CAT on the run, Part II


Skyla Lyma
 

<RPG>


#Ort: CAT a.k.a. Star of Orion
#Zeit: MD 4.1100


Die Nacht war entspannt gewesen. Endlich mal.

Nach dem Abendessen gestern war Seo Yeon richtig satt gewesen und mit der Sättigung kam die Müdigkeit. Sie kannte das schon. Nach so einem Einsatz, wo sie so unglaublich viel Adrenalin verbrannt hatte, war das immer so. Die Anspannung lässt nach und der Körper verlangt seinen Tribut.

Sie hatte sich einfach erst einmal zurückgelehnt und war dann tatsächlich auf dem Sofa eingenickt. Und wurde erst wieder wach, als Red sie sanft geweckt und angeregt hatte, sich doch einfach zurückzuziehen. Seo Yeon hatte beschämt genickt und war dann wieder den Zentralschacht runtergeklettert und hatte sich einfach hingelegt. Und war sofort wieder weg.


Am nächsten Morgen war sie erst kurz nach Zehn aufgewacht. Sie hatte noch ein paar Minuten lang herumgedöst, dann hatte sie ihre neue (gebrauchte) Kleidung genommen und war mit der hoch geklettert. Maggie und Red  waren schon wach und so hatte sie gefragt, ob sie die Dusche benutzen könnte und sich dann lang und ausgiebig geduscht. Dann, in die neuen Sachen gekleidet, war sie zu den beiden anderen in den Aufenthaltsraum gekommen, wo sie ein (für sie opulentes und schönes) Frühstück bekam.


"Sag, Seo Yeon, woher kommst Du denn?" fragte Red sie dann.


"Nova Suwon auf Nu Lyrae IV" erwiderte Seo Yeon mit vollem Mund.


"Wo ist das denn?" fragte Red nach, doch Maggie konnte Antworten.

"Nu Lyrae IV liegt ganz im Süden des Ba'aja-Sektors. Ein Sternensystem bei dem nicht mal sicher ist, ob es denn noch zur Föderation gehört oder nicht."


"Die Einwohner sind sich da sicher. Nämlich, dass die Föderation sie schon lange vergessen hatte." merkte Seo Yeon an. "Vor allem, seit die Starbase aufgegeben wurde."


"Und... wie ist das Leben da so?" fragte Red nach.


Seo Yeon schaute kurz auf, dann widmete sie sich wieder ihrem Frühstück.

"Ich hatte Glück. Meine Eltern hatten ein gutes Restaurant in einer etwas besseren Gegend. Außerdem zahlten sie Schutzgeld an die Triade. Die hatten dann in unserem Restaurant einen Versammlungsraum. Aber das endete, als die Guardians kamen."


"Die Grim Guardians? Die sind da auch?" fragte Maggie nach.


"Sie haben die Triaden einfach übernommen. Manchmal gab es Wechsel bei den Triaden. Einmal wurde die, die wir bezahlten... naja, ausgelöscht. Das war dann sehr teuer für meine Eltern. Unser ganzes Erspartes ging dabei drauf. Aber das Restaurant blieb stehen, wo andere abbrannten. Aber als die Guardians kamen, blieb uns... naja, mein Vater hatte Geld beiseite gelegt, um mir meine Ausbildung zu finanzieren. Das war dann weg."


"Was wolltest Du denn lernen?"


"Sport. Ich war eine begeisterte Bogenschützin. Und Vater meinte, ich sollte in die Föderation gehen. Vielleicht sogar auf die Erde. Und dort studieren. Dafür brauchte man natürlich Geld. Aber das war dann ja weg. Dank den Grim Guardians."

Seo Yeon seufzte tief, dann aß sie weiter.


"Und dann?" fragte Red nach.


"Dann haben die Guardians mir angeboten, mich auszubilden."


"Die wollten Dich Bogenschießen lehren?" lachte Red.


Seo Yeon lachte kurz zurück. "Nein. Natürlich nicht. Aber ich konnte auch ganz gut rechnen. Schulbildung ist auf Nu Lyrae IV eine Frage von Geld. Eigentlich ist alles eine Frage von Geld. Die Grundschule kann jeder besuchen. Aber wenn man mehr will, dann muss man Lehrer bezahlen. Privatlehrer. Und das ist teuer."


Yvonne - Maggie - sah zu Red. "Ist das bei dir zuhause nicht ähnlich?" 

Red schüttelte den Kopf. "Ja und nein. Wer das Glück hat, in eine der Companies hineingeboren zu werden, bekommt alles, wie bei dir in der Föderation. Schulbildung, Job, Wohnung. Die Company sorgt für alles. Wer allerdings das Pech hat, nicht dazu zu gehören..." sie seufzte, "...der muss sich alles erarbeiten. Wenn er kann und will. Aber es gibt genug Leute, die es bis ganz nach oben schaffen, wobei ich bei manchen nicht wissen will, ob sie nicht ihre Seele an den Teufel dafür verkaufen mussten." 


Seo sah jetzt zu Red. "Wo kommst du denn her?"


"Sylene"


"Ah. Und wie ist Sylene so? Ich meine... wieso haben da Companies so einen Einfluss? Oder ist das auch eine solche Randwelt wie Nu Lyrae IV?"


"Sylene? Nein. Wir sind ein unabhängiger Staat, sogar eine lokale Großmacht. Aber der Planet ist ein Eiswürfel. An der Oberfläche überlebst du ohne technische Ausrüstung nur kurz, bevor du erfrierst, erstickst oder einfach davongeweht wirst.

Wir wurden noch von einem der sublicht Kolonieschiffe besiedelt, das wegen der damals fehlenden Sensoren in eine Raumzeitanomalie gefallen ist. Naja, als das Schiff wieder rauskam, war es ein paar Jahre in der Vergangenheit und beschädigt und meine Vorfahren hatten keine andere Wahl als sich auf Sylene niederzulassen. Die Todeszahlen am Anfang waren hoch, und es haben sich vier... Clans herausgebildet. Wer einem Clan angehörte, hatte damals höhere Überlebenschancen. Naja, irgendwann hatten wir den Tiefpunkt überschritten, die Bevölkerung stieg, wir wurden wiederentdeckt und damit kam die moderne Technologie zu uns, aus den Clans wurden die Companies und die sind zusammen mit der Regierung dann Sylene. In der supersimplifizierten Kürzestfassung. Du kannst aber sicher im Computer eine Geschichte Sylenes finden."


Sie sah zu Seo Yeon. "Und bei dir? Haben da auch die Tiraden regiert, bevor die Guardians kamen? Und wurde es besser, nachdem die Guardians da waren?"


"Regiert? Nein. Die haben ganz einfach nur Schutzgeld erpresst. Und die Regierung war zu schwach oder zu korrupt, um dagegen irgendwas zu machen. Die Triaden haben sich aber gegenseitig immer wieder Kämpfe geliefert. Mag sein, dass irgendwann vielleicht mal eine die Oberhand bekommen würde, aber das glaube ich nicht."

Seo Yeon zuckte mit den Schultern.

"Die waren nur auf Geld aus. Und wenn sie es hatten, wurden sie weich. Und dann kamen andere, härtere und haben übernommen."


"Und das haben sich die Leute gefallen lassen?" warf Red ein.


"Die Leute... das waren nur einfache Leute. Ohne Ausbildung. Ohne Waffen. Und die Polizei sah entweder weg oder stand auf den Gehaltslisten der Triaden.

Die Guardians dagegen... die haben dann wirklich regiert. Aber ob es besser wurde? Für meine Eltern nicht. Und für mich? Wir hatten kein Geld mehr über. Sicher, wir verdienten immer noch ganz gut. Aber die Steuern fraßen fast alles auf. Daher habe ich das Angebot der Guardians ja auch angenommen. Und habe dann Software Engineering und Kryptographie gelernt. Und bin ganz gut darin jetzt." Sie lächelte ein wenig stolz.


"Natürlich kam das auch nicht ohne einen Preis. Ich hätte die Metze eines der Guardians werden können. Oder es gab die Möglichkeit, in der Miliz zu dienen. Ich habe die Miliz gewählt. Und es stellte sich heraus, dass ich auch eine ganz gute Schützin war."


"Und wie lange musstest Du dann dienen? Denn... so alt bist du ja noch nicht."


Seo Yeon zuckte mit den Schultern. "Eigentlich immer noch. Aber ich wurde abgeworben. Oder verliehen. Verkauft. Was auch immer.

Die Guardians arbeiten auch mit fremden Unternehmen zusammen. Verkaufen ihre Dienste oder verpachten Flächen, die ihnen gehören. Und so wurde ich teuer an eine solche Firma vermietet. Als Software Engineer. Fachgebiet Kryptographie."


Bis hierher war ihre Story absolut wahr. Seo Yeon hatte gelernt, dass es immer besser war, eine weitgehend wahre Geschichte zu erzählen. So gab es geringere Chancen, sich zu verhaspeln. Allerdings fragte sie sich grad, ob sie vielleicht schon zu viel erzählt hatte.


"Dieses Schiff... ist das auch von Sylene?" fragte sie dann, um das Thema zu wechseln.


Red nickte nur. 


Seo wartete kurz auf mehr Informationen, aber es kamen keine. Daher fügte sie hinzu:

"Ich habe wie gesagt von Sylene noch nie zuvor gehört. Daher meine Frage. Ist das ein weit verbreitetes Schiff auf Sylene? Kann man sowas dort kaufen?" 

Die Guardians würden für solch ein Schiff wie die Star sicher Verwendung finden. Ein paar Waffen drauf montiert und es wäre, soweit sie die Schiffe der Guardians gesehen hatte, der perfekte Raider. Noch eher aber hätte sie selber gern so ein Schiff besessen. Das wäre ein Traum... 


Als Red dann den Kopf schüttelte, war sie froh, nicht weiter geredet zu haben.

"Nein. Ich hatte einfach Glück an die Star zu kommen. Und dass sie mir noch nicht wieder abgenommen wurde."


"Du wirst von den Sylenern gesucht?" zog Seo eine völlig falschen Schluß. 

Mara lächelte sie nur hintergründig an. 


"Und du?", wandte sie sich an Maggie, um das Thema weiter von sich abzulenken. "Wenn ich fragen darf? Du bist aus der Föderation, wie ich dem Gespräch entnehmen kann. Was hat euch zusammen geführt?"


"Ein gemeinsamer Auftrag vor vielen Jahren. Ein Fall von Schmuggel." erwiderte diese und ließ Seo weitere falsche Schlußfolgerungen ziehen. Immerhin erwähnte sie ja nicht, dass beide damals auf der anderen Seite des Gesetzes gestanden waren, und Yvonne deshalb zu den ganz wenigen gehörte, die wussten, dass Mara Verbindungen zum SFI hat, oder hatte. 


Inzwischen hatte Seo Yeon ihr Frühstück verdrückt und schob den Teller von sich fort. Gleichzeitig hatte sie das Gefühl, dass sich die Stimmung verändert hatte. Und das nicht zum Besseren. Hatte sie irgendwas gesagt, was die beiden hier verärgert hatte? Oder hatten die beiden in der nacht irgendwelche Infos bekommen? Irgendwas Gefährliches?

Sie sah auf ihre Fingerspitzen und überlegte.


Diese Red kam ja wohl von Sylene. Das glaubte Seo Yeon auch aufs Wort. Maggie dagegen aus der Föderation. Aber ihre Heimatwelt hatte sie nicht preisgegeben. Beide waren mit diesem Schiff hier unterwegs und auf der StarBase gewesen. Und das nicht sehr lange. Bis vor kurzem hatte diese Starbase den Guardians gehört. Nun nicht mehr. Konnte es sein, dass diese beiden der neuen Administration der StarBase nahe standen? Oder näher? Zusammen mit der Sternenflotte hier eingetroffen? Dann würde die Information, dass sie, Seo Yeon, den Guardians näher stand eher abschreckend gewirkt haben. Vielleicht sollte sie da irgendetwas relativieren. Nur jetzt etwas abzustreiten, machte wenig Sinn. Würde eher unglaubwürdig wirken.


"Vielen Dank für das Essen. Ich habe ewig nicht mehr so etwas gutes gehabt. Danke!" sagte sie und meinte das auch so.

"Ganz ehrlich, weder bei der Miliz der Guardians noch in der Firma, wo ich jetzt arbeite, wird sonderlich viel Wert auf so etwas gelegt. Das ist alles mehr oder weniger nur ein Überleben."

Sie suchte nach Worten.

"Eigentlich würde ich sehr gerne etwas anderes machen. Weg von da. Aber das ist sehr schwierig ohne eine echte Reputation. Und ich glaube nicht, dass ich jemals ein Zeugnis oder so etwas ausgestellt bekommen werde. Die, äh, Firma wechseln wird da nicht so gern gesehen."


Sie sah die beiden an. "Soll ich mich besser wieder nach unten in den Frachtraum zurückziehen? Möchtet ihr gern lieber unter euch sein?"


Die beiden anderen sahen sich kurz an. Seo bemerkte das und stellte fest, dass sie Aleida plötzlich vermisste. Jemanden so gut zu kennen, dass ein kurzer Blickkontakt eine ganze Konversation ersetzte, das fehlte ihr immens. Denn genau das war es, was gerade geschehen war. Fast kamen ihr wieder die Tränen, als sie an ihre Stellvertreterin dachte.


Maggie schüttelte den Kopf, was Seo irgendwie mit Erleichterung sah. So schlimm schien sie den Fuß doch nicht reingesteckt zu haben.


"Weißt du," begann Maggie aber dann, "eines verstehe ich nicht. Du bist ganz offenbar intelligent und kein Soziopath, jung und jemand, den man gerne um sich hat. Manche von uns vielleicht sogar näher, als dir klar ist."

Sie warf einen eindeutigen Seitenblick zu Red, die den Anstand hatte, rot zu werden.

"Aber du hast uns nicht alles erzählt. Du warst bei dem Einbruch dabei. Ihr habt eine junge Frau ermordet. Das verstehe ich nicht. Das scheint nicht zu dir zu passen."

Sie hob die Arme und machte eine Geste. "Versteh mich nicht falsch. Ich schmuggle, ich betrüge, ich haue Leute übers Ohr und Gesetze sehe ich als Richtlinien. Aber es gibt Grenzen, die ich nicht überschreite. Und jemanden kaltblütig zu ermorden, ist so eine Grenze."


Seo Yeons Kopf klang wie eine Glocke. Sie hatten sie reingelegt! Reingelegt wie die blutige Anfängerin, die sie ja wohl auch war. Jedenfalls wenn man diese Art Auftrag betrachtete.

Kaum noch nahm sie Maggies weitere Worte wahr. Sie stand tatsächlich kurz unter Schock.

Das war wahrscheinlich gut so, denn so reagierte sie nicht spontan, versuchte keine selbstmörderischen Versuche, wie zum Beispiel Red deren Waffen abzunehmen oder derlei Unfug. Stattdessen versuchte sie einfach nur den Schock zu überwinden.


Aschfahl im Gesicht schluckte sie mehrmals und legte dann beide Hände, die inzwischen eiskalt geworden waren, auf die Tischplatte, wobei sie ihren leeren Teller von sich fort schob. Und gab sich Mühe, dass die Hände nicht zitterten.

"Wenn ihr... beide... von diesem Vorfall wisst... was wisst ihr denn wirklich davon?

Und... wer seid ihr wirklich?"


"Viel interessanter ist doch, wer Du bist?" warf Mara ein.

"Was wir wissen ist, dass Du die vierte Person des Angriffstrupps bist. Aber Dein Name... und Deine Geschichte klingt auch glaubwürdig..."


"Sie ist auch wahr!" unterbrach Seo Yeon bissiger, als ihr zumute war.


"Ich glaube Dir ja." übernahm Yvonne wieder.

"Und ich meinte die Frage ernst. Warum habt ihr das gemacht?"


"Das war ein Auftrag. Wir sollten nur diese... diesen Auftrag eben ausführen. Und die Auftraggeber sind keine Leute, bei denen man mal so eben nein sagt. Glaubt ihr, ich finde das toll, an Bord einer Raumstation gebeamt zu werden, durch einen Schild hindurch, so dass man das Gefühl hat, nackt durch einen Elektrozaun zu klettern? Zusammen mit einem hirnlosen Affen, der einen Riesenspaß daran hat, alles um sich herum niederzubrennen? 

Wenn ihr wirklich wisst, was wir getan haben, dann würdet ihr auch wissen, wo wir uns abgesetzt haben. Und dass wir niemanden ermordet haben. Wir haben sogar riskiert, Leute völlig unbehelligt zu lassen, die uns gesehen haben. Fragt dieses ältere Paar an unserem Einstiegspunkt."

Der kurze Energieschub war vorbei und Seo Yeon senkte erschöpft den Kopf. Es war ja auch alles egal. Sollten sie sie doch erschießen. Sie war ja eh am Ende. Und allein.


"Davon wissen wir noch nichts." sagte Yvonne sanft.

"Erzähl uns davon."


Seo Yeon schniefte. "Was gibts da zu erzählen? Krass... der Klingone, wollte wie immer mitten hindurch durch alle Widerstände. Ich... nicht. Also haben wir uns abgesetzt. Und einen Einstiegspunkt genutzt, den wir zuvor ausgesucht hatten. Dummerweise war dieser Raum inzwischen bewohnt. Von einem älteren Paar. Die natürlich einen Riesenschreck bekommen hatten. Ich habe sie beruhigt und wir sind dann einfach still und leise durch eine Wartungsluke in der Zimmerdecke in die Lüftungsschächte geklettert."

Sie zuckte mit den Schultern.

"Mehr war das nicht."


Yvonne nickte. Das wiederum passte zu dem Vorgehen dieser Leute.


"Das war aber nicht, was Maggie meinte." warf Red jetzt ein. "Du.. ihr.. habt, wo immer ihr auch eingebrochen seid, eine Sicherheitsfrau umgebracht. Die Sternenflotte hat die gesamte Station auf den Kopf gestellt, um dich zu finden. Zumindest soweit das ging. Und uns damit einen schönen Auftrag vermasselt." setzte sie noch hinzu.

"Ich wüsste gerne warum. Soweit ich den Sicherheitsdienst der Flotte kenne, und ich kenne ihn besser als mir lieb ist, seid ihr in dem Moment verloren gewesen, in dem die euch aufgefordert haben, euch zu ergeben. Es ist nunmal ihre Station und ihre Ressourcen sind den euren deutlich überlegen. Euer Vorteil war es, dass keiner von euch wusste. Sobald das aufgeflogen war, war es für euch einfach nur eine Frage der Zeit." 

Sie musterte Seo Yeon, die wortlos nickte.

"Ja, ich weiß, du konntest entkommen, aber deine 3 Kumpane und eine Frau von der Sicherheit sind tot und das war nicht nötig, oder?" 

Sie sah fragend zu Maggie, die "Soweit ich weiß." antwortete


"Das waren keine... Kumpane. Das waren Kameraden. Freunde. Leute, die ich geschätzt habe. Sogar lieb gehabt habe. Aber keine... Kumpane! Damit würdigst Du sie herab!"


Das half. Sie hatte etwas, woran sie sich festhalten konnte. Und wenn es der Zorn auf etwas war. Irgend etwas.

"Ich weiß nicht genau, wie es dazu gekommen war. Ich war schon durch eine Luke nach oben geklettert, um den Rückweg vorzubereiten. Als plötzlich meine... Kameradin zu Boden sackte. Ich habe keine Ahnung, was da geschehen war. Und kurz darauf explodierte der Kopf eines anderen Kameraden. Ich weiß nicht genau, was da passiert war. Auf jeden Fall sah es ganz stark danach aus, dass wir angegriffen wurden. Mit brutaler, rücksichtsloser Gewalt. Becker, das war der letzte, der unten noch am Leben war, rief mir zu, dass ich ganz schnell verschwinden sollte. Er war unglaublich wütend. Dann sah ich die Tür aufgehen und Becker feuerte. Das war der Zeitpunkt, wo ich mich zurückzog."


Seo Yeon hob beide Hände an und ballte sie zu Fäusten. "Das war alles völlig... die ganze Operation war mir aus den Fingern entglitten."

Sie brach ab und versuchte, sich wieder zu sammeln. Auf was wollten die Zwei hinaus? 

"Warum interessiert euch der Vorgang so?" stellte sie schließlich die Frage, um die es sich für sie drehte.


"Simpel," gab Maggie zurück, "weil es einen Unterschied macht ob ich einer Mörderin gegenübersitze und mit ihr unser Essen teile oder mit jemandem der an dem Mord nicht beteiligt war."


"Ich war am Tod der Sicherheitsfrau nicht beteiligt!" brachte Seo wütend heraus. "Und hätten die nicht so brutal und mörderisch angegriffen, wäre auch gar nichts passiert. Niemandem hätte ein Leid geschehen müssen. Alle wären noch gesund und am Leben. Ja, Du hast Recht. Dieser Scheißkampf war überhaupt nicht nötig gewesen. Aber ich weigere mich, hier die Schuld bei mir oder meinen Leuten zu sehen. So! Zufrieden?"


"Eigentlich ja," meinte eine sichtlich entspannte Red deren Hände nicht mehr an ihren Waffen lagen. "Zum Glück. Ich will nicht schon wieder das Sofa neu machen müssen. Wisst ihr, was der blöde Stoff kostet?"


Obwohl es ganz eindeutig ein Scherz war, der die Situation entspannen sollte, zog der bei Seo Yeon überhaupt nicht.

Schon wieder das Sofa neu machen! Wie war das mit der 'Grenze überschreiten'?

Da sie Mara nicht kannte, zog sie, wie in den letzten Minuten schon so oft, wieder die falschen Schlußfolgerungen.

"Ihr seid ja völlig verrückt!" platzte es aus ihr entnervt heraus. Sie wurde aus den Beiden nicht mehr schlau. Dass sie keine gewöhnlichen Gesetzlosen waren, war ihrer Meinung nach offensichtlich. Aber die beiden ritten minutenlang darauf herum, ob sie nun eine Mörderin sei oder nicht, flachsten aber gleichzeitig lapidar darüber, mal so eben jemanden auf diesem Sofa zu erschießen. Nur mal eben so. Das legte allerdings nahe, dass beide wenig mit der Sternenflotte am Hut hatten.

Sie erhob sich. "Ich... gehe jetzt lieber wieder nach unten. Und ich möchte gern meine Waffe zurück! Bitte!"


"Bleib sitzen." schlug Yvonne vor und nickte. 

"Wir werden dir nichts tun. Wenn wir das gewollt hätten, dann wärst du schon längst..." Red wurde rot. "Naja, vergiss es."

Wieder diese beneidenswerte ein-Blick Kommunikation. 

"Wir glauben dir, dass du nicht schuldig am Tod bist. Um dich zu beruhigen, lass mich dir sagen, dass wir es zwar mit der Seite des Gesetzes, auf der wir stehen, nicht so ernst nehmen, aber eine Grenze bei Mördern, Drogen und Sklavenhändlern ziehen. Bei Sternenflottensicherheitsleute die im Dienst sterben.. ohne dass wir die Hintergründe kennen, halten wir den Täter für schuldig und einen für einen Mörder. In deinem Fall hat es ein bisschen gedauert, bis ich zusammengesetzt habe, wer du bist, sonst hätte ich dich nie an Bord gelassen. Aber der erste Eindruck, den ich von dir hatte, war ein positiver. Du kamst mir nicht wie ein Monster vor und deine Reaktionen haben das bewiesen."


"Monster? Wer sind denn die Monster? Ihr legt hier Leute um, die euch nicht passen! Und bezieht diese Sitzkombination dann immer wieder neu?" brach es aus Seo Yeon hervor. Inzwischen war ihre Laune irgendwie fatalistisch geworden. Nicht, dass sie direkt ihren Tod provozieren wollte, aber sie fühlte sich so dermaßen herausgefordert, dass es ihr fast schon gleich war.


"Unsinn!" Auch Yvonne konnte inzwischen nicht mehr so recht lachen. "Das war ein... etwas verunglückter Scherz. Auf diesem Sofa ist noch nie jemand von einem von uns erschossen worden."


"Na toll!" nickte Seo Yeon und setzte sich wieder hin. Sie knetete ihre Hände und kaute ein wenig, ehe sie dann meinte: "Wer seid ihr Leute denn nun eigentlich? Ihr redet nicht wie die normalen Sternenflottentypen. Jedenfalls nicht, wenn ihr mich nicht von vorn bis hinten nach Strich und Faden belogen habt. Dennoch scheint ihr komplett voreingenommen zu sein, wenn es um Sicherheitsleute geht. Glaubt mir, auch unter denen gibt es genauso korrupte und kranke Typen wie anderswo auch. Und noch einmal: Wir... haben nicht zuerst getötet! Da stehe ich voll für meine Leute ein."


"Deine Leute? Du meinst Deine... Kameraden?"


"Ja!" Seo Yeon senkte wieder den Blick. Sie hatte schon so viel ausgeplaudert. Jetzt musste sie nicht noch rausposaunen, dass sie die Truppführerin war. Nicht, nachdem alle anderen eh schon tot waren. Wieder schien sie der Frust und die Trauer übermannen zu wollen und sie ballte so fest die Fäuste, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Einige Augenblicke lang schwieg sie und Meg und Red ließen ihr die Zeit. Dann sah sie wieder auf.

"Also? Wer seid ihr Leute?"

 

Ein kurzer Blick und Red setzte sich aufrechter hin. 

“Also ich bin.... “ Weiter kam sie nicht, da ein Alarm durch das Schiff schrillte, gefolgt von einer Computerstimme. 

“Achtung, Alarm. Schiff auf Abfangkurs. Achtung, Alarm, Schiff auf Abfangkurs.” 


Cat hatte reagiert.



#Ort: USS Resolution
#Zeit: MD 4.1115


T'Kary stand vor ihrem Stuhl, die Hände hinter ihrem Rücken verschränkt.

Resolution war mehr oder weniger spontan losgeschickt worden. Und T'Kary hatte zum Zeitpunkt des Ablugs nichts bekommen. Nur den Befehl der Commodore. Und der hatte nur aus zwei Sätzen bestanden: "Abflug in 10 Minuten." und "Bereitmachen zum Aufbringen eines sylenischen Kleinkampfschiffes wenn die Aufforderung dazu kommt".


T'Kary war ernsthaft besorgt gewesen. Nicht, dass sie glauben würde, dass ein sylenisches Kleinkampfschiff der Resolution auch nur ansatzweise gefährlich werden könnte. Eines nicht. Aber die Tatsache, dass sie eines aufbringen sollte, ließ Fragen aufkommen.

Ihre Commodore besaß so ein Schiff. Und sie wusste... naja, hatte gehört, dass die neue TAK der Station, Lieutenant Mara Jade, angeblich ebenfalls solch ein Schiff besaß, bedeutete entweder, dass diese Probleme hatte, oder dass da irgendeine tolle Sauerei am Kochen war. Und T'Kary vermutete letzteres.


Naja. Was Commodore Sky konnte, konnte sie auch.


Und dann war stundenlang nicht passiert. Sie hatte die Sylenische LAU ziemlich schnell auf ihren Scanner gehabt. Denn sie hatten auch Kurs und Geschwindigkeit von CAT gehabt. Nicht, dass das notwendig waren. CAT war bekannt und ihre Energiesignatur war bereits auf den Scannern.


Dann, endlich, hatte sie dann den Eingreifbefehl bekommen. Stichwort "Capture"!


"Roter Alarm! Schilde auf Maximum. CONN, berechnen Sie einen schön knappen Abfangkurs. TAK, zwei Photonentorpedos scharf machen und Traktorstrahl vorbereiten. FLG, bereiten Sie sich darauf vor, die CAT im Hangar zu begrüßen. CSO, ein Greifkommando vorbereiten und im Hangar bereitstellen. Zusätzlich stellen Sie noch ein Enterkommando im TRansporterraum eins bereit. Alle Waffen aber nur auf Stun.

Bestätigung!"


"CONN! Abfangkurs ist berechnet. Bereit auf Ihr Kommando!" kam die erste Klarmeldung.


"TAK! Bereit für Waffeneinsatz. Zwei Torpedos geladen und Abschussbereit. Phaser bereit. Traktorstrahl bereit."


"FLG! Hangar ist geräumt. Hangartore offen. Atmosphärenschild steht. Exo-Halteklammern bereit."


"CSO! Greifkommando unterwegs. Einsatzbereit in Drei. Enterkommando unterwegs, einsatzbereit in Zwo."


"Sehr gut. CONN, Warpsprung auf die genannten Koordinaten... Jetzt!"



#Ort: CAT a.k.a. Star of Orion
#Zeit: MD 4.1118


Red sprang wie von der Tarantel gestochen auf und hechtete regelrecht ins Cockpit. 

Die Star - CAT - machte eine wilde Bewegung, als sie noch im Hinsetzen nach dem Joystick griff, mit dem man CAT steuern konnte. 

Die LAU schlug einen Hacken im All und schoss in eine völlig unvorhersehbare Richtung davon. 

“Es ist die Resolution!” rief sie dann noch nach hinten. "Sie ist schneller als wir und hat uns in ein paar Minuten eingeholt. Jetzt kontaktieren sie uns!” 

Mara schwieg und eine neue Stimme war aus dem Empfänger zu hören.


[Star of Orion, dies ist die USS Resolution. Drehen Sie bei und erwarten Sie unser Inspektionsteam.]


"So nicht," murmelte Mara und schlug einen weiteren Haken. Doch die Resolution war deutlich schneller und hatte sie fast eingeholt. Und dann... Mara riss tatsächlich die Augen auf... feuerte die Resolution zwei... ZWEI!.. Torpedos ab, die nur wenige Kilometer vor ihrer Bugnase detonierten und die LAU durchschüttelten.

"Scheiße!" flüsterte Mara. "Jetzt übertreibt sie aber gewaltig!"


[Star of Orion. Dies ist die letzte Warnung. Drehen Sie auf der Stelle bei und stoppen Sie oder Sie haben mit ernsten Konsequenzen zu rechnen!]


Mara drehte sich zu Yvonne um, die noch immer neben Seo Yeon saß. Die Koreanerin war kreidebleich. Schon wieder!

Yvonne nickte. "Tu es. Lohnt sich nicht, zu sterben."


Mara nickte zurück und nahm den Schub zurück auf Null.

Scheiße nochmal, das war wirklich verdammt realistisch. Sie fragte sich, ob Sky das so befohlen hatte, oder ob die verrückte Kommandantin der Resolution sich das selber ausgedacht hatte. So oder so würde sie der Commodore etwas erzählen. Wenn CAT auch nur einen Kratzer...


Ein Rucken bewies, dass CAT im Traktorstrahl der Resolution festsaß. 



#Ort: USS Resolution
#Zeit: MD 4.1120


T'Kary grinste breit. Dann tippte sie auf ihr Interkom.

"Hier spricht der Captain. Gut gemacht! Haltet die Star of Orion fest aber lasst niemanden raus. Transporterinhibitoren aktivieren. Ich will nicht, dass da irgendwer heimlich von Bord beamt. Ich komme selber in den Hangar."


Sie sah sich zu ihrer Borg-Freundin um. "Eleven, gehen wir".


"Ja, Captain!" Beide Frauen reichten einander die Hand und lösten sich in einem Transporterwirbelfeld auf... um dann im Hangar wieder zu verstofflichen. Mizuko, die XO, nahm wortlos im Kommandosessel Platz.


Im Cockpit von CAT sah Mara, wie plötzlich zwei Personen im Hangar materialisierten, in dem CAT festgehalten wurde. Wie sie richtig vermutete die CO, T'Kary und... eine Borg? 

Das könnte ja interessant werden, wenn Mara sich wirklich dagegen wehren würde, geentert zu werden. Sie grinste. 


Seo Yeon meldete sich von hinten: "Soll ich meine Waffe wiederbekommen? Oder wollt ihr euch nicht doch lieber ergeben. Ich bin bereit, alles auf meine Kappe zu nehmen. Ihr habt damit nichts zu tun. Ich habe euch hinters Licht geführt!"


Yvonne übernahm die Antwort. Und deuete nach draußen, wo sich ein zwanzigköpfiges Sicherheitsteam mit schweren Phaserrifles formiert hatte und nun die CAT umstellte.

"Gegen diese Leute haben wir überhaupt keine Möglichkeiten."


In diesem Augenblick ertönte der Interkom des Schiffes. "Wir werden gerufen!" erklärte Mara unnötigerweise und befahl dann "Lautsprecher!"


[Commander T'Kary der USS Resolution. Kommen Sie sofort, einzeln und unbewaffnet heraus, dann wird Ihnen nichts geschehen.]


"Die hat aber verdammt schlechte Laune!" meinte Yvonne. "Naja." Sie nickte Mara zu.


Diese tippte auf den Sendetaster. "Wir kommen heraus. Achtung, dieses Schiff hat eine vollautomatische Sicherheitseinrichtung. Bitte üben Sie keine Gewalt aus. Wir kommen jetzt heraus!"

Mit einer gewissen Genugtuung beobachtete Mara, wie das zwanzigköpfige Einsatzteam draußen ein wenig mehr Abstand gewann. Wahrscheinlich waren jetzt auch Schutzfelder aktiviert worden. Natürlich hatte sie keinerlei Absicht, irgendetwas zu versuchen, aber es sollte ja noch realistisch wirken. Weshalb auch immer.


Nacheinander stiegen sie den Zentralschacht hinunter ins Ladedeck und dann ließ Mara die Rampe herunterfahren.

//Wie das Maul eines Alligators// dachte Seo Yeon und seufzte dabei. Das war ja eine ausgesprochen kurze Flucht gewesen. Aber wie Red es ja schon gesagt hatte: Nachdem sie einmal wussten, wonach sie zu suchen hatten, war es nur eine Frage der Zeit.


"Ich geh vor!" sagte sie dann, hob beide Hände hoch und wollte grad von der Rampe springen, als Mara sie aufhielt. "Mein Schiff! Ich bin der Captain und geh als letzte. Aber... Maggie hier. Sie geht vor. Du bist unser Fluggast!" Seo Yeon sah sich etwas unsicher um, nickte dann aber. Tatsächlich half das etwas, denn sie hatte schon etwas Angst.


Yvonne dagegen grinste. Immerhin war das eine coole Show. Sie trat behende die inzwischen vollends herabgesenkte Rampe hinab und näherte sich mit erhobenen Händen dem Greifteam. Sofort traten zwei kräftige Männer vor, gaben ihre Rifles ihren Nebenmännern und traten zu ihr hin.

"Auf den Boden! Beine breit und Hände auf den Rücken. SOFORT!" kam das Kommando.


"Okaaay..." meinte Yvonne etwas gedehnt, da fühlte sie sich schon mit Gewalt auf den Boden gedrückt, ihre Beine auseinander gezerrt und ihre Arme rücksichtslos auf den Rücken gedreht. Ihr wurden Handschellen angelegt, dann wurde sie hochgezogen und sofort lösten sich die zwei Männer zusammen mit ihr in einem Transporterwirbel auf.


"Na dann..." sagte Seo Yeon leise und folgte. Kurz drehte sie sich noch zu Mara um.

"Danke dennoch!" sagte sie, dann trat sie vor und legte sich sofort freiwillig hin. Einen Augenblick später war auch sie fort.


Mara schluckte. Das war heftig gewesen. Sie hoffte, dass Yvonne nicht allzu viele blaue Flecken abbekommen hatte. 


Dann ging sie langsam die Rampe runter, nicht ohne vorher noch ihren Waffengurt abzulegen. Die Greifcrew der Resolution spähte die Rampe hinauf und sah mit großen Augen, wie die Letzte an an Bord erst den Waffengurt ablegte, dann mehrere unterschiedliche Stichwaffen aus den Schäften ihrer Stiefel zog sowie mehrere Wurfmesser unter ihrem Rock hervor zog und noch ein paar weitere kleine Dinge, die sie nicht erkennen konnten, dem wachsenden Haufen hinzufügte. 


Schließlich hob sie die Hände und ging langsam die Rampe runter. 


"Ich bin Lieutenant Mara Jade. Ich bin die neue TAK der USB Midgard. Sie sind hier, weil ich Commodore Lyma gebeten habe, sie mir nachzuschicken. Wenn Sie mir nicht glauben, kontaktieren Sie Commodore Lyma! Oder bitten sie Commander T'Kary das zu tun!" 


Sie hoffte, dass ihr Spruch Wirkung zeigte und sah dabei T'Kary an, die neben ihren Leuten stand. Diese hob eine Hand "Stop!" rief sie laut. Dann trat sie vor und zu der einzelnen rothaarigen Frau hin und musterte sie. Mara fiel auf, dass die blonde Kommandantin der Resolution leicht humpelte.

"Würden Sie das bitte noch einmal wiederholen, Miss?" fragte die Vulkanierin dann streng.


"Ich bin Lieutenant Mara Jade. Ich bin die leitende taktische Offizierin der StarBase 61. Auf meinen Wunsch hin wurde Ihr Schiff losgeschickt, mein Schiff, äh, aufzubringen."


"So? Haben Sie irgendeine Form von Authentifizierung? Oder muss ich tatsächlich die Commodore fragen?"


"Ich habe einen Dienstausweis. Hier, in meiner Stiefeltasche. Versteckt. Ich bin... war undercover unterwegs."


T'Kary atmete tief durch. Undercover. Ja, das sah der Commodore wohl ähnlich. So tief under cover, dass auch sie nicht informiert wurde. Naja. Das hatte Sky jetzt davon.

"Nun dann. Lassen Sie sehen!" meinte sie.


Mara kniete sich hin, öffnete den Innenverschluss ihres linken Stiefels und zog dann aus einer wirklich sehr gut versteckten Tasche eine kleine ID-Card hervor. Mit ihrem Fingerabdruck aktivierte sie den zuvor noch deaktivierten Responder. Sie hatte ja nicht gewollt, dass die ID-Karte von jedem versteckten Sensor erkannt wurde, weil ihr Ausweis auf diesen reagierte und seine ID rausposaunte. Dann reichte sie ihn der Vulkanierin.


T'Kary sah ihn sich an, dann reichte sie ihn Eleven neben sich, die nur kurz drauf sah und dann konstatierte: "Der Ausweis ist authentisch, Commander."


"Na sowas!" meinte T'Kary und reichte Mara den Ausweis zurück.

"Dann herzlich willkommen an Bord der Resolution. Mögen Sie mir verraten, was das für ein Spiel war, oder ist das geheim?"


"Danke. Bevor ich ihnen mehr erzählen kann, würde ich allerdings vorschlagen, ihre erste Gefangene wieder freizulassen. Das ist nämlich die neue XO der Midgard, Commander Renard." lächelte Mara. 


T'Kary sagte nichts, starrte Mara nur einen Augenblick lang an, dann fluchte sie leise. "Na toll!"

Sie atmete wieder einmal tief durch, dann grinste sie ein wenig böse. "Das hat etwas Zeit. Aber danke für die Info." 


Sie drehte sich dann zum Einsatzleiter des Greifkommandos um.

"CSO. Trennen Sie die zwei Gefangenen. Lassen Sie keine Kommunikation zwischen ihnen zu. Und niemand, ich wiederhole, niemand außer mir macht irgendetwas mit den beiden. Haben Sie verstanden?"


"Ja, Ma'am!" erwiderte dieser und gab die entsprechenden Kommandos.


"Gut. Und lassen Sie wegtreten. Und gute Arbeit! Einwandfreies, vorbildliches Vorgehen. Ich bin äußerst zufrieden!"


Dann wandte sie sich wieder an Mara.

"Lieutenant Jade, ich schlage vor, wir begeben uns dann auch zur Sicherheitsabteilung und Sie berichten mir dann, was... Sie mir berichten dürfen."


"Sehr gerne, Captain. Ich würde es allerdings vorziehen, wenn die dritte Gefangene nicht mitbekommt, dass wir von der Flotte sind. Wir haben uns wirklich Mühe gegeben, diese Tarnung aufzubauen und würden sie gerne so lange wie möglich aufrechterhalten." 


T'Kary lächelte. "Deshalb habe ich befohlen, beide Gefangenen zu trennen und keine Kommunikation zuzulassen."


“Eine gute Entscheidung. Obwohl ich nicht glaube das Kee Seo Yeon, so der Name der echten Gefangenen, nach ihrer Performance so etwas noch vermutet.”


"Ja, so verbindet man angenehmes mit nützlichem." erwiderte T'Kary.


"Ich bin mir nicht sicher, ob Yvonne das auch so sieht." sinnierte Mara, ehe sie sich noch an etwas anderes erinnerte. 

"Könnten sie bitte auch Commodore Lyma kontaktieren das wir sicher bei ihnen an Bord sind und ihr ausrichten, dass ich mich, sobald ich Comander Renard befreit habe,"

T'Kary konnte das Grinsen in Maras Stimme hören, "bei ihr melden werden. Mit einem kurzen Vorabbericht?"


"Das können Sie auch gern selber tun. Wie Sie möchten, Lieutenant."


“In dem Fall bitte erst die Commander, dann ein Gespräch mit der Commodore.” 


"Gut. Eleven?"

Die Borg trat vor.

"Sie haben keine Probleme mit einem kurzen Ort-zu-Ort Transport?"


"Solange dort ankommt, was hier weg gebeamt wird. Könnten Sie aber bitte dafür sorgen, dass niemand mein Schiff betritt?" 


Dann erinnerte sie sich an ihr Waffenarsenal, das sie abgelegt hatte. 

“Und wenn sie mich für eine Sekunde entschuldigen könnten?” 


“Selbstverständlich.” 


Während Mara die Rampe hinauf sprintete um sich wieder anzuziehen betrachtete T'Kary das Innere von CATs Laderaum, sah aber außer den unterschiedlichen üblichen Gebrauchsspuren und der - wie sie inzwischen wußte - sylenischen Militärregistrierung keinen Unterschied zu Chrysla, Skys Schiff.

Sie fragte sich, ob das für das ganze Schiff galt, vermutete aber, eher nicht. Nicht, wenn sie den Gerüchten Glauben schenken konnte und wollte, die sie aufgeschnappt hatte, nachdem sie sich über ihre neuen Kollegen zu erkundigen begonnen hatte. Diese Jade war den Gerüchten zufolge verwöhnt, eigenwillig, arrogant und hochkompetent. Sie war gespannt wie sie wirklich war. 


Schließlich lief die Lieutenant wieder leichtfüßig die Rampe herunter, die sich hinter ihr schloss und blieb neben der CO der Resolution stehen. 

"Ich bin soweit, Captain. Wenn sie den Weg weisen würden?”


"Eleven?"


Die Borg reichte Mara ihre linke Hand.

"Ergreifen Sie bitte meine Hand. Das ist für einen persönlichen Ort-zu-Ort Transfer unerlässlich."


Und die drei verschwanden wieder in einem grünlichen Wirbel.



<Lasse, der Ball ist zu gut um ihn dir nicht mit Schleife und einem Kerzerl oben drauf hinzustellen :) >


</RPG>



<SUM>


#Ort: CAT a.k.a. Star of Orion

#Zeit: MD 4.1100


Beim Frühstück dann eröffnen Mara und Yvonne der Koreanerin, dass sie wissen, wer und was sie ist. Dabei geben beide aber nicht ihre Tarnung auf. Es kommt zu einem relativ intensiven Gespräch, bei der die zwei Offiziere Seo Yeon jedoch das Gefühl vermitteln,. sie nicht abzulehnen. Um sie dennoch nicht fliehen zu lassen, dabei aber nicht ihre Tarnung auffliegen zu lassen, lässt CAT wie vereinbart die Resolution angreifen.



#Ort: USS Resolution

#Zeit: MD 4.1115


T'Kary beschließt, ihren Angriff ausgesprochen realistisch wirken zu lassen.



#Ort: CAT a.k.a. Star of Orion

#Zeit: MD 4.1118


Mara versucht ihrerseits eine realistische Flucht einzuleiten, lässt es dann aber lieber, da ihr die Resolution mit ihrer entschiedenen Kommandantin keine Optionen offen lässt.



#Ort: USS Resolution

#Zeit: MD 4.1120

#Ball: Lasse


Die CAT wird aufgebracht und mit einem Traktorstrahl in den Hangar der Resolution gezogen. Yvonne und Seo Yeon werden festgenommen und in die Brig gesperrt. Erst Mara gibt sich zu erkennen und weiht T'Kary ein.


</SUM>



C by Isabelle und Sky


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