Von Dinosauriern und Klingonen

Sascha
 

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Ort: Donatu-System, Donatu V 
Zeit: vor etwa 2 Monaten

 

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Ja, sicherlich ne Allergie oder sowas." Vermutlich da er jetzt für 132 Marines verantwortlich war.

Er atmete tief durch und sah noch einmal auf den Chronometer. Unbehagen hatte sich in seinen Eingeweiden breit gemacht, am liebsten wäre er einfach aufgestanden und gegangen. Doch ihm fiel ein, was er zu Sam gesagt hatte. Sein Blick schweifte noch einmal über die Marines zu seiner Linken und Rechten, die in ihren Fuchslöchern kauerten. Das Gewehr fest umklammert und auf diese verdammten Steine starrend, lauschend. Andere schienen sich gegenseitig Mut zuzusprechen. Thomas nickte leicht, solange sich noch gegenseitig Mut zugesprochen wurde, war die kleine Kampfgemeinschaft noch nicht verloren. Noch konnten sie gewinnen. Noch wollten sie gewinnen. 

 

Am Leben bleiben. Ihm kam der Treuespruch der Jem'Hadar in den Sinn " Siegen heißt Leben!"

 

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Das durch Rauch verrußte Gesicht hatte die letzten Minuten wie gebannt zwischen die Steine gestarrt. Im Grunde hatten dies alle getan. Kurz zuvor war ein Trommelfeuer der Klingonischen Mörser über ihnen nieder gegangen. Alle hatten noch einen schweren Angriff erwartet. Der war bis jetzt ausgeblieben. Viele fragten sich warum. Doch wollte jeder, dass es auch dabei blieb. Sie brauchten nicht kommen. Sie sollten nicht kommen. Sie durften es einfach nicht. Sein Blick schweifte ab von diesen grauen Monolithen, nach links und rechts. Noch immer zogen leichte Rauchschwaden über die Stellungen ‚seiner‘ Marines. Er hob den linken Arm leicht an, streckte die Unterseite des Handgelenks in seine Richtung und sah auf das Ziffernblatt des Chronometers.

Nur noch wenige Augenblicke. Dann würden zuerst die Verwundeten abtransportiert. Danach die Versorgungsgüter und die schweren Waffen inklusive des schweren Platoons. Dieser würde dann so schnell es ging seine Mörser in Stellung bringen. Sollte der Klingone etwas bemerken und nachsetzen, konnte man wenigstens eine Mörsersperre einrichten. Unterdrückungsfeuer geben. Nach dem schweren, würden die Rifleplatoons, die Kampfzüge abrücken. Diese würden sich sofort nach erreichen der Anhöhe wieder eingraben, während drei Squads an den Steinen bleiben würden.

Es klang alles so perfekt in seinem Kopf. Er hatte einen Plan gemacht. Den würden sie ausführen. Doch er selbst hatte allen Offiziersanwärtern immer wieder eines eingebläut „Nichts ist so beständig, wie die Lageänderung“. Außerdem war der beste Plan immer nur solange perfekt, bis er Feindberührung hatte. Meistens passierte eben nicht alles so, wie man es sich gedacht hatte, am Kartentisch. //Wird schon schiefgehen.//

Der große Zeiger des Chronometers stellte sich auf die 12. Wie aus dem Nichts standen Marines auf und huschten mit Verwundeten los. Einige konnten selber gehen. Andere wurden auf Tragen schnellen Schrittes über das freie Feld getragen. Dann folgten auch schon die Marines mit einigen Kisten und direkt dahinter die Mörsertrupps. Spätestens jetzt hatte Thomas mindestens mit Mörserfeuer gerechnet. Doch es blieb still. Sollten Sie wirklich einfach so abrücken? Ohne das die Klingonen davon Notiz nahmen? Warum auch nicht.

Er schaute erneut auf seinen Chronometer. Drei Minuten und die Kampfzüge sprangen auf, begannen ihre Verlegung. //Sie sind wirklich schnell.// Vom Hügel sah er McCollins den Arm heben. Die ersten begannen bereits neue Löcher auszuheben. Immer noch keine Spur von den Klingonen. Nach seinem Geschmack konnte das auch so bleiben. Schnellen Schrittes verlegte er seine Stellung in die Nähe eines Squads aus dem Bravo Platoon. Er nickte den jungen Marines kurz zu, ehe er sich wieder auf den Raum zwischen den Steinen konzentrierte. //Sie sind so jung. Wie alt sind diese… kann man sie schon Männer nennen? 20? 21 vielleicht?// Kaum einer der Marines war älter als 25. Die es waren, waren gefallen oder aber die Sergeants.

Unwillkürlich musste er an den Geschichtsunterricht denken. Das 20. Und 21Jh. Als in den Kriegen auf der Erde jedes mal die Jungen der Generationen ausbluteten. An den Irrsinn, der in einigen Ländern geherrscht hatte. Viele der Soldaten damals waren 18-21 Jahre alt, durften zu Hause kein Bier trinken, Jugendschutz. Aber für die Regierung in einem Krieg kämpfen und töten, den sie nicht verstanden. Der es aber wunderbar verstand, sie kaputt zu machen.

Er rief sich ins hier und jetzt zurück. Der Wind frischte auf und trug Geräusche zu ihnen. War das Gesang? Alle lauschten gebannt und mit sorgenvollen Blicken in Richtung der Geräusche. „ Klingonische Schlachtlieder. Sie werden gleich angreifen. “ sagte Thomas leise. Die Marines neben ihm sahen ihn an. Am liebsten hätten sie sich hinter ihm verkrochen. Diesem alten Sack, diesem Dinosaurier, der anscheinend mehr Kriege, und Schlachten sowieso, erlebt haben musste als Streifen an beiden Ärmeln zusammen hingen. Thomas sah in ihre Gesichter. Er sah die Angst, die Panik, die Verzweiflung. Er nickte ihnen zu. Er wollte ihnen nicht sagen, dass sie es schon schaffen würden. Dass sie nur an das Denken müssten, was sie in der Ausbildung gelernt hatten. Angst hatte er ebenfalls. Er kannte das Gefühl jedoch schon zu sehr und war daran gewöhnt.

Er checkte nochmal die Sarium-Krelit Zelle. Zu ¾ geladen. Er überprüfte die Einstellung des Gewehrs. Töten. Er inspizierte die Vorfeuerkammer und entfernte etwas Sand vom Lauf. Er strahlte Ruhe aus, Routine. Das würde diesen Marines mehr helfen als ihnen offensichtliche Lügen zu erzählen. Lieber zeigte er sich als ruhiges Fossil, das allen Widrigkeiten zum Trotz immer noch lebte. Mit wenigen Handzeichen machte er den Marines klar, dass sie sich auf den Kampf vorbereiten sollten. Die meisten waren damit noch nicht ganz fertig, als der Gesang abebbte und verstummte. Dann folgte ein martialisches Geschrei.

„ Sie kommen! “ sagte er in einer Lautstärke, dass es jeder mitbekommen haben sollte. Wenn nicht, die Soldaten gaben es weiter. Er signalisierte McCollins mit Handzeichen, was bald geschehen würde. Dieser bestätigte. Die Mörser waren bereit ihren Rückzug zu decken. Das Gewehr in Vorhalte und in dem Fuchsloch, das eher einer Sasse ähnelte, liegend spähte er geradeaus. Er konnte sie noch nicht sehen, hören konnte sie jedoch jeder. Mit lautem Kampfgebrüll, näherten sich ihnen die Klingonen.

Schon zeigte sich der erste, der zwischen zwei Monolithen in ca. 18m Entfernung auftauchte. Er trug den Disruptor, doch der Klingone hinter ihm, stürmte schon mit dem Bath’leth voran. Wie so viele Soldaten, in so vielen Kriegen und Schlachten, legte auch Thomas an und drückte ab.

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Ort: Donatu-System, Donatu V 
Zeit: vor etwa 2 Monaten

Die Marines ziehen sich von den Felsen zurück. Thomas bleibt bei der Nachhut und bereitet die jungen Soldaten auf den Kampf vor.

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Submitted by MSgt. Thomas J. Reynolds

AKA Sascha

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