SAR

Skyla Lyma
 

Auch wenn meine Chars mit meinen Chars interagieren - wie theoretisch langweilig!... Die genialen Parts dieses Posts (also praktisch alles) kommt von Lasse, vor dessen inspirierender Art zu schreiben ich mich immer wieder gerne verbeuge :-P

Und dessen Einsichten ein langweiliges post spannend gemacht haben.... ;-)

Du weißt, immer wieder gern. Selbst wenn es nur um 2 Zellen geht, die sich zufällig im Ozean treffen. 



<RPG>



Ort : Hangar, Deck 7, USS Odyssey

Zeit: MD 0.0710


<quote>


Fiona und Amun verfolgten das Gespräch interessiert. Es passierte selten, das jemand der Sylenin so offen seinen Unmut über eine ihrer Entscheidungen kund tat. Üblicherweise folgte auf so etwas ein steiler Temperaturabfall und ein Einlauf für den armen Tropf.


Auch Mara beobachtete das Ganze gespannt und wünschte sich insgeheim einen Eimer mit Popcorn.


Die Einzige, die die Spannung zwischen den beiden Frauen nicht wahrnahm, war Ana. Die sah einem ihrer umgebauten Wartungsroboter dabei zu, wie er die Speicherchips einer geöffneten Wartungskonsole mit erstaunlicher Geschwindigkeit entfernte, überprüfte und korrekt wieder einsetzte. //Das habe alles ich ihm beigebracht//, dachte sie stolz.


"Ich kann momentan niemanden entbehren." stellte Skyla mit einer Stimme, die Glas hätte schneiden können, klar. Vor allem hatte sie -von den Workbees abgesehen, und die waren eine blöde -oder verzweifelte- Idee für eine Suche nach einer einzigen Lebensform- keine Schiffe, die sie entbehren konnte. Die Shuttles sicherten die Odyssee, die Jäger die die Transporter, und CAT sah nicht so aus als wäre es eine gute Idee sie sofort wieder ins All zu entlassen. Damit blieb ihr nur noch ein Schiff, und es gab außer ihr nur 3 Personen an Bord, die es fliegen konnten. Und zwei davon _brauchte_ sie hier.

"Zumindest niemanden von der Stammbesatzung."


Sif brauchte einen Moment, um zu merken, das plötzlich alle Blicke auf ihr ruhten.

"Ich?"


"Du kannst doch eine LAU fliegen, oder?" konterte die CO mit einer Gegenfrage. "CAT sieht ziemlich mitgenommen aus, aber Chrysla ist voll einsatzbereit."


Sif sah zu der etwas abseits stehenden LAU der CO, dann zu Mara, aber die zuckte nur mit den Schultern während sie mit dem Kiefer kauende Bewegungen machte und sich insgesamt wunderbar zu amüsieren schien.


Es stimmte, sie konnte CAT fliegen, auch wenn nicht ansatzweise mit der Leichtigkeit ihrer Lebensgefährtin. Für eine einfache Suchaktion sollten ihre Fähigkeiten voll ausreichen, aber sie gab sich keinen Illusionen hin das sie in argen Schwierigkeiten war, wenn ihr dabei ein einsatzbereites klingonisches Schiff über den Weg laufen sollte. Zumindest wenn es ihr nicht gelänge sich zu ergeben und auf deren Schiff transferiert zu werden.


Und noch ein anderer Gedanke kam der Succubi. Diese Mission könnte der Türöffner sein, den sie brauchte, um ihre eigene Agenda bezüglich Skyla voran zu bringen. Tatsächlich war es besser als alles, was sie sich bisher überlegt hatte; wenn sie den Türöffner initiierte, dann war immer die Gefahr das das 'Opfer' (korrekterweise) Hintergedanken vermutete, und Skyla war nicht dumm, sie konnte, wie Mara zu sagen pflegte, zwei und drei zusammenzählen. Aber wenn alles, was sich bereits vor ihrem geistigen Auge abzuspielen begann letzendlich von Skyla begonnen wurde...


Die Dämonin versuchte sich an einem militärischen Salut.

"Ich werde mich sofort auf den Weg machen, Ma'am!"


</quote>


“Hat jemand ein Padd für mich?” fragte Sky in die Runde und bekam von einem Techniker der nicht weit weg von ihr an einem der letzten noch an Bord verbliebenen Shuttles arbeitete eines in die Hand gedrückt. 

Sie tippe ein paar Sekunden darauf herum und reichte es dann an Sif weiter.

“Die Codes für Chrysla” 

“Danke.” erwiderte die nur um sich an Yvonne zu wenden: “Ich werde mein bestes geben. Wenn er gefunden werden kann, dann werde ich ihn finden.” 

Sif wußte, wie geschwollen das klang, aber es schienen ihr die passenden Worte. 


Dann grinste sie in Maras Richtung, hielt das Padd hoch, winkte damit und begab sich zu Chrysla.


Von außen sah Chrysla aus wie CAT. In besserem Zustand allerdings, wie Sif mit erstaunen bemerkte. Sosehr wie Mara ihr Schiff hätschelte und pflegte hatte Sif immer angenommen die zum Teil verbrannten und ergrauten Kacheln von CAT seien der Normalzustand. 

Chrysla hingegen war lichtabsorbierend wie ein schwarzes Loch. Überall, auch an allen Vorderkanten, wo CATs Hitzeschild schon eher mitgenommen wirkte, so im Vergleich.

“Wir werden viel spaß haben, kleines.” meinte sie als sie das Padd aktivierte um dem Schiff ihre Autorisierung zu übermitteln ehe sie die Hand auf den Scanner legte.

So wie bei CAT öffnete sich auch bei Chrysla die Rampe unter dem winseln von Hydraulikpumpen und knallte mit dem selben satten Klonk auf den Hangarboden. 

Auch innen war nicht viel Unterschied zu CAT zu sehen stellte Sif fest, als sie den Weg zur Leiter antrat. Der Laderaum kam ihr allerdings eine Spur größer vor als der von CAT, zeigte aber genauso deutliche Spuren von Benutzung. Kratzer, abgeschlagene Farbe an Ecken und Kanten und hin und wieder etwas, das aussah wie die Brandspuren eines Energiewaffentreffers.


Erst als sie die Leiter hoch kam merkte Sif einen echten Unterschied. Dort, wo der Besucher auf CAT in ein Reich des Luxus und der Dekadenz eintrat, trat er auf Chrysla in ein Reich aus militärischer Nüchternheit und Effizienz. 

Chrysla war mit einem der Lebensraum-Module ausgerüstet, die LAUs verpaßt bekamen wenn sie auf Langstreckenpatroullienflügen waren und nur eine kleine Besatzung an Bord war. 

Wieder kam Sif der Bereich etwas größer als auf CAT vor, aber die Aufteilung war die selbe. Im Heck Crewquartiere der Flugbesatzung, dann ein Wohnbereich mit Replikator, kleiner Küche, Sitzgelegenheiten, Tisch, Couch, einem Arbeitsplatz und vielen Displays an den Wänden - die einzige Ähnlichkeit zu CAT. 

Allerdings sah Sif eine kleine, simple Espressomaschine in der Küche, ein eindeutiges Zeichen dafür, wem das Schiff gehörte.


Sif ließ ihre Sachen, die sie von CAT geholt hatte, einfach fallen und begab sich ins Cockpit. Obwohl sie nicht wußte, warum Mara immer vom NAV/TAK aus flog hatte sie diese Vorliebe ihrer Lebensgefährtin übernommen und ließ sich in den Sitz fallen. 

Chryslas Kontrollen waren zum Glück tatsächlich ident mit CATs und so hatte sie keine Probleme die preflight Checkliste abzuarbeiten


Chrysla klang wie CAT und dann doch nicht. Die Unterschiede in der Geräuschkulisse waren subtil aber für Sifs empfindliche Ohren hörbar. Sie seufzt und ergab sich in ihr Schicksal, permanent zu denken etwas wäre nicht in Ordnung. Die Instrumente würden ihr das sicher sagen. 


Die Reaktoren der LAU waren inzwischen hochgelaufen und mischten ihr beruhigendes, unterschwelliges Brummen in die Landschaft aus Geräuschen die ein aktives, lebendiges Schiff ausmachten.

Manövertriebwerke, Flugkontrollen, Waffen und vor allem Sensoren liefen. Dadurch das Chrysla heruntergefahren gewesen war als die Schockwelle traf war sie offenbar unbeschädigt davon gekommen. 


“Hangarkontrolle,” öffnete sie einen Kanal, “hier ist Chrysla. Ich bin bereit den Hangar zu verlassen.”

“Verstanden Chrysla, wir öffnen die Hangartore. Guten Flug und erfolgreiche Jagd!”

“Danke, Odyssey. Chrysla out.”


Während das große Raumschott sich langsam und majestätisch öffnete gab Sif etwas Energie auf die Antigravitation und begann, die LAU langsam in Richtung des Atmosphärenschildes zu bewegen. 

Kollisionsalarme piepten verzweifelt und Sif brachen Schweißperlen auf der Stirn aus. Das verdammte Ding war so hoch! Von ihrem Leitwerk zur Hangardecke waren es nur ein marginaler Abstand. Bei CAT hatte das immer so einfach ausgesehen.

Mit einem lauten metallischen Kreischen kollidierte das Leitwerk auch tatsächlich mit der Hangardecke. Sif fluchte in ihrer Muttersprache das sich die Farbe von den Wänden kräuselte. Ein Funkenregen ging auf die Zuschauer an Deck des Hangar herunter und die exil-Dämonin konnte sich genau vorstellen, wie Sky sich vor Schmerz krümmte als sie sah, wie Chrysla die Decke ihres Hangars demolierte 

Dann kam ihr die Idee die Landebeine einzuziehen und plötzlich hatte sie wieder genug Platz.

Chrysla durchbrach im Zeitlupentempo die Barriere zwischen Luft und All und war frei.









Ort : Quartier der CO

Zeit:


*fideldüp*


Sif nahm die Hand vom Türsummer, trat einen Schritt zurück und wartete. Wenn sie den Zeitpunkt richtig abgeschätzt hätte würde es einen Moment dauern, bis Skyla reagieren würde/könnte. Sie hatte die letzen Tage viel Zeit damit verbracht, Skylas Bewegungen und Routine zu beobachten. Das Bild das sie in der Kurzen Zeit erhalten hatte war alles andere als vollständig, zumal sie vorsichtig vorgehen musste um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Aber es hatte sie dazu gebracht, jetzt vor Skylas Tür zu stehen. Ein Zeitpunkt, der für jeden Beobachter -und hoffentlich auch Skyla- völlig unaufgeregt und ungeplant erscheinen würde.


Genauso unaufgeregt wie der Zeitpunkt war auch Sifs Aussehen. Sie hatte sich viel Mühe gegeben, möglichst natürlich auszusehen. In dem Sinne, wie Menschen es verstanden. Zivilkleidung, die sie neben Mara wie eine Nonne wirken ließ (und umgekehrt), die nicht kaschierte was sie besaß,  aber auch nicht sämtliche Blicke darauf forcierte, vor allem aber 'ich trage das, weil es bequem ist' herauszuschreien schien. Bei ihr selbst ging es nahtlos weiter: Haare, die nach einem langen Tag noch weitgehend gebändigt waren, aber mit ein paar ausgebüchsten Strähnen dazwischen. Make-Up entfernt, aber noch ein Hauch Glamour verblieben. Augen, die ein wenig erschöpft, aber nicht müde wirkten. Sif ahnte, das sie mit einem zu offensiven Auftreten sehr schnell gegen die Wand fahren würde, zu wenig aber auch nur Skylas Misstrauen wecken würde. Also ein sorgsam zurecht gelegter Mittelweg.


Die Tür glitt auf, und von Innen kam ihr ein "Was gibt's denn?" entgegen.


Sif trat ein. Skyla stand in der Tür zum Badezimmer, ihren Jumpsuit ein Stück tiefer geöffnet als sie üblicherweise tat, und mit einem Handtuch über der Schulter - dort, wo sonst Dingens saß, den sie von irgendwo weiter rechts leise gurren hörte. Die Dämonin musste sich ein Grinsen verkneifen. Nicht ganz der richtige Zeitpunkt, aber aber es würde reichen.

"Oh, du wolltest duschen? Störe ich dich?" fragte sie. "Ich kann später wiederkommen, wenn du willst. Oder warten. Oder..."


"Kein oder, danke." erwiderte Skyla knapp. "Worum geht es denn?"


Die Dämonin hielt ein Padd hoch.

"Ich habe hier den Bericht über meine 'Mission', Emin zu finden. Ich hoffe, ich habe ihn richtig ausgefüllt, ich mache sowas normalerweise nicht, und der Computer hat mir so viele Formulare die alle gleich heißen angezeigt, ich habe einfach irgendeines genommen."


Skys Augenbrauen zogen sich zusammen und sie zog langsam an dem Handtuch.

"Du willst mir doch jetzt nicht allen Ernstes erzählen, das du nur wegen dieses Berichts hier bist?"


Sif sah ertappt zu Boden. Zumindest wirkte es, als wäre fühle sie sich ertappt.

"Ich.. Nein. Du hast recht. Ich bin hier, weil ich mich bei dir bedanken wollte. Das du mir diese Chance gegeben hast zu zeigen, das ich mehr sein kann als nur Maras Anhängsel. Das ich mal wieder etwas machen durfte, was wirklich wichtig war - die klingonischen Gefangenen hättet ihr auch ohne meine Hilfe unter Kontrolle halten können, und sei es mit Sedativa. Aber Emin zu retten war... Danke."


"Keine Ursache. Wenn ich nicht geglaubt hätte, dass du es schaffen würdest, hätte ich dich nicht da raus geschickt Aber irgendwie glaube ich noch immer nicht, das das alles ist."


"Und ich wollte mich entschuldigen. Für die Kratzer im Leitwerk."


"Das _hat_ mich überrascht." gab Skyla zu. "Ich dachte, du hättest CAT schon öfters aus einem Hangar geflogen?"


"Die meiste Zeit war es Mara. Und wenn ich gesteuert habe.. ich kann es schlecht erklären, aber Chrysla fliegt sich anders als CAT. Chrysla setzt jedes meiner Kommandos um, genau so wie ich es eingegeben habe. Bei CAT ist es eher so, als ob sie alles, was ich mache filtert und nachbessert. Wahrscheinlich bin ich deshalb mit ihr noch nie an die Hangardecke gestoßen."


"Es gibt Autopilotsysteme, die das machen was du beschrieben hast." meinte Skyla und verließ den Durchgang zum Badezimmer. "Aber ich kann mir nicht vorstellen, das Mara sowas verwendet. Zumindest nicht, wenn Sie fliegt."


"Und bei mir schon?" fragte Sif. "Warum sollte.. oh."


"Ich kann mir nicht vorstellen, das sie es getan hat, um deine Gefühle zu verletzen. Ich denke, Sie hatte einfach keine Lust CAT ständig neu zu lackieren." meinte die CO. Für einen Moment schlich sich der Anflug eines Lächelns in ihr Gesicht, das danach aber sofort hart wurde.

"Und jetzt möchte ich bitte endlich den _wirklichen_ Grund für diesen Besuch wissen."


Sif sah ihr Gegenüber an. Das mit dem Bericht war natürlich Blödsinn gewesen, doch die anderen beiden Punkte hatte sie durchaus ernst gemeint. Aber der wirkliche Grund waren sie natürlich nicht.

"Ich wollte sehen, ob es dir gut geht. Nein, lass mich bitte ausreden. Ich bekomme nur die Hälfte von dem mit, was hier passiert. Mit den Klingonen. Wie schlimm es um die Odyssee steht. Was in den nächsten Tagen passieren wird. Oder nicht. Aber das was ich mitbekommen habe klingt nicht gut. Habe ich Recht?"


Skyla nickte, und Sif fuhr fort.

"Und deshalb brauchen wir dich. Du bist die einzige Person, der ich zutraue, uns hier lebend raus zu bekommen."


"Und was ist mit Mara?"


"Mara würde alles geben und ohne zu zögern bis zum Tode kämpfen, um mich zu beschützen." war Sif überzeugt. Umgekehrt war es ja genauso. "Aber sie ist eher der impulsive, leidenschaftliche Kämpfer. Das hat uns schon oft die Haut gerettet, weil unsere Gegner sie regelmäßig unterschätzen.

Doch das wird diesmal nicht reichen, oder?"


Diesmal schüttelte Skyla den Kopf.


"Deshalb brauchen wir Jemanden, der egal was passiert mit kühlem Kopf voran geht, einen Plan hat, und wenn der scheitert einen Notfallplan, und dem alle ohne zu zögern folgen, egal wie aberwitzig die Erfolgsaussichten auch scheinen, weil sie ihm vertrauen. Und das kannst nur du sein. Meru ist noch nicht so weit, Yvonne auch nicht, Freyberg wird es nie sein. Du allein bist die einzige Person, die diese Flotte zusammenhalten und uns heile hier heraus bringen kann. Du bist die Person, die uns allen Halt geben muss.

Aber hast du jemanden, der _dir_ Halt gibt?"


Skyla bewegte sich nicht.


"Ich weiß, das du seit deiner Trennung von Yvonne nicht wirklich jemanden hattest, mit dem du dich aussprechen konntest. Zumindest niemanden aus Fleisch und Blut. Mara noch am ehesten, aber das ist kaum dasselbe. Lass mich dein Anker sein. Lass mich für dich da sein. Was immer du brauchst, ich kann es für dich sein. Zuhörer. Ratgeber. Vertraute. Streßventil. Nichts davon wird diesen Raum verlassen, nicht mal gegenüber Mara. Und wenn du mir immer noch misstraust: ja, ich habe Hintergedanken. Ich bin egoistisch. Ich will, das du für mich und alle anderen hier dein Bestes gibst und dich nicht durch den Ballast, der garantiert auch auf deiner Seele liegt, ablenken lässt."


Sky starrte Sif an. Für lange Sekunden. Sie hatte gespürt und geahnt, das Sif früher oder später ihr Interesse an ihr zugeben würde, allerdings hatte sie erwartet, das die Dämonen-Dame - oder war es Dämonen-Mädchen? - es eher auf körperlicher Ebene probieren würde. 

“Und du hast sonst keine anderen Hintergedanken?”, rutschte ihr heraus, eher die Hirn-Mund-Schranke zufallen konnte.


Sif lächelte zögerlich. Das war ein Minenfeld, durch das sie sich da gerade bewegte, und ein falsches Wort konnte alles hochgehen lassen. Was die richtigen Worte waren war sie sich nicht sicher, nur, das das offensichtliche Abzustreiten ebenso offensichtlich falsch war.

“Du weißt, das ich Emotionen brauche um zu überleben?” 

Sky nickte langsam.

“Ich bin ein Succubus. Auch wenn ich von jeglicher Art Emotion leben kann, so ziehe ich positive vor.”

Wieder nickte die CO.

“Liebe, Zuneigung und Sex sind die stärksten positiven Emotionen zu denen ihr Menschen fähig seid.Und ja, auch das ist in ‘was immer du brauchst’. inbegriffen. _Wenn_ du es brauchst.”


“Was ist mit Mara?” 


“Mara ist Mara.” Sif überlegte kurz. Noch immer balancierte sie blind durch ein, durch _das_ Minenfeld. 

“Mara und Nimashet sind der Grund, warum ich hier bin. Der Grund, warum ich mich geweigert habe, das Tor zu meinem Universum aufzumachen. Maras vorbehaltlose Akzeptanz dessen was ich bin... War etwas, das ich noch nie erlebt hatte.” 

Sie zuckte die Schultern. Das Thema ihrer “Heimat” war ungefährlich, und viel davon stand sicher auch in ihrer Akte. 

“Ich hab dort wo ich hergekommen bin nur überlebt, weil ich einem starken Dämon weis gemacht habe, von Vorteil für ihn zu sein. Und durch geschickte Intrigen und.. naja, du kannst dir das selbst ausmalen. Freundschaft, Zuneigung.. das sind Dinge, die als Schwäche ausgelegt wurden, und unweigerlich zu deinem Untergang geführt haben. Es war ein einsames, grausames und lustloses Leben.”

Sif schauderte als sie an ihre lange Vergangenheit auf der anderen Seite der Dimensionsbarriere dachte.

“Den Großteil meiner Kräfte aufzugeben um hier zu bleiben, das war keine Entscheidung über die ich nachdenken mußte. Ich wußte, das Mara mich nie freiwillig gehen lassen würde.”


Sky deutete auf ihre Couch. Duschen konnte sie später immer noch, das was Sif jetzt erzählte war wichtig. Wichtiger.


“Was hat das mit mir zu tun?” stellte Sky die alles entscheidenden Frage.


Sif setzte sich und sah zu der Sylenin auf.

“Ich hatte damals jemanden, der.. die mir geholfen haben, diese Entscheidung, die richtige Entscheidung zu treffen. Wäre ich heute hier, ohne Mara und Nima? Wohl kaum. Sie haben mir geholfen, und es war das Beste, was mir passieren konnte. Und das möchte ich gerne weitergeben. Ich kann nur ahnen, was für schwierige Entscheidungen du gerade mit dir rumtragen musst, und was dich belastet. Oder wie schwer es sein muss, dieses Schiff und diese Flotte zu führen, ohne einen Gegenpol, der dich entlastet. Aber ich weiß, wie wertvoll es sein kann, jemanden zu haben, der einfach nur für dich da ist. Und bei dem du einfach du sein kannst. Ich möchte heute Abend dieser jemand für dich sein. Wenn du möchtest.”


“Und was sollen wir deiner Meinung nach tun?” fragte Skyla.


“Was immer du willst. Reden. Trinken. Geheimnisse austauschen, Lästern, Lachen oder Weinen. Ich kann dich auch in den Arm nehmen, wenn du willst. Hauptsache, du fühlst dich danach besser. Ich weiss auch nicht, das ist etwas was man an der Dämonenschule nicht lernt.”


“Du warst in einer Schule?”, Sky lächelte tatsächlich bei dem Gedanken eine kleine Sif auf der Schulbank zu sehen. 

“Sowas in der Art.” druckste Sif herum und versuchte das spezielle Thema möglichst schnell hinter sich zu lassen. “Aber auf was ich hinaus will: Ich kenne den Druck unter dem du stehst. Ich habe ihn eine kleine Ewigkeit auch getragen Alleine. Und dann kam Mara.”

Sif lächelte, und Sky hatte den Eindruck das sich die Farbe ihrer Augen zu ändern begann.

“Ich will Leben. Jetzt erst recht. Du bist, außer wegzulaufen, und das tut Mara mit ihrer verdammten Loyalität ja nicht, meine beste Chance zu überleben. Wenn du also entspannt und ausgeruht bist....”

Das schräge Lächeln auf Skys Lippen erreichte auch ihre Augen und ließ sie leuchten. Sifs hochsensible Fühler für Emotionen schlugen an. Was sie da zu sehen bekam ging weit über das hinaus, was die Dämonin - oder alle anderen - sonst von Sky zu sehen bekamen. Aufgrund ihrer engen Beziehung zu Mara kannte sie auch Sky inzwischen ganz gut, auch wenn Mara sich nie herauslocken hatte lassen, in welcher Beziehung sie und Sky früher zueinander gestanden waren, abgesehen von dem Fakt, das sie auf unterschiedlichen Seiten gestanden waren. 

Aber so wie alle anderen an Bord hatte sie gelernt, die minimalen Anzeichen von Emotionen zu deuten, die Sky sonst so an die Oberfläche dringen ließ. Und dank ihrer Fähigkeiten wußte sie sehr genau, das unter der eisigen, ewig kontrollierten Oberfläche der CO ein Vulkan brodelte. Einer, den sie mit eisernem Willen unter Kontrolle hielt, und den in den letzten Jahren nur Yvonne kennen gelernt hatte. 

Und die es schließlich weggeworfen hatte. 


“Und das alles soll nicht nur ein Mittel zum Zweck sein, am Ende mit mir zu Schlafen?” Sky wollte es genau wissen und stellte die Frage aller Fragen. 

Genauso wie Mara, nein, schlimmer noch als Mara, hatte Sif einen Ruf an Bord. Genauso wie Mara unternahm auch Sif alles, um diesen eigentlich unvorteilhaften Ruf zu unterstützen. Nicht nur war sie eine Lebensform, die vom sexuellen Kontakt mit anderen profitierte, sondern sah auch die Vorteile in diesem Ruf. Frau wurde gerne unterschätzt und immer noch in eine Schublade gesteckt. Mara hatte ihr erzählt, das es vor Jahrhunderten auf der Erde noch viel schlimmer gewesen war, das Frauen als Menschen zweiter Klasse gesehen worden waren und Sex als verwerflich, schmutzig und sündig galt. 

Sif hatte lachen müssen als sie das von Mara erzählt bekommen hatte. Das Konzept eines Gottes, eines höheren unsichtbaren aber allmächtigen Wesens das etwas gegen Sex und Eigenverantwortlichkeit hatte ließ sie in Lachstürme ausbrechen die erst endeten, als sie buchstäblich keine Luft mehr bekam. 

Mit schiefem Grinser und einem Glas Whisky in der Hand hatte Mara nur zugesehen. 


“Du glaubst die Gerüchte die über mich im Umlauf sind?”

“Du weißt von ihnen?”

“Natürlich. Ich fördere sie sogar.”

“Warum das bitteschön?”

“Weil es mir entgegenkommt. Ich brauche außer Mara keine Quelle, aber das heißt nicht, das Abwechslung nicht schön ist. Jeder hat einen eigenen emotionalen Geschmack, wenn man es so sagen kann. Und wenn jeder denkt man sei leicht zu haben, dann macht es die Jagd tatsächlich leichter. Was nicht bedeutet, das ich jeden akzeptiere.”

Sie grinste Sky mit einem Gebiß an, das plötzlich einen beeindruckenden Satz Fangzähne hatte.

“Denk einmal an Mara. Die hat einen ähnlichen Ruf wie ich. Und mit wem hat sie in den letzten Monaten tatsächlich geschlafen?”

Sky schüttelte den Kopf. 

“Du kannst Mara sicherlich nicht vergleichen. Unsere - die sylenische - Kultur ist viel liberaler und aufgeklärter als die prüde Föderation. So wie für dich ist Sex auf Sylene ein anerkannter Bestandteil des täglichen Lebens. Das Mara es unterläßt, ihre Umgebung darüber aufzuklären ist unter Sylenern immer wieder für einen Lacher gut.”

Sky verschwieg, das Sex für sie auch Mittel zum Überleben gewesen war, bis sie Kunden wie Kolja gehabt hatte und Sex tatsächlich auch Spaß bedeutet hatte. Sif, mit ihrer feinen Nase, spürte die Unterströmungen in Skys Emotionen trotzdem. 

Aber Sky hatte ihr möglicherweise die Öffnung geboten, nach der sie suchte.

“Und was ist mit dir? Warum hast du nicht Maras Ruf? Oder mehr Partner?”

Sky lächelte und dachte an den Inhalt einer speziellen Schublade. 

“Ich bin die CO hier. Es ist schwer, mit Untergebenen eine Beziehung zu haben und trotzdem noch von ihnen den disziplinarischen Respekt einzufordern. Oder sie in den Tod zu schicken.”

“War es das mit Yvonne auch so?”

Sky schwieg lange, ehe sie aufstand und begann Tars zu mixen. Wie Mara hatte auch Sky einen Stasisbehälter in dem sie echtes ICE lagerte. 

“Ich denke der Auslöser war die Fehleinschätzung meines damaligen XOs mich betreffend. Yvonne stand ihm auch sehr nahe. Aber das war nur der Vorwand. Der Auslöser.”

Sie stellte einen Tar vor Sif und nah selber einen Schluck. 

“Ich denke Yvonne geht es ähnlich wie mir. Sie hat Angst enttäuscht zu werden oder gar jemanden zu verlieren, den sie liebt. Daher beendet sie ihre Beziehungen bevor sie den Point of no Return überschreitet. Ein Wunder das es bei uns so lange gedauert hat.”

Selbst erst einen Schluck nehmend nutzt Sif die Zeit um nachzudenken. 

“Vermisst du sie?”

Skys Antwort kam schnell und ohne nachzudenken: “Ja.”


“Sie dich auch.”

meinte Sif nach kurzem Zögern. Die Antwort war ziemlich sicher nicht hilfreich dabei, Skylas Aufmerksamkeit auf sich zu konzentrieren, aber sie war ehrlich. Und Sif hätte ein schlechtes Gewissen, wenn sie die Sylenin angelogen hätte - noch etwas, was ihr in ihrem früheren Leben nie passiert wäre.


Skyla sah sie fragend über den Rand ihres Glases hinweg an.


“Ich hatte neulich eine Unterhaltung mit ihr.” erklärte Sif und ahnte, das sie wieder vorsichtig sein musste. “Dabei ging es auch um dich, und wie ihr jetzt zueinander steht. Sie hat gesagt das es vorbei wäre, und das es ihr egal wäre und sie nicht mehr betreffen würde, wenn du dich mit jemand Anderem treffen oder eine neue Beziehung beginnen würdest. Sie hat einiges an Nachdruck in ihre Worte gelegt, und ich hatte es ihr geglaubt. Aber bei all meinem Training mache ich auch mal Fehler und interpretiere etwas falsch. Und später wurde mir klar, das ich das wohl falsch interpretiert habe.”


“M-hm.” meinte Sky und kraulte Dingens. Der Tribble hatte sich aus seiner dunklen Ecke gelöst und war zu den beiden Frauen auf die Couch gekommen, wie, war ihnen gar nicht aufgefallen, nur, das er plötzlich auf Skys Schoß saß. Sie kannte Yvonne lange genug und hatte eine gewisse Ahnung, wie diese das gesagt haben würde, und war überrascht, das die Dämonin es zunächst nicht verstanden hatte.

“Und wann ist dir das aufgefallen?”


Sif starrte in ihren Tar.

“Vor einer halben Minute. Als du über sie gesprochen hast.”


Eine kurze, unangenehme Stille entstand. Dingens gurrte einmal probehalber, verstummte dann jedoch wieder.


“Was ich will?” brach die Sylenin schließlich das Schweigen.


“Das war das Angebot.” bestätigte Sif.


“Dann möchte ich, das wir nicht mehr über Yvonne reden.” erklärte sie. “Da kommen zu viele bittersüße Erinnerungen hoch, und Dinge, die mir im Kopf herumschwirren würden. Du möchtest doch, das ich mich entspanne und den Kopf frei bekomme? ”


Sif nickte. “Das will ich.”


Skyla erhob ihr Glas und hielt es Sif hin.

“Dann lass uns anfangen und sehen, wohin uns der Abend führen wird.”


Sif überlegte nicht lange und stieß mit ihr an.




</RPG>


<SUM>


Ort : Hangar, Deck 7, USS Odyssey

Zeit: MD 0.0710



Sif versucht bei Sky zu landen, aber es kommt alles anders als geplant.


</SUM>

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Some say the world will end in fire,
Some say in ice.
From what I’ve tasted of desire
I hold with those who favor fire.

But if it had to perish twice,
I think I know enough of hate
To say that for destruction ice
Is also great,
And would suffice.
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Robert Frost: Fire and Ice

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