Two from outer space, Teil 5: Date-time


Skyla Lyma
 

 


Hi Alle! Es geht mit der Prequel zur Kommandoübernahme weiter, wobei auch das Post schon im fertig werden ist und die Tage kommt!

Wie immer hatte ich ein paar herzliche lacher beim schreiben und wir hoffen, es geht euch beim lesen auch so!

Aber jetzt: *Trommelwirbel* Tada!!!!!


<RPG>


MD -2.2000

Midgard Station



“Tillys”, die Bar, die Conrad als Treffpunkt genannt hatte, entpuppte sich auch genau als nur das: Ein Treffpunkt. Maggie und Red waren etwas verwundert als sie von Conrad kontaktiert wurden und woanders hin geschickt, die Bar hatte in ihren Augen gehoben und gut ausgesehen. Die wahre Location war aber etwas völlig anderes.


Die ‘Bar Tholomäus’ war etwas, was man als Themenkneipe bezeichnen konnte. Boden und Wände waren mit graugelben Steinmauern verschalt, in denen von hinten beleuchtete und nach oben spitz zulaufende Buntglasfenster eingelassen waren. Mehrere Säulen unterteilten den Innenraum der Bar und trugen ein Kreuzrippengewölbe, dessen Decke mit altertümlich anmutenden Malereien verziert war. Das Mobiliar bestand aus recht einfach wirkenden Holzbänken und Tischen, die Bar selbst war einem verlängerten Altar nachgeahmt, und ein großes Kreuz hing vor dem Spirituosenregal. Aus versteckten Lautsprechern kam eine von einem gregorianischen Chor neuinterpretierte Version eines rigelianischen Reggeastücks, das letzten Sommer von den Subraumsendern hoch und runter gedudelt wurde. Das religiöse Thema der Bar machte auch vor den Bediensteten nicht halt, die in erdfarbenen Mönchskutten ihrer Arbeit nachgingen; der Barkeeper trug passend zum Altar eine Soutane. Nur die Gäste stachen aus dem Ambiente heraus; das auf einer Station wie Midgard zu erwartende bunte Völkergemisch in moderner Kleidung bildete einen scharfen Kontrast zu dem altertümlich anmutenden Rest.


"Ein seltsamer Ort für ein Date." meinte Maggie, als sie die Räumlichkeiten einige Sekunden auf sich hatte wirken lassen.


Red neben ihr zuckte mit den Schultern.

"Wieso? Es ist 'ne Kneipe, sie ist sauber und man muss nicht über Schnapsleichen steigen um an seinen Tisch zu kommen."


"Du kennst dich nicht sonderlich gut mit irdischer Religion aus, oder?" fragte Maggie die Sylenin die bestätigend den Kopf schüttelte. Sie selbst war nie sonderlich gläubig gewesen, hatte aber zumindnest einen mehr oder weniger guten Überblick darüber, wofür die wichtigeren Religionen ihres Heimatplaneten standen.

"Ich sag es mal so: Wenn du die Sternenflotte für prüde und unflexibel hältst, dann wirst du an dem Verein, an den das hier angelehnt ist, deine wahre Freude haben."


"Wir sind ja nicht hier weil wir beten wollen." stellte Red klar und suchte den Raum ab. Als sie gefunden hatte, wonach sie suchte, deutete sie mit dem Kopf in die Richtung.

"Sondern wegen denen da."


Zielsicher setzt Red sich in Bewegung, und Maggie folgte ihr nach einem Moment. Nein, sie waren nicht zum Beten hier. Und wäre das hier eine echte Kirche hätte man Red so wie sie gekleidet war nie über die Schwelle gelassen - hier erntete sie zwar das übliche Spektrum an Blicken, aber niemand schien sich ernsthaft daran zu stören, das sie als Minirock trug was andere als Gürtel verwendet hätten.


Red führte sie zielstrebig in die Richtung einer Nische im hinteren Teil der Bar und zu einem Tisch, an dem bereits zwei Personen saßen. Als die sie kommen sahen standen beide auf und begrüßten die Frauen.


"Hallo Red, Maggie. Schön das ihr gekommen seid." sagte Conrad und zeigte auf den Mann neben sich. "Darf ich euch Jürgen vorstellen? Er ist mein erster Maat."


"Sehr erfreut." versicherte Jürgen und hielt den beiden Frauen die Hand hin.


Red ergriff sie sofort und drückte fest zu. Jürgen kniff die Augen zusammen, mit soviel Kraft hatte er nicht gerechnet.

"Es freut mich, Sie kennen zu lernen." lächelte die Rothaarige.


"Mich auch." ergänzte Maggie reserviert und war Red einen raschen, verärgerten Blick zu. Dass das hier ein Doppeldate werden sollte hatte die Sylenin ihr verschwiegen - und das schelmische Blitzen in deren Augen bestätigte ihr, dass es auch kein Versehen war.

Aber dann machte sie gute Miene zum bösen Spiel und nahm ebenfalls Jürgens Hand - zu dessen Erleichterung zwar mit einem festen, aber nicht schmerzhaften Druck.


"Setzt euch." lud Conrad ein, und alle Vier nahmen Platz.


"Interessantes Lokal." meinte Maggie und deutete in den Raum hinein. "Hat der Besitzer in einem vorigen Leben in einem Kloster gelebt?"


Conrad lachte.

"Tatsächlich ist der Besitzer ein Benzit und war noch nie auf der Erde. Aber irgendwie hat er an dem religiösen Thema einen Narren gefressen und ist auf die Idee gekommen, sein Lokal entsprechend zu gestalten. Dementsprechend würde ich auch von der Authentizität nicht allzuviel erwarten. Das da zum Beispiel," er zeigte auf eine Säule, auf der in kantigen Lettern 'Gegeben werden soll ihnen, also einem jeden von ihnen - Brian, 54:40' geschrieben stand - "ich habe keine Ahnung wo er das aufgegriffen hat, aber ich glaube nicht, dass das aus der Bibel stammt."


"Soll was gegeben werden?" wollte Red wissen.


Conrad zuckte mit den Schultern. "Wie ich schon sagte, niemand hier weiß wo das herkommt, und was er damit meinte. Vielleicht hat er sich auch nur einen Scherz erlaubt.

Aber ich habe euch nicht wegen der Einrichtung eingeladen. Die Bar Tholomäus hat mit Abstand den besten Barkeeper auf der Station - es ist die erste Adresse für leckere Cocktails. Und das Essen ist auch nicht schlecht."


Maggie griff nach einer der Speisekarten -dem Thema folgend eine Schiefertafel, in die die Gerichte eingraviert waren- und überflog sie. Die Speisen waren Fisch- und Lammlastig, und es gab Maultaschen in allen möglichen Variationen, dazu verschiedene Biere und Weine. Sie drehte die Karte um und fand die Cocktails.


"Brennender Dornenstrauch?" fragte sie.


"Eigentlich ein Sambuca." grinste Jürgen. "Aber sie tun noch ein paar Gewürze hinein, die ihm einen netten Touch geben."


Maggie las weiter. "Und das 'Blut Christie' ist dann wohl ein Bloody Mary, oder?", worauf Jürgen nickte.


"Der 'Tag des jüngsten Gerichts' klingt gut." warf Red ein, die sich zu Maggie herübergelehnt hatte und ebenfalls die Karte studierte.


"Vorsicht." mahnte Conrad. "Das Zeug ist berüchtigt und trägt seinen Namen zurecht. Wenn du Heute noch irgendwas vor hast, außer stöhnend im Bett zu liegen, dann solltest du was anderes nehmen."


"Hm. Ich hatte schon gehofft stöhnend im Bett zu liegen, aber aus anderen Gründen." gab Red wimpernklimpernd zurück, woraufhin Jürgen rot anlief. Zu seinem Glück wurde er, ehe Red weiter ins Detail gehen konnte, von einem Mönch gerettet, der nach ihren Getränkewünschen fragte. Mit Bestellungen für eine Frucht vom Baum der Erkenntnis, Pontius Pilatus, den Turm von Babylon und das Kirchenzehnt sowie einer Runde heiligem Geist mit Himbeere für alle zog er sich wieder zurück.


"Also, ich nehme an, ihr konntet euch schon ein wenig umsehen." griff Jürgen das Gespräch wieder auf. "Was haltet ihr von unserer Station?"


"Es ist 'ne Bruchbude." meinte Red, ehe Maggie etwas anderes sagen konnte. "Aber eine mit Charme. Sie gefällt mir, und wir überlegen, ob wir etwas länger hier bleiben."


"Ach, tun wir das?" erkundigte sich die andere Frau spitz. "Du weißt schon, das wir Rechnungen zu zahlen haben und unsere üblichen Vermittler hier keine Verbindungen haben? Keine Arbeit, kein Geld, kein Stern von Orion."


Red zuckte mit den Schultern. "Natürlich weiß ich das. Aber wir können es ja zumindest mal versuchen. Vielleicht finden wir ja jemanden, der sich für uns umhören kann..."

Bei dem letzten Satz sah sie Conrad direkt an.


"Ihr seit zu einem schwierigen Zeitpunkt nach Midgard gekommen." erklärte er. "Mit der Rückkehr der Födis wird gerade das gesamte Gefüge der Station auf den Kopf gestellt. Leute, die letzte Woche noch offizielle Posten bei den Grim Guardians hatten verstecken sich jetzt auf den unteren Ebenen, während Kollaborateure sich Verwaltungsposten anzueignen versuchen. Händler sortieren ihr Warenangebot um oder schließen und warten erstmal ab, ob und wie sie unter den neuen Regeln ihre Kunden erreichen können. Niemand weiß ob und wie lange die Sternenflotte sich hier halten kann, und bisher sind sie zu sehr damit beschäftigt den Laden irgendwie am Laufen zu halten um eine klare Linie auszugeben, wie es weitergehen soll: Führen sie ein ultrastrenges Recht-und-Ordnung-System ein, wo du verhaftet wirst wenn du ein Kaugummipapier wegschmeißt, oder arrangieren sie sich mit den Stationseinwohnern und drücken hier und da mal ein Auge zu. Momentan sieht es nach dem ersten Fall aus, was die Situation hier noch weiter anheizt.

Was ich damit sagen will: es gibt wenig, worauf man sich hier momentan verlassen kann. Wer heute ein zuverlässiger Partner ist kann morgen zu einem Risiko werden. Wenn ihr hier jetzt Fuß fassen wollt, dann geht ihr damit ein ordentliches Risiko ein, auf die Nase zu fallen, und zwar so richtig. Aber wenn ihr Glück und den richtigen Riecher habt könnt ihr euch gut positionieren.

Wenn ihr wollt, dann kann ich euch ein paar Adressen geben, bei denen ihr anklopfen könnt. Aber das tut ihr dann auf euer eigenes Risiko."


"Natürlich." bestätigte Maggie. "Wir werden es uns überlegen."

"Aber wer sind diese Grim Guardians eigentlich?"


"Sie sind.. waren die Besitzer dieser Station." sagte Jürgen.

"Manche nennen sie Piraten, und ja, sie überfallen auch Schiffe. Aber nur solche, die nicht bei ihnen registriert sind."


"Und diese Registrierung kostet Geld?"


"Natürlich. Als Gegenleistung erhält man freies Geleit durch ihr Gebiet. Die Guardians sorgen dafür das sich hier keine anderen Piraten breit machen und sie halten.. hielten die Station in Stand und dort die Ordnung aufrecht. Für die Födis sind sie nur ein Verbrecherkartell, wir sehen in ihnen eher eine Art Schutztruppe. Sie sind manchmal etwas rauh, aber wenn man ihnen mit Respekt begegnet sind sie fair."


Conrad nickte zustimmend.

"Wir haben uns gut mit ihnen arrangiert, die meisten hier jedenfalls. Dank den Guardians konnte man auf Midgard ganz offen mit praktisch allem handeln, was es in der Galaxis gibt; das hielt die Preise unten und die Gefahr übers Ohr gehauen zu werden war geringer, weil die Jungs da keinen Spaß verstanden. Die Föderation wird vielen dieser Geschäfte einen Riegel vorschieben, so das sie wieder im Untergrund passieren werden, das Risiko wird die Preise explodieren lassen, und man wird allgemein misstrauischer werden. Die Sternenflotte verspricht uns einen höheren Lebensstandard, weniger Kriminalität und eine tolle Zukunft. Aber tatsächlich werden sich viele diesen neuen Standard nicht leisten können, die strengeren Regelungen werden mehr Leute kriminalisieren, und die Zukunft wird nicht so toll."


"Vielleicht." murmelte Maggie. Der Mönch war mittlerweile mit den Getränken zurückgekehrt und sie nippte an ihrem Cocktail. Es stimmte, er war wirklich gut.

"Aber vielleicht überrascht uns die Flotte auch und kriegt die Kurve. Wenn die Händler merken, das sie auch ohne Schutzgelder sicher ihren Geschäften nachgehen können, wenn die Gesundheitsversorgung mittelalterliche Standards hinter sich lässt und die Menschen merken, dass sie _nicht_ wegen einem Kaugummipapier eingesperrt werden, dann können sie den Guardians die Zustimmung abgraben und ihre eigene aufbauen."


"Vielleicht." stimmte Conrad zu und musterte sie nachdenklich über den Rand seines Cocktailschirms. "Aber nach dem bisherigen Verlauf dieser Übernahme würde ich nicht darauf wetten."


Red schüttelte bedauernd den Kopf: “Wir waren nicht dabei, wie ihr sicher noch wisst. Aber in unserem Geschäft kommt man viel herum und lernt vieles kennen. Klingonen zum Beispiel sind schlimm weil sie jeden Nichtklingonen als minderwertig ansehen, Romulaner nerven mit ihrer Xenophobie und die vielen kleineren Mächte haben auch alle ihre Marotten. Ferengi kommen euren lokalen Piraten sicher am nächsten, denke ich.” 

Sie warf einen Seitenblick zu Maggie, die kurz zögerte, dann aber zustimmend nickte. 

“Aber die Sternenflotte hat meiner Erfahrung nach einen Grundlevel, und je nachdem wer das Sagen hat, tendiert er in die Eine oder die Andere Richtung. Weiß man schon wer das Sagen haben wird?”


Conrad sah Red zweifelnd an. “Wieviel kommt ihr herum?” 


Die zuckte mit den Schultern. “Sagen wir es so: Die Star of Orion ist nicht groß, aber sie ist schnell und bei ihren Kunden dafür bekannt, das sie mit ihrer Ladung ankommt oder garnicht. Da wir hier sind bedeutet das, das wir bisher unsere Ladung immer zugestellt haben.” 

Dabei grinste sie, und es war kein freundliches Grinsen. Eher ein Zähnefletschen.


Conrad verstand den Wink und kehrte zum ursprünglichen Thema zurück. 

“Wie es ja nicht schwer herauszufinden war, ist momentan diese Veronique Lionne die sogenannte Kommandantin der Station. Aber es gehen Gerüchte um, das sie nur interimsmäßig da ist und der endgültige CO schon auf dem Weg ist.”


Jetzt beugte Maggie sich vor: “Und weiß man schon wer das sein wird?” 


Conrad schnaufte. “Klar weiß man das. Jeder hier auf der Station weiß wer der neue Kommandant wird. Oder die. Das Problem ist, das jeder einen anderen Namen weiß."


"Du übertreibst." warf Jürgen ein. "Wir wissen es zwar nicht, aber es gibt schon ein paar wahrscheinlichere Kandidaten. Da wäre zum Beispiel Kapitän Kunar Shisi, die Nummer zwei im Sektorhauptquartier. Kommander John Nissobor, der CO der USS Gremlin - ein Mann, der sich in der Vergangenheit schon einen Namen damit gemacht hat Unruhen mit harter Hand anzugehen. Oder Tr'Ziluss, eine caitianische Diplomatin."


"Natürlich gibt es auch die Theorie, das Lionne doch länger bleiben wird, oder das ihr Kettenhund, eine gewisse Katie Duncan, übernehmen soll." führte Conrad die Liste fort.

"Aber offen gesagt glaube ich das alles nicht."


"Warum?"


"Es gibt jemanden auf der Kommandoebene, der gegen Gefälligkeiten Informationen durchsickern lässt. Und diese Person sagte, das in den nächsten Tagen die Ankunft von drei weiteren Schiffe der Föderation geplant sei: Die Resolution unter Kapitän T'Kary, die Hammarskjöld unter Kapitän Damarkas, und die Moldau, ein kleiner Runabout. Wenn ihr mich fragt, bringt eines dieser Schiffe den neuen Kommandanten - T'Kary, Damarkas, oder jemand, der als Passagier mitreist."


Red und Maggie wechselten einen Blick. Hammarskjöld, das war ein Name, der ihnen schon einmal über den Weg gelaufen war und den sie hier nicht erwartet hätten.

"Also bleibt es bis auf weiteres ein Rätsel." fasste Maggie zusammen.


Conrad nickte und zog an seinem Strohhalm.

"Ja. Aber eines, das sich beizeiten lösen wird, ganz ohne das wir etwas dazu tun müssen oder können. So, und jetzt aber genug geredet über Politik und die Födis. Lasst uns über etwas anderes reden - zum Beispiel über euch. Wo kommt ihr eigentlich her? Was erwartet ihr vom Leben? Und wo habt ihr dieses schicke Schiffchen her?"


Red lächelte wieder.
“Das waren drei Fragen. Eine beantworte ich soweit ich kann. Welche?”


Während sie einen Schluck ihres Drinks nahm sah sie zu wie es in Conrads und Jürgens Gehirnen arbeitete. 


“Das Schiff!” platzte Jürgen heraus, genau in dem Moment an dem Conrad “Die Ziele im Leben!” sagte. 

Red lachte, während Maggie kicherte. 

“Was jetzt?” 


Die beiden Männer schauten sich an, dann zog Jürgen mit einem Nicken in Richtung seines Chefs seine Frage zurück. 


Mit einem verschwörerischen Lächeln lehnte Red sich an Maggie, die gute Miene machte.

“Also irgendwann will ich an dem Punkt sein, nie wieder Arbeiten zu müssen, wenn ich nicht will.” stellte Red dann so ernsthaft fest, das Maggie nicht anders konnte als amüsiert zu schnaufen, was Red dazu verleitete noch breiter zu lächeln. 

“Ich stelle es mir schön vor, sich alles leisten zu können. Teures Essen, exquisiten Schmuck, Freunde einladen, durchs All jetten ohne an die Konsequenzen zu denken.” 


Um nicht nach ihren Zielen im Leben gefragt zu werden nickte Maggie enthusiastisch mit, während sie krampfhaft versuchte, nicht laut loszulachen. Red - Mara - wollte nie wieder arbeiten müssen? Mara, die mehr Latinum und wahrscheinlich mehr Einfluß hatte als mancher Präsident eines Planeten? Zum schreien komisch!


“Mit einem Schiff wie dem Euren könnte das sogar möglich sein!” lachte Conrad und beugte sich verschwörerisch zu Red, wobei er sie -natürlich ganz versehentlich- berührte.


“Ja,” gab sie dann zu, “die Star ist ein außergewöhnliches Schiff. Aber der kleine Laderaum schränkt die Frachtkapazität ein.” 


“Was transportiert ihr so für gewöhnlich?”


Sie zuckte die Schultern und lachte: “Keine Ahnung. Ich öffne unsere Fracht nicht. Ich bekomme sie verplombt an Bord und liefere sie in genau diesem Zustand ab.” 


Dann wurde sie aber ernst. “Wenn ich aber jemals herausfinde, das jemand mir Drogen oder Sklaven untergeschoben hat...” 


Conrad, der es sich an Reds Schulter bequem gemacht hatte, zuckte bei Reds Tonfall zurück. 


“Was passiert dann?” 


“Wir haben erst einmal über Umwege erfahren, das uns ein Kunde Drogen untergeschoben hat.”


“Und?”


“Der Kunde verschickt nie wieder etwas?” War die trockene Antwort und Conrad blieb es überlassen, sich auszudenken warum. 


*******


Nach dem Intermezzo hatte sich das Gespräch wieder auf Alltäglichkeiten verlegt. Conrad und Jürgen erzählten vom Leben als fliegender Händler und den Alltag auf der Station bevor die Sternenflotte zurückgekommen war, und Red revanchierte sich mit ein paar Geschichten die ihre Adoptivschwester Kajira erzählt hatte - entsprechend editiert natürlich, während Maggie auch die eine oder andere Anekdote einwarf. 


Durch das Gespräch konnten sich die Beiden ein gutes Bild von der Herrschaft der Grim Guardians machen. Nur wer ihr Anführer war, jemand, der sich Crimson Dawn nannte, blieb ein Rätsel.


“Niemand kennt ihn. Oder sie. Oder es. Alle wissen das die Grim Guardians einen Anführer haben der wie gesagt Crimson Dawn genannt wird, aber keiner kennt seine Identität.” Conrad hatte entschuldigend gelächelt. “Es gibt eine Handvoll Leutnants, die wahrscheinlich wissen wer es ist und die, wenn man es so sagen kann, die offiziellen Gesichter der Gruppe sind. Aber bei allem was wir wissen könnte unser Kellner in Wirklichkeit Crimson Dawn sein.” 


Maggie warf einen Blick auf besagten Kellner, der gerade mit einer neuen Runde Drinks in ihre Richtung schlurfte. 

“Das wäre die beste Tarnung des Universums!” merkte sie trocken an und alle brachen in Lachen aus. 


***************


Als Maggie und Red am nächsten Vormittag die “Gloryhound”- Conrads Händlerschiff -  verließen und zu CAT hinüber schlenderten sah Mara zu Yvonne und stieß ihr den Ellbogen in die Seite. 

“Na, wie war die Nacht?”

“Ganz ok, wenn man bedenkt, dass ich sie anders verbringen wollte. Wenigstens war er gepflegt und frisch geduscht.”

“Ey,” grinste Mara, “für König und Vaterland!” 

“Ist das nicht ‘Für die Ehre’?” erwiderte die und stieß Mara ihrerseits den Ellbogen in die Rippen.

“Aber ernsthaft, du hättest mich vorwarnen können.”


Die Sylenin schüttelte den Kopf. “Und dir die Zeit geben, eine Ausrede zu finden? Auf keinen Fall.”


Auf CAT angekommen entledigen sich beide trotzdem als allererstes ihrer Kleidung, die in die Schnellwäsche verschwand, und stürmten die Dusche. Zu Maras Leidwesen jede in ihre eigene, aber wenn sie ehrlich war hatte Mara auch nicht damit gerechnet, ihre Dusche mit Yvonne teilen zu können. 


Wenig später saßen sie im Cockpit von CAT, winkten zu Conrad und Jürgen, die an ihrem Schiff arbeiten mussten und nahmen demonstrativ einen Schluck Espresso, ehe sie sich der Analyse des erfahrenen zuwandten. 

Die alte Weisheit das Sex die Zunge lockerte hatte sich wieder bewiesen und so hatten die Beiden noch das eine oder andere Stückchen Information zu teilen.


“Jürgen war sich nicht sicher, ob dieser oder diese Crimson Dawn überhaupt existiert oder einfach nur eine Erfindung der Grim Guardians ist, um es für sie leichter zu machen alles zu kontrollieren.” berichtete Yvonne, während Mara beisteuerte:

“Die Grim Guardians sind scheinbar eine viel größere Organisation als wir alle gedacht haben. Laut Conrad kontrollieren sie mehrere Systeme im Cluster und haben ihre Finger in allem, egal ob föderativ-legal oder föderativ-illegal. Es scheint mir, das die Grim Guardians sowas wie ein Mafia- oder Yakuza-Clan auf der Erde sind.

Schwer auszumerzen und mit tausend Köpfen wie die Hydra.”


“Den Eindruck habe ich auch. Ich bin mir nichteinmal mehr sicher, ob die Midgard das Zentrum ihrer Operationen ist. Ich meine, die Flotte hat die Station offiziell stillgelegt und verlassen, ohne sie einzumotten, aber die Gefahr das sie zurück kommt war nicht auszuschließen.”


“Willst du damit andeuten, das es kein administrativer Fehler war, sondern ein beabsichtigter, der eine voll funktionsfähige Station den Guardians in die Hand fallen ließ? Weißt du wie lange das schon her ist?”


“Sagen wir es so: Die Flotte ist nicht dafür bekannt, viel zu vergessen oder versehentlich einmal ein paar massive Assets zu verlegen, oder?” 


“Wenn da aber wer nachhilft....” sinnierte Mara und nahm einen Schluck Espresso.


“Ja. Das würde vielleicht auch erklären, warum die Grim Guardians nicht glauben wollen, dass wir bleiben werden.” 


“Eine erschreckende These. Das würde bedeuten das es jahrelange, tiefgehende Korruption in den höchsten Kreisen der föderativen Verwaltung gab und noch immer gibt.” 


“Ja.” war alles, was eine nachdenkliche Yvonne erwiderte. 


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<SUM>

Maggie und Red - Yvonne und Mara - verbringen den Abend mit dem CO und dem ersten Maat des Frachters - erst in einer Bar und dann an Bord des Frachters. Dabei lernen sie viele nützliche Dinge über das Leben auf der Station und die Grimm Guardians.

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geschrieben von:

Mara und Yvonne :)