Shady Behavior (X) : Knives out

Ratana Tiru
 

<NRPG>

Liebe Ody-Crew,

in den vergangenen Tagen bin ich fast täglich gefragt worden, wann es denn endlich mit dieser Story weiter geht. Es geht weiter. Wir haben es selbst kaum erwarten können. Wir haben wieder den ein oder anderen Char eingebaut. Bevor ich zu viel schreibe/rede.... 

Also ganz norddeutsch kurz, wie man Mann sagen würde (wobei er würde es noch kürzer sagen):

Vielen lieben Dank für die vielen tollen Rückmeldungen von euch und vor allem – lieber Phil – vielen Dank fürs miteinander plotten und aufschreiben, die gegenseitigen Rückmeldungen und die witzigen aber auch ernsten Gespräche nebenbei, den Einblick in Musikvorlieben und Literatur. Es hat mir nicht nur Spaß bereitet, es hat mich auch unglaublich motiviert auf viele weitere RPGs. 
 
Wir wünschen Euch viel Freude beim Lesen. Hier der vorletzte Teil!


Phil und Linda

</nrpg>

<rpg>

Teil 10 – Shady Behavior - Knives out

#Ort: Quartier Cal Mannix
#Zeit: Md -01.1000

Das Emblem der Sternenflotte auf dem Bildschirm drehte sich um die X-Achse, wie ein alter Windows-95-Bildschirmschoner. Der CNS beachtete den Bildschirm seines Terminals gar nicht, in seinem Schreibtischsessel hatte er sich umgewandt und bot der Sternenflotte seinen Rücken dar. Seine Konzentration richtete sich auf den Gegenstand in seiner Hand. Das Gewicht war niedrig, dass er nicht viel Kraft aufbringen musste. um es zu bewegen, gleichzeitig war das Gewicht so hoch, dass es gut in seiner Hand lag. Er fuhr mit einem Finger über den symmetrischen Kupfergriff, über die verzierte Paradescheibe und dann vorsichtig auf die Doppelklinge. Er hob den Dolch an, die Schneide reflektierte blitzend im Licht.

Es war radikal, was geschehen war, ging an seine Grenzen. Es war ein Spiel. Cal hatte sich in seinem bisheringen Leben einige Male gefragt, ob irgendetwas von dem, was er angestellt hatte, zurückommen würden. Er war sich nie sicher, ob sein Schicksal ihn wie ein Wal erschlagen würde, der plötzlich vom Himmel fiel, oder ob es eine Spinne sein würde, die langsam ihr Netz um ihn gezogen hätte, um langsam mit gezielten Bissen anzugreifen. Cal war sich stets sicher gewesen, dass etwas passieren würde - ein beleidigter Vater, ein freigelassener Straftäter oder eine zurückgelassene Affäre. Dass es aber scheinbar aus dem Nichts kommen würde, wegen einer nicht erteilten Tauglichkeit, daran hatte er bisher nicht gedacht.

Cal legte den Dolch auf seinen Schreibtisch und seine Hände zusammen. Er stützte sein Kinn auf Zeige- und Mittelfinger ab. Durch die Bewegung aktivierte sich der Bildschirm wieder und zeigte das Konterfei von de Moncoeur. Jedesmal, wenn er ihr Bild in der im zugänglichen Personalakte sah, war er über die Ähnlichkeit der Französin mit einer berühmten Ärztin des Starfleet Medical Corps erstaunt. Seit er die Marine in echt gesehen hatte, wusste er, dass das nur eine grafische Ähnlichkeit war, keine echte. Crusher war größer als de Moncoeur.

Cal fixierte ihr Bild. Beide hatten keine Verbindung zueinander. Und doch war zweifellos in Juliette de Moncoeur seine persönliche Nemesis in Erscheinung getreten. Das Böse war aus der Höhle getreten und hatte ihn mit seinen eigenen Abgründen angegriffen. Die Marine hatte ihn zum nächtlichen Holodeckbesuch provoziert und hielt nun die ultimative Waffe gegen ihn in der Hand. Cal drehte seinen Schreibtischstuhl um und berührte den Knauf des Dolches auf seinem Tisch. Es war ein Spiel auf Leben oder Vergehen und er würde sicher nicht einfach aufgeben. Er hatte keine Phaser und Säbel, war aber nicht unbewaffnet. Und eine Sache galt es zu klären, ehe der Spielplan ein letztes Mal aufgerollt wurde. Eine Person wollte er aus der Schussbahn wissen, auch wenn er sich sicher war, dass sie eine ihm noch nicht klare Rolle in der ganzen Sache spielte. Und er würde sie brauchen um dieses Spiel zu gewinnen.

Cal löste seine Hände voneinander und aktivierte mit wenigen Berührungen seine Krankenakten.

--

FROM: Mannix, Dr. Cal (CNS USS Odyssey)
TO: Skyla Lyma (CO USS Odyssey)
About: Diensttauglichkeit MCpt Ratana Tiru

Sehr geehrte Commodore Lyma,

in o.g. Sache sende ich Ihnen im Anhang den öffentlichen Abschlussbericht zu. Die Kurzfassung lautet folgendermaßen:

MCpt Ratana Tiru ist ab sofort als vollumfänglich diensttauglich einzustufen. Ihre Eignung für Truppen- und Sternenflottendienst liegt nach der Tempest-III-Matrix von Dr. Calard und dem Brüssler Test vor. Ihr mentales Leistungslevel bewegt sich auf 6 von 7 Punkten. Wie Sie mehrfach unter Beweis gestellt hat, ist sie in der Lage Situationen zu erfassen und Handlungen orientiert an den allgemeinen und besonderen Dienstpflichten auszuüben. Sie kann ihr Handeln reflektieren, ist sich Ursache und Wirkung bewusst. Sie ist in der Lage, ihr Handeln betreffende ethische Ableitungen zu treffen.

Vergangens scheint so verarbeitet, dass es keine überdurchschnittliche Auswirkung auf gegenwärtiges zu haben scheint.

Ich empfehle die unmittelbare Wiederaufnahme der Diensttätigkeit in folgender Abstufung.

Stufe 1: 
Wiederaufnahme des Dienstes in gewähltem Fachgebiet. 2 Wochen engmaschige Begleitung durch CSO oder TAK oder einem Senioroffizier des entsprechenden Fachgebiets, in dem Ratana Tiru eingesetzt werden soll.

Stufe 2:
Bei uneingeschränkter Weiterführung des Dienstes 2 Wochen begleitende Gespräche über Hindernisse, Widerstände und Verhaltensweisen im Dienst mit CNS

Stufe 3
2 Wochen eigenverantwortliches Arbeiten in entweder ausgewähltem oder vorherigem Arbeitsfeld. Gespräche mit begleitenden Offizieren hier nur bei Bedarf.

Nach 6 Wochen abschließende Evaluation mit CO/EO, begleitendem Offizier und CNS. Bei bewährtem Verlauf vollständige Indienststellung und Tilgung etwaiger Vorbehalte in der Personalakte.

Weitere Gespräche mit dem CNS sind, wenn gewünscht, möglich, aber nicht verpflichtend und ohne auftretende Insuffizienzen ohne Auswirkung auf die geplante Wiederaufnahme.

Mit besten Grüßen

Cal Mannix, CNS
--

Der Psychologe überlegte nicht lange, sondern sandte die Nachricht ab. In diesem Moment wusste er, dass sich das Spielfeld verändert hatte.

Dann deaktivierte er sein Terminal, schnappte sich den Dolch und bewegte sich zu seiner Couch. Er würde einen Mord begehen, das war so sicher, wie das sprichwörtliche Amen in der Kirche. Auch wenn er viele Fantasien hatte, wie er die Marine umbringen konnte und auch einige davon realistische waren, so wusste er dennoch nicht, wie man so etwas anstellte oder sich darauf vorbereitete. Ihm fiel auch nur eine Person ein, die sich mit so etwas auskannte und die er fragen konnte.


#Ort: Quartier Ratana Tiru
#Zeit: Md -01.1200

Sie stand an der Tür, da sie das Quartier gerade verlassen wollte. Der Türsummer wechselte die Farbe und der Zweiklangton erschallte den Raum. Die Orioni runzelte die Stirn und berührte den Türöffner. Zischend wichen die Türhälften auseinander und gaben den Blick auf den CNS frei. Dieser hatte die Arme hinter dem Rücken verschränkt und stand leicht vorgebeugt. Seine grünen Augen blickten sie direkt an. Sie spürte, dass sich ihre Augenlider kurz weiteten und ihre Mundwinkel sich minimal und unsichtbar freundlich anhoben. Bruchteile von Sekunden war sie über ihre Reaktion verwirrt.  

„Lieutenant, was verschafft mir diesen Besuch?“

„Ich habe eine Frage an Sie.“ Seine Stimme war leiser und rauher, als sie es von ihren Gesprächen bisher gewohnt war.

„Kommen Sie rein.“ Ratana trat einen Schritt auf die Seite. Mit einer beiläufigen Bewegung aktivierte sie wieder die Quartiersbeleuchtung. Sie konnte sich gar nicht mehr erinnern, warum sie das Quartier verlassen wollte. Sie hatte auch nur die halbe Uniform an. Die Jacke fehlte. So trug sie nur Stiefel, Hose und das langärmige Uniformshirt, darüber die Weste. Das fiel ihr auf, als sie ihre Jacke noch an der Garderobe hängen sah.

Seit sie am Morgen von der Krankenstation entlassen worden war, nahm sie den Tag wie durch eine Wolke wahr. Sie hatte Will einen langen Brief geschrieben und ihn wieder gelöscht. Mehrmals.

Auch wenn Lt. de Moncoeur sie hatte provozieren wollen, sie hatte Recht: Wenn Will etwas an ihr liegen würde, dann wäre er an ihre Seite geeilt. Er hatte sie nicht kontaktiert, das hatte sie machen müssen. Zweimal. Es war also sehr wahrscheinlich, dass er sie aus seinem Leben gelöscht hatte. Gründe unbekannt. Gründen nachjagen - nicht ihr Stil.

Es schmerzte. Unglaublich. Das letzte Restchen Stolz und Ehre in ihr, hielt die disziplinierte Fassade aufrecht. Aber diese Fassade hing aktuell an einigen dünnen Riemchen. In ihr grummelte es. Sie fühlte sich verraten, hintergangen und schlagartig allein.  

Die Orioni führte beide an ihren Tisch und bot ihm einen Platz an. „Wie kann ich Ihnen helfen?“

Cal setzte sich auf den angebotenen Stuhl. Er legte die Hände auf den Tisch und beobachtete, wie seine Finger Halt auf dem Glastisch fanden. Ratana sah, wie er förmlich nach Worten rang. Sein Blick war gebeugt und er öffnete immer mal wieder seinen Mund, um ihn wieder zu schließen. Schließlich gab er sich einen Ruck, Cal richtete seine Rücken gerade und zog seine Hände an sich.
 
"Wie ist das eigentlich, jemanden zu töten?“ Cals Stimme klang wie eine Feile, die langsam, sehr langsam ein Stück Eisen bearbeitete.  

„Wie bitte?“ Ratana war nicht sicher, ob sie richtig verstanden hatte, was der CNS von ihr wollte.

„Einem vernunftbegabtem Lebewesen das Leben zu nehmen. Mit voller Absicht. Ich meine keine Kriegshandlung oder Notwehr, sondern volle bewusste Handlung.“ Cal sah die Marine an.

Die Orionerin sah ihn an. Ihr Mundwinkel zuckte kurz. Sie verstand noch immer nicht.

"Counselor," begann sie. "Ich verstehe nicht. Ich habe noch nie jemanden des Tötens willen getötet...." //Außer als Hauptmann.// schoss es ihr durch den Kopf. //Aber da warst du nicht du selbst und dieses Kapitel deines Lebens war nicht dein Kapitel. Das haben andere mit deinem Körper, aber nicht deiner Persönlichkeit geschrieben.//

Was wollte er von ihr? Der Zweck dieser Frage war ihr unklar. War das eine Therapiesitzung oder der Auftakt zu etwas anderem?

"Ich meine, ich habe noch nie einem intelligenten Wesen das Leben genommen, wo es sich nicht um eine militärische Handlung oder eine Handlung in Notwehr gehandelt hat. Das ist immer das letzte Mittel. Selbst in meinen früheren Aufträgen als Scharfschützin, habe ich aus einem militärischen Befehl heraus gehandelt, wenn Sie das meinen. Natürlich ist es keine Handlung im Affekt eines Gefechts oder einer anderen bedrohlichen Lage, sondern man plant sehr lange. Ziel, Umgebung, Entfernung, Windgeschwindigkeit, Bewegung, Flugbahn...Aber es bleibt eine Handlung aus einem militärischen Grund: Gefahrenabwehr, Beendigung einer Geiselnahme oder anderen schwerwiegenden Gründen."

Sie war sich unsicher, wieso seine Körperhaltung so anders war als sonst. Und er roch nach Stress. Ihre Pheromonrezeptoren waren entgegen ihrer Pheromondrüsen nicht chemisch kastriert. Das menschliche Stresshormon war beinahe erschlagend wahrzunehmen. 

Warum war er hier? Hatte er ihr etwas mitzuteilen? War ihr Wiedereingliederungsgesuch abgelehnt worden? Würde sie als überführte Massen-Mörderin doch ins Gefängnis gehen? Aber wo waren dann die Sicherheitsleute oder die Militärpolizei? Irgendetwas an dieser Situation sorgte dafür, dass sich ihre rasierten Nackenhaare aufstellten.

"Dürfte ich Ihre Intention hinter dieser Frage erfahren?" Der blausilberne Blick ähnelte kurzzeitig ihrem Blick in einem Verhör. Scharfsinnig, lauernd. 

Cal blickte die Orioni an. Ihre Augen waren geweitet, der Mund nicht ganz geschlossen.

//Frigides Reptil// ihm fiel ein, was de Moncoeur über sie gesagt hatte. Die Orioni saß aufrecht und wartete auf die Antwort. Sein Blick wanderte an ihrem Körper entlang, wie er stets an attraktiven Personen gewandert war. Seine Augen bewegten sich, als ob er etwas suchte und nicht wusste, was er finden wollte. 

"Mr. Mannix, ist alles in Ordnung?" In ihrer Stimme lag jetzt wieder etwas mehr Sanftheit, auch wenn der militärische Unterton nicht herauszunehmen war.

Cal senkte seinen Blick zum Tisch, irgendewtas in seinem Gesicht hatte sich geändert. "Verzeihen Sie, vielleicht habe ich mich nicht korrekt ausgedrückt. Ich habe viel darüber gelesen und viel mit Mörderinnern und Totschlägern gearbeitet. Aber niemand davon konnte differenziert berichten, wie sich das anfühlt, zu töten." Cal blickte zur Orioni auf.

"Sie waren in vielen Kampfeinsätzen, ihre Ausbildung ist auf den militärischen Dienst ausgerichtet. Ich denke, dass Sie mir sicher meine Frage beantworten können."

Das konnte sie. Genug Erfahrung dazu hatte Sie. Wenn Sie den CNS aber anblickte, dann war sie sich sicher, dass er ihr etwas verheimlichte. Seine grünen Augen wiesen eine Eintrübung auf, wie man manchmal zu Menschen sagte, dass sie kleine Augen hätten, wenn sie müde seien.

Ratana stand auf. Sie brauchte einen Moment. Ihr Kopf hämmerte. Sie strich sich über die Schläfe, die zuckende Narbe entlang. Warum wollte er unbedingt über Töten sprechen? Er hielt sie nicht für eine Mörderin. Das würde allem widersprechen, worüber sie in den unzähligen Sitzungen gesprochen hatten. Vorwürfe kannte sie von ihm nicht. Eher: Schauen Sie nach vorne. Wieso also wollte er jetzt wissen, wie es war zu töten?

Die Marine ging herüber zum Replikator. "Zwei Gläser Orionischer Jakura-Tee, heiß." Sie wartete das Summen, den Tanz der blauen Lichter ab. Sammelte die Gedanken. Natürlich. Es erinnerte sie an ein Gespräch. Mit jemand Anderen. 12 Jahre zuvor. Auf der Atlantis. Damals ging es um Rache. Ihr Blick streifte ihre vernarbten Brandwunden an den Händen. Sie hatte noch keine Handschuhe an. Sie trug sonst immer welche. Warum hatte sie das vergessen? Die Handschuhe waren ihre Art Distanz zu zeigen, sich abzugrenzen.

Ihre Gedanken wanderten zum Problem zurück. Wollte der CNS Rache? Aber wegen wem? Und warum? War das wichtig? Nein. Sie wollte es auch nicht wissen. Sie war Militärpolizistin. Sie durfte es nicht wissen. Nicht ohne Konsequenzen für ihn.

Langsam nahm sie die beiden Gläser, stellte dem CNS eines hin, streifte dabei ausversehen sein umso wärmeres Handgelenk, bevor sie sich selbst hinsetzte. Der Terraner schien zu glühen oder war ihre Haut so kalt? Der Duft des exotischen Tees strömte in ihre Nase. Erinnerte sie an ihre Heimat.

"Vielleicht ist das alles eine große Lüge Counselor," suchte sie die richtigen Worte. "Ich töte nicht. Ich bekämpfe Gefahren für die Föderation, ich wirke auf einen Feind ein, ich neutralisiere oder eliminiere ihn, ich halte ihn nieder, mache ihn unschädlich, setze ihn fest, .....Das ist der Jargon in dem ich seit fast 20 Jahre rede und denke, wenn ich beschreibe was meine Marines oder ich zu tun haben."

Ihr Blick war auf einmal glasklar. "Wissen Sie warum? Es schafft Abstand. Wir lernen das vom ersten Moment der Grundausbildung an. Haltet Abstand von dem, was ihr da tut. Wir belügen uns permanent selbst. Das wird einem so strengen und harten Drill unterliegen, das sorgt dafür, dass wir im richtigen Moment funktionieren ohne viel nachzudenken. Einstudierte Handlungen. Festgelegte Handlungsmuster. Das sind Sicherheiten. Sobald ich diese Uniform anziehe, werde ich selbst zu einer Waffe und trage einen emotionalen Schild, nehme eine klar definierte Rolle ein. So zumindest wird uns das vermittelt."

Sie nahm einen Schluck vom dampfenden Tee. Ihre dunkelgrünen Lippen umschlossen das filigrane Teeglas."Und das unterscheidet uns von Zivilisten und dem restlichen Sternenflottenpersonal. Deswegen ist das Starfleet Marine Corps auch häufig der kleine, dreckige Schmutzfleck auf der weißen Weste der Sternenflotte."

Ihre silberblauen Augen bohrten sich in seine. "Das heißt nicht, dass ich emotionslos bin oder nicht weiß, was ich da tue. Ich erinnere mich sicherlich nicht an jedes Gesicht. Ich erinnere mich aber an Geräusche, Gerüche, Worte, Situationen. Ich weiß wie es ist, aus sicheren 1500m Entfernung einen Schuss abzugeben und ich weiß wie es ist mit den eigenen Händen ein Genick zu brechen. Stolz bin ich auf nichts davon. Das ist immer Mittel der letzten Wahl und jedem, der von der Entscheidung steht töten zu müssen oder das Töten zu befehlen, kann ich nur raten: Gehe alle Alternativen durch, denn du beendest nicht nur ein Leben, du hinterlässt auch in ganz vielen Anderen damit Spuren und sei es in deinem Eigenen. Wenn man sich dann sicher ist, dass es nicht anders geht, dass man mehr Schaden verhindert als anrichtet, aber nur dann, habe ich ein vollkommen reines Gewissen."

Sie fuhr mit den Fingerspitzen über das beschlagene Teeglas. Ihre Krallen verursachten ein unangenehmes Geräusch, ein leises Schleifen. "Zu guter Letzt sind es aber meine Götter, die irgendwann über das richten werden, was ich getan habe. Auch ein Teil dieser Lüge. Und man fragt sich immer - Wie lange und wie viel kann ich mich selbst belügen?"

Ihr Blick scannte seine Mimik. Da passierte etwas in ihm. Die langgediente Marine wusste, dass sie mit ihrer Vermutung richtig lag. Dem Schatten, der da gerade warum auch immer auf seiner Seele lag. Und das erschütterte sie. Sie meinte plötzlich zu erkennen, was in ihrem Gegenüber passierte: Er blickte in einen tiefen Abgrund und sie zweifelte, dass es um die Abgründe ging, die sich auf der Couch in seinem Büro zeigten. Was den Counselor zu beschäftigen schien, war etwas dunkles. Irgendwie war er mit etwas in ihm in Berührung gekommen, das Tentakel auswarf, die sich fest an seiner dem Leben zugewandten Haltung festsog.

Ganz anders ihrer Gewohnheiten, legte sie eine Hand auf seine.

Cal blickte auf die grüne Hand, die auf seiner lag. Anders als bei Menschen wurde mit der Berührung keine Wärme transportiert. Rau spürte er die vielen kleinen Schuppen, die ihre Hand formten, die Unregelmäßigkeiten des Narbengewebes. Obwohl Cal kaum eine Reaktion zeigte, zog Ratana dieses mal die Hand nicht zurück. Sie war sich ihrer sicher und sie spürte seine Körpertemperatur.

"Ich glaube," Cals Stimme klang wie getrockenetes Papier. Die Orioni sah, dass er keinen Schluck von seinem Tee genommen hatte, "dass wir alle mit Lügen herumlaufen. Ich glaube auch nicht, dass es darauf ankommt, jede Lüge aufzudecken. Ich denke vielmehr, dass unser Leben der Versuch sein sollte, mit so wenigen Lügen wie möglich durchzukommen. Aber ganz ohne wird es nicht gehen."

Mit der freien Hand langte er umständlich nach seinem Tee, zog ihn an sich und trank einen Schluck aus dem stilvoll aus Glas geformten Gefäß. Dann drehte er seine Hand um. Ihre Händfläche lag sanft auf seiner, ihre Finger stießen gegen seine Uniformjacke und legten sich sanft an die Handwurzel. Mit Zeige- und Mittelfinger spürte sie seinen Puls.

Die Wärme und seine feine lederartige Haut fühlte sich angenehm an. Jeder seiner Pulsschläge löste in ihren Fingern ein leichtes Kribbeln aus. Sie genoß es, das Leben in seinem Körper zu spüren. Motiviert von seinem Manöver um die Teetasse, schob sie provozierend ihre Finger unter die Uniformjacke. Sie spürte, wie sich kleine Härchen auf seinem Arm aufstellten. Sie hob den Blick und sah, dass er sie ansah.

//Mit so wenig Lügen wie möglich zu leben....// schoss es ihr durch den Kopf. Sie sah ihm in die Augen und ließ ihren Blick wandern. Irrte sie sich, oder sah sie an seinem Hals eine Ader pochen? Die glatte, menschliche Haut, der Bartansatz an seinem Kiefer, sie spürte wie ein Kribbeln sich einen Weg durch ihren Arm suchte. In ihr öffnete sich eine wohl bewachte Tür zu einem selten verwendeten Raum. //Belüge oder verleugne ich mich nicht gar auch an so vielen anderen Stellen?// ging das Gedankenkarussell eine Runde weiter.

"Wenn Sie...," Ratana unterbrach, schloss aber ihren Mund nicht. Diese Seite kannte sie kaum an sich, doch irgendwie schien ihr das in Ordnung, was sie gerade tat. Sie beugte sich weiter vor. Ihre Augen umkreisten seinen Mund und begegnete dann wieder seinen grünen Augen. ".. wenn Sie jemandem das Leben nehmen, dann schießt Ihr Puls hoch. Ihr Körper wird unglaubliche Mengen an Adrenalin freisetzen. Sie werden wach sein, wie Sie es noch nie waren." Sie setzte ihre Krallen ganz sanft an seine Haut und streckte langsam ihre andere Hand in Richtung seines Gesichts aus. Sie wollte ihn berühren. Er legte den Kopf langsam auf die Seite, als ob er sie taxieren wollte. Dann beugte er sich vor. Sie war sich sicher, dass sie ein Lächeln auf seinen Lippen sah. Dann berührte sie mit Zeige- und Mittelfinger seinen Hals, legte die Finger unmittelbar auf seine Hauptschlagader.

"Sie müssen einen Ausgleich schaffen, um Ihren Körper im Griff zu halten. Atmen Sie zum Beispiel durch zusammengepresste Lippen aus und schließen Sie auf keinen Fall Ihre Augen. Die Bilder brennen sich sonst viel stärker ein." Sie erhöhte den Druck ihrer Finger auf die Ader, die seinen ganzen Körper mit Blut versorgte. Sie spürte die Kraft, mit der sein Blut durch den Körper schoss und sie spürte, wie sich die Frequenz erhöhte. Die Stresshormone, die von ihm ausgingen, machten etwas Anderem platz, etwas noch viel ursprünglicherem.

"Auf keinen Fall," wiederholte Cal und schloss seine Hand um ihren Arm, dessen Finger sich unter seiner Uniformjacke befand. Er zog sie näher an sich und beugte sich über den Tisch ihr entgegen. "Sind Sie sicher, dass Sie das wollen?" fragte er mit sanfter Stimme und zog mit seinen Blicken ihren Mund näher an sich. Seine Augen begegneten ihren und er war ihr noch nie so nah wie in diesem Moment. Die Orioni erwiderte stumm seinen Blick. Dann senkten sich ihre Augenlider und sie fixierte seine Lippen, die von einem leichten grau zu einem kräftigen rot gewechselt hatten. Sie konnte sehen, wie sich der Flüssigkeitsfilm auf der dünnen Hautschicht durch seinen Atem veränderte. "Ja" //wahrscheinlich schon//, hauchte sie rauchig und einen Sekundenbruchteil später trafen sich beide Lippen mit Wucht auf der Hälfte des zurückzulegenden Weges.

Ihre Hand an seinem Hals zog sich zusammen, als wolle sie ihn würgen, oder seinen Lebensquell nie mehr loslassen. Schnell legte er seine freie Hand auf ihre Schultern und zog sie mit einer Kraft an sich, die sie ihm nicht zugetraut hätte. Sie gab ihm nach, folgte seinen Zug und stieß sich mit den Beinen von Boden des Quartiers ab. Er drehte sich um und zog sie über sich, wischte dabei mit dem Ellenbogen die Teegläser vom Tisch. Scheppernd fielen diese auf den Boden und breiteten ihren goldfarbenen Inhalt über dem Teppich aus. Niemand kümmerte sich um die Scherben, sie blieben so alleine auf dem Boden des Quartiers, wie sich die beiden Lebewesen fühlten, die ihre Lippen nicht mehr voneinander trennen wollten. Cals und Ratanas Griffe ließen nicht los, ihre Kraft ließ die jeweiligen Finger tiefer in die gegenseitige Haut fahren. Ihre Arme legten sich schnell und besitzergreifend umeinander, spannten sich an und zogen sich an sich. Engumschlungen rangen beide miteinander auf dem Tisch, hielten sich fest, als ob sie die Einzigen waren, die sich gegenseitig Halt geben konnten.

#Ort: Quartier Ratana Tiru
#Zeit: Md -01.1400

Die Orionerin lag wach neben ihm. Sie wandte den Kopf zu seiner Seite und langsam drehte sich ihr grüner Körper. Sie richtete sich auf und stütze sich seitlich auf einem Ellenbogen ab. Langes, schwarzes Haar fiel locker über ihre Schultern, bedeckte den ausrasierten Nacken, die Schultern und den oberen Rücken. Ihr eigenes Haar fühlte sich wie ein erotischer Lufthauch auf ihrer Haut an. Langsam und mit äußerster Vorsicht ihrer Fingerspitzen fuhr sie von seinem Hals über seine Schultern. Die Haut war noch immer schweißnass und warm. Sie spürte die Bewegungen seiner regelmäßigen, entspannten Atemzüge. So ganz verstehen, was da geschehen war, konnte sie nicht. Aber es fühlte sich an als seien tonnenschwere Lasten von ihrem Körper abgefallen. Durch ihren Körper strömte eine Wärme und Zufriedenheit, die sie schon lange nicht mehr gespürt hatte. Ihre Finger suchten sich den Weg weiter über seinen Rücken.

Ein durch zusammengepresste Zähne gestöhntes „Auuuu“ rutschte über seine rauhgeküssten Lippen und holte sie aus ihren Gedanken. Schnell und ängstlich zog sie ihre Finger zurück. War das eine Ablehnung? Ihr Blick wanderte über die an vielen Stellen aufgerissene Haut, der langen, parallelen Spuren ihrer Krallen auf seinem hellen Rücken.

Sie wusste noch, wie sie auf seinem Schoß sitzend ihre Krallen in seinen Rücken getrieben hatte. Im Bewegungsrausch hatte sie sich an ihm festgehalten, eng hatte sich ihr Becken rhythmisch mit seinem Körper bewegt. Ihre Augen hatte sie geschlossen, den Kopf in den Nacken gelegt und so tief und laut geatmet, wie es sich richtig angefühlt hatte. Es hatte sich alles richtig angefühlt. Sie erinnerte sich, dass sie ihren Kopf auf seine Schultern gelegt hatte und sich in den orchestralen Bewegungen mit ihm gehen lassen hatte. Sie hatte viel Kraft dafür aufgebracht, ihn eng an sich zu halten. Ihre Krallen hatten sich dabei tief in seinen Rücken geschnitten, sie wollte ihn um keinen Preis der Welt loslassen. Nicht in diesem Moment.

Jetzt sah sie Wunden auf seiner Haut und rote Blutspuren auf dem Laken des zerwühlten Bettes und ihr wurde ihr klar, warum er auf dem Bauch lag. Das war keine Ablehnung, das waren Schmerzenslaute gewesen. „Oh," kam es über ihre Lippen. Ein dunkelgrüner Ton legte sich auf ihre Wangen.

Sie schwang ihre nackten Beine und ihren Körper aus dem Bett und ging schnell zum Replikator. Sie berührte das Aktivierungsfeld mit ihren Händen, die noch immer seine Temperatur angenommen hatten „Hautregenerator der Stufe 5 und eine antiseptische Salbe!“ ihre Stimme schnitt militärisch klar durch den Raum.

Cal wurde langsam wach. Ihn hatte das Schicksal unzähliger Männer ereilt, nach dem Höhepunkt kurz einzuschlafen. Er wusste nicht, ob er geschnarcht hatte, aber er wusste, was ihn geweckt hatte. Sein Rücken fühlte sich an, als wäre er mit einem aufgebrachten Igel bearbeitet worden.  Seine Haut brannte bis weit hinab auf die Oberschenkel. Gleichzeitig wurde sein Bewusstsein immer klarer und er realisierte, dass er nicht in seinem Bett lag. Sehr schnell wusste er aber in welchem Bett er lag. Während er das Brennen auf seinem Rücken spürte, erinnerte er sich schlagartig an das Glühen ihrer Haut, an die Millionen kleinen Schuppen, die sich in ihrer Erregung aufgestellt hatten, während beide ihre wortloses Gespräch mit viel Kraft und Ausdauer fortgeführt hatten. Ratanas Haut war dabei wunderschön anzusehen gewesen.

Sie tauchte in seinem Blickfeld auf, nackt, die Finger beider Hände hatten sich um Geräte geschlossen. "Was hast Du vor?" Cal richtete sich auf, das Brennen in seinem Rücken ließ ihn aber wieder in das Kissen zurückfallen ließ. Es fühlte sich an, als hätte er tausend Papercuts. "Ich kann mich gar nicht erinnern, dass Du mich so.."

Ratana kletterte neben ihn und aktivierte den Hautregenerator. Das Gerät summte, während sie damit langsam über seinen Rücken fuhr. "Das tut mir leid, es tut mir leid, dass ich.." ihre Stimme war brüchig, sie hatte ihn unter keinen Umständen verletzen wollen.

"Keine Entschuldigung bitte." Cal drehte seinen Kopf zu ihr. "Andererseits, Sex kann einen umbringen."

Die Orioni blickte Cal an und hob die Augenbrauen. "Wie bitte?" Sie führte das Gerät weiter über seinen Rücken. Die roten Striemen reduzierten sich langsam, die Hautregenartion wurde durch die Strahlung des Geräts angeregt.

"Naja, ich kann nur für Menschen sprechen. Aber der Blutdruck steigt ins unermessliche, die Atemfrequenz erhöht sich eklatant, die Pupillen weiten sich, der Herzschlagfrequenz steigt in den Himmel, es werden zahlreiche Hormone ausgeschüttet, die dem Körper sagen, dass er jetzt viel und lange Leistung bringen muss, das Gehirn schießt wie bescheuert immer mehr Neuroimpulse durch den Körper und die Muskeln müssen das dreifache des Körpergewichts stemmen ..."

Ratana deaktivierte den Regenerator und runzelte die Stirn. Sie blickte Cal an, der sich auf die Seite zu ihr drehte. Wie gewöhnlich in seltsamen Situationen, drückte sich ihr Rücken durch. "Wollen Sie... Willst Du mir sagen, dass Sex für dich zu gefährlich ist?"

Cal lachte auf. "Nein, überhaupt nicht." Er legte eine Hand auf ihren Oberschenkel. "Wenn Gott es nicht so unglaublich lustvoll gestaltet hätte, dann wäre wir längst ausgestorben." Zu ihren Stirnrunzeln kam ein schüchternes Lächlen hinzu. "Wollen Sie.. willst Du.." ihr Blick wanderte zwischen seine Beine. "Kannst Du denn..?"

"Wusstest Du, dass das eigentlich ausschließlich ein psychologisches Problem ist?" Er zog sie an sich und küsste sie. "Aber auf dem Rücken liegen kann ich dann nicht."

Ort: Cals Quartier
Zeit: -01.2000

Die Zigarettenspitze glühte bei jedem Atemzug auf. Cal inhalierte tief und glühend rot frass sich die Hitze durch den Tabak des Glimmstängels. Es klang, als würde dünnes Papier rascheln. Cal nahm sich die Kippe von seinen Lippen und hielt ihn vor sich. Er atmete den Rauch langsam in die Glut. Leicht glühte sie auf. Der Psychologe legte seine Hand locker ab, die Zigarette berührte die Kante des Marmoraschenbechers. Sein Handballen legte sich daneben auf der Armlehne ab als ob er es ausgemessen hatte, wurde die Kippe nicht überdehnt und der Handballen lag bequem auf dem Stoff des Sessels. Kaum sichtbar zog sich die Glut an der Zigarette weiter und feinste Spuren der Asche bröckelten in die Innenfläche der Schale.

Cal bekam von der perfekten Platzierung der Hand nichts mit, da nichts passierte. Es passte einfach. Sein Blick war an auf die Risszeichnung an der Wand geheftet. Juliette de Moncoeur hatte darin den abstrakten Riss des Abzeichen des Orionsyndikats gesehen. Jetzt sah er darin Schemen zweier Personen, die ein Feuer beobachteten. Das Zentrum war außer Kontrolle geraten, symmetrisch züngelten immer größer werdende Flammen nach Nahrung, nach Material das sie verzehren konnten. Zwei Flammen, parallel zueinander, waren größer als die beiden Personen und leckten in auslaufenden Spitzen nach ihnen. Die Figuren standen von den Flammen unbeeindruckt, hatten ihre Köpfe symmetrisch geneigt und blickten in das Zentrum der Flammen.

Cal neigte seinen Kopf leicht nach links, hob seine Hand an und nahm einen Zug von der Red Apple. Der Atemzug brannte mehr als sonst, seine Schleimhaut rebellierte. Der Rauch legte sich in seine Mundhöhle wie bitteres, trockenes Salz. Er spürte die Hitze an seiner Nasenspitze und sah dann, dass die Glut sich fast bis zur Schrift des Papers gefressen hatte. Langsam hob er die Zigarette vor seine Augen. Die Glut frass langsam aber bestimmt das "Red" des Aufzugs an und hinterließ auf dem weißen Papier braune Spuren. Es dauete nicht mehr lange, dann würde die Verbrennung den Filter erreichen und Cal wurde die Rauchgase verbrannten Styropors einatmen. Cal steckte die Kippe einmal erneut an seine Lippen, schloss seine Augen und nahm einen tiefen Atemzug. Seine Lippen schmerzten wegen der Hitze, in seine Nase kroch das durch Styropor vergiftete Nikotin und er musste sich mühen, einen aufkommenden Hustenreiz zu unterdrücke. Mit Daumen und Zeigefinger nahm er sich die Überreste von den Lippen und warf die Kippe in den Aschenbecher. Er drückte sie nicht aus, er überließ sie sich selbst. Sollte das Feuer brennen, irgendwann würde es ausgehen. Es würde glimmen, aber weil immer weniger Nahrung übrig blieb, würde es irgendwann ausgehen. Es war nur eine Frage der Zeit, wann das passieren würde.

Cal atmete aus und blickte das Bild wieder an. Die Figuren waren von den Flammen noch immer nicht aufgefressen worden, ihre Körperhaltung war unbeeindruckt. Im Angesicht des Feuers war ihre Körperhaltung gefasst oder unbeeindruckt. Der Psychologe konnte sich nicht entscheiden, was die Figuren darstellen sollten. Er stand von seinem Sessel auf. Seine Stiefel drückten sich tief in den Teppichboden des Quartiers. Er ging einen Schritt auf das Bild zu und schaute sich die Zeichnungen der Figuren genauer an. Er konnte keine überkreuzten Arme für eine Trotzhaltung feststellen, aber in sich gesunken war die Haltung auch nicht. Sie hatten sich damit abgefunden, dass sie bedroht wurden und ließen sich davon aber nicht beeindrucken.

Cal blieb stehen. Er griff in seine Hosentasche und beförderte eine neue Zigarette hervor. Den Blick auf das Bild geheftet, zündete er sie sich an. Er atmete tief ein. Kaum merklich zuckten seine Mundwinkel. Sein plötzliches Summen durchbrach die Stille des Raumes.  

"You can run on for a long time.
Go tell that long tongue liar
Go and tell that midnight rider
Tell the rambler, the gambler, the back biter
Tell 'em that God's gonna cut 'em down"

Cal lächelte und pustete den Rauch des letzten Atemzugs auf das Bild. Der grau-blaue Rauch stieß auf die Oberfläche und verteilte sich gleichmäßig. Erst, als der Rauch über die Kanten des Bildes brach, war er so sehr mit der Luft des Quartiers vermischt, dass er kaum mehr sichtbar war. Er würde einen Weg finden, de Moncoeur die Aufnahme zu entreißen und wenn er selbst in ihr Quartier einbrechen musste. Er drehte die brennenden Zigarette in seiner Hand und ballte eine Faust. Die Glut brannte sich in seine Handfläche, der Schmerz wanderte wie flüssiges Stahl durch seinen rechten Arm. Er zerrieb den Glimmstengel und ließ die Überreste auf den Boden fallen. Mit seinem Stiefeln trat der den letzten Rest aus. Das gab Brandflecken, aber zur Hölle, er hatte besseres zu tun. Vom Boden blickte er erneut auf die beiden Figuren. Zum Teufel, er würde wetten, wenn das in Bild in Farbe wäre, dann hätte die linke Figur grüne Hautfarbe.  

Ort: Holodeck
Zeit: -01.2000

Sie war verwirrt und gleichzeitig durchflutet von einer Energie, die sie nur selten bei sich erfahren hatte, weil sie ihr sonst keinen Raum gab, sie sorgsam wegsperrte. Ihre Haut war hypersensibel, ihre Sinne so geschärft, dass man es ohne Frage als überspannt betrachten konnte. Seit er ihr Quartier verlassen hatte, kam sie sich wie ein Raubtier im Käfig vor. Sie tigerte hin und her. Ruhelos.

Ratty brauchte etwas, das sie fokussierte, ihre Emotionen kanalisierte, sonst fürchtete sie die Kontrolle zu verlieren. Dies war ihr schon in der Jugend, erst Recht nicht später auf der Akademie, gut bekommen. Ihre tiefesten Emotionen kratzten an der beherrschten Oberfläche. Das musste sie bändigen und sie wusste nur einen Weg.

Da das ganze Schiff gerade einem ausgelassen feiernden Ameisenhaufen glich, waren die Holodecks leer. Die Crewmitglieder und ihre Familien, wenn sie nicht Dienst hatten, feierten in den Casinos und Bars des Schiffes ins neue Jahr hinein.

Mit Hilfe des Replikators war die passende Kleidung schnell repliziert und so wanderte sie durch fast menschenleere Gänge zu ihrem Ziel. Die beiden Sicherheitswachen, die ihr aufSchrittund Tritt folgten, blieben in respektvollem Abstand. Zischend öffneten sich die Türen. Die Wachen blieben draussen. Was die Beiden wohl für Öl in das Gerüchtefeuer an Bord kippen würden? Zumindest hatte Mannix das Quartier in einem anderen Zustand betreten als verlassen.

"Computer, lade Programm Killroy 3, Szene 6."

Weites grünes Land erschien. Noch feucht von kräftigen Regenschauern. Eingerahmt von zwei Hügelketten. Leichter Wind wehte und griff in ihre zum Zopf gebundenen Haare. Reflexartig rückte sie das schwarze Tschako zurecht, drückte dieses fest auf ihren Kopf und schloss den goldenen Kinnriemen. Sie drückte die Beine in den grauen Hosen durch, das Leder der hohen Reitstiefel knirschte dabei, die langen Sporen klimperten. Der rote, englische Uniformrock wehte im aufkommenden Wind. Einen Moment hielt sie inne, schloss die Augen, konzentrierte sich. Das fühlte sich gut an. Einen Moment allein zu sein. Den Wind und nichts als den Wind im Gesicht zu spüren.  

Sie stand auf einer kleinen Erhebung und sah anschließend über die weite, belgische Landschaft. Ihre linke Hand schloss sich um den Griff des Säbels, der am Gehänge baumelte. Ein letzter kleiner Moment von äußerem Frieden vor dem inneren Krieg. Ihrem Krieg. In ihr tobte eine Schlacht aus Emotionen, aus Aggression, aus Angst, aus Scham und aus Furcht. Und Verlangen. Vor allem Verlangen.

 //Kanalisieren Sie ihre Emotionen auf die Spitze der Klinge.// schallte ihr die Ansage ihres Fechtmeisters durch den Kopf. //Schlagen Sie nicht mit Fäusten Nasen und Köpfe blutig, beweisen Sie, dass Sie sich unter Kontrolle haben. Teilen Sie erst aus, wenn Sie sich dessen sicher sind. Diese Waffe ist ihr Blitzableiter und nichts anderes mehr.//

In der Ferne erklangen Trompetensignale. Kanonendonnern. Befehle. Ihr Herzschlag setzte an kräftiger zu schlagen. In ihr suchte sich die Energie einen Weg. Sie spürte, wie sich ihr Blick auf das richtete, was in der Ebene unter ihr geschah. Aufmaschierende Truppen - Fußtruppen, Artillerie, Kavallerie: Franzosen auf der einen - Engländer, Niederländer, Hannoveraner, Braunschweiger und Nassauer auf der anderen Seite. Die Preußen, am Vortag hart geschlagen, würden fast zu spät kommen - aber gerade rechtzeitig. Fast wie die Klingonen in der Schlacht um Deep Space 9.

Doch das war heute Abend nicht die finale Schlacht um die Zukunft des Alphaquadranten, sondern

um die Europas. Eines irdischen Kontinents, seit Jahren unter der Blutherrschaft eines französischen Emporkömmlings - Napoleon Bonaparte.

Charles Killroy liebte dieses Szenario ganz speziell und sie liebte historische Schlachten generell. Das war die kleine, gemeinsame Leidenschaft von ihr und ihrem schottischen Stellvertreter. Ob Germanen gegen Römer, Pikten gegen die Ritter der Tafelrunde, Engländer gegen Jakobiten, Preußen gegen Österreicher, Deutsche gegen Amerikaner, MACO gegen Xindi oder etwas abgedrehter zu klassischer terranischer Science-Fiction - Arachnoiden gegen Mobile Infanterie. Die Szenarien waren ähnlich gestrickt, unterschieden sich in der Epoche und den Waffen, aber sie halfen ihr sich auszutoben.

Das war ihr persönlicher Kampf. Sie spürte wie ihr Herzschlag in den Hals kletterte, wie sich ihre Finger schmerzhaft um den Griff des Säbels schlossen. Sie wusste, dass sich ihr Lebensweg heute verändert hatte. Und sie hatte es genossen. In ihr war ein lange verleugnetes und wildes Tier wach geworden. Es hatte Blut geleckt oder eher Lust. Jetzt musste sie es bei Zeiten wieder einsperren. Aber vorher wollte sie es laufen lassen. 

Eine Ordonnanz führte ein Pferd heran, beide Hände hingen kämpfend in den Kandarenzügeln. Die Satteldecke flatterte im Wind, das Zaumzeug ächzte, das eiserne Gebiss im Maul knirschte. Der Schimmelhengst tänzelte nervös im Kreis, schnaubte, wieherte markerschütternd, rollte mit den Augen. Seine Nüstern waren leuchtend rot von Blut durchströmt. Schweiß stand auf dem Fell und Schaum in den Mundwinkeln. Irgendwo vom Schlachtfeld aus antwortete ein anderes Pferd.

Ratty lies sich nicht auf einen Kampf ein. Sie übernahm die Zügel, verminderte den Druck, wartete bis das Pferd ihre Körpersprache las und nur noch auf der Stelle tänzelte. Sie legte ihre Stirn an das samtene Pferdemaul. Der warme Atem des Pferdes strich durch ihr Gesicht, in ihren Nacken wie es vor einigen Stunden noch der Atem von jemand Anderem getan hatte. Der Hengst spürte die nahe Schlacht, das Verderben. Und sie liebte es. Das Spiel mit ihrem Leben. Auf einem 600 Kilo schweren Muskelberg in die Schlacht getragen zu werden und nicht zu wissen, ob sie die Gewalt über diesen jederzeit behielt. Die Scots Grey, deren Uniform sie gerade trug, nahmen sonst vor der Schlacht die Gebissstangen aus dem Pferdemaul, ritten in Linie, wie eine Urgewalt. Das wollte sie heute nicht.  

Ratana Tiru trat nach diesem Moment der Kontaktaufnahme an die linke Seite des Pferdes, griff nach dem Steigbügel und zog ihn im Riemen herunter, griff mit der linken Hand in Zügel und Vorderzwiesel, legte den Ballen des linken Fußes langsam in den Bügel auf Brusthöhe, griff mit der rechten Hand zum Hinterzwiesel, stieß sich genauso kräftig vom Boden ab wie.... wie vorhin, als sie ihm entgegengekommen war.

Mit wohlgebremsten Schwung landete sie im Sattel, legte den rechten Fuß in den anderen Bügel, schob den Schieber des Kandarenzügels dicht an den Hals und griff mit dem Ringfinger der linken Hand in die so entstandene Schlaufe und eine Strähne Mähnenhaar hinein. So wie sie vorhin in sein Haar gegriffen hatte.

Ihr Puls klopfte gegen den hohen Kragen der Uniform. Der Hengst tänzelte erneut. Sie spürte die unbändige Kraft zwischen ihren Schenkel, die spielenden Muskeln. Kurz schloss sie erneut die Augen. Andere Bilder jagten durch ihren Kopf. Ihr Körper prickelte, ihr Geist tauchte in die Bilder dieser Erfahrung ein. Nur einen Moment. Der Lärm, der ausbrechenden Schlacht, die anderen an ihr vorbeipreschenden, schreienden Reiter, das Donner der Hufe um sie herum, holten sie ins Jetzt zurück.  

Laut schreiend, so wie vor einigen Stunden noch vor Lust, zog sie den Säbel, nahm im selben Moment die Zügel an, so dass sich die Bäume der Kandare spannten, drückte die Schenkel ans Pferd und entlastete den Sitz. Der Grauschimmel bäumte sich wiehernd, rebellierend unter ihr auf, hob die Vorderhufe vom Boden als wolle er steigen und schoss dann doch vorwärts mit ihr in die Schlacht.

Nur wenige Sekunden später knallte Metall auf Metall und die Orionerin wusste, dass das heute nicht ihr persönliches Waterloo werden würde.


Ort: Turbolift
Zeit: MD -01.2347

Ratana Tiru war kein Führungsoffizier - nicht mehr. Aber Commodore Skyla Lyma hatte sie zur Brücke beordert, damit sie die Taktische Abteilung bei der Auswertung mehrerer Notrufe unterstützen konnte. Die Orionerin hatte die schreiend rote Uniform hastig gegen die schwarz-grüne des Starfleet Marine Corps getauscht. Ihr rechter Oberarm schmerzte von der Überanstrengung der letzten Stunden. Aber sie fühlte sich gut. Geerdet.

Der Turbolift hielt auf seinem Weg zur Brücke an um einen weiteren Passagier aufzunehmen.

Alle leitenden Offiziere zum Missionsbriefing. So hatte die kurze Nachricht gelautet, wegen der Cal Mannix sich aus seinem Büro auf den Weg gemacht hatte. An der nahesten Station hatte er den Turbolift geordert und wartete. Gähnend hielt er sich den rechten Handrücken vor den Mund, drückten Augen zusammen und öffnete sie wieder. Tränenflüssigkeit hatte sich in den Augenrändern gesammelt, er war müde. Als die Hand wieder frei war, klopfte er das Padd, das er in der anderen hielt ungeduldig in die Handfläche. Er war müde und hatte bei weitem besseres zu tun, als irgendeine unsinnige Missionsbesprechung nur Minuten vor Jahresende durchzuführen. Nicht, dass das noch eine blöde Idee zu einer Neujahrsparty war.

Genervt drückte er auf die Bedienfläche um den Transporterlift anzufordern. Zuerst tippte er zweimal mit dem Zeigefinger, dann hieb er mit der Handfläche drauf. Die Farbe hatte schon bei der ersten Berührung von rot auf grün gewechselt, seine Anforderungen für einen Turbolift war angenommen worden. Die nächste Kapsel würde bei ihm halten, das wusste er. Irgendeinem Trieb folgende hieb er ein weiteres Mal auf die Fläche in der Hoffnung, dass jede weitere Anforderung die Fahrt der Turboliftkapsel beschleunigen würde. Das grün wurde weder dunkler, noch begann es zu blinken, was das Zeichen gewesen wäre, dass die Kapsel in wenigen Augenblicken bei ihm ankam. Er wandte sich ab, unterdrückte ein weiteres Gähnen, was von außen aussah, als würde sich sein Gesicht in die Länge ziehen, nur seine Lippen blieben aufeinander gepresst. Er war müde und er hatte besseres zu tun.

Jezec Erk, eine neue Crewwoman aus der Technik hatte allerdings nur in den letzten Stunden Zeit gehabt. Nachdem er ihr eine Halbjahres-Ration Offiziersguthaben für die Replikatoren versprochen hatte, hatte die Sicherheitsspezialistin ihm gegeben, was er wollte. Dafür würde bei der nächsten Evaluation ihr Alkoholkonsum nicht auftauchen, auch das hatte er ihr versprochen. Für besonderes Essen oder Syntheol würde er im nächsten halben Jahr schnorren müsssen. Allerdings war nun der digitale Schlüssel zum Quartier von Juliette de Moncoeur auf dem Padd gespeichert, dass er wieder nervös mit der einen Hand in die andere klopfte. Dann begann das Kontrollfeld grün zu blinken.

Die Türen wichen zischend auseinander. Seine frisch verheilten Wunden begannen schlagartig zu jucken, sein Hirn bildete seinem Geschmackssinn ein, dass er ihren Schweiß roch. Er sah ihre geschlossenen Lippen und sah gleichzeitig, wie sie sich auf seiner Brust abstützte, die schwarzen Haare auf ihren Rücken schwang und sich mit ihrer gespaltenen Zunge über ihre spitzen Zähne fuhr. Ratana blickte ihn an, ihre Augenbrauen winkelten sich kurz an. Sie war irritiert, dass er nicht sofort in die Kapsel einstieg.

Wortlos stellte sich Cal neben sie, nahm das Padd in die rechte Hand, so dass er die Hand neben ihr frei hatte. Er wusste, dass die Fahrt zum Konferenzraum nicht mehr lange ging. Die Türen schlossen sich, die Kapsel nahm Fahrt auf, die Lichter blinkten. In wenigen Sekunden würden Sie ihr Ziel erreichen. Aus den Augenwinkeln sah er, wie sich ihr Rücken durchstreckte. Es war ihr Zeichen für Unsicherheit. Mit seiner freien Hand tastete er nach ihrer, berührte ihren rechten Zeigefinger. Sein Mittelfinger legte sich unter ihren, sie winkelte den Finger an, schloss ihn um seinen. Ihr Ringfinger legte sich in seine Handfläche, er beugte seine. Ihre Finger legten sich zwischen seine, er griff zu und spürte erneut, dass ihre Haut nicht wärmer war als Umgebungstemperatur. Sie drückte fest zu, versuchte mit jedem Teil der Hand seine zu spüren und begann die Wärme anzunehmen. Kräftig drückten sie zu, Ratana beugte sich leicht zu ihm und legte ihre freie Hand auf seine. Er wandte den Kopf und schaute sie an. Das blinken der Lichter endete, der Turbolfit reduzierte seine Geschwindigkeit. Ein letztes Mal drückten beide zu und öffneten schlagartig ihre Hände. Die Orioni faltete ihre Hände vor sich, Cal ließ seine Hand einfach neben sich hängen. Die Türen der Kapsel öffneten sich zischend. Mit geradem Rücken verließ Ratana als erste den Turbolift und streifte sich im Gehen die bisher im Gürtel steckenden Lederhandschuhe über. 

</rpg>

<sum>

#Ort: Quartier Cal Mannix
#Zeit: Md -01.1000

Cal Mannix denkt darüber nach, dass es nur noch den Ausweg gibt Juliette de Moncoeur zu töten. Er hat auf diesem Gebiet aber wenig praktische Fachexpertise und überlegt, wer ihm die nötigen Denkanstöße dazu geben könnte. Bevor er aufbricht, schickt er Commodore Lyma noch seine positive Dienstbeurteilung für Ratana Tiru ab.

#Ort: Quartier Ratana Tiru
#Zeit: Md -01.1200
Ratana Tiru ist überrascht als Counselor Mannix an ihrer Tür steht. Sie bittet ihn hinein und ist noch überraschter als er von ihr wissen möchte wie es ist zu töten. Während des Gesprächs gleitet das Thema ab und die Beiden stellen etwas ganz anderes fest.

#Ort: Quartier Ratana Tiru
#Zeit: Md -01.1400
Cal Mannix wird wach und erinnert sich Dank einiger körperlicher Spuren daran, was die letzte Stunde geschehen ist.

Ort: Cals Quartier
Zeit: -01.2000
Cal Mannix denkt in seinem Quartier über eine Tuschezeichnung nach und stellt Parallelen zu seiner Situation und einer gewissen Person her. Er beschließt, dass er gegenüber de Moncoeur die Initiative zurückgewinnen muss und dazu braucht er das Video.

Ort: Holodeck
Zeit: -01.2000
Zeitgleich betritt Ratana Tiru das Holdeck und startet eine Simulation der Schlacht von Waterloo. Sie muss die in ihr wütenden Emotionen wieder einfangen, da sie ihr Temperament als Bedrohung für Andere ansieht. In der Rolle eines Scots Grey Kavalleristen reitet sie in die Schlacht.

Ort: Turbolift
Zeit: MD -01.2347
Ratana Tiru wird auf die Brücke gerufen und trifft im Turbolift auf Cal Mannix, der zur Dienstbesprechung eilt. Beide reden kein Wort miteinander, tauschen aber eine stumme Geste aus.

</sum>

 Submittey by Lt. j.G. Cal Mannix und 1st. Lt. Juliette de Moncoeur
aka Phil und Linda

 

Nochmal zum nachlesen:

 

Teil 1: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/589

Teil 2: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/590

Teil 3: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/591

Teil 4: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/592

Teil 5: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/593

Teil 6: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/594

Teil 7 : https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/595

Teil 8: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/596

Teil 9: https://groups.io/g/USS-Odyssey/message/597

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