Nur ein kleiner Schritt (für mich)....


Jetsun Pema
 

<RPG>
 
#Ort: USB Midgard, OPS
#Zeit: MD 2.1140

Lt. Rak'esh aktivierte das Kraftfeld der Zelle und stieß einen tiefen Seufzer aus. Die letzten Stunden waren ein Alptraum gewesen, aber jetzt war der letzte Überlebende der Angreifer sicher hinter Schloss und Riegel. Zufrieden ließ er seinen Blick über den kleinen Haufen schweifen, der überlebt hatte. Der Tod des Klingonen, der offenbar ihr Anführer gewesen war, hatte sie gebrochen und ihren Kampfgeist ausgelöscht wie eine Kerze im Sturm.
Rak'esh war froh darüber. Er war nicht bei der Sternenflotte um Leben zu nehmen, sondern zu schützen. Was er, trotz der Bilder der Toten, die ihn noch lange verfolgen würden, auch getan hatte. Er und sein Sicherheitsteam hatten eine ganze Station vor dieser mordlüsternen Horde bewahrt. Das Leben vieler unschuldiger Zivilisten war durch ihn und sein Team beschützt worden.

Mit einer fahrigen Bewegung aktivierte er seinen Kommunikator:
"Rak'esh an OPS. Die letzten Gefangenen sind sicher verstaut."

"Sehr gut!", kam es von Commander Lionne. "Schicken sie ihre Verwundeten auf die Krankenstation und melden sie sich, sobald es geht, bei mir auf der OPS."

"Aye!"

Er deutete zwei seiner Leute, die Wache zu übernehmen, schickte die leicht Verwundeten zur Krankenstation, wo diejenigen mit schweren Verletzungen bereits waren, und machte sich auf den Weg zur OPS.

Als er die Sicherheitsstation auf dem Promenadendeck verließ konnte er sehen, dass die Notfallschotts alle wieder offen waren und die Kraftfelder deaktiviert.
Das zivile Leben, das in den letzten Tag durch so einen Umbruch gegangen war und trotzdem noch pulsierte, hatte seinen Lauf wieder aufgenommen. Doch etwas hatte sich geändert.
Als die Tür hinter ihm zufuhr, waren die Blicke der Bewohner nicht mehr so feindselig. Keine Beschuldigungen wurden ihm an den Kopf geworfen und die Leute schienen so etwas wie Respekt vor ihm zu haben.

Er lächelte allen freundlich zu, als er sich den Weg zu den Turboliftschächten bahnte, von denen einer ihn zur OPS bringen würde. Hin und wieder lächelte sogar einer zaghaft zurück.

Auf der OPS angekommen winkte Veronique ihn zu sich und ließ sich in kurzen Worten Bericht erstatten.

"Die Situation ist also wieder friedlich?" war ihre Frage, nachdem er geendet hatte.

"Sieht zumindest so aus. Unser Einsatz gegen den Entertrupp scheint sogar einiges an Goodwill produziert zu haben. So freundlich war die Bevölkerung noch nie, seit wir an Bord sind."

"Ja. Ich habe ein paar Nachforschungen anstellen können. Dieser Klingone war so etwas wie ein Enforcer, einer, der bekannt dafür war, brutal gegen die Bevölkerung vorzugehen und keine Rücksicht auf Kollateralschäden zu nehmen."

"Das würde einiges erklären." stimmte Rak'esh zu.

"Gut." Veronique hatte offenbar noch ein Thema zu besprechen, da sie die CSO heranwinkte.
Als Katie dazu gekommen war fuhr sie fort:
"Unser neuer Boss ist angekommen. Commodore Lyma. Sie ist an Bord der Resolution und wird bald an Bord kommen. Wir brauchen ein Empfangskomitee. Volle militärische Ehren und den ganzen Pomp. Die Resolution wird in einer halben Stunde anlegen."
Sie lächelte. "Andockbucht 1. Die haben wir in den letzten Tagen extra aufgehübscht."

Ihr Blick wanderte zu Katie.
"Sie werden das organisieren. Wer nicht dringend benötigt wird, soll dort antreten."

"Ich werde mich darum kümmern." bestätigte Duncan, aktivierte ihren Kommunikator und begann, Befehle zu geben.


Ort: USB Midgard, Dockingbucht 1
Zeit: MD 2.1210

T'Kary hatte die Resolution langsam und majestätisch herangeführt, gerade so, als ob sie den Moment zelebrieren wollte, der die Kommandoübernahme von Commodore Skyla Lyma auf der Starbase 61, genannt Midgard Station, markierte.

Schließlich kam das große Schiff zur Ruhe und während sich die gewaltigen Außenschotts über dem Atmosphärenschild schlossen, wurden die ersten Verbindungen geschlossen. Versorgungskabel und die Finger, die der Crew des Schiffes das Betreten und Verlassen des Schiffes ermöglichten, fanden ihre Verbinder und eines nach dem anderen wurden die Statuslichter grün und signalisierten, dass die Resolution angekommen war.

Maria Hernandez, Veronique Lionne und Katie Duncan, die Senioroffiziere vor Ort, standen vor einer Formation von Sternenflottenmitgliedern, die in der letzten Zeit die Station wieder für die Föderation in Besitz genommen hatte und auf eben diesen Moment vorbereitet.

Dann war es endlich soweit. Das Schott, das die Hauptverbindung zwischen Schiff und Station stationsseitig abschloss, zeigte an, dass jemand dabei war es zu öffnen.

Zischend fuhr es schließlich zur Seite und gab den Blick auf die Offiziere in Galauniform dahinter frei.

***********

Es war jedesmal ein spannender Moment für Sky, wenn sie das Kommando über ein neues Schiff - oder jetzt eine Station - übernahmen. Sie würde lügen, wenn sie behaupten würde, nicht nervös zu sein. Erfahrung und viele Jahre des Kommandierens halfen, aber trotzdem war da diese kindliche Freude und Unsicherheit gleichermaßen.

Im Falle der Midgard Station hatte sie den Vorteil, nicht völlig von Null anfangen zu müssen. Ein paar der Offiziere, die unter ihr arbeiten würden, kannte sie schon sehr gut - Mara und Yvonne.
Mit Captain Hernandez, Commander Veronique Lionne und Ensign Katie Duncan hatte sie zwar noch nie in real gesprochen, aber die vielen Stunden der Videoschalte hatten eine gewisse Routine im Umgang miteinander aufkommen lassen, auch wenn Sky sich klar war, daß die Besatzung der Adelaide nicht auf ewig ihr zur Seite stehen können würde.

Trotzdem würde sie sich dieser neuen Herausforderung stellen, so wie allen anderen davor.
Mit T'Kary hinter sich überschritt sie die Schwelle zur Station und die in Reih und Glied stehende Mannschaft der Midgard stand stramm und grüßte. Dabei wanderte ihr Blick kurz über die Anwesenden. Dabei stellte Sky fest, dass weder Mara Jade noch Yvonne Renard anwesend waren. Hatten sie sich verspätet? Oder war irgend etwas dazwischen gekommen? Sky vertraute beiden Offizieren. Dennoch war es etwas ungewöhnlich.

Dann fiel ihr Blick auf Hernandez, Lionne und Duncan. Captain Hernandez kam Sky entgegen und streckte ihr die Hand entgegen.
"Commodore Lyma, es ist mir eine Freude, Sie an Bord der USB Midgard begrüßen zu dürfen."

Sky nahm die dargebotene Hand und schüttelte sie, ehe sie auch die von den beiden Anderen schüttelte.

"Danke für den beeindruckenden Empfang." lächelte Sky und grüßte die restliche Mannschaft mit einem Salut.
"Aber ich bin sicher, Sie alle haben besseres zu tun als hier schön herum zu stehen. Darum mache ich es kurz."

Sie nahm einen papieren Brief aus der Innentasche der Jacke ihrer Galauniform.
Vorsichtig öffnete sie das dicke Papier und nahm einen nicht weniger schweren Brief heraus.
Nach einem kurzen Rundblick über die versammelte Menge aktivierte sie zusätzlich ihren Kommunikator und öffnete einen stationsweiten Kanal.
"Das Flottenkommando, repräsentiert durch den FKOM, Admiral Aldarna Dameo, beauftragt hiermit Commodore Skyla Lyma zum schnellstmöglichen Zeitpunkt das Kommando über die föderierte Sternenbasis 61, bekannt unter dem Namen 'Midgard Station' zu übernehmen und dort die Ideale der Föderation nach bestem Wissen und Gewissen zu repräsentieren. Gezeichnet Admiral Aldarna Dameo, FKOM." las sie vor.
"Hiermit übernehme ich das Kommando über die Midgard Station. Ich freue mich hier zu sein und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit in den nächsten Jahren." Dann machte sie eine kurze Pause und deaktivierte den stationsweiten Kanal, ehe sie sich den Versammelten zuwandte: "Wegtreten!"

"Das war kurz." stellte Maria fest, als sie neben Sky trat. "Wenn Sie mir folgen wollen, dann bringe ich Sie auf die OPS."

"Gerne"


#Ort: Station Midgard, untere Rumpfsektion
#Zeit: MD 2.1230

Kee Seo Yeon hatte den Kampf und vor allem das Ende desselben mitbekommen, da sie den Kommunikationskanal der Stationssicherheit geknackt und dann mitgehört hatte. Krass hatte also ein krasses Ende gefunden. Gut so. Der Mann war ein Idiot. Und da ihm offenbar eine ganze Reihe anderer Typen in den Tod gefolgt waren, konstatierte sie einfach, dass diese Typen ebenfalls alle Idioten waren.

Wieso waren die nicht einfach eingesickert? Dann hätte man aus 30 Leuten leicht dreihundert machen können. Wieso sahen diese Typen das nicht? Jetzt musste sie das alles alleine machen. Und ob das nach dem Desaster noch klappen würde, war fraglich.

Vor allem aber war es auch egal. Krass hatte seinen Auftrag, den er phänomenal gegen die Wand gefahren hatte - sie hatte ihren eigenen Auftrag. Nur die Ablenkung, die der Klingone geboten hätte, würde jetzt fehlen.

Naja. Zeit, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Vor ihr war ein Wartungsschott hinter dem ein zentraler Verteilerknoten lag. Von hier aus würden sie vier Etagen nach oben kommen, von wo aus sie dann noch einmal eine gefühlte Meile weit durch weitere Wartungstunnel kriechen mussten. Auch wenn ihr schon der Rücken weh tat, war das deutlich besser, als sich ballernd durch die Gänge zu kämpfen.

Ein klein wenig Zauberei... und - voila! Die Wartungsluke öffnete sich und gab den Blick frei auf eine etwas größere Kammer. Ächzend zog Seo Yeon sich hinein und streckte sich, während ihr kleines Team sich nach und nach ebenfalls versammelte.

"Sieht ja nicht so toll aus, insgesamt." stellte Kanja fest und sah sich um.

"Was meinst Du? Dass das hier alles vergammelt ist? Oder unsere Lage?" fragte Ross nach.

"Beides." meinte Kanja und beobachtete fasziniert, wie Seo Yeon nach einer Querstrebe griff, um sich daran zu hängen. Das schien ihrem Rücken gut zu tun.

"Alles halb so schlimm!" warf die Koreanerin dann ein. "Wir haben die Unterstützung der Kampftruppe verloren, das ja. Und als Ablenkungsfaktor taugt Krass nun auch nicht mehr. Aber dafür glauben die Föderierten jetzt sicherlich, dass sie alle Feinde besiegt haben. Sie werden artig, wie sie sind, die Tore wieder weit öffnen und der einheimischen Bevölkerung alle Unterstützung angedeihen lassen, die sie braucht. Nun, dann sind wir eben einheimische Bevölkerung."

"Na, ob wir damit durchkommen? Schwer bewaffnet, wie wir sind?" fragte Becker.

"Das sind alles nur harmlose Handwaffen. Die waren nicht verboten unter der vorigen Regierung. Sie waren sogar nötig. Und die Technik... Wir waren halt schon immer freischaffende Installateure, die gegen Bezahlung die Technik hier am Laufen gehalten haben. Die Feds werden sich freuen, auf unsere Dienste zurückgreifen zu können."

Die Koreanerin ließ die Querstrebe los und landete zehn Zentimeter tiefer auf den Fußballen.
"Wollen wir wieder?"

"Ja. Lass uns weiter!" stimmte Becker zu.


#Ort: Station Midgard, Operationszentrale
#Zeit: MD 2.1300

Von der Andockbucht hatte der Turbolift dank des Kommandoverrides sie direkt auf die OPZ gebracht, wo Sky die diensthabenden Offiziere und Crew auch noch begrüßt hatte, ehe sie mit Hernandez, Lionne und Duncan in ihr neues Büro verschwunden war.

"Daran muss ich mich erst gewöhnen." stellte Sky fest, als sie sich in dem riesigen Raum langsam um ihre eigene Achse drehte.

"Woran?"

"Nicht mehr auf dem heißen Stuhl meines Schiffes zu sitzen. Ich habe mich jahrelang erfolgreich dagegen gewehrt, das Kommando über erst die Achilles und dann die Odyssey aufzugeben, obwohl eine Commodore eigentlich eine Flotille befehligen sollte."
Sie zuckte mit den Schultern.
"Nach dem Carraya Desaster war das nicht mehr möglich."

"Ich kann das sehr gut nachvollziehen." stimmte Captain Hernandez zu. "Es mag zwar schön sein, mehr Verantwortung und damit mehr Einfluß zu haben, aber nichts geht über das Kommando eines unabhängig operierenden Schiffes. Und der Papierkram ist auch weniger."

Lachend blickte Sky zu T'Kary. "Naja, ich bin ja zum Glück nicht ganz ohne Schiff, das ich noch kommandieren kann."
Die Vulkanierin hatte den Anstand, leicht grün zu werden.

Das Büro war definitiv eindrucksvoll. Eine große Glaswand grenzte es zur OPZ ab, die man auf durchsichtig, einweg oder ganz blickdicht stellen konnte, je nachdem was der Besitzer des Büros wünschte. Hinter einem hölzernen Schreibtisch befand sich ein Panoramafenster, das die gesamte Außenwand umspannte und einen wunderbaren Blick auf ein Segment der Untertassensektion und den Shuttlebay-Schotten freigab. Dahinter spannte sich die schwarze Unendlichkeit des Alls und die Sonne des Alfheim Systems.

Auf einer Seite fand Sky eine Bar, noch unbefüllt aber komplett mit Barhockern und allem Zubehör, das nötig war. Mara würde da sicher helfen können. In einer Nische versteckt sich ein Replikator und gegenüber der Bar gab es eine großzügige Sitzecke, die zu informellen Gesprächen einlud. Diverse, noch, leere Regale warteten darauf, vom neuen Besitzer des Büros mit Memorabilia und anderen Staubfängern gefüllt zu werden.

In der Mitte der Raumdecke konnte Sky die Projektionsflächen eines großen Holoprojektors erkennen, der, wie sie nachgelesen hatte, dazu diente, VR-Kommunikation zu ermöglichen oder als Kartenprojektor genutzt werden konnte. Oder was auch immer Sky sonst noch für Ideen hatte.

"Es fehlt eindeutig der persönliche Touch." merkte Katie an.

"Es fehlt meine Espressomaschine!", stellte Sky entschieden fest. Zum Glück hatte ihre das Ende der Odyssey überlebt und alles andere danach auch und war jetzt sicher verpackt in einer der Transportkisten an Bord der Resolution.

Ohne ihren - neuen - Schreibtisch mit dem Terminal zu beachten, steuerte Sky die Sitzecke an und deutete ihren Begleitern zu folgen.

Als Katie erkannte, was Sky vorhatte, ging sie erst zum Replikator an und holte Getränke für alle, ehe sie sich dazu setzte.

"Ich würde ja gerne ein paar Tage Eingewöhnung haben, aber die aktuellen Ereignisse scheinen das ja zu verhindern." begann Sky und sah in die Runde.
"Wie ist die Situation?"

"Ich fange an!" meinte Veronique und zückte ihr PADD, dass sie immer dabei hatte.
"Nachdem die Grim Guardians vertrieben wurden, hatten wir noch einige Gefechte im Süden der Station. Es gab zwei Gruppierungen von Guardians, die sich dort verschanzt hatten. Genauer gesagt eine Gruppe, die sich verschanzt hatte. Das waren fünf Leute. Und eine größere Gruppe, die wahrscheinlich auf dem Weg zum sekundären Generator unterwegs waren."
Veronique schüttelte den Kopf. "Die waren komplett auf Kampf aus. Und waren heftig bewaffnet. Wir hatten zwei Verluste und eine Menge Verletzte."

"Das tut mir leid. Aber der Kampf ist vorüber?"

"Ja." Katie sprang ein. "Die kleinere Gruppe hatte sich, nachdem sie erkannt hatte, dass ihre Situation aussichtslos war, ergeben. Die... Angriffstruppe unter dem Kommando eines Klingonen namens K'orass... die mussten wir niederkämpfen. Erst als dieser K'orass erledigt war, haben sie aufgegeben. Aber der... das war Wahnsinn!"
Katiue schüttelte den Kopf. "Ich habe noch nie einen Typen so dermaßen hart kämpfen gesehen. Ich meine, Klingonen sind ja schon tough. Aber der... als ob er unter Drogen stand."

Sky nickte bedächtig. "Schäden?"

"In der Kampfzone beträchtliche. Dass da überhaupt jemand überlebt hatte...
Ansonsten nichts, was man nicht in einem halben Tag wieder hinbekommt."
Katie stieß zischend die Luft aus.
"Das waren stellenweise Wohngebiete dort."

"Was? Da unten?" Sky runzelte die Stirn.

"Ja. Die Leute haben sich angesiedelt, wo sie konnten. Und wo sie sozusagen Arbeit gefunden haben. Und wo sie auch möglichst wenig Miete oder Schutzgeld bezahlen mussten."

"Schutzgeld..." Sky schüttelte den Kopf. "Damit ist es jetzt vorbei."
Sie sah wieder zu Veronique. "Und sonst?"

"Da geht's bergauf. Dieser Kampf hat uns einiges an Sympathien eingebracht. Natürlich haben nur sehr wenige der Einheimischen davon etwas mitbekommen. Aber die, die was mitbekommen haben, haben davon viel berichtet. Und da stehen wir sehr gut da. Nicht, weil wir so tapfer gekämpft haben... das natürlich auch... aber mehr, weil die Guardians so unglaublich brutal vorgegangen waren. Die haben echt zero Rücksicht auf die Umgebung und die Leute genommen. Die waren da echt die Bösen... sozusagen. Und wir entsprechend die Guten. Und das hat sich über den Flurfunk wie ein Lauffeuer verbreitet."

Sky lehnte sich im Polster zurück und verschränkte die Arme.
"Na gut. So hat dieser Wahnsinn wenigstens etwas Gutes. Dennoch sollten wir sowas nach Möglichkeit vermeiden."

"Das lag nicht an uns." warf Katie ein.

"Natürlich. Ich weiß." Sie sah wieder Veronique an.
"Was macht die Impfaktion?"

"Nimmt langsam Fahrt auf. Es gibt immer Skeptiker und die wirbeln auch so einiges an Staub auf. Aber dass wir den Impfstoff gratis verteilen, lässt viele aufhorchen. Zumal es ganz offensichtlich keine Nebenwirkungen gibt."
Sie lachte leise auf. "Wir haben sogar die chemische Formel veröffentlicht. Ach, und eine zweite Impfstation im terrestrischen Bereich haben wir auch eröffnet. Der Bereich macht mir aber generell noch Sorgen."

“Warum das?”

"Das ist sozusagen eine kleine Stadt unter einer großen Kuppel. Die oberen Ebenen der Station. Theoretisch der ideale Platz zum Wohnen, aber fest in der Hand verschiedener Banden. Brutaler Banden. Sie können sich die Zustände dort nicht vorstellen."

Doch Sky konnte. Sie musste sich nur an ihre Kindheit erinnern.
"Das kommt ganz oben auf unsere Prioritätsliste. Ich dulde keine Gangs auf meiner Station."

"Da fällt mir ein..." warf Katie ein. "Wir haben sogar schon ein paar Anfragen bekommen."

"Anfragen wofür?" fragte Sky.

"Einige der Leute wollen gern für uns arbeiten. Ein paar Techniker. Einige Logistiker. Leute, die Saubermachen wollen. Sogar ein Ehepaar, die beide Mediziner sind. Ich habe die alle notieren lassen. Geht ja nicht von jetzt auf sofort. Ich denke auch, dass wir diese Leute noch durchleuchten lassen müssen. Nicht, dass wir uns da einen Floh in den Pelz setzen."

"Gut. Ein sehr gutes Zeichen." nickte Sky.
Dann sah sie zu T'Kary: "Was denken Sie, Commander?"

"Ehrlich?" T'Kary grinste ein wenig schief. "Ich bin heilfroh, dass das Ihre Station ist und nicht meine!"

Sky verdrehte die Augen. "Wenn sie sich da nicht täuschen. Solange wir so unterbesetzt sind, werde ich auf Sie und ihre Crew zurückgreifen müssen."

Dann wanderte ihr Blick wieder zu Veronique. "Bis meine XO und meine TAK eingetroffen sind, ernenne ich Sie zur temporären XO der Station."
Während Captain Hernandez zusammen zuckte, öffnete Veronique den Mund um zu protestieren, wurde aber von Sky mit einer Handbewegung unterbrochen, ehe sie sich zu Katie wandte. "Und Sie, Ensign Duncan, folglich zur CSO der Station."

Wieder unterbrach die Handbewegung den aufkeimenden Protest.

Schließlich wandte sie sich an die Mexikanerin. "Captain, ich weiß welchen Auftrag Sie als nächstes haben, aber das Oberkommando verschiebt ihn, bis ich sie freigebe. Was für Sie bedeutet, bis auf weiteres gehört die Adelaide mir."
Sie schob einen Datenkristall über den Tisch. "Hier sind die offiziellen Bestätigungen meiner Befehle vom FKOM."
Dann nahm sie einen Schluck ihres Replikator-Espressos und schaffte es, das Gesicht nicht zu verziehen.
"Es tut mir leid, dass ich sie so überfalle und ich rechne ehrlich gesagt nicht damit, dass ich sie sehr lange aufhalten werde, aber die Vorfälle von heute zeigen uns allen, wie dringend wir sie hier noch brauchen."

Die Captain der Adelaide schluckte eine wütende Erwiderung hinunter. Nicht nur weil sie wusste, dass die Commodore recht hatte, sondern auch, weil es tatsächlich in ihrer Befehlsgewalt lag, sie hier zu behalten. Auch ohne Bestätigung des Oberkommandos.
Also biss sie in den sauren Apfel.
"Aye, Ma’am. Ich hoffe nur wirklich, dass sie recht haben und es nicht lange dauern wird." konnte sie sich nicht verkneifen zu sagen.
"Das," nickte Sky, ohne auf den Seitenhieb einzugehen, "hoffen wir beide."
 
</RPG>
 
 
<SUM>
 
#Ort: USB Midgard, OPS
#Zeit: MD 2.1140

Lt. Rak'esh und Commander Lionne sinnieren über die letzten Kampfaktionen nach.
Dann bekommt Katie Duncan die Verantwortung für die Empfangsprozession für die Commodore aufgedrückt.


Ort: USB Midgard, Dockingbucht 1
Zeit: MD 2.1210
 
Commodore Lyma übernimmt mit einer _sehr_ kurzen Ansprache das Kommando über die STernenbasis 61.


#Ort: Station Midgard, untere Rumpfsektion
#Zeit: MD 2.1230

Kee Seo Yeon und ihre kleine vierköpfige Kampftruppe arbeiten sich unerkannt weiter vor in Richtung auf ihr Ziel.
 

#Ort: Station Midgard, Operationszentrale
#Zeit: MD 2.1300
 
Sky lässt sich Bericht erstatten zu der gegenwärtigen Situation an Bord der Station Midgard.
Gleichzeitig ernennt sie Captain hernandez zur temporären XO und ENsign Duncan zur temporären CSO und macht klar, dass die USS Adelaide erst einmal nicht freigegeben wird.
 
</SUM>
 
submitted by Isabelle und Sky