Katilia. "Tut mir leid!"

"Das Katilia, wird nie wieder Dein Problem sein müssen. Nach Deinem Dienst hast Du Dir das Recht verdient, jederzeit ohne Schuhe bei mir vorstellig zu werden."

"Und" fügte Niobe hinzu "außerdem werden wir alle ausgezeichnete Ausrüstung bekommen. Wir wollen uns ja nicht vor der Föderation blamieren."

"Auf keinen Fall!" stimmte Atrexa Diomeda zu.

</RPG>


<SUM>

# Zeit: vor zwei Wochen, Nachmittags
# Ort: Reichspalast, Thyene

Katilia wird zur Atrexa bestellt um dort das Angebot zu erhalten als Botschaftsärztin zusammen mit deren Tochter in die Föderation zu reisen. Katilia ist nicht begeistert, willigt aber ein, da dies einerseits der Wusch der Atrexa ist und andererseits die Chance, neues zu lernen doch zu reizvoll für sie ist.

</SUM>

submitted by
Isabelle
a.k.a.
Iatrix Katilia
CM (iL) USS Odyssey


The Odyssey Era - Teil 9: Signale

Ratana Tiru
 

<<<<<<<<<<<<TEIL 9>>>>>>>>>>>>>>>>

<rpg>

Zeit: MD 04.0830
Ort: USS Galavant, Holodeck

Es war bitterkalt, die Luft schlug Soraya schon im Eingang entgegen. Die Perserin verfluchte sich, nicht gefragt zu haben, was Gabe so auf dem Holodeck trieb. Andererseits: Es gab nur ein Programm, das Gabe liebte. Die krachenden Geräusche, die durch die Halle jagten, erinnerten sie daran, dass eigentlich ganz froh war eine Sportart ohne Bälle, Schläger oder sonstiges umherschießendes Equipment auszuüben. Und vor allem keine auf Eis. 

Mit schnellen Schritten ging sie in die mit Gummimatten ausgelegte Halle, nur um von der Bande mit den hohen Plexiglasscheiben und Netzen gebremst zu werden. 

Ihr CO war gerade damit beschäftigt mit einem langen Schläger kleine schwarze Scheiben übers Eis in ein Tor oder, daher das knallende Geräusch, an die Bande zu prügeln. 

Soraya legte ein wenig verwundert den Kopf schief und räusperte sich, wobei das Räuspern beinahe einem Husten wich. Es hallte in der riesigen Halle wieder. 

"Bei allem Respekte Gabe, aber ich glaube, so kannst du dich nicht vor den Personalgesprächen drücken!" 

Gaspar, ein wenig aufgeschreckt von Soys Kommentar, zog die Augen zu Schlitzen zusammen und brummelte etwas in seinen Bart, er war gerade nicht zu einem ihrer typischen Wortgefechte aufgelegt. Auch diese Seite des Kanadiers war Soraya nichts neues. Es kam häufiger vor, dass sich ihr frischgebackener Captain kurzzeitig aus der Realität verabschiedete, wenn ihn ein Problem besonders intensiv beschäftigte.

"Kommst du vom Eis oder muss ich mir diese Dinger anziehen?", setzte sie etwas sanfter nach, während sie mit großen Augen die Decken auf der Trainerbank wahrnahm und sich in eine von diesen einkuschelte, noch bevor Gaspar sich auf dem Eis auch nur einen Meter in ihre Richtung bewegt hatte. Erst als sich Soraya räusperte drehte er den Kopf zur Seite.

"Entschuldige. Der Input ist gewaltig zur Zeit, deshalb dachte ich eine halbe Stunde Eishockey würde mich wieder frisch machen." 

"Sollen wir morgen früh weitermachen?" 

"Nein alles gut. Schieß los!", sagte der Kanadier und schickte sich an mit seinen Schussübungen weiterzumachen, so dass Soraya immer wieder aussetzen musste, wenn sie begann zu reden. 

"Ich wollte nur kurz erzählen, wie meine Einzelgespräche mit den Offizieren der USS Odyssey gelaufen sind." Soraya hatte die wunderbare Aufgabe gehabt nicht nur deren Aussagen aufzunehmen, sondern auch vorsichtig anzutasten, wer eventuell gewillt war, die Abkommandierung durch das FKOM auf dieses Schiff kampflos über sich ergehen zu lassen. 

Ein Puck prallte knallend gegen das Metall eines Pfostens, schoss zurück und Gaspar stoppte ihn erst mit dem Schläger, um dann wieder draufzuschlagen und ihn im Tor zu versenken. 

"Ensign Amuns Kommentar zu seinem schriftlichen Bericht," sie legte ein Padd auf die Bande, "sehr detailreich und dafür was er aus dem Stand mit einem fremden Schiff geleistet hat, eine Untertreibung. Aber er bleibt bei der Sache und lobt sich nicht selbst über den Klee, das mag ich an ihm." Soy grinste leicht. "Würde ich gerne behalten. Ich hatte das Gefühl, dass er nicht abgeneigt ist und uns aufgrund der Anordnung des FKOMS hier bei uns zu bleiben keine Probleme machen wird."

Wieder bremsten Kufen scharf auf dem Eis und krachte ein Puck ins Tor. 

"Lt. Mannix;" Soy seufzte kurz. "Um es zusammenzufassen...Du wirst ihn lieben." In ihrer Stimme klang ein wenig Ironie mit. "Sein Tabakgeschmack ist genauso nervig wie deiner und er schreibt kurze Berichte, erzählt aber gerne." Sie warf ein weiteres Padd auf den Stapel. "Wir können einen Counselor gebrauchen und ich denke, dass er gar nicht schlecht wäre. Zumindest will in Admiral Terwidden, warum auch immer, so weit von der Erde weg haben wie möglich und hat gegenüber Commodore Taurik angedeutet, dass er es begrüßen würde, wenn wir ihn nehmen." 

Gaspar fuhr eine schnelle Runde auf dem Eis, schob den Puck vor sich her. Klackend trafen die Schlittschuhe auf das Eis und der Schläger auf die vor ihm her flitzende schwarze Scheibe.

Soraya begann zu grinsen "Lt. Mackenzie, mag ich. Ich glaube, wir haben eine gute Wellenlänge. Ihr Bericht erinnerte mich an meine ersten Berichte." Gaspar fing an zu lachen und rief herüber. "Auch Flüche und Verwünschungen sowie blumige Kraftausdrücke in jeder zweiten Zeile?"
"Nein, das weniger, aber ich mag ihre zupackende Art und diesen Pragmatismus. Ich glaube, sie wäre nicht abgeneigt."

Gaspar brummte und ballerte den Puck ins Tor. "Und die Operations Officer?"

"Ähm, ja. Der Bericht war exakt der gleiche Wortlaut wie das, was sie mir erzählt hat." Mehr sagte Soraya nicht. Ihr war die Betazoidin ein wenig 'anders' vorgekommen. Sehr unterkühlt, ein wenig humorlos und eigenbrötlerisch. "Von der Dienstakte her in Ordnung, wenn wir sie bekommen können, sie scheint ihren Job sehr akribisch und genau zu machen. Vielleicht können wir genau das gebrauchen, wenn wir diesen diplomatischen Firlefanz organisieren müssen." 

Soraya legte ein weiteres Padd ab und kramte in dem Stapel, den sie noch dabei hatte. "Um es kurz zu machen: Der Flugoffizier ist dabei. Er hat mich nach Strich und Faden ausgefragt und am Ende geradezu gebettelt an Bord zu dürfen. Andersherum hat er mir meine Fragen sehr ausführlich und äußerst charmant beantwortet, auch wenn ich nicht alles mit dieser Gestaltenwandlerei verstanden habe. Ich würde sagen, um Ensign Emin müssen wir uns keine Gedanken mehr machen." Auch dieses Padd legte sie ab. 

"Als taktisch übergeordneten Controller für das Konferenzmodul und die Flottenaktivitäten wurde uns Lt. Jade empfohlen. Ich habe die Akte gelesen und sehe viele Vorteile. Sie hat ausgezeichnete Verbindungen. Wenn man zwischen den Zeilen ließt, nimmt sie manche Dinge aber auch nicht so genau, woran wir sicherlich arbeiten müssen. Ich denke aber, dass ihre Verbindungen innerhalb und außerhalb der Föderation ein Vorteil für uns sein können. Allerdings erfüllt ihre Lebensgefährtin in keinster Weise unsere Sicherheitsfreigabe, was ein Problemdarstellen könnte." Soraya scrollte in dem Padd umher. "Ich habe dir hier einige Berichte zusammengestellt und ich bitte dich, dies ebenfalls einmal zu lesen, bevor wir da zu einem abschließenden Urteil kommen. Meine Erfahrungen mit dämonischen Lebensformen sind begrenzt." 

Sorayas Blick blieb an ein paar Schlittschuhen hängen, die im Fußraum der Trainerbankumherflogen. "Die Marines...." Sie seufzte. "Sagen wir es mal so: Lt. Killroy weiß jetzt, dass ich es nicht so wirklich schätze angegraben zu werden, aber ich würde anhand des Gesprächs und der Akte sagen, den nehmen wir. Er ist übrigens beim Gunny im Ausbildungszug gewesen und Reynolds sagt, dass man ihn gebrauchen kann. Sehr loyal, opferungsbereit und dienstbeflissen. Manchmal bringt ihn seine draufgängerische Art in Schwierigkeiten, aber laut Akte ist es damit ruhiger geworden. Außerdem schwörte mir Lt. MacKenzie, dass wir niemanden bekommen können, der es besser hinbekommt aus den Marines eine eingeschworene, fast familiäre Gemeinschaft zu machen. Er wird als Vorgesetzter ernstgenommen und man mag ihn, obwohl er viel verlangt. Außerdem kann er wohl sehr gut mit Lt. MacKenzie zusammenarbeiten. Beides Schotten, wenn du verstehst."

Die Perserin zog die Füße unter die Decke hoch, denn die dünnen Uniformstiefel schützten sie wenig vor der Kälter der Eishalle. "Marine Captain Tiru...nunja," man merkte ihr an, dass sie die richtigen Worte suchte. "Das Gespräch war so kurz, dass ich zusammenfassen kann: Ich gehe dahin, wo die Föderation meine Dienste braucht." Soraya saugte kurz an ihren einfrierenden Lippen. 
"Reynolds meint, dass wir niemand besseren bekommen können für die übergeordnete Aufgabe, aber sie uns nicht sehr dankbar sein wird, wenn wir sie auf einen Büroposten setzen. Er findet zudem, dass das ein wenig Potentialverschwendung ist." 
Soraya machte eine kurze Pause, bevor sie fortfuhr. "Ich finde allerdings, da sie früher schon mit Lt. Jade zusammengearbeitet hat, passt das gut und wir werden sie im Modul als SMC Verbindungsoffizier dringend brauchen. Ich habe den Eindruck, dass sie sich von Sternen am Kragen nicht die Butter vom Brot nehmen lässt und dich sehr durchsetzungsstark beim SMC vertreten wird. Vielleicht ergibt sich für sie hin und wieder die Möglichkeit die Special Force auch aktiv zu unterstützen, damit könntest du sie ködern."

Gabe hatte anscheinend genug Pucks ins Tor geprügelt, nahm den Schläger hoch und fuhr auf Soraya zu. 

"Bleibt eine Sache offen: Diese komische Doppelrolle," warf Soy in den Raum.

Gaspar nickte langsam. Er hatte über die gleiche Frage nachgedacht. "Was hältst du von Ms. Renard?"

"Die Erste Offizierin? Warum?"

Gaspar lies sich einen Moment Zeit für eine Antwort und lehnte sich an die Bande. Ohne drüber nachzudenken strich er sich übers Kinn, seine Finger wurden aber vom Visier gestoppt, welches er erst hochschieben musste. 

"Sie ist sehr erfahren. Vermutlich auch nicht mehr weit von einem eigenen Kommando entfernt.", fing Gaspar an, während er sich die Handschuhe auszog. 

"Ja und?"

In aller Seelenruhe wurde Gaspar erst die Handschuhe los, bevor er weitersprach. 

"Sie hat Erfahrung im vermitteln und arbeitet stehts sehr lösungsorientiert, soweit übermittelt. Außerdem scheint sie keine Berührungsängste vor Politikern zu haben."

Gaspar hatte als nächstes den Helm abgelegt und musterte seine Arbeitsehefrau. 

"Es wäre zumindest eine Überlegung wert. Ich kenne natürlich ihre Pläne nicht, aber es würde sich vielleicht lohnen nachzuhaken."

"Bin ich für," kam es kurz von Soraya. "Fand sie im Gespräch ganz sympathisch." Das Grinsen auf ihrem Gesicht kannte er zu Genüge. "Aber hey, du weißt: Don't fuck the job Gabe." Sie hatte also ganz klar einen Scherz gemacht. Was ihr Liebesleben anging war Soraya ein Buch mit sieben Siegeln. Sie liebte es noch so abstruse Andeutungen zu machen, aber Gaspar hatte nie mitbekommen, dass es jemals jemanden in ihrem Leben gegeben hatte, geschweige denn welches Geschlecht diese Person inne hatte. "Ich glaube, dass Renard und ich uns gut ergänzen könnten." Soy sammelte alle Padds wieder zusammen und formte einen schönen Stapel, den sie erneut in seine Richtung schob. "Wie weit bist du eigentlich schon? Taurik hat schon nachgefragt." 

Hustend klopfte Gaspar sich auf den Brustpanzer. Es war ein Graus mit diesem Papierkram. In diesem Moment aktivierte sich sein Communicator.

[Robinson an Toussaint. Captain, das sollten Sie sich dringend ansehen!]

[Ich bin unterwegs Mister Robinson...] "Computer, Programm beenden...." 


-----------------

Der Turbolift spuckte die beiden Kommandooffiziere aus. Mit kleinen, aber schnellen Schritten war die Erste Offizierin in der Mitte des Raums angekommen und starrte auf den Schirm. Gaspar war etwas langsamer, aber auch sein Blick hing am Hauptscreen. "Bericht Ens. Robinson.", forderte er ein. Der dunkelhäutige Fähnrich in der roten Uniform, der zur Zeit an der taktischen Konsole stand, nickte bestätigend. 

"Seit etwa 40 Sekunden registrieren unsere Subraumscanner auf mehreren Kanälen ein seltsames Signal. Es handelt sich offenbar um einen Notruf."

Die Daten des Mainscreens machten der hochauflösenden Aufnahme der Langstreckensensoren platz, von denen allerdings nur ein verschwommenes Bild übertragen wurde. Soraya legte leicht den Kopf schräg. 

"Was ist daran so seltsam?", wollte die Perserin wissen.

"Nun, es ist nicht das klassische Standardsignal für Schiffsbrüchige.", gab Robinson kund und vergrößerte die stark verpixelte Aufnahme. 

"Entfernung?", wollte Gaspar wissen.

"Etwa 5 Lichtjahre. Die Masse des Objekts lassen auf ein Mannschaftsrettungskapsel schließen." 

"Ich wiederhole meine Frage Ensign, was ist daran komisch?", setzte Soraya nach während mit ein paar schnellen Schritten hinter der taktischen Konsole stand und Ensign Leroy Maurice Robinson jr. neugierig über die Schulter schaute. 

"Das empfangene Signal trägt die Signatur eines Flaggschiffs, Ma'am.", klärte Robinson auf. 

Sorayas Kopf fuhr herum und suchte Gaspars Blick, aber auch das war überflüssig. 

"Kurs auf das Objekt nehmen. Maximum Warp.", sagte Gaspar knapp und lies sich endlich in den Stuhl des Kommandierenden Offiziers sinken, während Robinson dies mit einem ebenfalls kurzen "Aye Sir" bestätigte. 

"Energie." Die USS Galavant drehte sich langsam, dann immer schneller aus ihrer Parkposition und schoss dann dem Signal entgegen. 


Zeit: MD 04.1530
Ort: USS Galavant, Shuttlebay


Als die Galavant unter Warp ging bot sich der Crew ein Bild, was Soraya und Gaspar bereits erwartet hatten. Das SOS Signal stammte von einer größeren Rettungskapsel. Diese wurden in der Regel verwendet, wenn verletzte Personen liegend und unter Aufsicht medizinischen Personals transportiert werden mussten. Sie waren dadurch deutlich größer und boten mehr als zwei Personen Platz. Außerdem konnten sie auch benutzt werden, um mehr Material mit zu nehmen, falls man gezielt auf einem Planeten notlanden musste.

Die Brückencrew bestätigte, die Signatur wies sie zweifelsfrei als Rettungskapsel der USS Odyssey aus. Gaspar ließ einen Kanal öffnen und nach ein wenig Rauschen zeigte sich ein Bild. 

Auf dem Schirm erschien das Gesicht einer Spezies, die Gaspar noch die gesehen hatte und sich ihm als CING der Odyssey vorstellte. Ensign Nirrod war von den Toten auferstanden! 

Ohne Umschweife ließ Gaspar die Neuigkeit zu SB 24 übertragen. Dann ordnete er an die Rettungskapsel an Bord bringen zu lassen, was wenige Minuten später auch geschah. Gemeinsam eilten Perserin und Kanadier zur Shuttlebucht. MGySgt. Thomas Reynolds und Skipper standen zusammen mit zwei weiteren Marines auf Abstand. Diesmal sah es nicht nach Überfallkommando aus, auch wenn die drei Marines bewaffnet waren und Skipper seine ballistische Weste trug. 

Sie betraten den Hangar als die Mannschaftskapsel, gelenkt vom Traktorstrahl, langsam den Bodenberührte. Gaspar hatte sich auf dem Weg zum Flugdeck immer wieder gefragt warum der Asura es riskiert hatte mit einer Rettungskapsel solchen Ausmaßes zu flüchten. Hatte er keine andere Wahl gehabt? Die große Kapsel wäre einem potentiellen Angreifer viel schneller aufgefallen als eine Kleine! Immerhin konnte er das den Asura gleich selbst fragen. 

Lt. Cmdr. Alizadeh blieb neben ihrem kommandierenden Offizier stehen, warf einen Blick hinauf in Gaspars Miene und verschränkte die Arme vor der Brust, während sie leicht breitbeinig dastand. Die Rettungskapsel kam quietschend auf dem Boden des Hangars zu stehen. Der Traktorstrahl war erloschen und die Hangartore begannen wieder sich zu schließen. Im Inneren der Kapsel rumorte es einmal, dann begann die Hydraulik die Rampe zu öffnen. Mit einem Zischen entlud sich die Atmosphäre innerhalb der Kapsel und stellte den Atmosphären ausgleich mit dem Hangardeck her. Weiße Nebelschwaden verdeckten den direkten Blick auf das Innere der Kapsel. Langsam verging der Dunst und ein langer Schatten fiel den Exit Steg. 

Erst einmal sah Soraya nichts, dann einen rechteckigen Umriss und dahinter eine kleine Person, die diesen Gegenstand hielt. Der Nebel des Atmosphärenausgleichs lichtete sich stätig und die Umrisse wurden deutlicher. Tatsächlich, die Person trug einen im Verhältnis zur Körpergröße ziemlich großen, rechteckigen Gegenstand. Ensign Nirrod in Person trat mit einem frechen Grinsen ins Licht der Hangarbeleuchtung. Sich mit der rechten Hand das Monokel richtend winkte er mit dem Gegenstand der in der linken Hand lag lässig in die Runde.

"Ens. Nirrod? CING,  USS Odyssey?", fragte Soraya kurz, obwohl die außergewöhnliche Körpergröße von 90cm den Asura bereits verraten hatte. Nirrod deutete eine Verbeugung in ihre Richtung an.

"In Persona Ma'am und stehts zu Diensten!"

"Sie haben der Odyssey Crew vielleicht einen Schrecken eingejagt Ensign! Man hat bereits angefangen öffentlich um sie zu trauern! Warum dieser Auftritt?", wollte Gaspar wissen. Die Perserin drehte überrascht den Kopf, so deutliche Worte aus Gaspars Mund waren eher ungewöhnlich.

"Ich kam nicht umhin noch eine Kleinigkeit mitzunehmen.", sagte der Asura immer noch mit einem breiten Lächeln auf den Lippen. Ohne weitere Kommentare stiefelte er auf Gaspar zu und hielt diesem den Gegenstand hin. Gaspar musste sich weit nach unten Bücken, ja fast schon in die Knie gehen. Das Ding war deutlich schwerer als es aussah. Gaspar hielt es hoch. Seine Augen weiteten sich.

<<USS Odyssey - NCC-71832-B - Discovery-Class Starship - Utopia Planetia Shipyards>> 

Der Schriftzug sprang ihm gold auf grau förmlich in die Augen. Auch Soraya war einen Moment wirklich sprachlos. Hatte dieser verrückte Kerl wirklich sein Leben für die Widmungsplakette riskiert? - Ja, hatte er. Und Gaspar hielt sie schwer in seinen Händen. 


<sum>


Zeit: MD 04.0830
Ort: USS Galavant, Holodeck


Gaspar Toussaint spielt auf dem Holodeck Eishockey und wird von Soraya Alizadeh mit Personalfragen konfrontiert. Die Brücke meldet sich. Es wurde ein Notruf einer Rettungskapsel der USS Odyssey aufgefangen. 


Zeit: MD 04.1530
Ort: USS Galavant, Shuttlebay
Die Galavant fischt die Rettungskapsel aus dem Weltall. An Bord ist Ens. Nirrod mit der Schiffsplakette der USS Odyssey. 


</sum>

Submitted by 
Cmdr. Toussaint und Lt. Cmdr. Alizadeh 
Mo und Ratty


Das Spiel beginnt

Friedemann Hruby
 

Hallo Ihr Lieben,

ein kleines politisches Schlaglicht auf Hito VII. Immerhin kommt ja mit Ilvaria eine Botschafterin an Bord. Also werdet ihr auch ab und zu mitbekommen, was sich so auf Hito VII verändert oder ereignet. Es wird auch auf Ilvaria immer wieder Einfluss haben. 

Herzliche Grüße
Friddi

<RPG>

Ort: Hito VII, Kristallebene, Frostpalast
Zeit: Jahr 4436 der „unsterblichen Ära“ 12. Tag im Eulenmonat

So schnell es ihm erlaubt war, eilte Daijin Zov durch den königlichen Palast. Es galt als ungebührlich zu rennen. Vor allem wenn die Monarchin es sehen konnte. Doch seine Nachrichte hatte höchste Dringlichkeit, also gestattete der Berater der Kralovna es sich seine Schritte so gut es ging zu beschleunigen. Dabei erregte er natürlich Aufsehen. Immer wieder hörte er getuschelte Worte. Doch seine Stellung am Hofe der Kralovna gab ihm gewisse Freiheiten. Auch die Freiheit schon fast durch den Frostpalast zu rennen. Mehrere Leibwachen der Kralovna hielten ihn allerdings dabei genau im Auge. Eine zu schnelle Annäherung an die Kralovna könnte auch Gefahr bedeuten. Nicht das es ein Tene’Hito versuchen würde die Kralovna zu töten. In den Geschichtsbüchern gab es auch nur einen Kral, der sein Leben bei einem Attentat verloren hatte. Doch dies war so lange her, das es eigentlich schon in den Bereich der Legenden gezählt wurde.

Und trotzdem hielten die Leibwachen ihn sehr genau im Auge. Er wusste zu was diese Männer und Frauen fähig waren. Er selber hatte sie ausgebildet. Doch ihre Treue und ihr Leben hatten sie der Kralovna gewidmet. Seit ihrem Schwur waren sie somit die treuesten Beschützer der Monarchin. Die ehemalige Verbindung zu ihrem Ausbilder zählte hier nichts mehr. Das konnte er auch an ihrem erbarmungslosen Blick erkennen. Ein Blick der eine ständige Mahnung und Erinnerung war sich in der Gegenwart der Anführerin der Tene’Hito zu benehmen.

Noch bevor er die Kralovna überhaut erblicken konnte, hörte er sie allerdings nach ihm Rufen

„Daijin Zov, ich sehe Ihr bringt Neuigkeiten. Eilt Euch!“

Nun beschleunigte er seine Schritte tatsächlich noch einmal. Er war kurz davor zu rennen. Vor ihm bildete sich eine Gasse. Die Günstlinge, Höflinge und so mancher Speichellecker machten ihm Platz. Sein Blick viel auf die Monarchin und sie raubte ihm fast den Atem. Sie trug ein langes, weißes Kleid. In das Kleid waren silberne Muster eingearbeitet. Sie glitzerten und funkelten bei jeder Bewegung der Tene’Hito. Ihre Hände hatte sie mit Handschuhen bedeckt, welche ebenfalls funkelten und glitzerten. Es musste an den vielen kleinen Juwelen liegen, die zu dem Silber noch hinzugefügt worden waren.
Ihr langes, weißes Haar hatte sie zu einem Zopf geflochten, welcher ihr über die Taille hinwegreichte. Auf ihrem Kopf trug sie ein silbernes Diadem welches in der Mitte ein großes violettes Juwel hatte. Sie war die schönste Frau auf ganz Hito VII und dazu noch die mächtigste.

Als ihn nur noch ein paar Meter von der Kralovna trennten, ließ er sich zu Boden sinken. So lag er in voller Länge vor seiner Herrscherin. Den Kopf hielt er gesenkt. Nur das Wort der Kralovna würde ihn nun dazu bringen aufzustehen.

„Steht auf Daijin, steht auf und berichtet!“

Zov tat wie ihm geheißen, allerdings langsam und so würdevoll wie möglich. „Kralovna Takara, ich grüße Euch. Übernatürliche und weise Herrscherin. Ewige Fackel unseres Reiches. Mein Leben gehört Dir und mein Ruhm ist Dein Ruhm.“

Sie winkte mit ihrer Hand. Ein Zeichen dafür, dass sie nicht sonderlich viel Wert am heutigen Tag auf die geltende Etikette legte. Deshalb beeilte sich Zova näher zu treten.

„Dein Bericht Zova!“ Die Stimme von Takara machte ihm deutlich, dass ihre Geduld endlich war.

„Die Kundschafter haben das Ziel erreicht. Es gab keine Schwierigkeiten oder Auffälligkeiten. Es ist ihnen gelungen eine stabile Verbindung einzurichten.“ Berichtete er so knapp und schnell wie möglich. Es war nicht nötig weitere Worte zu verlieren. Immerhin hatte er einen Auftrag erhalten und wusste was zu tun ist.

„Gut, wie sehen Deine nächsten Schritte aus?“

Zova aktivierte sein Armband. Eine holographische Fläche aktivierte sich. Darauf hatte er seinen Plan verewigt. „Wir haben die erste Phase beendet. Nun beginnen wir mit Phase zwei. Diese wird mehrere Zyklen in Anspruch nehmen. Für Phase drei brauchen wir dann allerdings die Expertise von Taishi Ilvaria. Ist schon bekannt, wann sie uns diese liefern kann?“

Die blauen Augen der Kralovna fixierten ihn. Es war im Frostpalast bekannt, das er Ilvaria nicht mochte. Sie hatte bei der Prüfung versagt. Trotzdem hatte Kralovna Ulestra sie in die königliche Familie aufgenommen und ihre eine der besten Ausbildungen zuteil werden lassen die für eine Tene’Hito möglich war. Er hatte sich sogar darum bemüht, Ilvaria zu einem Teil der königlichen Garde zu machen. Doch man hatte ihm nicht erlaubt Ilvaria auszubilden. Stattdessen hatte sich die junge Tene’Hito in mehreren Raumkämpfen einen Namen gemacht und schließlich war ihr die Ehre zuteil geworden die Heimatwelt mit ihrem Flottenverband zu beschützen.
Dann hatte man ihr vor ein paar Tagen die Aufgabe als Botschafterin in der Föderation übertragen. Für viele war das ein Schock gewesen. Nicht so für Zov, er hatte es kommen sehen. Allerdings war er immer noch unschlüssig ob sich die immer noch sehr junge Frau hierbei wirklich würde beweisen können. Viel hing von ihr ab und eigentlich hatte Zov immer darauf gehofft, dass er diese Aufgabe übertragen bekommen würde. Sollte Ilvaria versagen, dann wäre seine Chance gekommen.

„Zov, Ilvaria Taishi ist noch auf dem Weg zur Föderation. Habt Geduld und Vertrauen. Für Euch zählt jetzt Phase zwei und nichts anderes. Sobald wir mit Phase drei beginnen können, werde ich es euch mitteilen.“

Der Mann nickte und wollte sich schon umdrehen, als ein leise Worte in aufhielt.

„“Gebt acht, das Spiel der Dunkelheit scheut das Licht!“

Er drehte sich nocheinmal zu Takara um und verbeugte sich tief vor ihr. „Ich danke Euch für Euren Rat. Die Dunkelheit ist unsere Wiege, die Dunkelheit wird uns leiten und begleiten.“

Noch eine ganze Weile beobachte Takara, wie Zov den Rückweg antrat. Sie warf einen Blick auf ihr Armband. Dabei runzelte sie die Stirn. Phase Silberschwinge hatte bereits begonnen. Damit war Barrisek Daijin hatte gut vorgelegt. Nun war es wichtig, das auch Zov Daijin sich um die Fortführung des Planes bemühte. Sie hatte keine Sorge dass Ilvaria den von ihr erwarteten Teil nicht würde beitragen können. Ilvaria hatte sie noch nie enttäuscht. Doch so viel Ruhe sie über dem Auftrag der Botschafterin hatte, so sehr vermisste sie ihre beste Freundin und Ratgeberin hier im Frostpalast. Gedankenverloren spielte sie mit dem Ende ihres Zopfes, welchen sie in die linke Hand genommen hatte.

Wenig später ließ sie den Zopf los und richtete ihre Aufmerksamkeit wieder auf die Bittsteller, welche vor sie gekommen waren. Es gab noch viel zu tun.

<RPG>

<SUM>

Ort: Hito VII, Kristallebene, Frostpalast
Zeit: Jahr 4436 der „unsterblichen Ära“ 12. Tag im Eulenmonat

Zov Daijin kommt vor die Kralovna. Er erörtert mit ihr einen wichtigen Plan, in welchem Phase eins abgeschlossen worden ist. Dabei wird deutlich, das Ilvaria Taishi Feder’shon einen wichtigen Anteil an diesem Plan trägt.

</SUM>

submitted by
Friddi
aka
Ilvaria Taishi Feder’shon


The Odyssey Era - Teil 8: Unerwartete Zuflucht

Mortimer Bishop
 

Hey ihr Lieben!

Weiter geht’s! Hier kommt der achte Teil der Odyssey Era. Viel Spaß beim Lesen! Übrigens dürft ihr durchaus auch posten falls ihr wollt. Einzig die von uns gespielten Plots sind (noch) tabu, aber alles andere geht! Also Bühne frei für Tene'Hito, Kikonen, Soapbälle und sonstige Entwicklungen ;)

Lieben Gruß
Ratty & Mo!


<RPG>

Zeit: MD 3.1457
Ort: IKS Kinzhar, Brücke

Langsam kehrte Ruhe ein. Seid knapp 36 Stunden flog die Kinzhar ohne Zwischenfälle durchs All. Diese Atempause war dringend nötig gewesen, auch wenn die Erschöpfung der Gruppe mittlerweile mit den Händen zu greifen war. Seid der Schlacht gegen Eindringlinge konnte der Bird of Prey maximal Warp 2 fliegen. Cal Mannix hielt sich auf der provisorischen Krankenstation in einem Nebenraum der Brücke auf. Die Station der Klingonen war für ihre Zwecke nicht nutzbar. Hier betreute der CNS höchstpersönlich den Zustand Ratana Tirus. Keine Sekunde wich der Psychologe von ihrer Seite, nur einmal in der Stunde gestattete er sich eine Raucherpause außerhalb des Intensivbereichs. Momentan schlief die Orionerin, deren Körper dem Schlafmangel und den Schmerzen nachgegeben hatte. 

Auf der Brücke war eine erschöpfte Stille eingekehrt. Nok'il trug einen blutgetränkten Verband an Kopf und Schulter, während der Vulkanier Vorik im Kampf nur einen Großteil seiner Augenbrauen eingebüßt hatte. Ensign Amun hatte die Füße auf eine der kleinen Seitenkonsolen abgelegt, während er ohne weiteren Kommentar auf den Hauptschirm starrte. Der Screen zeigte die Frontkamera. Sterne zogen vorbei. Sein Geist schweifte ab, während er auf die typischen Linien des Warpflugs blickte. Das erste Mal seid dem Gefecht musste er an Fiona denken. Wobei... ganz stimmte das nicht. Die Angst die ihn überfiel, wenn er an die untergehende Odyssey dachte, hatte hauptsächlich mit der rothaarigen Schottin zutun. Er hoffte inständig das es ihr gut ging.

Plötzlich piepte es. Der Vulkanier Vorik, der den Angriff auf die Brücke unbeschadet überstanden hatte, drehte sich zum entsprechenden Modul um und drückte eilig ein paar Knöpfe. 

"Sir, die Frontsensoren registrieren die Signatur eines Schiffs der Föderation. USS Galavant. Entfernung: 2 Millionen Kilometer."

"Ausweichkurs?", wollte der Halbklingone Nok'il wissen. Dem CONN-Offizier stand im Gesicht geschrieben, dass er ungern als feindliches Schiff identifiziert werden wollte. 

"Noch nicht.", sagte der Acamarianer während er sich nachdenklich eine Dreadsträhne aus der Stirn wischte. Galavant? Gehörte nicht zur Flotte, das wusste er. Er hatte in den letzten Monaten genug Raumkampf-Strategien und Analysetraining betrieben, um die Schiffe der Carraya Flotte nachts im Schlaf runter zu beten.

"Was tun sie?", wollte er zusätzlich wissen. 

Vorik lies erneut die Finger über die Tastatur flitzen, bevor er vermeldete: "Sie passen sich unserem Kurs an, Sir! Der Mainframe hat die bisherige Route des Schiffs untersucht. Mit 83% Wahrscheinlichkeit ist die Galavant ins Carraya System unterwegs gewesen."

"Öffnen sie einen Kanal!", sagte Amun ruhig. Wobei die Ruhe rein äußerlich war. Der Gedanke jetzt, nach der Schlacht von den eigenen Leuten aus dem All gepustet zu werden, ließ ihn nicht gerade mit positiven Gefühlen zurück. 

"USS Odyssey Expeditionscrew an USS Galavant. Bitte nicht feuern! Die IKS Kinzhar befindet sich in unseren Händen. Ich wiederhole: Es ist eine Sternenflottencrew an Bord der IKS Kinzhar. Bitte bestätigen." 

Es rauschte. Instinktiv zog der Halbklingone Nok'il den Kopf ein. Amun schaute zu ihm rüber. "Wiederholen sie den Ruf." 

***Zeitgleich auf der USS Galavant***

"Kann das ein Trick sein?", sagte Soraya, während sie sich auf den kleinen Sitzplatz neben Gaspar setzte. Dieser hatte die Botschaft des fremden Expeditionsteams angehört. Einen Acamarianer als Kommandant? Das war auch für den Kanadier neu.

"Möglich. Aber nicht unbedingt wahrscheinlich", urteilte Gaspar, das Kinn mit Dreitage Bart kraulend. 

"Gehen sie auf Scannerreichweite und überprüfen sie sie die Spuren. Wenn sie wirklich sind, was sie vorgeben werden sie die Schilde senken damit wir sie überprüfen können."

"Sollen wir sie in diesem Fall herholen?", wollte  Ensign Leroy Maurice Robinson jr. wissen, den alle in der Freizeit nur "Junior" nannten. 

"Abwarten", brummte der Kanadier.

Das Schiff gehorchte den Eingaben des Piloten und änderte den Kurs. Soraya war bereits wieder aufgestanden und tigerte zwischen den Stationen hin und her. Ihre "neue" Brückenbesatzung hatte sich noch nicht an die Omnipräsenz der ersten Offizierin gewöhnt. Gaspar musste grinsen als er merkte wie die Besatzung im direkten Umfeld Sorayas die Luft anhielt wenn die blauhaarige Perserin ihre Station ansteuerte.

Soraya war an die Wissenschaftsstation getreten. "Der Abgleich der Biozeichen läuft. Überwiegend menschlich, ein Acamarianer, sowie Lebenszeichen, die auf Trill, Vulkanier und Andorianer hindeuten, ein orionisches und ein teilweise klingonisches Lebenszeichen." Die Perserin wanderte zur Sicherheitsstation. "Abgleich mit den Daten der USS Odysseybesatzung laufen. Bestätigung, es gibt in der Besatzungsliste Crewmitglieder dieser Spezies." 

"Der Bird of Prey ist in Transporterweite!", kam es von der taktischen Konsole und einen kurzen Moment später: "Sie haben die Schilde gesenkt und drehen bei!"

"Öffnen sie einen Kanal!", sagte Gaspar ruhig und erhob sich. Wenige Sekunden später erschien das Bild des Acamarianers erneut.

"USS Galavant an USS Odyssey Expeditionsteam. Hier spricht Commander Toussaint, wir haben ihre Nachricht erhalten. Ihr Vogel macht nicht unbedingt einen soliden Eindruck. Sollen wir sie rüberholen?" 

Man sah wie Ens. Amun die Anspannung von den Schultern sackte. Er lächelte sogar leicht.

"Ja Sir, das wäre super. Wir haben aktuell mehrere Verletzte und einen Toten durch klingonische Enterkommandos zu beklagen."

Gaspar nickte kurz und warf Soy einen schnellen Blick zu. Noch während der Acamarianer in der Leitung war öffnete die Perserin einen internen Kanal zur Krankenstation und informierte das Pflegepersonal über die Ankunft der Verletzten. Allerdings schickte sie auch ein Sicherheitsteam in den Transporterraum. 

"Was soll mit dem Bird of Prey passieren?", wollte Gaspar wissen.

"Ich werde empfehlen das Schiff von der SS Yolanda reparieren zu lassen. Danach wird es die Odysseyflotte unterstützen.", sagte Amun.

Ein weiteres mal tauschten Gabe und Soy einen kurzen Blick aus. Gaspar nahm wieder im großen Stuhl in der Mitte platz.

"Sie wissen es anscheint noch nicht. Die USS Odyssey ist auf den dritten Planeten des Carraya Systems gestürzt. Es herrscht große Unklarheit was der Auslöser war, aber im Moment des Aufpralls verschwand der gesamte Planet."

Die Gesichtszüge des Acamarianers zeigten einen kurzen Moment Fassungslosigkeit und Soraya Alizadeh, die ihn ganz genau über den Bildschirm beobachtete, zog ihren Hut vor seiner Mimikbeherrschung, diesen Emotionsschub sofort wieder einzufangen. Sie selbst hätte wahrscheinlich viel mehr Zeit dafür benötigt. 

In Amuns Kopf war tatsächlich ein emotionales Feuerwerk explodiert. Die Odyssey war zerstört, ein ganzer Planet verschwunden. Keine weiteren Aussagen zum Ausgang der Lage. Doch in seinem Hinterkopf hämmerte auch die Bürde seines ersten Kommandos. Er musste sich jetzt zuerst um die kümmern, die ihm hier unterstellt waren und sah man es ehrlich: Der Bird of Prey hatte längst begonnen ihnen unter dem Hintern auseinander zufallen und die medizinische Versorgung der Verletzten hatte erste Priorität. 

"Wir evakuieren die Kinzhar," presste Amun hervor. "Wir melden uns. Kinzhar Ende..." Der Bildschirm wurde schwarz und er sackte ein wenig im Sessel zusammen. Vorik trat hinter seiner Konsole hervor. "Soll ich mich um die Evakuierung kümmern, Sir?" Dem Vulkanier war die Lage seines kommandierenden Offiziers nicht verborgen geblieben. 

Doch Amun stand entschlossen auf. "Wir erledigen das zusammen", bestimmte er. "Kümmern Sie sich ums Zusammenpacken. Wir beamen nach Priorität. Maschinenraum und Brücke gehen zuletzt, die Verletzten zuerst. Informieren Sie die Krankenstation und kümmern Sie sich um die Verlegung Vorik."

*** Auf der USS Galavant - kurz darauf ***

Commander Toussaint hatte es sich nicht nehmen lassen in den Transporterraum zu gehen als die erste Welle der Crewmitglieder des von Sternenflottenpersonal gekaperten Bird of Preys an Bord kam. Allerdings war es in diesem auch ziemlich eng. Neben dem medizinischem Personal waren auch vier Mitglieder der Sicherheitsabteilung vor Ort. Gabe hatte die Anwesenheit der Sicherheit vorausgesetzt, allerdings traute Soraya dem Frieden noch weniger als dem Krieg. Vier Mitglieder des Sicherheitsstabs - das musste den Expeditionsmitgliedern wie unverhohlenes Misstrauen vorkommen. Aber Sicherheit war nun mal die Mutter der Porzellankiste.

"Die Kinzhar meldet, dass sie bereit sind," gab die Transporterchief weiter und Gaspar nickte ihr zu. "Energie." 

Acht Gestalten formten sich auf den Plattformen, wobei sich auf einer Plattform zwei Personen materialisierten. Ein dunkelhaariger Lieutenant in der Uniform der medizinischen Abteilung stützte eine notdürftig verbundene Frau in der Uniform des Starfleet Marine Corps. Langes schwarzes Haar fiel in ein blassgrünes Gesicht. Des weiteren waren weitere verletzte Marines und Sternenflottenangehörige materialisiert, die sich aber selbst auf den Beinen halten konnten. 

Es herrschte kurz Stille und der Mann und die Frau auf der Plattform wechselten kurz einen fragenden Blick. Da der Mensch beide Hände brauchte, um die Orionerin, die den rechten Arm um seinen Nacken gelegt hatte, auf den Beinen zu halten und der linke Arm der Frau durch eine verbundene Schulterverletzung nicht zu bewegen war, herrschte anscheinend Irritation über die Meldung. 

Die Stimme des Mannes durchbrach die Stille. "Lieutenant Cal Mannix, USS Odyssey, Sir. Bitte um Erlaubnis mit sieben Verwundeten an Bord kommen zu dürfen."

"Erlaubnis erteilt Lieutenant," erwiderte Gabe, nur um vorzutreten und den Crewmitgliedern des anderen Schiffes von der Transporterstation treten zu helfen. Das medizinischen Personal eilte ebenfalls nach vorne. 

"Marine Captain Tiru," grüßte ihn die Frau in der Marineuniform, deren weiten Pupillen deutlich das Level an verabreichten Schmerzmitteln anzeigten. Gabe nickte der Frau zu und reichte einem weiteren verletzten Crewmitglied den Arm. Das Schiff hatte anscheinend nicht als einziges ganz schön eingesteckt, sondern auch dessen Crew. 

Lieutenant Mannix half der Marine von der Transporterplattform in die Arme zweier medizinischer Kräfte von der Galavant und machte zu jedem Patienten eine kurze Übergabe. "Wir haben noch einige Crewmitglieder mit leichten Verletzungen, die aber noch weiter Dienst tun."

Soraya stattdessen war an der Transporterkonsole geblieben und machte einen ersten Abgleich der Crewdateien. Bisher hatte der Computer bei allen Anwesenden bestätigt, dass sie zur USS Odyssey gehörten. 

*** Auf der IKS Kinzhar ***

Amun sah sich auf der Brücke um. Fast alle Besatzungsmitglieder waren hinüber gebeamt. Nur noch Vorik, Nok'il und er waren hier. Selbst der Maschinenraum war bereits evakuiert. Alle Systeme des Bird of Prey waren soweit es ging abgeschaltet. Die Maschinenraumcrew hatte eine Überladung des Reaktors eingeleitet. In etwas weniger als fünf Minuten würde dieses Schiff in winzige Bruchstücke zerlegt und vom Plasmafeuer verzehrt werden. Flackernde Warnlampen verdeutlichten den Ernst der Lage. 

Seine Hand lag auf der Lehne des Kommandosessels - seinem ersten Kommando. 

Wie erfolgreich dieses gewesen war? Darüber sollten andere entscheiden. Er für seinen Teil war zufrieden, auch wenn sie nun nicht selbst zur Starbase 24 fliegen würden. Aber die Aussicht auf einem Sternenflottenschiff mit höherer Reisegeschwindigkeit, sicherer medizinischer Versorgung und voller Einsatzfähigkeit durch dieses Gebiet zu fliegen und vielleicht sogar die Chance auf eine Mütze Schlaf zu haben, stimmten ihn gnädig. In den letzten Minuten verspürte er eine bleierne Müdigkeit, gemischt noch immer mit Sorge. 

Der Acamarianer ließ die Hand von der Lehne gleiten und berührte seinen Kommunikator. "Galavant, drei Personen bereit zum beamen!" 

Einen Wimpernschlag später verschwanden die drei Anwesenden in den Lichtkegeln des Transporterstrahls. Einsam lag die Brücke der Kinzhar im Halbdunkel. Viel war hier geschehen. Konstruiert, um die Föderation zu zerstören, hatte es in den letzten Tagen eine erstaunliche Wendung vollzogen. Erobert unter großen Verlusten, war das Schiff teuer erkauft worden, um dem letzten Verteidigungskampf der USS Odyssey zu unterstützen. Jetzt hatte das Schiff sich Ruhe verdient. 

Das Rauschen des Maschinenraums wurde lauter, die klingonischen Ingenieure hatten beim Entwurf weniger Wert auf die akustische Abschottung gelegt. Das Schiff wurde von heftigen Vibrationen geschüttelt. Ein letztes Aufbäumen. 

Dann ging es ganz schnell. Ohne Zuschauer und ohne Crew. Der klingonische Bird of Prey IKS Kinzhar verging in einem Feuerball...


Zeit: MD 3.2041
Ort: Sternenbasis 24, angrenzendes Sternensystem

Die kleinen Raumstation platze aus allen Nähten. Eigentlich nur als kleine Versorgungsstation für Tiefenraumerforschungsschiffe gedacht, hatte sich SB 24 in den letzten sechs Monaten zu einer Umschlagsplatz für Kriegswaffen und Schiffe entwickelt. Nachschub für die Frontlinie. Die Besatzung war es gewohnt das sich mehrere Schiffe einen Port teilen, aber die aktuellen Umstände waren wirklich unzumutbar. 

Dicht gedrängt lagen hier die Port Haven, Hammond, Arkos Shah, Kensington, Teutates, Diomhair und das Reperaturschiff SS Yolanda. Die USS Shitennō-ji hatte zuletzt nur als Schrottverwertung gedient, während Dagada und Glorana von der Nachhut der zweiten Welle erwischt worden waren. Die Besatzung der Dagada hatte sich retten können während für die Besatzung der Glorana jede Hilfe zuspät gekommen war. Neben der Odyssey selbst fehlte nur noch die Korelev, deren Ankunft man zeitnah erwartete.

Da die Galavant unversehrt war, hatte Gaspar entschieden, dass das Schiff nicht direkt an der Starbase festmachen sollte. Dringend benötigtes Material wurde per Shuttle oder Transporter ausgetaucht. Weil der Platz auf der Station so beengt war, hatte die Perserin der Crew um Ensign Amun angeboten sich an Bord einzuquartieren, eine Handlung die Soraya bereits bereute. Innerhalb eines Tages hatte sie ein Dutzend Anfragen von Offizieren der Odyssey erhalten, die ebenfalls um Asyl baten. Ihr Schiff war das Partyzimmer im Hotel geworden. Natürlich war sich Soraya der sozialen Komponente dieses Umstands bewusst, trotzdem hatte sie das ungute Gefühl eine Feier auszurichten ohne selbst eingeladen zu sein. Sie ahnte, dass dieser eingeschworene Haufen gerade ein wenig Zeit miteinander brauchte, um die Wunden zu lecken, aber auch in gewisser Weise feierte, mit heiler Haut davongekommen zu sein. 

Mit einem breiten Grinsen erinnerte sie sich an den Moment, als ein kleiner Junge schreiend, als wäre eine ganze Horde Klingonen hinter ihm her, durch einen Gang der Station gerannt und sich dem sonst so beherrschten Gunny ans Bein geworfen hatte. Erst bei nachfolgender Reflexion hatte sie den markerschütternden Schrei als ein über fast eine halbe Minute gedehntes "Daaaaaaaaaaad" identifiziert. Genetisch war das Ganze dann auch nicht mehr zu verleugnen gewesen, denn Thomas Junior war das Ebenbild seines Vaters: Als Fünfjähriger. Seitdem hatte Soraya den Gunny nicht mehr zu Gesicht bekommen. Anscheinend feierte er das Wiedersehen mit seiner Familie. 

Ohne das leiseste Geräusch zu machen erschien mit einem Lichtblitz das letzte Schiff der Flotte am Himmel über der Station. Die Korelev traf endlich ein. An Bord: Die Kommandantin der Flotte und die Führungsoffiziere ihres Flaggschiffs. 

Capt. Konstantyn Chekov hatte beste Laune als er den Transporterraum seines Schiffs betrat. Die Odyssey Offizierinnen hatten bereits die Projektionsfläche betreten. Eilig ging er auf Commodore Skyla Lyma zu und streckte ihr wortlos die Hand hin. 

"Ich danke ihnen für alles, Captain.", sagte Skyla mit einem strahlenden Lächeln, während sie nach der Hand griff und diese schüttelte. Der Chekov musste mit ganzer Kraft den Schmerzensschrei unterdrücken. Die Commodore zerdrückte seine Hand zusammen wie eine Schraubzwinge.

"Die....Freude ist.... ganz meinerseits.", presste er zwischen den Lippen hervor und schaffe es ein völlig verkrampftes Lächeln auf das Gesicht zu schieben.

"Wo soll es hingehen?", erscholl eine Stimme von der Seite. Die Risanerin Tara Kell hatte, im Gegensatz zu ihrem Chef, den Aufenthalt der anderen Crew sehr... genossen. Mara zwinkerte jungen Offizierin heimlich zu. 

"Bringen sie uns zur USS Galavant, da scheint gerade eine Feier zu steigen.", befahl Sky ohne zu überlegen. Die Anspannung der letzten 24 Stunden war nach und nach von ihren Schultern gefallen. 

"Dann wünsch ich Ihnen eine schöne Zeit!", sagte Chekov zwischen zusammengepressten Lippen hervorzischend. Es klang eher wie eine Drohung als ein Abschiedsgruß. Aber was machte das schon?

Mit einem letzten Blick in die Runde stellten sich Skyla Lyma, Yvonne Renard, Lwaxana Ivoin und Fiona MacKenzie auf die markierten Stellen. Ein kurzes Summen verriet das der Transporterpuffer seine Arbeit tat. Dann verschwanden Capt. Konstantyn Chekov, Ens. Tara Kell und lt. Limanto Tè aus ihrem Sichtfeld.
</RPG>


<SUM>
Zeit: MD 3.1457
Ort: IKS Kinzhar, Brücke

Die Kinzhar trifft unerwartet auf die USS Galavant. Nach anfänglichem Misstrauen beschließt der kommandierende Offizier der Kinzhar, Ensign Amun, den stark beschädigten Bird of Prey zu evakuieren und kontrolliert zu sprengen.


Zeit: MD 3.2041
Ort: Sternenbasis 24, angrenzendes Sternensystem

Die Galavant trifft mit ihren zusätzlichen Gästen bei SB 24 ein, wo sich nach dem Verschwinden der USS Odyssey der restliche Teil der Flotte versammelt hat. Da Platz hier eh knapp ist, wird spontan die Galavant zum Treffpunkt der Odyssey Senior Offiziere.

</SUM>


Submitted by
 
 
LtCmdr. Soraya Alizadeh
EO USS Odyssey
Aka
Ratty
 
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop


The Odyssey Era - Teil 7: Der Pfad zwischen den Sternen

Mortimer Bishop
 

<NRPG>
Hey ihr Lieben! 
 
Da wären wir also! Wie bereits in zahlreichen Kommentaren im Discord gefordert, hier endlich das siebte Kapitel! Vorhang auf für den letzten Auftritt der USS Odyssey, Discovery Klasse! 
 
Entschuldigt wenn das Vorwort heute etwas länger ist. Es gibt ein paar Leute denen ich an dieser Stelle danken will. Zu allererst, Danke an Linda. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht (und macht es auch immer noch) mit dir zusammen den neuen Kahn vom Stapel zu lassen. Als nächstes Dank an Mac, die vor längerer Zeit die Grundidee für dieses RPG hatte, was mir beim strukturieren sehr geholfen hat. Außerdem ein dickes Danke an Fynn, der mir mal wieder bei einigen technischen Feinheiten und ganz tollen "Naheinstellungen" geholfen hat das Ding abzurunden. Zu guter Letzt ein besonderen Dank an Luis, der mich ermutigt hat mich als SL zur Wahl stellen zu lassen. Danke für dein Vertrauen! 
 
Kurzer Kommentar zur Erzählweise. Ich hab mich dazu entschieden in diesem Post die Odyssey selbst als Hauptdarsteller zu beschreiben. Ich finde das hat sie sich verdient. Außerdem gibt es euch bei eventuellen Backposts die Möglichkeit das Ende des Schiffs aus der Sicht eures Chars zu beschreiben (falls da Interesse bestehen sollte).
 
Nächste Besonderheit: Musik!
Ich bin nicht drum herum gekommen euch hier ein paar kleine Schätze aus meiner persönlichen Playlist reinzustellen, die allesamt das Überthema "Abschluss" haben. Mir war wichtig Songs zu nehmen die noch nicht alle gehört haben und die nicht zwangsläufig mit "Weltraumfilmen" zutun haben. Sucht euch eins aus (hab ein bisschen was dazu geschrieben), machts euch gemütlich und hört es beim Lesen. Würde mich freuen! Alle Songs sind ab sofort auch in der offenen Odyssey Playlist :)
 
Und jetzt! Musik an! 
 
Lieben Gruß und einen schönen Abend euch! 
Mo
</NRPG>
 
 
<Mos Musikgiftschrank>
 
Rupert Gregson-Williams - Duck Shoot
https://open.spotify.com/track/5HARZiEbfWnwXdv7ckqh5z?si=32BDzWNKQPeN7aMJNCTwhA
Soundtrack "The Crown", Klassisch, traurig, emotional, wunderschön
 
 
Clint Mansell - Dead Reckoning
https://open.spotify.com/track/1JHAZGaAbSCUPsmLq4RFOe?si=DRsQH7ZtSKa6w6FkDBB5jQ
Soundtrack "Smokin Aces", Rock meets Klassik, dynamisch, berührend, 
 
 
Johnny Cash - Engine One-Forty-Three
https://open.spotify.com/track/1m9QLwq707k2stmxavLCk1?si=gCKx2X9oTi-pdCr5XvZ51A
Schrieb Johny Cash drei Wochen vor seinem Tod, Mann mit Gitarre, kraftvoll, 
 
</Mos Musikgiftschrank>
 
 
<RPG>
 
Zeit: MD 3.0001
Ort: Universum, Alpha Quadrant, Carraya System
 
Das Licht war sehr grell. Obwohl das Weltall an den meisten Stellen des Universums aus alles umfassender Dunkelheit bestand, gab es immer wieder Ausnahmen von dieser Regel. Bei Sonneneruptionen zum Bespiel, wenn das Licht zu einer Flut aus Energie und Farben wurde. Bei einem Sonnensturm, wenn die Elemente der großen Lichtbringerin über den Teppich des Kosmos gekehrt wurden.
 
Die Auswirkung einer solchen kosmischen Anomalie waren oft eine sehr lange Zeit noch sichtbar. Der Begriff "lange Zeit" war selbst in diese Zusammenhang wirklich eine lange.
 
Immer wieder schoben sich kleine Wolken aus heller Energie durch den begrenzen Raum des angrenzenden Carraya Systems. Seine Durchschlagkraft hatte der Sonnensturm, der einem Ort entsprang der weit weit entfernt von diesem System war, langsam verloren. Geblieben war eine unkontrollierbares Spiel der Naturgewalten. Schön und schaurig zugleich.
 
Langsam wie eine Schnecke kroch die USS Odyssey dahin. Es brauchte keinen Offizier der Sternenflotte, keinen Ingenieur, ja noch nicht mal einen besonderen Experten, um zu sehen, dass etwas mit dem Schiff nicht in Ordnung war. Der Korpus der riesigen Discovery-Klasse driftete, beleuchtet von den schaurigen Nachwehen des Sonnensturms, unkontrolliert durch den Raum. Kein kompliziertes Spiel aus Stabilisatoren glich die taumelnden Bewegungen des Schiffs aus, kein  computergestützter, am galaktischen Kern ausgerichteter Gimbal hielt den Fluchthorizont aufrecht. Das Raumschiff glich eher einem Karussell, das trudelnd aus der Verankerung gesprungen war.
 
Anfangs hatten die Port Haven und die Hammond noch versucht, gemeinsam mit dem Reparaturschiff SS Yolanda, das Weggleiten des Flaggschiffs mit den Traktorstrahlen zu verhindern. Aber als die Bedrohung durch die Klingonen durch den Angriff des eroberten Bird of Prey um 71% zunahm, entschied man sich die Schiffe abzuziehen. Immerhin hatten quasi alle Mitglieder des Verbandes Evakuierte aufnehmen müssen. War es ein hochspezialisiertes Schlachtschiff wert, dass zu seinem Erhalt, der mittlerweile als äußerst unwahrscheinlich eingestuft wurde, tausende Menschenleben geopfert wurden? Natürlich lautete die Antwort nein und so glitt das Schiff dahin.
 
Die Lichter der anderen Schiffe waren kleiner geworden. Die ionisierten, größtenteils nur noch schwach geladenen Gaspartikel des Sonnensturms leckten an der Duraniumlegierung der Außenhaut und blitzen unauffällig und für das menschliche Auge einzeln kaum sichtbar auf, als sie ihre Restenergie an dem Metall entluden und für immer verschwanden. In ihrer Gesamtheit wirkten sie wie ein kleines Blitzlichtgewitter. So trieb die Odyssey dahin. Die Schwerkraft Carrayas tat ihre Wirkung. Langsam, aber unablässig bewegte sich das riesige Schlachtschiff Skyla Lymas auf den kleinen Planeten zu. 
 
Plötzlich ging in der direkten Nähe des herrenlos treibenden Kreuzers ein Schiff unter Warp. Die Signatur verriet es als USS Korelev. Mit hoher Geschwindigkeit, die sich mit der Trägheit der Odyssey biss, raste das Schiff auf das Wrack zu. In einer Entfernung von etwa 500 km kam das Schiff zum stehen und passte sich dann der Geschwindigkeit des treibenden Schiffes an um die Entfernung zu halten.
 
Ein unbedarfter Zuschauer bekam nichts von diversen Crewtransporten mit, die zwischen den Schiffen stattfanden. Lediglich die schwachen Lichtkegel einiger Helmlampen, die durch den leeren Hangar der Odyssey irrten, flackerten auf. Nach kurzer Zeit verließen zwei sylenische Kreuzer das ehemalige Flaggschiff. Dann kehrte erneut Stille ein. Die Geschwindigkeit, mit der das Schiff auf den Planeten zusteuerte hatte sich mittlerweile verdoppelt. 
 
Die Korelev verharrte in sicherer Entfernung. Fast mitfühlend schwebte das Schiff um das verlorene Schlachtschiff herum. Wie ein Hund, der ein Mitglied des Rudels in den letzten Stunden nicht alleine lassen wollte. Die Bewegungen des Großkampfkreuzers erinnerten bereits an die Totenstarre. 
 
Der Zustand des Schiffs blieb den Bewohnern des Planeten Carraya nicht verborgen. Etwas mehr als Zweitausend Kilometer vom trudelnden Schiff entfernt verbarg sich unter der Atmosphäre des Himmelskörpers die abgeschiedene Welt der Wurzeln. Diese kollektive Kormophytenspezies galt jeher als stiller Wächter des Himmelskörpers. Einer der kuriosesten Wendungen des Schicksals war die Ansiedlung der H -Ia, einer amphibischen Gattung, die optisch entfernte Ähnlichkeit mit den Haien der Erde hatten. Eine Laune des Schicksal spülte sie in ihrem Mutterschiff sprichwörtlich an den Strand von Carraya. Mit ein klein wenig Hilfe der Sternenflotte gelang der Erstkontakt mit den Wurzeln, den telekinetischen Herrschern des Sterns. 
 
Der ehemalige Vorschwimmer der H -Ia Ar'gaH-3-25146, genannt Ar, war immer noch ein geachtetes Mitglied der Gesellschaft, spürte ein Aufbäumen der Wurzeln. Er schwamm gerade durch den Ozean und genoss, genau wie in den letzten Stunden, die neue Freiheit. Es war so ein schönes Gefühl nicht mehr der Enge der Enzephalonskammer ausgesetzt zu sein. Auch wenn er die Intimität seiner Freundschaft zu Dhar in der Tat vermisste war seine Freude über die neue Heimat ungebrochen. Umso mehr überrumpelte ihn die Funkstille ihres Gastgebers. Es war als wären den Wurzeln für einen kurzen Moment die Fassung abhanden gekommen, als wäre das Tablett mit den Begrüßungsdrinks runter gefallen. 
 
//"Was war das?"// fragte Ar perplex. Der Teil des Wurzelverstandes, der gerade mit ihm sprach, war nicht da. Er konnte die Abwesenheit spüren. //"Stimmt etwas nicht?"//
 
Als Antwort sah der ehemalige Vorschwimmer ein sehr seltenes Naturschauspiel. Mit einem Ruck war der Frieden vorbei. Wie aus der Pistole geschossen wuchsen riesige Ranken um ihn herum. Sie entwuchsen einem Teil, den die Wurzeln nur 'die Quelle' nannten. Ein Bereich in dem immer Dunkelheit herrschte. 
 
Diese Wurzelnranken waren anders. Keine kleinen, feingliedrigen Ranken, die Artemus zu der neuen Stadt getragen hatten. Nein. Dies waren die Wurzelstränge der unteren Ebene. Tief unter dem Planeten lagen sie. Von dort wo der Übergang zwischen Ozean und Festland geschmiedet worden war. Uralt, Mächtig und Gefährlich. Sie glichen einer Naturgewalt. Keiner der H -Ia hatte diese Seite des Gastgebers bisher kennengelernt. 
 
Auch die alte Romulanerin Lansa war überrascht. Die Wurzeln, die ihre Hütte vor dem großen Sonnensturm bewahrt hatten, waren immer in Sichtweite geblieben. Hin und wieder redete sie mit ihnen. Sie waren sehr zutraulich geworden nachdem sie die gegenseitige Skepsis überwunden hatten. Und heute waren sie verschwunden! Ein Grollen überzog die Landschaft, ein Geräusch was die alte Frau aufschrecken lies.
 
Tief im Meer herrschte die gleiche Stimmung. Vorsichtig, um seine eigene Sicherheit besorgt, schwamm Ar in gebührendem Abstand durch die aufgepeitschte See. Der ganze Ozean hatte sich unter der extremen Verdrängungsmacht des Wassers in einen rasenden Strudel verwandelt. Die Wellen schlugen von allen Seiten auf Ar ein. Nur mit Mühe konnte er sich gegen die Verwirbelungen zur Wehr setzen. 
 
Leider würde es noch eine ganze Weile dauern bis Ar den Grund für Eruption erfahren würde. Die Urwurzeln rankten weit über den Ozean hinaus und schoben sich mit großer Geschwindigkeit in die Mitte des Planeten. Die noch nassen Urwurzeln barsten durch das Unterholz. Sie nahmen keine Rücksicht. Egal ob die Felsen der grünen Tundra oder die Sumpfpalmen des angrenzenden Dschungels - die Urwurzeln zerbarsten alle Widerstände.
 
Ein dumpfer Hall war durch den kollektiven Geist der Wurzeln gegangen. Ein stiller Schrei, der sich in eine Kaskade verwandelt hatte. Das Alarmsystem der Wurzeln hatte ausgeschlagen. Etwas griff den Planeten an! Alle Fühler waren ausgestreckt! Alles passierte gleichzeitig! Neben der Aktivierung der Urwurzeln kappte das Allerheiligste das Reservoir der Zerfallsenergie um die Sensorwelle des Kollektivs so empfindsam zu machen wie noch nie. Die Energie strömte hinein und verband sich mit allen Lebenwesen, die noch im System weilten. Die Flutwelle an Informationen schwabbte zurück, gleichzeitig setzte sich das Urwurzelsystem in Bewegung. Zum Herzstück. Zum Tor. 
 
Die Energie die das Kollektiv bei diesen Handlungen einbüßte war beträchtlich. Aber dafür war es her gekommen! Innerhalb weniger Momente waren die Ranken der Ahnen zum Mittelpunkt gelangt. Und da waren sie! Innerhalb eines Wimpernschlags umschlossen die Wurzelstränge der Tiefe das Tor der Iconianer. Hoch türmte sich die Ranken über der Pforte. 
 
Die Energie in den Wurzeln nahm zu. Die telekinetische Kraft stieg und stieg und stieg... 
 
Eine Stärke verließ die Quelle, die es es vorher nicht gegeben hatte, sie entsprang ihrem Instinkt, ihrer Intuition. Jede Faser der Urwurzel veränderte im Kern seine Beschaffenheit. Die wenigen Beobachter des Moments, wie ein paar H -Ia, konnten sehen wie die großen schweren Mutterranken, die ins Zentrum des Planeten reichten, sich veränderten. Ein sanfter, tiefblauer Lichtstreif umgab sie. Die Kraft war viel träger als die Wurzeln selbst, als sie den Planeten eingehüllt hatten. Meter um Meter färbte sich der Urstrang der Ahnen und sonderte diese merkwürdige Farbe ab. 
 
Dann erreichte die Farbe das Tor, begraben von hochhaushohen Ranken. Und das Tor antwortete.
Die Symbole auf dem Tor begannen sich zu bewegen. Langsam nahm es die tiefblaue Farbe an - und stieg empor! Erst langsam, dann immer schneller wanderte das Tor der Iconianer durch das dichte Wurzelwerk. Die Farbe wurde immer intensiver.
 
Das Tor wuchs! Wie eine Maus durch eine Schlangengrube schob sich die Pforte nach oben, immer weiter, immer höher, während es unablässig an Größe gewann. Die blaue Kraft übertrug sich zusehends auf das Portal. 
 
Dann kam es oben an. Mit einem schmatzenden Geräusch wandte es sich aus den obersten Ranken. Mittlerweile waren alle Wurzeln der Ahnen vom tiefblauen Licht durchzogen. Eine Weile zitterte das Portal, dann kam es sanft auf und abwiegend zur Ruhe. Eine trügerische Stille kehrte ein, ganz so als warteten die Wurzeln auf ein Signal.
 
Unterdessen war die USS Odyssey richtig in Fahrt gekommen. Die Anziehungskraft wog immer schwerer auf dem Wrack. Die Funkeln und Lichtwolken des Sonnensturms hatte es längst passiert. Ein dunkelgraues Gebilde aus der verformten Duranium-Legierung rausche in immer höherem Tempo auf den dritten Planeten des Systems zu. Carraya. Wurzelplanet.
 
Immer mehr Teile der Außenhülle, die viele Jahre einer besonderen Crew ein Zuhause gegeben hatte, bröckelten durch die fehlende strukturelle Integrität nach und nach ab. Hier und da zeigten sich bereits offene Bauteile, einzelne Gänge und ein direkter Blick auf die Brücke. Das Skelett des Schiffs war deutlich sichtbar. Etwas aber viel auf, wenn noch jemand den Untergang des Schiffes aufmerksam beobachtet hätte. Wo war der Schriftzug? Der Name?
 
Ein kaum wahrnehmbares Klacken drang aus dem offenen Hangardeck, wurde aber sofort vom dröhnenden Rauschen aneinander reibenden Metallelemente übertönt. Ein kleiner, unscheinbarer Gegenstand hatte sich vom Schiff gelöst. Schnell konnte man ihn für einen weiteren Schrottgegenstand halten, dafür war es allerdings zu groß. Eine der wenigen Mannschafts Rettungskapseln! 
 
Die Kapsel entfernte sich rasch vom Wrack, wenn sie auch nur mit Mühe gegen die Schwerkraft Carrayas ankam. Mit letzter Kraft versuchte sie den Gesetzen der Physik zu entkommen - Verlor die Schlacht aber.
 
Währenddessen erreicht das untergehende Schiff die Atmosphäre des Planeten. Wie gebannt standen die Überlebenden der Odyssey, dieses einst prächtigen Schiffes, an den Fenstern der Korolev und starrten in die ewige Nacht. Dort draußen, zwischen den Sternen, begleitet von stummem Wehklagen, ging sie in Flammen auf und brach sich das einst stolze Genick, als sie auf die Atmosphäre des Planeten aufschlug. Mit einer Wucht die so schwer wiegte wie der Schmerz ihrer Crew. Die Reibungshitze war unerträglich. Kleine Hüllenfragmente und offengelegte Komponenten verglühten an Ort und Stelle. Die Reibung war so hoch, dass sie den Flug des Raumschiffs erheblich bremste und doch schob sich der leblose Korpus mit ungebrochener Überzeugung in die Atmosphäre des Planeten. Ein letztes Mal glühte das legendäre Flaggschiff Commodore Skyla Lymas auf und zog einen langen, grellen Schweif aus geschmolzenem Titan und Duranium und brennenden Einzelteilen hinter sich her.
 
Genau in diesem Moment durchlief die Urwurzeln ein greller Schein, der so voller Leben war, dass die Stimme des Wurzelkollektivs vor Schmerzen aufschrie. Alle Fühler, Arme, Wurzeln, Taster und Sensoren erstrahlten in dem Licht. Auch vor dem Tor machte die Energie nicht halt. Das heilige Tor der Iconianer wurde vollständig eingehüllt. Grelles, durchdringendes, Licht. Kein Schatten existierte in seiner Gegenwart.
 
Das Wrack senkte sich über dem Planeten ab. Immer noch umgeben vom glühenden Funkenspiel der Reibungshitze raste es auf die Dschungelvegetation Carrayas zu. 
 
Lansa war stehen geblieben als sie den hellen Schein am Horizont aus den Augenwinkeln bemerkt hatte. In ihren Augen spiegelte sich die brennende Odyssey. Dann entflammte um sie herum das durchdringende Weiß. Ehe sie reagieren konnte war auch Lansa von einem grell leuchtenden Wurzelknäuel umwickelt. Aber für Protest blieb keine Zeit. 
 
In genau diesem Moment erreichte die untergehende USS Odyssey die Oberfläche. Aber was war das? Die Intensität des Lichts schwoll noch einmal an - und verschwand jäh.
 
Im Moment als die Unterseite des Schiffs auf die Urwurzel traf war die Energie des Planeten freigesetzt worden. Wie der Schalter eines exorbitanten Stromkreises hatte das Feuer der Wurzeln das Tor aktiviert. Der uralte Schutzmechanismus der Ahnen hatte funktioniert! 
 
Der Planet Carraya war nicht mehr da.
 
</RPG>
 
 
<SUM>
 
Zeit: MD 3.0001
Ort: Universum, Alpha Quadrant, Carraya System
 
Die USS Odyssey, Flaggschiff von Commodore Skyla Lyma, verliert den Kampf gegen die Naturgewalten und verschwindet zwischen den Sternen. 
 
</SUM>
 
Submitted by
 
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop
 


The Odyssey Era - Teil 6: Das Ende des Weges

Mortimer Bishop
 

Guten Abend Zusammen!
 
Wie angekündigt heute der sechste Teil der "The Odyssey Era" Reihe. Hoffe es gefällt euch! 
Fynn war so lieb, ganz wie ein CING das macht, bei einigen Kleinigkeiten zu helfen. Danke dir! 
 
Edit: Da ich beim ersten mal den Titel falsch geschrieben hab, hier nochmal mit "Reihe" im Titel ;) Sorry!
 
Erneut ein kleiner Hinweis: Wir schreiben diese Reihe sehr chronologisch, dh. es gibt jetzt auch schon mehrere Szenen die auf dem hier Geschriebenen aufbauen. Bitte wartet also mit dem Backposting aller Ideen und Plots die sich mit dem Ende der Odyssey auseinandersetzen bis wir diese Reihe abgeschlossen haben. Selbstverständlich sind alle anderen Themen und Plots kein Problem! Danke :)
 
Lieben Gruß
Ratty und Mo! 
 
<RPG>
 
Zeit: MD 4.2223
Ort: USS Galavant, Bereitschaftsraum des Captains
 
"Computerlogbuch der Galavant, Captain Toussaint, Sternzeit 24160104.6
 
Die letzten Stunden waren sehr nervenaufreibend für Schiff und Crew. Die Galavant stieß im Dunstkreis von Starbase 24 auf einige Mitglieder der Flotte Lymas. Ihr Flagschiff, die USS Odyssey fehlte allerdings... sie..war.. hpf .. ähm... Computer Aufnahme Stopp, löschen!", raunzte der genervte Captain Toussaint in die Leere seines Bereitschaftsraums. Er raufte sich die Haare. 
 
Wie sollte er die Ereignisse der letzten Tage in drei Sätzen für sein Logbuch zusammenfassen? Fest stand, dass es seine Aufgabe war als ranghöchster Offizier. Er hatte kurz geliebäugelt Soy den Ball zuzuschieben, aber die war gerade wahrlich mit anderen Dingen beschäftigt. Normalerweise reichte auch ein simpler Bericht am Ende des Monats, aber in diesem Fall war klar, dass das FKOM jedes einzelne Details haben wollte. Immerhin hatten sie gerade eins ihrer modernsten Schlachtschiffe verloren.
 
Fluchend erhob sich Gaspar. Vor sich hin murmelnd drehte er einige Kreise um seinen Schreibtisch bevor er zu einem der Beistelltische ging und seine Wasserpfeife ergriff. Mit einem metallischen *Plong* stellte er den antiquierten Inhalator auf seinem Schreibtisch ab. Ohne weitere Zeit zu verlieren schritt er zum Replikator und bestellte drei durchgeglühte Kohlestücke, die er auf einer kleinen Keramikplatte zur Pfeife trug und dort auf den Tabakkorb stellte, den er vorher mit frischen Tabak bestückt hatte.
 
Er ließ sich wieder auf seinen Stuhl sinken und griff mit einem freudigen Brummen nach dem Schlauch. Einen tiefen Zug später hauchte er zufrieden eine große weiße Wolke in die Mitte des Raums. Es half nichts, er musste die Aufzeichnungen nochmal durchgehen. Detail für Detail.
 
Während er den Schlauch mit der linken fest hielt, wühlte er mit der rechten Hand in dem Stapel Padds, die vor ihm auf dem Schreibtisch lagen. Schnell wurde er fündig und öffnete den Sicherheitsspeicher. Das Padd enthielt Aufzeichnungen der USS Korelev. Er selektierte den Aufnahmezeitraum und drückte auf abspielen während er einen weiteren tiefen Zug aus der Wasserpfeife nahm.......
 
 
*^*^*^*^*^*^*Monitoring_Log_USSKorelev758C483554DVK *^*^*^*^*^*^*
 
Ort: USS Korolev, Deck 4, Transporterraum 2
Zeit: MD 2.2311 
 
Das Bild grieselte kurz. Dann stabilisierte es sich und gab den Blick auf den Transporterraum der Korelev frei. Eine unmerklich angespannte Commodore Lyma trat von einem Bein auf das andere während die Offizierin Tara Kell, eine junge Risanerin, ehrfürchtig neben ihr die Konsole bediente. 
 
"Ich hab sie!" 
 
"Das wurde auch Zeit Ensign! Schnell! Ab in den Speicher mit Ihnen!"
 
Das Bild wackelte erneut und einen Moment später standen Cmdr. Yvonne Renard, Lt.(jg) Lwaxana Ivoin und Lt.(jg) Fiona MacKenzie auf der Transporterfläche. 
 
Die Commodore schien das Protokoll gänzlich vergessen zu haben, als sie auf Renard zulief und diese in ihre Arme schloss. Yvonne erwiderte die Geste. Vergessen waren alle in der letzten Zeit vorgefallenen Dinge. Einen kurzen Moment standen die beiden Frauen regungslos da. 
 
"Wir haben es verbockt.", murmelte die erste Offizierin der USS Odyssey in die hellen Haare der Sylenerin. "Oh wir haben es so verbockt!" 
 
"Ma'am, die Selbstzerstörung ist fehlgeschlagen. Der Computer brach das Prozedere kurz vor dem Ende ab. Der Computerrestspeicher war nicht ausreichend um den Prozess zuende zu rechnen und die Energiereserven reichten nicht aus", berichtete die Betazoidin mit den kurzen blonden Haaren. Man merkte ihr deutlich an, dass sie Lymas Abweichung vom Protokoll verwirrte. "Es gibt keine Chance das Schiff durch Eigenmittel zu sprengen. Auch die Rettungskapseln sind unbrauchbar." Ivoin redete einfach weiter, sollte sie selbst doch wenigstens das Protokoll beachten und Meldung machen, wenn alle Anderen schon so abgelenkt waren. 
 
"Wir haben versagt...Die Klingonen werden es kriegen..", flüsterte die Erste Offizierin weiter. Sie war untröstlich. 
 
"Shhhhhhhhhh", machte die Commodore und legte Renard ein Finger auf die Lippen. "Wichtig ist, dass wir alle da raus sind! Ihr habt doch alle evakuiert oder?" Bei diesen Worten drehte sich Fiona MacKenzie um die eigene Achse. Ihr Blick verriet schnell, dass sie jemanden vermisste. 
"Wo ist Nirrod?! Er stand eben noch hinter mir!" 
 
"Überprüfen Sie die Speicher! Wir lassen niemanden zurück!", peitschte erneut Lymas Stimme durch den kleinen Raum. Beinahe bildeten sich Eisblumen an der Glasscheibe, die die Transportersteuerung vom eigentlichen Transporter trennte. Ganz gewiss aber sank die Raumtemperatur in Lymas Nähe. 
 
Die Risanerin an der Konsole schüttelte aber hektisch den Kopf. "Wir haben keine weitere Signatur registriert! Es gibt kein Lebenszeichen eines Individuums auf der Odyssey!" 
 
"Sind Ihre Sensoren auf die Lebenszeichen eines Asura eingestellt?" hakte Lyma nach. 
 
"Natürlich Ma'am, die Sensoren umfassen das gesamte Spektrum der vertretenen Völker, wir können ihn nicht vergessen haben. Das Archiv umfasst alle Spuren der Odysseybesatzung. Außerdem empfange ich auch keinerlei unbekannte Lebensformen. Da ist nichts mehr." 
 
"Untersuchen Sie die Primärdaten der Sensorspur. Und checken Sie Bioquelle der Quelldatei.", kam es mit fester Stimme von Yvonne Renard, die sich mittlerweile aus Skylas Umarmung gelöst hatte. 
 
Tara Kells Finger flogen über die Konsole, ihr Gesicht verriet ihre Anspannung. Sie schüttelte hektisch den Kopf.
 
"Die von der Odyssey übermittelte Quelldatei der Asura Spur ist leer! Wir müssen seine Biodaten manuell aufnehmen, wenn wir ihn beamen wollen." berichtete Tara.
 
Fiona und Yvonne tauschten einen überraschten Blick! Der verschlagene Halunke! Er hatte verhindern wollen, dass er hergebeamt wird! Aber warum? Skyla aktivierte ihren Kommunikator.
 
"Lyma an Cpt. Chekov. Captain, Sie haben Ihr Schiff gleich wieder für sich alleine. Wir brauchen fünf Raumanzüge und den schnellsten Weg zum Hangar der Odyssey." 
 
In diesem Moment öffnete sich die Tür und Mara Jade betrat in voller Montur den Raum, zwei weitere Raumanzüge unter die Arme geklemmt. Sie warf den Neuankömmlingen einen frechen Blick zu und reichte Sky ohne hinzuschauen einen der Anzüge. "Ich trag zwar lieber was figurfreundlicheres, aber da drüben soll es ja recht ungemütlich sein." Mara warf einen weiteren Blick in die Runde. "Ihr habt doch nicht im Ernst geglaubt, dass wir CAT und Chrysla auf der Odyssey verglühen lassen?"
 
"Und zuerst finden wir Nirrod! Ende der Diskussion!", erklärte die Commodore, während sie sich in den Anzug zwängte. 
 
*^*^*^*END*^*^*^*Monitoring_Log_USSKorelev758C483554DVK *^*^*^*END*^*^*^*
 
Das Bild fror ein. Gaspar genehmigte sich einen weiteren Zug aus der Wasserpfeife. Das war es also! Die Commodore war wirklich so tollkühn gewesen, das sterbende Schiff erneut aufzusuchen! Gaspar zollte ihr im stillen Respekt. Es waren immer zwei Dinge: Zu sagen, dass man für seine Crew einstand und es dann wirklich auch zu tun, waren etwas völlig anderes. 
 
Der weiße Rauch umgab ihn mittlerweile wie ein Kokon aus Watte. Gaspar war kein Kettenraucher, das nicht. Aber er genoss zuweilen die samtige Schwere die die Wasserpfeife in ihm auslöste.
 
Er legte das Padd zurück auf den Korelev Stapel. Er musste ein wenig suchen bis er das Nächste gefunden hatte; das Padd mit den Aufzeichungen des Hangars der Odyssey. Er aktivierte es. Die Datei, die er suchte, war keine Videoaufzeichung sondern eine Wiederherstellung der Raumanzughintergrunddaten. Also Audio only. Das lag an der fehlenden Energie der Odyssey. Die Überwachungsmodule waren zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr aktiv.
 
Er suchte den entsprechenden Moment und aktivierte die Audiokanäle.
 
 
*^*^*^*^*^*^*RAWDATA_Audiolog_Spacesuit_114K_45612TRV *^*^*^*^*^*^*
 
Ort: USS Odyssey, Deck 5, Hauptshuttlerampe 1
Zeit: MD 2.2333
 
Der Hangar der Odyssey lag völlig ausgestorben vor ihr, ohne Energie, nur noch Restsauerstoff, blockierte Hangartore, die Schwerkraft war ausgefallen. Lt. Fiona MacKenzie stolperte mit einem Trikorder bewaffnet zurück in den großen Hangar. Mara nickte ihr durch den Anzug zu und bearbeitete die sylenische Yacht der Commodore weiter. 
 
"Und?"
 
"Keine elektronische Spur zu finden." Die Sicherheitschefin seufzte innerlich. "Ich habe alles um unsere letzte Position hin abgesucht."
 
"Vermutlich versteckt er sich. Kompliment, er will wirklich nicht gefunden werden."
 
"Ich vermute er benutzt Störsignale um sich in irgendeinem kleinen Labor abzuschirmen. So finden wir ihn nie.", berichtete Fiona, während sie sich weiter unbehaglich umsah. Es war allen ein Rätsel warum der Asura sich mit so einer Akribie vor ihnen verbergen wollte. Was war sein Plan? Es war unmöglich die Odyssey zu retten. Zog der kleine Ingenieur den Freitod vor? Was heckte er aus? Oder gab es etwas, was sie nicht in Betracht zogen?
 
"Was neues?", fragte die Kommandantin der Odyssey, während sie die Gangway des LAUs herunterschritt. 
 
"Negativ."
 
In kurzen Sätzen erklärte Fiona Skyla die Situation. Die Sylenerin schloss kurz die Augen und ballte die Fäuste. 
 
"Wir müssen handeln. Das Schiff wird bereits von Carraya angezogen!", drängte Mara Jade. "Die Anziehungsgeschwindigkeit steigt exponentiell je weiter wir in das Schwerkraftfeld des Planeten kommen. Die Odyssey wird abstürzen und wir sollten dann von Bord sein."
 
"Denkst du, das weiß ich nicht?!", kam es frostig von Skyla. Sie funkelte Jade an, die davon allerdings völlig unbeeindruckt war. CAT war fit und jederzeit bereit das Schiff zu verlassen. Chrysla, das war die Sache von Sky. 
 
"Wir müssen gehen...uns läuft die Zeit davon!", drängte Mara weiterhin. 
 
"Wir können ihn doch nicht hier lassen!", ereiferte sich nun auch Fiona. Die Schottin war einen Schritt nach vorne getreten und blickte Skyla Lyma direkt an. Eine so offene Geste hatte sie bisher vermieden. Die Sylenerin betrachtete sie kurz und nickte langsam und bestätigend um dem Mut ihrer Offizierin Anerkennung zu zollen. 
 
In diesem Moment wehte ein metallisches Ächzen durch die Halle. Das Geräusch stieg immer weiter an - um dann ganz plötzlich abzubrechen. Maras hatte sich sofort umgedreht aber in der Dunkelheit des leeren Hangars und durch die erschwerte Sicht des Raumanzugs konnte sie die Quelle des Geräusches nicht identifizieren. Die Helmlampen tanzten suchend mit den Blicken umher. 
 
Skyla sagte nichts sondern schaute Fiona einfach an. Es gab nichts zu sagen. Die Situation sprach für sich. Wenn sie jetzt nicht flogen würden sie nie mehr fliegen. Sie hatte Verantwortung für alle Crewmitglieder. Nicht nur für Nirrod. Die Sylenerin hatte genug Taktgefühl, um die Schottin wegen ihres Wutausbruchs nicht zu demütigen. Fiona schaute ein letztes Mal wie betäubt über die Schulter. Eine Hand legte sich darauf und drückte sie sanft in die Richtung des LAUs. Jetzt zählte die Verantwortung gegenüber vielen mehr als gegenüber einem einzelnen. Die Bürde des Kommandos. 
 
Als alle anderen drin waren blieb Skyla Lyma kurz stehen und gestattete sich selbst einen kurzen Moment. Ihr Blick ging zurück und huschte wahllos durch den menschenleeren Hangars ihres ehemaligen Flaggschiffs und verlor sich zwischen den vielen kleinen Einzelheiten. 
 
Plötzlich bückte sie sich. Direkt vor ihr war offensichtlich eine der kleinsten Cargoboxen am Boden zerschellt. Das Metall war in alle Richtungen zerborsten. Einer Eingebung folgend griff sie nach einem der Seitenbleche, das unter ihrem Griff ein weiteres Mal entzweibrach. Ihre Augen wurden größer als sie auf der Rückseite das kleine Logo der Odyssey entdeckte. Ihre Faust schloss sich um das Stück Metall und die Eiskönigin der fünften Flotte hatte Schwierigkeiten nicht emotional zu werden. Sie steckte diese letzte Erinnerung ein und betrat das sylenische LAU ohne sich ein weiteres Mal umzudrehen. 
 
Ihre Zeit war abgelaufen.
 
*^*^*^*END*^*^*^* RAWDATA_Audiolog_Spacesuit_114K_45612TRV *^*^*^*END*^*^*^*
 
 
Hier endete die Audioaufzeichnung. Gaspar beendete das Programm und starrte eine Weile auf das Logo der Galavant, was auf der anderen Seite des Raums an seiner Wand hin. Die Entscheidung einen Offizier dem Tod zu überlassen musste unglaublich hart sein. Er hoffte inständig nicht in diese Situation zu geraten, auch wenn er wusste, dass es höchstwahrscheinlich irgendwann passieren würde. In jedem Kommandotraining kam dies auf einen zu. Die Realität aber, die wollte man niemals erleben müssen, wusste aber - sie kam. 
 
Er lehnte sich zurück. Die Commodore, ihre Erste und Zweite Offizierin und ihre Sicherheitschefin waren also an Bord des sterbenden Schiffs gewesen und hatten die Suche nach dem Chefingenieur abgebrochen und die sylenischen Kreuzer geborgen. Er fragte sich was hinter diesen Schiffen steckte, dass die Commodore höchstpersönlich diese Aktion anführte aber je länger er drüber nachdachte, umso weniger wollte er die Wahrheit wissen. Das grenzte an interstellare Politik - ein Thema aus dem sich Gaspar so weit wie möglich raushalten wollte, auch wenn das im Kontext seines Kommandos auf der Galavant, einem auf Diplomatie spezialisierten Kreuzer, absolut töricht klang. Vielleicht war es gut, dass er den Bericht zusammenfasste und nicht Soraya, der dieses Thema keinerlei Ruhe gegeben hätte. Die Perserin machte aus ihrem Misstrauen der Politik gegenüber keinen Hehl. 
 
Er atmete einmal tief ein und griff zum nächsten Padd.
 
</RPG>
 
 
<SUM>
 
Zeit: MD 4.2223
Ort: USS Galavant, Bereitschaftsraum des Captains
 
Als ranghöchster Offizier ist es nun Gaspars Aufgabe die Ereignisse der letzten Tage zusammen zu fassen. Eine Aufgabe die ihm nicht leicht fällt. Um nichts zu vergessen schaut er sich Aufnahmen der Überwachungskameras und der Sicherheitslogbücher an. 
 
Ort: USS Korolev, Deck 4, Transporterraum 2
Zeit: MD 2.2311 
Sicherheitsaufzeichung aus dem Transporterraum der Korelev. Die Crew um Skyla Lyma kann drei von vier Offizieren die noch an Bord der Odyssey sind an Bord beamen. Ensign Nirrod fehlt, zu ihrer Bestürzung. Ohne lange zu überlegen brechen die Senior Offiziere zu seiner Rettung auf. 
 
Ort: USS Odyssey, Deck 5, Hauptshuttlerampe 1
Zeit: MD 2.2333
Logbuch des Spacesuits von Skyla Lyma: An Bord der zermalmten Odyssey ist keine Spur von Ensign Nirrod zu finden. Das Team muss seine Suche abbrechen. Sie schaffen es immerhin die beiden sylenischen LAUs, CAT und Chrysla, aus dem angeschlagenen Hangar zu retten. 
 
 
</SUM>
 
Submitted by
 
 
LtCmdr. Soraya Alizadeh
EO USS Odyssey
Aka
Linda
 
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop


The Odyssey Era - Teil 5 Kriegerprinzessinnen?

Ratana Tiru
 

Hier kommt Teil 5 der Odyssey Era - wieder mit tatkräftiger Unterstützung durch Phil. 

Den heutigen Titel - den ist Mo schuld. :P 

Weiterhin viel Spaß beim Lesen,

Ratty 

<rpg>

Ort: IKS Kinzhar 
Zeit: MD 02.0245

Sie gab einen krächzenden Laut von sich. Die Trägheitsdämpfer des Schiffes hatten nicht richtig funktioniert und sie gegen die gegenüberliegende Wand geschleudert. Die entscheidenden Sekunden sich zu orientieren, in diesen waren diesmal die Klingonen schneller als sie gewesen. 

Nur ihre Reflexe bewahrten sie vor einem gespaltenen Schädel und nur der jahrelange Drill sofort zu reagieren vor einem weiteren, wahrscheinlich ebenso tödlichen Hieb. Zuerst drehte sie den Kopf mitsamt Schulter weg und das Bat'hlet traf die Wand, dann bog sie die Schultern in den Boden, streckte die Hüfte nach oben und rammte ihre Beine in den Unterleib des Klingonen, der die Waffe bereits zum nächsten Schlag ansetzte. Keuchend und knurrend taumelte dieser zurück, verschaffte der Orioni die entscheidenden Sekunden, um auf die Beine zu kommen und den Phaser zu ziehen. Ihr Blickfeld war verschwommen, irgendetwas lief ihr ins Auge. Trotzdem drückte sie im Automatismus ab. 

Ihr Schuss traf den Krieger in die Brust, er taumelte und es bedurfte einem weiteren Abdrücken bis er zu Boden ging. Ratana, die keine Überraschungen wollte, drückte ein drittes Mal ab. Einen kurzen Moment gab sie sich Zeit sich zu orientieren. Sie hörte Phaserfeuer, zwei Strahlen zischten an ihr vorbei. Irgendetwas fiel dumpf zu Boden. 

Erneut versuchte sie klarer zu sehen und stellte fest, dass ihr ein Rinnsal grünen Blutes in ein Auge lief. Tastend stellte sie fest, dass sie sich einen Cut über der Augenbraue zugezogen hatte. Der Hieb des Bath'lets hatte sie anscheinend sehr knapp verfehlt. Es war nicht mehr als ein etwas tieferer Kratzer. 

"Alles ihn Ordnung Ma'am?", fragte sie ein Lance Corporal von Trill, während der andere Marine des Fireteams sicherheitshalber die getroffenen Klingonen überprüfte. 

"Ja, mir geht es gut," antwortete sie. Dankend nahm sie ein Stück Mull an, dass der Marine aus seiner Kampfausrüstung zog und wischte über die Augenbraue. Mit etwas ausgeübten Druck würde die Stelle schnell aufhören zu bluten. 

"Ausschwärmen und sichern Lance Corporal..." 

-----------------

"Die Schilder werden erneut penetriert!" Cals Stimme schnitt durch die stickige Atmosphäre der Brücke. 

"Alle Energie in die Schilde!" Amun bellte den Befehl und hob sich aus dem Kommandosessel. 

[Wieeeeeeeeeehoooooooooooooooo - Wieeeeeeeeeehoooooooooooooooo - Wieeeeeeeeeehoooooooooooooooo- ......] der Alarmton erklang erneut. "Zu spät, Captain!" Cal hob den Blick. Drei grüne Lichtpunkte erschienen auf der Brücke. Innerhalb eines Augenblicks sammelten sich um die großen Punkte viele kleine und schließlich materialisierten sich drei Klingonen auf der Brücke. 

Gut trainiert zogen No'kil und Amun ihre Phaser und eröffneten das Feuer. Gebündelte Lichtstrahlen suchten sich kreischend den Weg zu ihren Zielen. Der Acamarianer traf, der erste Klingone brach unter schweren Betäubung zusammen. Der Schuss des Halbklingonen endete in einer Seitenverkleidung neben dem Hauptschirm der Brücke. Funken sprühten. Im aufsteigenden Kampffieber warf No'kil seinen Phaser von sich und zog sein D'k tahg aus dem Stiefel. Dann sprang er hinter seiner Konsole hervor und schwang die Waffe als er mit den linken Arm den Hieb seines Gegners abwehrte. Dann brach ein dritter Strahl eines Föderationsphasers sich seine Bahn, verfehlte knapp Amun und zerstörte die Kommunikationskonsole. 

=^= 

Amun hieb dem Klingonen den Griff des Bat'leths ein weiteres Mal in den Bauch und dieses Mal verdrehte der Klingonen die Augen. Mit einem Stöhnen kippte er krachend auf die Eisengitter des Bodens. Der faule Gestank von Moschus und klingonischem Schweiß blieb in den Luft stehen und ließ dem temporären Captain des Schiffes die Nase rümpfen. Amun blickte zu No'kil und sah, dass auch dieser seinen Gegner bezwungen hatte. Mit der rechte Hand strich er sich eine verklebte Haarsträhne aus dem Gesicht. Er wollte gerade ansetzen, da hörte er Cals bebende Stimme erneut. 

"Zweite Welle!" dieses Mal erschienen fünf Lichtpunkte. Amun nickte kaum sichtlich und hörte No'kils Knurren. Sie würden das schaffen. Ehe die Lichtpunkte sich komplett materialisierten, hörte Amun noch kurz aufeinanderfolgenden Klänge und bevor Cal tat, was er tat, begann Amun laut zu schreien. "Deckung!"

Die Klingonen materialisierten sich und wurden innerhalb des nächsten Moments von der räumlich begrenzten Explosion eines Phasers getötet. Weitere Konsolen und Elemente der Wandverkleidung wurden bei der Explosion zerstört. 

Amun lugte hinter dem Kommandosessel hervor, hinter den er sich schützend geworfen hatte. "Bericht!" brüllte er, sah aber gleich, dass sowohl No'kil als auch die weiteren Brückenoffiziere sich aufrichteten. Der Counselor blickte hinter der Sensorenkonsole hervor. "Keine weiteren Transporterstrahlen auf uns gerichtet." berichtete er. "Schilde sind wieder oben."

Beißender Rauch zog sich seine Bahn durch die Brücke.

"Es sind noch weitere Enterungstrupps auf dem Schiff. Zahlreiche Schäden auf dem Schiff, inklusive der Brücke." Cal blickte zu Amun, als er den Bericht endete. 

"Können die Brückenfunktionen in die verbliebenen Konsolen transferiert werden?" der Psychologe musste sich nicht bemühen, den Unterton in Amuns Satz zu hören. Vielleicht war die Art, sich durch die Explosion eines überladenden Phasers in einem geschlossenen Raum zu retten, nicht die eleganteste gewesen. 

"Ja, alle Brückenfunktionen können transferiert werden. Bei allem gebotenen Respekt, Ensign. Wenn sie wollen, dass ich die Föderation auf meine Art verteidige, dann geben sie mir ein Verhörzimmer." //.. und ein Skalpell// Cal hob seinen Blick wieder von der Konsole und blickte Amun in Erwartung weiterer Befehle an. 

--------------------

Ratana Tiru hatte sich in einem schnellen, ersten Überblick den Schauplatz des Gefechtes vorm Maschinenraum angesehen. Es waren insgesamt sechs Klingonen gewesen, die die Marines hatten ausschalten können. Es gab nur einen Verlust auf ihrer Seite, einen jungen Private, den sie erst vor zwei Tagen kennengelernt hatte und der unerfahren wie er gewesen war, den Klingonen versucht hatte im Nahkampf entgegen zu treten. Er hatte nicht mal sein Kabar ziehen können, bevor ihn das Mek'leth tödlich getroffen hatte. Die Orionerin konnte nichts mehr für ihn tun, außer zwei Marines zu bitten ihn auf die provisorische Krankenstation zu bringen und abzudecken. 

Gedankenverloren nahm sie das Mek'leth aus der Hand des ebenfalls toten Klingonen und wischte es an ihrer Hose ab. Nichts senkte die Moral so sehr wie rotes Blut auf silbernem, klingonischen Stahl. 

"Ma'am," meldete einer der beiden Lance Corporal, die vorhin zu ihr gestoßen waren. "Ich habe gerade Meldung bekommen, dass sich anscheinend weitere Klingonen an Board beamen konnten. Anscheinend gibt oder gab es einen Kampf vor der Brücke. Die internen Sensoren sind hinüber."

Sie wusste was dies bedeutete. "Wir müssen das Schiff durchkämmen und sichergehen, dass sich nicht noch mehr rübergebeamt haben. Geben Sie den Befehl weiter. Suchen, festsetzen, ausschalten." Mit einer ruckartigen Bewegung steckte sie sich das Mek'leth hinten in den Bund der Hose und griff nach dem Phasergewehr. Rasch wechselte sie die Energiezelle. 

Der Melder lief los, um die anderen Teams zu informieren. Ratana schloss sich dem Fire-Team an, welches ihr vorhin zu Hilfe gekommen war. 

---------

Auf der Brücke hatte das letzte Aufgebaren des gegnerischen Schiffes seine Spuren hinterlassen. Cal Mannix, noch immer geprägt von den letzten Minuten, scannte mit einem Tricorder den Oberarm einer der beiden Brückenwachen. "Nur ein Streifschuss," resümierte er. //Nur...für den Anderen konntest du nichts mehr tun....// Der zweite Marine war den anstürmenden Klingonen zum Opfer gefallen. 

Ensign Amun hatte erneut im Kommandosessel platzgenommen und wartete auf die Berichte aus den anderen Bereichen des Schiffes. Interne Sensoren und interne Kommunikation waren noch immer offline. Die zur Technik abgestellten Crewmitglieder arbeiteten fieberhaft an der Wiederherstellung. Bisher war nicht klar, ob noch Klingonen an Bord waren. Zwar war ein Melder der Marines im Schiff unterwegs und hatte gemeldet, dass es keine weiteren feindlichen Kräfte mehr gab, aber es existierte noch keine Rückmeldung von Tiru persönlich. Wahrscheinlich räumte die Marine mit auf und machte sich ein umfassendes Lagebild. 

"Die externe Kommunikation ist wieder online...." meldete der Vulkanier. "Die Korelev ruft uns." 

"Auf den Schirm," befahl der TAK und einen Moment später erschien das eisige Gesicht von Commodore Lyma. 

"Alles in Ordnung bei Ihnen Ensign?," kam es von der Sylenerin. 

"Wir lecken unsere Wunden Ma'am, aber wir konnten den dritten Gegner kampfunfähig machen. Das Schiff treibt im All, wir können keinerlei Lebenszeichen mehr an Bord erfassen. Anscheinend ist
die Lebenserhaltung ausgefallen und die Energie zusammengebrochen. Wir hatten Enterteams an Bord, konnten diese aber ausschalten. Alles in Allem ist unser Kahn ziemlich hinüber, fliegt aber noch." 

Lyma nickte. "Schaffen Sie es nach Hause?," bohrte sie nicht ohne Grund nach. Sie wollte, dass die Kinzhar sicheren Föderationsraum erreichte und die aktuelle Lage weitergab. Lyma selbst hatte vor mit der Korelev zurück zur Odyssey zu fliegen. Dort war die Schützenhilfe des funktionierenden Föderationsraumschiffes mehr wert als der bald auseinander fallende Beutevogel. 

"Ich glaube schon Ma'am. Wir führen bereits erste Reparaturen durch." 

"Gut. Nehmen Sie Kurs auf Starbase 24. Die Sternenflotte muss über die Lage umfassend informiert werden. Das ist Ihr Job Ensign. Ich fliege zurück ins Carraya System. Mein Schiff braucht mich...." 

Amun nickte. Er hoffte, dass er damit nicht der Überbringer schlechter Nachrichten war oder er sich wie der sprichwörtliche Läufer von Marathon auf dem Weg dorthin zu Tode lief."Aye, Ma'am."

"Viel Glück Ensign, Korelev Ende." Der Bildschirm wurde wieder schwarz. 

"Die Korelev ist auf Warp gegangen", meldete die Sensorenstation. 

Amun atmete kurz durch und ging das weitere Vorgehen durch. "Nok'il, setzen Sie einen Kurs auf Starbase 24. Nehmen Sie die vertretbarste Geschwindigkeit. Die Technik soll schauen, dass sie den Vogel zusammenhält." 

-------------

Das rötlichbraune Licht, das in den Gängen des Bird of Prey jeden noch so kleinen Schottvorsprung oder jede Kante in eine dunkle Ecke verwandelte und das den in den Gängen stehenden Rauch und die Hitze noch unerträglicher erschienen ließ, sorgte dafür, dass den beiden Lance Corporals der Schweiß auf der Stirn stand und in dicken Bahnen unter dem Körperpanzer nach unten lief. 

Die Orionerin, gar nicht gerüstet und Hitze gewöhnt, lauschte angestrengt in die diffuse Dunkelheit. Gerade eben hatten sie einen Krieger ausgeschaltet, aber da musste noch mindestens ein zweiter sein. Sie hatte einen zweiten Schatten bemerkt, der sich zurück zog. Lauern war nicht klingonisch, blinde Attacke aber auch nicht. Hier fand gerade ein die Spannung siedendes Katz- und Mausspiel statt, bei dem keine Seite genau wusste, wem welche Rolle oblag. 

Langsam, Schritt für Schritt, arbeitete sich das Fire-Team vor. Sie versuchten alle Seiten abzudecken. Hier gab es keine Türen, die man mehr ohne den richtigen Code öffnen konnte, der Korridor war lang, aber verschachtelt. Ratana hoffte, dass sie den Krieger in Richtung eines weiteren Fire-Teams trieben, das auf demselben Deck unterwegs war. Statt offener Konfrontation war ihr das gerade bedeutend lieber. Ihre Muskeln begannen vor Anspannung zu schmerzen. Das Gewehr, immer feuerbereit angehoben, lag schwer in ihren Händen. Die Lampe war ausgeschaltet, da sie nicht nur ihre Position verraten würde, sondern auch in diesem nebeligen Umfeld vollkommen unwirksam war. 

Zu ihrer Verwunderung stand die Tür zur Bordküche offen. Eventuell war das vom beschädigten gegnerischen Schiff herübergebeamte Team dort gelandet und hatte von dort den Ausbruchsversuch gestartet, den sie gerade zurückgeschlagen hatten. 

Die Orionerin hob eine Hand, was dazu führte, dass alle stehen blieben. Ihre Finger formten eine Tür in der Luft und weiter die Anweisung, dass einer der beiden Marines ihr folgen, der andere absichern sollte. 

Die Schulter an der Wand glitt Ratana vorwärts. Sie atmete dreimal kurz durch und warf sich dann unter der Deckung des anderen Marines in den Raum. Sofort zischten Disruptorenstrahlen durch die Küche, trafen an Töpfe und Pfannen. Sie merkte, wie sie auf etwas ausrutschte, kurz die Koordination verlor, nutzte dann aber die Feuchtigkeit auf dem Boden, um auf den Knien in die nächste Deckung, eine Arbeitsplatte, zu rutschen und schnell den Raum zu sondieren. 

Da war jemand. Ein Feind in der hinteren Ecke. Auch der zweite Marine hatte es in den Raum geschafft. Er kauerte hinter einer Vorratskiste, den Phaser in der Hand. Sie nahm Blickkontakt auf, machte eine Bewegung, die andeuten sollte, dass dort ein Gegner war. Der junge Bajoraner nickte und erwiderte die Geste. Auch er hatte etwas gesehen. 

Sie musste den Gegner da rausbekommen, dazu provozieren die Position zu ändern. Den Jungen konnte sie nicht vorschicken, das würde er nicht überleben. Der alte Trick etwas zu werfen kam ihr in den Sinn, aber sie verwarf ihn wieder. Es musste ein lohnenswertes Ziel sein und sie musste näher ran. 

Die Marine drosselte ihre schneller gewordenen Atembewegungen. Ein Zeichen machte dem Lance Corporal klar, dass er auf ihr Kommando an beginnen sollte zu feuern. Sie legte das Gewehr an und rutschte hockend, mit dem Rücken angelehnt an dem Küchenblock entlang. Sie wollte an dessen Ende gelangen und von dort aus feuern. Eventuell würde der Feind daraufhin aus der Deckung kommen und der Bajoraner hatte eine Chance. Langsam kroch sie angepresst weiter. 
Dadurch verlor sie für einen Moment den Blick auf ihr Ziel. 

Ihr wurde klar was passierte, als der Bajoraner anfing wild zu feuern. Der Krieger hatte seine Chance gewittert und hechtete auf ihre Deckung zu. Klirrend flogen Einrichtungsgegenstände vom Küchenblock, die das Schlingern des Bird of Prey bisher überlebt hatten und rauschten über sie hinweg, ein Körper folgte als dunkler Schatten und landete unmittelbar vor ihr. 

Die Lageänderung war im Feld gefürchtet, aber mehr an der Regel als die Ausnahme. Kämpfe waren dynamisch und die Orionerin hatte die meisten Gefechte dadurch überlebt, sich schnell auf Lageänderungen einzustellen. Sie wusste instinktiv, die Zeit das Gewehr zu drehen und auf dem beengten Raum zu feuern, fehlte ihr. Sie riss den Lauf des Gewehres hoch bis es waagerecht vor
ihr war, wie eine Barriere zwischen sich und das was kam und im nächsten Moment knallte die Klinge eines Mek'leth auf das Duranium des Gewehrlaufes. Die Steuereinheit des Gewehrs barst unter lautem Knirschen und machte dieses als Schusswaffe unbrauchbar, dämpfte aber den Aufprall der Waffe soweit, dass Ratana in der Lage war das Mek'leth mitsamt dazugehöriger Klingonin von sich zu stoßen. 

Im nächsten Moment wurde der Bajoraner in ein Feuergefecht verwickelt. Da war noch ein Klingone im Raum! Phaserpulsfeuer und Disruptorschüsse huschten über die Köpfe der kämpfenden Frauen. 

Ratana, durch Aufprall und anschließende Verteidigung auf dem Rücken gelandet, verpasste der Klingonin einen schnellen Tritt gegen ein Knie und schaffte es, diese wieder von den Beinen zu räumen. Leider fiel die Kriegerin genau neben sie. Die beiden Frauen waren nun gezwungen am Boden liegend um das eigene Überleben zu kämpfen. Es hagelte einige Tritte und Schläge, der Knauf des Mek'leth traf Ratanas Nase, diese knirschte laut hörbar, eine Faust der Orionerin beförderte einen Schneidezahn der Klingonin in die Weite der Küche. Heftige Schläge wechselten sich ab, die die Kriegerin daran hinderten das Mek'leth zu drehen oder die Marine ihr Messer zu ziehen. 

Keiner von Beiden kam auf dem rutschigen Untergrund während dieses Gerangels auf die Füße und so hatte Ratana es zwar nach einigen äußerst heftigen Schlägen geschafft nach dem Kabar im Stiefel zu greifen, aber verlor dieses, weil die Klingonin dieses mit dem endlich gedrehten Mek'leth traf und es ihr aus der Hand schlug. Dafür landetete Ratanas angewinkelter Ellenbogen im Bauch der Kriegerin. Ein stechender Schmerz fuhr zeitgleich über ihren Beckenkamm, sie ignorierte diesen aber und rammte der Klingonin erneut den Ellenbogen in die Rippen und ein Knie in den Bauch. 

Dies sorgte aber nur für kurze Entspannung der Lage, denn die Orionerin wusste: Ihre einzige Waffe befand sich hinten im Bund ihrer Hose. Das Kabar war fortgeschleudert, das Gewehr zerstört und den Phaser hatte sie wohl beim Sturz hinter den Küchenblock verloren. Sie musste genügend Distanz zwischen sich und die Klingonin bekommen, um das Mek'leth ziehen zu können. Ihre körperlichen Kräfte würden nicht mehr all zu lange ausreichen, ihr Gesicht schmerzte, ihr Blick trübte sich ein, weil der Cut über dem Auge wieder angefangen hatte zu bluten und das andere Auge bedingt durch einen Treffer der Klingonin begann zuzuschwellen. Sie nahm alle Kraft und Körperspannung zusammen, ignorierte den brennenden Protest des Schmerzes an ihrem Becken.  

Mit katzenhafter Körperbeherrschung trat sie mit der Stiefelsohle gegen das erneut zum Stich geführte Mek'leth, überbrückte die Distanz zur Klingonin, indem sie sich mit den Schultern und dem Rücken vom Boden abstieß und rammte ihren Schädel unter das Kinn der Kriegerin. Dumpfer Schmerz schoss durch Kopf und Wirbelsäule. 

Überrascht über die Gelenkigkeit ihrer Gegnerin und durch den Stoß aus dem Gleichgewicht gebracht, taumtel die Klingonin soweit zurück, dass Ratana sich durch einen Tritt gegen den Küchenblock auf dem rutschigen Boden ein Stück davon schieben konnte, etwas Gripp auf dem Boden fand und sich ins Sitzen hochdrückte. 

Das nächste was die erneut angreifende Klingonin wahrnahm, war das durch die Luft sausende Mek'leth, welches Ratana gezogen und auf den über sie gebeugten Oberkörper ihrer Gegnerin gerichtet hatte. Die Klinge traf das vom Körperpanzer ausgesparte, üppige Dekoletté der Kriegerin. Keuchend sackte die Klingonin, ebenfalls das Mek'leth zum Stich ausgestreckt an der Klinge hinab und auf die Orionerin. Erneut fuhr ein unglaublicher Schmerz durch ihren Körper, als die Klinge ihre Schultermuskulatur oberhalb des Schlüsselbeins durchstach, bevor die Gegnerin die Kraft verließ, endgültig zusammensackte und die Marine unter sich begrub. 

-------------------

"Kümmern Sie sich um die Verletzten, Counselor!" Amun nickte Cal zu. Kommentarlos stand Mannix auf, schnappte sich seinen medizinischen Tricorder und verließ die Brücke. Der Counselor bahnte sich den Weg durch die Schotts des klingonischen Bird of Preys. Er wich den technischen Teams aus. Sein Ziel waren die Marines, die mit Ratana in Kampfhandlungen verwickelt waren. 

=^= 

Surrend fuhr der Sensor über den Konturen des Lance Corporal. Aus einem Reflex heraus hatte er natürlich zuerst die Marine Captain untersuchen wollen, doch die hatte sich gewehrt und ihn angewiesen, erst ihre Mannschaften zu behandeln. Er hatte sich einen kräftigen Trill ausgesucht, der ihm assistierte. 

Ratana, gestützt von einem Marine, sah aus als wenn sie nicht nur in einem besonders intensiven Kampf gesteckt hatte, sondern auch so, dass sie diesen fortsetzen würde, wenn Mannix sich nicht zuerst um ihre Untergebenen kümmern würde. 

"Zwei Einheiten Spolak und dann wird der Marine hier wieder fit!" befahl Cal dem Trill. Dieser lud das Hypospray und entlud es am Hals des Marine. Nickend sicherten sich beide Männer zu, dass sie niemals darüber sprechen würden, dass der eine dem Anderen Schmerzmittel aus Tribblegenen verabreicht hatte, dass neben Sedierung auch Wohlfühlhormone im Hirn aktivierte. Der verletzte Marine würde sich in den nächsten Minuten fühlen, als würde er 8 jährig am Tisch mit seiner Großmutter sitzen, die ihm warmen Apfelkuchen und heiße Schokolade mit einer extra Portion Sahne serviert hatte. 

Cal beobachtete die beiden aus den Augenwinkel und wandte sich dann Ratana zu. "Alle versorgt." sagte er abwehrend und aktivierte den Scanner erneut. Diesmal scannte er nicht den ganzen Körper, sondern nur die Wunde, in der noch immer die Klinge der Klingonin steckte. Cal schloss den Tricorder, schnappte sich ein Hypospray und lud es mit einem wundverschließenden Serum. Er blickte und Ratanas Schulter und erhöhte erneut die Dosis. Dann entlud er da Hypospray an drei Stellen um ihre Wunde herum. 

Er aktivierte den Trikorder erneut und erkannte, wie auch schon beim ersten Scan, dass keine wichtigen Gefäße verletzt waren. Die KLingonin hatte nur die Schultermuskulatur getroffen. Es war sprichwörtlich eine Fleischwunde. Klackend schloss sich der Trikorder. 

"Das wird jetzt vielleicht ein bisschen ziehen, aber für Marines sicher gar kein Problem." Cal ließ die Gelenke seiner Finger knacken, legte die rechte Hand um den Griff der Waffe und zog daran. 

Ein Schmerz wie Säure, die sich blitzschnell durch alle Nervenbahnen ausbreitete und immer ätzender wurde, bereitete sich im Körper der Orioni aus. Ihre Augenlider pressten sich zusammen, der Mund öffnete sich weit. Alle Muskeln spannten sich an und verhinderten so ihren Schrei, nur die Luft aus ihrer Lunge ströhmte zischen durch ihren Mund, bis auf den letzten Rest. Dann kapitulierte ihr Körper vor dem Schmerz und Ratana wurde kurz bewusstlos. Der Marine, der sie gestützt hatte, ließ sie langsam zu Boden gleiten. 

Cal blickte auf die aus den Schultern gezogene Klinge und legte die Zeige- und Mittelfinger der freien Hand an den Hals der Marine. "Hm," brummte er. Der Counselor gab die Klinge an den nächsten freien Marine. Die Wunde blutete nicht, die Schuppen der Haut fanden über den Wunde in minimalen kleinen Fäden zusammen. 

"War das Absicht?" die dunkle Stimme eines Marine erreichte Cal. 

"Naja.." der Counselor lud das Hypospray mit einem den Kreislauf stabilisierenden Serum und verabreichte es ihr. "Sie ist nicht lange weg." 

"Sollen wir sie umdrehen?" 

"Auf keinen Fall. Besorgen Sie eine Trage und überlegen Sie sich, wie Sie Ihre Captain transportieren. Bis wir wieder auf der Odyssey sind, muss sie auf dem Bauch liegen." Wie Bienen, die ihre Königin schützten, wuselten die Marines los.

Cal legte seine Hand auf ihren Kopf und er sah, wie sie mit ihren Augen blinzelte. Sie wurde langsam wieder wach. 
"Nicht umdrehen und ganz langsam wach werden. Du bist bis in den hinein Rücken verletzt, aber ich habe hier nicht alle Mittel um dich vollständig zu versorgen. Und sorry, dass es mehr wehtat, als gedacht.." 

<rpg>

<sum> 

Ort: IKS Kinzhar 
Zeit: MD 02.0245

Die IKS Kinzhar hat mehrere Probleme gleichzeitig - Klingonen haben sich an Bord gebeamt und einige Schiffssysteme fallen der Verteidigung zum Opfer. Aber die Enterung kann sowohl auf der Brücke als auch in der Küche abgewehrt werden. Die Korelev mit Commodore Lyma schickt die Kinzhar Richtung Starbase 24 und fliegt selbst zurück nach Carraya. 

</sum> 

Submitted by 

Lt. Cal Mannix und MCpt. Ratana Tiru 

Phil und Ratty


Abschied

Lasse Wittland
 

Hi ihr,

ich lebe noch!


<RPG>

Ort : Toilette
Zeit: MD 01.1156

<Q>
"Alexandre hat dir Nachrichten hinterlassen?" fragte sie stattdessen
und fixierte Fiona nun. Die strich sich ein Haarsträhne aus dem gesicht und nickte dann. "Aye. Persönlichen Kram. Für dich war auch was dabei .. ich ähm .. ja .. ich kam noch nicht dazu dir das zu geben weil ..." stotterte sie dann und wusste das sie froh war die Nachrichten alle durch zu haben und einfach nur noch vergessen wollte. "Ich wusste nicht wie ..." meinte sie dann und drehte sich dan wieder zum Spiegel. Sie konnte Yvonne jetzt nicht in die Augen sehen. Nicht jetzt. Sie wollte und konnte jetzt auch nicht an Alex denken. Ihre Gedanken kreisten um Amun.
</Q>

Yvonne versuchte das zu verarbeiten. Alex hatte ihr eine Nachricht hinterlassen? Ihr?
Es ist nicht so, das sie den Portugiesen nicht gemocht hatte, und auf die Frage, ob sie Freunde gewesen wären, hätte sie wohl auch mit 'ja' geantwortet - aber mehr war es dann auch wieder nicht. Afonso war derjenige der beiden, mit dem sie viel mehr Zeit verbracht hatte, das Quartier teilte und stundenlang reden konnte, und der für sie wie eine Art kleiner Bruder geworden war (und der, wie sie viel zu spät erkannt hatte, sich in seine 'ältere Schwester' verliebt hatte). Von IHM hätte sie vor seinem Verschwinden eine letzte Nachricht erwartet/erhofft, aber die war nie gekommen.
Und warum hinterließ er die Nachricht bei Fiona? Er hätte sie einfach aufzeichnen und den Computer anweisen können, sie eine bestimmte Zeit nachdem sein Tod bestätigt wurde abzuschicken. Das war ein Standardverfahren, sie selbst machte es in der Regel auch so. Die einzige Antwort, die ihr spontan einfiel, war, das die Nachricht gar nicht ursächlich für sie bestimmt war, sondern eben für Fiona, und das er darin auf etwas zu sprechen gekommen war, was (auch) für sie bestimmt war.

Sie trat an das Waschbecken und das sich daran festklammender Häufchen Schottin heran. Ihr vorzuhalten, das sie die Nachricht für sich behalten hatte wäre jetzt nicht konstruktiv, also schluckte sie den Impuls hinunter. Stattdessen legte sie Fiona die Hand auf die Schulter.
"Ich habe einen eigenen Ordner dafür."

Fiona sah sie über den Spiegel fragend an.

"Abschiedsbriefe." erklärte Yvonne. "An Freunde, Geliebte, Verflossene, ein paar Abrechnungen mit Leuten, die ich nicht austehen kann. Vorgesetzte, Weggefährten... sogar einer für meine Mutter, obwohl wir seit Jahren nicht mehr miteinander geredet haben.
Ich zeichne alle paar Monate ein paar Neue auf, wenn sich abzeichnet, das wir wieder in irgendeinen halsbrecherischen Mist geraten, und sortiere ein paar Alte aus - jedesmal in der Hoffnung, das sie nie verschickt werden müssen. Aber sie geben mit ein gutes Gefühl. Die Sicherheit, das ich ein paar letzte Dinge sagen oder klären kann, zu denen ich vorher nie gekommen bin - aus dem einen oder anderen Grund."

"Und was machst du mit den Nachrichten, die du bekommst?"

Yvonne zögerte.
"Es kommt darauf an von wem sie kommen. Je wichtiger mir die Person war, und je frischer der Verlust ist, desto härter ist es. Einige sehe ich mir sofort an. Vor zwei Jahren ist mein alter 2O von der Penrose gestorben. Er war ein netter älterer Herr, kurz vor der Pensionierung, der mich unter seine Fittiche nahm und mir vieles über Kommando und das Führen von Menschen beigebracht hat. Als er in den Ruhestand ging war es seine Idee, das ich seinen Posten übernehmen sollte. Damals hat er mir viel bedeutet, aber mit den Jahren wurde der Kontakt sporadischer, erst recht als ich Archer un dann immer weiter gewechselt bin. Als seine Abschiedsnachricht kam... ich hatte die Distanz, da war es kein Problem."

"Ich habe Amun aber nicht das letzte Mal vor einem Vierteljahrhundert gesehen, sondern heute morgen!" gab Fiona wirsch zurück. Was sollte denn dieser dämliche Vergleich?

"Ich weiß. Und ich war auch nicht in ihn verliebt. Nicht wahr?"
Yvonne sah Fiona auffordernd an, aber die brauchte gar nicht verbal zu antworten.

"Die Wahrheit? Ich denke ich hätte dieses Padd genommen und in den nächsten Häcksler geworfen. Anschließend hätte ich ein Neues repliziert, wäre ihm nachgelaufen und hätte es ihm über den Schädel gezogen. Das war eine ganz dämliche Aktion von ihm, dir das Padd _jetzt_ zu geben, anstelle dafür zu sorgen, das du es später irgendwie bekommst. Ich kann seine Beweggründe verstehen, ich nehme diese Nachrichten ja selbst auf, aber die Methode war falsch."

"Ihm nachrennen und das Padd über den Schädel ziehen kann ich leider nicht mehr, er hat die Oddy schon verlassen." gab Fiona zurück. "Und _ich_will_es_nicht_."

"Vorschlag: Gib es mir. Oder irgendjemand anderem, egal. Zur Aufbewahrung. Wenn er zurück kommt -und das wird er, er hat immerhin Skyla als Rückendeckung dabei- fallt ihr euch in die Arme und er kann dir alles erzählen, was ihm auf dem Herzen liegt. Und umgekehrt. Und dieses Padd wird ungelesen derepliziert."
Die andere Option, die, in der Amun nicht zurückkehrte, brauchte Yvonne nicht auszuformulieren: Sie würde das Padd aufbewahren, bis Fiona -vielleicht- irgendwann bereit dafür war, und es bis zu diesem Tag beschützen - auch und gerade vor ihr selbst.

Fiona seufzte und sah nach unten. Ein Wassertropfen löste sich von ihrem Kinn und viel in das Waschbecken, wo er sich langsam seinen weiteren weg hinab zum Abfluß suchte.
"Idiot." murmelte sie leise.

Yvonne ging davon aus, das Amun gemeint war.
"Aber dein Idiot." sagte sie leise. "Und was auch immer er damit bezwecken wollte, bestimmt wollte er dich nicht derart aus der Bahn werfen. Er empfindet etwas für dich, sonst hätte er sich die Mühe gar nicht gemacht. Wüsste er, das du hier heulend auf dem Klo hockst würde er sich vermutlich in den Hintern beissen."

"Ich habe nicht geheult. Das ist nur Wasser."

"Natürlich nicht." erwiederte Yvonne, ohne durchblicken zu lassen ob sie das glaubte oder nicht. Stattdessen zog sie Fiona sanft von dem Waschbecken fort und positionierte sich vor ihr, den Augenkontakt suchend.

"Vergiss das Padd. Naja, versuch es zumindest. Konzentrier dich auf was anderes. Je mehr du dich deshalb verrückt machst, desto verrückter wirst du."
Yvonne merkte, das sich das nicht unbedingt zur eloquentesten Motivationsrede in den Analen der Sternenflotte entwickelte, also wechselte sie die Strategie und drückte die etwas überraschte CSO kurzerhand.
"Lass dich nicht unterkriegen, Ok?"

</RPG>

<SUM>
Ort : Toilette
Zeit: MD 01.1156

Yvonne redet mit Fiona über Amuns Nachricht

</SUM>


Bis dann,
Lasse


The Odyssey Era - Teil 4 Raubvögel jagen

Ratana Tiru
 

Liebe Crew, 

weiter geht's! Hier der nächste Teil der Odyssey Era. Teil 5 und Teil 6 sind bereits fertig und werden im Verlauf des Wochenendes folgen. Bei diesem Teil hatte ich Hilfe von Phil :) 

Viel Spaß beim Lesen!

Liebe Grüße.

Ratty 


 <rpg>

Ort: IKS Kinzhar 
Zeit: MD 02.02000
    
Die IKS Kinzhar war in dem Gebiet auf der Suche nach einer möglichen zweiten klingonischen Flotte Schleifen und weitere Suchmuster geflogen. Erst getarnt und mit großer Vorsicht, dann enttarnt und etwas forscher. Die Sensoren hatten alte Warpsignaturen gefunden, aber keine, die jünger als zwei bis drei Tage waren. Hier hatte sich eine größere Anzahl von Schiffen getroffen, allerdings keine riesige Flotte. Das war zudem länger her und die Warpspuren liefen nicht in Richtung des Carraya-Systems. 

Vorsichtige Langstrecken-Scans deuteten auf das Cursar-System hin. Nach einem kurzen Austausch mit der USS Korelev hatten sie herausgefunden, dass es dort wohl zu einem größeren Scharmützel bei der Evakuierung einer Kolonie gekommen war. Gut möglich, dass sich der klingonische Flottenverband dafür hier getroffen hatte. Die Flugzeit zum Cursar-System betrug nur einen halben Tag. 

Eventuell hatten die Klingonen das Cursar-System als lohnenswerters Ziel in Betracht gezogen. Dort gab es Deuteriumoxid-Minen und einige seltene Erden. Mit Erfolg, denn das System war in die Hand der Klingonen gefallen und die Sternenflotte hatte mehrere Schiffe sowie fast
600 Mann an Bodentruppen verloren. 

Die Besatzung des gekaperten Bird of Prey hatte es nicht unbedingt als Enttäuschung gewertet, nicht auf eine klingonische Flotte getroffen zu sein. Trotzdem sank die Anspannung nur langsam. Man befand sich noch immer in unklarem Gebiet, zudem in einem feindlichen Schiff. 

Diese noch vorhandene Restanspannung hatte ihnen allen das Leben gerettet. 

Auf den Sensoren war ein nicht näher definierbares Artefakt aufgetaucht, eine minimale Störung des Tachyonenbandes und Amun hatte sicherheitshalber die Schilde hochnehmen lassen. Keine Sekunde zu spät. 

Wie aus dem Nichts hatten sich drei Bird of Preys enttarnt und sie direkt unter Feuer genommen.

"Verdammt, die hinteren Schilde sind runter auf 40%. Schauen Sie, dass Sie uns den Angreifer vom Heck fernhalten," entfuhr es dem Acamarianer, der sich am Kommandosessel des stark schlingernden Bird of Prey festklammerte. 

Die drei Raubvögel feuerten in immer neuen Anflügen auf den schon arg gebeutelten Bird of Prey der Sternenflottencrew. Rauch füllte die Brücke. Einige Leitungen waren geborsten und hüllten alle Anwesenden in diffuses, nebeliges Licht. Das seit Stunden nicht richtig funktionierende Umweltkontrollsystem schaffte es nicht bessere Lichtverhältnisse herzustellen. Es wurde auch immer wärmer und stickiger, der Geruch von Kabelbrand gemischt mit klingonischem Gestank wabberte durch die zum schneiden dicke Luft. 

"Ich kann noch immer keinen Kontakt zur Korelev herstellen," meldete Lt. Cal Mannix. Der CNS sprang zwischen den Stationen hin und her und half beim Lesen der klingonischen Anzeigen. "Der Maschinenraum meldet, die Tarnvorrichtung ist hinüber, die bekommen sie nicht mehr zum laufen." 

Der an der Steuerkonsole des Schiffes sitzende Offizier Nok'il flog nun das dritte Ausweichmanöver in Folge, ohne das sich der hartnäckige Raubvogel hinter ihnen abschütteln ließ. Gleichzeitig näherten sich die beiden anderen Bird of Preys wieder von oben an Steuerbord. Sie feuerten erneut Salven auf die immer schwächer werdenden Schilde ab. 
 
Die Orionerin, die sich zusammen mit einem Mitglied der Taktischen Abteilung die komplizierte Waffenkonsole teilte, versuchte wenigstens eines der Schiffe zu erfassen, was aber nicht immer gelang. Einige Disruptorenstöße gingen in die Leere des Alls. 

Feuerstöße der klingonischen Angreifer erschütterten das Schiff und es war schwer auf den Beinen zu bleiben und gleichzeitig die völlig fremden Stationen zu bedienen. 
Ihre grünen Finger der linken Hand klammerten sich um den Rand der Konsole, während sie mit der rechten Hand die Zielerfassung bediente und der Chief Petty Officer neben ihr das eigentliche Feuern übernahm. 

"Konzentrieren Sie das Feuer auf den linken Raubvogel," befahl Amun, der fieberhaft überlegte, wie sie aus dieser bremsligen Situation entkommen sollten. 

"Da ist ein Asteroidenfeld in Sensorenreichweite," meldete Cal, der an der Sensorenstation das zweite Paar Augen und die notwendigen Sprachkenntnisse lieferte. 

"Fliegen Sie uns da rein Nok'il...." presste Amun zwischen nachdenklichen Lippen hervor, während das Schiff mehrfach getroffen wurde und die Beleuchtung schwankte. 

"Aye, Sir," brummte der Halbklingone. 

[Wieeeeeeeeeehoooooooooooooooo - Wieeeeeeeeeehoooooooooooooooo - Wieeeeeeeeeehoooooooooooooooo - ......] 

"Was ist das für ein Warnton?", kam es vom Acamarianer. 

"Etwas hat den Eindringlingsalarm ausgelöst," meldete Cal Mannix von der Maschinenstation zu der er gelaufen war, um die Anzeige abzulesen. "Anscheinend waren unsere Schilde beim letzten Treffer kurz unten. Wir haben fünf oder sechs, vielleicht auch sieben klingonische Lebenszeichen an Bord. Höhe Zugang Maschinenraum."

"Abschalten," bellte Amun, bevor er den nächsten Befehl gab, der sich tief in seine Magengrube brannte. "Tiru, erledigen Sie das..." //Oder besser gesagt die...// schoss es ihm durch den Kopf, bis er sich wieder komplett darauf konzentrieren musste, den Bird of Prey in einem Stück in das Deckung bietende Asteroidenfeld zu bekommen. Das war jetzt ihre einzige Chance.  

Die Orionerin griff nach dem Phasergewehr hinter der Konsole, warf sich den Riemen über die Schulter. Sie sprach kurz mit den beiden Marines, die die Brückenwache bildeten und ging dann zum Schott. Ihr letzter Blick, bevor sie die Brücke verließ, traf Cal, der sie intensiv ansah.
  
Cal spürte, wie die Vibrationen des Terminals durch seine Hände in seine Knochen und damit seinen Körper fuhren. Sein Blick blieb auf Ratana haften, aus deren Blick er innerhalb der Sekundenbruchteile alles lesen konnte, was bisher nicht zwischen ihnen gesagt worden war. Er beobachtete sie, wie sie das Gewehr durch einen Hieb ans Gehäuse entsicherte. Sie trat vor die Türen, durch die man die Brücke verließ. Als sie sich öffneten suchten sich kleine Rauchfäden aus den Gängen ihren Weg auf die Brücke und die Marines ihren Weg an die Front. Die Türen schlossen sich und Cal wandte seinen Blick zu Amun. Das war ihr gottverdammter Job, so wie es seiner war, die Befehle auszuführen, die der junge Ensign in dem Kommandosessel gab. 
 
 "Sir, die Korelev fällt aus dem Warp!," meldete der Sensorenoffizier erleichtert. 

"Zwei der Klingonen-Schiffe nehmen jetzt sie unter Feuer, das Schiff an unserem Heck bleibt an uns dran!" Erneut wurde der Bird of Prey durchgeschüttelt. "Hintere Schilde kurz vor dem Versagen!" 
 
 "Kurs auf das Asteroidenfeld beibehalten. Wir müssen den Verfolger los werden." Ensign Amun wusste, dass dies nicht reichen würde. Sie musste den anderen Raubvogel irgendwie beschädigen. Das bestätigte sich als sie in die Trümmerwüste einflogen und die Klingonen sich natürlich nicht abschüttelt ließen. Zumindest schaffte es Nok'il genügend Asteroiden zwischen sich und direkte Treffer zu bringen. 
 
 "Screen splitten, Sensorenbild auf den Schirm." Die Daten erschienen nach einem Moment, denn Cal Mannix musste immer wieder zwischen den Stationen umher laufen, wenn Anzeigen bedient werden mussten, die man bisher noch nicht gefunden oder gebraucht hatte. 
 
"Was für Gase sind das da hinten?," fragte Amun nach. 

 "Es gibt Ansammlungen von Metreonen-Gas, Wasserstoff und flüchtigem Helium. Anscheinend befinden wir uns in den Überresten eines alten Sternensystems," meldete der Vulkanier von seiner Station. "Das Ganze ist höchst explosiv."
 
 "Da will ich rein," schockierte Amun die gesammte Brückencrew.  
 
 -------
 
Mit schnellen, aber umsichtigen Schritten näherte sie sich der Position des Enterkommandos. Auf einen Tricorder musste sie nicht schauen. Die Schüsse des Marines Trupps, der die Klingonen gestellt hatte, waren für sie schnell wahrnehmbar. Die Hitze, verursacht durch das defekte Umweltkontrollsystem, wurde größer, je näher sie dem Maschinenraum kam. Was für Menschen eine zusätzliche Belastung darstellte, machte die reptiloide Orionerin hellwach. Ihre Sinne waren aufs äußerste gespannt und Geräusche, Gerüche und Bewegungen wurden von ihr umso schärfer wahrgenommen. Ihre Muskeln waren warm und zu allem bereit. Ihr Körper schien sich beinahe auf den Konflikt zu freuen. Ihre Auge hatte sie zu engen Schlitzen verengt, ihre Zunge zischte zwischen den spitzen Eckzähnen hervor. 

Vor ihr fand im Gang ein Feuergefecht statt, was erst einmal gut war, denn dies sagte ihr, dass der Enterungsversuch noch nicht in den Nahkampf übergegangen war, worin die Klingonen einen enormen Vorteil hatten. Die Marines verfügten, bis auf die Messer und einige wenige eher zeremonielle Säbel, nicht über Klingenwaffen. Diese Kampftechnik wurde in der Ausbildung immer noch zu sehr vernachlässigt. Vielleicht, so hatte sie immer gemutmaßt, weil es nicht zum sauberen Image der Föderation passte sichtbar Blut zu vergießen. 

Sie hoffte inständig, dass der Bird of Prey das Asteroidenfeld erreichen und die Schilde oben behalten würde. Ziel dieses ersten herübergebeamten Trupps war es das Eindringen weiterer Enterkommandos vorzubereiten und Chaos zu stiften. Ganz klares Ziel: Energieversorgung, Schilde, Lebenserhaltung, Waffen, Brücke. Sie mussten um jeden Preis daran gehindert werden eines dieser wichtigen Infrastrukturziele auszuschalten, sonst würde die Crew an Bord gnadenlos abgeschlachtet werden. Um nichts anderes ging es hier. Sie würde es genauso tun. 

Ihr Blick glitt über den Lauf der Waffe. Die Energiezelle war voll, eine zweite steckte in ihrer Hosentasche. Da sie keinen Kampfanzug, sondern nur die Duty Uniform trug, hatte sie das Messer in den Stiefel gesteckt und lediglich einen Phaser im Holster. Eine weitere Nahkampfwaffe stand ihr nicht zur Verfügung. Die würde sie sich aber besorgen - bei den Klingonen. Image hin oder her - sie hatte kein Problem damit dreckig zu kämpfen, wenn es um das Überleben von Crew und Schiff ging. 

Vor ihr zischten die Disruptoren- und Phaserstrahlen umher. Ratana entschied sich schnell und stellte die Energiezelle auf töten. Sie wollte keinerlei Risiko eingehen. Ihr Atem war ganz ruhig. Ihre Sinne auf ihre Umgebung fokussiert. Sie lauschte. Die Klingonen waren vor ihr, ihre Leute dahinter, zwischen Klingonen und Maschinenraum. 

Die Lage war für sie also günstig. Sie konnte den Kriegern in den Rücken fallen. Andererseits hörte sie nur drei verschiedene Waffen feuern. Es waren aber mehr Angreifer herübergebeamt worden. Dies bedeutete, dass sich ein Trupp in ihre Richtung.... 

Reflexartig legte sie an, presste sich im gleichen Moment hinter die Strebe eines Schotts und feuerte. Den ersten Klingonen konnte sie sofort ausschalten, die anderen Beiden gingen in Deckung. 

Die erfahrene Marine wusste, dass sie diese Stellung nicht lange würde halten können und hoffte auf die eintreffende Verstärkung. Statt anzugreifen, wollte sie die Stellung halten, sich notfalls einen Abschnitt zurückziehen und das Vorrücken der Klingonen verlangsamen. 

Konzentriert feuerte sie auf jeden Klingonen, der sich zeigte. Ihre Finger glitten über das Display des Phasergewehrs und sie wechselte von Strahl- zu Pulsfeuer. Diese Schüsse hatten zum einen mehr Ladung, zum anderen war die Geräuschkulisse deutlich beeindruckender. Sie zweifelte zwar, dass dies einen gestandenen Krieger beeinflussen würde, aber einen unerfahrenen jungen Klingonen, konnte dies durchaus davon abhalten vorzurücken. 

------

"24 000 Kilometer bis zur Gaswolke," kommentierte Nok'il die Annäherung der IKS Kinzhar an die explosiven Gemische. 

"Fliegen Sie eine langgezogene Kurve und stellen Sie die seitlichen Manövrierdüsen auf Gegendruck, wenn wir parallel zur größten Konzentration sind," fuhr Amun mit seinem Plan fort. "Abstand auf unter einen viertel Kilometer...." Der Acamarianer klammerte sich am Sessel fest, denn der Bird of Prey machte immer wieder Bocksprünge, die hinteren Schilde waren kurz vorm Versagen und eine der Schwingen ließ sich nicht mehr ausrichten, was das Manövrieren schwerfällig machte.

"Damit saugen wir das Gas in unsere Flugbahn," warf der Vulkanier ein, bevor auch er realisierte welchen Höllenritt Amun da vor hatte. 

"Richtig," knirschte der TAK. "Ich habe vor, den Klingonen Feuer unterm Hintern zu machen...." 

"500m," kam es von der CONN-Station. "400....." Nok'il war vollkommen ruhig. "300...."

"Abdrehen und mit vollem Impuls hochziehen!," befahl Amun. "Alle Energie in die der Gaswolke zugewandten Schilde!"

Die Trägkeitsdämpfer knirschten, einige Alarmtönen gingen los, irgendwo fiel eine Konsolenabdeckung hinunter und klapperte auf dem Boden weiter. Die Brückenoffiziere klammerten sich irgendwo fest oder lehnte sich gepresst an die Wand hinter ihnen. Der ein oder andere verlor trotzdem den Halt. 

"Der Bird of Prey folgt uns und feuert...." meldete die Sensorenstation. 

Im nächsten Moment wurde der Bildschirm, der die Heckansicht zeigte gleißend hell und eine riesige Explosionswelle entzündete das aufgewirbelte Gasgemisch rund um den feindlichen Bird of Prey. Das Kampfschiff wurde herumgeschleudert, verlor die Schilde, explodierte aber nicht. Ein Flügel brannte allerdings mit gleißenden heller Plasmaflamme. 

In Folge erfasste die Welle auch die Kinzhar und schleuderte diese herum. 

-Fortsetzung folgt - 

</rpg>

<sum>

Ort: IKS Kinzhar 
Zeit: MD 02.02000

Die Kinzhar findet keine klingonische Flotte, trifft aber zufällig auf eine Patrouille der Klingonen. Es kommt zu einem Feuergefecht und einem Enterungsversuch. Amun fällt die Entscheidung ein gewagtes Manöver zu fliegen, um den Feind zu besiegen. 

</sum>

Submittey by 

Lt. Cal Mannix und MCpt. Ratana Tiru
Phil und Ratty


The Odyssey Era - Teil 3 Richtung Frontlinie

Ratana Tiru
 

<<<<<TEIL 3>>>>>>> The Odyssey Era - Richtung Frontlinie

Ort: USS Galavant, Deck 1, Brücke
Zeit: MD 3.0844

Die Gänge rochen ein wenig verstaubt, aber das hinderte die Skeleton Crew nicht daran den ersten Arbeitstag an Bord des neuen Schiffs anzutreten. Das ganze Design war etwas in die Jahre gekommen, obwohl die Ausstattung trotzdem edler war als die der Refitversionen deren Primärmission weniger diplomatisch waren. Kein Department war auch nur ansatzweise vollständig besetzt - im Gegenteil. Gerade mal eine Truppe von 46 Crewmen und -Women gehörte zur Erstbesetzung der USS Galavant unter dem neuen Kommando. Unter normalen Bedingungen wäre dies eine echte Zumutung gewesen, aber sie hatten sich die Zeiten nun mal nicht aussuchen dürfen. Gerade die "menschlichen Ressourcen" waren zur Zeit ein sehr knappes Gut.

Man hatte Gaspar im Flottenkommando damit abgespeist, dass sie ja vermutlich bei der Evakuierung von Carraya einige Offiziere aus dem All fischen würden. Einen Spruch, den Gaspar zu Beginn für einen Scherz hielt. Aber wie es schien, war die Devise des FKOMs 'Solange bei euer Position kein Rauch aufsteigt, habt ihr kein Problem'. Natürlich hatte er sich bei Taurik beschwert, aber der Vulkanier war leider zu beschäftigt, um selbst mit ihm zu sprechen. Seine Assistentin hatte nur eine kurze Notiz weitergeleitet auf der die kryptischen Worten standen:
'Kommt heil bei Utheron an, dort bekommt ihr den Rest'.

"Unsere erste Mission: Wir eskortieren uns selber in den Süden?", kam es spitz von Soraya, die neben Gaspar durch den Gang zur Brücke schritt. 

"In etwa...", murmelte der Kanadier. So kurz vor dem Start gingen ihm so unglaublich viele Gedanken durch den Kopf. 

Soraya war, je länger sie durch das neue Schiff wanderten, still geworden. Die Erste Offizierin der Galavant hatte die Eindrücke in sich aufgezogen und spürte eine Last auf den rot gekleideten Schultern wirken, die sie in dieser Form noch nie empfunden hatte. Es fühlte sich unwirklich an, eine solche Verantwortung bekommen zu haben. Trotzdem haderte sie in keinem Moment damit, Gaspar zugesagt zu haben. Sie konnte den Kanadier nicht alleine fliegen lassen. So höflich und überlegend wie Gabe war, so sehr brauchte er auch die Person die augenrollend und fluchend hinter ihm stand. Sie waren beide anhand ihrer Charakterzüge und Fähigkeiten aufeinander angewiesen und funktionierten daher als Team so gut. Auch das hier würden sie gemeinsam wuppen...irgendwie. 

Die Beiden betraten die Brücke. Ein heller Piepton erscholl und ein Ensign in roter Uniformsprang auf und rief: "Captain auf der Brücke!" Die Arbeiten an allen Konsolen erstarben und dieallgemeine Aufmerksamkeit richtete sich auf die beiden Neuankömmlinge. Die Mindestbesetzung der Brückenwache hatte unter dem Kommando von Panalek bereits vor einer Stunde ihren Dienst angetreten. Es galt noch so viele Dinge zu testen und auszuprobieren. Mitterweile hatte der Andorianer aber wieder seinen angestammten Lieblingsplatz im Maschinenraum eingenommen. Formell wartete Gaspar noch auf grünes Licht. 

Der Kanadier ließ seinen Blick durch den Raum schweifen. Auch hier fiel dem geneigten Beobachter sofort auf, dass die Formgebung nicht mehr auf dem neuesten gestalterischen Niveau der Sternenflotte war. Aber die Ausstattung hatte es in sich und das alleine zählte. Gaspar atmete ein wenig auf. Es war schön zu beobachten, dass man sich hier etwas mehr Mühe gegeben hatte. Die Amaturen blitzen im Licht des Arbeitslichts und der Geruch von Desinfektionsmittel verband sich mit dem Duft von frischer Farbe. 

Der Kommunikationsoffizier, ein junger Bajoraner, meldete sich. "Sir, wir bekommen einen externen Ruf vom Flottenkommando, Commodore Taurik. Dort wünscht man die Übertragung der Kommandoprotokolle auf Sie, Sir." 

Gaspar wandte sich dem Hauptschirm zu und augenblicklich war es still auf der Brücke. Soraya trat neben Gaspar und wandte ihren Blick ebenfalls in dieselbe Richtung. In ihrer Magengrube machte sich ein leichtes Kribbeln breit. 

Der Vulkanier erschien auf dem Schirm. Ernst und steif wie immer.  

"Commodore Taurik," begrüßte Cmdr. Toussaint den Vulkanier in gewohnter Höflichkeit. Soraya Alizadeh nickte nur förmlich. 

"Commander Toussaint, Lt. Commander Alizadeh," nickte der Commodore. "Die Computerverbindung steht, wir können die Kommandocodes auf Sie übertragen." Es war allen Anwesenden klar, dass dies keine besonders feierliche Zeremonie wie sonst werden würde. Sei es dem Krieg geschuldet oder der vulkanischen Nüchternheit, wahrscheinlich beidem.

"Computer USS Galavant, Übertragung der Kommandoprotokolle an Commander Gaspar Toussaint, Kommandierender Offizier, und an Lieutenant Commander Soraya Alizadeh, Erster Offizier, vorbereiten. Authorisierung Commodore Taurik, Flottenkommando, Alpha Ypsilon 3-5-9-7, Ausführung."

[Verstanden, Übertragung läuft.], schallte die Stimme des Schiffscomputers aus den Lautsprechern. [Kommandoauthorisierungsabfrage, Commander Toussaint, Gaspar.]

Gaspar warf noch einen letzten Blick in die Runde. Alle Augen waren auf ihn gerichtet. Ohne weiter nachzudenken sagte er laut: "Bestätigung zur Übernahme der Kommandoprotokolle, Commander Toussaint, Gaspar. Authorisierung Omega-4-4-9-1-Black, Ausführung." 

[Kommandoauthorisierungsabfrage Lt. Commander Alizadeh, Soraya.], tönte der Bordcomputer weiter. 

"Bestätigung zur Übernahme der Kommandoprotokolle, Lt. Commander Alizadeh, Soraya. Authorisierung Beta-Lambda 3-3-7-8, Ausführung."

[Übertragung der Kommandoprotokolle an Commander Toussaint, Gaspar und Lieutenant Commander Alizadeh, Soraya abgeschlossen.], kam es im selben nüchternen Tonfall vom Bordcomputer. 

Der junge Bajoraner begann zu klatschen. Die umstehenden Crewmitglieder stiegen ein. Gaspars Blick ging zu Soraya. Die Beiden lächelten kurz. //Jetzt gibts kein Zurück mehr// dachte der Kanadier bei sich, während er mit den Händen eine beschwichtigende Geste machte. Aber die Brückencrew hatte anscheint gute Laune, denn vereinzelt standen die Menschen auf. Standing Ovations für eine Kommandoübergabe? Gaspar musste kurz lachen und warf Soraya einen weiteren Blick zu, nicht mehr verunsichert. 

Die Perserin lächelte erst verhalten, dann langsam gelöster. Für sie war die Situation noch so neu, dass sie erst in ihre jetzt ziemlich viel Verantwortung tragende Rolle hereinwachsen musste. //Zur Hölle...Ich wollte nie wieder etwas mit der Sternenflotte zu tun haben und jetzt bin ich Erste Offizierin eines diplomatischen Minenfeldes//. Gaspar ging es ähnlich während erein wenig abwesend die Hände der Leute schüttelte, die ihn umringten. Commodore Taurik, der immer noch in der Leitung war, stieg in den Applaus mit ein und präsentierte eins der seltenen vulkanischen Lächeln, während er das Treiben auf der Brücke beobachtete. 

"Ich gratuliere ihnen Beiden.", sagte der Vulkanier mit seiner gewohnt neutralen Stimme, während der Applaus abebbte und die Ansammlung sich rasch auflöste um ihre Posten wieder einzunehmen.

"Mögen sie stets den richtigen Weg einschlagen und die USS Galavant und ihre Mannschaft sicher und am Stück nach Hause holen. Taurik Ende.", fuhr der Commodore fort und deutete eine kurze Verbeugung an bevor der Bildschirm dunkel wurde. Kaum, dass die Verbindung mit Commodore Taurik beendet war, begann etwas in der Nähe zu summen. 

Das Summen wurde lauter und sogleich mit einem funkelnden Glitzern begleitet als sich direkt vor den Füßen des Kanadiers ein kleines Paket materialisierte. Summen und Glitzern erstarben gleichzeitig. Soy hob eine Augenbraue und auch der ein oder andere mehr oder minder verstohlene Blick der Brückencrew linste herüber. Gaspar beugte sich vor, nahm das etwa 15x20x10cm große Päkchen in beide Hände und erhob sich. Das Päkchen war in blau-graues Papier eingewickelt und mit einem schwarz-grünen Bändchen eingefasst, das auf der Oberseite in einer Schleife mündete. Unter der Schleife steckte ein kleines Kärtchen auf dessen Rückseite, sobald Gaspar es umgedreht hatte, "Savourer ça, Capitaine." in simplen, handgeschriebenen Lettern stand.

Der Kanadier warf einen langsamen, fragenden Blick über die Anwesenden auf der Brücke. Doch alle schüttelten den Kopf. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als das Geschenk zu öffnen. Das gelöste Band noch in der Hand hob er den Deckel und schmunzelte als er einen gepressten Block Tabak erblickte. Das Ganze trug die Handschrift seines Chefingenieurs. Der würde wohl bald mit Shisha rauchen anfangen!

Aufatmend ließ sich der frischgebackene Captain in den erhöhten Stuhl in der Mitte fallen. Die Perserin hatte bereits ein paar Minuten vor ihm auf dem Stück rechts von ihm Platz genommen. Ihre geringe Körpergröße war hier sehr zu ihrem Vorteil. Die Sitze rechts und links des Captains waren deutlich kleiner. Zwei eingelassene Bänke in das zentrale Mittelelement, dem der Captains Chair vorstand. Gaspar musste schmunzeln. Sicher einer der ersten Dinge, die auf der Instandsetzungsliste landen würden.

"Gehts?"

"Solange ich nicht auf einem Kissen zu deinen Füßen sitzen und dir Luft zufächern muss, ist das okay. Ich stehe ja lieber, das weißt du." Soy rang sich ein breites Grinsen ab. "Also, wo wirgerade dabei sind, der nächste dumme Kommentar zu meiner Körpergröße kostet dich wieder ein Paket echten Kaffee."
 
"Nur wenn Riesenwitze dich zwei Flaschen echtes Bier kosten," konterte er grinsend. 
 
"Deal bleibt Deal..." lachte Soraya ihn an. Gaspar musste ein weiteres Kichern unterdrücken und schaute auf. Wie früher - in alten Zeiten.  

Da waren sie also. Würde es so werden wie er sich es wünschte? War dies die richtige Entscheidung? Er musste kurz an seine anfänglichen Ängste denken. Dann rückte er entschieden seine Uniform zurecht und drückte den Rücken durch. Es war an der Zeit zu handeln! Resümeeskonnte er ziehen, wenn etwas passiert war! Ihre Zukunft lag vor ihnen wie ein leeres Blatt Papier, bereit beschrieben zu werden. Er stellte das kleine Päckchen Tabak auf die frisch gebonerte Handkonsole und erhob sich.

"Ladies and Gentlemen! Man erwartet uns im Carraya System! Sind alle Stationen bereit?", fragte der Kanadier in die Runde.

Von der taktischen Station, der Sicherheit, dem OPS und der Steuerung kamen zustimmende Antworten, ein TO an der Rückseite der Brücke bejahte, dann knarzte es aus dem Comm-System als auch der einzige anwesende Arzt von der Krankenstation aus seine Bereitschaft kund tat. Gefolgt von etwas, dass wie ein leiser Fluch und eine flache Hand, die eines der LCARS Displays heimsuchte klang und schließlich gab auch der Maschinenraum grünes (blaues) Licht. 

"Statusmeldungen aller Abteilungen sind eingegangen. Wir sind reisebereit, Sir." fand sich Lt. Cmdr. Alizadeh schnell in ihrer neuen Rolle ein. Die Perserin war zwischenzeitlich aufgestanden, während sich Gaspar wieder setzte. 

"Sehr gut, Abdockprozedur einleiten!" erwiderte Cmdr. Toussaint. 

"Abfluggenehmigung liegt vor. Abdockprozedur wird eingeleitet.  Luftschleusen schließen. Lösen der Andockklammern vorbereiten." Soraya Alizadeh wanderte über die Brücke und stellte sich neben die CONN. 

"Luftschleuse geschlossen. Abdocken vorbereitet," meldete die Pilotin an der CONN zurück. 

"Andockklammern lösen, Manövriertriebwerke, 25% Schub nach achtern, über Steuerbord drehen
und Kurs Raumschotten....." Soraya war auf dem Gesicht anzusehen, wie hochkonzentriert sie bei der Arbeit war. Sie drehte sich leicht um und überprüfte mit einem Blick, ab wann Gabe übernehmen wollte, doch der Kanadier nickte ihr nur zu. 

Die Akiraklasse löste sich unter einem leichten Vibrieren von der Luftschleuse der Station. 

"Abdockvorgang hat stattgefunden, fliegen mit 25% Schub über achtern und Steuerbord", meldete die CONN. "Manövriertriebwerke bei voller Leistung, eine Minute bis Raumschotten." 

Jetzt war es Gabe, der übernahm. "Bei erreichen der Raumschotten, Kurs 175,9 - Carraya System. Maximale Reisefluggeschwindigkeit vorbereiten." 

"Aye, Sir", kam es von der CONN zurück und flinke Hände glitten über die LCARS Displays. "Erreichen Raumschotten, Sir." 

Und da lag er vor ihnen - der unendliche Weltraum. 

Gaspar Toussaint erhob sich langsam. 

"Energie!"


</RPG>


<SUM>

Ort: USS Galavant, Deck 1, Brücke
Zeit: MD 3.0844

Die Kommandoprotokolle der USS Galavant werden auf Cmdr. Toussaint und Lt. Cmdr. Alizadeh übertragen. Anschließend verlässt die Galavant Japori und macht sich auf den Weg ins Carraya System. 
 
</SUM> 


Submitted by 

Cmdr. Gaspar Toussaint und Lt. Cmdr. Soraya Alizadeh 
Mo und Ratty


The Odyssey Era - Teil 2: Der Raumschifffriedhof

Mortimer Bishop
 


Hallo ihr Lieben!

Wie bereits im Channel angekündigt kommt hier der zweite Teil der Übergangsreihe von Linda und mir. 
Ein besonderer Dank geht an Kameramann Fynn, der mit seinem lyrischen Teleobjektiv ganz tolle Bilder eingefangen hat! :)

Viel Spaß beim lesen! 
 
Lieben Gruß und einen schönen Abend! 
Mo

<RPG>
 
Ort: Frontline-Shipyard, Japori System
Zeit: MD 2.2118
 
"Modern problems require modern solutions."
- Chappelle
 
Buckel, Donut, Frisbee, Japori-Graveyard, Dantes Kurzsichtigkeit, dunkle Hölle... all dies waren Namen der hastig errichteten Frontline-Schiffswerft im Japori System. Die hier arbeitenden verwendeten eine Menge Euphemismen für ihren derzeitigen Einsatzort. Aus psychologischer Notwendigkeit heraus.
 
Kriege waren niemals hübsch und niemals sauber. Niemals einfach und niemals die erste Wahl jener, die sich für Aufgeschlossen und Fortschrittlich hielten. Dennoch gab es jene anderen, die diesen Leuten keine Wahl ließen und sie in einen Konflikt zerrten - ob sie wollten oder eben nicht.
 
In der Berichterstattung der Konflikte mit den Klingonen las man häufig von den tapferen Offizieren und Crewmen, die an vorderster Front Dienst getan und in Erfüllung dessen ihr Leben gegeben hatten. Was man seltener lesen konnte waren Berichte über jene Helden, die nicht an der Front kämpften und dennoch mit der Last der Verantwortung, der Situation und dem zu jedem Zeitpunkt drohenden Tode konfrontiert waren.
 
Japori war voll von Helden über die lediglich niemand schrieb.
 
Nicht, weil es nicht jene gegeben hätte, die darüber hätten berichten _können_, nein. Sicherlich nicht. Sie durften nicht. Japori war ein Geheimnis, das es zu bewahren galt. Niemand der nicht absolut notwendigerweise von der Station wissen musste, sollte von ihr wissen.
 
Denn immerhin war die Frontlinewerft ein logistisches und technologisches Meisterwerk.
 
In relativer Ausrichtung zum galaktischen Zentrum von "vorne" betrachtet, sah die Anlage aus wie ein aus Hasendraht gezogener Ball, dem das oberen und unteren Viertel abgeschnitten worden war. Durch das Gitter hindurch konnte man schemenhaft die Umrisse verschiedener Schiffe des föderierten Flottenverbandes erkennen. Wenn man davor stand.
 
Der Ingenieurscorps der Sternenflotte hatte die Außenseite der dicken Frisbee, die in der Innenseite aus Modulen zur Wartung und Instandsetzung der Schiffe und im Kern aus einer zentralen Verwaltungs-, Crew- und Kommandostation bestand, mit Emittern versehen, die ein überaus vorsichtig und mit dem gebührenden Respekt unter- und aufrechterhaltendes exogenes Energiefeld auf Basis von Metreonstrahlung erzeugten. Auf diese Weise erschien alles was innerhalb des Feldes lag für durch Langstreckensensoren ausgeworfene Blicke wie eine kleine Normalraumverwerfung. Eine Anomalie.
 
Auf der der Front entgegengesetzten Seite befand sich ein Spalt in dem Konstrukt, durch den Schiffe hinein und hinaus fliegen konnten, ohne nach oben oder unten durch die Öffnungen der fehlenden Kuppen der Kugel fliegen zu müssen, was aufmerksamen Augen einen Hinweis auf die verborgene Einrichtung hätte geben können. Bei An- und Abreise mussten sich die Schiffe durch den gravimetrischen Wirkungsbereich des nahegelegenen Mondes, KLC-16392A, annähern und entfernen.
 
Innerhalb der schützenden Barriere war ein Heer von Workbee-Kapseln, Shuttles und Schleppern unterwegs, die durch das gut bemannte (und befraute) Flight Control Center aus dem Zentrum der Station heraus koordiniert wurden.
 
Als das Shuttle von Gaspar, Reynolds, Soy und Panalek endlich Erlaubnis erhalten hatte in den Innenbreich einzufliegen, eröffnete sich ihnen die Sicht auf einen Schiffsfriedhof. Zumindest konnte man es so sehen. Schwer beschädigte Kreuzer, Fregatten und Supportschiffe, Überreste von annähernd vollständig zerstörten Einheiten und die kleinen Arbeitsschiffe tummelten sich dicht an dicht.
 
Nur mit Mühe konnte Gaspar den Blick abwenden. Dieses Spektakel sah man nicht alle Tage. Außer man hieß Panalek, dann schon. Aber den Andorianer begeisterte ein anderer Aspekt ihrer aktuellen Aussicht. Immerhin hatte er viele der Schiffe eigenständig in Empfang genommen und dafür gesorgt das sie wieder funktionstüchtig waren. Etwas in seiner Miene strahlte etwas väterlich besorgtes aus.
 
Das Shuttle war nun vollständig im inneren Bereich der Werft angekommen. Links von Ihnen lag ein großes Schiff der Cerberus-Klasse, das allem Anschein nach brandneu war. Die metallischen Bauteile der Untertassensektion blitzten im Licht der Werftbeleuchtung. Auch die Perserin konnte sich an diesem ungewöhnlichen Anblick nicht satt sehen. 
 
"Wunderschön", hauchte sie. 
 
"Oh schön sind sie alle. Trotzdem haben die Klingonen beschlossen, dass diese Meisterwerke der Ingenieurskunst zerstört werden sollen. Ein Jammer.", kommentierte Pan ein wenig bitter. Mit einer lässigen Geste navigierte er das Schiff weiter Richtung Steuerbord. 
 
"Auf dieser Seite sind die werftneuen Schiffe, die vor ihrem ersten Einsatz das letzte Checkup bekommen.", er deutete mit der Hand auf ein Schiff der Intrepid Klasse, das ebenfalls fabrikneu zu sein schien. 
 
"Ich habe nie verstanden, wie diese Dinger landen können, ohne vornüber zu kippen", kommentierte Soraya die Intrepidklasse. "Vor allem nicht mit diesen kurzen Beinchen." 
 
Bevor Panalek zu einem mehrstündigen Monolog über Kraftfelder und Schiffstrimmung ansetzen konnte, näherte sich das Shuttle dem anderen Teil der Werft. Hier war der Anblick doch um einiges ernüchternder. Das hohe Aufkommen von Querverkehr durch Workbees und Shuttles wurde durch einen Traktor-Schlepper mit einer halben, vorne komplett zerschossenen und verbrannten Untertassensektion ergänzt. Es war kaum zu erkennen, zu welcher Schiffsklasse dieses Wrackteil einmal gehört hatte. 
 
"Mhm", kam es skeptisch aus der hinteren Reihe von MGSt. Thomas J. Reynolds. "Das meinte der Colonel also mit ein paar Kratzern im Lack und kurz in die Werft...."
 
"Kennen Sie das Schiff?," fragte Gaspar erstaunt nach. 
 
"Aye Sir, das ist.. war die USS Bismarck, Sovereign-Class. Taktische Einsatzflotte des Starfleet Marine Corps. Das Schiff ist aus dem Cursar System wieder rausgekommen."
 
"Zumindest der Maschinenraumteil." ergänzte der Andorianer. 
 
Es machte sich kurzes Schweigen breit. Im Cursar System hatte es schwere Bodengefechte gegeben und es waren Schiffe zur Evakuierung der Zivilisten geschickt worden. Eine Falle wie sich herausgestellt hatte. Nur eines von drei Schiffen war schwerbeschädigt zurückgekommen.
 
Gaspar entging Soys nachdenklicher Blick nicht und unbewusst musste er schmunzeln als er bemerkte, wie sich Skippers Kopf unter ihre Hand schob. Gedankenverloren streichelte seine EO dem Rüden den Kopf, bis sie sich dieser Geste Gewahr wurde und die Hand wegzog. Die Perserin, die auf dem Sportcourt und verbal jeden Kampf suchte, war was reale Kämpfe anging ziemlich pazifistisch. Ihr Credo war verbaler Schlagabtausch und dann zieh Leine. Auch wenn Soy sich den ein oder anderen Konflikt gegönnt hatte, die Fäuste zu schwingen oder Blut zu vergießen, das lag ihr nicht. Und das bekümmerte sie. Dieser ganze Krieg hatte ihr bisher arg zugesetzt. Das Elend, welches sie hier in Form von Wracks und beschädigten Schiffen zu sehen bekam, machte ihre Stimmung nicht besser. 
 
Das Shuttle glitt an zwei Schiffen der Defiant-Klasse vorbei, die sich gerade in der Endkontrolle befanden. Beide Schiffe zeigten Spuren provisorischer Ausbesserung der Hüllenpanzerung. Anscheinend hatten sie nur eine kurze Liegezeit gehabt und sollten zurück in den Einsatz. Niemand, so schien es, hatte die Zeit gefunden oder genommen um die rußigen Spuren um die Flicken herum von der Hülle zu entfernen.
 
Die beiden Kampfschiffe wirkten winzig gegenüber den großen Schiffen in dieser Werft, aber jeder der hier anwesenden Offiziere und Unteroffiziere, wusste, dass sie nicht nur einstecken, sondern auch enorm austeilen konnten. Umso wichtiger, dass sie zurück an die Front kamen. Insbesondere im Eskort Dienst waren sie unentbehrlich. 
 
Das Shuttle flog nun eine etwas längere Kurve durch einen leeren Teil der Werft. "Wir halten den Teil hier für ein größeres Schiff frei," kommentierte Panalek. "Im Carraya-System soll es heiß hergegangen sein."
 
Thomas Reynolds grummelte etwas unverständliches und streichelte weiter Skipper, damit dieser nicht wieder anfing am Fenster des Shuttle hochzuspringen. 
 
Hinter der Kurve konnte man die Umrisse einer Akira-Klasse erkennen. Gespannt reckte Gaspar seinen Kopf nach vorne. Ein schneller Blick zu Pan half leider nicht. Der Andorianer hatte jedes der Schiffe mit einigen sehr liebevollen Blicken beschämt. Das Schiff lag achternseitig zu Ihnen, so das der Blick auf den Namen verwehrt blieb. Es sah fantastisch aus. Hätten sie das Schiff nicht hier sondern "in freier Wildbahn" getroffen wäre sofort der Eindruck entstanden es handelte sich hier um ein Jungfernflug! 
 
"Was für ein Prachtstück!", entfuhr es Gaspar, während er einem natürlichen Impuls folgend Soy die Hand auf die Schulter legte. Die kleine Perserin sah zu ihm auf. Sie kannte das Gefühl nur zu gut. Doch diesmal war es anders: Das war ihr Schiff- nicht eins, auf dem sie dienten. Das Shuttle machte eine langsame Kurve um das Schiff. Jedes Detail funkelte Ihnen entgegen:
3 Millionen und 55 Tausend metrische Tonnen Anmut ummantelt in einer Hülle aus Duranium-Tritanium-Legierung. Kritische Komponenten waren zusätzlich mit einer mit speziellen Mikrofasern durchwebten ablativen Armierung versehen. Die Reihen sechseckiger Rettungskapseln, die sich über die gesamte Länge der Untertassensektion ziehende Phaserbank, die charakteristischen Erhebungen in der Hülle und diverse Equipmentbuchten warfen kleine Schatten auf den Mix aus grau und silber-grau. Nur einige wenige Fenster waren erleuchtet und die Impuls- und Warptriebwerke waren dunkel und matt. Eine Workbee löste sich von dem Aufbau zwischen den Warpgondeln und schwebte dicht über der Hülle in Richtung Dock.
 
"Wahrlich ein schönes Schiff..", musste die Perserin zugeben. 
 
Auch Pan war von blitzeblanken Schiff hingerissen. Allerdings drehte er trotzdem etwas verwirrt den Kopf und musterte Gaspar. "Oh das?.. das ist die USS Sangeo. Was ein schönes Maschinchen oder? Hachhh.. Ganz neu reinbekommen, die erste Inspektion nach dem Jungernflug. Darum mach ich den Job hier.", erklärte er begeistert während die Mienen von Gaspar und Soraya etwas eingefroren waren. Das war also nicht ihr Schiff. 
 
"Ehm ja. Wirklich schön.", murmelte Gaspar während er seine Augen zum nächsten Dock bewegte. Schnell war seine Laune wieder obenauf. Eine Akira! Die musste es sein! Auch auf Sorayas Lippen stellte sich schnell ein Lächeln ein. So viele Akira konnten unmöglich gleichzeitig hier liegen. 
 
Gaspar vergaß die Situation. Sein ganzes Interesse galt nun dem neuen Boot direkt vor Ihnen! Immerhin flogen sie auf dieses Exemplar frontal zu und auch hier konnte man sofort erkennen, dass das Schiff sehr neu war. Vielleicht nicht ganz so neu wie das Erste, aber auch hier erkannte man keinerlei Gebrauchsspuren. Pan reagierte mal wieder nicht und auch Soraya schien abzuwarten. Gaspar schaute so intensiv in Richtung des Namentags das ihm schnell die Augen weh taten. Gleich hatte er freie Sicht.. gleich.. gleich..
 
DA! In großen Lettern stand da G...A...L...A.....
 
"Schau dir das an! Was für ein heißes Baby! Junge Junge du hast es aber auch spannend gemacht!", rief Gaspar auf während ihm ein Stein vom Herzen fiel. Er klopfte Pan lachend auf die Schulter. Der alte Geheimniskrämer! Ihr Anflug war so schön wie im Holodeckroman! 
 
Soy schüttelte kaum merklich den Kopf aber Gaspar war nicht zu bremsen. 
 
"Der Technikbericht hat sich deutlich negativer gelesen als ich hier den Eindruck hab. Das habt ihr aber wirklich fein hinbekommen!", schwärmte der Kanadier ohne auf die Gesten seiner neuen ersten Offizierin einzugehen. Er kam gar nicht mehr aus der Lobrede heraus. Soy dagegen machte weiterhin die Totmann-Geste.
 
"Ein wirklich wirklich schickes Schiff die USS Gala....mary...", Gabe brach ab. 
 
"Galamary II.", kam es trocken von Thomas, während der Schriftzug des Raumschiffs in großen Lettern direkt vor ihnen prangte. Soy schaute verschämt weg. Ihr Captain hatte ihre stummen Gesten nicht bemerkt. Selbst der Hund schien zu Boden zu sehen oder fand gerade eine Staubfluse interessanter, die dem Luftstrom der Umweltkontrolle folgte. 
 
"Machst du das mit Absicht?", wollte Gaspar mit unterdrückter Empörung in der Stimme von Pan wissen, der nach wie vor ungerührt die Schiffe begaffte. 
 
"Was denn?", fragte der Andorianer zurück, er schien sich keiner Schuld bewusst zu sein, es wirkte eher so als erwache er aus einem tiefen Traum. Es schien als wären seine Hände in einen instinktiven Automatismus verfallen, der es ihm ermöglichte ihr Shuttle ohne Blick auf die Kontrollen zu steuern.
 
"Ach vergiss es, zeig uns endlich unser Schiff.", murmelte Gaspar tonlos und verließ das frontseitige Panoramafenster, um sich auf einen der Begleitstühle zu werfen. Soraya musste sich sehr zusammenreißen, um nicht laut zu lachen bis sie bemerkte, dass Thomas ebenfalls in sich hinein grinste. Schnell wurde sie wieder ernst. 
 
"Wie viele Akira-Klassen liegen denn hier?", wollte sie von Pan wissen, während ihr Shuttle gemächlich die USS Galamary II passierte. 
 
"Dreieinhalb.", gab Pan knapp von sich. Er deutete auf den Umriss eines weiteren Schiffs.
 
Soraya drückte bei der trockenen Betonung des Wort-Teiles 'einhalb' die Arme nach unten und die Hände in Fäuste, erinnerte sie dies doch nur schmerzlich an die Tatsache, warum so viele Schiffe hier waren. 
 
Währenddessen kam das Raumschiff ins nähere Sichtfeld. Eine weitere Akira Klasse. In einer weit gezogenen C- Kurve glitt das Shuttle langsam und majestätisch darauf zu, sodass der Rumpf im Profil vor ihnen lag. Der oberhalb liegende Modulaufsatz sah größer als gewohnt und neuer als der Rest des Schiffs aus. An den Rändern und an der vorderen Untertassensektion wies dieses Exemplar deutliche Gebrauchspuren auf. Unterhalb des Phaserbankstreifens war die Außenhülle an vielen Stellen geschwärzt. Stille Zeugen eines regen Einsatzes. Aber auch die Gegner der ehemaligen Crew hatten einige Treffer landen können. Direkt auf der shuttelseitigen Warpgondel zierte eine größeres Loch die Außenschicht, die Integrität war davon aber wohl nicht betroffen. 
 
Gaspar rappelte sich auf. Mit hängenden Schultern schritt er zum Panormamafenster zurück. 
 
"Das ist sie, oder?"
 
Pan drehte seinen Kopf und fing den Blick des Captains auf. Er nickte stumm. 
 
"Das Modul sieht beeindruckend aus.", sagte Soraya. Ihr war anzumerken das Gaspar ihr Leid tat. 
 
"Oh das ist es auch! Ich hab selten einen solch komplexen Kommunikationsaufbau gesehen!", schwärmte Pan sofort los. Seine Augen leuchteten unwillkürlich. 
 
"Wir haben es geschafft die Übertragungsgeschwindigkeit für Subraumkommunikation durch direkte Energieinfusionen des Mikrofusionsreaktors in die Subraumantennen um den Warpfaktor 0,00005 zu erhöhen. So schnell hat noch niemand jemanden angerufen. Das Modul ist in der Lage in einer Notsituation für mehrere Tage unabhängig vom Rest des Schiffes zu funktionieren. Wenn ich an den richtigen Stellen der Verbindungsstutzen Sprengstoff anbringe, können wir das Teil sogar absprengen. Allerdings würde ich das nicht empfehlen. Es ist sozusagen eine.. 1-Mal-Option. Danach kann man den Rest des Schiffes nur noch wegwerfen." Bei dem Gedanken daran, einen Teil des Schiffes vom Rest ab zu sprengen glitzerten die Augen des Andorianers ein wenig und seine Antennen zuckten.
 
"Das Modul hat eigene Transporterräume, eine Kombüse, genügend Quartiere für eine ganze Armee an Beratern für unsere Gäste, die Umweltkontrollen können detailgetreu auf die Bedürfnisse der Gäste angepasst werden und das, was sie Oval Office nennen, verfügt über ein ausgeklügeltes holografisches System dass mit höchster Auflösung bei minimaler Energieaufwendung vom einfachen Hocker, über eine Raum- oder Landkarte bis hin zu spezifischer geografischer Umgestaltung des Raumes so ziemlich alles darstellen kann."
 
"Und was hilft uns dieser Kommunikationsaufbau wenn die Klingonen uns den Arsch verhauen? Dann können wir zumindest am schnellsten nach Hilfe rufen oder wie?" kam es liebenswürdig wie immer von Soy, die in ihre alte Form zurückfand. Sie relativierte ihre zu Beginn scharfen Worte aber. "Mir gefällt es, weil es anders und nicht perfekt ist." //Und es eine zweite Chance und ein zweites Leben bekommt//, dachte sie weiter. //Fast wie du selbst.//
 
Thomas Reynolds blieb stumm. Er kraulte weiterhin Skippers Kopf und Ohren. Ihm war nicht anzumerken, was er dachte. Soy nahm sich vor nie mit dem Marine Poker zu spielen.  
 
Gaspar antwortete nicht und hielt sich stumm an der Kante des Fensters fest.
 
"Soweit wird es nicht kommen.", erklang die Stimme des Andorianers. Panalek hatte sich umgedreht und Soraya ins Visier genommen. Seine Miene war sehr ernst.
 
"Es macht vielleicht von außen noch nicht viel her, aber wie ich schon sagte: Das Modul ist in dieser Form einzigartig. Man kann in seinem Inneren mit jedem erdenklichen Punkt des Quadranten verbunden werden, allerhöchster Sicherheitsstufe. Fürsten, Diplomaten und natürlich auch Flottenkommandeure können von dort ihre Armeen befehligen. Eine mobiles Lagezentrum für ganze Bataillone. Sie haben recht, die puren Ressourcen reichen vielleicht nicht für ein langes Feuergefecht, aber dieses Schiff verfügt über alle Optionen um einen solchen Konflikt vorher beizulegen."
 
Gaspars Kopf hob sich während er der Rede seines neuen CINGs lauschte. Ein leises Lächeln umspielte seine Mundwinkel während der Andorianer mit in angestrengter Zurückhaltung in Falten gelegter Nase und Stirn die Hand aus dem Schnupperbereich des Hundes zog.
 
"Sobald wir die Evakuierung im Carraya System erledigt haben wird das Schiff auf Utheron bei Thekla IV seine finale Instandsetzung erhalten. Dann wird Sie vorzeigbarer aussehen.", sagte Gabe mit etwas sicherer Stimme. Ihm waren die Details des Captainbriefing eingefallen. Immerhin ging er nicht ganz als Esel aus der Situation. Es war ansteckend mit welcher Überzeugung Pan für das Schiff eintrat. Der Enthusiasmus des Andorianers war immer auch ein guter Motivator gewesen, auch in ihrer gemeinsamen Zeit an der Akademie. 
 
Während alle Insassen ihren Gedanken nachhingen näherte sich das Shuttle dem Ausgangsspalt des Konstrukts. Der Rundflug war vorbei. Morgen früh würde es losgehen. Endlich.
 
</RPG>
 
<SUM>
Ort: Frontline-Shipyard, Japori System
Zeit: MD 2.2118

Wie vereinbart werden Gaspar und Soraya auf ihrer ersten Reise zu "ihrem" neuen Schiff von Thomas und Panalek begleitet. Unterdessen kommt es immer wieder zu Missverständnissen, da die Galavant nicht die einzige Akira Klasse in der Frontline-Shipyard ist.

</SUM>
 
Submitted by
 
Lt.(jg) Panalek
CING USS Odyssey
Aka 
Fynn
 
LtCmdr. Soraya Alizadeh
EO USS Odyssey
Aka
Linda
 
Cmdr. Gaspar Toussaint
CO USS Odyssey
Aka
Mo Bishop
 


The Odyssey Era - Teil 1: Abendgedanken

Ratana Tiru
 

Liebe Spieler*Innen,


mit diesem und weiteren Postings leiten wir den Übergang vom alten zum neuen Schiff ein. 

An diesem ersten Teil haben Mo, Sascha und ich mitgeschrieben. Vielen Dank für das Tripo. 

Im zweiten Teil werdet ihr mehr über das neue Schiff erfahren. Seid auch darauf gespannt. Hier gilt unser Dank vor allen Fynn, der sich mit den neuen Spezifikationen viel Arbeit gemacht hat. 

Wir freuen uns auf die neuen Abenteuer! 


Liebe Grüße, 

Ratty



<<<<<TEIL 1>>>>>>>


Ort: USS Aktune, Quartier Gaspar Toussaint
Zeit: MD 2.0203

<QUOTE>
Träge öffnete er die Tür und nahm etwas großes Braungraues war, was an ihm vorbei ins Quartier schoss, die Nase am Boden. Skipper, ganz in seinem Element, machte sich auf die Jagd nach  versteckten Klingonen, tellaritischen Schmugglern, cardassianischen Sprengfallen, orionischen Drogen und Nahrungsresten. 
 
"Sir, verzeihen Sie die späte... frühe Störung. Ich habe gerade eine Nachricht erhalten die mich in eine Lage versetzt... Ihr Angebot auf die Galavant zu kommen anzunehmen, Sir! " Das Gesicht von Thomas Reynolds war so ernst und entschlossen, dass Gabe die Uhrzeit ignorierte. 
</QUOTE>

"Ich.. verstehe Sergeant Reynolds. Ich weiß ihren Eifer sehr zu schätzen, aber sind Sie sicher,dass diese Information nicht bis morgen Zeit gehabt hätte?", fragte Gaspar ein wenig verschlafen. Normalerweise hatte er auch mit späten Statusberichten kein Problem, aber heute war vermutlich einer der letzten Tage wo er nochmal am Stück länger schlafen konnte.

Hinter ihm klirrte es. Die Tischlampe in diesem kühlen, zeitlosen Design, das Gaspar so unendlich hässlich fand, war am Boden zerborsten. Daneben stand der Hund des Gunnys und wedelte unschuldig mit dem Schwanz. Thomas stürzte sofort los. 

"Sir, der Schaden tut mir Leid! Normalerweise .." Thomas konnte sich in diesem Moment nicht erklären, warum Skipper so hyperaktiv war. Anscheinend hatte er ihn an diesem Tag nicht genug ausgelastet.

"Alles gut, nichts passiert. Kein persönlicher Gegenstand oder so. Wie heißt der Hund eigentlich?", gab Gaspar zur Antwort. Er war hinter Thomas her gegangen und beugte sich vorsichtig dem Hund entgegen, der ihn skeptisch beäugte.

"Skipper, Sir.", sagte Thomas wahrheitsgemäß. Bei seinem Namen, sah der Hund kurz zu Thomas, fixierte aber recht schnell wieder Gaspar mit seinen großen, braunen Augen.

"Ja?"

"Skipper - Sir!", sagte Thomas mit Nachdruck. Wieder bedankte sich Skipper mit einem Blick zu seinem Herrchen. Doch, da auch diesmal keine Reaktion folgte, fixierte er recht schnell wiederden CO mit seinem Blick.

"Sie können entspannt stehen Reynolds. Ich meine den Namen des Hundes.. Wie heißt er?", fragte Gaspar, mitterweile etwas ratlos.

"...Der Hund heißt _Skipper_...Sir!", sagte Thomas in halber Geschwindigkeit, während er sich ein Lachen mit aller Macht verkneifen musste. //Offiziere...wie immer schwer von Begriff//, lachte er innerlich.  

Bei Gaspar fiel der Groschen und er lachte laut auf während er andächtig die Ohren des Hundes namens Skipper kraulte. Auch Thomas gestattete sich ein Lachen, er war froh den angespannten Moment überwunden zu haben.

Skipper schnaufte entspannt und hatte sich neben Gaspar auf die angewinkelten Hinterbeine gesetzt. Stolz erhobenen Hauptes ließ der Deutsch Kurzhaar sich hinter den langen Schlappohren kraulen. "Was kann ich für Sie tun Master Gunnery Sergeant, dass Sie mich jetzt aufsuchen, um mir zu sagen, dass Sie mein Angebot annehmen." 

"Nun Sir," Thomas wurde bewusst wie sehr er sich hatte von Gefühlen leiten lassen. Das war dumm gewesen. Wenn Toussaint ihn schellten würde, dann mit Recht. 

"Nun Sir," Thomas wiederholte sich und man konnte dem gestandenen Special Force SoldatenundAusbilder ansehen, dass es ihm nicht leicht fiel. "Meine Kinder und meine Lebensgefährtin sind auf der Odyssey." Damit war alles gesagt. 

Gaspar hielt inne, was Skipper dazu veranlasste den Kopf zu drehen. Der Mensch sollte weiter machen! 

"Das wusste ich nicht Sergeant.", sagte Gaspar wahrheitsgemäß. Er fuhr mit den Liebkosungen für Skipper fort. "Ich verstehe."

Der Kanadier hatte keine Ahnung wie er auf diese Offenbarung eingehen sollte. Auf der einen Seite war dies offensichtlich der Grund warum sich Reynolds ihrem Kommando anschloss. Aber bedeutete dies im Umkehrschluss nicht, dass der Sergeant nach ihrer Evakuierungsmission im Carraya System die Biege machen würde? Oder wollte er ihm genau das sogar sagen?

"Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass ihre Sicherheit Ihnen am Herzen liegt. Wie ist es dazu gekommen? Soweit ich weiß, war die Odyssey nicht gerade in friedlicher Mission unterwegs, also kein Ort für Zivilisten wenn Sie verstehen."

"Oh, meine Frau ist keine Zivilistin", korregierte Thomas rasch. "Meine Frau Samantha," er setzte nochmals neu an, "Sergeant Samantha Fox ist Sanitäterin des Starfleet Marine Corps Sir und hat in der Special Force der USS Achilles gedient. Diese Special Force wurde später auf die USS Odyssey versetzt, allerdings ging Sam mit mir nach Camp Shran und bildete dort Sanitäter aus, Sir. Sie ist eine der Besten, das kann ich Ihnen versichern." 

Thomas überlegte kurz, wie offen er sein konnte, checkte aber relativ schnell, dass Toussaint die Wahrheit hören wollte. "Bei Beginn des Krieges habe ich mich freiwillig gemeldet. Ich
habe das als meine Pflicht angesehen. Samantha hatte eine Stelle in einem Veteranenheim auf der anderen Seite des Quadranten sicher. Ich wollte sie und vor allem die Kinder so weit vom Krieg weghaben, wie ich nur konnte. Aber, es kam anders. Es gab wohl eine Vorzugsanforderung der Odyssey Special Force und so ist sie mit den Kindern auf der Odyssey gelandet, Sir."

"Ich verstehe", wiederholte sich der designierte Captain und kniff grüblerisch die Augen zusammen. 

"Sie verstehen vielleicht, dass mir wichtig ist eine gewisse Bindung zu meiner Crew aufzubauen. Um ganz offen zu sein, ich kann es mir nicht leisten einen Unteroffizier mit ihren Qualitäten nach fünf Tagen wieder zu verlieren Gunny, sobald wir die Evakuierung der Odyssey erfolgreich erledigt haben."

Während Gaspar sprach, hatte Thomas den Kopf gesenkt. Er hatte sich vor seinem Vorgesetzten angreifbar gemacht, eine Tatsache die er bereits fast bereute. 

"Diese Tatsache bin ich mir sehr bewusst Sir, sehr bewusst. Ich werde Sie nicht enttäuschen.", nuschelte Thomas leise, auch wenn er jedes seiner Worte genauso meinte. "Sir, ich nehme Ihr Angebot an. Ohne wenn und aber, Sir!"

Erst jetzt ging bei Gaspar ein Licht auf. Der Unteroffizier hatte ihm dies nicht erzählt, um seine Entscheidung zu erklären, nein! Hier stand ein verzweifelter Familienvater, der sich vielleicht ein wenig unbeholfen, versuchte seinem Chef zu öffnen! Sein Blick wurde automatisch weicher und er ließ von Skipper ab. Der Hund belferte kurz in Gaspars Richtung, bevor er mit einem schnellen Trab wieder auf sein Herrchen zugelaufen kam und sich genüsslich an dessen rechtem Bein rieb. Weiße und braune Haare blieben an der Uniformhose kleben. 

"Daran zweifel ich auch nicht Mister Reynolds. Machen sie sich bitte keine Gedanken, wir werden ihre Familie in spätestens 48 Stunden eingesammelt haben.", beschwichtigte der Kanadier sanft. 

Thomas nickte stumm auch wenn seine Augen fragten 'Sind sie sicher?' Der Marine senkte seinen Kopf und tätschelte Skippers Hals und Kopf, während der Hund Geräusche des Wohlbehagens von sich gab.

"Außerdem wäre es mir lieber wenn sie mich außerhalb des Dienstes Gaspar nennen. Die wenige freie Zeit die uns so bleibt sollte man nicht mit Nebensächlichkeiten verschwenden sondern mit sinnvollen Dingen. Eishockey zum Beispiel. Kennen sie das?"

"Sir, ich komme aus Alaska," wurde Thomas ganz ernst. "Die einzigen Wettkämpfe, bei denen ich mich gerne länger mit Kufen beschäftige, sind Hundeschlittenrennen." Er setzte grinsend nach. "Timber Sports liegen mir auch ganz gut...Aber ich könnte vielleicht bei der ein oder anderen Gelegenheit es nochmal mit Schlittschuhen versuchen." 

Gaspar schenkte ihm ein aufrichtiges Lächeln. "Aber nur wenn sie auf dem Eis das 'Sir' weg lassen."



Ort: USS Aktune, Gästequartier von Lt. Cmdr. Alizadeh / Frontline-Shipyard, Japori System
Zeit: MD 2.2102

"Mhm, ich glaube, jetzt sind die Hosenbeine in der richtigen Länge," kommentierte das Mitglied der OPS-Abteilung der USS Aktune die neue Uniform, die Soraya gerade trug. "Ich gebe dann die richtigen Daten für die Replikationsmuster ein, damit Sie sich weitere Uniformen und die Gala-Uniform replizieren können."

"Dankeschön Petty Officer," kommentierte die in Uniformhose und Tanktop dastehende Perserin den wieder ungewohnten Anblick im Spiegel. Vor einigen Stunden hatte sie in Gabes Quartier ihr Offizierspatent unterzeichnet, jetzt probierte sie die neue Uniform an. Rot statt blau. Eine ungewohnte Farbe für sie. Jetzt war sie keine Wissenschaftlerin mit Kommandonebenfunktion mehr, jetzt war sie Erste Offizierin eines Schiffes. //Irgendwie scheint rot schwerer zu wiegen als blau//, dachte sie, als sie die Jacke in den Händen hielt. "Sie können wegtreten." 

Als sich die Tür des Quartiers öffnete, damit die PO heraustreten konnte, wurde ihr der Weg von Cmdr. Toussaint versperrt. Der hochgewachsene Kanadier trat zur Seite und lies die grüßende Unteroffizierin vorbei. Er nahm sich einen Moment Zeit, um Soy zu mustern. 

"Rot steht dir.", sagte Gaspar anerkennend. "Wie fühlt es sich an?"

"Merkwürdig," kommentierte Soy grübelnd seine Frage. Sie griff nach dem Pullover und streifte sich diesen über, bevor sie dies ebenfalls mit der Jacke tat und sich weiterhin kritisch im Spiegel betrachtete. "Es kommt einem viel bedeutungsschwerer vor. Ich habe so das Gefühl als laste etwas auf meinen Schultern." 

Gaspar dachte über Soys Antwort nach. Er war immer wieder davon fasziniert welche Kleinigkeiten seiner Arbeitspartnerin auffielen. Auf den ersten Blick konnte Soraya auf Fremde auch schon mal laut, bott und stürmisch wirken. Aber die Perserin beherrschte auch die leisen Töne. Und wie. 

"Wollen wir?", er deutete mit großer Geste auf den Gang. Sie waren verabredet um ihr neues Schiff in Augenschein zu nehmen. Gaspar summte leise vor sich hin. Obwohl er alle Fakten ihrer Mission im Kopf hatte war er erstaunlicherweise guter Dinge. Das hatten Momente wie diese wohl an sich. Soraya merkte, während sie versuchte mit dem Tempo des Kanadiers Schritt zu halten, dass seine gute Laune auf sie abfärbte. Es beruhigte sie ein wenig zu sehen, wie wohl sich Gabe in ihrer gemeinsamen Rolle fühlte.

"Gibt es eigentlich schon neue Informationen wegen der zweiten EO Stelle?", fragte sie während die Beiden die Aktune hinter sich ließen und die Gangway zur Werft hinunter gingen. Für Gaspar nach seinem Ausflug zu Lt. Panalek bereits das zweite Mal am heutigen Tag.

"Das FKOM hat die Stelle bisher nicht ausgeschrieben, falls du das meinst.", versuchte Gaspar das Thema zu umschiffen. Sie erreichten einen der unzähligen Turbolifte. Gaspar blickte bewusst nicht in Soys Gesicht, aber er wusste eh, dass sie das Thema nicht einfach auf sich beruhen lassen würde. Und wenn er ehrlich zu sich selbst war, konnte er das auch verstehen.

"Nein, ich meine warum soll es überhaupt eine Zweiteilung der Ersten_Offizier_Stelle geben?", wollte die Frau mit den blauen Haaren wissen. Gaspar trat von einem Bein auf das andere während er die Anzeigetafel fokussierte.

"Irgendein FKOM Bullshit?", setzte sie nach.

"Irgendein FKOM Bullshit.", bestätigte Gaspar und musste gegen seinen Willen grinsen.

"Aus offizieller Quelle gibt es einen Haufen bürokratische Beweggründe, die sich bei genauerem Hinsehen aber als Scheingründe entpuppen. Die Adjutantin Tauriks hat durchblicken lassen, dasses bei Schiffen mit ähnlichem Missionsbefehl immer wieder Probleme zwischen Würdenträgern und Offizieren gab. Einige Herrschaften haben den Ersten Offizier so stark in Beschlag genommen,dass dieser seine anderen Aufgaben vernachlässigen musste und von einem Zweiten Offizier wollten die meisten nicht "bedient" werden."

Soraya richtete sich auf, ihre Augen funkelten wild. Gabe konnte sich gut vorstellen,was gerade durch ihren Kopf ging und wie Soy in solchen Situationen mit den Würdenträgern verfahren würde. Für Etikette hatte Soraya wenig übrig und ließ sich nicht von Rang und Namen beeindrucken.

Unglücklicherweise gesellten sich in diesem Moment drei weitere Offiziere, unter kurzem Nicken und Grüßen, zu ihnen. 

"Soll das heißen, dass es der Job des Ersten Offiziers ist, hauptsächlich die VIP Gäste zubetüdeln?!", sagte sie mit unterdrückter Stimme, während einer der Neuankömmlinge den Taster betätigte. Als ob sie nicht längst schon gedrückt hatten...

Gaspar grinste ein wenig überfordert Richtung der wartenden Soldaten. "Eh.. Nicht direkt.."

"Du willst mich wohl verarschen!", zischte Soy zwischen den Zähnen hindurch. 

"Noch ist nichts entschieden!", versicherte Gaspar leise. 

Der Älteste der Neuzugänge trat einen Schritt auf Soraya zu. "Entschuldigen sie Miss, belästigtSie der Mann?", er warf Gaspar einen argwöhnlischen Blick zu. 

"Glauben Sie mir," Soys Augen funkelten zu dem Neuzugang. "Ich komme sehr gut alleine klar." Die Perserin trat durch die sich zischend öffnende Tür des Turbolifts. Die Neuankömmlinge zögerten und überließen dem neuen Führungsduo den Turbolift für sich allein. Anscheinend wollten sie nicht in einen Streit hineingeraten. 

"Ich bin, glaube ich, die Person, die am wenigsten dafür geeignet ist verwöhnte Diplomatenbürschchen zufrieden zu stellen, es sei denn, du willst interstellare Kriege auslösen Gabe," grummelte Soy entrüstet vor sich hin. 

"Dessen bin ich mir durchaus bewusst, Habibti.", sagte Gaspar in lapidarem Ton und versuchte es mit einem schiefen Grinsen während er fortfuhr: "Ich denke es ergibt sich unterwegs eine Lösung. Der Vorschlag des FKOMs ist auch keine Handlungsanweisung, sondern eine Empfehlung. Notfalls finden wir sicher einen jungen Offizier, der als Zweiter Offizielle den direkten Botschaftskontakt übernimmt. Oder so."

Der Lift fideltüpte und öffnete die Türschotts. 

</rpg>


<sum>


Ort: USS Aktune, Quartier Gaspar Toussaint
Zeit: MD 2.0203


MGySgt Thomas Reynolds berichtet Commander Toussaint, dass seine Familie auf der USS Odyssey ist und er deshalb sein Angebot annehmen wird auf der Galavant zu dienen. 


Ort: USS Aktune, Gästequartier von Lt. Cmdr. Alizadeh / Frontline-Shipyard, Japori System
Zeit: MD 2.2102


Lt. Cmdr. Alizadeh bekommt ihre rote Uniform und plaudert anschließend mit Cmdr. Toussaint über das neue Schiff und die diplomatischen Aufgaben. 


</sum>


Submittey by


Cmdr. Gaspar Toussaint, Master Gunnery Sergeant Thomas J. Reynolds und Lt. Commander Soraya Alizadeh - Mo, Sascha, Ratty


To old to die young

Mac MacKenzie
 

Sollte das MD nicht passen fühlt euch frei es entsprechend anzupassen :-) 

<RPG>
 
# Zeit: MD 01.2100
# Ort: Odyssey
 
Fiona sah sich um. Das Emblem der Sicherheit prangerte groß auf dem Boden des Eingangs. Sie hatte ihr Büro geräumt, nicht das sie viel persönliches dort gehabt hätte.
Selbst in ihrem Quartier war wenig das sie hätte zusammen packen müssen. Es war schon seltsam, jetzt da sie endlich ihre Kisten alle ausgepackt und ihr Quartier eingerichtet hatte konnte sie alles wieder zusammenpacken.
Gut das war besser als wenn alles zerstört worden wäre aber dennoch war es ein merkwürdiges Gefühl.
 
Die Odyssey war zu ihrem neuen zu Hause geworden und nun musste sie das Schiff verlassen. Ihre Kisten waren bereits auf eines der Evakuierungsschiffe gebeamt worden und würden von dort vermutlich zu irgend einer Station gebracht werden um dort in einem Frachtraum so lange zu lagern bis Fiona den Kram entweder abholte, anforderte oder eben ... als Nachlass zu ihrer Familie geschickt wurde.
 
Speziell den letzten Fall wollte die Schottin wenn möglich vermeiden. Wenn die letzten Tage ihr etwas gezeigt hatten dann das sie nicht bereit war zu sterben. Nicht wenn sie es würde verhindern könnte zumindest.
 
Sie warf noch einen letzten Blick in ihr, nun leeres, Reich. Alle Mitglieder die nicht zur Notbesatzung gehörten waren evakuiert worden.
 
"Computer, schalte die Energie für den Sicherheitsbereich ab. Zugriffscode MacKenzie Alpha - Sierra - 35 - Alba gu bràth" 
 
[Code bestätigt. Energie wird abgeschaltet] bestätigte die Computerstimme und die Räumlichkeiten wurden schlagartig dunkel. Nur das Notlicht des Ganges erhellte schwach den Eingang bis Fiona auf den Gang trat und sich die Türen schlossen.
 
Mit einem seufzen machte sie sich auf den Weg zur Brücke. Ihre Hand strich zum Abschied noch einmal über die Gangwand. 
Die Türen des Turbolifts öffneten sich und Fiona lächelte Charles kurz zu. 
 
"Security gesichert und abgeschalten. Wie läuft die Evakuierung?" fragte sie ihn und er nickte leicht als Zeichen das er das Gesagte verstanden hatte. 
"Wir sind fast fertig, es fehlt nur noch die Notbesatzung." meinte er dann und diesmal nickte Fiona.
 
"Du und deine Leute, ihr geht auch." meinte sie mehr als Feststellung den als Frage. Sie wusste das Charles das nicht passte.
 
"Sobald die letzten evakuiert wurden." bestätigte er trotz seiner Bedenken. Die 'Letzten' waren in diesem Fall die Leichen der vielen Marines die zur Erde oder ihre Heimatplaneten überführt werden wollten. Darunter auch Moncour.
"Du auch?" fragte er dann und kannte die Antwort bereits.
 
"Nope, ich bleibe mit Renard bis kurz zum Ende. Die Selbstzerstörung brauch 3 Offiziere. Ich bin quasi Nummer 4 falls einer der anderen nicht kann. Außerdem muss ja jemand drauf achten das wirklich alle dann das Schiff auch wirklich verlassen." erklärte sie dann und Charles schwieg einige Sekunden.
 
"Du denkst wirklich das es soweit kommen wird?" fragte er dann und nun war es an Fiona zu schweigen. Sie hatten die Situation in den letzten Stunden aus allen möglichen und unmöglichen Richtungen betrachtet.
 
"Aye. Die Ody bräuchte eine Werft und übersteht keinen Kampf mit den Klingonen. So haben wir zumindest die Chance das Tor auf dem Planeten zu zerstören. Die Pflanzen und Haie sind informiert und ziehen sich tief ins Erdinnere bzw tief in den Ozean runter bis alles vorbei ist." erklärte sie fest. Ihr wäre eine andere Lösung auch lieber gewesen. 
 
"Ich hoffe nur es geht nichts schief." murmelte Charles dem bei der Sache mehr als mulmig zumute war.
 
"Ich auch." murmelte Fiona. "Sei versichert das ich notfalls alle per Notfalltransport in eine Rettungskapsel beame." brummte sie dann missmutig und Charles lächelte kurz.
 
"Solang du dich selber nicht vergisst." 
 
Fiona gab ein schottischen hmpf von sich und knuffte Charles in die Seite.
 
"Keine Sorge. I'm too old to die young." zwinkerte sie ihm zu und betrat schließlich nach dem öffnen der Lifttüren die halbdunkle Brücke auf der im Gegensatz zum Rest des Schiffs geschäftiges Treiben herrschte.
 
< nrpg: So die Vorbereitungen wären getroffen ich geb den Ball damit ab an wer immer das Schiff in die ewigen Jagdgründe schicken will > 
 
</RPG>
 
<SUM>
 
# Zeit: MD 01.2100
# Ort: Odyssey
Fiona nimmt Abschied von der Odyssey und hält noch etwas Smalltalk mit Charles vor dem großen BOMM
 
</SUM>


Donnerkomplex 2 / Verbale Backpfeifen

Fynn Ansome
 

<nrpg>
Moin!
Hier folgt Donnerkomplex Teil 2.
Der Inhalt dieses RPs ist komplett irrelevant für die derzeitigen Handlungsstränge und spielt ausschließlich in der Vergangenheit von Gaspar und Panalek.

Viel Spaß.
</nrpg>

<rpg>
 
Ort: "Donnerkomplex", Ganymed
Zeit: 22.11.2398 23:15
 
Falls es aufgrund der Gerüchte und der Geschichten der Kadetten aus höheren Jahrgängen nicht schon deutlich genug gewesen war, nun war es sicher. Ganymed war ein Höllenloch und Drillsergeant Qiu der diabolus incarnatus. "Móguǐ", in der Muttersprache des Sergeants.
 
Ayla war sich dessen sicher, sie hatte in einer ruhigen Minute (von denen es nicht viele gegeben hatte) an einem Terminal in der linguistischen Datenbank recherchiert.
 
Als die Türen der Schleuse sich hinter den letzten Nachzüglern der Gruppe schloss und sie sich alle aus den Raumanzügen gepellt hatten, ging eine Art Welle durch das Team. Sie alle standen an die Wände des engen Ganges gelehnt und sahen fix-und-alle aus. Einige atmeten tief ein und seufzten sich anschließend ihre gequälten Kadettenseelen aus dem Leib. Der Koreaner Hoshi zog die Nase hoch und wischte sich mit dem Uniformärmel über die Augen. Legosh klopfte ihm auf die Schulter. Für einen Moment verweilten sie alle in ihrer gemeinsamen Erschöpfung. 
 
Eyut und Mokush waren die ersten die sich einen Blick zuwarfen und sich dann in Richtung ihres Quartiers aufmachten. Der Rest der Gruppe folgte ihnen und verschwand nach und nach in den Zimmern bis Gaspar und Panalek als einzige noch auf dem Flur waren. Auch sie hatten sich auf den Weg gemacht, jedoch lag ihr Quartier am letzten Ende des langgezogenen Ganges. Gaspar lief einige Meter hinter dem Andorianer - sie waren sich noch weniger Grün als schon zu Beginn des Rapports vor 11 Stunden.
 
Von der ersten Aufgabe an war es ein Kopf-an-Kopf zwischen dem Kanadier und dem Andorianer gewesen. Sie waren beide intelligent, motiviert, engagiert und von ihren Fähigkeiten überzeugt. Und es war Panaleks konstantes, arrogantes Gehabe gewesen, dass bei Gabe dazu geführt hatte, dass dieser sich genötigt sah sich zu beweisen. Da dies seinem eigentlichen Wesen widersprach, fuchste es ihn um so mehr.
 
Allerdings, und das konnte er sich eingestehen, war es ihm gelungen den Gleichstand aufrecht zu erhalten. Panalek war vielleicht ein brillanter Ingenieur mit einer gewissen Erfahrung im Flottendienst die den anderen fehlte, doch Gaspar war ein geborener Anführer, Motivator und darüber hinaus empathisch veranlagt.
 
"Ich hätte es deiner Art nicht zugetraut aber Qiu hat ein Trainingsprogramm zusammengestellt, das fast an andorianische Flottenstandards reicht.", erklärte Pan spitz als sich die Tür zu dem kleinen Quartier nach Gaspars eintreten geschlossen hatte.
 
"Meiner Art?", fragte der Kanadier säuerlich und defensiv. Und müde.
 
Selbstverständlich war das nur ein weiterer Seitenhieb denn Pan, der darüber hinaus auch schon um einiges älter als seine Mitkadetten war, sah ebenfalls müde und geschafft aus.
 
"Ich empfehle die Biografie von General Thy'lek Shran zu lesen. Er hatte eine sehr einzigartige Sicht auf.. Pinkhäuter."
 
Ein süffisantes Grinsen umspielte Panaleks Lippen, dass jedoch schnell verschwand als Gaspar sich plötzlich erhob und mit seiner Nasenspitze fast die seine berührte.
 
"Hör mir zu, Panalek.", begann Gaspar und spuckte den Namen des Ingenieurs beinahe aus. "Seit wir in dieses Shuttle gestiegen sind...". Er brach ab. Atmete durch, fing erneut an. "Ich kann damit umgehen, wie du auf unsere Kommilitonen und mich herabschaust. Mit der Arroganz die du an den Tag legst. Was ich nicht hinnehmen werde - und das sage ich nur dieses eine Mal - ist Rassismus. Mal abgesehen von der Tatsache dass ich hier niemand andere gesehen habe der...", dann brach er erneut ab.
 
"Ich werde nicht tollerieren, dass du oder jemand anderes in meiner Anwesenheit diese Grenze übertritt."
 
Der stechende, von Inbrunst und Überzeugung starre Blick seiner graublauen Augen sondierte das Gesicht des Andorianers noch einige Augenblicke auf der Suche nach einer Reaktion, dann wendete er sich ab, kniete sich auf seine Pritsche um den Weg zwischen Kojen und Schränken frei zu geben und kramte in seiner Tasche.
 
Während er nach einem Shirt und einer leichten Hose zum Schlafen suchte wurde er sich der Anspannung in seinem Körper bewusst. Seine Hände zitterten sogar ein wenig. Und seine gesamte Aufmerksamkeit war noch immer auf Panalek gerichtet, in der Erwartung einer weiteren Spitze, die das Fass möglicherweise zum überlaufen gebracht hätte. Doch er konnte hören wie sein Mitbewohner etwas im Schrank tat, etwas auf den Tisch legte und dann in die obere Pritsche kletterte. Erst als ein leichtes, leises Röcheln von oben herunterklang, beruhigte er sich langsam. Es würde lange dauern bis er endlich einschlafen konnte - doch Panalek würde die aufgezeigte Grenze bis zu seinem Tode niemals überschreiten.
 
 
Ort: "Donnerkomplex", Ganymed
Zeit: 26.11.2398 10:22
 
(**4 Tage später**)
 
"Herzlichen Glückwunsch, Sie alle sind tot und haben auch noch die Leben von 72 Millionen Gelarianiten auf dem Gewissen."
 
Sergeant Qiu hatte die Brücke der 'U.S.S. Barish' betreten, nachdem diese von einem Asteroiden der Größe Madagaskars getroffen und in Stücke gerissen worden war. Über das große Loche in der Kuppel der Brücke war zu sehen, wie Brocken des Asteroiden auf dem Planeten unter ihnen aufschlugen und die Atmosphäre entzündeten.
 
"Computer, Simulation beenden.", befahl der Asiate und wartete einen Moment, bis sich die Umgebung aufgelöst hatte und die Kadetten sich in einem schwarz-gefließten Raum mit gelbem Gittermuster wiederfanden. Altmodisch aber zuverlässig.
 
In den letzten Tagen seit Ihrer Ankunft auf Ganymed waren die Kadetten darauf gedrillt worden, bestimmten Schemas und Prozessen zu folgen. In diesem Falle kamen sie alle reflexartig in einem Halbkreis um den Sergeant herum zusammen, strammstehend.
 
"Fehleranalyse.", forderte Qiu und sah die erste Person links von sich an.
 
Traraer, der an der wissenschaftichen Station gesessen hatte, zuckte zusammen und trat eine Fußlänge nach vorn.
 
"Die Analyse des Asterrrroiden wieß auf einen Birrrylit-Durrranit Kerrrn hin. Der Corrrpus wieß grrroße Bestandteile von Arrrgon, Sauerrrrstoff und Wasserrrstoff auf. Eine Enerrrrgieumleitung auf die Sensorrren hätte für eine höherrre Auflösung gesorrrgt. Auf diese Weise hätte ich schnellerrr fürrr eine genauerrre Analyse sorrrgen können."
 
"Ihre Station war unterversorgt und es gab nichts, was Sie hätten tun können. Aha.", erwiderte Qiu trocken.
 
Dann trat der Caitianer zurück, den langen Schweif zwischen die Beine geklemmt. Links von ihm stand Mokush, der nun seinerseits einen Schritt nach vorne machte.
 
"Die Menge an Anforderungen an die OPS Station war überwältigend. Vom gesamten Schiff kamen Ersuche und Nachfragen und ich habe versucht, eine Balance zwischen dem Schiff und der Brücke zu finden. In Zukunft werde ich besser priorisieren und gegebenenfalls das Operations Team um Unterstützung bitten.", erklärte der Denobulaner und trat ebenfalls einen Schritt zurück.
 
"Ich höre Mimimi und dass Sie überfordert waren und um Hilfe bitten werden. Wie werden Sie mit Ablehnungen Ihrer Bitten umgehen?"
 
Mokush öffnete den Mund um zu antworten doch Qiu winkte ab.
 
Ayla: "Die Situation auf der Krankenstation war unter Kontrolle, Sir. Ich war mit Kadett Legosh dabei die Evakuierung zu koordinieren."
 
Qiu: "Gute Arbeit. Kein einziger Gelarianit hat Ihre Koordinierungsversuche überlebt."
 
Legosh: "Wir hätten schneller evakuieren können, wenn.. wenn wir schnellere Ressourcenfreigabe gehabt hätten. Wir mussten ewig auf die Shuttlezuweisungen warten."
 
Qiu: "Kadett Mokush hat Ihnen den Tag versaut, wie bedauerlich."
 
Crade: "Ich habe keine Erklärung dafür, warum der Asteroid erst so spät auf unseren Sensoren erschienen ist. Die Diagnostik der Langstreckensensoren war erfolgreich abgeschlossen und.. alles war im grünen Bereich."
 
Qiu: "590 tausend Kubikkilometer Gestein fliegen unerkannt auf Sie zu und Sie finden alles im grünen Bereich, so so."
 
Hoshi: "Ich ..."
 
Qiu: "Zurück in die Reihe, 'Captain'. Wir unterhalten uns noch."
 
Gaspar: "Sir, die Crew hat die Befehle des Captains nach bestem Wissen und Gewissen ausgeführt. Die Situation hat sich zu schnell zu unvorhersehbar entwickelt und der Mangel an Erfahrung hat dafür gesorgt dass..."
 
Qiu: "Das Universum ist unfair. Vielleicht kehren Sie lieber auf die Erde zurück und belegen einen Kurs in Literatur und Philosophie?"
 
Eyut: "Ich werde in Zukunft besser auf die Befehle des Captain und der OPS hören."
 
Qiu: "Während Sie krampfhaft versucht haben eine Gesteinsprobe vom Asteroiden zu beamen haben Ihre Kameraden gelitten, Mister. Kadett Mokush, hier ist eine Ressource für Sie. Vielleicht wollen Sie ihn 'bitten' das nächste Mal Ihren Anweisungen folge zu leisten?"
 
O'ool: "Nachdem uns die ersten Vorboten des Asteroiden getroffen haben und die Phaser ausgefallen sind habe ich mich zu sehr darauf fokussiert, die Systeme wieder in Gang zu setzen. Ich werde das in Zukunft der Technik überlassen und mich auf funktionierende Systeme fokussieren."
 
Qiu: "Gut, gut."
 
Kit: "Die interne Sicherheit des Schiffes war zu keinem Zeitpunkt kompromitiert, Sir."
 
Qiu: "Denn Tote stellen keine Gefahr dar. Vielleicht bewegen Sie das nächste Mal Ihren Arsch und unterstützen Ihre Teamkollegen, statt in einer leeren Arrestzelle Däumchen zu drehen!"
 
Ellel: "Ich.. bin schon sehr früh in der Simulation gestorben."
 
Qiu: "Woran?"
 
Ellel: "Die Treffer des Astero.."
 
Qiu: "Woran?"
 
Ellel: "Ich.. ich habe vergessen den Torpedo den ich für Kadett O'ool programmieren sollte zu... zu sichern bevor ich... mit den Modifikationen begonnen habe."
 
Qiu: "Großartig. Sich selbst zu sprengen ist eine effektive Methode, sich aus allen Affären zu ziehen. Merken Sie sich das, Kadetten."
 
Panalek: "Die Simulation ist minderwertig."
 
Qiu stutzte erst, dann sah man recht deutlich wie sich seine Kiefermuskulatur anspannte und seine Stirn sich in herausfordernde Falten legte.
 
"Bitte, Herr Panalek. Lassen Sie uns an Ihrer Weisheit teilhaben."
 
Panalek vermied es, mit den Augen zu rollen doch seine Antennen schoben sich leicht zur jeweiligen Außenseite seines Kopfes. "Die Simulation, Sir. Die holografischen Teile der Crew sind auf Stümperei programmiert und die anwesenden 'Offiziere' sind Kadetten im zweiten Jahr ohne erwähnenswerte Erfahrung. Die ganze Mission war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Es gibt eine Trilliade möglicher Gründe für jeden einzelnen hier aufgezeigten Fehler, Patzer oder kosmischen Scherz. Wäre die Situation real und die Crew erfahrener, hätten wir die Bevölkerung des Planeten und das Schiff retten können. Ich meine.. das Schiff hat nichtmal ansatzweise so auf Eingaben und Modifizierungen reagiert, wie es ein echtes Schiff getan hätte."
 
Für einige Momente stand Sergeant Qiu einfach nur da und starrte den Andorianer mit mahlenden Kiefern an. Blut war in seine Wangen und seine Stirn geflossen und die umstehenden Kadetten warfen einander besorgte Blicke zu. Sie alle erwarteten, dass der Sergeant jeden Augenblick explodieren würde. Sekunden fühlten sich an wie Stunden. Nur Panalek stand in perfekter Haltung vor dem Instructor, hatte die Arme hinter dem Rücken gehalten und die Antennen aufmerksam aufgerichtet.
 
Schließlich atmete Qiu tief durch und löste den Blick endlich von dem Andorianer, ließ ihn über die Gesichter der Anwesenden gleiten. Sobald er einen Schritt in Richtung Fokuspunkt des Halbkreises machte, trat Pan einen Schritt zurück und gliederte sich wieder an seinem Ende der Reihe ein.
 
"Sie alle haben heute versagt. Sie alle haben Fehler gemacht und Sie alle haben die Konsequenzen erfahren. Sie alle sind seit mindestens einem Jahr in der Sternenflotte als Kadetten, gehen miteinander, mit Komillitonen und mit vorgesetzten Offizieren um. Und keiner von Ihnen hatte die Einsicht, dass der gewichtigste Fehler des heutigen Tages die absolute Abwesenheit effizienter und kollegialer Kommunikation war! Wo auch immer Sie eingesetzt werden nach Ihrer Ausbildung an der Akademie - Ihre Kollegen müssen sich auf Sie verlassen können! Befehlsfolge, Rangfolge, Mut, Vertrauen und Initiative sind Kernkompetenzen. Sie haben Ihr Versagen auf einander geschoben und auf die verwendete Technik (seine Augen wanderten blitzschnell zu Pan und dann wieder zurück). Nicht ein einziges Mal haben ich einen von Ihnen dabei beobachten können, wie er seine eigene Station oder Bedürfnisse zum Wohle des Schiffes und der Mission, die drohende Vernichtung von 72 Millionen intelligenten Leben zu verhindern, hinten angestellt hat. Jeder von Ihnen hatte einen Teil der Zutaten für den Erfolg dieser Mission und SIE ALLE haben stattdessen ein eigenes, halbgares Süppchen gekocht. Das Resultat ist absolutes Versagen."
 
Ausnahmslos alle Kadetten hatten den Blick gen Boden gerichtet und fühlten die Wahrheit der Aussage des Sergeants wie eine Backpfeife. Er hatte recht. Sogar Pan musste das zugeben was, gewissermaßen allerdings auch seine Grundeinstellung dieser Übung gegenüber gewesen war. Qiu wandte sich an wieder an den Andorianer.
 
"Ich weiß nicht, wie es in der andorianischen Flotte läuft, Kadett. Aber in der Sternenflotte gehen wir auch simulierte Übungsmissionen mit dem nötigen Ernst an und tun unser Bestes. Ihre Leistung war mit Abstand die schlechteste. Ihr Verständnis für Technologie und Ihr Umgang mit Schiffssystemen ist, zumindest laut Ihrer Akte, vorbildlich grenzt angeblich an Genialität. Ich habe bisher nichts davon wiedererkennen können und werde dies in Ihrer offiziellen Datei vermerken, sollten sich Ihr Verhalten und Ihre Haltung gegenüber Ihren Mitstreitern und der Sache nicht in Kürze deutlich ändern. Mittagspause bis 11:15. Wegtreten."

</rpg>

<sum>
Ort: "Donnerkomplex", Ganymed
Zeit: 22.11.2398 23:15
Nach einem erschöpfenden ersten Tag auf Ganymed teilen die Kadetten um Gaspar und Panalek ihr Leid miteinander.
In Ihrem Quartier zeigt Gaspar seinem 'Bunkmate' eine deutliche Grenze auf.

Ort: "Donnerkomplex", Ganymed
Zeit: 26.11.2398 10:22
Sergeant Qiu nimmt die Kadetten nach einer fehlgeschlagenen Übungsmission verbal hart in die Mangel. Panaleks Unvermögen die Übung ernst zu nehmen sorgt für klare Worte des Ausbilders.
</sum>