Der Krisenrat - Teil I

Mortimer Bishop
 

Hallo ihr Lieben!

Das folgende Post stammt aus dem gemeinsam beschriebenen Multipost. Ich muss sagen das ich hellauf begeistert bin! Bis auf Effi und Phil haben alle Spieler bei der Entstehung des Dokuments geholfen (Wenn ich richtig gezählt habe). Dabei ist zusehen das die gemeinsamen Ideen sich oft in eine ähnliche Richtung entwickeln, darauf bin ich sehr stolz! Lasst uns gerne so weitermachen! Teil II des Krisenrats folgt später.

Die aktuelle Szene im Bereitschaftsraum habe ich erstmal geschlossen, aber schreibt gerne neue Szenen hier hinein! Mich würde eine zahlreiche weitere Nutzung des Padds sehr freuen!

Lieben Gruß und Danke an alle!
Mo

<RPG>

Zeit: MD 1.0757
Ort: USS Odyssey, Bereitschaftsraum

Der Raum war noch ganz leer als die Kommandantin der USS Odyssey ihren Bereitschaftsraum betrat.

In der einen Hand ein Padd mit den Statusberichten der Nachtschicht, in der anderen Hand die obligatorische Tasse Espresso. Mit einem Schmunzeln stellte sie fest, dass die Crew den gestrigen Tag Pause offensichtlich genutzt hatte. Normalerweise legten die meisten ihrer Offiziere Wert darauf, vor ihrer Chefin am Tisch zu sitzen. Jeder der nach Skyla den Raum betrat, galt sofort als "Zu spät". Aber diese Regel war heute außer Kraft gesetzt. Die diesjährige Silversterparty steckte allen noch in den Knochen und so war Skyla Lyma um drei Minuten vor acht noch alleine hier.

Aufatmend nahm die Sylenerin auf ihrem angestammten Stuhl platz. Sie hob das Padd und las den Bericht von Ensign Emin ein weiteres Mal durch. Die Geschehnisse um den FLG klangen wie ein Stück aus einem Holotheater. Sichtlich von den Geschehnissen gezeichnet hatte der Allasomorph vom Erstkontakt mit der H -Ia Spezies am gestrigen Tag um etwa 18 Uhr Bordzeit Bericht erstattet. Seitdem ruhte er sich aus. Vorerst hatten sich Raumwal und Kaulquappe in die Nähe der Sonne zurück gezogen, um sich von den Erlebnissen zu erholen, aber natürlich war dies keine Dauerlösung.

Auch Yvonnes Bericht über den Verbleib der Talon las sich mehr als abenteuerlich. Skyla ertappte sich dabei wie Yvonnes Zeilen sie stolz machten. Ihre erste Offizierin hatte nicht nur hervorragende Kommandofähigkeiten, sie hatte immer wenn es darauf ankam einen Geistesblitz, der jede noch so aussichtslose Situation umdrehte. Ein Joker. Sie hatte es in ihrem Bericht nicht erwähnt, aber Skyla vermutete, dass die Idee mit dem gasgefüllten Ballons von ihr stammte. Auch die Crew der Talon war seit einem Tag wieder da und sofort in ihrem Quartier verschwunden.

Skyla wischte zum nächsten Status. 1st Lt. Juliette Louanne de Moncoeur. Sie würde wohl nicht an der Besprechung teilnehmen. Lt. de Moncoeur war tot. Sie würde nie wieder mit an diesem Tisch sitzen, an dem sie nun schon fünf Jahre gesessen hatte.

Jäh wurde Skyla aus ihren Gedanken geholt als die Tür aufging und ihre Zweite Offizierin den Raum betrat. Interessanterweise merkte man Lwaxana Ivoin die Nacht voller Strapazen nicht an. Es war sehr bezeichnend, dass Ana die Erste war. Auf leisen Pfoten folgend kam kurz hinter ihr Lt. Ortrichk Lertaryk herein. Erst als sie die Tür durchschritten, ließ Anna die Pranke der Katze los und zupfte sich zeitgleich ein wenig Fell vom Ärmel, während beide einen verliebten Blick tauschten und sich an den Tisch setzen, natürlich neben einander - wie jedes Mal.

Skyla betrachtete Ana nachdenklich, wer hätte gedacht, dass sich die junge Frau in so kurzer Zeit derart weiterentwickeln und zu einem so wichtigen Teil der Crew mausern würde? Natürlich, Yvonne hatte Skyla lachend die vielen bürokratischen Beschwerden gezeigt, die sich auf Anas Konto gesammelt hatten, aber was machte das schon? Die Betazoidin genoss ihr voller Vertrauen, sie hatte in vielen Situationen, insbesondere während ihres Geheimauftrags mit Mara und Sif gezeigt was in ihr steckte. "Halbwegs erholt Nummer Zwei?"

Anas Blick hatte noch einen Moment auf den wunderschönen Reißzähnen ihrer Freundin gehangen als Sky es schaffte die Aufmerksamkeit der Betazoidin auf sich zu lenken. Ein langsames Nicken Folgte, „Wir waren im Quartier, haben gegessen und uns dann der Fellpflege gewidmet und dann…“ Die Wissenschaftlerin räusperte sich nur kurz, was Ana mit einem fragenden Blick kommentierte, „Sie hat doch gefragt.“ Ortrichk nickte, „Ja aber alles will sie nicht wissen.“

„Wieder so eine Sache mit zu vielen Daten?“

Kopfschütteln blickte Ana wieder zu Sky, das diese empfindungsfähigen Wesen auch immer so schwierig sein mussten. Irgendwer wollte was wissen und fragte und das nur um dann doch nicht alles wissen zu wollen. Wenn sich einfach alle Wesen in ihrem Umfeld logisch verhalten würden, dann hätte Ana es einfacher! Viel einfacher! Aber das DIE in der Überzahl waren, musste sich wohl oder übel Ana anpassen. „Wir haben uns entspannt.“, stellte sie nun doch trocken fest und zauberte der Katze ein Lächeln in Gesicht, was Sky mit einem trockenen Nicken quittierte. Sie hatte verstanden was sie Beiden angestellt hatten. Gut, dass sie diese Gespräch abgekaspert hatten bevor die Anderen den Raum betreten hatten, am Taktgefühl musste die Katze mit Ana noch arbeiten.

Lt. Charles Killroy betrat den Raum und kurz danach Fiona MacKenzie. Charles salutierte kurz. Dem Marine sah man den letzten Tag und die letzte Nacht, aber insbesondere die schweren letzten Stunden an. Tiefe Augenringe hatten sich in sein wettergegerbtes Gesicht gegraben. Die grüngrauen Augen waren tiefgründig müde, das Gesicht verschrammt. An seiner Unterlippe klebte frischer Schorf. Auch eine schnelle Dusche und eine frische Uniform täuschten nicht darüber hinweg, wo Charles herkam und welche Bürde jetzt gerade auf seinen Schultern lastete. In sein Gesicht, seine ganze Bewegung, waren die Erlebnisse der letzten Stunden eingegraben. Kurz gesagt: Der Mann gehörte ins Bett - und danach zum Counselor. Jetzt aber war er hier: Als temporärer Leitender Offizier einer mehr als dezimierten Einsatzeinheit des Starfleet Marine Corps. Sein Bericht hatte selbst Commodore Lyma eine Gänsehaut verpasst.

Fiona konnte es sich nicht nehmen Killroy kurz zu drücken und ihm auf den Rücken zu klopfen. Auch setzte sie sich neben den Marine an den Tisch. Es tat gut ihn zu sehen. Sie hatte den Bericht über die Special Forces kurz überflogen und einen Blick auf die verdammt lange Verlustliste geworfen. Es tat gut zu sehen, dass Charles es geschafft hatte und sie würde später auch noch einen kurzen Besuch auf der Krankenstation einplanen. Zuviele hatten nicht soviel Glück wie Charles und lagen mehr oder minder schwer verletzt auf der Krankenstation oder in Frachtraum 3, den man kurzfristig zu einer Art Leichenhalle umfunktioniert hatte. Auch dort würde Fiona kurz vorbei sehen, um Abschied zu nehmen.

Sie war in das Gespräch mit Charles vertieft als sie bemerkte, wie Amun den Raum betrat und nicht einmal in ihre Richtung sah. Sofort meldete sich ihr schlechtes Gewissen wieder, aber sie schob es beiseite - die Sache mit der Echse tat ihr wirklich leid - im Nachhinein. Damals war es allerdings auch sehr spaßig gewesen.

Damals, dabei waren nur einige Wochen vergangen und ihr kam es vor wie eine halbe Ewigkeit. Dass Amun deswegen sauer war verstand sie natürlich und sobald es ihre Zeit zuließ, würde sie ihm ein Versöhnungsangebot machen ... wenn er nicht mehr so sauer auf sie zu sein schien und nichts gravierendes wie eine klingonische Invasion dazwischen kam.
Wobei, nein definitiv vorher. So wie das zur Zeit bei ihnen lief, würde einer von ihnen die Invasion sicher nicht überleben und sie würde sich ewig Vorwürfe machen, dass sie diese Sache nicht vorher schon bereinigt hatte - sofern sie überlebte natürlich. Aber so wie sich Amun an diesem Morgen gab, sollte sie ihn jetzt besser nicht drängen ... das konnte alles nur noch schlimmer machen.

Währenddessen hatte sich der Raum immer weiter gefüllt, Ensign Amun hatte als einer der Letzten den Raum betreten. Der Acamarianer fühlte sich um Jahre gealtert, während er zu einem freien Stuhl schlurfte und sich setzte.
Die Ereignisse an Bord der Talon, im tiefen Schwarz des Weltraums, meilenweit unter dem Meer und zu guter letzt wieder in Carrayas Umlaufbahn hatten dem jungen Offizier ordentlich zugesetzt. Er fühlte sich wie nach einer Achterbahnfahrt die mehrere Tage angedauert hatte.

Bewusst hatte er sich nicht neben Fiona gesetzt, ja nicht mal in ihre Nähe. Er vermied es tunlichst die Sicherheitschefin anzusehen, auch wenn er ihr rotes Haar am Rande seines Blickfelds wahrnahm. Ihre Abfuhr an Bord von CAT hatte ihm weh getan. Sehr weh. Die Zuneigung zu ihr war in den dunklen Stunden im Weltraum und dann später ein emotionaler Anker für ihn gewesen. Hatte er ihre Nähe falsch gedeutet? Hatte sie für ihn ganz anders empfunden?

Das Sie für Lobsangs schlimmen ersten Tag verantwortlich war, machte das Gesamtpaket nicht besser. Aber diese Tatsache hatte ihn nicht so sehr verletzt wie ihre Flucht vor ihm. Sie hatte "Es tut mir leid" gesagt und hatte sich ohne weiteren Kommentar mit einer Flasche Wiskey verzogen. Egal wie Amun dieses "Es tut mir leid" drehte und wendete, es hatte sich in der Situation nicht ehrlich angefühlt. Dieses Statement wertete Amun als bewusst verletzend.

// Sie hätte auch einfach "Lass mich in Ruhe" sagen können// dachte er bei sich, dann wären ihm wenigstens die peinlichen Blicke von Sif und Yvonne erspart geblieben. Zum Glück hatte er noch Ana, die von dem ganzen Trubel wie immer keine Notiz genommen hatte und mit Blick auf das leere Wiskeyglas in Amuns Hand stirnrunzelnd gefragt hatte, ob er häufiger im Dienst trank.

Ana, die neben Amun saß, blickte zu diesem hinüber, gegen die Flut an Emotionen, die von ihm ausging und auf sie selbst zuschwappte, hatte sie sich für einen Augenblick nicht abschirmen können. Innerlich seufzte Ana, er tat ihr leid - allerdings ebbten ähnliche Gefühle auch von Fionas Seite des Raumes auf sie zu und sie tat Ana auch leid. Ein erneutes innerliches Seufzen bahnte sich den Weg in ihren Kopf und sorgte dafür das sie sich für den Moment wieder abschirmen konnte.

So wie Sky kam auch Mara mit einer Espressotasse in der Hand durch die Tür. Die nachtschwarze Tasse trug das Logo von CAT und enthielt mindestens einen 5-fachen Espresso. Nach einem Blick in Maras Gesicht, konnte man aber auch deutlich erkennen, dass sie den dringend nötig hatte. Tiefe Ringe unter den Augen, die normalerweise gesund wirkende, wenn auch sehr helle Haut unter den roten Haaren wirkte eher fahl und wachsig, sogar die Haare hatten ihren üblichen Glanz verloren.

Müde lächelte sie ein "Morgen" in die Runde, ehe sie sich auf dem erstbesten freien Platz fallen ließ, den Kopf zurück lehnte und leise "Der letzte Gravedigger war zuviel!" stöhnte.

Yvonne, die direkt hinter der Sylenerin den Raum betrat, konnte dem gedanklich nur zustimmen. Mara sah scheiße aus. Wie die meisten von Ihnen. Sie selbst? Vermutlich auch nicht besser. Schlamm und Blut war sie mit einer langen Dusche und frischen Uniform losgeworden, und "Minirock" Mayfair hatte sich in einer ruhigeren Minute um ihre Dekompressionssymptome gekümmert, aber die EO hatte es trotzdem vermieden, allzu genau in den Spiegel zu sehen.

Mit einem schnellen Blick in die Runde sah sie, das schon nahezu alle anwesend waren. Zumindest alle, die noch konnten. Sie ging zum Kopfende den Tisches und setzte sich zu Skylas Rechten, wobei sich die Blicke der beiden Frauen kurz trafen. Yvonne schauderte. Da war mehr in Skylas Blick als nur das übliche 'schön das sie da ist, dann können wir ja endlich anfangen'. Es war eine Zuneigung, die sie früher öfters in diesen Augen gesehen hatte, aber nie in der Öffentlichkeit. Und es dauerte nur einen Augenblick, danach war Skyla wieder die beherrschte Eiskönigin.

Sie nickte Dr. Rani Than zu, die gerade den Raum betrat, noch in OP-Kleidung. Sie sah müde aus. Ihre Flecken waren leicht blass, was den Gesamteindruck der anstrengenden letzten Stunden unterstrich. Als letztes drückte sich Counselor Cal Mannix durch die Tür, seltsam steif laufend. Auch er schien eine schwere Nacht gehabt zu haben. Nicht verwunderlich, bedachte man die vielschichtigen Aufgaben der psychologischen Abteilung. Der CNS nahm den vorletzten freien Platz ein.

Schließlich waren alle da, die kommen würden. Sky fing alle Anwesenden mit einem Blick ein. Mit einem weiteren Blick auf die leer gebliebenen Plätze meinte sie trocken: "Ich denke nicht, das noch wer kommen wird."

Wo sonst ein dezentes Lachen durch die Runde gegangen wäre, herrschte an diesem Morgen Stille. Charles Killroy's Blick war fest auf den großen Tisch vor sich gerichtet. Er nahm kaum Notiz von den Personen um sich herum.

"Fangen wir also an." meinte die CO während sie ihre Espressotasse weg stellte und aufstand, um sich einen Neuen zu machen. Ana schaute Richtung Yvonne, die das Prozedere schon kannte und sich ein Lächeln verbeißen musste. Die Kommandantin kostete jede Sekunde an der alten Maschine aus. Skyla hatte über die Jahre einen Spleen für das richtige Timing der Espressozubereitung entwickelt. Oder einfacher gesagt: Je mehr Leute dabei zusahen umso besser und so setzte Skyla still vergnügt die alte Maschine in Gang während ihre Senior Offiziere hinter ihr geduldig warteten. Umso erstaunlicher war es für sie als die Kommandantin etwas tat, was sie noch nie getan hatte. Sie balancierte die kleine Tasse, die unruhig auf der Untertasse stand, nicht etwa zu ihrem Platz. Festen Schritts steuerte sie ein ganz bestimmtes Crewmitglied im Raum an.

Klirrend setzt sie das Geschirr vor 1st Lt.Charles Killroy ab. Der Marine fuhr hoch. Skyla hatte sich zurück gebeugt. Ihre Hand ruhte auf Kilroys Schulter. Yvonne sah Ana an. Auch einige anderen Offiziere hatten Blicke gewechselt. Diese Situation war neu.

"Für sie Lieutenant.", sagte sie sanft. Fast alle Beteiligten hatten bereits den Bericht des Marineangriffs gelesen. Selbst die Sylenerin hatte geschluckt. So wie es aussah hatte der Schotte den Expresso bitter nötig. Die Brutalität und Aggressivität des ganzen Manövers sorgte ganz bestimmt nicht für eine ruhige Nacht. Mit weicher Stimme fuhr sie fort: "Berichten Sie."

Lt. Charles Killory wusste nicht ganz, wie er mit der Situation umgehen sollte. Er nahm selten an Treffen der Führungsoffiziere teil. Seine ganze Dienstzeit hatte er daraufhin gearbeitet einmal hier mit am Tisch zu sitzen und jetzt wo es soweit war, schmeckte die Sache so unglaublich bitter.

"Also," Charles unterbrach sich und suchte nach dem richtigen Anfang, während er sich zögerlich erhob. Viel Reden war noch nie seine Stärke gewesen. "Gestern kurz nach Mitternacht sind 102 Marines mit Marine-Transporter 1 zum Außenposten 1212 aufgebrochen, der einen klingonischen Angriff durch vier Bird of Preys meldete. Als wir in Sensorenreichweite des Außenpostens kamen, konnten wir dies bestätigen. Lt. de Moncoeur und ich einigten uns auf einen riskanten Plan. Da der Transporter unterbewaffnet war, konnten wir durch eine List an Bord des Führungsschiffes IKS Kinzhar gelangen, den Backbord-Schild-Emiter ausschalten und haben ein Enterkommando, bestehend aus drei Teileinheiten und Unterstützungskräften, insgesamt 52 Marines, an Bord beamen können. Innerhalb eines etwa halbstündigen Kampfes an Bord der IKS Kinzhar gelang es dem Alpha Platoon unter Lt. de Moncoeur den Gegner unschädlich zu machen und alle relevanten Schiffssysteme zu erobern. Dabei erlitten wird herbe Verluste. Dies blieb den anderen klingonischen Schiffen nicht verborgen, woraufhin diese die Kinzhar unter Beschuss nahmen. Ich entschloss mich mit dem Marine Transporter in das Gefecht einzugreifen. Lt. de Moncoeur konnte mit Hilfe des eroberten Bird of Prey zwei Schiffe unschädlich machen, die bereits an der Basis angedockt hatten, das Dritte flüchtete beschädigt."

Charles machte eine kurze Pause, griff nach der Espresso-Tasse, setzte diese aber unverrichteter Dinge wieder ab. "Der Außenposten hat ein Enterkommando der Klingonen erfolgreich zurückschlagen können, so dass wir nicht mehr vor Ort benötigt wurden. Auf dem Rückflug kam es zu einem Schusswechsel auf der Brücke des Bird of Prey. Corporal Birden schoss mit einem erbeuteten Disruptor auf Lt. de Moncoeur und traf die Energiezelle ihres Phasers. Sie wurde durch die Explosion der Energiezelle schwer verletzt und von Dr. Christopher erstversorgt. Zu Birdens Motiven kann man nur mutmaßen, die Ermittlungen laufen."

So sachlich wie Charles Killroy versucht hatte die Mission zu schildern, so brüchig wurde seine Stimme bei jedem weiteren Wort. "Insgesamt forderte diese Mission 33 tote Marines. 24 starben im direkten Kampf, Corporal Birden wurde während seines Amoklaufes erschossen, vier Marines überlebten den Flug zurück zur Odyssey nicht und erlagen ihren schweren Verletzungen."

Der Schotte musste sich unterbrechen, spielte mit der Espressotasse, wieder ohne etwas trinken zu können. "Drei Marines, darunter Lt. de Moncoeur, verstarben kurz nach der Ankunft auf diesem Schiff aufgrund ihrer schwersten Verletzungen und dem schlechten Allgemeinzustand, ein Marine hat die Nacht nach der Operation nicht überlebt. Desweiteren ringen noch zwei weitere Marines mit dem Tod, die restlichen Verletzten sind stabil bzw. konnten nach ambulanter Behandlung entlassen werden."

Der Schotte schluckte hart. "Momentan verfügen wir nur noch über 1/3 der vorherigen Einsatzstärke an Special Force Kräften. Wie es um deren Moral bestellt ist, muss ich glaube ich nicht weiter ausführen. Jeder hat bei diesem Gefecht Kameraden und Freunde verloren, auch ich."

Stille. Charles spürte erneut eine Hand auf der Schulter. Die Kommandantin hatte während des Berichts hinter ihm gestanden. Keine Spur von der einstigen Eiskönigin. Mit leiser Stimme wandte Sky sich direkt an Charles. "Danke Lieutenant, das war sehr tapfer von Ihnen. Sie können sich gerne zurückziehen, wenn Sie es vorziehen sich weiter auszuruhen."

"N.. nicht nötig Ma'am.", entgegnete der Schotte während er sich wieder auf die Tischplatte konzentrierte. Diesmal um mit aller Gewalt seine hochbrausenden Gefühle zu unterdrücken. Die Worte des Schotten hatten eine ähnlich bedrückende Wirkung auf alle anderen Offiziere. Mara war bei dem Bericht des Marine auf ihrem Platz hin und her gerutscht. Yvonne hatte den Blick abgewendet. Nirrod putzte umständlich sein Monokel während Amun den Kopf hängen ließ als wöge er plötzlich 30 Kilo mehr. Cal hatte sich eine Notiz in sein Padd geschrieben aber während des Berichts das Ding weg gelegt. Er fühlte sich plötzlich unwohl.

Fiona legte ohne weiteren Kommentar ihre Hand auf Charles. Ihr Landsmann schluckte erneut. Alle Offiziere in diesem Raum waren bereits mit dem Tod in Berührung gekommen, aber niemand hatte in so großem Ausmaß eigene Leute beerdigen müssen mit Ausnahme von Sky vielleicht.

Skyla Lyma war wieder zu ihrem Platz zurückgegangen. Vor ihrem Sessel blieb sie stehen. Ihre Miene war sehr ernst. "Meine Damen und Herren, bitte erheben sie sich."

Ohne das sie weitere Erklärungen machen musste erhob sich die gesamte Riege der Offiziere. Stillschweigend standen sie nebeneinander. "Lassen sie uns der Toten gedenken."

Erneut kehrte ein lautes Schweigen in den Raum zurück. Alle hatten die Köpfe gesenkt, einige hatten die Augen geschlossen.

</RPG>


<SUM>

Zeit: MD 1.0757
Ort: USS Odyssey, Bereitschaftsraum

Einen Tag nach dem ereignisreichen Start ins neue Jahr treffen sich die Offiziere der Odyssey endlich zu einem längst überfälligen Krisenrat. Durch die besonderen Umstände sind die meisten etwas später und tropfeln erst nach und nach hinein. Sky fordert alle Beteiligten auf Bericht zu erstatten, es beginnt Charles Killroy.
</SUM>



Submitted by
ALLE

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