Prelude to USB-Midgard, Teil 1: Auf zu neuen Ufern! (2nd Version)


Jetsun Pema
 

Hallo SFG!
 
Carsten und ich sind übereingekommen, auf vielfachen Wunsch sein RPG noch einmal zu überarbeiten um es dann hiermit erneut zu posten.
 
Einige wissen es bereits, andere vielleicht noch nicht. Eine Einheit ist am Entstehen, diesmal kein Schiff, sondern eine Raumstation.
Hiermit beginne ich die Vorgeschichte zur neuen Einheit, der Midgard Station, Starbase 61 (SB-61)

<RPG>

Ort: San Francisco, Erde
Zeit: MD -14,12.55

Commodore Skyla Lyma betrat das Restaurant 5 Minuten vor dem vereinbarten Zeitpunkt. Es war ein wunderbarer Tag, nicht zu warm, nicht zu kalt und für San Francisco ungewöhnlich sonnig. Hinter ihr erhob sich der Turm von Telegraph Hill und das Restaurant schmiegte sich kunstvoll ein paar Meter unter dem Gipfel des Hügels um seinen Hang.

Mit einem schnellen Blick erfasste sie das exquisit eingerichtete Innere, aber ihr Essenspartner saß offenbar draußen. Mit schnellen Schritten durchquerte sie den Gastraum und betrat die scheinbar frei über der Stadt schwebende Terrasse. Wie ein Teppich breitete sich das Machtzentrum der Sternenflotte vor ihr aus. Am Eck, in einer vom noch immer kühlen Wind geschützten künstlichen Nische, sah sie die rote Sternenflottenuniform ihres “Dates”.

Sky strich sich die Uniformjacke ihrer Dress-Uniform glatt, eine unnötige aber unbewusste Geste, und ging langsam auf den Mann zu, der sich erhob und ihr freundlich zuwinkte, als er sie sah.

“Commodore Lyma! Skyla!”, grüßte Rear Admiral Angus Slaughter sie, "Schön, dass sie es einrichten konnten. Setzen Sie sich. Sie müssen die Aussicht hier einfach genießen.”

Die Angesprochene lächelte schmal. Eine Einladung zum Mittagessen des stellvertretenden FKOM lehnte man nicht ab. Nicht wenn man nicht mindestens der FKOM selbst war.

Als sie sich in den angebotenen Sessel gleiten ließ, musste sie allerdings zugeben, dass der Admiral recht hatte. Der Blick über die Stadt und die Bucht war atemberaubend. Weit draußen in den eiskalten Gewässern der Bay sah man Alcatraz, das jahrhunderte alte Gefängnis, davor waren die belebten Piers von Fisherman´s Warf zu sehen. Sky musste grinsen, als sie daran dachte, dass die Seelöwen-Herde, die auch schon seit Generation das bewohnte, was einmal ein Yachthafen hätte werden sollte, noch immer eine der größten Attraktionen von Fisherman´s Warf war. Trotz des Gestanks nach totem Fisch.
Links davon zeichnete sich das Ghirardelli Schild ab, genauso ein Wahrzeichen der Stadt wie die Golden Gate, die die Spitzen ihrer Pylonen wie eine sich zierende Dame in Nebel hüllte.

“Sie haben recht, Sir, der Ausblick ist wirklich beeindruckend.” stimmte sie, nachdem sie einen tiefen Atemzug, der auch hier oben noch salzigen Luft genommen hatte, zu.

“Ich kann mich daran auch nicht satt sehen. Es ist wie eine Fünf-Minuten-Therapie für mich. Das hier zu sehen, macht mir immer deutlich, warum ich unzählige Stunden in meinem Büro verbringe."

“Es gibt Perspektive.” stimmte die Commodore zu und dachte für einen Sekundenbruchteil an den Ausblick aus Iains Büro auf den Pentagram Park Sylenes. “Aber verbindet es sie auch mit diesen Menschen?”

Der Admiral sah Skyla für eine Sekunde verständnislos an. “Ah,” meinte er dann, “ob es mich diesen Menschen da unten nahe bringt?”
Er nahm einen Schluck aus dem Weinglas, welches er vor sich stehen hatte, und schob die Speisekarte, die bereits am Tisch lag, zu Sky.

“Ehrlich gesagt, tut es nicht. Aber es erinnert mich immer wieder daran, dass wir da draußen sind, um Orte wie diesen zu schaffen - und zu beschützen. Momentan mehr beschützen als schaffen.”

Sky studierte die Karte, was ihr ein paar Augenblicke gab, um ihre Antwort zu überlegen.
“Sir, es ist ein offenes Geheimnis, dass ich bei vielen in der Flottenführung in,” sie zögerte, suchte nach der richtigen Formulierung, “sagen wir Ungnade gefallen bin, weil ich nicht wie geplant gestorben bin. Und dann auch noch zurückgekommen und die Verantwortlichen öffentlich zur Rede gestellt habe.” Sie sah den stellvertretenden Flottenkommandeur kritisch an. “Es wundert mich, das man mich noch nicht zurück geschickt hat um mich los zu werden.”

Dann lächelte sie eines ihrer sparsamen Lächeln und machte eine die Bucht umfassende Handgeste:
“Aber so sehr ich diesen Ausblick auch als schön empfinde, er macht mir momentan eher Angst.”

Admiral Slaughter hob eine Augenbraue fragend. “Angst?”

Sky zuckte mit den Schultern.
“Egal was unsere eigene Propaganda sagt, solange unsere Wirtschaft sich nicht auf die Kriegsbedingungen umgestellt hat, sind wir schwach. Und wenn die Klingonen ihr Momentum aufrechterhalten, können sie große Teile unserer Produktionskapazitäten erobert haben, bevor wir diese zu unseren Gunsten nutzen können. Irgendwann ist unsere Wirtschaftsleistung denen der Klingonen nicht mehr überlegen. Und dann sehe ich das alles hier in Gefahr.” Sie seufzte tief: “Die Friedenstauben in der Regierung könnten uns mit ihrer blauäugigen Politik die Föderation gekostet haben.”

Der Admiral schwieg lange, aber ehe er antworten konnte, trat ein Kellner an den Tisch, um ihre Bestellungen aufzunehmen. Als er weg war meinte der Admiral mit sorgenschwerer Stimme: “Commodore, sie wissen, dass keiner auf Kassandra hören will.”

Sky zuckte mit den Schultern. “Ändert die Realität aber nicht, oder?”

“Nein. Aber sie wissen, dass oft der Überbringer schlechter Nachrichten für deren Inhalt verantwortlich gemacht wird.”

Wieder zuckte Sky mit den Schultern.
“Darum sitze ich noch hier und stehe nicht auf der Brücke eines Schiffes, nicht wahr? Und das, obwohl ich ohne mich selbst loben zu wollen eine der besten Kampfkommandantinnen der Flotte bin.”
Ihr Lächeln war sardonisch. “Obwohl dort die Chance bestehen würde, mich für immer loszuwerden."

“Sie wollen doch nicht andeuten, dass das Flottenkommando sie auf eine Selbstmordmission schicken würde?”, der Spott in seiner Stimme war deutlich.

Sky sah ihn lange an.
“Nicht noch einmal, nein.” grinste sie dann.

“Lassen Sie uns den Shop-Talk auf nach dem Essen verschieben. Es wäre ein Frevel, das gute Essen mit unangenehmen Dingen zu verderben.”

“Wie sie wollen, Sir. Wie geht es ihrer Familie?”

******

Als der Kellner den Nachtisch weggeräumt hatte - Creme Brullé für Sky und einen Apfelstrudel für den Admiral - und zwei doppelte Espressi gebracht hatte, hob Slaughter seine Tasse.
“Auf bessere Zeiten.” meinte er dann.

“Auf bessere Zeiten!” echote auch Sky und sah ihn fragend an.

“Wieviel wissen sie über die Mission des Nachfolgeschiffes ihrer Odyssey?"

Sie überlegte eine Sekunde.
“Nicht allzuviel. Man hat meine Crew von der Front abgezogen und mit lauter Newbies aufgefüllt. Sogar für den CO war es das erste Kommando, wenn ich mich richtig erinnere. Warum?”

“Weil das FKOM ihn mit einer diplomatischen Mission betraut hatte.”

Sky musterte ihr Gegenüber scharf. Da war etwas im Busch. Und wenn der Admiral schon so anfing, nichts Gutes. “Und?”

Der Admiral sah sie lange an: “Nichts und! Aus einer diplomatischen Mission wurden zwei. Gleichzeitig. Parallel. Und dieser Spagat... nun, die Kluft war etwas zu breit. Letztendlich waren beides Völker, die nicht Mitglied der Föderation sind, weil... sie die Voraussetzungen dafür nicht erfüllen. So könnte man sagen.
Naja. Jetzt ist das erst einmal wieder eine Aufgabe für das Außenministerium."

Sky konnte zwischen den Zeilen lesen, sagte aber dazu nichts weiter. Niemand gab gerne einen Misserfolg zu, auch kein Admiral. Schon gar kein Admiral. Denn am Ende hatte immer das FKOM die Zeche zu zahlen. Das schien Slaughter zu wurmen.
“Es steht mir nicht zu, die Entscheidungen der Personalabteilung zu hinterfragen,” begann Sky, wohl wissend, dass das ein schlechter Scherz war. Als Commodore war sie Flaggoffizier und hatte deutlich mehr Einfluß im FKOM als beispielsweise der Captain eines Schiffes, “aber was hat das mit mir zu tun?”

“Direkt zum Punkt.” lächelte der Admiral zum ersten Mal seit langem.
“Die Lage ist folgende: Die Odyssey hat, oder hatte, zwei diplomatische Delegationen an Bord, beides kleine ein-System Reiche, die aber über für den Krieg interessante Technologien verfügen. Technologien, die die Sternenflotte gerne hätte, am liebsten gestern als heute.”

Sky sah ihn fragend an.

“Diese Völker haben beide Kulturen, die mit der Föderation und ihren Grundsätzen nicht so einfach zu vereinbaren sind. Das eine Volk, die Tene Hito sind sehr,” er zögerte einen Sekundenbruchteil, “nennen wir es kriegerisch. Mehr als man einem Föderationsbürger zumuten kann. Das andere Volk, die Kikonen sind eine matriarchalische Gesellschaft. Männer werden dort unterdrückt und haben wenig Rechte.”

Als sie das hörte, lächelte Sky. Nach all den Jahrhunderten der Aufklärung hatte die Menschheit der Erde ihre kulturellen Vorurteile gegenüber Frauen in gewissen Bevölkerungsschichten noch immer nicht abgelegt. Und die Menschheit war größtenteils patriarchalisch orientiert.
“Ich kann mir vorstellen, dass das bei vielen Probleme verursacht.”

“Kommen sie mir nicht damit, Skyla.” machte der Admiral eine wegwischende Handbewegung. "Diese Büchse der Pandora will ich erst garnicht öffnen. Fakt ist, dass diese Kikonen, sagen wir, erhebliche Probleme verursacht haben. Probleme, die an Bord der Odyssey nicht hatten bewältigen werden können. Und damit ist die ganze Chose bei der Außenministerin gelandet. Gerade die Kikonen verfügen aber über Koaxialwarp-Triebwerke und eine überlegene Schildtechnologie. Beides Technologien, die den Kriegsverlauf entscheidend beeinflussen könnten.
Tja. Und nun brauchen wir eine Lösung.”

“Und diese Lösung soll ich sein?”

Slaughter nickte.
“Verstehen Sie mich nicht falsch, aber erstens sie sind eine Frau, zweitens sie sind hochdekorierter Offizier, sogar ein Flaggoffizier und drittens sie kommen von Sylene. Das und ihr kultureller Hintergrund prädestiniert sie dafür, mit beiden Kulturen, egal ob martialisch oder matriarchalisch, mehr auf Augenhöhe zu interagieren.”

Sky schüttelte den Kopf. "Ich mag keine Klingonen.”

Slaughters Blick war fragend. “Was hat das damit zu tun?”

“Deren sogenannte Kultur ist martialisch. Durch und durch.”

Ein Seufzen. “Nur weil sie sie nicht mögen, heißt aber nicht, dass sie sie nicht verstehen, oder?”

Jetzt war es an Sky zu seufzen. “Das ist wahrscheinlich einer der Gründe, warum ich sie nicht mag. Aber zurück zum Thema?”

Slaughter nahm einen Schluck Espresso, gefolgt von Sky.

“Die Föderation versucht nun einen zweiten Anlauf. Die Odyssey war ja immer nur als Zwischenlösung gedacht bis die... eigentliche Botschaft bezugsfertig sein würde. Auch wenn wir nicht erwartet hatten, dass unser provisorisches Kartenhaus so schnell zusammenbrechen würde.”, wieder eine kurze Pause.
“Um Kikonen, Tene Hito aber auch die Föderationsbürger nicht zu überfordern, hat die Flotte kurz nachdem klar war, dass wir sie brauchen, begonnen, eine alte Raumstation dort vor Ort, die bisher... sagen wir etwas vernachlässigt worden ist, wieder in Vollbetrieb zu nehmen.
Aber sie braucht einen Kommandanten, der nicht nur die militärische Seite im Griff hat, sondern auch mit den Diplomaten, die dort zusammenkommen werden, umgehen kann.”
Er deutete mit dem Zeigefinger auf Sky.
“Und da kommen sie ins Spiel. Interesse?”

Sky überlegte nicht lange. Die Erde war schön, um dort Urlaub zu machen oder eine Konferenz zu besuchen, aber sie hatte genug von natürlicher Schwerkraft und unvorhersehbarem Wetter. Sie wollte zurück ins All.

“Werde ich jemals wieder ein Schiff der Sternenflotte kommandieren?” Sylenische konnte sie sofort kommandieren, bis hin zur Hindi Gedir, dem Flaggschiff, dessen Kommando sie angeboten bekommen hatte. Und abgelehnt hatte.

“Die Station hat Begleitschiffe. Als CO der Midgard können sie jederzeit das Kommando über eines der Schiffe übernehmen.”
Dann grinste er jungenhaft: “Ganz abgesehen davon, dass sie ranghöher sind, als praktisch alle, die ihnen dort über den Weg laufen könnten.”

Sky lächelte. Lächelte emotional. “Gut. Ich bin interessiert. Haben Sie Details?”

Der Admiral zog ein Padd hervor und schob es zu Sky.

“Da steht alles drinnen, was sie wissen müssen, aber die Highlights sind......”

********

Als Sky zurück in ihr gemietetes Penthouse kam, wartete Sif bereits auf sie.
“Und?” überfiel die Dämonin sie wie ein ungeduldiger Teenager, der auf ein Geschenk wartete. Was sie in gewisser Weise ja auch war. Ungeduldig. Und wie ein Teenager.

“Ich habe ein neues Kommando.”

“Unnnnd?”

“Es ist eine Raumstation.”

“Eine Raumstation?”, Sif klang enttäuscht. Doch dann fragte sie: “So eine richtig große, mit vielen Menschen an Bord?”

Sky nickte grinsend.

“So eine richtig große, mit tausenden Menschen an Bord. Und weißt du was?”

“Nein. Ja. Was denn?” Sif hüpfte tatsächlich von einem Fuß auf den anderen.

“Ich habe soweit möglich freie Wahl der Crew.”

“Ja und?”

“Ich will Yvonne..... und ich will Mara.”

Sif quiekte regelrecht vor Freude.

</RPG>


<SUM>

Ort: San Francisco, Erde
Zeit: MD -14,12.55

Commodore Skyla Lyma bekommt das Angebot das Kommando über Midgard Station, SB - 61 Zu übernehmen und nimmt es an.

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